Das Ulrich-von-Hutten-Gymnasium (UvH) erhielt am 1. Dezember 2017 das Siegel „Faire Schule“. Die Verleihung fand im Rahmen des traditionellen Weihnachtsbasars in der Aula der Schule statt. Der Andrang bei dieser Veranstaltung war riesig.
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Das Schulsprecher-Team, die Nachhaltigkeits-AG, sowie Schulleiter Thomas Hungs (re), Renate Künast MdB; 2.v.re.) und Geschäftsführerin des EPIZ Mary Whalen (3.v.re.)
Für das Projekt hat die Bundestagsabgeordnete Renate Künast (Bündnis 90/Die Grünen) die Schirmherrschaft übernommen. Sie sprach ein Grußwort, in dem sie auf die wichtigen Aspekte der Ehrung verwies und gratulierte zur Verleihung dieses wichtigen nachhaltigen Siegels. Sie drückt damit die Hoffnung aus, dass die UVH auch weiterhin alle Anstrengungen für eine faire Schule unternehmen wird. Schulleiter Thomas Hungs war sichtlich stolz über diese Ehrung.

Renate Künast (MdB) und Schulleiter Thomas Hungs
Als er die Schulleitung vor 18 Jahre übernahm, war es das kleinste Gymnasium in Tempelhof-Schöneberg. Mittlerweile ist es das größte Gymnasium im Bezirk und zeichnet sich auch durch sein vielschichtiges Engagement aus.

Das Siegel „Faire Schule“ wird im Rahmen des Schulentwicklungsprogramms vom Entwicklungspolitischen Bildungs- und Informationszentrum (EPIZ e.V.), dem Zentrum für Globales Lernen in Berlin, vergeben. Die Laudatio hielt die Geschäftsführerin des EPIZ Mary Whalen. Das Schulsprecherinnen und Schulsprecher-Team gab dann den Startschuss für den Adventsbasar.

Die Schülerinnen und Schüler, Eltern sowie das Lehrerkollegium hat sich bereits im Schuljahr 2015/2016 dazu entschieden, dass das Thema Nachhaltigkeit als pädagogischer Entwicklungsschwerpunkt behandelt werden soll. Dies wurde dann ins Schulprogramm aufgenommen. Ein Schwerpunkt war der faire Umgang miteinander und eine demokratische Schulkultur. Dahinter verbargen sich ganz konkrete Maßnahmen. So stehen ausgebildete Mediatoren im Konfliktfall zur Verfügung, in den 7. Klassen wurde ein sogenannter Klassenrat eingeführt und im Schüler-Lehrer-Dialog werden aktuelle Probleme der Schule besprochen. Ein weiterer Schwerpunkt war die ökologische Verantwortung und der faire Umgang mit Umwelt und Klima. Auch dahinter verbergen sich konkrete Maßnahmen. Besonders die Schülerfirmen verfolgten nachhaltige Geschäftsideen und präsentierten diese erfolgreich in Rahmen von Wettbewerben. So wurde der 3. Platz für die Schülerfirma Mercalira im Jahr 2015 beim Bundesschülerfirmencontest und der 1. Platz für die Schülerfirma Möbellira beim Junior-Landeswettbewerb der Schülerfirmen in Berlin im Jahr 2017 errungen. Beim letzten Schwerpunkt „Fair zu Menschen rund um den Globus“ werden regelmäßig Gäste aus dem „Globalen Süden“ zur Mitgestaltung des Unterrichts eingeladen.

Zum Konzept der „Fairen Schule“

Im Konzept zur Idee stehen zwei Dinge im Vordergrund. Mit der Fairen Schule kann das Leitbild der nachhaltigen Entwicklung in der Schule umgesetzt und gelebt werden. Nur wenn sich Schülerinnen und Schüler fair und respektvoll behandelt fühlen, sind sie bereit, sich mit Fragen globaler Gerechtigkeit auseinanderzusetzen und sich für mehr globale Gerechtigkeit zu engagieren. Diese globalen Zielstellungen sind ein ganzheitlicher Ansatz, der verschiedene Bereiche umfasst:

  • Fairer Umgang miteinander/ demokratische Schulkultur
  • Fair zu Umwelt und Klima/ ökologische Verantwortung
  • Fair zu Menschen rund um den Globus/ Globales Lernen

Für das Siegel „Faire Schule“ muss man als Schule Aktivitäten in allen drei Bereichen nachweisen. Dann erhält man die Auszeichnung für zwei Jahre. Damit ist gesichert, dass sich keine Schule auf ihren Lorbeeren ausruhen kann.

