Wenn der Nachthimmel über dem Berliner Olympiastadion von Feuerblumen erleuchtet wird, dann ist es wieder so weit, es ist Pyronale und wie jedes Jahr ist es ein riesen Spektakel.

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Normalerweise findet die Pyronale jedes Jahr im September statt, dieses Jahr musste sie jedoch aufgrund der großen Brandgefahr in Deutschland in den Oktober verschoben werden. Trotz des späten Termins lockte das noch herrlich laue Sommerwetter mit den perfekten Feuerwerksvoraussetzungen mehrere Tausend zahlende Besucherinnen und Besucher und viele Zaungäste an. Die nun schon zum 13. mal stattfindende Pyronale auf dem Maifeld des Olympiastadions gehört mittlerweile fest in den Berliner Veranstaltungskalender.

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Bei dem Feuerwerkschampionat treten jedes Jahr sechs Teams gegeneinander an um Fachjury und Publikumsjury mit den tollsten Feuerwerkskreationen zu verzaubern.
Am ersten Tag, Freitag der 12. Oktober 2018, traten die Teams Super Power aus Polen, Martarello Group aus Italien und Potsdamer Feuerwerk aus Deutschland gegeneinander an.

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Am zweiten Pyronale-Tag traten die Teams Heron Fireworks aus den Niederlanden, Orion Art aus Russland and Apogée aus Kanada gegeneinander an. Die Tagessiege gingen an Deutschland und die Niederlande. Dem kanadischen Team unterlief scheinbar ein technischer Fehler, welcher merkliche Auswirkungen auf das Gesamtkonzept hatte. Grade ein solches Ereignis zeigt, wie hochkompliziert das Zusammenspiel eines solchen Feuerwerks ist.
Ein Pyronale Tag bietet dabei je vier Feuerwerke. Jedes der drei Teams zeigt ein Fe.uerwerk und es gibt noch ein Abschlussfeuerwerk der Firma Flash Arts welches nicht bewertet wird.
Den einzelnen Teams wird ein finanzielles Budget und allgemeine Vorgaben gegeben, welche sich über die Jahre immer wieder geändert haben. Das Feuerwerkskonzept setzt sich aus der Pflicht und der Kür zusammen. Die Pflicht besteht aus zwei Teilen. Im ersten Teil gibt es eine Farbvorgabe, dieses Jahr Gold und Grün. Bei der eine einminütige Show gibt es keine musikalische Begleitung und die Farben stehen im Fokus. Der zweite Teil der Pflicht besteht aus einer festen Musikvorgabe, welche 2018 von dem Musikproduzenten Steve Last stammt. Der Titel „Chasing Stars“ wurde extra für die Pyronale 2018 neu komponiert.
Für die 10-minütige 2016 eingeführte Kür hat jedes Team aus einem vorgegebenem Pool aus 10 Stunden populären Werken der klassischen Musikgeschichte seine Komposition auszuwählen. Dies soll jedem Team die gleichen Chancen einräumen. Diese mittlerweile zum 3. mal durchgeführte Regel sorgt jedoch auch für die Auswahl der gleichen Stücke in jedem Jahr. Damit geht jedoch ein Teil der Möglichkeiten und des Charmes der Pyronale verloren, denn alle Teams suchen jedes Jahr die bekanntesten Stücke raus, auch wenn es für alle Teams fairer ist. Dennoch verstanden die Teams sich darauf das Publikum zu verzaubern und mit den wundervollsten Himmelssternen zu entzücken.
Wie jedes Jahr wird der Tagessieger vom Publikum über eine Telefonauswahl bestimmt und geht zu 30 Prozent in die Gesamtauswertung von der Kreativjury und der Fachjury mit ein. Die Fachjury beurteilt hierbei über ein Punktesystem die einzelnen Feuerwerksteile auf Kreativität, Vielfalt von Farben und Effekten, die Synchronität und die Umsetzung. Vorsitzender der Fachjury ist Dr. Dietrich Eckhardt, Leiter der Fachgruppe II.3 Explosionsstoffe der Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung (BAM), Berlin. Vorsitzender der Kreativjury ist Rudolf Schenker, Gründer und Gitarrist der Scorpions. Schirmherr der Veranstaltung und Vorsitzender der Gesamtjury ist Andreas Geisel.

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Auch wenn alle Teams eine tolle Show geboten haben, so kann nur einen Sieger geben. Gesamtsieger 2018 ist das Team Heron Fireworks aus den Niederlanden, welches mit einer perfekt zur Musik synchronisierten Vorstellung sowohl das Publikum als auch die Fachjury mit komplizierten und überraschenden Feuerwerksbildern überzeugte. Den zweiten Platz erlangte das Team Potsdamer Feuerwerk aus Deutschland und den dritten Platz belegte das russische Team Orion Art. Wie auch die letzten Jahre wurden beide Tage mit einer Feuerwerksshow der Firma FLASH ART zu dem Titel „Firebird“ von Steve Last abgerundet.

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Tickets für 2019 können bereits jetzt noch für den alten Preis von 27 € gekauft werden. Nächstes Jahr sollen die Gewinner der letzten sechs Jahre gegeneinander antreten, es wird also mit Sicherheit eine fantastische Show!
Elisa Moser / Kai Oliver Moser (auch Fotos)

