Wer kennt nicht die schwedische Popgruppe ABBA und die großen Hits der 70er Jahre? Die vielen Erfolgssongs der beiden Paare, Agnetha und Björn sowie Benny und Anni-Frid werden in der Musikgeschichte und in den Herzen der Menschen weiterleben.

Im Frühjahr 2016 lebt diese Musik erneut auf: Die Tribute-Show ABBA THE SHOW lässt die Pop-Ära wieder lebendig werden. 18 Konzerte gab es in Deutschland und in der Schweiz. Der letzte Termin in dieser Reihe war im Berliner Tempodrom. Um es vorwegzunehmen, die vielen ABBA-Fans hatten ihren Spass und Partystimmung war angesagt. Das volle Haus tobte zeitweilig, es wurde viel geklatscht, mitgesungen und zumindest an den Rändern der Sitzreihen kräftig getanzt.

Katja Nord (Anni-Frid) und Camilla Dahlin (Agnetha) - Foto Herbert Schulze
Katja Nord (Anni-Frid) und Camilla Dahlin (Agnetha) sind Co-Produzentinnen und Sängerinnen von ABBA THE SHOW. Bereits 1996 gründeten sie die ABBA-Cover Band „Waterloo“ mit Erlaubnis des Originals.

Zu Beginn des Konzertes kamen die Stimmen der Frauen, offensichtlich auch wegen einer suboptimalen Aussteuerung, nicht sonderlich gut rüber. Dies änderte sich im Laufe der Show erkennbar zum Positiven. Ihre natürliche Ausstrahlung entschädigte für einige Unzulänglichkeiten. Die männlichen Parts für Björn und Benny präsentierten sich eher farblos und waren musikalisch im Hintergrund. Aber hier konnte zum Schluss der Show (wenigstens das!) ein wenig mehr Begeisterung und Temperament überschwappen.

Mit der zehnköpfigen Band, Originalmusikern und dem renommierten National Symphony Orchestra of London mit Dirigent Matthew Freemann wurden die größten ABBA-Hits „live in concert“ dargeboten. Die über 30 Musiker setzten mit einem satten Sound Dancing Queen, Money Money Money, Mamma Mia und jede Menge anderer Hits gut in eine gewohnte ABBA-Atmosphäre um.

Selbst der frühere ABBA Saxophonist Ulf Andersson ließ es sich nicht nehmen, als Ehrengast zur ersten "Waterloo"-Show zu erscheinen. Auch im Tempodrom war er dabei. Sein wohl markantestes Solo ist das in der Aufnahme des berühmten ABBA-Songs „I do, I do, I do, I do…“ . Andersson ging 1977 mit ABBA auf deren Welttournee und reiste mit ihnen durch Europa und Australien.

Besonders wichtig ist der Band, dass sie nahe am ABBA-Sound bleiben und auch möglichst so aussehen wie ihre musikalischen Vorbilder.

Freuen durfte man sich auch auf die bunten Kostüme von ABBA; aber da enttäuschte die Show in großen Teilen. Ohne Modeexperte zu sein und ohne auf Äußerlichkeiten so großen Wert zu legen: die Kostüme der Sängerinnen, aber auch aller anderen Mitwirkenden waren eher einfach und billig. Und das ist durchaus noch freundlich ausgedrückt. Von Glamour und ABBA war nicht wirklich etwas zu spüren; die Kostüme zum Finale mal ausgenommen. So kann man nur hoffen, dass bei künftigen Shows an dieser Stelle ein etwas größerer Teil der Produktionskosten auch für die äußere Präsentation eingesetzt wird… auch wenn man vielleicht in den hinteren Reihen die Liebe zum Detail sowieso nicht so wahrnehmen kann.

In der Mitte mit Ulf Andersson am Saxofon (Foto Herbert Schulze)
Bei Chiquita wird begeistert mitgesungen. Mit den Hits Fernando, Super Trouper, A Winner takes it all und verschiedene Medleys wurde das breite Spektrum der ABBA-Welt präsentiert. So ist ABBA THE SHOW seit über 10 Jahren bereits selbst ein Kapitel in der ABBA-Historie und dem Revival-Kult geworden.

