Unterstützung integrierte Stadtentwicklung im Planungsraum Nahariyastraße – Projektideen gesucht

In 2018 ist es gelungen für das Gebiet um die Nahariyastraße erneut Fördermittel der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Wohnen aus dem Programm FEIN (Freiwilliges Engagement in Nachbarschaften) in Höhe von 30.000 € zu akquirieren. Aufgrund der besonderen Herausforderungen in diesem Planungsraum in Lichtenrade ist diese zusätzliche Unterstützung Herrn Oltmann, dem zuständigen Dezernenten für Stadtentwicklung und Bauen, ein besonderes Anliegen: „Wir haben hier die Möglichkeit sehr niedrigschwellig, schnell und unbürokratisch kleine Projekte direkt zu fördern. Wir hoffen sehr, dass davon Gebrauch gemacht wird.“

Ziel des Programmteils FEIN-Pilotprojekte ist die Stärkung der Nachbarschaft, die Aktivierung des ehrenamtlichen Interesses sowie die Stabilisierung des Wohnumfeldes und des sozialen Miteinanders. Über zwei Förderfonds (Projektfonds und Kiezfonds) sollen Projektideen lokaler Akteure realisiert werden, die das Erreichen dieser Ziele unterstützen.

Ab sofort sind ehrenamtlich engagierte Bürger_innen, Initiativen, Vereine, Einrichtungen und weitere engagierte Akteure aufgefordert, entsprechende Anträge für den Kiezfonds zu stellen. Außerdem werden interessierte Bewohner_innen gesucht, die bei einer Beratung über die eingegangenen Projektanträge und in der regelmäßig tagenden Kiezrunde Lichtenrade-Ost mitwirken möchten.

Die Projekte können in und mit öffentlichen oder öffentlich zugänglichen Einrichtungen wie z.B. Begegnungsstätten, Jugendfreizeiteinrichtungen, Kindertagesstätten, Schulen oder sonstigen sozialen Einrichtungen stattfinden sowie auf öffentlich zugänglichen Frei- und Sportflächen. Eine Förderung ist ausschließlich im Planungsraum Nahariyastraße möglich. Dieser Planungsraum wird begrenzt durch die Großziethener Straße, die Landesgrenze zu Brandenburg, die Würzburger und Pechsteinstraße sowie den Lichtenrader Damm.

Die Antragstellung kann formlos erfolgen (unter Angabe von Inhalt, Ziel sowie Zeitrahmen, Kosten des Vorhabens und Kontaktdaten) beim Bezirksamt Tempelhof-Schöneberg von Berlin, OE SPK Regionalkoordination Lichtenrade, John- F. Kennedy-Platz, 10825 Berlin.
SRO Logo Nahariyastr Fein

Ein Informationsblatt sowie ein Antragsformular kann man beim unten genannten Kontakt erhalten.

Kontakt: Frau Weber

Tel.: (030) 90277-6760

E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!">Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!


 

Die Förderung des ehrenamtlichen Engagements in Nachbarschaften ist dem gesamten Gremium des Bezirksamtes und besonders Jörn Oltmann als dem zuständigen Dezernenten für Stadtentwicklung und Bauen sehr wichtig.

Archivfoto: Jörn Oltmann im Gespräch mit Ulli Zelle/Berliner Abendschau
Dass es auch in diesem Jahr wieder möglich ist, diese sehr erfolgreiche „Freiwilligenarbeit“ zur Verbesserung des gemeinschaftlichen Lebens finanziell zu unterstützen, ist für alle Beteiligten sehr erfreulich. Die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Wohnen hat dem Bezirk dafür 80.100 € zur Verfügung gestellt.

Hier sind ehrenamtlich interessierte Bürger_innen sowie nicht gewinnorientiert arbeitende gesellschaftliche Initiativen angesprochen, die mit ihrem Engagement und selbst organisierten Aktivitäten eine Aufwertung oder Verbesserung der öffentlichen Infrastruktureinrichtungen in der Nachbarschaft zum Ziel haben.

Pro Projekt stehen bis zu 3.500 € für Sachmittel zur Verfügung, z. B. für Renovierungs- oder Verschönerungsmaßnahmen. Die Finanzierung muss für die Tätigkeit notwendig sein (z. B. Farbe zum Renovieren). Deshalb können reine Anschaffungen nicht gefördert werden.

