Der schwere Vorhang im Admiralspalast öffnet sich für Gayle Tufts und für „Everybody Showgirl“ nur noch bis zum Jahreswechsel 2010/11. Dann fällt der Vorhang für „The Happy New (Year) Edition“ zum letzten Mal. Das amerikanisch-deutsche Show-Comedy-Girl Gayle Tufts macht im neuen Jahr erst einmal Pause vom Showreisestress. Nach der Premiere am 18. Februar 2010 im Admiralspalast, schließt sich jetzt der Bogen wieder in Berlin.

Gayle Tufts ist bei ihrer Show weniger Girl, als ein temperamentvolles Vollweib im besten Sinne. Gerade 50 Jahre alt geworden, singt und tanzt die in Berlin wohnende Künstlerin, wie eine leichtfüßiges Musicaldarstellerin in einer aufwendig produzierten Show. Gayle Tufts, die auch die Autorin ihrer Texte ist, lässt den etwas angestaubten Admiralspalast im bunten Showlicht erglänzen.

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Seit 1991 lebt Tufts in Berlin. Ihr Markenzeichen ist die gebrochene deutsche Sprache mit jeder Menge amerikanischen Slang gemischt, viel Power, Schnelligkeit und Witz, Musik und Tanz ohne Ende: ein amerikanischer Vulkan in Berlin! Gayle Tufts beschreibt ihren Wechsel nach Berlin wie folgt: “Wenn Leute mich fragen, warum ich nach Deutschland gekommen bin, antworte ich meistens: ‘Zufall.’ Aber nach den Jahren glaube ich an keinen Zufall mehr, in the big, kosmische Sinn. Ich habe eine andere Antwort: Bier. Irgendwo, sehr tief in meinen Wurzeln, fließt Bier.“

Die Künstlerin Gayle Tufts und ihre erstklassige Band zaubert einen Hauch von Hollywood auf die Bühne. Zwei knackige junge Männer betanzen und besingen die Grand Dame der Deutsch-Amerikanischen-Komik. Tufts selbst tritt in den verschiedensten Glitzerkleidern auf. Mit viel (und guter) Stimme singt Gayle Tufts große Showsongs und philosophiert über Entertainer, Showgirls und -was für ein Schimpfwort- Alleinunterhalter. In einer kurzen Musicalsequenz zeichnet sie ihren Werdegang nach. Die Künstlerin erinnert an ihre großen Vorbilder Judy Garland, Liza Minnelli, Bette Midler und bringt damit die große Tradition unvergesslicher Broadway-Shows nach Deutschland. Mit Beyoncé, Robbie Williams und Eigenkompositionen kommt der Zeitgeist des 21.Jahrhunderts mit auf die Bühne. Gayle Tufts bietet immer grenzenlose Power mit gleichzeitiger Sensibilität. Bei ihrer Show herausgekommen sind zauberhafte Sounds und gekonnte Arrangements.

Gayle Tufts schafft es, selbst in Berlin, dass sich zum Finale alle Gäste von den Plätzen erheben: „Es ist Zeit zum Mitmachen!“ Als Berlin-Botschafterin der besonderen Art ist Gayle Tufts ein bärenstarker Typ. Ihre Botschaft für 2011: „Wir müssen netter zueinander und zu uns selbst sein!“.

Hervorzuheben sind noch einige der Showverantwortlichen: Thomas Hermanns als Co-Autor, ihr Stimmlehrer und Bandleader Prof. Michael Dixon, Bene Aperdannier am Klavier und Arrangements und Thomas Zaufke für Kompositionen.

Das künstlerische Multitalent Gayle Tafts hat wieder alle Zuschauer begeistert und ein Stück glücklicher gemacht!

