Verleihung der Verdienstmedaillen und des Förderpreises des Bezirks Tempelhof-Schöneberg von Berlin

Für unsere Gesellschaft ist das persönliche, ehrenamtliche Engagement unverzichtbar. Bürgerschaftliches Engagement bildet die Basis unserer Demokratie und unseres demokratischen Selbstverständnisses. Ohne den Gemeinschaftssinn und Einsatz der freiwilligen Helfer_innen wäre in unserem Land und auch in unserem Bezirk vieles nicht möglich. Sie sind es, die unermüdlich – zum Teil über Jahrzehnte – in Vereinen und Einrichtungen in ihrer Freizeit helfen und mitgestalten.

Der Bezirk Tempelhof-Schöneberg ehrt auch dieses Jahr wieder das herausragende freiwillige Engagement dieser Bürger_innen mit der Verleihung von Verdienstmedaillen. Im Rahmen einer Feierstunde werden 8 Ehrenamtliche, die sich aufgrund ihres besonderen und nachhaltigen Engagements um die Allgemeinheit verdient gemacht haben, ausgezeichnet.

Der Förderpreis wird an den Arbeitskreis Lern- und Gedenkort Annedore und Julius Leber und an SPATZ e.V. verliehen. Beide zeichnen sich durch einen besonderen ehrenamtlichen Einsatz und Freiwilligenarbeit aus, die den Menschen unseres Bezirks zu Gute kommt. Der Förderpreis ist jeweils mit 500 € dotiert.
Verdienstmedaille Tempelhof Schoeneberg 1
Foto: Thomas Moser
Die Verleihung der Verdienstmedaillen und des Förderpreises findet am 30. Juni 2017 im feierlichen Rahmen im Goldenen Saal des Rathauses Schöneberg statt.

Die Träger der Verdienstmedaille 2017 sind:

Frau Anita Carstens

Frau Carstens begann ihr ehrenamtliches Engagement vor über 40 Jahren in der damaligen „Aktion Spielraum“, die sich für mehr Spiel- und Freizeitmöglichkeiten im öffentlichen Raum für Kinder und Jugendliche in Friedenau engagierte.

Ihr Engagement brachte sie mit dem Nachbarschaftsheim Schöneberg zusammen, dessen Mitglied sie 1979 wurde und in dem sie zeitweilig auch ehrenamtlich mit Vorstandsaufgaben betraut war.

Seit annähernd 30 Jahren singt Frau Carstens im Konzertchor Friedenau und übernimmt zusammen mit anderen Chormitgliedern alles Organisatorische rund um den Chor. So ist sie neben dem Chorleiter die Kontaktperson ins Nachbarschaftsheim, organisiert alles rund um die Proben wie auch um die Konzerte, die der Chor regelmäßig im Sommer und in der Vorweihnachtszeit veranstaltet. Daneben organisiert sie die offenen Proben für das jährlich vom Rundfunkchor Berlin veranstaltete Mitsingkonzert mit bis zu 200 Teilnehmer_innen.

Mit dem überschüssigen Obst aus ihrem Kleingarten schuf sie verschiedene „Marmeladentische“, deren Erlöse für soziale Projekte verwendet wurden.

Inzwischen ist Frau Carstens zur Anlauf- und Vermittlungsstelle im Kiez geworden. Es macht ihr Freude, sich für die Nachbarschaft einzubringen und mit ihrem Engagement ein Stück Lebensqualität für alle zu schaffen.

Dieses langjährige und vorbildliche bürgerschaftliche Engagement im sozialen Bereich verdient eine Anerkennung in Form der Verdienstmedaille.

Herr Henry Dinter

Herr Dinter ist seit 23 Jahren ehrenamtlicher 1. Vorsitzender des gemeinnützigen Kleingartenvereins Grüne Aue e.V. Der Verein sieht seine Aufgabe darin, durch die Integration aller Generationen, Schichten und Nationalitäten, Menschen der Berliner Stadtgesellschaft für das innerstädtische Kleingartenwesen zu interessieren. Neben den vielfältigen Aufgaben eines ersten Vorsitzenden engagiert sich Hr. Dinter dafür, dass die Parzellen unabhängig von Nationalitäten vergeben werden. Die Organisation des jährlichen Kinderfestes ist ihm eine besondere Freude. Auf seine Initiative hin wird überzähliges Obst an die Diakoniestation in der Rubensstraße gegeben, nimmt der Verein an den Berliner Wertewochen teil, veranstaltet Obstpresstage, die auch interessierten Bürger_innen offen stehen – um nur einige seiner Aktivitäten hier beispielhaft aufzuführen.

Dieses außergewöhnliche und vorbildliche bürgerschaftliche Engagement von Herrn Dinter soll mit der Verdienstmedaille gewürdigt werden.

Frau Corinna Ehrhardt

Frau Erhardt engagiert sich seit mehr als 10 Jahren vorbildlich und mit großem Einsatz in dem Förderverein SPATZ e.V. der Kinderklinik im St. Joseph Krankenhaus in Tempelhof. Der Verein hat zum Ziel, Krankenhausaufenthalte von kranken Kindern möglichst angenehmer zu gestalten. So werden z. B. Spielgeräte und CD-Player angeschafft, eine professionelle Kletterwand für psychisch kranke Kinder und Jugendlichen installiert. Bei all diesen Vorhaben überzeugte Fr. Ehrhardt mit ihrem unermüdlichen Einsatz. Fr. Ehrhardt ist seit über 10 Jahren ehrenamtliche Schatzmeisterin des SPATZ e.V. und wird von allen Vereinsmitgliedern aufgrund ihrer Freundlichkeit und ihrem Engagement hochgeschätzt.

Neben ihrem Engagement im Verein SPATZ e.V. ist Fr. Ehrhardt in der evangelischen Kirche aktiv. Sie arbeitet dort u. a. in Familiengottesdiensten mit, leitet seit 2016 eigenverantwortlich Gottesdienste als Lektorin und koordiniert in Zusammenarbeit mit den anderen Kirchengemeinden in Lichtenrade die Betreuung der Geflüchteten, die in der Gemeinschaftsunterkunft Georg-Kriedte-Haus untergebracht sind, durch Ehrenamtliche.

Dieses langjährige und vorbildliche freiwillige Engagement im sozialen Bereich verdient eine Anerkennung in Form der Verdienstmedaille.

Frau Renate Friedrichs

Frau Friedrichs hat am Aufbau des Vereins Quartier Bayersicher Platz mitgewirkt und ist seit 2009 auch Vorstandsmitglied und Bürgerbeauftragte des Vereins. Der Verein trägt seit seiner Gründung über vielfältige Aktionen und Projekte dazu bei, die Lebensqualität im Bayerischen Viertel zu erhalten und zu steigern, den öffentlichen Raum aufzuwerten und an die Historie des Viertels zu erinnern. Zentrales Projekt des Vereins ist die Umgestaltung des U-Bahnhofs am Bayerischen Platz zu einem Ort der Auseinandersetzung mit der Geschichte des Viertels und dessen Entwicklung zu einem Zentrum der Vernetzung der Nachbarschaft. Ein erster Schritt war die Umgestaltung des unterirdischen Zwischengeschosses, die auf die Initiative von Fr. Friedrichs zurückzuführen ist. Sie hat auch mit großem Engagement und viel persönlichem Einsatz dafür gesorgt, dass die inhaltliche Konzeption erarbeitet und umgesetzt wurde. Durch ihre Vermittlung haben sich auch Kinder der Löcknitz-Grundschule im Bayerischen Viertel aktiv in dem Projekt engagiert. Der zweite Schritt war die Eröffnung des Café Haberland als multimediales Themencafé, das Bewohner_innen und Besucher_innen des Viertels die Möglichkeit eröffnet, sich mit der Historie des Viertels vertraut zu machen. Fr. Friedrichs organisiert die Betreuung der Ausstellung durch ca. 35 Ehrenamtliche an sechs Tagen pro Woche. Sie übernimmt es auch, Besuchergruppen zu empfangen und zu informieren. Für die kulturellen Veranstaltungen des Vereins kümmert sich Fr. Friedrichs um die Vorbereitung, Werbung, Einladungen und verschiedenste Aspekte der Durchführung.

