Aufgrund eines Beschlusses der Bezirksverordnetenversammlung (BVV) Tempelhof-Schöneberg, plant das Bezirksamt in Tempelhof-Schöneberg eine „soziale Mieterberatung“ nach dem Vorbild des Bezirks Friedrichshain-Kreuzberg anzubieten.

Der Grundeigentümerverein Berlin-Lichtenrade e.V. hält eine steuerfinanzierte Mieterberatung nicht für erforderlich, da es ein ausreichendes Angebot von Mietervereinen und anderen Organisationen aber auch behördlichen Anlaufstellen (Soziale Wohnhilfe) gibt. Diese sind für Mieter auch nicht schwer zu finden bzw. zu erreichen, so dass nicht klar ist, warum nun bezirklich eine weitere Beratungsmöglichkeit geschaffen werden soll.

Durch die kostenfreie und steuerfinanzierte Beratung von Mietern verschiebt sich zumindest in einem Teil des Wohnungsmarktes die Situation zulasten der Vermieter, kritisiert der Grundeigentümerverein. „Und mit Vermieter meinen wir den privaten Kleinvermieter mit einigen wenigen Wohnungen in einem Miethaus oder als Eigentumswohnungen, die er z.B. zur Altersvorsorge erworben hat. Dieser muss seinen Beratungsbedarf weiterhin selbst bezahlen, der des Mieters wird vom Staat bezahlt.“, so der Vorsitzende Frank Behrend.

Frank Behrend, Vorsitzender vom Grundeigentümerverein Lichtenrade (Archivbild Thomas Moser)
Bei Auswertung des Konzeptes entsteht der Eindruck, dass bei den zukünftigen Trägern der Mieterberatung über die Beratungstätigkeit hinaus andere, mit der Mieterberatung nicht im Zusammenhang stehende Kosten finanziert werden sollen. Lt. Konzept sind Kosten je Beratungsstelle  in Höhe von rd. 65.000,-- € netto (das sind mit der zu bezahlenden Umsatzsteuer rd. 77.000,-- € brutto) pro Jahr angesetzt. Das ist großzügig betrachtet eine Vollzeitstelle mit Nebenkosten. Lt. Konzept sind jedoch nur rd. 11 Stunden Aufwand pro Woche und Beratungsstelle vorgehen, also rd. 30% einer Vollzeitstelle. „Wie erklären sich die kalkulierten Kosten?“ fragt der Vorsitzende Frank Behrend.

Die bezirkliche Mieterberatung zielt dem Konzept nach vor allen Dingen auf finanziell schwache Mieter, aber eine Beschränkung z.B. auf SGB-II- oder Grundsicherungsempfänger ist nicht vorgesehen. Demnach kann sich jeder auch gut verdienende Mieter beraten lassen. Das ist nicht akzeptabel.

Sollte ein Beratungsbedarf bei bedürftigen Mietern erkennbar sein, so ließe sich das über eine Gutscheinlösung organisieren. Der Bezirk stellt einen Beratungsgutschein aus, der Betroffene geht zum Mieterverein oder einer anderen Organisation, diese löst den Gutschein beim Bezirksamt ein und erhält eine Vergütung für die Beratung eines Nichtmitgliedes (z.B. orientiert an einem Jahresbeitrag des Berliner Mietervereins). Das dürfte am Ende auch deutlich günstiger sein, kalkuliert der Grundeigentümerverein.

Die BVV fasste auf ihrer Sitzung am 15.02.2017 folgenden Beschluss:

"Mieter*innen stärken - die Mieterberatung im Bezirk entwickeln"
,,Das Bezirksamt wird ersucht soziale Mieterberatungen nach dem Vorbild des Bezirks Friedrichshain-Kreuzberg in Schöneberg, Tempelhof und im Quartiersbüro W40 einzurichten. Neben dem Angebot einer allgemeinen und sozialen Mieterberatung wie Hilfe und Unterstützung bei der lnanspruchnahme ihrer Rechte, bei lnstandsetzungsmaßnahmen, Modernisierungen, exorbitanten Mieterhöhungen, Verkauf oder auch drohender Zwangsräumung, sollen auch zeitnah besondere Angebote für jene Mieter_innen angeboten werden, deren Wohnungen den Status als Sozialwohnungen verlieren bzw. bereits verloren haben und die in Zukunft § 558 BGB unterliegen.
Das Bezirksamt wird außerdem ersucht, sich bei den zuständigen Stellen dafür einzusetzen, dass auch die städtischen Wohnungsgesellschaften in den Fällen der oben enrähnten Mietrechtsänderungen mit eigenen Beratungsangeboten die Mieter_innen umfassend über ihre Rechte informieren. lnsbesondere sollte hierbei auf die Möglichkeiten von Mietzuschüssen nach § 2 des Wohnraumversorgungsgesetzes Berlin, hingewiesen werden."
Das Bezirksamt teilt hierzu mit der Bitte um Kenntnisnahme mit:
Einrichtung einer sozialen Mieterberatung
Hierzu fand am 07.06.2017 zu einem Erfahrungsaustausch mit relevanten Akteuren der Mieterberatung eingeladen. Teilnehmer waren die AG SPAS e.V., ASUM GmbH, Berliner MieterGemeinschaft e.V., Berliner Mieterverein e.V., Gesoplan gGmbH, Mieterladen Nollzie, QM-Projekt Wohnung und Mieten PLUS. Die Ergebnisse werden derzeit in ein Konzept für eine soziale Mieterberatung eingearbeitet. Außerdem steht die Bezirksverwaltung im Austausch mit den Bezirken Friedrichshain-Kreuzberg und Mitte.
lm Ergebnis dessen wurde das nachfolgende Konzept einer dezentralen sozialen Mieterberatung erarbeitet.


 

In der Zeit vom 20 bis 24. November 2017 findet auch in der Lichtenrader Nahariya-Grundschule die „Woche des Lesens“ statt. Dann beschäftigen sich die Schulen ganz besonders mit dem Thema Lesen. In diesem zeitlichen Zusammenhang kommen auch die verschiedensten Lesepaten in die Schulen, so auch nach Lichtenrade. Die Schulleitung der Nahariya-Grundschule informiert uns, dass am 17. November, dem bundesweiten Vorlesetag, zahlreiche Prominente den Kindern vorgelesen haben. Es gibt jedoch auch so ehrenamtliche Lesepaten, die ansonsten in der Schule vorlesen.

Besonders freute die SPD-Abgeordnete Melanie Kühnemann (MdA), dass sie an ihre alte Schule als Vorleserin zurückkehren konnte.
vorlesepatin kuehnemann2017
Der Klasse 5 c lass sie aus dem Buch „Dem Mammut auf der Spur“ vor. Die Kinder hörten sehr interessiert und aufmerksam zu. Der Lehrer bedankte sich am Ende der Stunde bei der Abgeordneten: „Sie haben den Kindern heute ein großes Geschenk gemacht, indem sie ihnen vorgelesen haben. Das kennen viele Kinder nicht.“

Auch Hildegard Bentele MdA (CDU), ebenfalls Abgeordnete aus Lichtenrade, lass einer aufgeweckten 5. Klasse aus dem Buch „Die Sonne bleibt nicht stehen“ vor. Mit ihrem Fraktionskollegen Frank Henkel (CDU) konnte sie sich im Anschluss mit der Schulleitung austauschen. Die CDU-Bildungsstadträtin Jutta Kaddatz unternahm mit den Kindern eine Reise in die Eiszeit und lass, wie Melanie Kühnemann, aus dem Mammut-Buch vor.

(Fotos Marion Pinkpank)
Vielleicht nehmen sich jetzt wieder mehr Eltern vor, dass sie ihren Kindern vorlesen. Der Tag scheint jedenfalls als Anregung notwendig zu sein. Lesen macht Spaß! ToM