Eine ABBA-Party mit musikalisch großem Aufwand überzeugte die Fans, wobei zur ganz großen ABBA-Klasse noch ein ganzes Stück fehlte. Fast zum krönenden Abschluss fehlte jedoch natürlich nicht der Siegertitel aus dem Eurovision Song Contest 1974: Waterloo.

ABBA THE SHOW verabschiedete sich mit “Thank You for the Music” und auch die Fans sagen Danke!

Thomas Moser BerLi-Press


 

An drei Tagen, vom 20. bis 22. Januar 2016, brachte der große niederländische Illusionist Hans Klok die Zuschauer im Tempodrom zum Staunen. Für seine kleinen und großen Zaubereien, Illusionen und Stunts braucht Hans Klok keinen Zauberstab und auch keinen Zauberspruch. Der Zauber gelingt ohne all diese herkömmlichen Hilfsmittel.

In einer grandiosen „The New Houdini“ Show wandelt Hans Klok auf den Spuren seines großen Vorbilds Harry Houdini, der Anfang des 20. Jahrhunderts seine großen Erfolge beim Circus und im Varieté feierte. Die Show wurde in Monte Carlo mit dem Silbernen Clown ausgezeichnet. Schon vorweg kann man sagen, dass die Mischung von kleinen Zaubereien und großen Illusionen ein Erlebnis für die ganze Familie ist. Die Großeltern sind genauso angetan wie die Enkel mit ihren aufgerissenen Augen.

Die Show von Hans Klok ist ein vollgepacktes Programm mit einem Showensemble, natürlich auch Zauberhelfern und mit erstklassigen internationalen Varieté-Stargästen. Das Programm ist eine harmonische Show mit fließenden Übergängen. Sterne schweben über die Bühne, Lichtpunkte wandern durch den Raum und ganz einfache Tücher können sich gegen die Weisungen des Zauberers sträuben. Viele, viele kleine Dinge faszinieren. Man staunt nicht schlecht, als sogar ein Tisch durch den Zuschauerraum schwebt. Auch zum Greifen nah eine Glühbirnen-Zauberei, exklusiv vom großen Houdini-Vorbild, in dem die Glühlampe über das begeisterte Publikum schwebt.

Die Groß-Illusionen sind natürlich ein Schwerpunkt des Zaubermeisters. In den verschiedensten Behältern, Würfeln und Kisten verschwinden Kloks Assistentinnen oder er selbst, meistens „garniert“ mit Säbeln, Messern und Feuer, und sind dann im Nullkommanichts an einer anderen Stelle. Dort sind sie gänzlich anders angezogen und ungeschoren für den nächsten Trick bereit. Die Geschwindigkeit und die Wechsel sind atemberaubend. Selbst wenn man vielleicht bei einigen Tricks glaubt die Ansätze entschlüsseln zu können, bleibt die unvorstellbare Geschwindigkeit ein Rätsel. Schwebende Menschen scheinen zu den leichteren „Klok-Übungen“ zu gehören. Atemberaubende Houdini-Nummern mit der „Kralle des Todes“ oder die Befreiung aus dem wassergefüllten Wasserbecken sind Entfesselungs-Stunts, wie Klok sie immer wieder nennt, die keineswegs alltäglich in der Zauberei und durchaus gefährlich sind. Die Houdini Zaubereien haben schon über hundert Jahre auf dem Buckel, sind aber keinesfalls verstaubt und in die Zauberjahre gekommen.

Die Stargäste der großen Show beeindruckten mit ihren Künsten. Ob ein tanzendes Verkleidungspaar, Seiltanz einer Chinesin, Hula Hoop oder der einzigartigen Kontorsionskunst der beweglichen Schlangenfrau aus Afrika, alles war einmalig großartig.

Foto: Roy Beusker

Magier Klok entführt mit „The New Houdini“ den Zuschauer in eine magische Welt, in der das Unmögliche möglich gemacht wird. „Das ist Träumen mit offenen Augen“, verspricht Hans Klok. Der Mann mit dem blonden wallenden Haar wusste zu beeindrucken und mit seinem liebenswerten Charme und Witz, in einem niederländisch gefärbten Deutsch, konnte er spielend leicht die Zuschauer für sich einzunehmen.

