Berlin, 18. Dezember 2013 Er betritt die Bühne und ist von der ersten Minute an präsent: Rainald Grebe & das Orchester der Versöhnung laden zum neuen Programm „Berliner Republik“ ein.

Die Premiere im Berliner Admiralspalast war ein voller Erfolg!

Nach dem Riesenspektakel „Halleluja Berlin“ im Jahr 2011 in der Waldbühne konnte man sich kaum noch Programmsteigerungen vorstellen. Aber der 42jährige Liedermacher, Schauspieler, Kabarettist und Autor schafft es immer wieder, Höhepunkte zu setzen. Spritzig frisch zelebriert der Meister ein einzigartiges Musik-Comedyshow-Konzert: unverwechselbar Grebe!

Seine Erkennungsmarke, der Federschmuck, darf beim Intro natürlich nicht fehlen.

Das singende statistische Jahrbuch präsentiert Grebe in der „Berliner Republik“. Auch wenn nur Zahlen und Fakten, wie es scheint wahllos und sinnlos aneinandergereiht werden, macht die Fokussierung auf diese Nebensächlichkeiten doch immer wieder irgendwie einen tieferen Sinn. Wobei man bei Grebe auch nicht alles so ernst nehmen sollte. Er ist, wie immer, ironisch und sarkastisch, veräppelt sich und seine Umwelt und wird dafür von seinen Fans geliebt. Und die Fangemeinde ist sehr groß.

Rainald Grebe lümmelt in seinem Chefsessel vor dem Piano und bedient im „Brunchen-Song“ alle Klischees, die einem bei dieser Mahlzeit einfallen. Traumhaft!

Im neuen Konzert wird ein Super-Sound zusammengemixt und fesselt die Zuschauer. Wenn man von Qualität, Esprit und Witz im Zusammenhang mit Rainald Grebe redet, kommt man an der Qualität seiner Kapelle einfach nicht vorbei.

Das Orchester der Versöhnung spielt in neuer Besetzung auf. Neben den bekannten und grandiosen Fachkräften Buddy Casino (Orgel), DJ Smoking Joe, Marcus Baumgart (Gitarre), Serge Radtke (Bass), Martin Brauer (Drums) spielt das funkyfunky Blasquartett Ellen Wemmelmudd, Anke Lux (Posaune), Ina Böttcher und Ulrike Arzet (Trompete) auf. Die Bläserinnen sind eine echte Bereicherung!

Rainald Grebe beweist sich, mit Publikumsbeteiligung, als „Multitasker“. Er nimmt Tempo auf und spielt mit seinen Grimassen und der unvergleichbaren Mimik. Mit aufgerissenen Augen ist Grebe musikalisch als „Berater“ unterwegs und besucht den „Fürst von Lichtenstein“.

Rainald Grebe und seine Musikerinnen blasen beim „Jagdverzeichnis“ zum Halali, die Helden des Alltags erhalten ihre eigene Handwerker-Hymne und etwas ruhiger und nachdenklich wird das „Loch im Himmel“ betrachtet.

Bühnenbild und Lichtführung sind kraftvoll, bei der Aussteuerung des Tones gibt es noch Optimierungsbedarf. Interessante Filmeinspieler unterstützen die lockere Einbeziehung des Orchesters in das Programm.

Das Berliner Publikum kann sich freuen, denn Rainald Grebe ist noch bis zum 30. Dezember 2013 im Admiralspalast. Ab Frühjahr des nächsten Jahres tingelt Grebe durch den Rest der Republik.

Beim ehrlichen 2-Stunden-Programm lässt sich Rainald Grebe bei den sehnsüchtig erklatschten Zugaben nicht lange bitten. Als Special-Guest hat er zum Abschluss sein betagtes Streichquartett auf die Bühne gebeten, zelebriert die Besonderheiten vom „Prenzlauer Berg“ und begeistert ohne Ende mit seinem makaberen „Brandenburg-Song“. Der Rausschmeißer ist dann die „Eintagsfliege.“ Um es deutlich zu sagen: Rainald Grebe, sein Orchester und sein tolles Unterhaltungskonzept ist keine Eintagsfliege: „Halleluja Berlin“ und AUS!

Thomas Moser – BerLi-Press

http://www.rainaldgrebe.de


 

Im Heimathafen Neukölln haben die Rixdorfer Perlen das Publikum so richtig aufgemischt und angeheizt. Der Heimathafen, dessen Bühne erst kürzlich unter einem Brand leiden musste, wurde „Zum feuchten Eck an der Sonnenallee.“ In einer urigen Berliner Eck-Kneipe verteidigen die Rixdorfer Perlen ihr Neukölln. In der Neu-Berliner Posse, mit neuen Schoten, Songs und Schnäpperken für alle, geht es sehr gefühlvoll und turbulent zu!