Thomas Moser (auch Fotos)

www.uvh-online.de

http://www.faire-schule.eu

Die UvH steuerte auch die künstlische Gestaltung mit nachhaltigen Materialien für einen Weihnachtsbaum in der Bahnhofstraße bei.
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Diesmal ging es beim Thema Dresdner Bahn nicht ausschließlich um Lichtenrade, denn der erste Bauabschnitt startet bereits Ostern 2018 nördlich von Lichtenrade am Bahnübergang Säntisstraße.

Nach Fertigstellung wird die Bahn nach Dresden, Cottbus, Zossen, schnell nach München und auch zum eines Tages sicherlich fertiggestellten BER-Flughafen fahren. Mit 160 Km/h durch Berlin und 200 Stundenkilometer außerhalb der Stadt werden die Züge rollen. Das Urteil des Bundesverwaltungsgerichtes vom 29. Juni 2017 hat die Klagen der Anwohner und der „Bundesvereinigung gegen Schienenlärm“, die für die Bürgerinitiative Dresdner Bahn geklagt hat, abgewiesen und damit den Beginn der Baumaßnahmen ermöglicht. Nach den jetzigen Berechnungen geht man von bis zu 600 Zugbewegungen täglich aus, wobei sich viele auf die S-Bahn beziehen. Acht Güterzüge sind auch eingeplant.
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Der Mariendorfer Abgeordnete und CDU-Fraktionsvorsitzende Florian Graf (MdA-Foto lks.) lud den von der Bahn zuständigen Projektleiter Holger Ludewig (Foto Mitte) ein, damit Anwohnerinnen und Anwohner und auch er selbst sich über die Planungsschritte für den sogenannten Abschnitt 1 informieren konnten. Zusammen mit Benjamin Döring (Foto re.), auch von der DB Netz, stand er bei den vielen Nachfragen Rede und Antwort.

Gastgeber der Veranstaltung war die Licht und Leuchten-Firma Selux in der Motzener Straße im Industriegebiet Marienfelde. Der große Saal war bis zum letzten Platz besetzt. Gut 200 Gäste kamen, wobei die Entwicklung der Bahn auch für die Firmen rund um die Motzener Straße interessant und wichtig ist.

Die Bauarbeiten, die zurzeit laufen, beziehen sich auf Vegetationsbeseitigungen und notwendige Erneuerungen bei der S-Bahnstellwerkstechnik. Von Januar bis März 2018 wird dann ein Fußgängerüberweg an der Säntisstraße errichtet, damit zum Zeitpunkt der Schließung des Bahnübergangs im April 2018 zumindest Fußgänger diesen Bereich queren können. Nach vielen vorbereitenden Arbeiten ist der Baubeginn der Eisenbahnüberführung dann ab Juli 2018 beplant. Während der Bauphase bis Mai 2021 wird der Bahnübergang Buckower Chaussee als alternative Umfahrung erhalten bleiben. Der Neubau der Straßenunterführung und des Bahnhofs Lichtenrade wird im Frühjahr 2020 starten und bis 2022 dauern, wobei der Pfarrer-Lütkehaus-Platz schon einige Zeit vorher für die Baulogistik benötigt werden wird. Nach der jetzigen Planung will man 2025 mit dem Bau der Dresdner Bahn fertig sein.

Während der gesamten Bauzeit der Dresdner Bahn wird grundsätzlich der S-Bahnverkehr aufrecht erhalten bleiben. Dafür werden jedoch auch Nachtarbeiten an bestimmten Abschnitten notwendig werden, wobei die Hauptarbeiten tagsüber stattfinden sollen. Die temporären Totalsperrungen der S-Bahn beziehen sich in der Regel auf die Abends-/ und Nachtzeiten und werden 2018 besonders den Bereich Lichtenrade-Blankenfelde betreffen.