Staunen, genießen, entspannen! Ein perfekt zauberhafter Abend!

Thomas Moser – BerLi-Press


 

Der Circus Roncalli und sein Gründer und Direktor Bernhard Paul bürgen schon seit 1976 für eine hohe künstlerische Qualität. Der 12. Original Roncalli-Weihnachtscircus ist jetzt auch schon eine Berliner Tradition.


Das Tipi-Zelt am Anhalter Bahnhof verwandelt sich zu einem feierlich geschmückten Weihnachtszelt. Der Weihnachtscircus ist eine gelungene Kooperation von Roncalli mit Semmel Concerts. Auf die Premiere freuen sich auch jedes Jahr viele Prominente mit ihren Familien. Ob Schauspieler oder Fernsehleute, alle freuen sich auf diesen Jahresabschluss. In diesem Jahr waren beispielsweise Walter Plathe, Ben Becker, Ingo Naujoks, Johann von Bülow, Mariella Ahrens, Britta Elm, Enie van de Meiklokjes und auch der Regierende Bürgermeister von Berlin, Michael Müller, mit seiner Familie dabei.

Wenn Roncalli kommt, dann beginnt Weihnachten, das war der Eindruck, den man bei vielen Besuchern gewinnen konnte. Wer das Circusgebäude betritt, tritt in eine andere Welt und wird so gleich ein Stück entschleunigt.

Das Programm beginnt und die Zuschauer werden nicht enttäuscht. Das erstklassige Roncalli Royal Orchestra gibt immer den passenden Takt an. Traditionelle Klänge und rockig-swingende Musik ist kein Gegensatz, zumindest nicht mit Roncalli. Ein buntes Varieté-Programm wird zu fairen Preisen präsentiert. Alle Acts greifen wie ein Zahnrad ineinander und sind harmonisch aufeinander abgestimmt. Trotz künstlerischem Feinsinn ist es eine lebendige Show geworden, die sich durch viel Kraft und Energie auszeichnet. Als Motto hätte man auch gut „aufregend-unaufgeregt“ nehmen können.

Der feinsinnige Clown verbindet gekonnt die Showteile und kann selbst mit der simpelsten Plastikverpackung kleine Konzerte anstimmen.

Eine riesig schimmernde Stab-Marionettenfigur gibt einen leichtfüssigen charmanten Rahmen für Bernhard Pauls Weihnachtsmärchen.

Mit großen Ballons und mit Hilfe der Riesenmarionette wird sogar ein kleines Luftballon-Mädchen zum Schweben über die Köpfe der Zuschauer gebracht. Eine faszinierende Welt zwischen getragen werden und schweben verkörpert dieser luftiger Zauber.

Aber es ist natürlich auch erstklassige Akrobatik dabei.


Eine Truppe mit jungen Kubanern fliegt durch die Luft, leuchtende Bälle, kombiniert mit Jonglage und Dynamik, verzaubern das Publikum und ein junger Spanier tanzt mit viel Temperament und atemberaubenden Salti über ein Seil. Zwei andere Akrobaten schwingen zwei Frauen durch die Manege und mit einem Rhönrad-ähnlichen Reifen bewegt sich lustig und kunstvoll so eine Art Yeti über die Weihnachtsbühne. Unter dem Titel „Human Flag“ bewegen sich Karen und Dominic geschmeidig an einer Stange und wirken fast schwerelos, quasi wie zwei wehende Fahnen. Das Ganze wurde auch noch mit Pantomime kombiniert und ist so eine einzigartige Shownummer. Zwei andere Pantomimen und Zauberer, Vic & Fabrini, sind eine Klasse für sich. Mit viel Magie, Körperbeherrschung und Komik bewegen sie sich, wobei es fast nicht zu durchschauen ist, ob eine lebensgroße Puppe doch nur ferngesteuert ist. Der Roncalli-Weihnachtscircus hat zwar kein Tier dabei, nicht einmal Hunde oder Ponys haben ins Programm gefunden, aber trotz alledem kann man von einem tierisch guten Programm sprechen.

