Spannung pur und absolute Ruhe!

Ein internationales Schachturnier in Lichtenrade. Das ist etwas ganz Besonderes und darauf ist Fabian Gallien, der 1. Vorsitzende vom Schachverein „SV Schwarz-Weiß Lichtenrade e.V.“, stolz.

Zum 11. Mal wird das Schachturnier in den Herbstferien 2015 unter dem Titel „Lichtenrader Herbst“ veranstaltet. Neun Tage war das Gemeinschaftshaus Lichtenrade die Heimstätte für die Spielerinnen und Spieler. Wenn gespielt wurde, herrschte in dem großen Saal absolute Ruhe und man hätte sogar eine Stecknadel fallen hören können.


Schachmatt heißt es am Ende des Spiels, wenn bei diesem strategischen Brettspiel zwei Spieler abwechselnd Spielsteine auf einem Schachbrett bewegen. Auf 64 Felder treten weiße gegen schwarze Spielfiguren an. Bauern, Türme, Läufer, Springer, die Dame und der König ziehen in die geistige Schlacht um den Sieg. Da wird dann auch schon mal ein Bauernopfer gebracht, um sich letztendlich einen Vorteil zu verschaffen oder den Gegner zu täuschen.


Bei diesem gut besuchten Turnier traten 197 Teilnehmer aus 23 Nationen, übrigens ein Rekord, nach dem sogenannten Schweizer-System gegeneinander an. Auch am Start waren 22 Titelträger darunter sechs Großmeister. Eine Abkürzung (in diesem Fall GM) macht dies bei den Turnieren immer sichtbar. Der Großmeistertitel wird ab einer internationalen ELO-Wertungszahl von 2500 verliehen und gilt, wie die anderen drei Titel (Internationaler Meister [Elo 2400], Fidemeister [2300] sowie Kandidatenmeister [2200]) auf Lebenszeit. 13 Frauen sind bei dem Turnier dabei. Für dieses Turnier hatten sich auch kurzfristig zwei Flüchtlinge aus Syrien interessiert. Sie konnten bereits die benötige internationale Spielerkennung (Fide-ID) aufweisen. Der Verein erließ ihnen das Startgeld und freut sich über die praktisch gelebte Integration. Nach Abzug der Ausgaben stand vom Startgeld am Ende ein Preisfond von insgesamt 6.400 Euro zur Verfügung.

Der älteste Teilnehmer war 83 Jahre und die jüngste Teilnehmerin 8 Jahre alt. Offensichtlich ein Sport mit wenig Nachwuchssorgen. Dies bestätigt auch Fabian Gallien. Das Urteil über Kinder und Jugendliche ist im Allgemeinen schnell gefällt: etwa „Die sitzen heutzutage nur noch am Computer und spielen“. Für die vielen interessierten Jugendlichen, die Schach spielen, trifft dies nur sehr bedingt zu. Sicher kann Schach auch am Computer gespielt werden, aber als Sportart -direkt mit anderen jungen Menschen- ist das „königliche Spiel“ durchaus beliebt. Im Gemeinschaftshaus trifft sich regelmäßig eine Schach-Jugendgruppe. Der Verein plant für die nächste Zukunft, dass er das Schachspielen an den Lichtenrader Schulen fördert. Und Fabian Gallien (33) weiß, wovon er redet. Der Lichtenrader arbeitet in der Schulleitung einer umliegenden Schule.


Großmeister und Favorit am Tisch 1: Alexandre Danin am ersten Tag.
Die letzten spannenden Tage vom neuntägigen Turnier sind auf der Website des Vereins beschrieben. Spannend wie ein Krimi lesen sich diese Turnierberichte:

„IM Titas Stremavicius gewinnt gegen GM Jakob Meister und führt damit mit einem halben Punkt Vorsprung das Turnier an. In der letzten Runde wartet mit GM Alexander Danin der Turnierfavorit auf ihn, der seinerseits nur mit einem Schlussrundensieg eine zufriedenstellende Platzierung erreichen kann. An den Tischen 2 und 3 lauern die beiden Großmeister Kovalev und Romanishin ihrerseits auf einen Sieg Danins, um bei einem eigenen Sieg aufgrund der Feinwertung doch noch das Turnier gewinnen zu können. ...“

Der Gesamtsieger Titas Stremavicius (Foto Carsten Schmidt)
Und tatsächlich durfte sich der Außenseiter, aber aufstrebende junge litauische Internationale Meister, Titas Stremavicius, am Ende als Gesamtsieger verewigen. Er düpierte damit die prominente Konkurrenz und spielte das Turnier „großmeisterlich“. Der Großmeistertitel dürfte für den 17-jährigen nur noch eine Frage der Zeit sein, auch wenn es in diesem Turnier aufgrund einer Nebenbedingung (Nationenanzahl der Gegner) noch nicht zu einer entsprechenden Norm gereicht hat. In einem privaten Gespräch verriet er, dass er bald ein Studium in den USA aufnehmen möchte und wirkte dabei wie ein ganz normaler sympathischer Jugendlicher. Wir werden sicher noch einiges von seiner schachlichen Entwicklung hören…

Eine offensichtlich sehr beliebte Sportart, die hier in Lichtenrade auf einem sehr hohen Niveau gepflegt wird.

Thomas Moser

Und hier noch einige Bildimpressionen vom ersten Tag...
Die Ruhe vor dem "Sturm"

Noch vor Spielbeginn: Hier wird schon geplant.

1. Vorsitzender vom Schachverein in Lichtenrade, Fabian Gallien, eröffnet die Veranstaltung.

Vom Berliner Schachverband, der Präsident Carsten Schmidt, ist als Schiedsrichter dabei...



Im Raum vom Schachverein spielt auch die  Jugend...Fabian Gallien hat jede Menge zu tun!

Großmeister und Legende Oleg M Romanishin
Alle Fotos Thomas Moser

http://www.sw-lichtenrade.de


 

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