Dieses nachhaltige und nicht selbstverständliche bürgerschaftliche Engagement von Frau Friedrichs verdient eine Anerkennung in Form der Verdienstmedaille.

Herr Klaus Jürgen Geisler

Herr Geißler ist seit fast 40 Jahren ehrenamtlich in Marienfelde engagiert. Als „Ur-Marienfelder“ kennt er Marienfelde in- und auswendig. Er hat sich in den vergangenen Jahrzehnten auf vielfältige Weise für viele Projekte engagiert. Der Sport hatte es ihm besonders angetan. Nach seiner aktiven Zeit ist er noch beratend beim TSV Marienfelde tätig und als Bürgerdeputierter Mitglied im Sportausschuss des Bezirksamtes Tempelhof-Schöneberg. Mit Begeisterung kann er vom Umbau und Neuaufbau der alten Feuerwache für den TSV Marienfelde berichten. Auch hat er sich aktiv für den Bau einer neuen Sporthalle an der Stadtgrenze Marienfeldes eingesetzt.

Als Vorsitzender der Kyffhäuser-Kameradschaft Berlin-Marienfelde ist er ebenfalls seit fast 40 Jahren für die Vereinsmitglieder da. Neben der Traditionspflege, den kulturellen, sportlichen und sozialen Zielsetzungen des Vereins kümmert er sich auch um hilfebedürftige und kranke Vereinsmitglieder, sorgt für einen ehrenden Abschied. Zusammen mit den politischen Parteien, den Vereinen und den Gemeindemitgliedern beider Konfessionen treffen sich die Kyffhäuser zum Volkstrauertag vor der Dorfkirche und gedenken der Opfer von Krieg und Gewalt.

Dieses vielfältige, umfangreiche und vorbildliche soziale Engagement von Herrn Geisler soll mit der Verdienstmedaille gewürdigt werden.

Herr Hans Menzler

Herr Menzler ist seit 2005 in vielfältiger Weise ehrenamtlich engagiert, so dass hier nur die wichtigsten Stationen aufgeführt werden können. Nach den Gottesdiensten betreibt eine Gruppe von Ehrenamtlichen, darunter Herr Menzler das Kirchcafé. Er arbeitet hier seit 2005. Vor 11 Jahren bewegte ihn der Libanonkrieg dazu, sich als aktives Mitglied in die Friedensgruppe der Zwölf Apostel Gemeinde einzubringen. Hier liegt ihm insbesondere der christlich-jüdische Dialog am Herzen. In der Suppenküche „Apostelstube“ hilft Herr Menzler seit 2011 tatkräftig mit. Lange bevor die Türen am Abend für Besucher_innen und Gäste geöffnet werden, bereitet er unter anderem die Getränke und Müllstationen vor. Er ist Mitglied und engagiert bei Efeu e.V., einem Verein zur Förderung der kulturhistorischen Bedeutung des 161-jährigen „Alten St. Matthäus-Kirchhofs“. In der Kirchengemeinde ist Hr. Menzler weiterhin engagiert im Bibelkreis, im Kirch- und Lektorendienst sowie aktives Mitglied der Gruppe „offene Kirche“. Im Jahr 2015 war er befasst mit der Vorbereitung, Organisation und Begleitung der Stolperstein-Verlegung in der Nollendorfstraße 16 für Elfriede und Julius Berg.

Dieses umfangreiche und herausragende soziale Engagement von Herrn Menzler soll mit der Verdienstmedaille gewürdigt werden.

Frau Christel Müller-Güntner

Frau Müller-Güntner ist Mitglied im Verein Nachbarschafts- und Selbsthilfezentrum Marienfelde e.V. und leitet seit 2006 das Nachbarschaftscafé im Alten Waschhaus. Das Café ist dreimal wöchentlich geöffnet und wird vor allem von Senior_innen aus der umliegenden Großsiedlung gut und gern besucht. Darüber hinaus unterstützt sie den Verein bei der Vorbereitung und Organisation monatlich stattfindender kultureller sowie anderer Veranstaltungen. Seit 2 Jahren gehört sie auch dem Vorstand des Vereins an in der Funktion als Kassiererin. Sie bringt viele Ideen für das Vereinsleben ein und wirkt bei der Umsetzung mit. In den zurückliegenden Jahren hat sie auch bei verschiedenen Projekten des Quartiersbüros zur Quartiersentwicklung in der Großsiedlung Waldsassener Straße aktiv beigetragen (Stadtteilfeste, Generationenlauf, Tortenwettbewerb, Weihnachtsmarkt u.v.m.) Frau Müller-Güntner ist ehrenamtliches Mitglied der Vergabe-Jury W40 und nimmt regelmäßig am Stadtteilforum teil.

Für dieses freiwillige und vorbildliche soziale Engagement soll Frau Müller-Güntner mit der Verdienstmedaille geehrt werden.

Frau Beate Strey

Frau Strey ist seit 1976 Mitglied im Friedenauer Turn- und Sportclub 1888 eV. und übernahm 1982 die Funktion der Abteilungsleiterin im Turnen, die sie bis heute ausübt. Dazu ist sie selber noch aktiv als Übungsleiterin im Kinderturnen. Als Frau Strey die Abteilung übernahm, war es eine kleine überschaubare Turnabteilung mit 32 Mitgliedern. Heute beträgt die Mitgliederzahl gut 620 Mitglieder, darunter über 460 Kinder, die sich beim Turnen Tag für Tag sportlich, mit viel Spaß und Freude in der Halle bewegen. Dabei geht es nicht vorrangig um den Erfolg und das Streben nach Spitzensport. Vielmehr ist für Frau Strey das Vermitteln der Werte Spaß und Freude besonders wichtig.

Für dieses freiwillige, langjährige und vorbildliche Engagement im Sport soll Frau Strey mit der Verdienstmedaille geehrt werden.

Förderpreis 2017

Der Förderpreis 2017 wird entsprechend dem Votum der Jury in diesem Jahr geteilt. Der Arbeitskreis Lern- und Gedenkort Annedore und Julius Leber und der Förderverein der Kinderklinik im St. Joseph Krankenhaus, SPATZ e.V., werden mit diesem Preis für ihr außergewöhnliches ehrenamtliches Engagement ausgezeichnet. Das Preisgeld beträgt je 500 €.