Thomas Moser –BerLi-Press (www.berli-press.de)

www.gayle-tufts.de


 

Ein Musical zwischen Internet und Wirklichkeit

Berlin- Neukölln, 25. November 2010 In der Neuköllner Opernwelt wird ein Musical zwischen Internet und Wirklichkeit präsentiert. „Mein Avatar und ich“ heißt das neueste Werk von Thomas Zaufke (Musik) und Peter Lund (Text und Regie). Wenn man stilgerecht in das Internetlexikon Wikipedia schaut, heißt es unter „Avatar“ (ich kannte diese Bezeichnung zumindest nicht): „…ist eine künstliche Person oder ein grafischer Stellvertreter einer echten Person in der virtuellen Welt, beispielsweise in einem Computerspiel.“

Die Neuköllner Oper hat zum elften Mal mit dem Studiengang Musical der Udk zusammengearbeitet und, das kann man schon einleitend sagen, eine -im besten Sinne- außergewöhnliche und sensationelle Produktion präsentiert.

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Es wird die Geschichte von der Generation „Computerspiel“ erzählt, die stundenlang vor der Kiste hocken kann und ihre Freizeit mit dem virtuellen Spiel verbringt. Hier im Netz findet man wirkliche Freunde? Oder doch nicht? Joschi ist ein echter Held, will zumindest einer sein. Fritz hat siebenhundertdreiundvierzig „Freunde“ und kann sich nicht von der Cyberwelt lösen. Überall wird im Netz etwas geschummelt: Schließlich sind wir alle Menschen…Avatare aber auch?! Helen ist zwar ein Avatar, aber sie weiß es nicht wirklich. Und ein eigener Wille ist für Avatare undenkbar und verletzt das „Berufsethos.“ Die Geschichte erzählt auch davon, was passiert, wenn unsere idealisierten Bilder im Netz Gefühle bekommen und mit dem moralischen Zeigefinger ihre User belehren wollen.

Das minimalistische Bühnenbild erzeugt, auf eine einmalige Weise, eine maximale Wirkung. Wirkungsvoll in Szene gesetzt wird die Bühne von einhundert Prozent stimmigen Videoanimationen. Auch die Kostüme sind gelungene kleine Kunstwerke.

Die Musik ist von Anfang an bezaubernd temperamentvoll. Gleich der erste Song ist ein fulminanter Einstieg in das Netz. Thomas Zaufke hat es mal wieder wunderbar geschafft, spannende Klangbilder zu erzeugen. Stimmungsvolle und schnelle Musicalmelodien werden durch einmalige Blues- und Tangorhythmen ergänzt. Die Musik ist ein virtuoses Klangerlebnis mit einer unbeschreiblichen Intensität. Die Choreografie ist, wie Alles in diesem Stück, perfekt und atemberaubend. Alle Schauspieler und Sänger zeigen hochkarätige Leistungen. Die Lust am Spiel, ganz sicher äußerst hart erarbeitet, schimmert bei jedem Tanzschritt, jedem Ton und jeder Mimik durch.

Das Publikum taucht in die schnelle, anonyme und virtuelle Welt ein. Die Zuschauer, die nicht die Computerspiele als ihre Welt ansehen, verstehen ihre Kinder und Enkelkinder ein wenig mehr, wenn sie mit quadratischen Augen Wirklichkeit und Fiktion nicht mehr so recht unterscheiden können.

Coole Männer und Frauen, Helden und Looser: Alle sind im Netz und vor den Bildschirmen versammelt. Die Absurdität der fiktiven Welt wird fühlbar. Die Figuren werden ironisch und liebevoll dargestellt, der Retter der Welt ist schon im Level 4 („Ich wäre so gerne ein richtiger Held“) und der Avatar ist dass, was der User sein will. Im Lied vom Superhelden werden die tödliche Waffen besungen, die von Kinder gespielt werden. Im Gesang der Avatare fragen sie sich, ob sie nur ein Bild von etwas sind: „Wer hat uns gemacht?“ Der virtuelle Kampf und die Anziehung der Geschlechter wird im Ego-Shooter-Spiel und auch bei „Pinky ville“, die Klein-Mädchen-Spielvariante, deutlich.

Ganz verworren wird das Leben, hier und jenseits der Bildschirme, wenn sich die Avatare verselbständigen, menschliche Gefühle bekommen und Kontakt mir ihren Nutzern aufnehmen. Das Sammeln von Lebenspunkten nimmt dann nur noch einen untergeordneten Stellenwert ein. Die Moral von der Geschichte wird mit klerikalem A-cappella-Gesang dargeboten, witzig und humorvoll bis zur letzen Minute! Selbst der letzten Zugabe war die perfekt durchgestylte Leichtigkeit anzumerken. Das Premierenpublikum war aus dem Häuschen und mit der schauspielerischen Gesamtleistung mehr als zufrieden.

