Berlin-Lichtenrade, 2. November 2012 In der heutigen Ausgabe der Berliner Morgenpost wird berichtet, dass das ehemalige Georg-Kriedte-Haus am Kirchhainer Damm 74 möglicherweise eine Dauerunterkunft für circa 250 bis 300 Asylbewerber werden soll.



Pflegeeinrichtung Georg-Kriedte-Haus kurz vor der Schließung
Im Jahr 2011 wurde die Pflegeeinrichtung vom Bezirksamt Tempelhof-Schöneberg geschlossen. Auch die Internetzeitung von Lichtenrade berichtete ausführlich darüber. Nunmehr soll der Berliner Liegenschaftsfonds die Einrichtung an einen privaten Investor verkauft, der schon mehrere Wohn- und Flüchtlingsheime betreibt. Das Landamt für Gesundheit und Soziales würde sich sehr darüber freuen, da eine Gemeinschaftsunterkunft in Reinickendorf geräumt werden soll.


Franz-Neumann-Haus sollte auch Asylbewerberunterkunft werden...
Im Jahr 2011 wurde auch schon überlegt, ob die ehemalige AWO-Senioreneinrichtung „Franz-Neumann-Haus“ in der Lichtenrader Augsburger Straße, in unmittelbarer Nähe des Kirchhainer Dammes, auch zu einer Asylbewerberunterkunft wird. Damals regte sich schon heftiger Protest.

Jan-Marco Luczak sieht den Ortsteil Lichtenrade als belastet an...
Jetzt meldet sich der Wahlkreis-Bundestagsabgeordnete Dr. Jan-Marco Luczak (CDU) zu Wort. Nach den Meldungen in der Morgenpost verweist Luczak darauf, dass es in Lichtenrade bereits eine Jugendarrestanstalt gäbe. Als reine Einfamilienhausgegend sei der Ortsteil nicht geeignet 300 Menschen aufzunehmen: „Das Asylrecht ist ein wichtiges Thema, aber in der Bevölkerung muss dafür die Akzeptanz da sein.“ Nach Angaben der Morgenpost äußert sich die Sozialstadträtin Sibyll Klotz (Bündnis 90/Die Grünen) ähnlich. Si soll ein gesamtstädtisches Konzept fordern.

Auf Nachfrage vom Lichtenrader Pressdienst BerLi-Press erläutert Jan-Marco Luczak die aktuelle Situation. Es geht bundesweit um stark steigende Asylbewerberzahlen, vorwiegend aus Mazedonien und Serbien. Hier sind Steigerungsquoten von bis zu 50 Prozent zu verzeichnen. Die Asyl-Anerkennungsquote bei diesen Ländern liegt bei nur 0,2 %. Somit ist die Chance der Anerkennung von politischer Verfolgung sehr gering. Durch ein Urteil des Bundesverfassungsgerichtes musste das Asylbewerberleistungsgesetz ausgeweitet werden. Luczak geht aus diesem Grund von einer Anreizwirkung aus, dass Menschen aus diesen Ländern oft aus wirtschaftlichen Gründen Asyl beantragen.

Besonders ärgerlich findet es aber der CDU-Bundestagsabgeordnete, dass die Verteilung der Asylbewerber in Berlin so ungleichmäßig ist. Am meisten Asylbewerber hat der Bezirk Lichtenberg untergebracht. Schon an zweiter Stelle steht mit rund 800 Asylbewerber der Bezirk Tempelhof-Schöneberg mit rund 800 Asylbewerber. Rund 600 Plätze sind im ehemaligen Notaufnahmelager in Marienfelde. Mit einer Ausweitung in Richtung Lichtenrade würden die bezirklichen Zahlen über 1.000 Plätzen liegen. Luczak sieht damit Steigerungen der bezirklichen Kosten zum Beispiel bei Impfungen. Aber auch in Schulen wird es verstärkt zu Unterbringungsproblemen kommen, da viele kinderreiche Familien Asyl beantragen. Der Bezirk Steglitz-Zehlendorf soll nur rund 50 Plätze anbieten. Luczak fordert eine gerechtere Verteilung in Berlin, die auch der Akzeptanz der Asylbewerber zugutekommt. ToM

Fotos: BerLi-Press


 

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