Unterstützt werden Vorhaben in öffentlichen oder öffentlich zugänglichen Einrichtungen wie Schulen einschl. Horte, Kindertagesstätten, Begegnungsstätten, Nachbarschaftsheimen, Seniorenfreizeiteinrichtungen oder sonstigen sozialen Einrichtungen sowie auf Sport- und Grünanlagen, öffentlichen Straßen und Plätzen.

Eine Förderung im Quartiersmanagementbereich des Bezirks kann nicht erfolgen.

Eine Antragstellung ist formlos möglich (unter Angabe von Zweck, Art, Umfang sowie Zeitrahmen und Kosten des Vorhabens) beim Bezirksamt Tempelhof-Schöneberg von Berlin, Abt. Stadtentwicklung und Bauen / StadtBauDezStab, John- F. Kennedy-Platz, 10825 Berlin.

Kontakt:

Fr. Uschmann, Tel.: (030) 90277-2434, Rathaus Schöneberg, Raum 200

Hier können Sie auch ein bereits vorbereitetes Antragsformular erhalten.


 


Foto Akives Zentrum Lichtenrade Bahnhofstraße
Am 20. März wurde das neue Gebietsgremium des Aktiven Zentrums Lichtenrade Bahnhofstraße gewählt. Insgesamt versammelten sich ca. 40 Personen zu der Wahl in der Aula des Ulrich-von-Hutten-Gymnasiums. Jörn Oltmann, der stellvertretende Bezirksbürgermeister und Bezirksstadtrat für Stadtentwicklung und Bauen würdigte das Engagement des vergangenen Gremiums und betonte die Bedeutung dieser Institution für den Austausch zwischen Bürger_innenschaft und Verwaltung. Einige der Mitglieder des Gremiums traten erneut zur Wahl an, andere Interessierte nutzen die Neuwahl um sich im Stadtteilzentrum Bahnhofstraße zu engagieren. Im neuen Gremium sind acht Initiativen und Vereine vertreten. Vervollständigt wird das Gremium durch sechs engagierte Bürger_innen aus Lichtenrade, die sich in den kommenden zwei Jahren für die Weiterentwicklung der Bahnhofstraße einsetzen wollen. Insgesamt gehören 18 Personen dem Gremium an.

Quelle AZ Lichtenrade Bahnhofstraße

Das neue Gremium setzt sich wie folgt zusammen:

Name Initiative/ Verein
Ralf Kuhl  
Konrad Heinz Moser  
Manfred Raß  
Ilonka Rokitta  
Ines Tschugg  
Dr.-Ing. Georg Wagener-Lohse  
Gabriele Weidenhaupt Beirat von und für Menschen mit Behinderung
Stefan Piltz Family & Friends e.V.
Claudia Scholz Family & Friends e.V.
Frank-Michael Hoppe Grundeigentümerverein Berlin-Lichtenrade e.V.
Linda Pählich Grundeigentümerverein Berlin-Lichtenrade e.V.
Simon Selle Kinder- und Jugendparlament Tempelhof-Schöneberg
Stephan Lisiewicz Ökumenische Umweltgruppe Lichtenrade
Annette Adamaschek Ökumenische Umweltgruppe Lichtenrade
Wolfgang Spranger Trägerverein Lichtenrader Volkspark
Manfred Könings Trägerverein Lichtenrader Volkspark
Volker Mönch Unternehmer-Netzwerk Lichtenrade e.V.
Ulrike Czerny Wohntisch Lichtenrade

Der Vorsitzende des Wirtschaftsausschusses und Lichtenrader Hagen Kliem und die CDU-Fraktion der Bezirksverordnetenversammlung von Tempelhof-Schöneberg hatte bereits im Dezember 2017 einen Antrag gestellt, dass die U-Bahnlinie 6 langfristig auch bis Lichtenrade verlängert wird. Hagen Kliem war sich darüber klar, dass dies in nächster Zeit auch nicht umsetzbar sein wird: „Aber solche Zukunftsthemen müssen ja irgendwann mal eingebracht werden.“ Kliem ist sich sicher, wenn zu den Zeiten des Baus der U 6 bis Alt-Mariendorf schon die John-Locke-Siedlung in voller Blüte und auch die Siedlung rund um die Lichtenrader Nahariyastraße dagewesen wäre, die Stadtvater damals schon über eine Verlängerung intensiver nachgedacht hätten.