Hervorzuheben ist noch besonders Hans-Peter Kirchberg (musikalische Einstudierung und Leitung), mittlerweile auch bei den Bayreuther Festspielen unterwegs, und die erstklassige Band.

Das Ohrenschmausvergnügen in der Neuköllner Oper ist „ganz großes Musicaltheater!“

Thomas Moser –BerLi-Press (www.berli-press.de)

www.neukoellneroper.de


 

Das Mehringhoftheater in Kreuzberg feiert sein 25 jähriges Jubiläum mit einem besonderen Kabarett-Rückblick. Ein abwechslungsreicher und anregender Abend ist den Gästen des Theaters garantiert. Die Kabarettgruppe stellt einen lebhaften und subjektiv willkürlichen Überblick der Jahre vor.
Das Jahresendzeitteam Bov Bjerg, Hannes Heesch, an den Tasten Manfred Maurerbrecher und in der Moderation Christoph Jungmann, in seiner Paraderolle Angela Merkel, hat im Jubiläumsprogramm einen bunten Strauß kabarettistischer Einlagen der letzten Jahrzehnte zusammengestellt. Als Gäste wurden jeweils wechselnde Künstlerkollegen eingeladen: zum Beispiel Arnulf Rating, Reiner Kröhnert und die Grollias. An einem Abend hat Robert Griess mit einem Kabarett-Feuerwerk für Begeisterung gesorgt. In seiner Proll-Rolle als Hartz IV-Empfänger stellt der Kölner mit der schnellen Zunge eine Schichtenanalyse der typischer Vornamen an und macht seine ganz persönliche Revolte.

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Die Kabarettmannschaft singt vom Gammelfleischskandal und BSE. Bov Bjerg erzählt wundervolle Geschichten von BVG Schwarzfahrern und der intellektuellen Auseinandersetzung mit der Rechtschreibreform in BILD. Manfred Maurenbrecher am Klavier singt einfühlsam über die Maueröffnung mit seiner kraftvoll rauchigen Stimme. Hannes Heesch brilliert in den Rollen Müntefering, Schröder, Gerhard Stoltenberg und in der Doppelrolle bei der Fußball-WM als Günter Netzer und Gerhard Delling in der Moderation. Als Sonnenkönig Klaus Wowereit singt sich Heesch endgültig in die Herzen der Zuschauer. Besonders Angela Merkel, in ihrer künstlerischen Rolle, zeigt im gerappten Toleranzsong eine ungeahnte Facette ihrer kabarettistischen Glanzleistung. Ein wunderbarer Abend in stimmungsvoller Atmosphäre, mit festlichen Texten und unglaublichen Liedern!
Die abwechslungsreiche Mischung von purer Unterhaltungslust und anspruchsvollem Kabarett zieht die Zuschauer immer wieder in das Mehringhoftheater. Ein Besuch lohnt sich! Wir wünschen dem nicht subventionierten Theater noch viel gute Mehringhofjahre!

Thomas Moser –BerLi-Press (www.berli-press.de)

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MEHRINGHOF-THEATER

GNEISENAUSTR. 2A

10961 BERLIN-KREUZBERG

TEL. 030/6915099

www.mehringhoftheater.de

Karten Di. - Do.: 15,- / Ermäßigt 10,- €
Freitag: 15,- / Emäßigt 13,- / Samstag 20,- / Ermäßigt 15,- €

Über das MehringHofTheater (Auszug einer Veröffentlichung)

Im April 1985 wurde die Spielstätte des damals neben den Drei Tornados bekanntesten Szenekabaretts, des CaDeWe (Cabarett des Westens) nach dessen Auflösung von der Berliner Kabarettgruppe COMPAGNIA MASTODONTICA übernommen. Die dreiköpfige Truppe hatte zuvor bereits veranstalterische Erfahrungen mit dem von ihr gegründeten Kabarett - Theater „WELTBÜHNE“ in der Kreuzberger Oranienstraße sammeln können.