(Foto: Verena Eidel / Heimathafen Neukölln)
Auch Neukölln befindet sich im Wandel, so ist jedenfalls die Befürchtung im sehr unterhaltsamen Bühnenstück im Herzen von Rixdorf. Der gewissenlose Großinvestor Klauke, der Donald Trump aus Lichterfelde, ist auf Beutefang im trendigsten Stadtbezirk der Welt. Für sein bahnbrechendes neues Gastronomie-Konzept will er die traditionelle Altberliner Kneipe „Zum Feuchten Eck" aufkaufen. Doch die Besitzerin Marianne Koschlewsky und ihre zwei Freundinnen Jule und Mieze wissen sich mit Hilfe von Stammgast Ritchie und Rechtsanwalt Dr. Fiedler zu wehren. Bis ihnen eine schreckliche Entdeckung zum Verhängnis wird!

Im bunten Theaterstück haben die Rixdorfer Perlen diesmal männliche Bühnengäste zugelassen, die sich wunderbar in das Perlen-Genre einpassen.

Eingängige Gassenhauermusik eröffnete das Theaterstück. Coole und freche Sprüche, in denen die Rixdorfer Perlen auch immer gerne aktuelle Entwicklungen aufnehmen, wurden begeistert vom Premierenpublikum gefeiert. Die längste Sylvesterparty der Stadt wird nun einmal im „Feuchten Eck“ gefeiert. „Hoppla, jetzt komm ich“ singt der Spekulant. Bei Mizi´s Einlage „Allein, ich will nicht mehr allein sein“ kann man schon Gänsehaut spüren. Die musikalischen Soli sind passgenau auf die Künstler ausgerichtet. Zwischen Klamauk, Gänsehaut, Musical und Kabarett ist das neue Stück der Rixdorfer Perlen angesiedelt. Ein wahre Freude für Neukölln- und Berlin-Liebhaber!

Schon im Januar 2013 war die Premiere dieses herrlichen Bühnenstückes. Wir freuen uns schon jetzt auf die Wiederaufnahme des Stückes und auf neue Rixdorfer Geschichten mit den drei Perlen!

Wir drücken dem Heimathafen alle Daumen, dass bald die Brandschäden beseitigt sind. Die kleine Bühne war vom Brand auch nicht betroffen und wird unverändert bespielt. Für Veranstaltungen im großen Saal sollte man sich vorher erkundigen, wo gegebenenfalls die Ausweichspielorte zu finden sind.

Thomas Moser

Von: Den Rixdorfer Perlen, Olaf Kosert und Julia von Schacky

Mit: Inka Löwendorf, Johanna Morsch, Britta Steffenhagen, Alexander Ebeert, PR Kantate, Jörg Koslowsky und Andreas Frakowiak

Musikalische Leitung: Felix Raffel

Regie: Nicole Oder /Julia von Schacky

Gefördert von der Senatskanzlei für Kulturelle Angelegenheiten

Unterstützt von Dinamix und Holz Possling

http://www.heimathafen-neukoelln.de


 

Es darf gelacht werden, im Schlosspark Theater Berlin! „Ein Mann fürs Grobe“ ist eine kurzweilige Theaterunterhaltung mit Witz und einigen recht deftigen Wortwechseln!


Foto zur Programmannkündigung (Foto: DERDEHMEL)

In den Hauptrollen begeistern die waschechten Berliner Désirée Nick als Severine und Achim Wolff als Jean-Pierre.

Désirée Nick ist sicherlich ein großer Publikumsmagnet und bezaubert mit ihren eleganten Rollenoutfits. Es sei auch vorweggenommen, dass die Anziehungskraft von der Künstlerin vollkommen berechtigt ist und hier so richtig zur Geltung kommt. Schauspielerisch glänzte Désirée Nick, ohne Wenn und Aber. Sie gab als erfolgreiche Verlagsleiterin, Zicke und enttäuschte Ehefrau eine blendende Figur ab. Sicherlich passte die Rolle auch zu dem Auftreten der Diva, aber die künstlerische Leistung bestand nicht nur aus einer bloßen Reproduktion ihrer Kunstfigur. Das Ensemble spielte harmonisch zusammen und Achim Wolff entfaltet in der Rolle des Ex-Mannes Jean-Pierre im Laufe des Stückes immer mehr seine schauspielerischen Talente.