Roncalli hat sich mal wieder übertroffen, obwohl man immer wieder glaubt, dass diese Spitzenleistungen nicht zu toppen sind. Eine Empfehlung, bei der man wahrlich kein schlechtes Gewissen haben braucht. Noch bis zum 3. Januar!

Thomas Moser (auch alle Fotos)


Alle Fotos Thomas Moser


 

Von Anfang an eine Bombenstimmung, bei den Shanty-Rockern von SANTIANO! Eine solche Äußerung könnte in heutigen Tagen, nach dem Terroranschlag von Paris, schnell zu Irritationen führen. Jedenfalls war die Stimmung von Anfang an grandios!

Erhöhte Sicherheitsmaßnahmen und eine kleine Verspätung nahmen die 12.000 Menschen für das Konzert „Von Liebe, Tod und Freiheit“ in der Mercedes-Benz Arena gerne in Kauf, denn ein etwas mulmiges Gefühl hatten sicherlich viele Konzertbesucher. Die Arena war ausverkauft. Die Besucher, geschätzt im Alter 40 plus, aber durchaus auch begeisterte jüngere Fans, ließen sich ihre Freude nicht nehmen.

Eine Schiffssirene, Möwengeschrei und stürmische Brandung kündigten die musikalischen Nordlichter an. Der Vorhang fiel, ein kräftiges „Hallo Berlin“ und die „Lieder von der Freiheit“ läuteten den Abend ein. Zwei volle Stunden war der Musiksegler unterwegs. Im Logbuch von SANTIANO standen die größten Hits. Ihr musikalisches Genre erstreckt sich von traditionellen und internationalen Volkslieder -oft auch in deutscher Sprache-, Popmusik, Rock ‘n’ Roll bis Irish Folk. Schon beim zweiten Lied „Bis ans Ende der Welt… wir fürchten uns nicht!“ standen viele Fans von ihren Sitzplätzen auf. Das Feeling von rockigen Shanty-Hits bis hin zu ruhigen, eher melancholischen Titeln ist die perfekte Mischung. Von Piraten, Freibeutern und Seeleuten wird zumindest musikalisch das Rauhe, aber auch das Gefühlvolle erwartet. Diese Erwartung erfüllt SANTIANO voll und ganz. Die Geige, begleitet von Gitarren und dem Akkordeon, bringt den richtigen Sound rüber.

Pressefoto SANTIANO
„Johnny Boy“ besingt die Freiheit, die frei wie der Wind ist. An dieser Stelle wird kurz über den Terroranschlag in Paris gesprochen. In den Texten findet man neben Liebe, Tod immer wieder die Freiheit, ein Gefühl das beim Publikum jetzt besonders präsent zu sein scheint.

Als Bühnendeko ein altes Schiff, bunte Lichter, Feuerzauber und Konfettiregen waren gelungene optische Reize. Aber „Santiano“ darf bei SANTIANO natürlich nicht fehlen. Alles klatscht im Rhythmus , singen „Leinen los, Segel hoch, volle Fahrt“ und es wird gejubelt. Weiter mit dem Song „Wir segeln nach Californio“; hier ist grölen durchaus erlaubt. Etwas schwermütiger geht es dann mit schwenkenden Armen weiter: „500 Meilen auf dem Meer. Fort von dir.“ Der Wechsel von Rock, totaler Stimmung und Romantik hat seine Berechtigung und ist bei den Fans von SANTIANO sehr beliebt. Kehlige, rauchige Stimmen singen von Ferne, Festen und Furcht. „Alle die mit uns auf Kaperfahrt fahren“ wird von einem wahren Feuerzauber mit Lagerfeuerromantik begleitet. Einfache Melodien und einfache Texte machen das Mitsingen leicht, wenn die Frage gestellt wird „Was macht ein Seemann wenn er durstig ist?“ SANTIANO-Lieder sind so wie ein bisschen Kölsche Karneval-Lieder auf Norddeutsch: Stimmung mit viel Überschwang und Lebendigkeit, auch wenn öfters vom Tod gesungen wird. Dann geht es um Grundbedürfnisse: „Es gibt nur Wasser, Wasser, Wasser überall, doch wir haben nichts zu trinken. Wir brauchen Rum…“ So dürfen auch die „Blow Boys Blow“ und „Whiskey in the jar“ nicht fehlen. Aber, vom neuen Album „Von Liebe, Tod und Freiheit“ ist auch der ruhige plattdeutsche Titel von Knut Kiesewetter „Fresenhof“ dabei.