Als die Welt die Juden verriet
Saisoneröffnung mit Hochhuths „Der Stellvertreter“
Das Schlosspark Theater eröffnet seine 10. Spielzeit unter der Intendanz von Dieter Hallervorden mit einer neuen Fassung von Rolf Hochhuths Drama „Der Stellvertreter“. In der Regie von Philip Tiedemann und Ausstattung von Stephan von Wedel spielen Tilmar Kuhn, Krista Birkner, Mario Ramos, Oliver Nitsche, Martin Seifert, Joachim Bliese, Winfried Peter Goos sowie – als Papst Pius XII. – Georg Preusse.
Premiere ist am 8. September 2018.
Rolf Hochhuths legendäres Theaterstück über Papst Pius XII. und seine umstrittene Rolle während des Dritten Reiches, uraufgeführt von Erwin Piscator 1963 in Berlin im Theater am Kurfürstendamm (dem damaligen Haus der Freien Volksbühne) – jetzt völlig neu inszeniert für das Schlosspark Theater! Regisseur Philip Tiedemann, der das Stück bereits 2001 am Berliner Ensemble inszenierte, verfasste speziell für das Schlosspark Theater eine neue, schlankere Fassung: Die 45 Personen des umfangreichen Doku-Dramas in 5 Akten von Hochhuth werden nun in einer Kammerspiel-Fassung in 8 Szenen mit sieben Schauspielern und einer Schauspielerin konzentriert und verdichtet – im Gedenken an die unzähligen Berliner Juden, die deportiert und ermordet wurden, zur Erinnerung und zur Mahnung!
Intendant Dieter Hallervorden bezieht damit erneut politische Stellung: „Zu Zeiten, in denen AfDPolitiker unverblümt ihre dunkelbraunen Reden schwingen, ist es für ein heutiges Theater geradezu eine Selbstverständlichkeit, zu zeigen, wohin solche Hetztiraden, solch eine rechtsradikale ‚Alternative‘ schon mal geführt haben. Um beim ‚Stellvertreter‘ zu bleiben: ‚GOTT sei Dank! Das musste mal raus!‘“
Auch der Autor Rolf Hochhuth freut sich auf die Neuinszenierung: „Dieter Hallervorden lässt meinen, 1963 durch Erwin Piscator im Theater am Kurfürstendamm uraufgeführten, ‚Stellvertreter‘ an seinem Haus neu inszenieren! Das Schlosspark Theater beeindruckt mich, und ich freue mich auf die neue Inszenierung meines Stücks durch Philip Tiedemann.“ Philip Tiedemann zu seiner Motivation, dieses Stück erneut auf die Bühne zu bringen: „60 Jahre nachdem Hochhuth den ‚Stellvertreter‘ schrieb, stellen wir fest, dass die Hoffnung, es möge inmitten dieser Welt voll von Krieg, Ungerechtigkeit, Verfolgung und Unterdrückung doch wenigstens eine Stimme, eine Instanz geben, die moralisch integer, die erhaben sei, da stellen wir fest, dass diese Sehnsucht nach wie vor unerfüllt bleibt. Wenn der Stellvertreter Christi auf Erden, der Papst, dies nicht war und nicht sein kann – wer ist es dann, wer war es je, und: wer (um Gottes Willen!) wird es zukünftig sein?“
Erstmals am Schlosspark Theater zu sehen ist Georg Preusse, seit 50 Jahren auf allen nationalen und internationalen Bühnen unterwegs, berühmt geworden als „Mary“ – hier nun in der Rolle des umstrittenen Papstes Pius XII. Er mahnt: „Machen wir den Mund auf gegen Unmenschlichkeit und Fanatismus, solange wir es noch gefahrlos können.“

„Der Stellvertreter“ von Rolf Hochhuth, Neu-Fassung von Philip Tiedemann
Premiere: Samstag, 8. September 2018, 20 Uhr
Weitere Vorstellungstermine im September 2018 bis Januar 2019.