Infos zu Lesepaten

Mit dem Lesepatenprojekt der Initiative „Bürgernetzwerk Bildung“ fördert der Verein Berliner Kaufleute und Industrieller (VBKI) Kinder und Jugendliche beim Lesen und Lernen, unterstützt Berliner Schulen und Kindertagesstätten und stärkt das bürgerschaftliche Engagement in Berlin. Das Bürgernetzwerk Bildung vermittelt mehr als 2.000 ehrenamtliche Lesepaten an Berliner Schulen und Kindertagesstätten. Im Mittelpunkt der Förderung stehen Einrichtungen mit hohem Anteil an Kindern mit Migrationshintergrund und mit Eltern, die von der Lernmittelzuzahlung befreit sind. Durch Vorlesen, gemeinsames Bilderbuchanschauen oder Spielen fördern Lesepaten in der Kita den Spracherwerb der Kinder. In den Grundschulen geht es vorwiegend um die Förderung der Lesekompetenz. In den Sekundarschulen unterstützen die Lesepaten die Schülerinnen und Schüler beim Lernen in unterschiedlichen Fächern. Die zusätzliche Förderung durch die Lesepaten nehmen die Schülerinnen und Schüler gerne an, und Schulen und Kitas freuen sich über die Unterstützung. Auch für die Lesepaten ist das Projekt eine wertvolle und anregende Erfahrung. Wer Lesepatin oder Lesepate werden möchte, kann sich beim VBKI melden.

http://www.vbki.de/der-verein/b%C3%BCrgernetzwerk-bildung


 

Der Bezrirkverordnete Patrick Liesener (CDU) informiert über eine BVG-Information an den BVV-Vorsteher Stefan Böltes (SPD) von Tempelhof-Schöneberg zur Taktverdichtung beim Bus 172.

Archivfoto von Patrick Liesener (2015; Foto Moser)
Liesener freut sich: "Die Taktverdichtung auf der Linie 172 verbessert die Anbindung Lichtenrades gerade im Berufsverkehr und ist deshalb zu begrüßen. Der ÖPNV bildet aus meiner Sicht das eigentliche Rückrat des Berliner Verkehrs und jede Optimierung ist aus Sicht der CDU sehr willkommen."

Umgesetzt werden soll die Verbesserung für die Lichtenrader am 10. Dezember 2017.
So sieht der BVG-Hinweis genau aus: "Montags bis freitag wird in der Zeit von ca. 8 bis 9 Uhr zwischen Wünsdorfer Str./Blohmstr. und Johannisthaler Chaussee (nur in dieser Fahrtrichtung) der 20- auf einen 10-Minuten-Takt verdichtet. In der entgegengesetzten Fahrtrichtung wird etwa zwischen 12.30 und 13.30 Uhr der 20- auf einen 10. Minuten-Takt verdichtet.
bus 172
Zusätzlich wird montags bis freitags auf dem Streckenabschnitt Warmensteinacher Str. - U Johannisthaler Chaussee zwischen ca. 9 und 12 Uhr der 20- auf einen 10-Minuten-Takt verdichtet, so dass auf diesem Abschnitt durchgehend von ca. 6 bis 18.30 Uhr ein 10-Minuten-Takt angeboten wird. Samstas von ca. 12 bis 13 Uhr wird das Angebot auf dem Streckenabschnitt von Gesundheitszentrum bis S-Lichtenrade von ca. 13 bis 19 Uhr auf dem Abschnitt Lichtenrader Damm/Barnetstr. bis S Lichtenrade auf einen 10-Minuten-Takt verdichtet. TM


 

15. November 2017 Ein äußerst gelungenes Wohltätigkeitskonzert der Aktionsgemeinschaft Bahnhofstraße!










Das Herresmusikkorps Neubrandenburg unter Leitung von OTL Christian Prchal, gerade noch auf eine Reise durch Amerika, verzauberte wieder das Lichtenrader Publikum mit ihren Klängen.


Im voll besetzten Saal konnte man sich von der Qualität und der Leidenschaft der Musikerinnnen und Musiker überzeugen. Sie zeigten die verschiedensten Fassetten ihrer Kunst. Und es musste auch nicht immer Marschmusik sein. Ganz im Gegenteil, es waren auch leise Töne angesagt.

Ein Höhepunkt waren sicher Teile aus der Star Wars Trilogy (eine kleine Kostprobe: https://www.youtube.com/watch?v=M3f3yLCy2x8&t=35s. Mal leise und mal kraftvoll laut!

Der Meister am Taktstock erläuterte immer sehr interessant und kurzweilig die gespielten Stücke.