Arbeitskreis Lern- und Gedenkort Annedore und Julius Leber

In diesem Arbeitskreis haben sich engagierte Bürger_innen zusammengefunden, um die Erinnerung an die auch für den Bezirk bedeutsamen Widerstandskämpfer Annedore und Julius Leber wachzuhalten. Seit 2012 setzt sich der Arbeitskreis für die Erhaltung des Standortes der ehemaligen Leberschen Kohlenhandlung Bruno Meyer, Nachfolger in der Torgauer Straße und dessen Ausbau zu einem Lern- und Gedenkort ein. Mit Ausdauer, viel ehrenamtlichem Fleiß und Überzeugungskraft konnte der Arbeitskreis den geplanten Abriss des von Annedore Leber in der Nachkriegszeit errichteten Gebäudes verhindern. In zahlreichen Veranstaltungen, Veröffentlichungen, Bürgergesprächen und Ausstellungen informierte der Arbeitskreis über die Tätigkeit von Annedore und Julius Leber im Widerstand gegen den Nationalsozialismus, die Bedeutung der Kohlenhandlung als konspirativem Treffpunkt und als Ausgangsort der publizistischen Bekanntmachung des Widerstands in der Nachkriegszeit durch Annedore Leber. Seit September 2016 besteht ein Nutzungsvertrag zwischen dem Bezirk und dem Stadtteilverein Schöneberg als juristischem Träger des geplanten Lern- und Gedenkortes.

Ohne die engagierte ehrenamtliche Tätigkeit des Arbeitskreises wäre dieser Erfolg, der zugleich ein hoffnungsvoller Ausgangspunkt für die weitere Entwicklung ist, nicht erreicht worden.

Das herausragende, vorbildliche und beispielhafte ehrenamtliche Engagement des Arbeitskreises wird mit dem Förderpreis des Bezirks, dotiert mit 500 €, gewürdigt.

Förderverein SPATZ e.V.

Der Förderverein SPATZ e.V. unterstützt das Josephinchen, Zentrum für Kinder- und Jugendgesundheit im St. Joseph Krankenhaus. Der Verein erfüllt kleinen Patienten unbürokratisch Wünsche, verbessert die Spielmöglichkeiten auf den Kinder-Stationen und versüßt den Krankenhausaufenthalt z. B. durch den Auftritt der Krankenhausclowns ROTE NASEN. So werden Kinder schneller wieder gesund.

Darüber hinaus unterstützt der Verein auch soziale Projekte und hilft damit zurzeit insbesondere geflüchteten Minderjährigen.

Das herausragende, vorbildliche und beispielhafte ehrenamtliche Engagement des Fördervereins SPATZ e.V. wird mit dem Förderpreis des Bezirks, dotiert mit 500 €, gewürdigt.


 

Eigentümer kommt seiner Verantwortung als Vermieter für hunderte Wohnungen in Lichtenrade nicht nach - Anwohner brauchen die Unterstützung des Bezirks
Vor nicht einmal zwei Jahren wechselten ca. 900 Mietwohnungen in der Groß-Ziethener Straße und in der Skarbinastraße zuletzt den Eigentümer, seitdem verschlechtern sich die Wohnbedingungen zusehends. Hausflure und Umfeld verwahrlosen und vermüllen zusehends, die Aufzüge sind immer wieder außer Betrieb - zum Teil wochenlang. Einige Mieter, die auf den Aufzug angewiesen sind, kommen gar nicht mehr aus ihren Wohnungen.  „Es ist ein Skandal, dass ein Vermieter seiner Verantwortung und seiner gesetzlichen Verpflichtung in solch eklatanter Weise nicht nachkommt,“ zeigt sich der Lichtenrader CDU-Bezirksverordnete Zander entsetzt. „Ein solches Desinteresse an den Zuständen der Wohnanlage und für die Sorgen die Mieter habe ich selten erlebt.“
Nachdem das Bezirksamt vor einigen Wochen Kontakt mit dem Vermieter aufnahm, erfolgte nur eine kurze Reaktion und danach stellte sich wieder der alte Zustand ein. Daher beschloss die BVV gestern auf Initiative der CDU-Fraktion, dass das Bezirksamt verstärkt die Interessen der Anwohnerschaft unterstützen und wenn gewünscht als Vermittler zwischen Vermieter und Mieter fungieren solle. „Der Antrag ist ein Zeichen an den Vermieter, dass wir solche unhaltbaren Zustände nicht dulden werden, und ein Signal an die Mieterinnen und Mieter, dass sie sich unserer Unterstützung gewiss sein können,“ betont der CDU-Fraktionsvorsitzende Steuckardt. (PM der CDU-Fraktion vom 22.6.2017)

Zur geplanten Straßenreperatur in Lichtenrade wird über die Beantwortung der  Mündliche Anfrage Nr. 11 des Bezirksverordneten Christian Zander informiert:

Die Beantwortung erfolgte am 21.Juni 2017 durch die zuständige Stadträtin Christiane Heiß (da das gesprochene Wort gilt, kann die mündliche Ausführung von dem gedruckten Text abweichen!)

Weshalb ignoriert das Bezirksamt Anfragen von interessierten Anwohnerinnen und Anwohnern zu dem Thema, wo und wann die im Januar angekündigten Straßenausbesserungsarbeiten im Lichtenrader Dichterviertel stattfinden werden? 

Das Bezirksamt ignoriert grundsätzlich keine Anfragen interessierter Bürger_innen. Bei den angekündigten Straßenausbesserungsarbeiten handelt es sich, aufgrund des begrenzten Budgets, um die Reparatur von Kleinstflächen, hauptsächlich im Umfeld von Einsteigschächten der Berliner Wasserbetriebe. Der Fahrzeugverkehr und die Zugänglichkeit der Anliegergrundstücke werden mit nur geringen Einschränkungen gewährleistet bleiben.

Kann das Bezirksamt nach der sehr knapp gehaltenen Beantwortung der letzten Mündlichen Anfrage aus dem Mai nunmehr genauer sagen, wann nach dem Ende der Ausschreibung und erfolgter Auftragsvergabe in welchen Bereichen des Dichterviertels welche ausgeschriebenen Arbeiten erfolgen sollen?

Vorgesehen ist, im Rahmen der dafür vorgesehenen Mittel, vsl. in folgenden Straßen mit den Arbeiten zu beginnen:

-       Goethestraße => zwischen Schillerstraße und Neanderstraße,

-       Grimmstraße => zw. Halker Zeile und Geibelstraße,

-       Krusauer Straße => zw. Barnetstraße und Fontanestraße,

-       Schillerstr. => zw. Fontanestraße und Grimmstraße,

-       Ekensunder Weg => zw. Barnetstraße und Halker Zeile.

Der Beginn der Arbeiten ist für die 31. Kalenderwoche vorgesehen. Eine Information der konkret betroffenen Anlieger wird kurzfristig erfolgen.


 



Auch wenn die Erkenntnis etwas bitter klingt, soll dies ausnahmsweise mal zu Beginn eines Artikels stehen. Der Lichtenrader Volkspark Verein braucht dringend Unterstützung und sucht aktive Helferinnen und Helfer… gerne auch junge Menschen! Auch wenn man nur ein- oder zweimal im Monat anpacken kann, ist die Hilfe sehr erwünscht und dringend erforderlich.

Wolfgang Spranger vom Volkspark sucht dringend tatkräftige Unterstützung für die große Fläche!
LangeTagderStadtnatur Volkspark Lichtenrade 2017 39
Aber jetzt erst einmal zum aktuellen Anlass:

Zum „Langen Tag der Stadtnatur“ wurde in diesem Jahr wieder in den Volkspark Lichtenrade eingeladen, der natürlich auch sonst 24 Stunden für alle Bürgerinnen und Bürger geöffnet ist. Am 17. und 18. Juni konnte man sich jedoch näher über das Kiez-Grün erkundigen. Der Vorsitzende vom Trägerverein Wolfgang Spranger führte durch die Anlage und hatte dabei so manch eine Geschichte zu erzählen.