Der Stellvertreter von Rolf Hochhuth / Fassung für das Schlosspark Theater von Philip Tiedemann
Regie: Philip Tiedemann / Bühne & Kostüm: Stephan von Wedel / Musik: Henrik Kairies
Mit Georg Preusse als Papst Pius XII. sowie Krista Birkner, Joachim Bliese, Winfried Peter Goos, Tilmar Kuhn, Oliver Nitsche, Mario Ramos & Martin Seifert
Rolf Hochhuths legendäres Theaterstück über Papst Pius XII. und seine umstrittene Rolle während des Dritten Reiches, uraufgeführt von Erwin Piscator 1963 in Berlin im Theater am Kurfürstendamm (dem damaligen Haus der Freien Volksbühne) – jetzt völlig neu inszeniert für das Schlosspark Theater!
Die 45 Personen des umfangreichen Doku-Dramas in 5 Akten von Hochhuth werden in einer Kammerspiel-Fassung von Philip Tiedemann für das Schlosspark Theater in 8 Szenen mit sieben Schauspielern und einer Schauspielerin konzentriert und verdichtet.
Zum Inhalt:
Der junge Pater Riccardo besucht Berlin und stößt auf die heftigen Auswirkungen des Paktes zwischen Hitler und dem Heiligen Stuhl (das „Konkordat“), erfährt von Verhaftungen, Deportationen und dem Holocaust.
Seine Empörung und Verzweiflung führen ihn – an der Seite des SS-Sturmbannführers Gerstein, der sich als Doppelagent versteht – zurück nach Italien und schließlich zum Papst selbst. Pius versucht nun seine Position als Stellvertreter Christi auf Erden und Oberhaupt der katholischen Weltkirche zu behaupten – dagegen wendet sich der junge Pater nach Auschwitz, um das Schicksal der Juden zu teilen – und so Christus zu vertreten (wie es tatsächlich der Berliner Domprobst Bernhard Lichtenberg forderte).
Zum Stück (von Philip Tiedemann)
1958 verbringt Rolf Hochhuth (27 Jahre alt) ein Vierteljahr in Rom und schreibt dort ein Stück: „Der Stellvertreter“ – angeregt durch einen Brief aus dem Jahr 1943, verfasst vom deutschen Botschafter im Vatikan, Ernst von Weizsäcker (Vater des Bundespräsidenten), der schrieb: „Der Papst hat sich, obwohl dem Vernehmen nach von verschiedenen Seiten bestürmt, zu keiner demonstrativen Äußerung gegen den Abtransport der Juden aus Rom hinreißen lassen...“.
Ausgangspunkt des Stückes – zunächst war eine Erzählung gedacht – ist die historische Figur Kurt Gersteins: ein aktiver evangelischer Ingenieur, der nach „christlicher Betätigung gegen den Nazistaat“ ins KZ kam, aber später als kompetenter „Hygienebeauftragter“ in die SS übernommen wurde. Gerstein verfasste etliche Berichte über die Zustände in den Konzentrationslagern und sein Besuch in der Nuntiatur in Berlin hat tatsächlich stattgefunden.
„Ich arbeite nach dem Gesetz, das Thomas Mann formuliert hat: Man soll sich nichts ausdenken, sondern aus den Dingen etwas machen...“. (Hochhuth)
Das Stück liegt zwei Jahre unbesehen in den Theater-Dramaturgien herum – bis Erwin Piscator, der gerade nach Deutschland wiederkehrte und die Intendanz der Freien Volksbühne erlangte, es von Rowohlt zugesandt bekommt und eine Stunde später telegraphiert: „Ich spiele dieses Stück“!
Am 20. März 1963 erfolgt die Uraufführung im Theater am Kurfürstendamm – das 55 Jahre später zum Abbruch freigegeben ist – durch Piscator mit Dieter Borsche als Papst. Die Regierung der Bundesrepublik wird vom Heiligen Stuhl aufgefordert, gegen Hochhuths Drama vorzugehen. Eine Anfrage im Bundestag folgt... Herbert Marcuse schreibt: „Der wirkliche Geist unserer Zeit zeigt sich in Becketts Romanen; ihre wirkliche Geschichte wird in ‚Der Stellvertreter‘ geschrieben.“ Hilde Domin: „Das umstrittene Schauspiel des Jahrhunderts“. Hannah Arendt: „Als man ihm (Papst Johannes XXIII.) Hochhuths ‚Stellvertreter‘ mit der Frage gab: ‚Was kann man dagegen tun?’, sagte der Papst: ‚Nichts – gegen die Wahrheit kann man nichts tun!’“
Bis heute wurde der „Stellvertreter“ in über 100 Städten gespielt (zuletzt in Münster), in 28 Sprachen übersetzt – in der DDR hatte Hochhuth verfügt, sein Stück dürfe nicht gespielt werden, solange Wolfgang Harich im Zuchthaus sitzt – mit der Haftentlassung gab er es frei.
Allein Peter Brooks Inszenierung des „Stellvertreters“ wurde am Théatre Athenée in Paris (1964/65) 364 Mal gespielt.
Am 12. September 2001 – einen Tag nach 9/11 – hat die Inszenierung Philip Tiedemanns am Berliner Ensemble Premiere und erlebt dort über 50 Vorstellungen mit 12 Publikumsgesprächen.
Heute, 2018, spielt das Schlosspark Theater dieses Stück in einer Neuinszenierung – im Gedenken an die unzähligen Berliner Juden, die deportiert und ermordet wurden, zur Erinnerung und zur Mahnung!
60 Jahre Stellvertreter – Stellungnahmen zur Neuinszenierung
Dieter Hallervorden lässt meinen, 1963 durch Erwin Piscator im Theater am Kurfürstendamm uraufgeführten, „Stellvertreter“ an seinem Haus neu inszenieren!
Allein um der Familie Wertheim willen, von der 27 Angehörige im Dritten Reich ermordet wurden, ist dies ein Akt der Verpflichtung... Das Schlosspark Theater beeindruckt mich, und ich freue mich auf die neue Inszenierung meines Stücks durch Philip Tiedemann.
Rolf Hochhuth, Autor
60 Jahre nachdem Hochhuth den „Stellvertreter“ schrieb, stellen wir fest, dass die Hoffnung, es möge inmitten dieser Welt voll von Krieg, Ungerechtigkeit, Verfolgung und Unterdrückung doch wenigstens eine Stimme, eine Instanz geben, die moralisch integer, die erhaben sei, da stellen wir fest, dass diese Sehnsucht nach wie vor unerfüllt bleibt. Wenn der Stellvertreter Christi auf Erden, der Papst, dies nicht war und nicht sein kann – wer ist es dann, wer war es je, und: wer (um Gottes Willen!) wird es zukünftig sein?
Philip Tiedemann, Regisseur & Verfasser der Neufassung
Meine Wurzeln liegen in der politischen Satire. Ich beziehe gern Stellung, gebe meine Meinung kund, zeige Fahne! Zu Zeiten, in denen AfD-Politiker unverblümt ihre dunkelbraunen Reden schwingen, ist es für ein heutiges Theater geradezu eine Selbstverständlichkeit, zu zeigen, wohin solche Hetztiraden, solch eine rechtsradikale „Alternative“ schon mal geführt haben. Um beim „Stellvertreter“ zu bleiben: „GOTT sei Dank! Das musste mal raus!“
Dieter Hallervorden, Intendant Schlosspark Theater


 

Man muss gar nicht lange drumherum reden: Marius Müller-Westernhagen hat sein Publikum mit seinem Unplugged-Konzert ganz und gar beglückt.

Das Leben von Marius Müller-Westernhagen ist tatsächlich ein Leben mit und für die Musik. Nach einer langen Musikerkarriere tourt er immer noch voller Energie durch die großen Arenen und beglückt seine Fans, aber nicht zuletzt auch sich selbst.