Als Überraschungsgast kam für ein Duett die Sängerin Oonagh (gesprochen Una), die bereits 2014 die Seebären auf „hoher See“ begleitete.

Ein herrliches Konzert mit ausgelassener Stimmung! SANTIANO ist weiter auf Deutschlandtournee. Und die Berliner dürfen sich auf 2016 freuen. Am 16. Juli wird SANTIANO „Live und Open Air“ die Waldbühne zum Kochen bringen. Man kann sich freuen!

Thomas Moser


 

Im Oktober 2015 war Marius-Zeit! Die Zeit für den großen Rock- und Bluessänger Marius Müller Westernhagen, der mit deutschen Texten sein Publikum schon seit Jahrzehnten in seinen Bann zieht. Deutschland, Österreich und die Schweiz erreichte der Musiker mit „Westernhagen-Live 2015.“ Seinen letzten Auftritt dieser Tour absolvierte er, besser feierte er, in seiner Berliner Wahlheimat. 12.000 Fans kamen in die Mercedes-Benz Arena.

Bevor das zweistündige Konzert startete, rockte „BenjRose“ das Vorprogramm. In Berlin hatte die Straßenmusikerin Elen Wendt, die bereits bei „The Voice of Germany“ stimmlich überzeugte, eine persönliche Einladung von Marius bekommen. Er war von ihrer Straßenpräsentation auf dem Berliner Alexanderplatz so begeistert, dass er sie persönlich anrief und auch sie in das Vorprogramm zu seinem Abschlusskonzert einlud. Dann der große Moment und der Bühnenvorhang fiel.

Die Konzertankündigung versprach, dass bei den aktuellen Konzerten das zusammenfließt, was diesen Mann stets ausgemacht hat. Keine Übertreibung, denn Marius Müller Westernhagen war sich nicht zu schade dafür, auch seine alten geliebten Hits zu Gehör zu bringen. Und das mit voller Hingabe und so mit neueren Werken kombiniert, dass es tatsächlich wie ein eigenes neues Gesamtkunstwerk, fast so etwas wie ein Lebenswerk, aussah, sich anhörte und anfühlte. Das Publikum war begeistert und Marius war stellenweise offenbar so gerührt, dass er dies kaum in Worte fassen konnte.

Mit „Folge mir, ich bin dein Alphatier“ startete der 66-jährige Sänger. Und schon der dritte Song war der bekannte „Mit Pfefferminz bin ich dein Prinz.“ Seine Band und die Background-Sänger überzeugten mit musikalischen Spitzenleistungen, ohne das dabei musikalische Egotrips produziert wurden. Das haben diese Musiker auch nicht nötig!

Eine eher spartanisch ausgestattete Bühne schuf den Rahmen des Auftritts. Enorm aufgewertet wurde die Show von den Video-Bildkollagen, zumal nicht nur bunte Bildchen und Zauberformen über die Leinwand flimmerten. Es wurden Geschichten mit Tiefe und Hintergrund, von Liebe aber auch von Krieg und Zerstörung erzählt. Dies verstärkte die musikalische Zeitreise auch optisch.

Mit Gitarre und knarriger Stimme röhrte Westernhagen den „Willenlos“-Song und erzählte von Fräulein Meyer, mit „y“. Das Publikum im Rund der Arena, wo natürlich Stehplätze waren, flippte aus. Aber es wurde auch schon vereinzelt auf den Rängen getanzt.

