Lange war es geplant. Jetzt hat es endlich geklappt. Der zweite Industrie- und Wirtschaftstreff des Jahres, zu dem Bezirksbürgermeisterin Angelika Schöttler gemeinsam mit der Wirtschaftsförderung eingeladen hatte, fand in dem Unternehmen IndiaDreusicke Berlin im Nunsdorfer Ring 17 statt. Es gab ein volles Programm.

„Wir freuen uns sehr, wieder einmal in einem richtigen Produktionsunternehmen gastieren zu dürfen, noch dazu in einem Mitgliedsunternehmen unseres dienstältesten Unternehmensnetzwerkes Motzener Straße. Passend dazu haben wir mit Christian Hoßbach – er ist stellvertretender DGB-Vorsitzender der Region Berlin-Brandenburg – einen kompetenten Referenten mit industriepolitischem Schwerpunkt gewinnen können“, so Bezirksbürgermeisterin Angelika Schöttler.

Den Anfang machte aber, das ist beim Industrie- und Wirtschaftstreff so üblich, der Gastgeber.

Deutlich sichtbar platziert lag das wohl bekannteste Produkt des Unternehmens, viele Berliner_innen werden dieses Produkt bei sich zu Haus wiederfinden. Die Fritz Box – Made in Berlin. 80 Prozent des Produktes entstehen genau hier im Nunsdorfer Ring.

„Gehäusetechnik, Formenbau, Kunststoffspritzguss, Oberflächentechnik, Baugruppen - wir bringen Kunststoff in Form“, so stellt Firmeninhaber Thomas Dreusicke sein Familienunternehmen vor. Gegründet 1929 von Felix Dreusicke in Berlin - Mitte, Kommandantenstraße. 1996 Einzug in eigene, neu erbaute Räume in Berlin Marienfelde, Rigistraße 11. Seit 2012 Umzug in eigene, wieder neue und nochmals größere Räume in Berlin Marienfelde, Nunsdorfer Ring 17. Er ist stolz auf sein Unternehmen und darauf, dass es ihm nicht nur gelungen ist, Produktionsarbeitsplätze in Berlin zu halten. Er exportiert die Fritzbox sogar nach China. Üblich war in den vergangenen Jahren eher die umgekehrte Entwicklung.
472 Industrie  und Wirtschaftstreff bei IndiaDreusicke
von li n re Christian Hoßbach, Bzbm’n Angelika Schöttler, Silke Gmierek und Thomas Dreusicke © Martina Marijnissen

Der Gastreferent Christian Hoßbach brachte mit seinem Vortrag zur Industriepolitik einen deutlich politischen Schwerpunkt in die Gesamtdiskussion. Viele Jahre fand ein massiver Abbau von Industrie statt, davon hat sich Berlin, wenn man die Stadt mit anderen Bundesländern vergleicht, bis heute nicht erholt. Die Tendenz ist positiv aber noch lange nicht zufriedenstellend. Gerade auch die durchaus kontroverse Diskussion im Anschluss machte deutlich, wie wichtig Industriepolitik für den Bezirk Tempelhof-Schöneberg ist, der einer der industriestärksten Berlins ist.

Beim anschließenden Get together gab es die Idee, dieses Thema in einer Podiumsdiskussion zu vertiefen.

„Hier in den Bestandsunternehmen sind und entstehen neue, gut bezahlte Arbeitsplätze und hier wird ausgebildet. Deshalb ist es so wichtig, die Entwicklungspotenziale zu identifizieren und gemeinsam an der Stärkung dieses Areals mit den vielen Arbeitsplätzen zu arbeiten“, so Schöttler weiter.

Auch das Thema Fachkräftemangel wurde noch behandelt. Silke Gmirek, Geschäftsführerin vom Träger GFBM, hatte kurz die Möglichkeit, das gemeinsame Projekt mit dem Bezirk ‚Geflüchtete in Arbeit‘ vorzustellen. Für die Unternehmen bietet sie ein umfangreiches Betreuungsangebot an. (BA T-S)