Am Anfang des Konzertes seiner „MTV Unplugged Tour“ in Berlin, die ihn und seine grandiose internationale Band in die Mercedes Benz Arena geführt hatte, sah Marius Müller-Westernhagen noch angespannt und eher müde aus. Der 69jährige Deutsch-Rockmusiker blühte aber Zusehens auf, als er den Kontakt mit seinen Fans in der ausverkauften Arena spürte. Sie machten sofort mit, tanzten, klatschten und sangen die Lieder mit. Gleich bei „Ladykiller“ rockte der Saal.
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Ankündigung vor der Arena (Foto Moser)
Die Phase des Künstlers, die oft auch bei seinen Kollegen beobachtet wird, seine Fans nicht mit seinen Hits zu beglücken, ist gottseidank längst vorbei. „Mit Pfefferminz bin ich dein Prinz…Liebling, lass uns tanzen, denn tanzen darf ein jeder Jud“ ist eines von ganz vielen Hits des Meisters. Mit seinem ausladenden Hut rockte er die große Halle, konnte aber andererseits auch leise Lebens-Balladen gefühlvoll rüberbringen. Die Wechsel von ruhigen „Weil ich dich liebe“-Liedern zu seinen spritzigen Songs gingen schnell, aber letztendlich ohne wirkliche Brüche, denn Beides gehört zu Marius.
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Foto: Jörg Steinmetz - virgin-records
Seine Stimme erschien anfangs brüchiger, aber dafür irgendwie noch authentischer als zu Jugendzeiten des beliebten Sängers und Songwriters. Da kommen mir doch die Erinnerungen an ein Konzert vor circa 40 Jahren in der Deutschlandhalle in den Sinn. Natürlich war er da noch viel quirliger und hippeliger. Auch wenn heute der gelegentliche Hüftschwung noch klappt, ist eine Unplugged-Tour ideal, bei der rockige Musik im Sitzen zelebriert werden kann. „Wir haben ‚Unplugged‘ als künstlerische Herausforderung gesehen“, sagt Marius Müller-Westernhagen über die Show. „Wir wollten uns nicht einfach nur akustische Gitarren umhängen und die originalen Arrangements als verkapptes Best of runterspielen. Es galt, das Material von über vier Jahrzehnten meiner Arbeit als Songschreiber zu sichten und sich mit ausschließlich analogen Mitteln völlig neu zu erarbeiten. Wir hatten die Ambition, es für uns wie für das Publikum auf den heutigen Stand unseres Verständnisses von guter Musik zu bringen.“

Fans durften sich an diesem tollen Konzertabend daran erfreuen, den langen Weg seines musikalischen Lebenswerkes und seiner Karriere mit den einzigartigen Kompositionen live und ohne Schnickschnack erleben zu dürfen. Westernhagen scheint von dem Berliner Publikum ehrlich gerührt: „Ich bin überwältigt hier zu sein!“ Begeistert fügt der Künstler an, der vor einem Jahr schon unplugged die Berliner Waldbühne füllte: „Ich darf in dieser Stadt leben!“

Promo-Foto: Daniela Midenge
Mit seiner Frau, Lindiwe Müller-Westernhagen, sangen sie gefühlvoll im Song „Luft um zu Atmen“ auch davon, dass sie Musik zum Leben brauchen und sich brauchen: „Ich brauch dich zum zu lieben.“ Aber Müller-Westernhagen ist auch politisch geblieben und singt laut gegen Rassismus und für Demokratie „Liebe-Um der Freiheit willen.“ Neu interpretiert wurde „Sexy“. Der Musiker nahm ebenfalls seine Mundharmonika in Betrieb und besang in „Wieder hier“ sein Revier und beschwor in „Ich habe dich wirklich lieb“ seine Liebe.

Sein Freund Kevin Bents ist als Musical Director aktiv eingebunden und an der Gitarre und Keyboards musikalisch selbst aktiv. Er stellte die erstklassige Band und die tollen Background-Sängerinnen und Sänger vor. Einmalige Soli an den Instrumenten machten den Abend zu einem wundervollem Konzertvergnügen. Und ja, im Zugabe-Teil durfte „Johnny Walker“ nicht fehlen. Es wäre auch zu schade gewesen! Das Publikum jubelte begeistert.

Ein Klasse Konzert voller Emotionen und erstklassig-lebendiger Musik, verpackt in einem einzigartig unaufgeregten Gesamtkunstwerk. Marius, komm einfach wieder!

Thomas Moser

Tour logo MMWestenhagen2018 Moser
Foto Moser

Bericht vom letzen Waldbühnenkonzert: https://www.lichtenrade-berlin.de/news/berlin-news/831-westernhagen-auch-unplugged-ganz-gross


 