Unterstützung auch von der Politik

LangeTagderStadtnatur Volkspark Lichtenrade 2017 41
Melanie Kühnemann (lks) war am ersten Tag dabei.


Hildegard Bentele (mit Kind) besuchte am 2. Tag der Volkspark.
In diesem Jahr kamen die beiden Berliner Abgeordneten, Hildegard Bentele (CDU) und Melanie Kühnemann (SPD), in den Volkspark und wollen damit zeigen, dass ihnen die Arbeit rund um den Lichtenrader Volkspark sehr am Herzen liegt. Beide Frauen haben ihr Abgeordnetenbüro in Lichtenrade.

Spende für den Volkspark


Angelika Heigl von der Aktionsgemeinschaft Bahnhofstraße hatte eine Spendenzusage mitgebracht. Aus Einnahmen von regelmäßigen Konzerten in Lichtenrade konnte dem Vereinsvorsitzenden Spranger jetzt für die Reparatur eines Rasenmähers 500 Euro überwiesen werden.


Im "Gerätepark" fallen immer mal wieder auch größere Reperaturen an.
Ankündigt wurde noch eine Unterstützung der Spielplatzaktion (siehe weiter hinten) nach dem nächsten großen Konzert.

Eine spannende Volkspark-Führung und eine intensive Bayern-Freundschaft

Die bei der Führung erzählten kurzweiligen Geschichten von Wolfgang Spranger klingen sehr unterhaltsam, obwohl dahinter viele nicht immer nur gute Erfahrungen stecken. Er erzählt aber erst einmal, wie aus einer Brache, aus Feldern und an sich aus dem Nichts ein Park entstanden ist. Jeder Baum wurde von den Aktiven im Verein mit viel Mühe und Schweiß gepflanzt. Es fing an mit Weihnachtsbäumen in Töpfen, die von Anwohnern nach den Feiertagen eingepflanzt wurden. Das Ganze lief und läuft ohne große Pläne, da ja ehrenamtliche Laien sich verantwortlich zeichnen. Aber genau dies macht auch den besonderen Reiz der von Lichtenradern gerne angenommenen Grünanlage aus.

"Historische HInweisschilder"
Für das große Areal hat der Verein einen Pachtvertrag erhalten. Damit ist die Pflege und Hege des Parkes ohne staatliche Unterstützung gewährleistet, auch wenn an der einen und anderen Stelle BVV-Mittel zum Beispiel beim Spielplatz mit einflossen.

Zu Beginn der Führung geht es über den sogenannten Werkhof vom Volkspark, der nicht für die Öffentlichkeit zugänglich ist. Hier ist für zwei Kitas extra Platz für Beete gemacht worden, damit diese ganz praktisch Natur erfahren können.



Auch Kartoffeln müssen erst einmal wachsen...
Sie erfahren, dass Kohlrabi und die Mohrrübe nicht im Discounter wächst. Bei der Parkführung wurde dann der ehemalige Rodelberg gezeigt und die Entstehung vom „Kleinen Arber“ erzählt. Mit damals amerikanischer Hilfe hatte der verstorbene ehemalige Tempelhofer Bezirksbürgermeister Siegmund Jaroch dafür gesorgt, dass mit schwerem Gerät der Hügel aufgeschüttet wurde.

Als Dank wurde ein kleiner Platz nach Jaroch benannt.






Hier schon der Hinweis für das 30. Wein- und Winzerfest im September und Vertreter vom Volkspark Lichtenrade sind auch dabei. Sie machen dann auch Werbung für ihren Patenkreis Cham in Bayern.

Besonders hebt der Volksparkchef die langjährige und immer noch lebendige Patenschaft zum Landkreis Cham in Bayern hervor. So wird von dort jährlich der große Weihnachtsbaum für das Rathaus Tempelhof gespendet und auch für den Bezirk kostenlos nach Berlin geliefert. Als der Verein dieses Geschenk mit dem ehemaligen stellvertretenden Landrat „einfädelte“, wurden auch gleich unbürokratisch und schnell zehn dringend benötigte Parkbänke von den Bayern gespendet.

Hilfe für den Spielplatz: Internetabstimmung kann helfen und Erntedank

Die Führung geht dann weiter über den Spielplatz. Auf Initiative von Family & Friends, die selbst aus einer Spielplatzinitiative entstanden sind und viele erfolgreiche Feste in Lichtenrade veranstalten, soll der Spielplatz mit Drittmitteln vom Kinderhilfswerk auf Vordermann gebracht werden.

Claudia Scholz von Family & Friends in Sachen Spielplatz sehr aktiv...

150 Spielplätze von 600 Bewerbungen werden unterstützt. Dafür wird in Kürze geworben werden. Wer sich schon informieren will, dem ist die Facebook-Seite ans Herz gelegt: https://www.facebook.com/SpielplatzVolksparkLichtenrade/. Ab 10. Juli 2017 kann jeder täglich für den Spielplatz im Internet voten. Je mehr Klicks und Unterstützung, umso besser. Ein direkter Link ist noch nicht bekannt, wird jedoch noch veröffentlicht. Man kann dort auch seine Mailanschrift hinterlassen und wird dann informiert. Die Chance ist, dass eine größere Geldsumme für alte und neue Spielgeräte zur Verfügung gestellt wird. Die besondere Hoffnung ist, dass zumindest eine Schaukel und etwas zum Klettern gebaut werden kann. Auch kann man Spenden dafür direkt dem Volkspark-Verein überweisen. Aber die Klicks im Internet sind auch schon fast bares Geld wert. Informieren kann man sich auch hier: https://www.dkhw.de/unsere-arbeit/aktuelle-projekte/fanta-spielplatz-initiative/

Der Spielplatz ist besonders in der Woche sehr gut von Kindergruppen besucht.

Besonders beliebt ist immer das Erntedankfeste im Volkspark auf der großen Festwiese, bei dem viele lokalen Initiativen, Geschäftsleute und Parteien mitmachen.

Das nächste Erntedankfest ist am 23. September 2017.Dies ist ein Tag vor der Bundestagswahl und lässt sich somit gut merken!

Ein Ausblick und kleine Figuren

In zwei Jahren kann dann hoffentlich richtig gefeiert werden, wenn der Volkspark Lichtenrade dann von der ersten Pflanzaktion im September 1979 an schon 40 Jahre existiert. Eine vergleichbare Bürgerbewegung, die sich solange aktiv um einen richtigen Park kümmert, gibt es wohl nicht allzu oft. Damit der Park für alle Menschen und auch dem Nachwuchs noch lange erhalten bleibt, wird nochmal darauf hingewiesen, dass im Augenblick besonders die praktische Unterstützung erwünscht ist.

Eine kleine Besonderheit hat dann noch Waldemar Porzezinski vom Volkspark gezeigt.




Der ehemalige Restaurator bastelt sein einiger Zeit aus Holz kleine freundlichen Figuren und Wesen. Mit dem Erlös will er auch die Arbeit vom Volkspark unterstützen. Die Holz-Zaubereien können beim Erntedankfest erworben werden.

Die lange Volkspark-Geschichte kann im Internet nachgelesen werden (siehe Link unten).

