Daniel Barenboim & Lisa Batiashvili

19. August 2018 Die Berliner Waldbühne bot auch 2018 die perfekte Bühne für das West-Eastern Divan Orchestra unter Leitung von Daniel Barenboim. Und es war wieder ein perfektes Klassikvergnügen. Das sommerliche Wetter war für diesen Open-Air-Abend mit diesem ganz besonderen Orchester wie gemacht.
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Foto: Kai Heimberg
Seit fast 20 Jahren ist das von Daniel Barenboim und Edward W. Said gegründete West-Eastern Divan Orchestra als globaler Botschafter der kulturellen Verständigung ein Begriff in der Musikwelt. Die jungen Künstler aus Israel, Palästina, Syrien, Ägypten, dem Iran und anderen Ländern des Nahen Ostens und Nordafrikas bringen die Bereitschaft mit, über den Geist der Musik hinaus gemeinsam in Gesprächen und Diskussionen ein offenes Ohr für die Erfahrungen und Sichtweisen ihrer Kollegen zu entwickeln. Ein Höhepunkt der alljährlichen Sommertournee war auch diesmal der Auftritt in der Berliner Waldbühne, die mit ihrer einmaligen Atmosphäre und ihrem begeisterungsfähigen Publikum ein ganz besonders passender Ort für die Spielfreude dieses Orchesters ist.
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Foto: Kai Heimberg
Gemeinsam mit dem West-Eastern Divan Orchestra stand eine Künstlerin auf der Bühne, die seit Jahren eng mit Daniel Barenboim zusammenarbeitet: die Geigerin Lisa Batiashvili. Nach der erfrischend temperamentvollen „Polonaise“ aus der Oper Eugen Onegin (1877/78) von Pjotr Iljitsch Tschaikowski kam bereits vor der Pause der absolute Höhepunkt des Abends. Es war ein Violinkonzert des Komponisten zu hören, dass wohl alle Zuhörer in den Bann zog. Das zentrale Werk des romantischen Repertoires ist für Orchester und Solistin gleichermaßen eine große Herausforderung.
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Foto: Kai Heimberg
In der Ankündigung hieß es: „Beim ersten Aufeinandertreffen dieser Ausnahmekünstlerin mit dem West-Eastern Divan Orchestra ist ein ebenso reiz- wie kraftvolles musikalisches Miteinander zu erwarten.“ Und da wurde kein bisschen zu viel versprochen. Mit einer außergewöhnlichen Musikalität und Spielfreude erklang wie von Zauberhand die Violine. Die harmonisch gespielte Violine war in einer prächtigen Orchesterklangfarbe verpackt. Und ja, auch von Gänsehautfeeling zu sprechen ist keineswegs übertrieben. Eine musikalische Leistung der Extraklasse. Ein Konzert, das wie ein wunderbares Vogelkonzert anmutete, bei dem selbst die Vögel genussvoll der von Menschen gemachten Musik lauschten. Berechtigterweise erntete die Künstlerin und das Orchester für diese Leistung viel Begeisterung und Applaus.
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Foto: Kai Heimberg
Vervollständigt wurde das Programm durch zwei Stücke des berühmtesten Kompositionen Claude Debussys, dessen Todestag sich 2018 zum 100. Mal jährt. In der symphonischen Dichtung La Mer (1903-05/1909) fängt Debussy nicht weniger als den Charakter des Meeres musikalisch ein: „Die hochatmosphärische Partitur, die dem Orchester eine Fülle von Klangfarben entlockt, ist wie geschaffen für die sommerliche Stimmung eines Augustabends in der Berliner Waldbühne.“
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Auch mit Zugaben ließen die Künstler nicht lange auf sich warten. Ein grandioser Klassik-Konzert-Abend unter Sternenhimmel, den sicher auch die fliegenden Fledermaus-Besucher wohltuend empfanden. Ganz großes Kino, das im nächsten Jahr bereits sein 20. Jubiläum feiert.

Thomas Moser

20. Konzert: 17. August 2019

Das Waldbühnenkonzert des West-Eastern Divan Orchestra 2018

Besetzung:
Lisa Batiashvili, Violine
Daniel Barenboim, Dirigent
West-Eastern Divan Orchestra
Programm:
Pjotr Iljitsch Tschaikowski: Violinkonzert
Claude Debussy: Prélude à l’après-midi d’un faune
Claude Debussy: La mer


Die letzten 4 Fotos Thomas Moser


 

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