Daniel Barenboim & Lisa Batiashvili

19. August 2018 Die Berliner Waldbühne bot auch 2018 die perfekte Bühne für das West-Eastern Divan Orchestra unter Leitung von Daniel Barenboim. Und es war wieder ein perfektes Klassikvergnügen. Das sommerliche Wetter war für diesen Open-Air-Abend mit diesem ganz besonderen Orchester wie gemacht.
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Foto: Kai Heimberg
Seit fast 20 Jahren ist das von Daniel Barenboim und Edward W. Said gegründete West-Eastern Divan Orchestra als globaler Botschafter der kulturellen Verständigung ein Begriff in der Musikwelt. Die jungen Künstler aus Israel, Palästina, Syrien, Ägypten, dem Iran und anderen Ländern des Nahen Ostens und Nordafrikas bringen die Bereitschaft mit, über den Geist der Musik hinaus gemeinsam in Gesprächen und Diskussionen ein offenes Ohr für die Erfahrungen und Sichtweisen ihrer Kollegen zu entwickeln. Ein Höhepunkt der alljährlichen Sommertournee war auch diesmal der Auftritt in der Berliner Waldbühne, die mit ihrer einmaligen Atmosphäre und ihrem begeisterungsfähigen Publikum ein ganz besonders passender Ort für die Spielfreude dieses Orchesters ist.
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Foto: Kai Heimberg
Gemeinsam mit dem West-Eastern Divan Orchestra stand eine Künstlerin auf der Bühne, die seit Jahren eng mit Daniel Barenboim zusammenarbeitet: die Geigerin Lisa Batiashvili. Nach der erfrischend temperamentvollen „Polonaise“ aus der Oper Eugen Onegin (1877/78) von Pjotr Iljitsch Tschaikowski kam bereits vor der Pause der absolute Höhepunkt des Abends. Es war ein Violinkonzert des Komponisten zu hören, dass wohl alle Zuhörer in den Bann zog. Das zentrale Werk des romantischen Repertoires ist für Orchester und Solistin gleichermaßen eine große Herausforderung.
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Foto: Kai Heimberg
In der Ankündigung hieß es: „Beim ersten Aufeinandertreffen dieser Ausnahmekünstlerin mit dem West-Eastern Divan Orchestra ist ein ebenso reiz- wie kraftvolles musikalisches Miteinander zu erwarten.“ Und da wurde kein bisschen zu viel versprochen. Mit einer außergewöhnlichen Musikalität und Spielfreude erklang wie von Zauberhand die Violine. Die harmonisch gespielte Violine war in einer prächtigen Orchesterklangfarbe verpackt. Und ja, auch von Gänsehautfeeling zu sprechen ist keineswegs übertrieben. Eine musikalische Leistung der Extraklasse. Ein Konzert, das wie ein wunderbares Vogelkonzert anmutete, bei dem selbst die Vögel genussvoll der von Menschen gemachten Musik lauschten. Berechtigterweise erntete die Künstlerin und das Orchester für diese Leistung viel Begeisterung und Applaus.
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Foto: Kai Heimberg
Vervollständigt wurde das Programm durch zwei Stücke des berühmtesten Kompositionen Claude Debussys, dessen Todestag sich 2018 zum 100. Mal jährt. In der symphonischen Dichtung La Mer (1903-05/1909) fängt Debussy nicht weniger als den Charakter des Meeres musikalisch ein: „Die hochatmosphärische Partitur, die dem Orchester eine Fülle von Klangfarben entlockt, ist wie geschaffen für die sommerliche Stimmung eines Augustabends in der Berliner Waldbühne.“
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Auch mit Zugaben ließen die Künstler nicht lange auf sich warten. Ein grandioser Klassik-Konzert-Abend unter Sternenhimmel, den sicher auch die fliegenden Fledermaus-Besucher wohltuend empfanden. Ganz großes Kino, das im nächsten Jahr bereits sein 20. Jubiläum feiert.

Thomas Moser

20. Konzert: 17. August 2019

Das Waldbühnenkonzert des West-Eastern Divan Orchestra 2018

Besetzung:
Lisa Batiashvili, Violine
Daniel Barenboim, Dirigent
West-Eastern Divan Orchestra
Programm:
Pjotr Iljitsch Tschaikowski: Violinkonzert
Claude Debussy: Prélude à l’après-midi d’un faune
Claude Debussy: La mer


Die letzten 4 Fotos Thomas Moser


 

Die Gewinner vom BERLINER OPERNPREIS, dem von Neuköllner Oper und GASAG seit 1997 ausgeschriebenen Wettbewerb, stehen fest:

Die Jury entschied sich, beide Künstlergruppen mit ihren jeweiligen Inszenierungen „Arianna, Ariadne, Ariane“ und „Prothesen der Autonomie“ zu gleichen Teilen auszuzeichnen.

Eine kluge Entscheidung, denn die zwei künstlerisch sehr hochwertig inszenierten und präsentierten Stücke sind ganz anders angelegt und nicht vergleichbar. Bei "Arianna, Ariadne, Ariane" wird einfühlsam das Inselleben und die Zwangsgemeinschaft als klassisches Opernstück aufgeführt. Spannend die Klangfarben rund um die Klangwelt einer Insel. Die Zukunftsversion für einen Opernstar-Roboter bei "Prothesen der Autonomie" war modern inszeniert und "witzig" angelegt. Die Roboter-Opernsängerin will sich nicht schon wieder erstechen. Alle haben nach der Roboterprobe ein Einsehen: Der Umtausch wird akzeptiert. Zweimal sehr interessant angelegte Stücke, zweimal Künstlerinnen der Spitzenklasse. Auch wieder Klasse, dass die Neuköllner Oper für neue Wege immer eine tolle Plattform bietet. Auch gut, dass es Sponsoren wie die GASAG für die etwas andere Kunst gibt.

Die Preisträgerarbeiten wurden am 23. Mai 2018 in der Kirche St. Elisabeth/Berlin Mitte uraufgeführt und anschließend bewertet. In Anwesenheit des Staatssekretärs für Kultur und Europa, Dr. Torsten Wöhlert, übergaben Dr. Lothar Kramm, Vorsitzender des GASAG-Aufsichtsrats, und Eckhardt Barthel, Vorstand Neuköllner Oper e.V., die Preise. Die Inszenierungen sind am 25. und 26. Mai nochmals in St. Elisabeth zu sehen.

Arianna, Ariadne, Ariane

Prothesen der Autonomie
„Während uns bei Arianna, Ariadne, Ariane die Fähigkeit überzeugte, für die Stimme zu schreiben und emotionale Klangbilder aus einer affirmativ-romantischen Grundhaltung zu gestalten, beeindruckte uns bei Prothesen der Autonomie die Farbigkeit der Komposition und eine zwingende Inszenierung eines zum Teil sehr komplexen, intellektuell-diskursiven Werks,“ sagte Bernhard Glocksin, Künstlerischer Leiter der Neuköllner Oper und Mitglied der sechsköpfigen Jury.

„Ich freue mich sehr über diese inspirierenden Inszenierungen des heutigen Abends“, so Dr. Lothar Kramm, Vorsitzender GASAG-Aufsichtsrat, nach der Preisverleihung. „Erneut hat die Neuköllner Oper bewiesen, dass sie etwas von aktuellem, zeitgenössischem Musiktheater versteht und eine wunderbare Nachwuchsarbeit betreibt. Es ist schön, dass wir die Neuköllner Oper seit über 21 Jahren als Partner an unserer Seite haben. Ich wünsche mir mehr davon.“

Der BERLINER OPERNPREIS 2018 hatte unter dem Thema TAKE IT OR LEAVE IT zu einem neuen Umgang mit dem Erbe aus 400 Jahren Musiktheatergeschichte aufgerufen.