Die Band hat ein breites Repertoire und ist wahrlich nicht nur auf Marschmusik eingestellt. Nach der Umstrukturierung der Musikkorps bei der Bundeswehr hatte sich 2014 die Aktionsgemeinschaft Bahnhofstraße wieder um ein Benefizkonzert beworben. 13 Jahre lang war das Luftwaffenmusikkorps IV zu Gast, das jedoch aufgelöst wurde. Die Bundeswehr hat in diesem Jahr wieder das Heeresmusikkorps Neubrandenburg für ein Konzert zur Verfügung gestellt.

Das Heeresmusikkorps Neubrandenburg musiziert im Rahmen des protokollarischen Dienstes, bei truppendienstlichen Anlässen und zur Betreuung der Truppe. Als „klingender Botschafter” des Bundeslandes Mecklenburg-Vorpommern und der Stadt Neubrandenburg tritt das Musikkorps darüber hinaus im Rahmen der Öffentlichkeitsarbeit national sowie international auf.

Die Veranstalter von der Aktionsgemeinschaft Bahnhofstraße, besonders Angelika Heigl und Hagen Kliem, haben all ihre Organisationsfähigkeit in die Waagschale geworfen, damit der Abend ein Höhepunkt wurde.

Neben der Schirmherrin Kulturstadträtin Jutta Kaddatz war auch der Bundestagsabgeordente Dr. Jan-Marco Luczak und die Abgeordnete Hildegard Bentele (MdA) -beide CDU- dabei. Die ehemalige BVV-Vorsteherin und Bezirksverordnete Petra Dittmeyer und der Alt-Bezirksbürgermeister Wolfgang Krueger waren auch von der Musik begeistert.


Hagen Kliem, Vorsitzender der AG, sprach die einleitenden Worte. Besonders erwähnte er die Spenden, mit denen man auch in der Vergangenheit schon immer Lichtenrader Inititativen u.ä. helfen konnte. Der besondere Dank ging auch an die vielen Helferinnen und Helfer im Hintergrund, beim Catering, an der Garderobe, am Eingang und an den Techniker vom Gemeinschaftshaus. Mit dem Erlös wurden und werden regelmäßig Lichtenrader Aktivitäten, Institutionen und Einrichtungen unterstützt. Zuletzt wurde der Volkspark Lichtenrade e.V. zum Beispiel bei der Spielplatzerneuerung finanziell großzügig unterstützt.

Die Lichtenrader Benefizkonzerte der Aktionsgemeinschaft Bahnhofstraße e.V. sind seit über 15 Jahren ein ganz besonderes gesellschaftliches Ereignis. Bei vielen Lichtenraderinnen und Lichtenradern sind die Konzerte ein kultureller Höhepunkt. Es hat schon eine lange Tradition, dass die Bundeswehr für soziale Zwecke auch in Lichtenrade aufspielt. Für nur 10 Euro konnte das Konzert genossen werden.

Thomas Moser (auch alle Fotos)

 


 

15. November 2017 Auch wenn es bis heute noch nicht definitiv entschieden ist, wird das bisher von der Jugendarrestanstalt (JAA) genutzte Gebäude am Kirchhainer Damm in Lichtenrade -was früher als Untersuchungshaftanstalt für Jugendliche genutzt wurde- künftig als Abschiebegewahrsam für sogenannte Gefährder genutzt werden. Es gibt jedoch noch keinen Senatsbeschluss, keinen Termin und es sollen bislang für den künftigen Haushalt 2018 noch keine Mittel für mögliche Umbauten eingestellt worden sein. Die bisherige JAA wurde wesentlich weniger belegt als prognostiziert. Die „lockerere“ Arrestanstalt soll offensichtlich in die Lützowstraße, dem Standort vor der Verlegung Anfang 2012, zurückverlegt werden. Welche Umbauten am Kirchhainer Damm und in der Lützowstraße notwendig sind, ist bislang noch nicht öffentlich bekannt. Die Senatsbehörden sollen sich im September und Oktober 2017 vor Ort ein persönliches Bild von den Lichtenrader Gegebenheiten gemacht haben.

