Wie gefährdet sind Kinder suchtkranker Eltern?

Der ausführliche Bericht zum Jubiläum, mit einem Kurz-Interview, ist auf der Lichtenrader Internetseite zu finden: http://weblog.lichtenrade-berlin.de/archive/2013/09/03/30-jahre-kinderhaus--eine-einrichtung-feiert-jubil-um.htm


In Deutschland wachsen zwischen 16-22% der Kinder in suchtbelasteten Familien auf, wie aktuelle Zahlen aus der Suchtlandschaft belegen. In Berlin-Lichtenrade wurde vor exakt 30 Jahren eine Hilfeeinrichtung eröffnet, welche speziell Kinder betreut, deren Eltern sich für eine Drogentherapie entschieden haben. Damit wurde eine Vorreiterrolle eingenommen. Am 6. und 7. September wird nun groß gefeiert!



Bereits im Sommer 1979 begannen engagierter Fachkräfte in Berlin-Lichtenrade die Arbeit mit drogenabhängigen Menschen und dem Aufbau einer suchttherapeutischen Einrichtung. Dafür konnten die dortigen Gebäude und ein parkähnliches Areal in der Mozartstraße genutzt werden, welches schon immer sozialen Zwecken gewidmet war und seit 1901 unter dem Namen „Tannenhof“ bekannt ist. Dieser Name wurde für die Einrichtung übernommen und diente später auch dem Trägerverein als Anregung. So heißt die Einrichtung noch heute „Tannenhof Zentrum I“ und der Gesamtverein inzwischen offiziell „TANNENHOF Berlin-Brandenburg e.V.“!

Der Fachtag wurde von Ellen Martin, Leitung Suchtpräventionsfachstelle Südbrandenburg, moderiert.

Eröffnung durch Dr. Bert Flemming, Vorsitzender TANNENHOF Berlin-Brandenburg e.V.

Begrüßung durch Horst Brömer, Geschäftsführer vom Tannenhof.

Die Ehrengäste zum Fachtag.

Grußworte der Staatssekretärin Sigrid Klebba.

Jugendstadtrat Oliver Schworck vertritt den Bezirk Tempelhof-Schöneberg.

Grußworte von Thomas Legl, Vorsitzender der Föderation euro-TC, der später noch über "Interkulturelle Beobachtungen zu posttraumaischen Belastungsstörungen" sprach.


Dr. Matthias Brockstedt, Leiter des Kinder- und Jugendgesundheitsdienst Berlin-Mitte, machte es plastisch: "Das riecht nach Kindesmisshandlung, der Gebrauch aller Sinne im Jugendhilfesystem".

Die systemische Therapeutin, Regina Riedel, sprach über "Systemisches Arbeiten mit Suchtfamilien".



Manuela Dewitz, Therapeutische Leitung Tannenhof Zentrum I (lks) und

Heike Tzschoppe, Leitung Kinderhaus Tannenhof, sprachen über "Neue Drogen und die Mitaufnahme, Betreuung und Behandlung von Kindern".

Eine kurze Pause war dann doch angesagt.

Regionalleiterung Annegret Cornelius im Gespräch mit Stadtrat Schworck.

Ausstellung: "Kinderhaus und kleine Künstler".

Internationaler Besuch: Paolo Stocco, Präsident des Comunità di Venezia (Italien) und Ehrenpräsident euroTC, über den "Tannenhof Mutter-Kinder-Therapiezentrum als europäisches Modell für Behandlungseinrichtungen" referierte auf Englisch.

Schlussworte vom Geschäftsführer Horst Brömer über "Mut und Zuversicht: Die Behandlung von suchtkranken Eltern mit ihren Kindern lohnt sich", bevor es zum sehr leckeren Buffet des Küchenmeisters Daniel Schade ging.
In jener Anfangszeit der Suchttherapie war die parallele Mitbetreuung von Kindern oder gar die direkte Mitaufnahme von Kindern aus suchtbelasteten Familien überhaupt nicht üblich, obwohl die Beziehung zum eigenen Nachwuchs für Suchtkranke häufig ein zentraler Punkt im Leben der Eltern und damit wichtigste Motivation in der Therapie war und ist.

Aufbauend auf dieser Erkenntnis wurde erstmalig 1982 eine süchtige Mutter mit ihrem Kind im Tannenhof aufgenommen. Da der Bedarf an Kinderbetreuung während der stationären Therapiephase bereits damals sehr groß war, erfolgte 1983 die Anerkennung der Kindergruppe im Tannenhof! Damit wurden völlig neue Wege beschritten und in die Suchttherapie der Eltern wurden erstmalig auch die Begleit- und Folgebelastungen für die Kinder mit einbezogen.

Seit dem wird im Tannenhof und seinem Kinderhaus parallel zur Sucht-Rehabilitationsbehandlung sehr erfolgreich mit den Kindern und Eltern ein pädagogisch-therapeutisches Konzept umgesetzt:

Seit 1983 insgesamt 639 Kinder betreut und es bewies sich, dass die Erfolgsquote bei der Suchttherapie der Mütter/Eltern deutlich höher ist, wenn die Kinder während der Therapie mit dabei sind. Alleine in den letzten 5 Jahren wurden ca. 200 Kinder betreut, während Ihre Eltern im Haupthaus des Tannenhof Zentrum I die stationäre Therapie absolvieren.

Sein 30-jähriges Bestehen hat das Kinderhaus mit einem Fachtag sowie einem großen Kinderfest gefeiert. Zum Fachtag kamen als Laudatoren unter anderem Sigrid Klebba als Berliner Staatssekretärin für Jugend und Familie sowie Jugend-Bezirksstadtrat Oliver Schworck. (Text Tannenhof)

Alle Fotos: Thomas Moser


 

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