Seit dieser Zeit bietet das MEHRINGHOF THEATER seinen max. 250 Besuchern an fünf Tagen in der Woche professionelles und engagiertes Kabarett, den KünstlerInnen sorgfältige Gastspielvorbereitung und -betreuung und die Möglichkeit, ihr Programm einem breiten Publikum vorstellen zu können.

Mittlerweile sind im Mehringhof Theater 129 Künstler mit 342 unterschiedlichen Programmen aufgetreten, darunter befanden sich 77 Weltpremieren und 219 Berlin-Premieren. Außer Kabarett kommen hier auch Comedy, Musikkabarett und Impro-Theater auf die Bühne. 700.000 Besucher. (Stand 01.04.2010)

Das Mehringhoftheater ist in seiner Konzeption  nicht auf die Abhängigkeit von privaten oder staatlichen Subventionen und der damit verbundenen möglichen Einflußnahme ausgerichtet.

Das Mehringhoftheater finanziert Programmbetrieb und Lebensunterhalt seiner Mitarbeiter ausschließlich aus dem Kartenverkauf, bei bezahlbaren Eintrittspreisen, und einer Pausenbewirtschaftung. Die Bühne lebt von und mit der Qualität seines Programmes, bzw. dessen Wertschätzung seitens seines Publikums. Wie jedes Projekt im Mehringhof, ist auch das Theater wirtschaftlich selbständig.


 

Die Brass Band Berlin und ihr Bandleader Thomas Hoffmann, elf Top-Musiker aus den großen Berliner Orchestern, ziehen wie beim Straßenkarneval zu den Klängen von „When the Saints go marchin in“ in die ehrwürdige Philharmonie in Berlin ein.
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Sie spielen an diesem November-Nachmittag, wie Thomas Hoffmann es anmoderiert, „bekannte und auch sehr bekannte Titel.“ So auch zum Anfang die Erkennungsmelodie, wenn die Heiligen einmarschieren. Die Brass Band Berlin kann man nicht in eine Schublade packen, macht braucht einen ganzen Schrank voller Klangüberraschungen. Sie sind Kirchen- und Turmbläser, jazzige Interpreten, Filmorchester, Kur- und Zirkuskapelle und Staatsorchester in Einem!
Im Programm der Band sind zum Beispiel „Bourree“ von Bach, ein Richard-Wagner-Potpourri in Dixielandstyle, Wilhelm-Tell-Fantasien von Rossini, Volkslieder, Zar und Zimmermann wird mit Dave Brubeck gemixt und die West Side Storymelodien von Leonard Bernstein wird interpretiert. Mit „Boléro“ von Ravel füllten sich nach der Pause wieder die Bandreihen auf der Bühne. Besonders witzig und originell war dann der „Typewriter“, bei dem ein rotes Privileg-Schreibmaschinenmodell zum Einsatz kam. Percussion, die Schreibmaschine und eine Vielzahl von musikalischen Spezialeffekten beherrscht Thomas Hoffmann mit einer witzigen Leichtigkeit perfekt. Aber auch singend und hauchend überzeugt Hoffmann als Marilyn Monroe mit „I wanna be loved by you.“ Die Band spielt eine Carmen-Suite im Schweinsgalopp und bei Operettenklängen „ohne Probe“ wird Slapstick pur gezeigt. „Sing, sing, sing“ bildet mit einem faszinierend kraftvollem Schlagzeug- und Klarinettensolo einen fulminanten Abschluss des Konzertes. Die Presse ist begeistert: „Das swingt und fetzt, das rockt und rollt, das trötet, quäkt und ballert“ (Hamburger Morgenpost).
Die Brass Band Berlin kann alles! Sie kann mächtig, leicht und verspielt aufspielen. Es gibt immer eine Klatsch- und Schmunzelgarantie, auch an diesem schönen Samstagnachmittag! Die Zuhörer können sich schon jetzt auf die Weihnachtskonzerte der Band freuen!