Diese ganz aktuellen Informationen werden von mehreren Quellen und jetzt auch vom Innensenat bestätigt.
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Foto von Tim Brakemeier -dpa- Anstalt Lichtenrade - Kirchhainer Damm

Foto von Tim Brakemeier -dpa- Der Blick vom Bereich Kirchhainer Damm zur alten/ehemaligen/neuen JAA Lützowstraße

Grundsätzliche Planungen bestätigt und Bezirksbürgermeisterin regt Bürger-Informationsveranstaltung mit Senatsverwaltungen an

Die Bezirksbürgermeisterin von Tempelhof-Schöneberg Angelika Schöttler (SPD) bestätigt, dass es diese Senatsplanungen gibt. Besonders wichtig ist für sie jedoch zeitnah eine Bürgerinformationsveranstaltung mit der Senatsverwaltung für Inneres und der Senatsverwaltung für Justiz, in der Fragen und Sorgen von Bürgerinnen und Bürgern zur geplanten Neunutzung am Kichhainer Damm und in der Lützowstraße erörtert werden können.
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Angelika Schöttler (stehend Mitte) bei einer Bürgerversammlung in der Salvator-Kirche zum Thema Flüchtlinge (Oktober 2014)
Auch war aus dem Rechtsausschuss in der heutigen Sitzung des Abgeordnetenhauses Vergleichbares zu hören.

Soeben erhalten wir eine Antwort des Pressesprechers des Innensenator Martin Pallgen: „Berlin verfügt über keine eigene Einrichtung zum Vollzug der Abschiebehaft. Die Einrichtung für den Vollzug der Abschiebehaft in Berlin-Grünau wurde im Jahr 2015 vom damaligen CDU-Innensenator Henkel geschlossen. Zwischen Berlin und Brandenburg besteht jedoch eine Kooperation zur Nutzung der Abschiebehaftanstalt in Eisenhüttenstadt, die derzeit jedoch wegen Sanierungsmaßnahmen nicht genutzt werden kann und für eine Unterbringung von Gefährdern auch nicht geeignet wäre.

Es ist richtig, dass perspektivisch für die Unterbringung von Gefährdern bis zu deren Abschiebung ein Teil der Jugendarrestanstalt am Kirchhainer Damm vorgesehen ist. Das Objekt bietet einen hohen Sicherheitsstandard. Eine gemeinsame Nutzung des Gebäudes als Jugendarrest und Gefährder-Abschiebegewahrsam ist nicht vorgesehen. Eine entsprechende Nutzung ist im Laufe des Jahres 2018 avisiert. Weitere Details klären wir zurzeit noch mit der Justizverwaltung. Diese Gespräche sind noch nicht abgeschlossen, so dass ich ihnen darüber noch keine Informationen geben kann.“

Gehen die Planungen schon länger?

Der Lichtenrader Internetzeitung liegt eine schriftliche Anfrage des Berliner Abgeordneten Sven Rissmann (CDU) vom 17. August 2017 vor. In der Beantwortung der Senatsjustizverwaltung heißt es u.a.: „Die für Inneres und Justiz zuständigen Senatsverwaltungen treffen gegenwärtig die notwendigen Vorbereitungen für den Fall einer Inhaftierung von sogenannten Gefährdern gemäß § 62 Absatz 2 und 3 Aufenthaltsgesetz vorübergehend in der JVA Tegel oder an anderen Standorten des Berliner Justizvollzugs.“ Auch werden verschiedene Fragen zur JAA beantwortet.
Haftanstalt Moabit
Haftanstalt Moabit
In der zeitgleichen Beantwortung einer ähnlichen Anfrage des Berliner Abgeordneten Holger Krestel (FDP) heißt es u.a.: „Entgegen der ursprünglichen Prognosen ist die Jugendarrestanstalt Berlin-Brandenburg permanent nicht ausgelastet. Ihre durchschnittliche Belegung während der letzten 5 Jahre betrug 21 Arrestanten bei einer Kapazität von 60-80 Plätzen. Der Senat erwägt deshalb, die Jugendarrestanstalt Berlin-Brandenburg nach vorheriger Renovierung wieder im Gebäude Lützowstraße 45 zu betreiben, das Ende 2016 in das Portfolio der Senatsverwaltung für Arbeit, Integration und Frauen übertragen wurde.“ Weiter heißt es zu einer Frage nach der Planung zur Unterbringung von „Gefährdern“: „Der Senat beabsichtigt gegenwärtig nicht, die Liegenschaft Berlin-Lichtenrade, Kirchhainer Damm 64-66 zur Entlastung der Justizvollzugsanstalt Moabit zu verwenden.

