Anlässlich des Todes von James Last am 9. Juni 2015 schreibt der Fan, Sammler und Freund, Günter Krüger: Danke, Hansi, für alles...

Ein Nachruf von Henning Hamann, der James Last auch kannte: LINK

Hier der Bericht über Günter Krüger:
„Äußerlich sieht man es mir nicht an, aber innerlich hebe ich ab!“ Dieser Eindruck wird bestätigt, wenn man sich mit dem James-Last-Fan Günter Krüger unterhält. Günter Krüger (71) aus Marienfelde ist eher der zurückhaltende und freundliche Typ. Günter Krüger ist vital, humorvoll und strahlt eine tiefe, nicht immer auf dem ersten Blick sichtbare, Lebensfreude aus. Er ist nicht der Mensch, der anderen Menschen auf den Wecker gehen will.

Auch bei dem Bandleader, Komponisten, Arrangeur und Musikproduzenten James Hans Last, den er mittlerweile intensiv kennengelernt hat, würde er nie auf die Idee kommen, ihn zu nerven und hinterherzurennen.

James Hansi Last mit Günter Krüger (Foto privat)
Krüger ist es wichtig, dass James Last nicht das Eigentum von irgendjemand ist. Er ärgert sich sehr über angebliche Fans, die dem Musiker auflauern und nur seine Großzügigkeit ausnutzen.

Berliner Konzert begeisterte

Günter Krüger war auf dem letzten Berliner Konzert am 18. April 2015.

Auf seiner Fan-Website www.jameslastfan.de schreibt er: „Danke Hansi für das wunderbare Konzert!“ Und Günter Krüger darf auch „Hansi“ sagen, denn der große Musiker hat ihm schon vor Jahren das „Du“ angeboten. Krüger bejubelt aber nicht alles, was von James Last an Musik gemacht wird. So erzählt er in der Pause vom Berliner Konzert: „Das Konzert war erfreulicherweise viel besser als in Hamburg. Da waren der Sound und die Stimmung längst nicht so gut.“ Kurzentschlossen haben er und seine Frau, die sich über das Hobby ihres Mannes freut, nach dem guten Berliner Konzert noch Karten und den Flug für das einige Tage später stattfindende Köln-Konzert gekauft.

Mit einer Platte fing alles an!

„Einfach mal so“ hat Günter seiner Frau Karin 1969 die LP „Non Stop Dancing 9“ geschenkt: „Das war die erste James Last Platte, die ich gekauft hatte.“ Bis 1982 kamen dann circa 130 Last-Schallplatten zusammen. „1982 packte mich dann in der Waldbühne so richtig das James-Last-Fieber. Am Konzertschluss war das unzertrennliche Paar direkt vor der Bühne und dann ging es los. „24 Bilder von der Instamatic-Kamera, einen Film hatte ich sogar noch auf dem Boden gefunden, waren meine Ausbeute,“ erzählt der rüstige Günter Krüger. So richtig kann Krüger auch nicht erklären, was bei diesem Konzert mit ihm passiert ist. Jedenfalls seit diesem Zeitpunkt sammelte er alles rund um James Last.

Mitklatschparty „Superlast“ brachte Krüger und James Last zusammen

Für die Aufnahmen der bekannten Party-Platten mit James Last war es üblich, dass der Musiker für die richtige Background-Stimmung richtige Partys organisierte.


Die Musik für die „Superlast-Party“ war aufgenommen und bei den Partys wurde der typische Last-Party-Sound der siebziger und achtziger Jahre dazu gemixt. Krüger wurde 1983 nach Hamburg eingeladen, aber irgendwie war die Party auf eine Woche später verlegt worden. Günter Krüger und seine Frau erreicht die Information nicht und so reisten die Krügers eine Woche zu früh an. James Last war ganz erstaunt. Jedenfalls konnten sie im Studio bleiben und zuschauen. Bei dieser Gelegenheit bot Last dann dem außergewöhnlichen Fan Krüger das „Du“ an. Krüger hätte sonst Last niemals einfach nur so „Hansi“ genannt. Später fuhren sie mit Krügers Auto gemeinsam zum Essen und James Last spendierte sogar den Flug für die richtige Party, die dann eine Woche später stattfand.

Frau und Herr Krüger mit James Last und Ehefrau (Foto privat)
Sammel-Leidenschaft – aber Last ist kein „Idol“ für Günter Krüger

Günter Krüger ist weltweit der größte Sammler, der die meisten Sachen über James Last zusammengetragen hat. Seit 1982, dem Beginn seiner Last-Sammel-Sucht, ist Krüger bei Wind und Wetter auf Flohmärkten und Plattenbörsen zu finden, hat regelmäßig Suchanzeigen in Zeitschriften und Zeitungen und stöbert das Internet nach Last-Erinnerungen durch. Krüger ist mit circa 30 Fans international eng per Internet vernetzt und befreundet. All die Fans verbindet die Liebe zur Musik von James Last. Was Günter Krüger auch immer wieder betont und was ihm wichtig ist, dass James Last kein Idol von ihm ist. Idole sind für Günter Krüger Menschen wie Mutter Teresa, Albert Schweitzer oder Karlheinz Böhm. James Last ist für Krüger aber trotz seines Ruhmes „Mensch“ geblieben und das beeindruckt Günter Krüger.