Achim Wolff und Désirée Nick (Foto: DERDEHMEL)

Jean-Pierre, offensichtlich wirtschaftlich ruiniert, bekommt eine Chance im Verlag und darf dort unter anderem Namen arbeiten. Dann gibt es natürlich einen Liebhaber, mit Namen Patrice, gespielt von Marko Pustisek, der wiederum nichts anbrennen lässt. Patrice arbeitet als Geschäftsführer im Verlag. Die Direktionsassistentin Celia, Birge Funke, hält der Verlagsleiterin den Rücken frei. Der unkonventionelle Botenjunge Guillaume, gespielt von Chris Gebert, spielt mit Leidenschaft seine Rolle. Besonders erwähnt ist noch der Lektor des Verlages, Gaetan. Der Schauspieler Gerd Lukas Storzer schlüpft in einer zauberhaften Weise in die Rolle als Autorenentdecker. Als dem Verlag das Buch „Porträt eines Mistkerls“ angeboten wurde, nimmt die Geschichte an Eigendynamik ihren Lauf. In weiteren Rollen sind Raimond Knoll, als neuer Buchautor Lebovsky, und Anne Rathsfeld als Buchautorin Victoria zu bewundern. Eine schauspielerisch sehr gute Ensembleleistung, was sicher auch der Regiearbeit von Frank-Lorenz Engel zu verdanken ist.


(Foto: DERDEHMEL)

Deftig und wortgewaltig geht es dann schon zeitweise im Verlagshaus zu. So muss sich der neue Putzmann von Severine anhören: „Das Einzige, was Sie zu lesen haben, ist die Gebrauchsanleitung der WC-Ente, wenn Sie das Klo schrubben.“

Le Technicien“, wie das Werk von Eric Assous in Frankreich heißt, ist nun von Kim Langner gelungen ins Deutsche übertragen worden. Die deutsche Erstaufführung wurde begeistert vom Berliner Publikum im Schlosspark Theater aufgenommen. Unter den Premierengästen waren viele bekannte Schauspieler zu sehen, die sich alle köstlich zu unterhalten schienen.

Die ausgebildete Balletttänzerin Désirée Nick war sichtlich glücklich über den Erfolg des Stückes. Die divenhafte Maske lüftete die Künstlerin beim Schlussapplaus, indem ein befreites glückliches Lächeln über ihr Gesicht huschte.

Die ehemalige „Dschungelkönigin“ hat sich in die Herzen der Zuschauer gespielt. Ein unterhaltsames und kurzweiliges Theaterstück, in dem Désirée Nick als Schauspielerin voll und ganz überzeugen konnte!

Thomas Moser

http://schlosspark-theater.de


 

Berlin, 2. November 2012 Schon von Außen kann man die Dudelsackklänge hören. Der Deutsche Bundeswehrverband hat zum Berlin TATTOO 2012 in die O2-World Berlin eingeladen und der Dudelsack gehört selbstverständlich dazu!

Warum in Berlin zeitgleich zwei Berlin-Tattoos unter verschiedener Trägerschaft stattfinden, mag ein Geheimnis der Veranstalter bleiben. Der normale Besucher blickt da nicht so recht durch. Aber in Berlin ist ja so manches anders; hier gibt es ja auch zwei Tierparks.

...noch bei der Probe... (Foto: Berlin TATTOO)
Ich berichte vom Berlin TATTOO 2012 in der großen Mehrzweckhalle am Ostbahnhof. Diese Veranstaltung steht unter der offiziellen Trägerschaft vom Bundeswehrverband. Sogar der oberste Befehlshaber der Streitkräfte, der Verteidigungsminister Dr. Thomas de Maizière, ließ es sich nicht nehmen, die Premiere dieser riesigen Musikshow zu eröffnen.

„Doe den tap toe!“ heißt es auf Niederländisch. Mit dieser Aufforderung „Macht den Zapfhahn zu“ war das feierabendliche Trinken der Soldaten beendet. Zu diesem Zapfenstreich gehörten schon seit alter Zeit musikalische Signale und Trommelrufe. Aus dieser holländischen Aufforderung hörten die Briten „Tattoo“ raus. So soll der seit Jahren etablierte Begriff TATTOO für die militärisch-internationalen Musikveranstaltungen entstanden sein.

Durch das nachgebaute Brandenburger Tor marschieren die Musiker zum großen Opening ein. In 24 Stunden wurde das Eingangstor, fasst in Originalgröße, aufgebaut. Bunte Uniformen, Trommeln, Dudelsäcke, eine Mischung verschiedener Bands und sogar eine historische Bierpferdekutsche ließen kurz den historischen Zusammenhang wach werden.