Die für Inneres und Justiz zuständigen Senatsverwaltungen treffen gegenwärtig die notwendigen Vorbereitungen für den Fall einer Inhaftierung von so genannten Gefährdern gem. § 62 Abs. 2 und 3 Aufenthaltsgesetz in der JVA Tegel oder an anderen Standorten des Berliner Justizvollzugs.“

Ob der Kirchhainer Damm zu der Zeit schon in den näheren Überlegungen war, ist aus den Antworten nicht zu schließen.


Fotos von Tim Brakemeier -dpa- bei einer Begehung von Berliner Haftanstalten (ältere und neue "Varianten")

Bundestagsabgeordneter Luczak meldet sich zu Wort

In der Frage JAA und Haftunterbringungen in Lichtenrade hatte sich auch schon 2011/2012 der Bundestagsabgeordnete Dr. Jan-Marco Luczak (CDU) zu Wort gemeldet.

Bei der Eröffnung der JAA Standort Kirchhainer Damm Anfang Mai 2012 waren der ehemalige Bundesinnenminister Dr. Hans-Peter Friedrich (CSU), der ehemalige Berliner Justizsenator Thomas Heilmann (CDU) und der Tempelhof-Schöneberger Bundestagsabgeordnete Dr. Jan-Marco Luczak (CDU) dabei.

Nun ist der direkt gewählte Lichtenrader Abgeordnete wieder besorgt und empört. Er kritisiert die fehlenden Informationen. Auch kritisiert er, dass die Beantwortung der Anfrage des Berliner CDU-Abgeordneten Rissmann aus August 2017 noch nicht auf diese Planungen hinwies. Zur bislang fehlenden Bürgerinformation führt Luczak aus: „Dass der Senat die Bürger über die Unterbringung islamistischer Gefährder in ihrer Nachbarschaft nicht rechtzeitig informiert, zeigt wie weit er von den Bürgern entfernt ist. Bürgernähe sieht anders aus. Bei einer solch sensiblen Einrichtung ist es aus meiner Sicht absolut erforderlich, die Menschen vor Ort einzubinden und rechtzeitig zu informieren. Das hält der rot-rot-grüne Senat offensichtlich wieder einmal nicht für nötig. Man darf die Ängste der Menschen vor islamistischem Terror nicht kleinreden und nicht unterschätzen.“

Zur Vorgeschichte und den damaligen Sorgen und Ängsten:

Bereits 2011/2012 gab es in Lichtenrade besonders wegen der anfangs fehlenden Informationspolitik große Unzufriedenheit. Anfangs plante man einen Haftbereich mit Drogenabhängigen in Lichtenrade/Kirchhainer Damm unterzubringen. Nach dem damaligen Wechsel im Senat wurde dann wegen des Platzmangels und des Sanierungsbedarfs in der Lützowstraße die JAA in den in unmittelbarer Nachbarschaft liegenden ehemaligen Haftbereich am Kirchhainer Damm untergebracht. Die Lichtenrader Internetzeitung berichtete ausführlich über alle Entwicklungen.

Foto von Tim Brakemeier -dpa- Bürgerproteste am Kirchhainer Damm und die ehemalige Justizsenatorin Gisela von der Aue

Information muss sein

Unstrittig scheint zu sein, dass eine sichere und überhaupt eine Abschiebe-Haftanstalt für Gefährder notwendig ist. Dies scheint auch parteiübergreifend nicht in Frage zu stehen. Offensichtlich ist auch eine separate Unterbringung der „Gefährder“ verpflichtend. Die Zahl der Unterzubringenden scheint, wie aus uns bekannten Quellen zu hören ist, nicht sehr groß zu sein. Demzufolge ist zumindest zurzeit auch nicht damit zu rechnen, dass die Anstalt am Kirchhainer Damm auch nur annähernd ausgelastet wäre, zumal circa die Hälfte der Gefährder deutsche Pässe besitzen sollen und eine Abschiebung dann nicht möglich ist.
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Die alte JAA bald auch die neue JAA?

Das Schild kann dann abgenommen werden...