Zuerst will man möglichst schon Lärmschutzwände setzen, damit während der Bauphase der Lärm möglichst eingeschränkt wird. Die Lärmschutzwände sollen eine abgestufte Färbung und teilweise Begrünung erhalten. Holger Ludewig macht jedoch auch klar, dass der Bau „nicht komplett ohne Geräusche“ ablaufen wird. Besonders laut werden sicher die Schotterungen für die Gleise sein und auch das notwendige Einrammen der Oberleitungsmasten.

Zur weiteren Terminplanung ist zu sagen, dass es zu Einschränkungen ab 2020 an der Attilastraße (Bau einer weiteren Bahnbrücke) kommen wird. Ebenfalls wird ab 2020 an der Großbeerenstraße (totaler Neubau der noch nicht so alten Brückenanlage) gebaut.

In einem gesonderten Projekt soll zeitgleich ein neuer S-Bahn-Haltepunkt Marienfelde mit besseren Zugangsmöglichkeiten entstehen.

Ab 2022 wird eine zusätzliche Brücke am Schichauweg (beginnend 2019 mit dem Leitungsbau) gebaut. Die Schließung des Übergangs Buckower Chaussee wird nach Baufertigstellung der Säntisstraße erfolgen. An der Buckower Chaussee wird als einziges Brückenbauwerk auf der Strecke die Straße über die Bahngleise geführt werden. Für diesen Bauabschnitt wird dann mit größeren Einschränkungen für den Autoverkehr gerechnet.

Die Nachfragen bei dieser für die Betroffenen sehr wichtigen Veranstaltung bezogen sich auch auf einige Randbereiche, die aber ebenfalls für Aufregung sorgten. So wird es den jetzigen illegalen Trampelpfad auf dem Bahngelände zwischen Säntisstraße und Buckower Chaussee nicht mehr geben.

Da jedoch diese Strecke gerne als Abkürzung genutzt wird, wird Florian Graf die Anregung eines neuen Weges beim Senat einbringen. Auch wird es den jetzigen P&R-Parkplatz an der Buckower Chaussee nicht mehr geben.

Der schon seit längerer Zeit vom UnternehmensNetzwerk Motzener Straße geforderte Regionalbahnhalt an der Buckower Chaussee ist in den jetzigen Planungen nicht enthalten. Florian Graf unterstützt diesen Halt sehr, zumal dann auch die Bürger aus dem Süden einen schnelleren Anschluss zum neuen Flughafen hätten. Die Forderung wird Florian Graf auch mit ins Abgeordnetenhaus nehmen, weil das Land Berlin der Auftraggeber und sicherlich auch ein Finanzierer eines solchen Projektes wäre. Baulich wäre dieser Regionalbahnhalt nach Aussage von Holger Ludewig möglich. Bereits an anderer Stelle äußerte sich die Bezirksbürgermeisterin Angelika Schöttler positiv zu dieser Überlegung.

Die Zielgruppe dieser Veranstaltung waren Marienfelder und Mariendorfer, die gerne diese Informationen angenommen haben.

Thomas Moser (auch Fotos)

Weitere Informationen:

Infopunkt auf den Bahnsteig in Lichtenrade: dienstags zwischen 14 und 18 Uhr

Website der Bahn: www.dresdnerbahn.de

Website der BI-Dresdner Bahn – Lichtenrade http://www.dresdner-bahn.de/


 

Spannende Partien beim Internationalen Schachturnier in Lichtenrade ... etwas verspäteter Bericht...

Ende Oktober war es wieder soweit: Der SC Schwarz-Weiß Lichtenrade richtete zum 13. Mal das internationale Schachturnier „Lichtenrader Herbst“ im Gemeinschaftshaus Lichtenrade aus und der Zuspruch war riesig.




Vor einem Jahr war noch nicht klar, ob dieses Turnier stattfinden kann. Umso mehr waren die Teilnehmerinnen und Teilnehmer erfreut, dass dieses mittlerweile traditionelle Turnier mit großem ehrenamtlichen Engagement stattfinden konnte.