Das Team um Tom Smith und Caitlin van der Maas thematisiert den Ariadne-Mythos - drei Frauen sind auf einer Insel gestrandet, verlassen von ihren Männern. Drei Perspektiven, Sprachen, Zeiten und musikalische Idiome vermischen und ergänzen sich und formen ein neues Lamento d‘Arianna.

Thierry Tidrow, Zsófia Geréb sowie Franziska vom Heede entwerfen in Prothesen der Autonomie – eine Sci-Fi Oper einen futuristisch-komödiantischen Blick auf das Jahr 2180 und auf »Reklamations- und Wartungszeiten der Gewerkschaft zur Verhinderung emotional belastender Arbeiten«. Denn zweifellos ist die gute alte Oper mit ihren leidenden Heroinen keiner modernen Sängerin zumutbar. Folglich übernimmt die Rolle der leidenden Heroin ein Roboter. Aber auch dieser hat so seine eigene Meinung und Macken.

36 Einsendungen aus neun Länder gab es für den Wettbewerb, der für einen erweiterten Musiktheaterbegriff und neue Produktionsformen steht. Aus den Einsendungen hatte die Jury sechs Konzepte ausgewählt, die zunächst von ihren Autoren in einem Workshop erläutert wurden. Am Ende dieses Workshops wurden zwei Arbeiten bestimmt, die dann mit einem Produktionsstipendium an der Neuköllner Oper ausgearbeitet wurden.

Der BERLINER OPERNPREIS 2018 in Kürze

Aufgabe: Umsetzung eines halbstündigen Werks zum Thema TAKE IT OR LEAVE IT!

Preise: Produktionsstipendium von 10.000 Euro pro Team. Jedes Team erhält außerdem ein Preisgeld in Höhe von 3.500 Euro.

Öffentliche Aufführungen: 25./26. Mai, 20 Uhr Kirche St. Elisabeth, Berlin

Jurymitglieder: Thomas Desi – Festivalleiter „Musiktheatertage Wien“ | Arash Safaian – Komponist, München | Mária Szilágy – Festivalleiterin, Budapest | Wiebke Roloff – Opernwelt | Andreas Altenhof – Direktorium Neuköllner Oper, Berlin | Bernhard Glocksin – Künstlerischer Leiter Neuköllner Oper,

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Gruppenfoto mit allen Beteiligten... alle Fotos Phillip Plum


 

Schwere Konkurrenz war es am Himmelfahrtstag für Patrizia Moresco schon, denn das Vergnügen im Freien war für viele halt doch sehr verlockend. Aber die Wahl-Berlinerin aus Schwaben mit italienischen Wurzeln meisterte ihre persönliche Premiere in den Berliner Wühlmäusen am Theodor-Heuss-Platz mit Bravour. Das Publikum war begeistert.

Patrizia Moresco nahm die vielen Alltäglichkeiten treffend aufs Korn. Natürlich mussten die Männer daran glauben, aber auch die Mädels, wie Moresco die Besucherinnen gerne bezeichnet, und besonders auch sich selbst ließ sie nicht außen vor. Und genau diese selbstkritische lebensbetonende Mischung macht es bei Moresco aus. Aber das wirklich Grandiose ist die Mimik, das Augenrollen, das sagenhafte Temperament und die Körperbetonung, womit die Künstlerin hinter ihren Aussagen dicke Ausrufezeichen setzt. In jeder Situation ist sie auf Zwischenrufe vorbereitet und kontert witzig.

Aktuelle politische Themen wurden aufs Korn genommen, der Smartphone- und Social-Media-Wahn und die ach so gesunde Ernährung ihrer Freunde wurden nicht ausgelassen. Das Thema des aktuell gespielten Programms „Die Hölle des positiven Denkens“ wurde immer wieder thematisch aufgegriffen und dabei der übertriebene Umgang mit Alltäglichkeiten aufgezeigt. Und ja, es gibt auch einen Irrsinn des positiven Denkens: „Beginn den Tag mit einem Lächeln…, dann hast du es hinter dir!“

Je nach Situation kommt die zynische, verzweifelte und witzige Art zum Tragen, die durch ihre Songs thematisch abgerundet werden. Und ja, ihre Sprüche haben auch Hintersinn mit Schmunzel-Garantie: „Denken ist wie googlen, nur krasser!“

Patrizia Moresco ist bekannt aus vielen deutschen Film- und Fernsehproduktionen und den Bühnenfans noch als Frontfrau der Comedygruppe „Shy Guys“ in bester Erinnerung, mit der sie 18 Jahre lang durch ganz Europa, Amerika und Kanada tourte.

Dieser Kabarettabend war eine unterhaltsame Zeit mit Niveau!

Thomas Moser

https://www.patriziamoresco.de


 

The Kooks als Special Guests der Rolling Stones in Berlin und Stuttgart bestätigt.

Zusätzliche Ticketkontingente verfügbar!
Rolling
Nachdem die Rolling Stones bereits vor gut einer Woche die Supports für ihre Konzerttermine in Großbritannien angekündigt haben, steht jetzt endlich auch fest, wer vor den Rollenden (Urge-)Steinen als Special Guest in Berlin und Stuttgart auftreten wird: Es sind die Briten The Kooks.

Die vier Jungs aus Brighton bzw. London haben ihre Live-Qualitäten bereits bei der „A Bigger Bang“-Tour der Stones in 2006 eindrucksvoll unter Beweis gestellt und geben sich nun erneut die Ehre.