Auch schon 2011/2012 wurde offensichtlich, dass fehlende und unzureichende Informationen die größten Verunsicherungen der Anwohnerinnen und Anwohner ausgemacht hat. Nachgeholte Bürgerinformationen wurden gerne angenommen.

Nun liegen die Planungen vom Grundsatz auf dem Tisch. Dem Senat kann nur empfohlen werden, dass direkte Bürgerinformationen in Lichtenrade offen und möglichst schnell erfolgen sollten. Die Bezirksbürgermeisterin Angelika Schöttler hat dies beim Senat bereits angeregt.

Thomas Moser

Foto-Einblicke in die noch JAA am Kirchhainer Damm:


Fotos: Thomas Moser und Tim Brakemeier -dpa- (extra gekennzeichnet)

Einige weiterführende Links aus ehemaligen Veröffentlichungen:

http://www.lichtenrade-berlin.de/news/archiv-2016/25-blog/blog2016/464-jugendarrestanstalt-lichtenrade-offiziell-eroeffnet-fotoimpressionen-der-jaa

und

http://paperpress.org/index.php?name=News&file=article&sid=1389&theme=Printer


 

Am 7. November 2017 wurde in der Lichtenrader Reinhold Meyerhof Sporthalle in der Briesingstraße ein internationales Handballevent vom Feinsten geboten. Der Deutsche Handballbund und der Handballverband Berlin haben das Spiel der männlichen Jugendnationalmannschaft U 18 Deutschland gegen Polen zum VfL Lichtenrade vergeben.
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Das Ergebnis mit 40 zu 27 begeisterte natürlich auch die Lichtenrader Zuschauerinnen und Zuschauer.




Glücklich und gewonnen!
Bis zum letzten Platz waren die Ränge besetzt. Der Bezirksverordnetenvorsteher von Tempelhof-Schöneberg Stefan Böltes besuchte mit seiner Familie das Spiel und war begeistert vom Ergebnis und vom Drumherum der Veranstaltung: „Tolle Sache und ich darf den Bezirk vertreten.“

Der „Lichtenrader Männerchor“ sang die Hymnen, „Jazz Für Alle“ zelebrierte tolle Musik und die Grußworte des BVV-Vorstehers Stefan Böltes und des Präsidenten des Berliner Handballverbandes Thomas Ludewig wurden auf Polnisch übersetzt. Botschaftsrat der Botschaft der Republik Polen Tomasz Badowski war sehr angetan vom herzlichen Empfang.

Beim Einlaufen mit der weiblichen und männlichen E-Jugend zeigte sich schon die tolle Atmosphäre beim Lichtenrader Publikum. Die Kinder liefen in neuen T-Shirts auf, die für die Veranstaltung passend zum Tassen-Gastgeschenk für beide Nationalmannschaften abgestimmt waren. Der VFL Lichtenrade kann stolz auf diese Veranstaltung sein. Dies zeigt sich im Kommentar auf der VFL-Webseite ganz deutlich: „Die Handballer des VfL Lichtenrade haben mit dieser Veranstaltung eine beeindruckende Visitenkarte über die Bezirksgrenzen hinaus abgegeben und eindrucksvoll gezeigt, mit welcher Kraft unsere ehrenamtlichen Helfer eine solche internationale Veranstaltung auf die Beine stellen können.“ Der überreichte Wimpel des Deutschen Handballverbandes wird einen Ehrenplatz im Vereinsheim erhalten.

Der Lichtenrader Aaron hätte beinah mitgespielt
Fast hätte auch noch der Lichtenrader Aaron Krai mitgespielt, der auch im Kader der Nationalmannschaft ist. Aber die Gesundheit hat was anderes gesagt und machte ihm wegen einer Schulterverletzung und einer Operation einen Strich durch die Rechnung. Aaron wurde jedoch in der Halbzeitpause interviewt.