Der Saal im Gemeinschaftshaus Lichtenrade war bis zum letzten Platz gefüllt. Aber trotzdem hätte man eine Stecknadel fallen gehört. Eine fast meditative Stille. Viele Reihen mit Schachbrettern waren im Saal verteilt. Konzentrierte Spieler waren auch auf der Bühne in den Partien versunken.

Ein extra Bereich mit drei Brettern war auf der Bühne für besondere Partien der Großmeister abgeteilt. Im Vorraum konnten interessierte Besucherinnen und Besucher sich beim Schach probieren. Die weibliche Komponente ist bei dieser anerkannten Sportart deutlich unterrepräsentiert, obwohl die Turnierleitung extra ein Preisgeld für die Gewinnerinnen ausgelobt hat. Für die Leitung des Turniers gab es jedoch einen Hoffnungsschimmer: „Besondere Erwähnung darf die japanische Schiedsrichterin Yumiko Hierbert erfahren, die uns in diesem Jahr unterstützte und für einen kulturellen Erfahrungsaustausch im Organisationsteam sorgte. Erwähnenswert ist auch, dass insbesondere junge Schachspielerinnen ihre Begeisterung für das Turnierschach entdecken. Seit dem Film um Magnus Carlsen ist dieser Trend spürbar.“




Beeindruckende Zahlen und eine Entscheidung in der letzten Runde

Im Turnierbericht werden beeindruckende Zahlen präsentiert: „Am 28.10.2017 begann der 13. Lichtenrader Herbst, an dem insgesamt 183 Spielerinnen und Spieler teilnahmen. Das Turnier endete nach neun Runden am 5.11.2017. Es konnte ein Gesamtpreisfonds in Höhe von 6150 € mit knapp 50 Einzelpreisen ausgeschüttet werden. Das Teilnehmerfeld setzte sich diesmal aus 24 Nationalitäten im Alter zwischen 8 und 87 Jahren zusammen. Ersteres ist Turnierrekord… Unter den TeilnehmerInnen befanden sich diesmal 16 Titelträger (fünf GM, drei IM, sieben FM und ein CM), was einen Normenerwerb möglich machte.“

Am 5. November war dann erst die Entscheidung perfekt. Lässig und doch hoch konzentriert spielte der Sieger des Turniers, Dmitry Kryakvin aus Russland, die vorletzte Runde gegen den deutschen Nick Müller vom Greifswalder SV.

Die Entscheidung fiel dann erst in der letzten und 9. Runde. Gegen René Stern, der Zweiter im Turnier wurde, setzte sich Dmitry Kryakyin dann als Turniersieger durch.

Im Turnierbericht wird die Situation um den Sieg wie folgt beschrieben: „Besonders interessant war in der siebten Runde das Aufeinandertreffen zwischen den beiden Berliner Spielern GM Stern und dem jungen FM Barath. SF Barath vom SC Zugzwang hatte dem erfahrenen GM zuletzt bereits zwei Remis abknüpfen können. Doch offenbar hatte GM Stern etwas gegen Baraths Königsinder vorbereitet. Nach der siebten Runde führte nun eine Dreiergruppe das Feld mit jeweils sechs Punkten an, ehe sich der Berliner Spitzenspieler GM Rene Stern (SK König Tegel) vor der neunten Runde mit sieben Punkten absetzen konnte. In der neunten Runde remisierte er jedoch schnell gegen GM Kasparov, dessen Buch über den „Hedgehog“ kürzlich erschien. Das Kurzremis am ersten Brett nutzten die Großmeister A. Danin und D. Kryakvin aus, um mit ihren Siegen in der Schlussrunde ebenfalls auf 7,5 Zähler zu gelangen. Somit schloss GM Kryakvin nicht nur zu Rene Stern auf, sondern zog aufgrund der besseren Feinwertung sogar an ihm vorbei.“
Lichtenrader Herbst 2017 Tabelle nach 9 Runde

Schach Lichtenrader Herbst 2017 Moser 23

Für 2017 konnte der Verein erstmals auch einen prominenten Unterstützer gewinnen: Schirmherr des Turniers ist der Lichtenrader Bundestagsabgeordnete Dr. Jan-Marco Luczak. Er spielt selbst Schach und unterstützt das ehrenamtliche Engagement des Vereins. „Das Turnier hat eine lange Tradition und ist international anerkannt, darauf können wir in Lichtenrade stolz sein“, sagte Luczak.