Massed Pipes and Drums (Foto: Berlin Tattoo)
In der circa zweistündigen Show, die sich keine Pause gönnte, jagte ein Höhepunkt den anderen. Die prachtvollen unterschiedlichen Uniformen der „Massed Pipes and Drumes“ sind immer sehr beeindruckend. Rund 150 Dudelsäcke und Trommeln erklingen und geben jedem Tattoo erst den richtigen Rahmen. Heiser wird der Abzugsbefehl zur Mannschaft gebrüllt. Die Spieler verlassen das Hallenrund jeweils an den Seitenausgängen und die nachfolgenden Musiker warten hinter dem nachgebauten Brandenburger Tor. Bei diesem Tatto sind insgesamt 1.183 als Mitwirkende dabei.

Die Guards Band aus Finnland zeigte ein beachtliches musikalisches Spektrum. Vom traurigen Klang hin bis zu leichtfüssigen Melodien im Walzerschritt: Die Band, die sonst bei finnischen Staatszeromien spielt, zeigt ihre verspielte Umgangsweise mit Musik im militärischen Look.

Die musikalische Qualität aller Gruppen ist beeindruckend. Die bunte Gruppe der tanzenden Frauen von den schottischen „Ailsa Craig Highland Dancers“ faszinierten schon im letzten Jahr mit ihren folkloristischen Formationen. Das Tattoo hat nichts mit martialischen militärischen Getöse zu tun, sondern zeigt die bunte internationale Vielfalt mit einem ganz friedvollen Auftrag. Das Publikum ist bunt gemischt und freut sich über die Abwechslung der Darbietungen.

Eine der ältesten dänischen Stadtgarden „Vejen Garden“ setzt sich aus Knaben und Männer von 9 bis 35 Jahren zusammen. Sie laufen verschiedene Formationen und bereiten mit ihrer rot-weißen Musikpräsentation dem Publikum eine riesige Freude. Bunt ist die Musikmischung. Von „The Saints“, „Beat it“ bis hin zum Radetzky Marsch. Ein großer Applaus ist der Lohn für die gemischte Gruppe.

Coldsteam Guards (Foto: Berlin Tattoo)
Der Gänsehautfaktor ist bei den britischen „Her Majesty´s Coldstream Guards“ garantiert, wenn mit viel Blechmusik und im Sologesang „We are the Champions“ erklingt. Ob die Fanfaren aus Frankreich, die englischen Musiker mit ihren dicken Fellmützen und mit 007-James-Bond-Melodien und auch die deutschen Soldaten, alle Musiker sind mit viel Freude und Spaß dabei.

Besonders erwähnt werden soll, dass sich das Stabmusikkorp der Bundeswehr mit dem Drill Team des Wachbataillons als angenehm locker erwiesen hat. Noch im letzten Jahr war das die einzige Präsentation, die sehr preußisch und streng militärisch präsentiert wurde. Die Mischung Musik und Drill Team gab dem Ganzen jedoch eine vorteilhafte Lockerheit. Auch die verschiedenen Uniformen der drei Teilstreitkräfte Heer, Marine und Luftwaffe lockerten das eher graue Bild aus dem Vorjahr vorteilhaft auf. Als dann die deutsche Trommelgruppe sogar noch den Hüftschwung vollführte, war auch bei dem letzten Skeptiker von militärischen Ritualen der Bann gebrochen.

Zum großen Finale, bei dem alle Musiker und Tänzer wieder vereint im Rund der riesigen Halle standen, durfte dann die „Berliner Luft“ nicht fehlen. Das „Berolina Chorensemble Köpenick“ war in diesem Jahr direkt vor dem Brandenburger Tor sehr präsent und brachten das Publikum zum Mitsingen. Die deutsche Nationalhymne war der feierliche Abschluss der Veranstaltung.

Eine ganz persönliche Anmerkung erlaube ich mir noch an dieser Stelle. Mit ein wenig Wehmut vermisste ich die witzigen Trommler aus der Rekrutenschule in der Schweiz, die im lezten Jahr für meinen persönlichen Höhepunkt der Veranstaltung sorgten. Aber auch dieses Jahr haben die Veranstalter eine ganz besondere bunte Musikshow der Spitzenklasse zelebriert, die mich, als eher militärfernen Betrachter, verzaubert hat. Besonders schön finde ich, wenn der Erlös der Veranstaltungen sozialen Zwecken, aber auch den Familien und Soldaten zur Verfügung gestellt wird, die in den Kriegsgebieten ihren Kopf und ihre Seele „aufs Spiel“ setzen und gesetzt haben. Meine Hochachtung gilt diesen Soldaten!

