Kommen sie oder kommen sie nicht??

Wir hatten sie alle eingeladen, die Politikerinnen und Politiker des Abgeordnetenhauses, die Bezirksverordneten, die Kandidatinnen und Kandidaten für die Bundestagswahl. Es kam Herr Ohnmacht von den Grauen, es gab ein Grußwort von Frau Schöttler übermittelt vom Jugendamtsdirektor Herrn Mohns und es gab eine Entschuldigung von dem Stadtrat Herrn Schworck (zum 25. Jubiläum hatte es uns noch mit einem Scheck besucht).

Uns war schon vorher klar, dass am 19. September, mitten in der heißen Wahlkampfphase nicht alle Politikerinnen und Politiker Zeit für ein Kita-Jubiläumsfest haben würden, auch wenn es andererseits eine Möglichkeit gewesen wäre, sich unters Volk zu mischen. Dass die Vertreterinnen und Vertreter des Volkes, die ihr Bemühen um Kinder, Jugend und Bildung ständig kundtun, allerdings gar nicht reagieren würden, das hat uns doch erstaunt. So möchten wir in diesem Zusammenhang mitteilen: Kleine Geschenke, z.B. ein Besuch, ein Grußwort, eine Karte, eine Mail, wenigstens eine Absage, erhalten die Freundschaft und Wählerstimmen.

Der Himmel feierte mit uns und zeigte sich voller Sonnenschein und strahlend blau.

Am 19.9. hatten wir, auch mit einem Artikel in der „ Berliner Woche “, zum Jubiläumsfest in unsere Kita geladen.

Es wurde ein fröhliches Familienfest mit verschiedenen Spielangeboten, leckeren Speisen und Getränken, dem Bewegungsparcours der Polizei und Angeboten vom Wassermuseum e.V.

Die Mitarbeiter des Museums hatten viele spannende Utensilien dabei, die die Kinder zum aktiven Handeln ermutigten. Begleitet wurde das Ganze durch ein buntes Bühnenprogramm.

Anfangs begrüßten uns der Jugendamtsdirektor Herr Mohns, die Geschäftsleiterin Martina Castello vom Eigenbetrieb Süd-West und Frau Voss, unsere Regionalleiterin im Eigenbetrieb.

Viele Wegfährten aus alten Zeiten feierten mit uns und konnten ihre Erinnerungen auch durch die vielen Fotos aufleben lassen.

An einer Wäscheleine rund um´s Haus fanden sich Fotos aus dreißig Jahren Kita-Leben.

Um 16/00 spielte die Gitarrengruppe „Gitarrissima“ auf, drei Erzieherinnen und viele Kinder, die lange Zeit vorher geübt hatten. Um 17/00 erfreute uns das DUO GOIDON mit Clownerie, Pantomime und Jonglage. Zum Ende traten dann noch einige mutige Erzieherinnen auf und zeigten unter dem Motto „ Modenschau in der Krise“ die vielfältigen Verwendungsmöglichkeiten einer Herrenunterhose.

Alle, die nicht bei uns waren, haben was verpasst. Zum Glück  folgen ja aber noch weitere Jahre und sicher wieder viele schöne Feste.

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30 Jahre Kita Nahariyastraße

das sind auch 30 Jahre für mich in dieser Kita. „Praktikanten“ nehmen wir nicht so gerne, das waren die Worte, die ich hörte, als ich im Dezember 1979 in die Kita Nahariyastraße kam. Ich war damals noch Jahrespraktikantin, bekam trotzdem ein eigene Gruppe und am 1.4.1980 dann auch gleich einen Planstelle .Vieles durfte ich erleben, verschiedene Konzepte, altershomogene und  altersgemischte Arbeit, die Aufnahme von Integrationskindern, Alltag mit und ab 2006 leider ohne Hortkinder und schließlich die Umsetzung des Berliner Bildungsprogramms.