Marius Müller Westernhagen erzählt davon, dass er in Berlin das erste Mal so eine Art Heimatgefühl hat. Der Wahlberliner wohnt seit 5 Jahren in Berlin und was und wie er das erzählt, hört sich ehrlich und ohne Schmus an: „Ich fühl mich als Berliner!“

Mit Mundharmonika und mit kräftiger Fan-Unterstützung sang Marius davon, dass er zurück auf die Straße will. Auf Wunsch einer einzelnen Dame sang er dann den schon lange nicht mehr gesungenen Blues-Song „Lass uns leben… weil ich dich liebe.“ Klasse! „Sexy, ich würd alles für dich tun“ war der Abschluss vom ersten Teil des Konzertes, das jedoch, fast nahtlos in die zweite Hälfte überging. Manchmal musste das Publikum aufgefordert werden: „Berlin, das geht lauter!“ Aber das Publikum ging auch so gut mit. Marius sang rockig „Wir haben die Schnauze voll“, aber das traf sicher nicht auf den Konzertabend zu. Westernhagen bedankte sich bei allen Mitwirkenden, besonders den Roadys, die die wahren Rock ‘n’ Roll Helden sind. Der Abschluss eines genialen Konzertes war –natürlich-, nur mit drei Gitarren, der „Johnny Walker“, der beste Freund vermutlich mancher jugendlichen Rocker-Nacht! Ein Super-Marius, nichts von Rockerrente zu spüren; auch Udo Jürgens wusste es, dass mit 66 Jahren erst das Leben anfängt.

Der Abend zeigte ganz ungeschminkt, dass für Marius Müller Westernhagen die Liebe zur Bühne wohl die größte Konstante in seinem Leben ist. Einfach ein klasse Konzert!

Thomas Moser BerLi-Press

Fotos: Pressefotos von M M-Westernhagen


 

Lena, die Lena Meyer-Landrut, die als Nr. 1 den Eurovision Song Contest rockte, stellte auf der diesjährigen Club-Tour ihr neues Album  „Crystal Sky“ vor. Der Rummel um „Unser Star für Oslo“ ist jedoch nun schon über 5 Jahre her. „Einfach das machen, worauf sie Lust hatte“ war Lenas Motto für das neue Album. Im Heimathafen Neukölln war der Deutschland-Auftakt der „Carry You Home“-Tour der 24-jährigen Sängerin.

Foto Nicolas Kantor
Im Vorprogramm stimmte die in Berlin lebende Australierin Kat Vinter das Publikum auf deren Liebling Lena ein und fand durchaus begeisterte Unterstützung. Sie war beim ausverkauften Konzertabend auch als Background-Sängerin dabei. Aber Lena ließ mit dem Konzertbeginn auf sich warten und kam mit fast halbstündiger Verspätung mit ihrer Band auf die Bühne. Mit einigen selbst geschlagenen Takten am Schlagzeug startete Lena den Abend, bevor sie gesanglich in den circa zweistündigen Abend überleitete. Es sollte ein durchaus rockiger Abend werden, der mit sphärischen elektronischen Klängen und Hymnenelementen mehr bot, als nur ein Abklatsch ihrer ersten Erfolge. Sie stellte ihr viertes Studioalbum vor, brachte aber auch einen Mix ihrer älteren Songs und coverte einige Songs, zum Beispiel von Justin Timberlake. Lena sprach immer wieder von ihrer Aufgeregtheit und das die Fans ihr die kleinen Fehler verzeihen sollten. Die Rockerin ist halt immer auch noch ein wenig das „kleine Mädchen“, was aber genau die Fans an ihr zu mögen scheinen. So betonte sie vor dem überwiegend jüngeren Publikum immer wieder: „Ich habe euch so lieb!“

Zusammen mit ihrer Sangeskollegin Lary, die als Special-Guest dabei war, sang Lena „Junimond.“ Sicher ein Highlight des Konzertes. Der Eurovision-Hit „Satelitte“ war auch in einer neuen Verpackung im Programm, leider mit total übersteuertem Ton… oder sollte das etwa so sein? Songs, die nur mit Begleitung einer Akustikgitarre präsentiert wurden, unterstrichen hingegen sehr schön die Live-Qualitäten der Sängerin.