Der Volkspark Lichtenrade ist mit viel Einsatz und Engagement ein wichtiger Ort im Kiez geworden! Wir wünschen eine grüne Zukunft!

Thomas Moser

Zur Geschichte vom Volkspark Lichtenrade:http://www.lichtenrade-berlin.de/lichtenrader-vereine-lichtenrader-volkspark









 

Jazz liegt in der Lichtenrader Luft

Das 6. Lichtenrader Jazzfest war mal wieder ein musikalischer Glanzpunkt für Lichtenrade und den gesamten Bezirk Tempelhof-Schöneberg.
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Im Gemeinschaftshaus Lichtenrade konnte man sich vier Tage, quasi von früh bis spät, dem Jazz und vielen anderen Musikrichtungen hingeben.

Die bezirkliche „Leo Kestenberg Musikschule“ aus Tempelhof-Schöneberg und „Jazz für Alle e.V.“ haben ein abwechslungsreichen Programm der verschiedenen Genres zusammengestellt: Ob Gesangsworkshop, Qi Gong für Musiker, Workshop und Konzert vom Lichtenrader Gospelchor, Voval Jam Session und andere Sessions, Auftritte von Percussionsgruppen, das Lichtenrader Orchester, viele Schülerinnen und Schülerauftritte der Musikschule, ein Dean-Martin-Abend und „Long John & his Ballroom Kings“, ein „International Jazz Project“ und so weiter.



Der Workshop vom Lichtenrader Gospelchor (weitere Fotos unten)...





Kids in Concert...



Der Dean-Martin-Abend

Zum Abschluss dann der beliebte Jazz-Frühschoppen am Sonntag. Man kann gar nicht alles nennen, denn eine solche Vielfalt für eine Kiezveranstaltung ist schon etwas ganz Besonderes und eine Herausforderung an die Veranstalter. Das haben die Veranstalter aber wieder erstklassig hinbekommen. Die Veranstaltungen fanden teils gleichzeitig vor dem Gemeinschaftshaus Lichtenrade, im großen Saal und in der Jazzlounge vom Jugendclub statt. Eine Galerie mit Ausstellungplakaten mit Autogrammen der Künstlerinnen und Künstler zeigte, welch ein breites Spektrum bei den regelmäßigen Konzerten von „Jazz für Alle“ geboten wird.
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Tempelhof-Schöneberger-Jazz-Motor Lutz Fußangel, die Seele vom Ganzen, hatte alle Fäden fest in der Hand und war bei den verschiedensten Auftritten und Workshops selbst aktiv dabei.



So zeigte er plastisch, mit welchen Übungen Kinder an die Musik herangeführt werden. Natürlich war auch sein Saxofon im Einsatz! Aber auch viele Helferinnen und Helfer waren im Einsatz, ohne die eine solche Veranstaltung gar nicht machbar wäre. Die Technik und Organisation, aber auch die Verpflegung muss stimmen… und es hat gestimmt!

Lichtenrade freut sich auf das Lichtenrader Jazzfest Nummer 7 im nächsten Jahr!

Thomas Moser (auch alle Fotos)











Alle Fotos Thomas Moser


 

Am Ende des Berichtes finden sich Anmerkungen (eine Ergänzung) und das Wichtigste: Die Künstlerinnen und Künstler!

Eine Tradition wurde im letzten Jahr wiederbelebt. Das „Lichtenrader Kunstfenster“ gab Künstlerinnen und Künstler des Bezirkes eine Plattform zur Präsentation ihrer Künste. Im Jahr 2017 wurde nun zum zehnten Mal die Bahnhofstraße und auch einige angrenzende Orte erneut zur Kunstmeile. Unter dem diesjährigen Motto „Kunst im Kiez“ verwandelt sich Lichtenrade vom 16. Juni bis zum 14. Juli 2017 zu einer großen Galerie. In den Schaufenstern und auch in Geschäften kann man beim Bummeln die Künste bewundern. Etwas 60 Künstlerinnen und Künstler haben bei circa 40 Geschäftsleuten, Institutionen, Banken, Apotheken und ähnliches sozusagen künstlerischen „Unterschlupf“ gefunden.

Zu sehen gibt es eine breite Vielfalt an Kunst und künstlerischen Stilen, angefangen von Malerei über Grafik bis Fotografie. Die Freude der künstlerischen Schaffenskraft soll Kunden und Besucherinnen und Besucher der Bahnhofstraße gleichermaßen beflügeln, zu vielen spannenden Gesprächen führen und Anstöße geben. Verschiedene Künstlerinnen und Künstler und Geschäftsleute der Bahnhofstraße haben im Rahmen des Geschäftsstraßenmanagements des „Aktiven Zentrums Lichtenrade Bahnhofstraße“ das Kunstfenster mit viel Engagement organisiert.

Thomas Richter (lks) mit Syliva Zeeck und Kevin Bölling




Die Vernissage fand im Privatkunden-Center der Berliner Sparkasse in der Goltzstr. 38 statt. Filialdirektor Thomas Richter, erst seit wenigen Wochen in Lichtenrade, stellte gerne die Räumlichkeiten und den Sekt zur Verfügung. Er stellte in diesem Zusammenhang die Spenden-Aktion für den Kiez von der Berliner Sparkasse „Gemeinsam für mehr Lebensqualität“ vor. Für die Händler begrüßte Kevin Bölling die Gäste. Als künstlerischer Motor begrüßte Sylvia Zeeck im Namen der anderen Aktiven die Besucherinnen und Besucher.

Der Platz reichte kaum aus... sorry an die Künstler, die "abgeschnitten" wurden...
Ein Gruppenfoto der vielen Künstlerinnen und Künstler wird eine Erinnerung an eine gelungene Aktion und Vernissage sein. In der Sparkasse waren für den Tag der Ausstellungseröffnung auch Werke der Künstlerin Sylvia Zeeck ausgestellt.

Zu sehen war ebenfalls die besonders gut gelungene Collage, die auch als Plakat der Veranstaltung ausgewählt wurde.

Dann gab es noch einen ausgiebigen Spaziergang entlang der Schaufenster-Galerie.

Julia Teege vor "Ihrer Galerie" in der Sparkasse...

Photowerke von Patrick Pession im Teeladen

Photokünstler Patrick Pessin (re) mit Teeladen-Inhaber Kevin Bölling

So waren und sind direkt in der Auslage der Berliner Sparksse interessante Fotos von Julia Teege zu bestaunen und im Teegeschäft von Kevin Bölling die photografischen Werke von Patrick Pessin zu bewundern.

kunstfenster lichtenrade 10 6
Horst Zeidler bei der Vernissage...
Bei Grieneisen Bestattungen hat wieder Horst Zeitler ausgestellt und diesmal sogar extra was für das Kunstfenster produziert. Eine digital bearbeitete Tuschezeichung zeigt Lichtenrader Platanen. Viele erinnern sich noch gerne an den verhüllten Reichstag, der von Horst Zeitler in Pastell erschaffen wurde und im Schaufenster angeschaut werden kann. In Kürze wird er auch noch besondere Kunstwerke in der Stadtteilbibliothek Lichtenrade ausstellen.

Man kann jedoch noch viel mehr erkunden, indem man sich Zeit für die Bahnhofstraße nimmt und die vielen Kunstwerke auf sich wirken lässt. Ein ganz besonderes Kunst-Vergnügen im Lichtenrader Kiez!

