Mit „Türkisch für Liebhaber" wurde in der Neuköllner Oper ein neues Mozart-Singspiel geschaffen, dass inhaltlich die Wirrungen des Lebens von Türken in Deutschland aufs Korn nimmt. Das zeitgenössische Singspiel entstand aus dem Geist der Türkenoper „Der wohltätige Derwisch" des 18. Jahrhunderts und erzählt aus der Perspektive junger Künstler mit türkischen Wurzeln.

Die junge Komponistin Sinem Altan hat für die Neuköllner Oper die Mozarthafte und volkstümliche Musik aufgegriffen und mit eigenen Kompositionen in die Gegenwart geführt. Die Geschichte aus der Mittelschicht der türkischstämmigen Deutschen stammt von der Autorin und Kolumnistin Dilek Güngör. Die Texte handeln von turbulenten Missverständnissen und der Sehnsucht nach einem selbst bestimmten Leben, die es in jeder Kultur und sicher nicht nur in Kreuzberg und Neukölln gibt.

In einer lebhaften Art und Weise wird die Geschichte vom attraktiven Ercan, gespielt vom Schauspieler Kerem Can, erzählt. Ercan kommt aus Ankara und will in Berlin ein Architekturpraktikum absolvieren. Einquartiert wird er selbstverständlich im Kreise der Familie. Und es kommt wie es kommen musste. Der Onkel will den Neffen unbedingt mit der deutsch-türkischen Studentin Mine verkuppeln. Die zuerst aufgezwungene und geschmähte Liebe führt nach einigen Wirrungen mit einer Freundin von Mine und einer deutschen Arbeitskollegin von Ercan zu einem Happyend mit Anhang.

Die multikulturelle Geschichte aus dem deutschen Kiez ist trotz der Länge des Stückes kurzweilig. In die lustigen und teils Klischee behafteten Texte kann sich der Zuschauer gut einfinden.  Das Premierenpublikum war verzaubert.

Das teilweise orientalisch besetzte Orchester, unter der musikalischen Leitung von Hans-Peter Kirchberg, überzeugte durch seine Brillanz und Präzision.  Im Ensemble begeisterten an diesem Abend besonders die weiblichen Stimmen. Hervorzuheben ist die Mine, dargestellt von der Berlinerin Aline Vogt. Die Sängerin betörte mit Ihren stimmlichen Fähigkeiten. Das Duett mit  Nina Reithmeier, die die Freundin Sinem spielt, war ein besonderer Leckerbissen. Den besonderen türkischen Flair brachte aber die türkische Sängerin Begüm Tüzemen mit viel Klasse ein. Für die gute schauspielerische Gesamtleistung des Ensembles bedankte sich das Publikum mit anhaltendem Applaus.  Es inszenierte Søren Schuhmacher, Oberspielleiter an der Deutschen Oper Berlin, der wie sein Ausstatter Norbert Bellen und die Mehrzahl des internationalen Ensembles erstmals an der Neuköllner Oper arbeitet.

Zusammenfassend kann gesagt werden: Ein wundervoller musikalischer und multikultureller Abend mit Hintergrund, unverkrampften Multikulti-Witz, schöner Musik und viel Freude!

Thomas Moser 1.12.2008

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Die Kölner Kultband „BAP“ schreibt schon Jahrzehnte deutsche Rockgeschichte; um genau zu sein seit 32 Jahren. In Berlin trat die Band mit den kölschen Texten und ihrem neuesten Programm „Radio Pandora“ in der gut besuchten legendären Columbiahalle, in unmittelbarer Nähe des kürzlich geschlossenen Flughafens Tempelhof, auf. „Radio Pandora“ gibt es in der Plugged- und Unplugged-Version.

Pünktlich und ohne Eitelkeit beginnen die Rocker ihr Bühnenprogramm. Der ehrliche und unverfälschte Rock kommt bei den Zuschauern in der gefüllten Columbiahalle gut an. Eine einzelne Köln-Fahne wird geschwenkt. Einige Besucher singen auch die Texte mit, andere scheinen „nur“ die Musik zu genießen und klatschen im Rhythmus der Melodie. Bei einigen Liedern hat man fast den Eindruck, dass der Hallenboden bebt. Auch wenn nicht alle Kölsch verstehen ist es nicht so schlimm, denn die Mucke ist einfach nur mitreizend!

Die Band nimmt die Zuschauer mit auf eine dreistündige pausenlose Reise und spielt Songs von Orten, wo sie schon immer hin wollten. Die Lieder handeln auch vom Leuchtturmwärter, vom Fernfahrer aus Osnabrück, von Amerika, Alexandra und Magdalena.

Die Musik ist manchmal melancholisch langsam, in der anderen Sekunde dann aber wieder turboschnell oder einfach nur rockig.

Als Gast begrüßte die Band wieder die Geigerin Anne de Wolff (spielt auch bei Rosenstolz).

Die Musiker von BAP rund um den Dichter, Sänger und gesellschaftlich engagierten Künstler Wolfgang Niedecken, der als einziges Bandmitglied bei der Gründung dabei war, gehören zu den erfolgreichsten Rockkünstlern Deutschlands. Bis heute schaffte es jedes BAP-Album auf die vordersten Chartplätze. Der Frontmann Wolfgang Niedecken und sein „Verdamp lang her….“ dürfte vielen Menschen, die heute um die Fünfzig sind, noch in den Ohren klingen. Das Kultlied, natürlich auch im Kölschen Platt, handelt von Zwiegesprächen am Grab seines Vaters. Der Inhalt dürfte vielen Fans aus dem Nicht-Kölner Raum wohl oft nicht so bewusst gewesen sein. Der Name „BAP“ auch spontan entstanden, erzählt Niedecken, weil er häufig in seinen Liedern von seinem Vater erzählte. „Bapp“ oder „Papp“ bedeutet im Kölschen soviel wie Vater oder Papa.