Bei diesem strategischen Brettspiel bewegen zwei Spieler abwechselnd Spielsteine auf einem Schachbrett. Auf 64 Felder treten weiße gegen schwarze Spielfiguren an. Bauern, Türme, Läufer, Springer, die Dame und der König ziehen in die geistige Schlacht um den Sieg. Da wird dann schon mal ein Bauernopfer gebracht, um sich letztendlich einen Vorteil zu verschaffen oder den Gegner zu täuschen. „Schachmatt“ heißt es am Ende des Spiels.

Erfreulicher Verlauf und ein Turnier 2018

In einer Zusammenfassung wird das erfreuliche Gesamtergebnis der Veranstaltung beschrieben: „Aus Turnierleitersicht erfreulich ist, dass es keinen einzigen Streitfall gab, was insgesamt auch die sehr positive und freundschaftliche Atmosphäre des Opens wiedergibt. Nach den Partien wurde gemeinsam außerhalb des Turniersaales analysiert, wobei sich die Titelträger nicht zu schade waren, sich mit ihren Gegnern gemeinsam gemütlich an einen Tisch zu setzen und – oftmals bei einem Getränk oder einer kleinen Mahlzeit – die Partie ausführlich in entspannter Atmosphäre zu analysieren, wobei auch die Kiebitze voll auf ihre Kosten kamen.“

Die endgültige Entscheidung für das Turnier im nächsten Jahr kann erst im Dezember 2017 getroffen werden. Die Schachfans sollten sich jedoch den 27.10. bis 4.11.2018 für die 14. Auflage des internationalen Turniers in Lichtenrade freihalten.

Der SW Schwarz-Weiß Lichtenrade e.V. trifft sich regelmäßig zweimal in der Woche im Gemeinschaftshaus Lichtenrade und freut sich über neue Gesichter.
Thomas Moser (auch alle Fotos)

http://www.sw-lichtenrade.de

Weitere Fotoimpressionen:








http://www.sw-lichtenrade.de/LiraH/

 Alle Fotos Thomas Moser


 

„Lichtenrade bevorzugt eher dunkle Schokolade!“
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Das ist die Erkenntnis von Susanne Anders, die seit 30 Jahren in der Lichtenrader Bahnhofstraße mit ihrem Fachgeschäft vertreten ist. Am 1. Januar 1987 haben sie und ihr Mann das Geschäft mit guter Schokolade und Pralinen in der Lichtenrader Bahnhofstraße von ihrem Vater Kurt Wegner aus gesundheitlichen Gründen übernommen. Das Geschäft existiert in Lichtenrade seit 1955, also schon seit 62 Jahren.
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Bereut hat sie die ungeplante Übernahme des Geschäftes nie, obwohl sie vorher als Reiseverkehrskauffrau in einer ganz anderen Branche gearbeitet hat: „Ich liebe Schokolade und mich erfüllt die Arbeit im Lichtenrader Geschäft.“

Ein noch viel längeres Jubiläum konnte Susanne Anders ebenfalls in diesem Jahr feiern.

Vater Kurt Wegner im Geschäft in Tempelhof
Seit 111 Jahren lebt ihre Familie für gute Schokolade und Pralinen: „Wir sind in Berlin das älteste Süßwarengeschäft in einer Familie.“ Der Großvater war Konditor und hatte am 1. März 1906 am Tempelhofer Damm (ehemalige Berliner Straße) schräg gegenüber vom damaligen Warenhaus „Elend“ später „Walden“ (jetzt Karstadt) ein Süßwarengeschäft eröffnet: „Da hat er noch die Pralinen selber gemacht, genau wie noch anfangs mein Vater.“ Ob und wie lange die Familientradition fortgesetzt wird, wird die Zeit zeigen: „Man weiß ja nie, ob vielleicht doch jemand aus der Familie noch Interesse bekommt.“ Mittlerweile arbeitet Susanne Anders im Lichtenrader Geschäft mit zwei Teilzeitkräften.