Thomas Moser –BerLi-Press


 

Mit dem Hörbuch „Berliner Geschichten“ ist es Hans Karl Schmidt gelungen, den Zuhörer mit auf eine Zeitreise in seine Jugend zu nehmen. Der Radiomacher „Atze“ Schmidt ist Baujahr 1931 und hat seine Kindheit im sogenannten „Dritten Reich“ verbracht. Hans Karl Schmidt kann die Kleinigkeiten des alltäglichen Lebens in seinen Geschichten lebendig werden lassen. Wer kennt noch den Ruf nach „Brennholz für Kartoffelschalen“, hat Kinderlandverschickungen erlebt, hat als Jugendlicher bei der Rübenernte helfen müssen oder Appelkähnen aus Werder hinterhergeschaut? Ein besonders schönes Geschenk der Mutter an Hans war ein Kaleidoskop, das mit den wechselnden Formen und Farben viele Kinder in dieser Zeit in Verzückung versetzte. Die eine oder andere selbst erlebte Geschichte wird beim Zuhörer im Kopfkino wieder lebendig.

In der Nähe vom Lietzensee aufgewachsen, lebte er mit seiner Mutter in den Wirren der Zeit des Nazi-Terrors in Berlin. Mit seinen Freunden Ede und Popel macht Hänschen Berlin unsicher und wächst vom kleenen Piefke zum jungen Mann heran, der als Flakhelfer im Splittergraben für den Kriegseinsatz vorbereitet wird.

Hans Karl Schmidt hat eine angenehme sonore Stimme, die es den Zuschauern bei den Geschichten nicht langweilig werden lässt. Das Berlinische „jeht ihn jut“ von der Hand, aber auch andere Stimmen und Dialekte kann Schmidt unaufdringlich und liebevoll lebendig werden lassen.

Auf der Website vom Hörbuch-Verlag heißt es: „Scheinbar leichten Fußes, aber dennoch emotional und eindrucksvoll schafft es der Künstler, Erinnerungen einer ganzen Generation an eine Zeit des Wahnsinns, der Propaganda und der Willkür in kurzen Geschichten in Worte zu fassen, Erinnerungen an Gefühle, an unerwartete Reaktionen anderer, an Menschen und Orte und an andere prägende Erlebnisse.“

Wenn ein neues Kapitel aufgeschlagen wird, hilft die Gitarrenmusik von Arndt Werner Bethke und Klaus Feldmann symbolisch beim Umschlagen der Hörbuch-Seiten. Die Musiker schaffen dazu mit dem klassischen Klang zweier Konzertgitarren eine erstaunliche Symbiose zwischen Text und Musik, ein unaufdringlich kommentierender, verweilender und weiterführender Zusatz zu den Geschichten. Musikalisches Einfühlungsvermögen, genreübergreifendes Denken und Konzentration auf das Wesentliche, all das zeichnet diese beiden Musiker aus, die auf diese Weise echte Geschichtenmusik schaffen.

Wer dann nach über 140 Minuten immer noch nicht genug von „Atze“ und seinen Geschichten hat, der kann sich die Stimme und das Programm von Hans Karl Schmidt regelmäßig bei „Radio Landeck“ im Internet anhören: http://www.radio-landeck.de .Ein unaufgeregtes besonderes Radio mit einem etwas anderen Musikmix!

Die CD, die schon 2005 produziert wurde, ist ein Juwel unter den Hörbüchern: „Berliner Geschichten“ von Hans Karl Schmidt!

Thomas Moser –BerLi-Press (www.berli-press.de)(Rudower Magazin 06/2012 - LINK zum Artikel)

Berliner Geschichten – NCA-Hörbuch mit Musik von und mit Hans Karl Schmidt

Doppel-CD oder als mp3 zu beziehen / ISBN 3-86562-205-4

HANS KARL SCHMIDT

Hans Karl Schmidt, 1931 in Berlin geboren, verbrachte seine Kindheit im "Dritten Reich". 1954 wanderte er nach Kanada aus. Über diverse Tätigkeiten (Schwesternhelfer, Tellerwäscher, Koch und Taxifahrer) kam er zum „RADIO“ in Montreal. Er fing mit deutschsprachigen Sendungen für Einwanderer an und ..... lernte erst einmal richtiges Sprachdeutsch.