Musikalisch bewegen sich The Kooks zwischen eingängigem Britpop und entspanntem Indierock – aber auch Einflüsse von Reggae, Soul oder Folk sind nicht zu überhören. Die Band liebt es, zu experimentieren, Genregrenzen zu übertreten und scheut auch vor radikalen Richtungswechseln nicht zurück. Ihrer Authentizität schadet das keineswegs und live sind The Kooks ohnehin eine echte Bank, deren infektiös-melodischem Sound man sich nur schwer entziehen kann.
Trotz unzähliger Preise und Millionen verkaufter Alben hat sich eines in den zwölf Jahren seit Bandgründung definitiv nicht geändert: Am liebsten stehen The Kooks immer noch live auf der Bühne und verstehen es meisterlich, dem Publikum eine gute Zeit zu bereiten. Das wird am 22. Juni in Berlin und am 30. Juni in Stuttgart nicht anders sein!
RS
Fotos Promo Manfred Vogel
Gute Nachrichten auch für alle Stones-Fans, die bislang noch kein Ticket für eines der beiden Deutschland-Konzerte der Band haben: Ab dem 4. Mai werden zusätzliche Karten für die Shows der Rolling Stones in Berlin und Stuttgart in den Verkauf gehen. Grund für das Extra-Kontingent ist die Aufhebung produktionsbedingter Sperrungen, die unmittelbar nach der Bestätigung der Konzerte auf Basis erster Bühnen- und Arenapläne vorgenommen wurden und nun aktualisiert werden konnten. Bei den zusätzlichen Karten handelt es sich um Sitzplätze in den Preiskategorien 148 Euro und 183 Euro (Stuttgart) bzw. 147 Euro und 181 Euro (Berlin). In Berlin kommen auch noch Stehplätze für 112 Euro hinzu. Insgesamt werden hierzulande nahezu 110.000 Fans bei den Konzerten der Stones erwartet.
Die neuen Ticketkontingente für die beiden deutschen Konzerte der Rolling Stones sind ab sofort über www.eventim.de und an allen bekannten Vorverkaufsstellen erhältlich.

In rund sechs Wochen beginnen dann bereits die Aufbauarbeiten für die erste Show der Rolling Stones in Deutschland. Herzstück der gigantischen Produktion ist die rund 61 Meter breite und 1.600 Quadratmeter große Bühne, die sich durch ihre Schlichtheit auszeichnet. Das moderne, klare Design verzichtet gänzlich auf überflüssiges Dekor – im Fokus und getreu des Tour-Mottos „No Filter“ stehen allein Mick Jagger, Keith Richards, Charlie Watts, Ronnie Wood und ihre Musik. In der Bühnenmitte führt ein T-förmiger Laufsteg 26 Meter weit ins Publikum hinein und bietet selbst dem Bewegungsdrang eines Mick Jaggers ausreichend Raum – inklusive Steg hat der Bühnenaufbau eine Tiefe von 52 Metern. Vier jeweils knapp 20 Meter hohe und 11 Meter breite LED-Türme mit einem Gewicht von 36 Tonnen und einer über 900 Quadratmeter großen Projektionsfläche mit insgesamt 5,9 Millionen Pixeln bringen das von verschiedenen Kamerapositionen aufgenommene Bühnengeschehen mühelos bis in jeden Winkel des Stadions. Akustisch sorgen mehr als 15 Tonnen Tontechnik für den optimalen Sound. Dazu kommen knapp 10 Tonnen Lichtequipment, darunter allein 282 motorengesteuerte Moving Lights. Insgesamt werden für die riesige Bühnenkonstruktion mehr als 1.200 Tonnen Stahl verbaut. Zusätzlich zu den Stromquellen in den beiden Stadien versorgen 28 externe Produktionsgeneratoren auf zwei Sattelzügen die Bühne und die Backstage-Logistik mit der erforderlichen Energie. Allein die Produktionscrew der Stones umfasst 120 Personen, dazu kommen lokale Techniker und Aufbauhelfer. Insgesamt 70 Trucks und Busse sind im Einsatz, um Crew und Material pünktlich zu den jeweiligen Konzertlocations zu transportieren.

Die „STONES – NO FILTER“-Tour wird von Concerts West/AEG Presents produziert. Veranstalter der Termine in Deutschland ist die FKP Scorpio Konzertproduktionen GmbH.

Bundesweite Präsentatoren der deutschen Termine der „STONES – NO FILTER“-Tour 2017 sind DAS ERSTE und BILD. Regionale Präsentatoren sind Radioeins und Antenne Brandenburg (Berlin) und SWR 1 (Stuttgart). PM vom 4.5.2018

www.rollingstones.com
http://www.facebook.com/therollingstones


“STONES – NO FILTER”-TOUR 2018 – die Deutschlandtermine

Freitag, 22. Juni 2018  - Berlin -  Olympiastadion


 

Wolfgang Petry verbindet man mit guter Stimmung, Party, Holzfällerhemden, jede Menge Freundschaftsbänder und einfach nur „Wahnsinn“ und „Hölle“. So heißt das Wolfgang-Petry-Musical auch „Wahnsinn!“, das nach der Premiere in Duisburg nun auch als kleine Geschmacksprobe nach Berlin ins Theater am Potsdamer Platz kam. Jetzt wird das Musical in Berlin bis zum 13. Mai 2018 gespielt und im Januar 2019 gastiert es für einen vollen Monat am Potsdamer Platz. Vor über 15 Jahren hat der Stimmungsschlagersänger die großen Bühnen verlassen und sich nach dem Motto „Ganz oder gar nicht“ aus der Öffentlichkeit zurückgezogen. Einer der überhaupt erfolgreichsten deutschen Songwriter und Interpreten hat dann nur noch ein äußerst beliebtes Remix-Album seiner größten Hits herausgebracht.