Thomas Moser –BerLi-Press (www.berli-press.de)


 

Sommertheater in Berlin – „Besser als Wahlkampf“

Zur Wiederaufnahme von REFERENTINNEN ist die Neuköllner Oper zu Gast in der Heinrich Böll Stiftung in Berlin-Mitte, in unmittelbarer Nachbarschaft des politischen Machtzentrums gegenüber vom Deutschen Theater.

Dem großzügig offenen Neubau der Heinrich Böll Stiftung wird durch die Inszenierung von Matthias Rebstock und der Interpretation durch das Ensemble "Ieitundlause" mit dem musikalischen Sing-Schauspiel REFERENTINNEN kraftvoll junges Leben eingehaucht.

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Der Besucher ist Bestandteil einer Pressekonferenz, die im barocken Ambiente eines Regierungsschlosses stattfindet. Er kann bei den umtriebigen REFERENTINNEN das Spiel um Macht, Konkurrenz und Intrigen erleben. Ewige Konferenzen, Monotonie und Stumpfsinn, das ist das Los von hysterischen und sarkastischen REFERENTINNEN aus der zweiten Reihe der Politik.

Das Ensemble bringt die unterschiedlichen Facetten des Alltags mit Komik und Slapstick, James Bond Einlagen und kindischem Spiel, sprachlicher Jonglage und viel Spielfreude auf die Bühne. So erfährt man auch von der "Philosophie" der Büroklammern und kann den Flamenco nach dem "Kugelschreiber-Klick" erleben. Es geht aber auch um Grenzen und Grenzverletzungen, Schuld und Bauernopfer für „Fehler“.

Historischer Tanz, Volksmusik, Zirkusmusik, lateinische Kirchengesänge, Liedermachersong ("Wenn es kalt wird in Berlin") und körperbetonte Punkmusikeinlagen meistert das Ensemble "Ieitundlause" mit ihren ausgebildeten Stimmen und einer kraftvollen und vielfältigen Schauspielkunst. Die Sopranistin Astrid Kessler stellt mit viel Dynamik und stimmlicher Brillanz klassische Musikwerke grandios in die barocke Schlossumgebung. In der Ankündigung heißt es treffend: "Die Musik greift diese barocke Spannung zwischen Prunk der Macht und Jenseitssehnsucht auf und spannt von hier aus einen weiten Bogen, von barocken Passionsmusiken über die melancholische Ausgelassenheit, von Balkanmusik bis hin zu neu und schräg arrangierten (Punk- )Songs."

Besonders gelungen ist REFERENTINNEN dann, wenn das Haus der Heinrich Böll Stiftung in das Spiel mit der Akustik einbezogen wird. Multimediale Akzente unterstreichen die Arbeit der Schauspieler. REFERENTINNEN ist eine gelungene Ensembleleistung mit vielen guten Mitwirkenden. Die realpolitisch satirischen Anteile sind von den Textern Tilmann Rammstedt und Matthias Rebstock ideenreich umgesetzt worden.

Der bei der Premiere der Wiederaufnahme REFERENTINNEN anwesende Kulturstaatssekretär Andre Schmitz hat sich sichtlich amüsiert und konnte sicher auch Ähnlichkeiten mit der politischen Wirklichkeit feststellen. Der Vertreter der Heinrich-Böll-Stiftung bezeichnete das Stück als Sommertheater in Berlin und "Besser als Wahlkampf". Gute gehobene Unterhaltung mit leichtfüßigem Tiefgang!

Thomas Moser -BerLi-Press (http://www.berli-press.de) für http://www.lichtenrade-berlin.de

Künstlerisches Leitungsteam

Inszenierung, Text: Matthias Rebstock Text: Tilman Rammstedt

Musikalische Einrichtung: Knut Jensen Bühne, Kostüm: Sabine Hilscher Bühne/Projektionen: David Reuter, Sabine Beyerle Dramaturgie: Bernhard Glocksin

Ensemble

Sabine Hilscher, Irmtraud Horstkotte, Astrid Kessler, Deborah Klein, Ursula Renneke, Bärbel Schwarz, Lydia Starkulla, Mariel Jana Supka

Lukas Fröhlich / Steffen Zimmer: Trompete Christian Fischer / Rob Gutowski: Posaune Janni Struzyk: Tuba

Ungewohnte Töne klingen über die begrünten Dächer des Tempelhofer Kulturcentrums ufaFabrik. Operette ist sonst nicht im Standardprogramm der alternativen Bühne zu finden.