Es war ein solides Konzert und die Fans fühlten sich wohl und waren begeistert. Beim Zugabeteil ließ sich Lena auch nicht lange bitten. Sie zauberte ihre zwei männlichen Schützlinge des Vorjahres von „The Voice Kids“ aus dem Hut. Bei „Wild and Free“ explodierte ein goldener Konfetti-Regen und die Stimmung war auf dem Höhepunkt. Ein gelungener Lena-Heimathafen-Club-Abend!

Thomas Moser


 

Donnerstag, 17. September 2015

Ost-Rocklegenden und "einer geht (mindestens) noch!" ... Rockerrente wird verschoben!

Die Ost-Rocklegenden Puhdys, Karat und City tourten 2015 sehr erfolgreich durchs Land.

Doppel-CD und DVD, noch einmal die Rocklegenden 2016 (nicht in Berlin) und das Puhdys-Abschlusskonzert als Solokonzert (in der Mercedes Benz Arena am 1. und 2. Januar 2016!)

Als ROCK LEGENDEN veröffentlichten die PUHDYS, CITY & KARAT ein erstes gemeinsames Album, das sich sofort im ersten Viertel der Media Control Charts platzieren konnte, und gingen zusammen auf Tournee. Zehn restlos ausverkaufte, gigantische Liveshows mit vielen, euphorisierenden Momenten zwischen den leidenschaftlich agierenden Musikern und dem glücksseligen, generationsübergreifenden Publikum.


Deshalb war es für Universal unabdingbar, den Livemitschnitt aus Chemnitz von der Tour auf Doppel-CD, DVD und Limited Package (mit Doppel-CD und DVD), die nicht nur die Energie und Magie der Spektakel eins zu eins wiedergeben, sondern auch dessen emotionale Dichte vermittelt, zu veröffentlichen.

Last but not least werden die PUHDYS am 1. und 2. Januar 2016 ihre beiden letzten Solokonzerte in der Mercedes Benz Arena Berlin geben. Zweifelsfrei ein Mega-Highlight mit vielen Emotionen auf der Bühne und im Publikum.


Bis Anfang 2016, Jungs. Wir sehen uns! ToM

Letzte Konzertberichte: LINK


 

Ein Stimmungsbericht von der Pyronale 2015

7. September 2015 Wer am letzten Wochenende in Berlin unterwegs war hat sich vermutlich gefragt, warum Bahnen und Straßen so voll waren. Doch Kenner wissen, Anfang September gibt es drei Großveranstaltungen in der Hauptstadt. Die Internationale Funkausstellung IFA, das Musikfest Berlin und das jährliche Highlight für alle Pyromanen (neben Sylvester): die Pyronale.

Das Feuerwerk-World-Championat feierte dieses Jahr sein 10-jähriges Jubiläum ... und was für eins! Über 65.000 Besucher strömten an zwei Tagen auf das Maifeld vor dem Olympiastadion, um sich von Feuerblumen, Fontänen und Goldregen bezaubern zu lassen. Weitere tausend Menschen, die kein Ticket mehr ergattern konnten oder wollten, waren rund um das Olympiastadion sowie auf dem Teufelsberg anzutreffen. Ausgestattet mit Decken, Campingstühlen und Stativen für ihre Kameras, sowie einem freundlichen Lächeln auf den Gesichtern warteten sie voller Vorfreude auf das Großereignis.

In den letzten neun Jahren traten 41 Teams aus 30 Ländern aller Kontinente an und verschossen dabei rund 162 Tonnen Großfeuerwerkskörper. Das 2005 gegründete Feuerwerksevent findet mittlerweile weltweit Anerkennung und erhält mehrere Dutzend Bewerbungen von Teams pro Jahr. Der besondere Reiz an dieser Veranstaltung ist die Konkurrenz zu anderen Teams und ein möglicher Sieg, welcher schon zu einer Art Qualitätssiegel geworden ist.

Das Reglement

Bei der Pyronale treten jährlich 6 Mannschaften aus 6 Ländern an, wobei sich jedes Team an bestimmte Vorgaben und ein Finanzbudget halten muss. Ein Feuerwerk besteht aus drei Teilen. Im ersten Teil der Pflicht wird circa 1 Minute Feuerwerk ohne musikalische Begleitung abgeschossen, wobei die Teams eine Farbvorgabe erhalten; dieses Jahr Violett - Grün. Danach kommt der zweite Teil der Pflicht, bei dem die Teams eine circa 4 minütige lange Musikvorgabe erhalten. Dieses Jahr war es ein Medley aus Verdis "Zigeunerchor", dem "Hummelflug" von Rimski-Korsakow und Griegs "In der Halle des Bergkönigs".