In dem CDU-Antrag hieß es: „Das Bezirksamt wird ersucht, sich bei den zuständigen Stellen für eine Verlängerung der U6 über Alt-Mariendorf bis zur Stadtgrenze nach Lichtenrade im Verlauf der B96 einzusetzen.“

Mittlerweile wurde der Antrag in der BVV mehrheitlich nach Diskussion abgelehnt.
UBahn Lichtenrade
Foto/"Collage" Thomas Moser
In der Begründung des BVV-Antrages hieß es: „Die Verbindung des öffentlichen Nahverkehrs der ständig wachsenden Außenbezirke mit dem innerstädtischen Bereich ist weiter zu entwickeln. Die Verknüpfung Berlins mit dem Umland ist im Landesentwicklungsplan Hauptstadtregion eine Hauptaufgabe auch unseres Bezirks. Die Strecke ist in weiten Teilen durch den vorhandenen Mittelstreifen vorgegeben. Damit lassen sich Bauzeit und -kosten reduzieren. Entstehende Einkaufszentren und Wohnquartiere, das neue Bad am Ankogelweg und die mit über 21 Millionen Euro geförderte Entwicklung der Bahnhofstraße in Lichtenrade sind nur die augenscheinlichsten Gründe für die Notwendigkeit, hier eine Vision auch für die Neuorganisation des öffentlichen Personennahverkehrs zu entwickeln. Die B96 ist schon ab der südlichen Stadtgrenze vom PKW-Verkehr zu entlasten. Eine P&R-Möglichkeit an der Stadtgrenze und direkte Verbindungen für den zunehmenden Pendlerverkehr in den Innenstadtbereich würde Teil einer solchen Entlastung sein. Für den Erhalt der Lebensqualität und die Attraktivität der an der B96 in Mariendorf und Lichtenrade vorhandenen und entstehenden Wohnquartiere wäre die Verlängerung der U6 eine zeitgemäße Alternative zum bestehenden Busverkehr.“

Die Lichtenrader hätten es schon damals gerne gehabt

In Wikipedia kann man interessante Hintergrundinformationen zur Historie bei den U-Bahnplanungen der U 6 nachlesen (siehe hinten). Mit dem Bau der U-Bahn nach Alt-Mariendorf und mit der Eröffnung der letzten Teilstrecke am 28. Februar 1966 war die Linie komplett. Schon zu dieser Zeit wurde in der Lichtenrader Bevölkerung intensiv und laut über eine Verlängerung nachgedacht. Zu dieser Zeit kursierten auch Aufkleber, die damals ein recht modernes Öffentlichkeitsmedium waren.

Thomas Moser

Persönliche und kommentierende Hinweise, Einschätzungen und Visionen von Thomas Moser

Ja, hier wurde mal wieder ein alter Traum von alten (vielleicht auch jüngeren) Lichtenradern aufgegriffen. Echt nicht schlecht, aber ein Traum. Aber wie ich denke, ist dies in absehbarer Zeit der nächsten Jahrzehnten (vermutlich der nächsten 100 Jahre) völlig unrealistisch. Da hat Berlin andere Prioritäten… und das scheint auch gut so zu sein 😉

Ich fand ja auch immer die Idee charmant, wenn von Alt-Mariendorf bzw. von der Trabrennbahn Mariendorf (bis dahin gibt es schon die U-Bahn-Gleise für die Kehranlage) eine Straßenbahn im Mittelstreifen neu aufgelegt wird. Billiger und schneller zu bauen. Und der Mittelstreifen ist ja jetzt nur eine Hundemeile.

Die Straßenbahnlinie 99 fuhr bis zum 1. Oktober 1961 auf dem Mittelstreifen Mariendorfer- /Lichtenrader Damm über die Bahnhofstraße bis zum Bahnhof Lichtenrade an der katholischen Salvator-Kirche. Die Straßenbahn durch die Bahnhofstraße würde beim heutigen Verkehrsaufkommen sicher zu Problemen führen. So könnten in der Bahnhofstraße neue autonom fahrende Busse eingesetzt werden, um die Verbindung von der Lichtenrader Spinne (Lichtenrader Damm/Alt-Lichtenrade/Kirchhainer Damm) bis zum S-Bahnhof Lichtenrade gewährleisten.

Wie gesagt, ein Traum. Wie man es auch dreht und wendet.