Bei schwülwarmen Wetter feiert die „Operncompanie“ in der Sommerbühne, in der Nähe des Tempelhofer Hafens, ein kurzweiliges Feuerwerk mit berauschenden Operettenklängen, das sich im Berliner Kulturleben keinesfalls verstecken muss.

Die Operette „Freitag der Dreizehnte“ erzählt von einem Tag, an dem alles schief läuft. Drei Frauen und zwei Männer haben sich zu einem Dinner verabredet. Das Essen brennt an, der Besuch kommt zu spät, der Strom fällt aus, eine Leiche taucht auf und Geld verschwindet.

Bekannte und beliebte Melodien, die teilweise schon als Gassenhauer bezeichnet werden können, bringen das Premierenpublikum dazu, dass die Füße mitwippten und auch, wie automatisch, mitgeklatscht werden musste. Ob „Die Christel von der Post“, „Ob blond, ob braun, ich liebe alle Frau´n“ oder „Heut gehn wir ins Maxim“, die ins Berliner Milieu gesetzte musikalische Kriminalkomödie überzeugt mit den vielfältigsten künstlerischen Elementen.

Man hatte den Eindruck, dass sich die Vögel rund um die Freiluftbühne durch den glockenklaren Gesang angeregt gefühlt haben, besonders laut und schön zu singen.

Die gesanglichen Qualitäten aller Künstlerinnen und Künstler beeindruckten ohne Wenn und Aber! Die witzige Handlung kitzelte auch vielfältige schauspielerische Talente an den Tag. Das Auge bekam viel Spielfreude, gepaart mit tänzerischer Qualität, bei den zwei Tänzerinnen zu spüren, die in abwechslungsreichen Kostümen in viele Rollen schlüpften. An dieser Stelle muss die lebendige Choreografie lobend erwähnt werden.

Nicht zu vergessen ist mit einer einwandfreien Leistung das Quintett „Frisch gestrichen“ unter künstlerischer Leitung von Ronald Herold. Das liebevoll gestaltete Bühnenbild rundete die musikalischen Qualitäten ab. Inspiriert durch die Anfänge der Schwarz-Weiß-Kriminalverfilmungen wird im Bühnenbild unter anderem die alte Form des Schattenspiels aufgegriffen und die Kostüme sind im Stil der 50er/ 60er Jahre gehalten.

Die musikalischen Leckerbissen von Johann Strauß, Paul Lincke, Franz Lehár und Robert Stolz wurden ergänzt durch Klänge von „Cabaret“, „Wenn ich einmal reich wär“ und „Sag zum Abschied, leise Servus“.

Das Opernmobil hat in der Berliner ufaFabrik einen bleibenden Eindruck hinterlassen und war eine echte Bereicherung für die Vielfältigkeit des Kulturprogramms. Das Publikum klatsche begeistert nach jeder musikalischen Darbietung und bedankte sich mit einem anhaltenden Schlussapplaus bei den vielen Künstlern. Ein lustvolles Sommervergnügen!

Thomas Moser –BerLi-Press (www.berli-press.de) für www.lichtenrade-berlin.de

Mehr zum Inhalt:

Die junge Lucile hat nach fünfzehn Jahren, fünf ihrer ehemaligen Klassenkameraden zu sich bestellt. Grund des Treffens ist ein alter Lottoschein, der vor fünfzehn Jahren nicht abgegeben wurde und nun, den Freunden fünfhunderttausend Taler Gewinn bringt. Doch statt den Gewinn aufzuteilen, geraten sie in Streit. Hans erhebt Anspruch auf den vollen Gewinn, schließlich hat sein Tipp gewonnen. Der Streit eskaliert, der Strom fällt aus und Hans bekommt ein Messer in den Rücken. Keiner der vier Freunde will es gewesen sein. Jetzt haben Sie einen Toten am Hals und vakante fünfhunderttausend Taler. Eine Polizistin taucht auf und zu allem Überfluss der sechste Klassenkamerad Mackie ...