Der musikalische und inhaltliche Stil der BAP-Songs wird wesentlich von Bob Dylan, den Kinks, Bruce Springsteen und den Rolling Stones geprägt.

Das Konzert war ein imposantes Feuerwerk solider handgemachter Rockmusik. Die Besucher waren rundum begeistert! Die Spielfreude der Band ist immer wieder ansteckend!

Thomas Moser 1.12.2008

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Max Greger, Paul Kuhn und Hugo Strasser, drei reifere Vollblutmusiker, betreten in Berlin die Bretter, die ihnen schon immer und immer noch die Welt bedeuten. Sie sind auf ihrer dreimonatigen „Tour 2007 - Best of Swing Legenden" in Deutschland unterwegs und füllen ohne Schwierigkeiten große Hallen mit Ihrer swingenden und jazzigen Musik.
 

„Es ist für uns kein Problem, wenn wir als Legenden bezeichnet werden. Das sehen wir als Auszeichnung an!" so Max Greger vor dem Konzert. „In den letzten zwei Jahren ist die Zusammenstellung der Musiktitel gereift!", weiß Strasser zu berichten. Hugo Strasser berichtet weiter, dass alle „Legenden" ihre Lieblingstitel ausgesucht haben. Dann hat man nur noch die Zusammenstellung abgestimmt. Paul Kuhn erläutert: „Aus der Erfahrung weiß man, was das Publikum mag".

 

 

Mit auf der Gastspielreise ist die erstklassig besetzte SWR Big Band und als Special Guest die zweimaligen Grammy-Gewinner „New York Voices", zwei Frauen und zwei Männer, mit brillanten Stimmen.
Von den zirka 20 Konzerten fanden die in Berlin im Januar 2007 im Friedrichsstadtpalast statt und laufen noch im Rest der Republik bis Anfang April. Das Publikum, überwiegend wohl die Generation „70 +", füllt fast vollständig den Friedrichstadtpalast mit seinen zirka 1.900 Sitzen. Kaum einer im Publikum kann ruhig sitzen bleiben. Vom ersten Takt an sieht man wippende Beine und glückliche Gesichter. Die meist älteren Besucher werden bei jedem Musikstück agiler. Ein Highlight reiht sich an das Andere. „Alexander´s Ragtime Band", „Tequilla", „Sentimental Journy" und die Moritat von Mackie Messer sind nur einige der bekannten Titel. Musik, die von den Legenden Duke Ellington, Glenn Miller, Count Basie und z.B. Louis Armstrong kommt, fanden Einzug in das Konzert.

 


In seinem roten Jackett unterhält der achtzigjährige Max Greger kurzweilig das Publikum und kann am Ende seiner gekonnten Saxophoneinlagen noch temperamentvolle Hüpfer vollführen. Paul Kuhn spielt erstklassig Klavier und schnippt, wie man ihn schon immer kennt, beim singen mit seinen Fingern. Der ruhigste der Musikanten, Hugo Strasser, spielt in seinem unverkennbaren Sound virtuos seine Klarinette.
Das Publikum ist während des gesamten Konzerts begeistert und zeigt Fitness und Ausdauer. Rasender Applaus und Standing Ovations sind der verdiente Lohn der mitwirkenden Künstler. Manche Teenyboygroup würde über solche enthusiastischen Fans vor Neid erblassen.
Die drei Künstler sind besonders Stolz auf die Zusammenarbeit mit den „New York Voices". „Alle Vier sind sehr sympathisch, liebenswert und inspirieren uns!" bekräftigen Greger, Kuhn und Strasser. Die amerikanischen Künstler sind auch mit dem Tournee-Bus unterwegs.

 


Auch wenn schon die letzte Tournee 2006 „Abschiedstour" hieß, denken die drei „Magiere der Musik" nicht an Abschied. Paul Kuhn und Hugo Strasser sind nach schwerer Krankheit wieder fit und können sich einen musikalischen Ruhestand nicht vorstellen. Strasser sagt: „ Eine Pause können wir uns nicht leisten, wir sind zu alt!". Max Greger muss nur noch seine Frau überzeugen, dass er nicht wirklich kürzer treten kann. Körperlichen Ausgleich findet Kuhn beim Golfen, Strasser und Greger wandern gerne.
Auch wenn die Tour 2007 beendet ist, werden sich die drei Musiker nicht zurückziehen. Man kann schon gespannt auf die nächste Tournee sein. Bis zur nächsten gemeinsamen Tour wird jeder seinen eigenen musikalischen Weg weitergehen.
Leider ist von den Swing-Legenden kaum noch eine Präsens im Fernsehen zu finden. Max Greger beklagt, dass im Fernsehen nur noch Platz für Musik des jungen Publikums oder für Volksmusik ist.
Vom ungebrochenen Bedarf an Swing- und Jazzmusik zeugen jedoch die vollen Hallen auf der Tournee. Zur Tournee ist auch die CD „Best of Swing Legenden" erschienen.
Ein Abend voll schöner Musik!

 

BerLi-Press -Pressedienst Lichtenrade- Thomas Moser (auch Fotos)

14.01.2007

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