Ausführungen aus Wikipedia

Ähnlich der Verlängerung nach Tegel war es schon seit dem Bau der Linie C geplant, diese Linie bis nach Alt-Mariendorf zu verlängern. Auch die Nationalsozialisten planten, diese Linie bis zur Trabrennbahn Mariendorf zu bauen. Als die lang ersehnte Verlängerung erbaut wurde, diskutierte man oft über die Kosten: Es wurde z. B. vorgeschlagen, die Strecke neben dem Tempelhofer beziehungsweise Mariendorfer Damm als Einschnittbahn zu bauen. Die BVG wehrte sich dagegen mit der Begründung, dass man ja das Rathaus Tempelhof und die wichtige Einkaufstraße anbinden wolle und dies nur mit einer unterirdischen Strecke möglich wäre.

Der erste Rammschlag für die 3,5 Kilometer lange Strecke fand am 6. März 1961 statt. Eröffnet wurde sie bis zum Bahnhof Alt-Mariendorf am 28. Februar 1966. Die Strecke folgt vom S- und U-Bahnhof Berlin-Tempelhof geradlinig Richtung Süden dem Tempelhofer Damm und trifft dann auf den Teltowkanal. Ähnlich wie beim Bau der heutigen Linie U7 in Richtung Rudow war auch hier dieses Gewässer das größte Problem auf der Strecke. Um es zu überwinden, wurde eine für Berlin seltene Konstruktion gewählt: Die U-Bahn führt innerhalb der Stubenrauchbrücke über den Teltowkanal. Diese Brücke besteht aus zwei verschiedenen, nebeneinander liegenden Bauwerken für die hinüberführende Straße. Ein Teil der östlichen Brückenhälfte wurde so konstruiert, dass darin der U-Bahnhof Ullsteinstraße untergebracht werden konnte. Da aber für die Schiffe die Durchfahrtshöhe von 4,6 Meter eingehalten werden musste, erbaute man für die Straße Rampen. Die Straßenebene liegt durch diese Konstruktion 1,2 Meter über dem ursprünglichen Niveau. Aktuell verhindert die Durchfahrtshöhe der Brücke den weiteren Ausbau des Teltowkanals.

Südlich des Teltowkanals folgt die U-Bahn dem Mariendorfer Damm bis zum Endbahnhof Alt-Mariendorf, der an den Kreuzungen Alt-Mariendorf bzw. Reißeck- Friedenstraße errichtet wurde. Von diesem Ausgangspunkt führen mehrere Buslinien in die lockerer besiedelte Umgebung. Mit diesem Ausbau war die heutige Linie U6 vollendet. Weitere Ausbauten sind nicht geplant. Die immer wieder diskutierte Verlängerung der U6 bis nach Lichtenrade oder sogar Mahlow ist im Dezember 2017 durch zwei Anträge in der BVV Tempelhof-Schöneberg wieder an die Öffentlichkeit gelangt.


 

Buckower Chaussee (Marienfelde): Längere Schrankenschließzeit ab Montag

Der Bahnübergang Säntisstraße hat jetzt für Jahre geschlossen. Die Lichtenrader Internetzeitung informierte. Ein Ausweich geht für PKWs und Busse über den Bahnübergang Buckower Chaussee, aber....

Großräumige Umfahrung ist vielleicht doch zu bevorzugen...

Eine Information der Deutschen Bahn:

Längere Schrankenschließzeit in der Buckower Chaussee · Neues ESTW steuert ab 2. April Bahnübergang · Brücke geplant
Ab 2. April werden die Schranken am Bahnübergang Buckower Chaussee etwa eine Minute länger als bisher geschlossen sein.
buckower chaussee bauarbeiten032018
Foto Thomas Moser: Die Bahn rollt dann wieder, aber es wird längere Staus am BÜ Buckower Chaussee für Busse und PKW geben
Im Rahmen der Grunderneuerung der S-Bahn im Süden Berlins geht das neue Elektronische Stellwerk (ESTW) Marienfelde in Betrieb. Die alte Bahnübergangstechnik musste nach den geltenden technischen Regeln umgebaut werden. Durch die automatisierte Bedienung und Überwachung des Bahnübergangs wird die Sicherheit erhöht. Eine Folge sind aber auch längere Schrankenschließzeiten.

Nach weiterer Anpassung der Sicherungstechnik sollen im Zusammenhang mit den Umbaumaßnahmen an der Dresdner Bahn, die Schrankenschließzeiten im Dezember wieder verkürzt werden. Für 2021/2022 ist hier eine Brücke geplant. Der Bahnübergang wird dann endgültig geschlossen. Nach Inbetriebnahme der Dresdner Bahn wird es an dieser Strecke keine Bahnübergänge mehr geben.


