Wir haben über den Antrag der Grünen und der SPD berichtet, dass für das Vorhaben des „Mälzerei-Einkaufzentrum“ im Vorfeld eine sogenannte Perspektivwerkstatt eingerichtet werden soll ( Antrag: Link: http://weblog.lichtenrade-berlin.de/archive/2010/11/12/perspektivenwerkstatt-f-r-das-einkaufszentrum-in-lichtenrade.htm) . Die  Ökumenische Umweltgruppe Lichtenrade informiert, paperpress kommentiert und der Betreiber dieser "Internetzeitung" gibt auch seinen Senf dazu...

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Die Idee kam von der Ökumenische Umweltgruppe Lichtenrade. Diese teilt aktuell mit:

Bürgerbeteiligung bei Planung für Einkaufszentrum

Die Bezirksverordnetenversammlung Tempelhof-Schöneberg hat am 17. November mit den Stimmen der Grünen und der SPD beschlossen, vor einem Baubeschluss für das Gelände um die alte Mälzerei, eine sog. Perspektivwerkstatt durchzuführen. Damit nimmt die BVV ein Anliegen der Ökumenischen Umweltgruppe Lichtenrade auf. Zur Begründung für diese Initiative schreibt die Umweltgruppe:

Je mehr wir uns mit dem Einkaufszentrum auseinandergesetzt haben, um so deutlicher ist uns geworden, wie komplex das ganze Vorhaben ist. Es betrifft die Aufenthaltsqualität der Bahnhofstraße, die Situation des Einzelhandels und die gesamte Verkehrsführung in Lichtenrade. Es hat mit der alten Mälzerei und mit dem Landhaus Buhr zu tun. Ein Bauvorhaben an dieser Stelle verändert das Stadtbild nachhaltig. Das betroffene Grundstück eignet sich zudem als öffentlicher Platz im Sinne eines Ortsmittelpunktes. Hier steht mehr auf dem Spiel als nur ein Einkaufszentrum.

Wir denken, dass ein Projekt dieser Tragweite nicht ohne Bürgerbeteiligung auskommt. Es scheint uns sinnvoll und notwendig, im Vorfeld alle Interessengruppen mit dem Investor, dem Bauamt und den politische Verantwortlichen zusammenzuführen, mit dem Ziel, gemeinsam ein nachhaltiges, realisierbares städtebauliches Konzept für Lichtenrade zu erarbeiten. Dies soll im Rahmen einer von einem erfahrenen Planungsbüro moderierten etwa zweitägigen Perspektivwerkstatt erfolgen. Die so erarbeitete Konzeption soll bei der Aufstellung des Bebauungsplans angemessene Beachtung finden, ohne dass dadurch die Entscheidungsbefugnis der BVV berührt wird.

Wir gehen davon aus, dass eine solche Planungswerkstatt auch für den Träger des Vorhabens einen Gewinn bedeutet, weil so am ehesten eine tragfähige und zukunftsfähige Lösung erzielt werden kann. Der Investor, Herr Dr. Huth, hat uns versichert, dass er grundsätzlich bereit sei, sich mit den Vorstellungen der Bürger in Lichtenrade auseinanderzusetzen.

Berlin, am 18.11.2010

Mit freundlichen Grüßen

Reinhart Kraft   (für die Ökumenische Umweltgruppe Lichtenrade)
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Der Pfarrer im Ruhestand Reinhart Kraft bei der Montagsdemo am 22.11.2010
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Auch der paperpress äußert sich zum Antrag:

Auszug aus paperpress Nr. 263 O vom 18.11.2010 unter der Hauptüberschrift: Es hätte ein schöner Abend werden können :-(

Perspektiven für Lichtenrade?

Als Investitions- und Bebauungsplanbremse erleben wir die Grünen seit Jahren im Bezirk. Für die Durchsetzung eines ganz ungewöhnlichen Planes holten sich die Grünen die SPD mit ins Boot, die fleißig mitruderte. Worum geht es? Schlicht und einfach um ein Einkaufszentrum in Lichtenrade. Drei, sechs oder neun Tausend Quadratmeter groß soll es werden. Eine Einigung zwischen Anwohnern, Gewerbetreibenden der Bahnhofstraße, Bezirk und Investor ist nicht in Sicht. Eine Hälfte ist dafür, die andere dagegen. Eigentlich ist das Projekt tot, bemerkte völlig zu Recht der CDU-Fraktionsvorsitzende Ralf Olschewski. Der Antrag von Grünen und SPD beinhaltet einen Versuch, noch vor Aufstellung des Bebauungsplanes eine „Perspektivenwerkstatt“ einzurichten, die „einerseits die Beteiligung aller Interessengruppen und andererseits interdisziplinäre Planungskompetenz in einem kooperativen Prozess zusammenführt“. Damit soll eine win-win-Situation erreicht werden. Wohl aber kaum für den Investor. Denn, wenn dieser, nicht zu Unrecht, auf eine bestimmte Quadratmeterzahl besteht, die sich für ihn und die dort einziehenden Geschäfte lohnen soll, und auf der anderen Seite man das nicht will, dann bleibt nur noch die berühmte lose-lose-Situation übrig. Also: alles bleibt wie es ist. Das nennt man moderne Stadtpolitik. Eingefordert wird die „Perspektivenwerkstatt“ übrigens von der „Ökumenischen Umweltgruppe Lichtenrade“. Was es alles gibt…?

Noch bevor das gesamte Bebauungsplanverfahren mit allen Möglichkeiten der Ein- und Widersprüche startet, soll im Vorfeld ein „zielorientierter übergreifender Erkenntnisgewinn“ erfolgen. Das klingt alles ganz toll. Die Bürger sollen vom ersten Augenblick an mit entscheiden. Darüber kann man ja reden. Man muss dann aber auch mal über die Instrumente der repräsentativen Demokratie sprechen. Was wollen wir: Demokratie pur? Dann reichen ein paar Verwaltungsbeamte aus, die die Volksabstimmungen durchführen. Woher kommen die planerischen Ideen?

Noch von der Politik, oder von der für jedes Vorhaben zu gründenden „Perspektivenwerkstatt“? Ich erwarte von der Bezirks- und Landespolitik, dass sie gesamtstädtisch denkt und plant. „Perspektivwerkstätten“ können sich nur um die kleinteiligen Belange kümmern. Könnten bei diesem System überhaupt noch Bauvorhaben umgesetzt werden? Für Lichtenrade gibt es keine Perspektive was das Einkaufszentrum anbelangt. Der Antrag wurde von Grünen und SPD beschlossen, also wird es die „Perspektivenwerkstatt“ geben. Schauen wir, ob dies „eine besondere Chance für Lichtenrade“ bedeutet, wie es in der Begründung des Antrages heißt.

Persönliche Hinweise von Th. Moser (auch Fotos):

Ich wünsche der Perspektivwerkstatt viel Erfolg! Sie haben damit ein großes Stück Verantwortung für den gesamten Kiez übernommen. Ich hoffe, dass alle (!) Argumente auf den Tisch kommen. Viele Menschen im Kiez haben Ängste, viele Menschen wollen („nur“) bewahren, viele Menschen haben aber auch Hoffnungen auf Veränderungen. Ich gehe davon aus, dass es in Lichtenrade -in den nächsten Jahrzehnten- viele Veränderungen geben wird, so oder so (Demografischer Wandel, Sozialstruktur, Nähe zum BBI mit allen Folgen). Gestalten Sie diese Veränderungen, in Verantwortung für Lichtenrade, für die jetzigen Einwohner und für zukünftige Generationen, mit. ToM


 

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