1960 kehrte er nach Deutschland zurück und begann als Programmgestalter und freier Moderator beim RIAS in Berlin, nachdem das mit dem "FREIEN DEUTSCHEN FERNSEHEN" von Konrad Adenauer nicht geklappt hatte. Camillo Felgen holte ihn nach Luxemburg, wo er als „Atze“ im Berliner Dialekt eine recht lose Zunge für die damaligen Zeiten hatte. Seine eher seriöse Stimme kennt man aber auch heute noch beim WDR oder dem Hessischen Rundfunk…


 

Berlin-Tiergarten, 4. Februar 2012 Kinder und Schule, das kann für Lehrer und Eltern sehr anstrengend sein! Die meisten Lehrer und Eltern wissen vermutlich, was damit gemeint ist. Das GRIPS-Theater hat die Komödie „Frau Müller muss weg“ für Erwachsene auf die Bühne gebracht, die den Stress in der Zeit zum Übergang auf die Oberschule beleuchtet.

„Schafft es mein Kind aufs Gymnasium?“ Diese Frage beschäftigt besonders viele Eltern, die „nur das Beste“ für ihre wohlbehüteten pubertierenden kleinen „Monster“ wollen. Hier nun soll die wahre Übeltäterin, die Klassenlehrerin Frau Müller, die Klasse abgeben, damit ihre Kinder auf jeden Fall eine Gymnasialempfehlung erhalten. Fünf entschlossene Eltern sitzen auf Kinderstühlen zwischen Kastanienmännchen, Laubgirlanden und Kuschelecken, bereit, dem Feind ins Auge zu sehen.
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Foto: GRIPS-Theater
Dass das Problem nicht bei den Schülern zu suchen ist, davon ist jeder der anwesenden Eltern überzeugt. Die Klassenlehrerin Frau Müller sieht es naturgemäß anders. Frau Müller kann sich dann doch nicht mehr beherrschen. Die Mutter von Lukas, Marina, ist entsetzt, als es bei Frau Müller ausbricht: „Der ist nicht hochbegabt, sondern ein klarer Fall von ADS, da können sie auch die Fachlehrer fragen.“ Das lassen sich keine Eltern gerne sagen und schon gar nicht in dieser Art: „Eine Frau, die so abfällig über ihre Schüler spricht, ist untragbar.“ Und es kommt, wie es kommen musste: Der Konflikt eskaliert!

Die unterschiedlichsten Elterntypen treffen aufeinander und es zeigt sich bald, dass sie sich untereinander doch nicht so Grün sind, wenn es um ihre eigene „Brut“ geht. Aber auch „Ossi-“ und „Wessi-“ Biografien und Empfindlichkeiten treffen hautnah aufeinander. Bei den turbulenten Wortwechseln ist das Publikum begeistert. „Wundert mich überhaupt nicht, wenn dein Kind verkorkst ist“, sagt die resolute Elternsprecherin Jessica zu Marina, die erst vor Kurzem mit der Familie aus Köln zugezogenen ist.

Als man dahinterkommt, dass die Noten doch nicht so schlimm sind, wie erwartet, können sich liebende Eltern jedoch ganz flexibel zeigen. Pragmatismus oder das Festhalten an Prinzipien, das ist hier die Frage. Die Wortführerin Jessica hat die Situation schnell erkannt: „Aber wir sind doch auch manchmal sauer auf unsere Blagen.“ Theater wäre nicht Theater, wenn es nach dieser Wendung nicht noch eine wundersame Überraschung gäbe. Das Ganze wird dann noch von Eltern-Beziehungsproblemen der unterschiedlichsten Art garniert.

Das Premierenpublikum ist begeistert! Ein unterhaltsames Theaterstück und eine grandiose Besetzung. Alle Schauspieler verkörpern ihre Rolle perfekt! Ob Eltern oder Lehrer im Publikum, jeder fühlt sich an eigene grausame Elternabende erinnert. Die Schauspieler Katja Hiller, Alessa Kordeck, Nina Reithmeier, René Schubert, Regine Seidler und Roland Wolf haben eine glanzvolle spielerische Leistung abgeliefert. Das Grauen der eigenen Elternabende hat etwas an Dramatik verloren.