 

Alternative Fortbewegung oder „modern gemeinter Quatsch“

Bezirksbürgermeisterin Angelika Schöttler, Bundestagsabgeordneter Dr. Jan-Marco Luczak, Mälzerei-Besitzer Thomas Bestgen und Weinfestbetreiber Claudia Scholz und Stefan Piltz diskutieren mit.

Da werden sich die Geister in Lichtenrade scheiden und die Kommentare in Facebook & Co sind vorprogrammiert! In der Lichtenrader Bahnhofstraße werden in absehbarer Zeit Rikschas einen Teil des Bus- und PKW-Verkehrs übernehmen. Der Start soll bereits am 2. Juli sein. Freie Rikschas können einfach auf der Straße angehalten werden. Die Nutzung wird kostenfrei sein.

Diese vielleicht abwegig klingende Idee kommt aber nicht von ungefähr. Ende Februar 2018 erklärte bereits Bezirksbürgermeisterin Angelika Schöttler (SPD), dass der Einsatz von Lastenfahrräder in einem Pilotprojekt mit der DB Schenker AG für die Bahnhofstraße im Rahmen des Aktiven Zentrums geprüft wird. Bei den Rikschas will man nun mit einer Testphase schneller sein.

Zum Start werden 10 Rikschas von Montag bis Freitag von 9 bis 18 Uhr und am Samstag bis 13 Uhr eingesetzt. Es geht vom Pfarrer-Lütkehaus-Platz vor der Salvatorkirche bis zum Lichtenrader Damm / Ecke Alt-Lichtenrade, dort wo noch der Mühlstein der ehemalige Mühle zu finden ist.

Einen sogenannten Pre- bzw. Vortest wird es am ersten April, also direkt am Ostersonntag geben, damit die ersten Erfahrungen schon bei wenig Verkehr gemacht werden können. Dies war eine sehr kurzfristige Entscheidung. Die Sperrung der Bahnhofstraße wegen einer "Versackung" der Fahrbahn wurde wegen dieses Erprobung schnell wieder aufgehoben und der Schaden wurde repariert.

Etwas muss zum Start dieses alternativen Fortbewegungsmittels noch improvisiert sein, da noch ein eigener Fahrradstreifen auf der Bahnhofstraße fehlt und die Fahrbahn Mängel aufweist. Ein kleinen Teil in der Prinzessinnenstraße direkt am S-Bahnhof Lichtenrade wurde bereits für Versuchszwecke für Fahrräder und Rikschas abgesperrt (siehe Bericht). Dies könnte auch für Versuche mit schmalen sogenannten autonomen Kleinbussen genutzt werden. Mit dem Rikschas soll mal ausnahmsweise nicht jahrelang geplant und diskutiert werden, sondern schnell Innovationen eine Chance erhalten. Aus der BVV hört man, dass so ein Stück der Politikverdrossenheit entgegengewirkt werden soll.
Angelika Schoettler Rikscha Aug2016 WahltourSPD
Die Bezirksbürgermeisterin hat schon mal die Bequemlichkeit in einer Rikscha im Tempelhofer Hafen geprüft und für gut befunden. Sie findet die Idee für Lichtenrade überzeugend: „Warum mal nicht ganz unkompliziert neue Wege gehen? Die Lichtenraderinnen und Lichtenrader sind doch bekannt für ihre Aufgeschlossenheit.“
ThomasBestgen Alte Maelzerei 09032018
Der Eigentümer der Alten Mälzerei und des angrenzenden Areals einschließlich vom ehemaligen Haus Buhr, Thomas Bestgen, ist entzückt: „Tolle Idee: von der Mälzerei via Bahnhofstraße zum Dorfteich. Das kann ich mir gut vorstellen! Vor der Alten Mälzerei werde ich dafür gerne Rikscha-Parkplätze zur Verfügung stellen.“
erntedank volkspark lichtenrade moser 6
Auch die Betreiber vom Lichtenrader Weinfest und von „Kunst trifft Wein“, Claudia Scholz und Stefan Piltz sind begeistert: „Das können wir uns besonders bei den Festen gut vorstellen. So könnte man gut eine Verlängerung von der Bahnhofstraße zum Dorfteich planen und damit besonders gehbehinderten Menschen entgegen kommen.“