Foto Promo: Manfred Esser
Ob man Wolfgang „Wolle“ Petry mag oder nicht, er hat Melancholie mit guter Partymusik par excellence kombiniert. Und genau das durfte man auch von dem Wolfgang-Petry-Musical erwarten, dass als „Das erste Party-Schlager-Musical der Welt“ angekündigt wurde. Das Publikum am Berliner Premierenabend war im Alter bunt gemischt. Vereint hat das Publikum, dass sie ausgelassene Party-Stimmung in Form eines Musicals erwartet haben dürften. Aber die Erwartungen wurden dann bis auf Ausnahmen eher enttäuscht. Die richtige Party-Stimmung kam erst in den letzten Minuten auf. Und das lag diesmal nicht am eher reservierten Berliner Publikum, sondern an der künstlerischen Anlage des kompletten Musicals. Als Party-Stimmung-Petry-Fan kann ich nur sagen: Sehr schade! Die letzte Viertelstunde hat gezeigt, dass die Musical-Macher auch sehr gut Petry-Party-Stimmung machen konnten, es sicher auch wussten was das Publikum erwartet, aber es offensichtlich nicht wollten. Die Grundanlage des Musicals hat nichts, zumindest fast nichts, mit der Ausgelassenheit im Sinne der Petry-Hits und eines Petry-Konzertes zu tun. Manchmal schimmert es durch, wenn der junge Tobi-Darsteller losrockt. Diese Anlage des Musicals mag künstlerisch wertvoll sein, dürfte aber die große Menge des Publikums enttäuscht haben. Denn Petry-Hits bedeuten noch heute ungebrochen, dass „Der Himmel brennt“… ; jedenfalls bei Partys mit Petry-Musik. Erst am Schluss war Gelegenheit, dass das Publikum mal aufstand, aufrichtig freudig mitklatschte und gerne richtig abgetanzt hätte. Die eher getragene Liederauswahl wäre sicher akzeptabel gewesen, wenn die schnellen Songs nur annähernd das Tempo und die Lebensfreude von Petry-Hits erreicht hätten.

Das handwerklich gut gestrickte Musical überzeugte durch einen sehr pfiffigen Ruhrpott-Wortwitz mit vielen filigranen und unterhaltsamen Anspielungen. Das Bühnenbild war variabel genial. Das Ensemble und die Darsteller hätten bei einer anderen Ausrichtung und Anlage des Musicals sicher auch noch ungeahnte Potentiale entwickelt. Die Band präsentierte die Musik sehr professionell.

Ein wenig erklärt den künstlerischen Ansatz der Music Supervisor: „… Gleichzeitig ist es aber auch ein Musical und nicht ein Wolfgang Petry Konzert. Deshalb haben wir viele Songs in ganz neue Richtungen weiterentwickelt und neu arrangiert, damit sie dramatisch in die Show passen, damit die Story unterstützen und Szenen bilden. Dafür geben wir weitere und neue Zutaten in die Musik. Wir haben sie umgearbeitet, neu arrangiert und erweitert…“ Genau dies ist es wohl auch, was weite Teile des Publikums als Schade empfinden dürften.

Zum Stück selbst: Vier Paare erleben eine Achterbahn der Gefühle im alltäglichen Beziehungs-WAHNSINN. Sie gehen durch die „Hölle“ und zurück, streiten und versöhnen sich, stehen sich selbst im Weg und wachsen über sich hinaus. Alltagstrott, Sehnsucht, Liebe und verpasste Träume. Ein Party-Schlager-Musical mit einer stattlichen Portion Romantik, ansteckender Leichtigkeit und großen Emotionen. Die ganze Handlung rankt sich um vier Paare aus drei Generationen. Der Regisseur erläutert das Stück mit vier Paaren aus drei Generationen: „Toby, der junge Musiker, ist der junge Wolfgang Petry, Wolf, der alte Romantiker, ist der alte Wolfgang Petry, der schon viel hinter sich hat. Und die Gefühle, die von den beiden Mittelalter-Paaren bedient werden, stehen genau für die Welt, die Wolfgang Petry besingt.“

Wolfgang Petry, der selbst an der Konzeption und am Zustandekommen des Musicals nicht wesentlich beteiligt war, ist offensichtlich mit dem Ergebnis zufrieden: „Wenn ich jetzt meine Songs in vielen Szenen sehe und in teilweise neuer Machart höre, dann passt es wirklich gut zusammen.“ Das Musical geht nicht um die Geschichte und Karriere des Sängers, aber es wurde viel aus dem Musikerleben aufgegriffen und in „netten Kleinigkeiten“ verarbeitet. Die Autoren erläutern, dass sie viele kleine Anekdötchen und Sätze aus Petrys Leben verarbeitet haben: „Es gibt viele Versatzstücke, es geht ja nicht um die Figur Wolfgang Petry, es ist eine eigene geschlossen Geschichte…“ Weiter führen sie aus: „Wir haben natürlich den Freundschaftsbändern eine große Rolle gegeben, der Kneipe Whiskey Bill (hier wurde der junge Wolfgang Petry entdeckt), wir haben ein Holzfällerfest erfunden, weil er immer dieses Holzfällerhemd trug.“

Die Erwartungen, wenn Wolfgang Petry Musik als Träger des Musicals benutzt wird, sind leider weitestgehend enttäuscht worden. Jedenfalls ganz subjektiv aus der Schreibersicht betrachtet. Einen kräftigen Abschlussapplaus gab es allemal. Es ist ein Musical, das auch Petry-Musik verarbeitet, aber halt kein wirkliches Wolfgang Petry Musical. Ein ganz eigener Ansatz! Eine gute Idee, die leider wenig von Wolfgang-Petry-Partylaune zeigte. Schön wäre, wenn man daran etwas drehen könnte und mehr Wahnsinn sichtbar werden würde.

Thomas Moser
petry plakat theater potsdamer Platz moser
Foto Thomas Moser


 

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