Buch und Regie: Gunda Aurich; Bühnenbild: Tina Zimmermann;
Musikalische Leitung:
Ronald Herold, Quintett „Frisch gestrichen“
Choreographie:
Gerhard Winterle; Sänger: Marie Giroux, Monica Garcia-Albea, Norina Kutz, Thomas Schumann, Lars G. Neumann.

Mehr zu den Künstlern: http://www.operncompagnie.com


 

Die Puhdys kommen ins Museum - Sie und Ihre Musik sind dagegen noch lange nicht Museumsreif!
Ein Bericht von Thomas Moser

Zum Jubiläum „40 Jahre PUHDYS“ wurde im Kultureum auf der Burg Storkow, süd-östlich vor den Toren von Berlin, eine wundervoll gestaltete Ausstellung der Kult-Ostrock-Band eröffnet. Nach dem Jubiläumskonzert in der O2-World und dem interessanten Buch über die PUHDYS, wagen sich die Rocker nun an eine Ausstellung über ihr Wirken. Auch wenn die fünf Musiker von der Rockerrente singen und nun auch eine eigene Ausstellung haben, stehen die beliebten Künstler noch in der vollen Blüte der Schaffenskraft.

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Die Musiker rund um Dieter „Maschine“ Birr und Peter „Eingehängt“ Meyer poussieren bei herrlichem Sonnenschein vor der aufwendig zur 800-Jahr-Feier der Stadt sanierten Burg.

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Zur Ausstellungeröffnung war extra der Ministerpräsident von Brandenburg Matthias Platzeck (SPD) angereist. Der Politiker wurde von den Burgfräuleins und dem Burgteufel begrüßt. Platzeck erzählt von seiner Begeisterung für die PUHDYS („Ich bin mit den PUHDYS groß geworden“) und eröffnet dann die Ausstellung: „Die PUHDYS sind noch längst kein Ausstellungsstück!“

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Die Ausstellungsmacher und die parteilose Bürgermeisterin Christina Gericke freuen sich über die gelungene Ausstellung, die mindestens 1 Jahr Besucher in den kleinen Ort Storkow bringen soll. Bandmitglied Peter Meyer bedankt sich bei allen Verantwortlichen und Ausstellungsmachern, dass die Ausstellung in den wunderbaren Räumlichkeiten Platz gefunden hat. Meyer wird auch sein Versprechen einhalten: „Wenn Matthias Platzeck Bundeskanzler wird, werde ich Regierungssprecher...aber nur, wenn ich weiter bei den PUHDYS spielen kann.“

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In dem sonnendurchfluteten großen Ausstellungsraum sind auf der Galerie die übersichtlich und ansprechend kurzweiligen Infotafeln mit vielen Bildern angebracht. Die Ausstellung ist nach modernsten Gestaltungskonzepten angelegt und bietet, neben vielen Ausstellungsstücken von den ausgeräumten Dachböden der Rocklegenden, auch multimediale Präsentationen von Film- und Tondokumenten. Neben weißen Plateau-Stiefeln von Dieter „Quaster“ Hertrampf wird auch die feuerspeiende Gitarre, die aus Armeebeständen für Effekte aufgerüstet wurde, Bühnen-Outfits, Platten und CD´s, Poster und Eintrittskarten und viel, aber nicht zu viel, Schnickschnack ausgestellt. Für jeden Musiker ist auch eine eigene Ecke in der Ausstellung eingerichtet. Beeindruckend ist eine Steinplatte mit den PUHDYS-Köpfen, die auf Knopfdruck im wechselndem Licht erscheinen. Die Köpfe wurden dazu eingescannt und dann ausgefräst, erfährt man beim Ausstellungsrundgang.

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Auch die Bandmitglieder  Klaus Schwarfschwerdt und Peter „Bimbo“ Rasym sind begeistert von der Aufmachung der Ausstellung.

Die fünf sympathischen PUHDYS stehen geduldig den vielen Presseleuten Rede und Antwort und für Fotos zur Verfügung. Im Rahmen der Ausstellungseröffnung wurde vor der Burg auch eine Tafel von der Band enthüllt, die auf einen vor drei Jahren von den PUHDYS gepflanzten Baum hinweist, der nach den Wünschen der Band auch „Alt wie ein Baum“ werden soll. Am nächsten Tag gab die Band in Storkow ein Konzert. Einen Wunsch haben die PUHDYS noch. Sie möchten mit den Rolling Stones in Peking auftreten: „Falls die Jungs von den Stones das durchhalten“.