Bei einer kleinen Umfrage auf der Bahnhofstraße hingegen war auch Skepsis zu spüren. Der Lichtenrader Richard Z. (87) ist richtig sauer: „Nur immer die Radfahrer! Und wir Autofahrer werden irgendwann ganz ausgesperrt.“
luczak2014
Der CDU-Bundestagsabgeordnete Dr. Jan-Marco Luczak (hier Archivfoto) kann den Unmut gut nachvollziehen: „Ein absoluter nur modern gemeinter Quatsch! Das stört doch nur den Bus- und Autoverkehr! Die Lichtenrader haben andere Sorgen.“
Moghul rikschas 1
Nach Redaktionsschluss der Druckausgabe vom Lichtenrader Magazin meldeten sich noch die Inhaber von Moghul-Rikschas, Andreas Neumann und Simone Rosenau aus Neukölln: „Wir unterstützen sehr gerne den Test mit unseren vielfältigen Rikschas. Die Lichtenrader kommen sicher auf den Geschmack.“ Auf der Website heißt es: „Unsere Räder kommen aus Holland und China, den Ländern, wo seit ewigen Zeiten Menschen und Lasten mit Fahrrädern transportiert werden. Wir bauen sie hier in Berlin zusammen und endfertigen sie unter deutschen Qualitätsstandards. Unsere Rikschas haben sich im professionellen Betrieb bei Stadtrundfahrten tausendfach bewährt. Bauweise und Technik sind robust, genial einfach und wartungsarm. Ein Stück östliche Tradition, unterwegs auf westlichen Straßen und Wegen, um seinen Siegeszug auch hier anzutreten. Fahrspaß inbegriffen und Klimaschutz garantiert!“

Die Redaktion der Lichtenrader Internetzeitung wird über die Testphase berichten.

Thomas Moser

Vordere Fotos: Thomas Moser

Fotos der Rikschas und vom Geschäft: Moghul Rikschas
Rikschas Lichtenrade Lichtenrader Magazin04 2018
Oben: Kurz-Bericht Lichtenrader Magazin 04/2018

Ein kleiner Vorgeschmack:

Moghul-Rikschas

Inhaber: Andreas Neumann und Simone Rosenau

In der Neuköllner Elbestraße 1 /Ecke Sonnenallee, 12045 Berlin

www.moghul-rikschas.de

Eine kleine Auswahl der Rikschas:
Moghul rikschas 2

... und Lastenräder sind auch schon im Einsatz...


 

René Minow: „Ich bin der älteste Tabak-Sack in Berlin“

Ich bin der älteste Tabaksack Berlins“ sagt der Lichtenraderhumorvoll und meint damit nicht sein persönliches Alter sondern das des Familienunternehmens „Minows Tabak-Depot“. 120 Jahre alt wird es in diesen Tagen und das ist wahrlich eine stolze Zahl für jedes Unternehmen, ganz besonders aber für einen Betrieb, der Tabakwaren verkauft, einem Wirtschaftszweig, dem seit Jahren der Wind eher ins Gesicht weht.
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1898 begann die Geschichte des Unternehmens als „Zigarren Wächter“ unweit des Anhalter Bahnhofs gegründet von Großvater Willy Wächter. Zwischenzeitlich gab es sogar drei Dependancen in der Stadt in einer Zeit, als das Rauchen der Zigarre durchaus noch zum Alltag gehörte. Auch René Minow erinnert sich noch, wie er allein in jungen Jahren für das Weihnachtsgeschäft seinerzeit am Bahnhof mehrere Paletten Zigarren umladen musste. Die Geschichte in Lichtenrade begann im Jahre 1932 in der Bahnhofstraße, allerdings gegenüber des heutigen Geschäftes an der Post. Als diese dann 1962 die Räume selbst nutzen wollte, zog man in die Bahnhofstraße 10 und 1988 dann in die heutigen Räume Bahnhofstraße 56.

René Minow und Sohn Jascha: Zigarren sind ihr Leben.

Großvater Willy starb 1951, seine Frau Johanna führte den Betrieb weiter, der damals übrigens Filialen in Mahlow und Marienfelde hatte. René Minow stieg 1971 nachdem er bei Otto Boenicke ausgelernt hat, ein und übernahm das Geschäft dann 1974.