2005 wurde Krüger gebeten, eine CD-Box mit James-Last-Musik zusammenzustellen. Aber Krüger wäre nicht Krüger, wenn er nicht etwas ganz Besonderes gemacht hätte. Anhand seiner privaten James Last-Sammlung suchte er nur solche Titel aus, die es bis dato noch nicht auf CDs gab. Krüger legte für die Musikstücke auf den 4 CDs, die das Schaffen von James Last über vier Jahrzehnte wiederspiegeln sollten, auch die Reihenfolge fest. Sozusagen ein eigenes Last-Werk vom Super-Fan Günter Krüger.

Die Wohnung der Krügers ist ein kleines Museum

In der Wohnung, in der er mit Frau Karin lebt, sind extra Einbauschränke für seine Schätze gebaut worden. Krüger schätzt, dass er rund 8000 Gegenstände über James Last hat. Von goldenen Schallplatten, bis Platten und CD´s aus allen Ländern, Noten, Eintrittskarten, Backstage-Ausweise, Fotos, Plakate, Programmhefte, unzählige Zeitungsausschnitte und vieles mehr sammelt Krüger. Die Musik ist immer auf Originalmedien und auf Tonträgern in kaum bekannten Formaten, auch aus Amerika.


Vielen Sachen, die in einer gesonderten Vitrine stehen, wurden von James Last auch mit einem Autogramm versehen.

In seiner Computer-Arbeitsecke im Wohnzimmer sind verschiedene in Börsen erworbene Goldene Schallplatten von James Last aufgehängt. Es haben sich 4 Goldene-Schallplatten, 3 Goldene-CDs und 3 Platin-CDs angesammelt. Auch viele Raritäten hat Günter Krüger. Darunter sind alte auch nicht veröffentlichte Aufnahmen, Platten aus Japan, China und vielen anderen Ländern, eine Schellack-Platte, auf der Hans Last noch den Baß zupft.


Günter Krüger ist überzeugt, dass er inzwischen das ganze Repertoire, das unter dem Geburtsnamen „Hans Last" und dem von der Plattenfirma erfundenen Künstlernamen „James Last" offiziell veröffentlicht wurde, in seiner privaten James-Last-Sammlung hat „und noch so einiges mehr“.

Über Geld redet der Sammler und ehemalige Systemtechniker nicht, aber für manch seltene Platte hat er vierstellige Beträge hinlegen müssen. Für Krüger war jedoch wichtig, dass seine Familie nie darunter leidet. Der stolze Vater von zwei erwachsenen Kindern ist auch ein vernarrter Opa und hat für seinen Enkel für später schon eine kleine Last-Überraschung vorbereitet.

Günter Krüger weiß noch nicht so recht, wer die ganze Sammlung mal erben soll: „Mir ist dann egal, was damit passiert.“ Man erahnt aber im Gespräch, dass Krüger nichts dagegen hätte, wenn die Sammlung irgendwo einen würdigen Platz finden würde.

Platten im Musikantenstadl: Das war der Hammer!

Der bescheidene Günter Krüger glüht für sein Hobby und kann viele Geschichten erzählen. Für eine Musikantenstadl-Sendung mit Andy Borg im Jahr 2009 hat er 250 Kopien von verschiedenen, natürlich den schönsten, Schallplatten-Cover zur Verfügung gestellt. Diese wurde in der Sendung, bei der James Last anlässlich des 80igsten Geburtstags eingeladen war, von den Gästen auf ein Stichwort hin hochgehalten. Da die Aktion für James Last unvorbereitet kam, war es eine echte Überraschung und man konnte ihm die Rührung ansehen. Günter Krüger zur gelungenen Überraschung: „Das war der Hammer!“

Vertreten in allen Medien und in einer Last-Ausstellung

Günter Krüger ist in den Karteien vieler Pressemenschen, denn wenn es was über James Last zu berichten gibt, dann ist es immer interessant, was der Last-Fan zu bieten hat. Ob in Fernsehsendungen oder sogar auf Seite 3 der Süddeutschen Zeitung, Krüger ist eine beliebte Medienfigur und hat eine riesige Menge über James Last zusammengetragen. Krüger legt aber Wert darauf, dass er den Medienvertretern nie hinterhergerannt ist.

Im April hat Günter Krüger über 100 Exponate für eine kleine James-Last-Ausstellung im MedienPoint Tempelhof zur Verfügung gestellt. Hier stellte er sich zur Ausstellungseröffnung dann direkt neben seinen musikalischen Wegbegleiter. Die Pappfigur war der Hingucker der Kiez-Ausstellung.

Gruppenbild mit 2 Damen bei der MedienPoint-Ausstellungseröffnung im April 2015: Dr. Ulrike Stutzky (aktive Förderin des MedienPoints), Günter Krüger, James Last, BVV-Vorsteherin Petra Dittmeyer und Henning Hamann (v.lks.n.re.)

Ich freue mich, dass ich den interessanten Günter Krüger kennengelernt habe, und wünsche ihn noch viel Freude an seiner Last-Leidenschaft!

Thomas Moser (auch alle Fotos, sofern nicht als privat gekennzeichnet)

http://www.jameslastfan.de

Bericht von der Ausstellung im MedienPoint: LINK

Bericht vom Berlin-Konzert: LINK


Günter Krüger, James Last und Karin Krüger (Foto privat)