Die Komödie über einen Elternabend der Klasse 6b, von Lutz Hübner unter Mitarbeit von Sarah Nemitz, wurde schon in 14 deutschen Theatern inszeniert. „Bei Kindern hört der Spaß auf!“ meint der Autor Hübner. Nun hat sich das Berliner GRIPS-Theater an den komischen Stoff, mit deutlich erkennbarem Realitätsbezug, herangewagt. Der Überredungskunst des neuen GRIPS-Leiters Stefan Fischer-Fels ist es zu verdanken, dass der bekannte Filmregisseur, Sönke Wortmann, am beliebten Berliner Kinder- und Jugendtheater erstmals Regie führt. Wortmann ist selbst Vater von drei Kindern und weiß nur zu gut über die Eigendynamik von Elternabenden.

Elternabende als komisches Theater, das ist hier exzellent umgesetzt worden: Wenn es nur nicht so ernst wäre!

Thomas Moser –BerLi-Press

http://www.grips-theater.de


 

Berlin-Schöneberg, 14. Januar 2012 Alle sind gekommen, zu dem „König von Deutschland"! Rio Reiser, eigentlich Ralph Christian Möbius, wäre vor einigen Tagen 62 Jahr alt geworden. Der Sänger und Haupttexter der Band „Ton-Steine-Scherben" war künstlerisches Multitalent, setze seine Karriere nach Auflösung der Band als Solokünstler fort und ist vor 15 Jahren verstorben.
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Seit einem Jahr hat der Künstler seine letzte Ruhestätte auf dem „Alten St.-Matthäus Kirchhof" gefunden.
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Gerhard Moses Heß hat im Rahmen der Reihe „Salon finovo" auf den Friedhof an der Großgörschenstraße am S-Bahnhof Yorckstraße eingeladen, um mit Wegbegleitern und Freunden an den Poeten Rio Reiser zu erinnern.
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Der Schirm des Veranstalters wies den Weg zur Führung. Zuerst ging es zum Grab.
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Gerhard Heß erzählte über Rio Reiser und gemeinsam wurde, mehr schlecht als recht, der Song „Übers Meer" angestimmt: „Sing ein Lied für den Ozean, sing ein Lied übers Meer...So viele Tage und so viele Stürme müssen vergehen, dann wir werden uns wiedersehen". Rio Reiser lebt auch noch heute! Seine bekannte Ballade „Junimond" wurde beim aktuellen Musikwettbewerb „The Voice of Germany" von Lisa Martine Weller interpretiert: „Es ist vorbei, bye bye Junimond...doch jetzt tut´s nicht mehr weh".
Rio Reiser hat mit „Keine Macht für Niemand" und „Macht kaputt, was euch kaputt macht" erheblich Einfluss auf die Linken Achtundsechziger gehabt. Nun liegt er auf dem historischen Friedhof, wo viele Persönlichkeiten, wie beispielsweise Rudolf Virchow und Jacob und Wilhelm Grimm, ihre letzte Ruhestätte gefunden haben. Seit Jahren kann man hier interessante Grabsteine und fantasievolle Grabgestaltungen, besonders für homosexuelle Menschen, bewundern.
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Der Bruder von Rio, Gert Möbius, erzählt, dass die ursprüngliche Grabstätte auf einem Hof in Fresenhagen/Nordfriesland war. Mit einer Sondergenehmigung der damaligen Ministerpräsidentin Heide Simonis (Gert Möbius: „Wir hätten ihn auch so da begraben und hatten schon ein Grab ausgehoben") und diversen Auflagen konnte Rio in der Gegend vom Emil-Nolde-Museum seine Ruhe finden. Aus finanziellen Gründen musste der Hof verkauft werden und so ist auch Rio in seinen Heimatkiez Schöneberg umgezogen. In der St. Matthäus-Gemeinde wurde der Sänger getauft und seine Eltern waren hier fest verwurzelt. Gert Möbius erzählt davon, dass in Berlin ein neues Rio-Reiser-Museum und -Archiv aufgebaut werden soll. Er hofft, dass noch Ende des Jahres die Eröffnung des Museums gefeiert werden kann.
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Der urige Schauspieler Steffen „Shorty" Scheumann (früher Steffen Schult; Filmproduktionen u.a. Männerpension und Sonnenallee) las unveröffentlichte Texte von Rio Reiser. So erzählte er von seiner „guten Kinderstube" und machte sich Gedanken über Eifersucht bei Hunden und Menschen. „Shorty" las auch noch einen Textentwurf von Rio für die dänische Sängerin Gitte Haenning.
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Vom beliebten „TV-Noir"-Programm im Heimathafen Neukölln bereicherten Christoph „Tex" Drieschner und Daniel Roth musikalisch den kalten sonnigen Nachmittag. „Halt dich an deiner Liebe fest" und „Zauberland ist abgebrannt und brennt noch irgendwo" wurden hingebungsvoll mit Gitarre und kraftvollem Rio-Gesang dargeboten. Ein Ohrenschmaus, der für die Veranstaltung ein besonders runder Rahmen war.
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Im Salon Finovo im „Café Finovo" am Eingang vom Alten St. Matthäus-Kirchhof finden von Gerhard Moses Heß und dem Förderverein EFEU regelmäßig Führungen statt: „Literatur-Musik-Gespräche über Leben und Sterben und Menschen, die Geschichte(n) schreiben". Die nächste große Führung findet am 11. Februar (14 Uhr) statt. Da wird das neu restaurierte Mausoleum des europäischen Eisenbahnkönigs Strousberg besucht und im Anschluss gibt es im Café eine Lesung.
Thomas Moser -BerLi-Press (www.berli-press.de)
Förderverein EFEU: http://www.efeu-ev.de
Alter St. Matthäus-Kirchhof, Großgörschenstr. 26, 10829 Berlin: http://www.berlin.de/orte/sehenswuerdigkeiten/alter-st-matthaeus-kirchhof