Susanne Anders hat nicht unbedingt den typischen Stammkunden. „Wir haben eine bunte Kundschaft. Sozusagen querbeet. Zu uns kommen auch Kinder, die genau wissen, was sie für ihre Eltern oder Großeltern als Geschenk kaufen wollen. Dafür sparen sie dann auch.“ Die Geschäftsinhaberin ist glücklich, dass immer eine Kundschaft nachwächst.

Weihnachten-Nascherei erst später, dafür aber frisch
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Es ist Anfang November und in den Discountern und Supermärkten werden die Kunden schon seit Monaten mit Weihnachtsnaschereien überschwemmt. Ganz anders im Schokoladen- und Pralinengeschäft von Susanne Anders. Für sie ist es wichtig, dass sie die Weihnachtsnaschereien aus der laufenden Produktion erhält. Das Motto: „Je später, umso frischer“. So werden ihr die ersten Weihnachtssachen erst im November geliefert und das Schaufenster schmückt sie weihnachtlich traditionell erst nach dem Totensonntag. Bestellt hat sie die Süßwaren jedoch schon lange vorher.
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...die weihnachtliche Deko ist jetzt fertig...
Zu Weihnachten wartet ein reichhaltiges Sortiment auf die Kundschaft. Dazu gehören zum Beispiel Marzipankartoffeln, Teekonfekt, Bethmännchen, Baumkuchen, Plumpudding, verschiedene Dominostein mit den unterschiedlichsten Füllungen, Spirituosen, Adventskalender und unzählige weitere Leckereien.

Alles wird getestet und der schnelle Draht zu den Firmen

„Ich esse gerne Schokolade und ich kann alles wertfrei testen. Aber ich habe mir angewöhnt, dass ich nichts zu Hause habe. Sehr zum Leidwesen meines Mannes.“ Manchmal bringt sie dann doch einige Leckereien für ihren Mann mit nach Hause. Es wird jede Lieferung und jedes Produkt ihrer persönlichen Warenkontrolle unterzogen. Das heißt viel probieren: „Man kann nur darüber reden, wenn man weiß wie es schmeckt und wenn man weiß, wie es hergestellt wird.“

Sie hat gute Kontakte zu den Vertretern und direkt zu den Firmen. So hat sie auch schon in diesem Jahr vom Weihnachtssortiment etwas zurückgeschickt, weil es ihren Qualitätsansprüchen nicht genügte: „Die Ware war nicht so, wie sie sein sollte. Ich gehe den Produzenten dann ganz schön auf den Nerv.“ Es wurden manche Traditionsprodukte auch schon aus dem Sortiment genommen, wenn sich bei der Qualität was verändert: „Ich muss voll und ganz hinter den Produkten stehen.“ Merkmale für eine schlechte Qualität sind dabei „zu flach und zu süß“. In eine Schokolade gehören Kakao, Kakaobutter, Zucker, Milch und entsprechende Ingredienzien. Aber auch nicht mehr: „Ich habe es gerne, wenn man merkt was man isst.“

Sie weiß, wie die Produktionen besonders von den Berlinern Produzenten aussehen und hat den unmittelbaren Draht, wenn etwas nicht stimmt. Wenn Sie Pralinen sieht, weiß sie genau, wie sie hergestellt werden. Susanne Anders hat auch Firmen im Sortiment, die nicht ganz so geläufig sind. Sie bietet der Kundschaft auch neu entwickelte Produkte zum Kauf an.

