Am 20. September 2016 wurden im Rahmen der Spielleitplan-Konferenz die Ergebnisse der vielfältigen Beobachtungen, Meinungen und Vorschläge zur Verbesserung des städtischen Umfelds vorgestellt.
Im Foyer des Ulrich-von-Hutten-Gymnasium war eine Ausstellung mit den Ergebnissen der Streifzüge ausgestellt. Auf Stadtplänen waren die von den Kindern und Jugendlichen selbstgewählten Routen markiert und die als positive und negative wahrgenommenen Orte durch Fotos und Kommentare erläutert. Diese systematische Erfassung und Beurteilung in der Breite und Tiefe der Lichtenrader Straßen und Plätze hat zweifellos einen hohen Informationswert und diente als Grundlage für die nachfolgenden Diskussionen auf der Konferenz.

Nach der Begrüßung durch Schulleiter Thomas Hungs eröffnete Stadträtin Dr. Sibyll Klotz die Veranstaltung mit dem Hinweis auf die Bedeutung der Meinungsäußerungen der Kinder und Jugendlichen für die konkreten Maßnahmen, die durch das Aktive Zentrum Lichtenrade-Bahnhofstraße dann auch umgesetzt werden sollten. Die stellvertretende Bürgermeisterin und Stadträtin Jutta Kaddatz, sowie Vertreter der BVV nahmen ebenfalls an der Konferenz teil.

Vom Lichtenrader AZ-Team moderierte Sabine Slapa die Veranstaltung. Anhand von zwei Streifzug-Plakaten berichteten Schülerinnen der Käthe-Kollwitz-Grundschule und des Lortzingclubs zum Einstieg von ihren Rundgängen und positiv und negativ Beispielen für eine schlechte bzw. gute Stadtgestaltung. Ulrike Stock vom Büro die raumplaner präsentierte die Ergebnisse der dreiteiligen Bestanderhebung (Fragebögen, Rundgänge, Experteninterviews) der Spielleitplanung. Sie machte deutlich, dass die SpielLEITplanung keine SpielPLATZplanung ist.

Im Anschluss wurden in Arbeitsgruppen zu den Themenbereichen "Spiel- und Aufenthaltsräume, Einzelhandel", "Verkehr und Bewegung", "Konflikte, Sicherheit und Potenzialflächen" konkreten Beispiele und Maßnahmen diskutiert und vertieft. 



Bei der anschließenden Präsentation gab es eine Fülle von Ergebnissen der durchweg sachlichen Diskussion zwischen jungen Teilnehmern und Erwachsenen aus der Nachbarschaft und Vertreter der Jugendfreizeiteinrichtung, Schulen, Polizei und der Politik. Aus der Verkehrs-AG griff zum Beispiel Martin Schwarz vom Stadtentwicklungsamt Tempelhof-Schöneberg einen Ansatz für die Problematik des Radfahrens im Gebiet auf, indem eine Seitenstraße der Bahnhofstraße zur Fahrradstraße mit einem geeigneten Straßenbelag ausgebaut werden könnte. In der Spiel-AG wurden Möglichkeiten für eine verbesserte Nutzung des Rehagener Platzes diskutiert, sowie die Ausstattung der bestehenden Spielplätze mit individuelleren Spielgeräten vorgeschlagen.

Das Schlusswort der Konferenz übernahm Simon Selle als Vertreter des Kinder- und Jugendparlamentes Tempelhof-Schöneberg. Er sieht in der Spielleitplanung ein wunderbares Instrument Kinder und Jugendliche in der Stadtentwicklung zu beteiligen und stellte die Forderung an die Politik bei kommunalpolitischen Entscheidungen eingebunden zu werden.

Im weiteren Vorgehen werden die Ergebnisse im Spielleitplan zusammengefasst und durch die BVV beschlossen. Das informelle Planwerk soll bei weiteren Planungen und der Umsetzung von Maßnahmen im AZ-Gebiet Bahnhofstraße-Lichtenrade Berücksichtigung finden. Unter anderem sollen relevante Maßnahmen in das Verkehrsentwicklungskonzept Lichtenrade – Bahnhofstraße integriert werden.

Wie alles anfing:

Die Spielleitplanung ist ein junges Instrument der Stadtentwicklung zur Beteiligung von Kindern und Jugendlichen. Die Bedürfnisse und Interessen von Kindern und Jugendlichen werden bei Streifzügen durch das Quartier stärker erfasst und in den Fokus der Stadtplanung gesetzt.

Den Auftakt zu dieser stadtplanerischen Aktion machten erste Erkundungen von Kindern und Jugendlichen rund um die Bahnhofstraße am "Tag der Städtebauförderung" im Mai 2016. Dem folgten insgesamt 20 weitere Streifzüge mit Schüler_innen der Käthe-Kollwitz-Grundschule und des Ulrich-von-Hutten-Gymnasiums, sowie dem Jugendclub Lortzingclub, dem Jugendclub Barnetstraße und dem Kinder- und Jugendparlament Tempelhof-Schöneberg. Ergänzend dazu wurden Fragebögen von 200 Schüler_innen zum städtischen Umfeld ausgefüllt und Interviews mit Expert_innen der Kinder- und Jugendhilfe geführt.
Quelle/Fotos: die raumplaner


 

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