Thomas Moser -BerLi-Press- www.berli-press.de (Bericht und alle Fotos)


 

Die Neuköllner Oper hat sich mit dem Musical „Leben ohne Chris“ an das Thema Tod eines jungen Menschen herangewagt. Gehört Musical und Tod zusammen? Kann man das lebendige Leben und die Trauer in einem Stück auf die Musicalbühne bringen? Die Neuköllner Oper kann es und das Ensemble setzt das Thema mit viel Spaß, Engagement und Können um!

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In der neuesten Koproduktion mit dem Studiengang Musical der UdK Berlin geht es um den gerade achtzehn Jahre alt gewordenen Chris, der als Rollerfahrer am Straßenbaum endet. So ein Typ mit Flügel will ihn abholen und Chris sieht sein Leben mit Songs wie „Am Tag, als ich starb“ in der Rückblende, ist Zuschauer seiner eigenen Beerdigung, hört leider alles, was über ihn geredet wird und sieht, wie alles hätte werden können.

Chris, der ach so coole Typ, muss sich mit seinem bisherigen Leben beschäftigen. Das kann ganz schön gemein sein, so mit achtzehn Jahren! Das Computertagebuch von Chris zeigt nicht nur die Seiten des Ekelpakets, sondern auch die Zweifel und Fragen nach dem Sinn des jungen Lebens: „Du bist jetzt 18 und der Ernst des Lebens beginnt“.

Die Songs sind manchmal traurig und sensibel, aber meistens rockig und voll Power. Das Musical ist ein empfehlenswertes Stück für junge Erwachsene, das auch jedem Älteren gut tut.

„Leben ohne Chris“ kommt manchmal leise und gefühlvoll und dann, ohne ein Widerspruch zu sein, auch laut und schrill daher. Themen wie Angst, Eifersucht, Liebe, Drogen und Alkohol werden nicht ausgelassen. Eine andere Frage lautet: Wozu alt werden und dement im Altersheim leiden? Mit abwechslungsreichen Texten wie „Kluge Menschen sterben jung“ ist das Stück nicht nur leise und traurig, sondern in seiner nachdenklichen Tiefgründigkeit auch sehr mitreißend!

Das gesamte Ensemble konnte mit Gesang, Tanz, Schauspiel und teils akrobatischen Leistungen überzeugen. Die runde Gruppenleistung wurde durch die Soli der jungen Künstlerinnen und Künstler gekonnt abgerundet. Besonders im Song „Wenn es plötzlich Liebe ist!“ kann die wundervolle musikalische Umsetzung der Nadja Darstellerin Karoline Goebel bejubelt werden. Aber auch die Darsteller von Chris, Anna und Lisa können mit lauten leisen Tönen überzeugen. Die Choreografie und die Musik waren zu jeder Zeit stimmig und die Band unter der bewährten musikalischen Leitung von Hans-Peter Kirchberg beigeistert mit ihrer musikalischen Präzision.

Das Thema Tod wurde leicht, aber nicht leichtfüßig, mutig auf die Bühne gebracht. „Und plötzlich geht die Sonne auf“ oder die Frage des Lebens nach dem Tod kann (nur) im Musical beantwortet werden. Das Publikum der Uraufführung in der Neuköllner Oper bedankte sich mit tosendem Abschlussapplaus bei allen Mitwirkenden.

Eine Empfehlung ohne Wenn und Aber!

 Thomas Moser –BerLi-Press (www.berli-press.de) für www.lichtenrade-berlin.de

„Leben ohne Chris“ ein Musical von Wolfgang Böhmer (Musik) und Peter Lund (Text)

Inszenierung: Peter Lund

Musikalische Leitung: Hans-Peter Kirchberg/Andreas Altenhof

Choreographie: Neva Howard

Bühnenbild: Ulrike Reinhard

Kostüme: Claudio Aguire, Andrea Schmidt


 

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