Thomas Moser

Anmerkung der Redaktion:

Die Künstlerinnen- und Künstlerliste soll an dieser Stelle bald veröffentlicht werden!

Eine Bemerkung sei mir noch an dieser Stelle erlaubt: Die Öffentlichkeitsarbeit im Vorfeld dieser Ausstellung war unzureichend. So wurde die Pressemitteilung an die Medien erst fünf Tage vor der Vernissage verschickt, wo manch ein Magazin einen Vorlauf von mindestens vier Wochen benötigt. Da verstehe ich nicht, warum Profis im Geschäftsstraßenmanagement nicht die einfachsten Regeln von Öffentlichkeitsarbeit beherzigen, wobei dies nicht das erste Mal so problematisch war. Auch eine direkte Nachfrage der Redaktion wurde diesmal zumindest nicht beantwortet. Schade für die Künstlerinnen und Künstler, schade für Lichtenrade!

Thomas Moser

21. Juni 2017 Ergänzende persönliche Anmerkung zur vorherigen Anmerkung:

Mit der obigen Anmerkung habe ich offensichtlich für Aufregung gesorgt. Wie ich nun hörte, spielten mehrere Faktoren bei den Schwierigkeiten zum Thema Öffentlichkeitsarbeit eine Rolle. Daher war das geäußerte Unverständnis, dass nur in Richtung Geschäftsstraßenmanagement formuliert wurde, so nicht korrekt. Von dort wurde die Pressemitteilung schon früher an die zuständige Stelle weitergeleitet.

Für diese Äußerung meinerseits, die in diesem Fall auch nicht recherchiert war, kann ich nur „sorry“ sagen.

Es ist bei so einem Verfahren auch nicht schlimm, wenn mal Fehler passieren. Es gibt natürlich auch immer wieder Reibungsverluste, wenn mehrere Stellen zusammenarbeiten müssen und auch ehrenamtliches Engagement zu koordinieren ist. Ich bin aber nach wie vor der festen Überzeugung, dass Profis bestimmte Dinge vorhersehen sollten und auch entsprechend planen sollten und müssten. Wie auch immer hoffe ich, dass das Thema Öffentlichkeitsarbeit künftig aufmerksamer betrachtet wird. Dies wurde auch zugesagt.

Im Flyer zum Lichtenrader Kunstfenster wurden leider nur die Händler und nicht die Künstler genannt. Bei Drucklegung war die Zuordnung laut AZ-Büro noch nicht bekannt. Natürlich sind die Künstler nicht unmittelbar die Zielgruppe vom AZ-Büro, aber es ist sehr schade, wenn diese „Hauptpersonen“ nicht genannt wurden. Eine Meldung einer Händlerin scheint auch ganz verloren gegangen zu sein. Wir werden berichten, wenn es noch Nachmeldungen geben sollte. Nunmehr liegt eine aktuelle Auflistung von der AG Kunst vpm AZ Lichtenrade Bahnhofstraße mit den Künstlerinnen und Künstler mit deren Zuordnung zu den Händlern vor. Diese veröffentlichen wir folgend sehr gerne.

Thomas Moser

Auflistung der Orte, der Geschäfte/Institutionen und der Künstlerinnen und Künstler

Bahnhofstraße 2 - Apollo-Optik: Werner Mohrmann-Dressel

Bahnhofstraße 9 - Goethe-Apotheke: Rita v.Romatowski+Trajanka Lange

Bahnhofstraße 10 - Tee Lichtenrade: Patrick Pessin

Bahnhofstraße 11 - Strumpf Shop: Margrit von Chamier/ Anette Höppel

Bahnhofstraße 12 - Parfümerie Gabriel: Andreas Krieger

Bahnhofstraße 14 - Dannert Bestattungen: Mirjam-Michaela Hoenow / Helga Jahns

Bahnhofstraße 15 – Targobank: Alero Boyo

Bahnhofstraße 25 - Lichtenrader Bücherstube: Maria Mülmenstädt

Bahnhofstraße 29 – Barrique: Edeltraut Schmidt

Bahnhofstraße 39 - Lederwaren Tiedtke: Minja Lee Glässer, Ute Lempp

Bahnhofstraße 39 - Erkann Mode: Clarissa Schweiger

Bahnhofstraße 43 - Anders Pralinen & Schokolade: Susanne Anders

Bahnhofstraße 47a - Tamcke-Optik: Renate Sydow

Bahnhofstraße 51 - Foto Wichern: Künstlerfamilie Glathe

Bahnhofstraße 52 - Linden-Apotheke: Clarissa Schweiger

Bahnhofstraße 55 - Erdmann & Schmitt: Hans Werner Radke

Bahnhofstraße 56 - Minow's Tabak Depot: Lisa Ikes

Bahnhofstraße 56 - Hempel Gesundheitspartner: Ute Knieriem

Bahnhofstraße 57 - Schuh Shop: Uschi Lehmann-Heise

Bahnhofstrasse 59 - Klingbeil Akustiker: Karin Behrens

Bahnhofstraße 60 - Tempelritter-Apotheke: Bruni Strauß

Wünsdorfer Str.119 - Passende-Versicherungen: Liane Matia

Bahnhofstraße 26 - Bahnhof-Apotheke: Bernd Kleintopf

Bahnhofstraße 44 - Reisebüro Kupfernagel: Harald Domagalla

Bahnhofstraße 9A - Goethe Apotheke: Rita von Romatowski

Bahnhofstraße 39 - Moinmoin Eisdiele: Bruni Strauß

Briesingstrasse 6 – Stadtbücherei: Fotos von Schülerinnen/Schülern der UvH, Armin Bicker

Briesingstrasse 6 - Bürgeramt Lichtenrade: Regine Schulz/ Hans Peter Thurau/ Kriemhild Schmidt

Bahnhofstraße 39 - Blumen Roth: Manfred Raß

Bahnhofstraße 18 – Kiebgis: Dorothea Bohlius / Waltraud Kronstein Weisser

Bahnhofstraße 19 - Grieneisen Bestattungen: Horst Zeitler

Bahnhofstraße 54 - Ihre Brille: Sylvia Zeeck / Viola Budde

Bahnhofstaße 11 - Tui Reise Center: Rosmarie Osterloh / Inge Schreckenbach

Bahnhofstraße 7 – Enderlein: Ana Miljach

Golzstraße 38 - Berliner Sparkasse: Julia Teege/Thomas Kirchenberger

Bahnhofstraße 52 - Engel & Völker: Peter Sadlo

Bahnhofstraße 39 - Firma Lange Miederwaren:  Martha Giehl

John- Locke Straße 19 - SPD- Bürgerbüro M. Kühnemann: Heinz Georg Schubel/ Anke Mas Marques

Prinzessinnenstraße 31 - AZ- Büro: Liselotte Domsky / Melanie Vogt /Jutta Weiß / Thomas Kirchenberger/Herrmann Famulla

Kirchhainer Damm 3 – Wolleria: Claudia Maiwald

Bahnhofstraße 48 - CDU-Wahlkreisbüro H. Bentele: Renate Kunze-Totz/Lothar Seffert



 

Beppo Pohlmann ist einer der Gebrüder Blattschuss, auf dessen Kappe die „Kreuzberger Nächte“ gehen.

Dieses Lied ist ein Ohrwurm und Kneipengröhler, der an diesem Abend in einer besonderen akustischen Version für die Unterstützung vom „Nachbarschaftszentrum-Lichtenrade-Suppenküche“ sorgen sollte. Die Suppenküche hat immer noch die Sorge, dass sie Ende des Jahres ihre bisherige Einrichtung verlassen müssen und ohne Quartier dastehen.