Viele Kunden fragen heute nach Inhaltsstoffen und da kann Susanne Anders ganz genau Rede und Antwort stehen: „Ich weiß ganz genau, was in den Dingen drin ist. Egal was die Kundschaft kauft.“

Die Berliner, die schokoladentechnisch zu den Norddeutschen zählen, mögen bevorzugt die dunkle Schokolade und bevorzugt alkoholfreie Schokolade und Pralinen. Für Susanne Anders ist eins wichtig: „Die Zunge soll etwas zu tun haben.“

Mit Sorge betrachtet Susanne Anders bei der Entwicklung rund um die Lichtenrader Bahnhofstraße den Verlust von circa 80 bis 100 Parkplätzen: „Das wird der Bahnhofstraße nicht guttun. Wir haben viele Menschen, die nicht in unmittelbarer Nähe wohnen.“ Sie findet es sehr wichtig, dass besonders Gehwege für die Passanten und Kunden eben gestaltet werden.

Wenn Suanne Anders von der Schokolade und von Pralinen spricht, kommt sie förmlich ins Schwärmen. Man merkt ihr die Liebe zum Beruf an und man spürt, dass es für sie keine schönere Arbeit gibt.

Thomas Moser (auch Fotos; historische Fotos privat)


 

Auch der November kann noch Sonne...
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Fotos Thomas Moser


 

Alle Jahre wieder erstrahlt die Bahnhofstraße während der Advents- und Weihnachtszeit in stimmungsvollem Glanz. Gewerbetreibende, Ärzt_innen und Eigentümer_innen haben sich zusammengeschlossen, um die Bahnhofstraße – unterstützt durch das Geschäftsstraßenmanagement – zu einer festlichen Flaniermeile werden zu lassen.

Vom 27. November 2017 bis zum 7. Januar 2018 schmücken Leuchtelemente, Lichterketten und Weihnachtsbäume die Geschäftsstraße und laden ganz besonders zum Besuch ein!

Fotos von 2016: Thomas Moser


 

Friedhof in Lichtenrade-Paplitzer Straße

Erinnerung an die Kriegstoten und Opfer der Gewaltbereitschaft und Gewaltherrschaft aller Nationen... und Mahnung an uns Alle!

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Fotos Thomas Moser


 

TERMIN MERKEN! Singen Sie mit: Beim Lichtenrader Weihnachtssingen vom Unternehmer-Netzwerk Lichtenrade

Im letzten Jahr war das 1. Adventssingen in Lichtenrade (Foto Moser)

Am Freitag, den 8. Dezember 2017 ist es wieder soweit: Von 18 bis etwa 20 Uhr werden Künstler und Chöre ohne Gage gemeinsam mit den teilnehmenden Lichtenradern auf dem Freigelände der Alten Mälzerei Advents- und Weihnachtslieder singen.

Bild Adventssingen 2017

Nach dem gemeinsamen Singen mit den Chören wird dann ab etwa 20 Uhr Lutz Fußangel mit seiner Band "Touchdown"  die Veranstaltung mit flottem, swingendem Weihnachts-Jazz bis 22 Uhr ausklingen lassen. Der Eintritt ist kostenlos.

Liedertexte:

Vor Ort bekommen Sie die von uns die Liedertexte in gedruckter Form. Sobald das musikalische Programm endgültig feststeht, finden Sie die Liedertexte dann auf dieser Seite als PDF zum Download.

Schnabulieren für den guten Zweck

Für die Besucher werden der kalten Jahreszeit entsprechende Leckereien angeboten: Glühwein, Tee, heiße Suppe, Grillwürste, selbstgebackene Kuchen etc. Der aus den Cateringeinnahmen verbleibende Überschuss wird nach Abzug der Veranstaltungskosten an Lichtenrader Organisationen gespendet.

Adventsgeschichten und Fotos mit dem Weihnachtsmann

Für die kleinen Besucher ist ein Kinderprogramm mit Basteln und Vorlesen geplant.

Weihnachtsmann und Engel warteten schon im letztne Jahr (Foto Moser)
Auch für die „Großen“ geeignet ist das Angebot von Apollo-Optik: Wer möchte, kann sich kostenlos mit einem Weihnachtsmann und Engel fotografieren lassen.

Stimmungsvolle Kulisse für das „Open-Air“-Adventssingen vom UNL am 8. Dezember: Die Alte Mälzerei (Quelle: Thomas Moser / Stilelement Werbeagentur)
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