Der Höhepunkt jedes Feuerwerks ist die Kür, bei der sich die Teams 10 Minuten lang unter dem Motto "My Country" kreativ relativ frei entfalten können. Dabei sollten sie ihre Länderfarben und Musik von einheimischen Künstlern verwenden.

Bewertet wird von einer Fach- und einer Kreativ-Jury sowie vom Publikum vor Ort. Der Fachjury geht es vor allem um die Kreativität, die Vielfalt von Farben und Effekten sowie die Synchronisation zur Musik und die technische Ausführung. Die Kreativjury und das Publikum urteilen eher „aus dem Bauch heraus“.

Die Feuerwerke

Die Pyronale startete pünktlich und bei bestem Feuerwerkswetter mit dem spanischen Team "Pyrotecnia Caballer". Das spanische Temperament war vor allem an vielen Feuerraketen und der rot-weißen Farbgebung erkennbar. Das Publikum war angetan, doch noch nicht emotional mitgerissen, möglicherweise lag dies auch an der rein musikalischen Kür ohne Gesang.

Als zweites Team trat England mit "Pyrotec Fireworks" an. Dies war nicht nur mein persönliches Highlight, wie auch an der Stimmung im Publikum bemerkbar war. Synchronität zur Musik von Queens "We will rock you" und dem "Hallelujah" sowie einer einzigartigen türkisen Feuerwerksfarbe, welche so noch nicht zu sehen war, brachten dem englischen Team den zweiten Platz in der Gesamtwertung.

Den Publikumspokal bekam am Freitag das Deutsche bzw. Berliner Team "Potsdamer Feuerwerke". Sie lieferten vor allem ein bombastisches Finale mit Weiß-Silber Herzen am Nachthimmel und begeisterten mit deutschen Künstlern wie Jan Delay, Farin Urlaub und Nena. In der Gesamtwertung erreichte das Team aus Berlin den 3. Platz.

Der zweite Feuerwerksabend startete mit der Slowakei mit "Privatex Pyro" zu ruhiger slowakischer Musik und zauberhaften Goldregeneffekten. Ein gelungener Start in den Finaltag der Pyronale 2015.

Finnland ging mit dem Team "Pyrostar Finland" an den Start und brachte das Publikum mit prächtigen Feuerblumen zu bekannten finnischen Künstlern wie Apocatyptika, Sunrise Avenue und The Rasmus in Ekstase.

Doch der absolute Liebling beim Publikum sowie bei der Jury war das Team aus Mexico "Fireworks Martarello Ramos". Stimmungsvolle Musik, eine Wand von Explosionen am Himmel, absolute Synchronität und sogar ein "MEXICO" Schriftzug aus Fontänen am Boden brachte den Publikumspreis für Samstag und den ersten Platz, also Gold, in der Gesamtwertung. Herzlichen Glückwunsch!

Verabschiedet wurde das Publikum an beiden Pyronale Abenden durch ein Abschlussfeuerwerk der Firma Flash Art, die auch die technische Leitung beim Aufbau der Pyrotechnik übernahm. Ein gelungener Abschluss für ein tolles Event.

Jetzt schon Tickets für 2016

Für die Pyronale 2016 haben sich bereits 70 Teams angemeldet, aus denen dann sechs ausgewählt werden. Die 11. Pyronale findet am 9. und 10. September 2016 wieder auf dem Maifeld am Olympiastadion statt. Tickets sind bereits erhältlich. Und allen die einen Tribünenplatz wollen lege ich ans Herz die Tickets rechtzeitig zu kaufen, da dieses Jahr die Tribünen ausverkauft waren. Ich freue mich schon sehr auf nächstes Jahr.

Kai-Oliver Moser (auch Fotos)

Noch ein Foto von 2014


 

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