Der Abend mit Beppo Pohlmann fand im Rahmen der beliebten Veranstaltung „Kultur am Mittwoch“ in einer etwas anderen Form statt, denn für einen Mix aus 30 Jahren Liedermacher-Dasein galt es dem Künstler mehr Platz einzuräumen.

Garniert wurde der Abend wieder von der köstlichen Bewirtung und den Leckereien, die mit Schülerinnen und Schülern des Georg-Büchner-Gymnasiums gezaubert wurden.


Die Gäste waren jedenfalls begeistert und amüsierten sich prächtig. Die Lachmuskeln hatten gute Chancen für einen Muskelkater. Beppo Pohlmann stellte sein Soloprogramm „Ich war mal schön“ in der sozialen Lichtenrader Einrichtung am Graben in der Finchleystraße 11 vor. Die besten und witzigsten Songs wurden präsentiert und Beppo Pohlmann erzählte auch manch interessante Geschichte.

So erfährt man, dass die Komikerband „Insterburg & Co“ ein Vorbild für ihn war. Der Song „Da kannste mal sehen, wie die Jahre vergehen“ ist dann auch ein Stück weit Rückschau auf eine lange Künstlerkarriere. In der Programmankündigung hieß es passend: „Beppo zeigt sich ohne Ramba-Zamba, ohne Playbacks, nur mit der akustischen Gitarre, als generationenübergreifender Unterhalter, der Spaß daran hat, anderen Spaß zu machen.“ Seine alten Lieder bekamen teilweise ein Up-Date.


Man spürt den Spaß und die Fröhlichkeit. Zwei Stunden kurzweilige Unterhaltung, wenn der „Rockstar vom Seniorenheim“ los rockt oder sein erstes berlinisches Loblied auf die Bayern singt.

Beppo Pohlmann war seit den 70er Jahren als Liedermacher in den West-Berliner Kneipen unterwegs. Bei vielen Fernsehauftritten und bei Veranstaltungen „zwischen Dorfdisco und Künstler für den Frieden“ tingelte Beppo durch die Lande. Nach Gründung der „Gebrüder Blattschuss“ mit Jürgen von der Lippe und Hans Werner Olm war die bekannte Kreuzberg-Berliner-Hymne natürlich der größte Erfolg. Beppo Pohlmann war am Anfang seiner künstlerischen Karriere eher unter der Bezeichnung „Blödelbarde“ unterwegs. Nach dem heutigen Sprachgebrauch stuft er sich selbst als „Song-Comedian“ und Comedy-Lieder-Macher ein. Pohlmann hat viel in Sachen Comedy gemacht und in diesem Rahmen war er in seiner Künstlerpause auch als „Gag-Autor“ bei RTL unterwegs. Seit 2003 zog es ihn jedoch wieder auf die Bühne und Mix-Shows mit anderen großen Künstlern und auch viele Solo-Auftritte folgten. Heute besucht der Künstler auch gerne kleinere Veranstaltungen, zum Beispiel Vereins- oder Laubenpiepertreffen und auch Geburtstage, und macht dort garantiert Stimmung. Er ist auch noch mit einem Kollegen als „Gebrüder Blattschuss“ unterwegs und muss dann garantiert immer die Kreuzberger Nächte singen.
beppo pohlmann NBZ Suppenkueche Lichtenrade 9
Hier in Lichtenrade kam Beppo Pohlmann und seine Kreuzberger Nächte sehr gut an!

... und der Kiezreporter bekam auch ein  Autogramm :-) ...
Thomas Moser (auch Fotos)

http://www.suppenkueche-lichtenrade.de

http://www.beppo-pohlmann.de

Ergänzende Informationen zur Suppenküche:

Dass die Suppenküche mehr kann, als nur Suppe, zeigt sie seit Anfang 2016 offensiv in ihrem neuen Namen. Mit der Bezeichnung „Nachbarschaftszentrum Suppenküche Lichtenrade e.V.“ wird deutlich, dass die Suppenküche nicht nur ein Angebot für Bedürftige ist, sondern sich ganz bewusst auch für die Nachbarschaft öffnet.

Die Arbeit vom Nachbarschaftszentrum Suppenküche Lichtenrade ist seit zwölf Jahren ein fester Bestandteil bei der Hilfe für Bedürftige in Lichtenrade. Der Andrang bei der Suppenküche ist ungebrochen und Woche für Woche werden durchschnittlich 120 Essen an jedem Sonntag ausgegeben. Gleichzeitig erfolgt eine Lebensmittelausgabe. Die Hilfe in der Not wird auch weiterhin in Lichtenrade dringend benötigt und wird ungebrochen von Bedürftigen angenommen. Die Arbeit in der Suppenküche erfolgt zu 100 % ehrenamtlich. Für die Arbeit sind Lebensmittelspenden die wichtigste Grundlage.

Wer dem Nachbarschaftszentrum Suppenküche helfen möchte, kann dies auf die unterschiedlichsten Arten tun. Ob als Fahrer für die Lebensmitteltransporte, als Küchenhilfe, als Mitorganisator, als Nachhilfelehrer, oder, oder… Die Möglichkeiten scheinen fast grenzenlos zu sein. Ein Anruf und ein persönliches Gespräch zeigen die Notwendigkeiten und Anforderungen auf. Natürlich sind auch immer Geldspenden gerne gesehen. Das Spendenkonto des Fördervereins ist schnell auf der Webseite zu finden.

Die Leiterin Alex Benkel-Abeling erzählt mit viel Engagement von der Arbeit, die sie in der Einrichtung mit vielen Unterstützern meistert. Es arbeiten auch Menschen ehrenamtlich in der Einrichtung, die selbst als Hilfebedürftige die Suppenküche kennengelernt haben. Es werden auch jugendliche Straftäter zur Ableistung von Sozialstunden in der Suppenküche eingesetzt. Schülerinnen und Schüler kommen im Rahmen eines Ethikprojektes des Georg-Büchner-Gymnasiums und lernen so eine ganz andere Seite des Lebens kennen. All diesen Helfern reicht das Nachbarschaftszentrum die Hand. So ist die Suppenküche eine Hilfe für Bedürftige, aber auch ein lebendiger sozialer Austausch für die ehrenamtlichen Helfer.

Als Nachbarschaftszentrum Suppenküche Lichtenrade e.V. wendet sich der Verein seit 2016 neuen Aufgaben und Herausforderungen zu. Ein großes Augenmerk liegt auf der Jugendarbeit, erwähnt seien hier zum Beispiel die Koch-AG in Zusammenarbeit mit dem Georg-Büchner-Gymnasium und auch Selbstverteidigungskurse und Tanzkurse für Kinder.


 

Besonderer Hinweis von YELLOW im letzten Lichtenrader Magazin:

- Noch bis 18. Juni: Ein Frühstück bezahlen, zweites Frühstück kostenlos (Siehe Bericht)

- Jetzt auch Eis bei Yellow

- Mehr aus der Tortenwerkstatt

Yellow Fruehstueck062017


 

Dresdner Bahn: Schülerinnen und Schüler fahren zum Bundesverwaltungsgericht

Für den 14. und 15. Juni 2017 hat das Bundesverwaltungsgericht in Leipzig die Verhandlung gegen den Planfeststellungsbeschluss der Dresdner Bahn im Lichtenrader Abschnitt angesetzt.