30 Jahre in einer Kita  zu sein, macht sich im Lebenslauf eher ungünstig. Die Zeit verging schnell, es gab ständig Veränderungen, oft Prozesse, die beendet werden mussten, es gab keinen Grund für mich zu gehen. Gewiss, es gab auch anstrengende Zeiten, beinahe wäre ich auch mal  „gegangen worden“, ich bildete mit den sieben Kitaleitungen, die unser Haus in all den Jahren führten, nicht immer eine Einheit. Verschiedene Stadträte prägten auch unsere Arbeit, am selbstständigsten durften wir unter Herrn Schippel arbeiten. „Meine Damen, meine Herren, Sie leiten ein  mittelständiges Unternehmen“, waren seine Worte und so schloss er Zielvereinbarungen mit uns und überließ uns viel Eigenverantwortung.

Zu dieser Zeit war ich bereits stellvertretende Kitaleiterin, vorher hatte ich mit allen Alterstufen gearbeitet, nahm an der Ergänzungsausbildung zur Vermittlungsgruppenleiterin teil, um dann einige Jahre als Vorschulerzieherin tätig zu sein. Es folgten zwölf Jahre als stellvertretende Kitaleitern an der Seite von Wolfgang Müller. Das waren Zeiten des Forderns und Förderns, ich hatte einen kompetenten, strengen und motivierenden Lehrmeister, die Kolleginnen, mit denen ich lange zusammengearbeitet hatte, sollten mich nun in einer Leitungsfunktion akzeptieren und diese Akzeptanz musste erworben werden.
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Wolfgang Müller und Sabine Ranglack (Kita-Leiterin)

Die Leitungsaufgaben wurden im Leitungsteam geteilt,  ich konnte mich Stück für Stück und immer mehr in die Leitungstätigkeit einfinden. „Prozesshaft“ war unser Lieblingswort. Viele Gespräche, Auseinandersetzungen, eine konstruktive Atmosphäre und die Bemerkung in meinem Dienstleistungsbericht, ich wäre mutig, prägten diese Zeit. Um noch besser allen Leitungsanforderungen begegnen zu können, bildete ich mich von 2003 bis 2005 zur staatlich anerkannten Sozialfachwirtin weiter. Mit dem Start der Eigenbetriebe wurde Wolfgang Müller zum Personalratsvorsitzenden, ich bewarb mich um die Leitungsstelle und wurde so die Leiterin der Kita. Nun stand ich in der ersten Reihe, vieles war wie vorher  und doch war alles anders. Jetzt mussten alle Leitungsaufgaben allein bewältigt werden und die Deckung war weg. Plötzlich war mir klar, wir beruhigend in all den Jahren davor die breite Schulter war, hinter der ich mich im Notfall hätte verstecken können.
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Mittlerweile habe ich mit Petra Trantow eine engagierte Stellvertreterin, ein ebenso engagiertes Kitateam und viele Aufgaben zu bewältigen. Kolleginnen kommen und gehen, eine große Stütze unseres Hauses - Frau Bojahr - ließen wir schweren Herzens in den Albulaweg gehen, andere Kolleginnen durften wegen ihrer Zeitverträge nicht bleiben. Es ist wie es ist - Anforderungen erweitern und verändern sich in jeder Beziehung, unser nächstes Ziel ist die Umwandlung der Kita zu einem Familienzentrum. Das einzig Beständige - auch im Kitaleben - ist die Veränderung, ich kann da nicht weg!

Sabine Ranglack

Veröffentlicht in „KiTS-Zeitung“ vom Jugendamt Tempelhof-Schöneberg im Oktober 2009 und ergänzt von Sabine Ranglack

Fotos: Lothar Duclos

Link: http://kits-zeitung.de

Kita-Link: http://www.kitas-sued-west.de/content/nahariyastrasse

 

Kita vom Eigenbetrieb „Kindertagesstätten Berlin Süd-West“:
Nahariyastr. 21, 12309 Berlin Telefon: 030-290 276 120


 

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