Obwohl sich die Namensgebung am 01.08.1988 in Minows Tabak Depot geändert hat, blieb das damals gegründete Unternehmen weiterhin in familiärer Hand und wird so bleiben, denn mit Sohn Jascha wächst schon die nächste Generation heran und ist bereits im Geschäft fest verankert. René Minow ließ sich in all diesen Jahren auch von gesetzlichen Einschränkungen nicht bremsen in seinem Elan und investierte, wo andere aufgaben. 2011 baute er im Keller des kleinen Geschäfts eine Raucher-Lounge, ein kleiner Raum mit zwölf gemütlichen Plätzen. „Wir wollten einen Rückzugs-Raum bieten, in dem der Raucher in Ruhe allein oder mit Freunden seine Zigarre genießen kann“, sagt Minow. Der Raum steht allen Kunden offen und bietet so die Gelegenheit, mal eine neue Zigarre aus dem großen begehbaren Humidor des Geschäftes zu testen. Auch von der alltäglichen Hektik kann man sich hier zurückziehen. Im Gegensatz zum hektischeren Zigarettenraucher „liebt der Zigarrenraucher Momente der Ruhe“, sagt ein Kunde, und schwört: „Als Zigarrenraucher ist man gelassener“. Neben den Tabakwaren und den Utensilien hat sich in den letzten Jahren noch ein anderes Angebot stark vergrößert. Wir bieten alles, was man genießen kann“, sagt René Minow und das ist in seinen Augen nicht nur eine gute Zigarre, sondern auch dazu passende Getränke, einen rauchigen Whisky etwa oder einen guten Rum. Natürlich gern mit der Zigarre in der gut belüfteten Lounge zu genießen.  Maus

Heute bei Minow Jazz mit Lutz Fußangel und Verstärkung (links Jascha Minow). Mit Dampf geht es besser!

René Minow mit Kundschaft


Fotos Thomas Moser

Mit freundlicher Genehmigung vom Lichtenrader Magazin 04/2018:
Monow 120Jahre LichtenraderMagazin04 2018


 

Bahnübergang Säntisstraße: "Nichts geht mehr“ oder „rien ne va plus"...

29.3.2018 Der Bahnübergang Säntisstraße hat heute tatsächlich für eine lange Zeit geschlossen. Heute am Morgen konnte der Berufsverkehr noch passieren. Am Nachmittag ging es nur noch für die Fußgänger -jedenfalls für die, die Treppen steigen können- über die neue Brücke. Über den Ärger rund um diese Brücke hat auch die Lichtenrader Internetzeitung berichet: LINK.

Über den Ärger rund um die Fußgängerbrücke berichtete heute auch die Berliner Abendschau. Von der Bahn wurde zugesagt, dass Lösungen zur Verbesserung der Situation geprüft werden. Näheres wurde nicht ausgeführt. Wir werden es beobachten.

Der Bahnübergang Säntisstraße wird gar nicht mehr eröffnet. Wenn das Bauwerk fertig ist, kann jedoch die S-Bahn ohne Schranke an dieser Stelle unterquert werden. Aber das wird noch dauern...

Weitere Fotos zum gesperrten Bahnübergang Säntisstraße siehe unten...

Aber auch: Freie Fahrt für die Lichtenrader! ...jedenfalls an dieser Stelle in der Bahnhofstraße

Auch über diesen Nicht-Wasserrohrbruch, aber trotzdem Wasserwerke-Schaden berichtete die Lichtenrader Internetzeitung: LINK. Alles wurde für Berliner Verhältnisse schnell repariert. Heute lief wieder alles; wie immer: chaotisch!

rohrbruch bahnhofstr lichtenrade 03 2018 fertig2
Das Loch ist gestopft....

Und jetzt nochmal zum gesperrten Bahnübergang Säntisstraße:
saentisstr bruecke sperrung endgueltig 1
Bahnübergang Säntisstraße geschlossen; Alternative Bahnübergang Buckower Chaussee oder noch besser: weiträumig umfahren!

Ende und aus...

Links rein durch eine Anwohnerstraße; besser aber weiträumig umfahren!

Die Stufen sind eine große Hürde!

Der vergitterte Blick in Richtung Bahnübergang Buckower Chaussee (im Hintergrund), der dann gebaut wird (dort wird eine Brücke auch für Autos die S-Bahn überqueren), wenn die Unterführung Säntisstraße nach Monaten fertig gestellt ist.

Fotos: Thomas Moser