Eine weihnachtliche Revue mit den Rixdorfer Perlen

Sie scheinen schon Kult zu sein: die drei Damen füllen den großen Saal des Heimathafens Neukölln bis auf den letzten Platz, sogar die Empore ist dicht besetzt mit Zuschauern. Als sich der Vorhang öffnet, präsentiert sich dem Publikum eine zugemüllte Bühne, auf der allerlei Gerümpel zu sehen ist, das im Laufe des Abends noch zum Einsatz kommen soll.
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Plakat: Heimathafen
Die Rixdorfer Perlen, das sind Britta Steffenhagen, Rundfunkjournalistin bei Radio Eins vom rbb, die Schauspielerin Inka Löwendorf und die Schauspielerin und Sängerin Johanna Morsch. Schon seit 2007 treten die drei unter diesem Namen mit Bühnenprogrammen im Heimathafen Neukölln auf, es rankt sich eine richtige Geschichte um das Trio aus dem Neuköllner Kiez, an die auch an diesem Abend in einem Video erinnert wird, das unter anderem vorgeführt wird.

Thema des Abends ist das nahende Weihnachtsfest und es werden auch weihnachtliche Lieder gesungen, wobei die Texte mitunter stark verändert sind. So heißt denn das Programm auch „Schuss mit Lametta“, die dicht an der Bühne sitzenden Zuschauer werden dann auch schon mal mit glitzerndem Konfetti – nicht mit Lametta – überschüttet. Am Flügel werden die Perlen von Felix Raffel, einem examinierten Pianisten und Filmkomponisten, begleitet. Der bekommt im Laufe des Abends auch noch Gelegenheit, in einem furiosen Klaviersolo seine Virtuosität präsentieren zu können.

Das Publikum darf natürlich auch mitspielen: beim „Weihnachtsraten“ muss z. B. einer durchlöcherten Müllschuppe, einem Stück bemaltem Linoleum oder einem „Herzschrittmacher“  ein Anwendungszweck zugeordnet werden. Die drei Gewinner werden schließlich auf die Bühne gebeten und für ihre phantasiereichen Antworten mit „wertvollen“ Geschenken belohnt.

Zwischendurch werden Lästereien losgelassen – mal Witze auf Stammtischniveau, mal Lästereien über die Generation „Apotheken Umschau“ – oder aber Scherze über Probleme beim Aufbau von IKEA–Möbeln.

Es wird auch noch „richtig“ weihnachtlich als das Publikum mit den Rixdorfer Perlen zusammen das Lied „Kling, Glöckchen...“ anstimmen darf – ja es wird sogar ein interaktives Spiel daraus, indem sich Frauen und Männer mit dem Singen von bestimmten Textpassagen abwechseln dürfen; da kommt im Saal eine fröhliche Stimmung auf.

Einen kitschigen – weihnachtlich, versöhnlichen – Abschluss findet der Abend, als Johanna Morsch das Ave Maria von Schubert sind. Durchaus gekonnt, wenn auch nicht ganz sauber intoniert. Nach zwei Zugaben werden die Rixdorfer Perlen mit ihrem glänzenden Pianisten vom Publikum entlassen.

Bleibt zum Schluss noch zu erwähnen, dass es um die Akustik im Heimathafen Neukölln nicht zum Besten bestellt ist. Die Akteure sollten dies bei ihrer Darbietung mehr beachten und langsamer und deutlicher sprechen.

Bernhard Husch für BerLi-Press (www.berli-press.de)


 

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