Die große Frage beim Bundesverwaltungsgericht wird sein, ob die Deutschen Bahn ausreichend die Rechte der Bürgerinnen und Bürger im Rahmen vom Lärmschutz berücksichtigt hat, zumal die Lärmmodellrechnung für Schienenwege, die sogenannte „Schall 03“, nur Mittelwerte abbildet, die nicht den wirklichen Werten entsprechen. Man will „realistische Werte für die Menschen“ durchsetzen. Nach 18 Jahren hatte das Eisenbahn-Bundesamt die ebenerdige Führung mit Beschluss vom 13. November 2015 genehmigt. Damit war der von vielen Lichtenradern gewünschte Tunnel für die Bahn erst einmal in weite Ferne gerückt. Eine Klage ist notwendig geworden, zumal auch eine vorherige politische Lösung nicht erreicht wurde.
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Am 12. Juni lud die „Bürgerinitiative Lichtenrade – Dresdner Bahn“ zu einer Informationsveranstaltung in das Ulrich-von-Hutten-Gymnasium ein. Die Aula war mit circa 120 interessierten Lichtenradern sehr gut besetzt. Seit Jahren beschäftigt sich die Schule intensiv immer wieder mit der Frage der Dresdner Bahn und mit den Auswirkungen für die Lichtenrader. So werden bei der Gerichtsverhandlung 40 Schülerinnen und Schüler der UvH dabei sein. Daher begrüßte auch der Lehrer Michael Dannenberg für die Schulleitung die anwesenden Gäste und Schüler. Am zweiten Verhandlungstag werden auch Schülerinnen und Schüler vom Georg-Büchner-Gymnasium mit den Bussen der Bürgerinitiative nach Leipzig fahren.

Am Informationsabend waren u.a. Dr. Jan-Marco Luczak, MdB (CDU), Hildegard Bentele, MdA (CDU), Melanie Kühnemann, MdA (SPD), Philipp Bertram MdA (Die Linke) und aus der BVV Hagen Kliem (CDU) anwesend.

Für den erkrankten Vorsitzenden der BI, Manfred Beck, begrüßte vom Vorstand Gerd Jenke die Vereinsmitglieder und Gäste. Er kündigte an, dass es am 26. Juni um 19 Uhr im Gemeinschaftshaus Lichtenrade eine Informationsveranstaltung über das Ergebnis des Gerichtsverfahrens geben wird. Vor Gericht soll eine kurze Präsentation der BI aus Lichtenrade-Sicht erfolgen, die beim Informationsabend von Michael Küpper vorgestellt wurde. In diesem Zusammenhang werden besonders die Schwierigkeiten der Zerteilung des Ortsteils und die Probleme bei den geplanten Querungen bzw. der Schließung der Wolziger Zeile aufgezeigt.

Der Oldenburger Rechtsanwalt und ehemalige Richter Dr. Armin Frühauf vertritt seit Anfang 2016 juristisch die Bürgerinitiative in dieser Frage. Er erläuterte die fachlichen und rechtlichen Zusammenhänge, wobei er in einer Art Schulstunde den Schülern auch einige allgemeine Aspekte zum Privat- und zum Öffentlichen Recht aufzeigte. Erst einmal wurde dargestellt, dass man in diesem Prozess nur gegen den vorliegenden Beschluss klagen kann und nicht dafür, dass die Bahn –wie es die Forderung der BI ist- in einen Tunnel kommt. Dies ist rechtlich nicht möglich. Ein großer Erfolg wäre die Aufhebung des Bauantrages, aber auch schon eine Vertagung der Verhandlung könnte als kleiner Fortschritt angesehen werden. Dies wäre dann vermutlich für die Politik die letzte Möglichkeit, um Finanzierungsentscheidungen für andere Lösungen zu treffen. Übrigens klagen vor dem Bundesverwaltungsgericht 3 Anwohner. Um eine größere Chance vor Gericht zu bekommen, hat man die „Bundesvereinigung gegen Schienenlärm“ gewinnen können, dass sie im Sinne der Bürgerinitiative klagt. Die notwendigen finanziellen Mittel hatte die Bürgerinitiative zurückgelegt. Die Beteiligung der Bundesvereinigung hat den entscheidenden Vorteil, dass nicht nur die Einzelaspekte der klagenden Anwohner berücksichtigt werden müssen. Besonders die allgemeine Lärm- und Erschütterungsschutzfragen sind jetzt ebenfalls rechtlich zu würdigen.

In der Klageschrift steht die Grundgesetzverletzung nach Artikel 2, neben vielen anderen Aspekten, im Vordergrund. Dort heißt es u. a.: „Jeder hat das Recht auf Leben und körperliche Unversehrtheit.“ In diesem Zusammenhang wird auch auf die Stärkung des Umweltaspektes bei Planfeststellungsverfahren durch den Europäischen Gerichtshof Bezug genommen. Ein wichtiger Aspekt wird die lange Dauer von 18 Jahren für das Planfeststellungsverfahren sein und ob dies gegen europäisches Recht verstößt. Die Kläger kommen mit drei Sachverständigen, besonders für den Bereich Akustik, zur Verhandlung. Es war äußerst schwierig überhaupt Sachverständige zu bekommen, da sie meisten direkt oder indirekt bei der Vergabe von Aufträgen von der Bahn „abhängig“ sind.

Das Land Berlin war laut Rechtsanwalt Dr. Frühauf nur in einem Anhörungsverfahren vertreten. Er sieht es als eher schwierig an, dass ansonsten das Land Berlin nicht Verfahrensbeteiligter mit einem entsprechend größeren Gewicht im Sinne der betroffenen Bürgerinnen und Bürger ist. Letztendlich beurteilen die fünf Richter, ob im Planfeststellungsverfahren rechtswidrige Aspekte enthalten sind. Und nur darüber werden sie eine Entscheidung treffen.

Wenn das Gericht eine Art Verschnaufpause, also zumindest eine Vertagung, beschließen sollte, wäre dies die letzte Möglichkeit der Einflussnahme für die Politik. Nur so könnte noch gezeigt werden, ob man wirklich politisch eine andere Lösung will oder ob die Angst einer periodisierenden Entscheidung für andere Bauprojekte die Überhand gewinnen wird. Zumindest eine Chance zu zeigen, dass Worte auch in Taten umgesetzt werden.

Die Lichtenraderinnen und Lichtenrader warten jedenfalls gespannt auf das Urteil vom Bundesverwaltungsgericht.

Thomas Moser (auch Fotos)

Ergänzender Hinweis nach der Gerichtsverhandlung in Leipzig von der BI:

Das Gericht hat die Beweisaufnahme abgeschlossen und wird sein Urteil in 14 Tagen in Leipzig verkünden: Donnerstag, 29. Juni 2017 um 11 Uhr. Die Urteilsbegründung wird dann schriftlich nachgereicht.

Dass der Berliner Senat nicht als Kläger in dem Verfahren aufgetreten ist, hat leider dazu geführt, dass städtebauliche Belange nicht in dem Verfahren berücksichtigt werden konnten. Wir erwarten jetzt das Urteil und werden uns danach in einer Informationsveranstaltung an die Lichtenrader wenden.

Die Informationsveranstaltung findet am Mo. 3. Juli 2017 19:00 Uhr im Gemeinschaftshaus Lichtenrade statt.