Foto von der VFL Lichtenrade-Website
Aaron Krai hat Handball in Lichtenrade gelernt. Er spielt seit zwei Jahren bei den Füchsen Berlin, ist Sieger der Mittelmeerspiele 2017 und der EYOF (Jugendolympiade) 2017 mit der Jugendnationalmannschaft, sowie 2 mal Deutscher Jugendmeister und Länderpokalsieger. Aaron gehört somit mit seinen 17 Jahren zu den erfolgreichsten deutschen Spielern seines Jahrgangs. Vater Stefan Krai, ein Urgestein des Lichtenrader Handballs, war aber trotzdem Stolz über die große Veranstaltung, die er mit seiner Handballabteilung perfekt organisiert hatte: „Wir haben gezeigt, was wir mit ehrenamtlicher Kraft im Stande sind zu leisten und eine überragende Veranstaltung auf die Beine gestellt. Unser Dank gilt vor allem dem Nachwuchs vom Deutschen Handballbund und dem Handballverband Berlin für das ausgesprochene Vertrauen und allen Zuschauern.“

Der Spielbericht

Im Spielbericht des Berliner Handballverbandes heißt es zusammenfassend: „Berlin ist für DHB-Nationalmannschaften eine Reise wert: Neun Tage nach den Siegen der Bad Boys gegen Spanien und der Biegler-Ladies gegen die Niederlande hat auch die männliche U18 ihren ersten von zwei Tests gegen Polen in der Hauptstadt erfolgreich beendet. Am Dienstagabend setzte sich die Mannschaft von Jochen Beppler und Carsten Klavehn nach einer starken zweiten Halbzeit mit 40:27 (16:16) durch…

Das Länderspiel war die erste Partie dieser Mannschaft nach der Goldmedaille beim European Youth Olympic Festival in Györ, wo ein Großteil der Spieler auf der Platte standen, die auch aufliefen. Beste Werfer am Dienstagabend waren Max Oehler, Veit Mävers und Alexander Weck mit je fünf Treffern. Alle DHB-Feldspieler und sogar Torwart Johannes Jepsen trugen sich in die Torschützenliste ein.“

Jazz für Alle begleitete die Zuschauer auch nach dem Spiel...

Der VFL Lichtenrade hat bei dieser Veranstaltung beeindruckend gezeigt, dass Lichtenrade halt Weltklasse ist.

Ein Verein - Eine Liebe!

Thomas Moser (auch Fotos, sofern nicht extra gekennzeichnet)

http://vfl-lichtenrade.de/


 

Die diesjährigen Herbstferien standen für alle Tannenhof-Kindereinrichtungen unter dem Motto "Demokratiewoche". Die Kinder aus den stationären Wohngruppen und den Tagesgruppen konnten praktisch erleben, wie es ist mitzubestimmen. Es wurden Aktivitäten gewählt, über Essen abgestimmt und sogar Anschaffungen wurden demokratisch gewählt. Die Kinder einer Wohngruppe können sich jetzt zum Beispiel über eine gebrauchte Playstation freuen.
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Zum Abschluss der Demokratiewoche ging es dann ins Regierungsviertel, zum Brandenburger Tor und dem "großen Parlament"... mit der Reichstagskuppel als Höhepunkt!
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Für die Tannenhof-Kinder ist damit aber noch lange nicht Schluss, das Thema Partizipation wird weiter verfolgt! Als nächstes wird es in allen Gruppen einen Kinderrat geben und Anfang 2018 werden die Kinder ein Kinderparlament gründen, dem die Sprecher/-innen aller Gruppen angehören."

Fotos: Tannenhof Berlin-Brandenburg


 

Die Berliner Polizei meldet am 5. November 2017: Zwei Unbekannte haben gestern Abend die Angestellten eines Supermarktes in Lichtenrade überfallen. Als die beiden 49 und 21 Jahre alten Männer ihren Arbeitsplatz in der John-Locke-Straße gegen 21.15 Uhr gerade durch den Hintereingang verließen, standen ihnen dort plötzlich zwei Maskierte gegenüber.

Einer der Maskierten hielt den beiden Angestellten eine Schusswaffe vor und drängte sie zurück in das Geschäft. Hier forderte der Bewaffnete die Herausgabe von Geld. Nachdem die Bedrohten der Aufforderung nachgekommen waren, mussten sie sich auf den Bauch legen. Die Kriminellen flüchteten anschließend. Die Überfallenen blieben körperlich unverletzt. Die Ermittlungen hat ein Raubkommissariat der Polizeidirektion 4 übernommen.
polizei Berlin