… oder: „Sei einfach du selbst!“

Die „Neuköllner Oper“ hat mit dem neuen Stück „Kopfkino“ viel Musik, Tanz, Freude und Lebendigkeit gepaart mit einem Stück Nachdenklichkeit auf die Bühne gebracht. Ein junges Musical, das Lust auf mehr macht!

Die Macher bezeichnen die Kunstform des Stückes selbst als „Ein musikalisches Filmprojekt. Oder ein filmisches Musical“. Man kann es auch als ein junges und frisches Musical mit filmischen Einlagen bezeichnen. Egal wie, die Zuschauer der Premiere waren begeistert von dem Stück von Thomas Zaufke und Peter Lund, die schon öfters gemeinsam für die Neuköllner Oper Stücke produziert haben. Das Stück ist eine Koproduktion mit dem Studiengang Musical der Universität der Künste (UdK Berlin), was mittlerweile eine 20-jährige Tradition hat.
kopfkino Neukoellner Oper 1
Original-Plakatfoto von Matthias Heyde
Der 18-jährige Lennard flieht aus der schwäbischen bzw. badensischen Provinz nach Berlin. Er strandet in einer Wohngemeinschaft bei dem tiefenentspannten Ben und der durchgeknallten Fine. Aber Lennard kam nicht ganz alleine, denn zumindest in seinem Kopf schwirren viele Mitbewohner rum. Jede Stimme weiß genau, was für Lennard richtig ist. Aber jeder versteht darunter etwas ganz Anderes. Und diese Unsicherheit spürt man in allen Fasern dieses unsicheren und verängstigten jungen Mannes. In Lennards Oberstübchen geht es wild Zu: Mit dabei ist der Heteromacker Boris und seine weibliche Seite Helena, die vernünftige Jutta mit Lennards innerem Kind Theo, die saucoole Tess und natürlich sein gesammeltes Angstpotential Günter. Und alle sagen Lennard ungefragt ihre Meinung. Das kann einen wahrlich verrückt machen. Also absolut kein Wunder, dass Lennard so viel Zeit braucht, sich zu entscheiden. Besonders in den Liebesdingen zeigt sich die Zerrissenheit von Lennard, der die WG- und die Großstadteindrücke erst einmal verkraften muss. Der Song „Meine Stimmen und ich, sind eine Sache für sich“ bringen die fast schon schizophrenen Züge musikalisch auf den Punkt.

Natürlich wird im Musical viel gesungen und getanzt. Das aber die Qualität der jungen Schauspielerinnen und Schauspieler soviel Power und Ausstrahlung hat, ist schon faszinierend. Da kann man keinen rausnehmen. Das gesamte Ensemble ist Klasse. Stimmlich brillant, tänzerisch bei der ansprechenden Choreographie absolut fit und eine auf den Punkt kommende Darstellung der eigenwilligen Charaktere. Immer wieder kommen Filme zum Tragen, die gut in die Handlung eingepasst sind.

Das der brillanten Band musikalisch keiner etwas vormachen kann, hätte ich fast vergessen zu erwähnen. Da ist man halt sowieso nur Gutes von der Neuköllner Oper gewöhnt.

Beim „Kopfkino“ geht es um Drogenerfahrungen, Kriminalität, Standpunkte, ums Versagen, um das Suchen nach seiner Sexualität, um Ängste, ums Kindisch sein, aber auch nur einfach darum seinen Weg zu finden. Das Ganze aber mit viel Humor und ohne den moralischen Zeigefinger. Eine Moral der Geschichte gibt es schon: „Sei einfach du selbst, egal was für Entscheidungen du triffst.“ Wenn das kein lohnenswertes Lebensziel ist.

Auch wenn das Ende ein langer, teils auch mühsamer, skurriler und psychedelischer Abschluss ist, spürt man, dass es wie im Leben auch nicht so einfach ist, stets das „richtige Ende“ zu finden.

Das Markenzeichen „Neuköllner Oper“ hat mit seinem neuen Projekt mal wieder gezeigt, wieviel künstlerisches Potential in dieser Stadt liegt. Ein Musical mit Hauptstadtniveau, das Kunstliebhaber aber auch „normale“ Berlin-Besucher sicher gut in Erinnerung behalten werden. Einfach richtig gut!

Thomas Moser BerLi-Press
kopfkino Neukoellner Oper 2
Foto vom Schlussapplaus bei der Premiere am 13. April 2017 (Foto: Thomas Moser)

Regie: Peter Lund | Musikalische Leitung: Hans-Peter Kirchberg, Tobias Bartholmeß | Choreographie: Neva Howard | Bühne und Kostüm: Darja Kornysheva | Video: Richard Marx

Ensemble: Sophia ist Jasmin Eberl, Fine ist Linda Hartmann, Mona ist Lisa Hörl, Tess ist Friederike Kury, Helena ist Lisa Katharina Toh, Boris ist Adrian Burri, Lennard ist Markus Fetter, Ben ist Jonathan Franke, Jürgen ist Helge Lodder und Theo ist Nico Went.

Spieltermine 13./14., 17., 20.-23., 27.-30. April, 2., 5.-7., 9. und 12.-14. Mai 2017, 20 Uhr

Spielort NEUKÖLLNER OPER, Karl-Marx-Str. 131-133, 12043 Berlin

Verkehrsanbindung: U 7 - Karl-Marx-Straße, S 41/42/46/47 – Neukölln, Bus 104

Karten 16 bis 25 Euro, ermäßigt 9 Euro. Vorbestellung unter 030/6889 0777 sowie unter Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! und an allen bekannten Vorverkaufsstellen

Tel: 030/68 89 07-0 Fax: 030/68 89 07 89 Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! www.neukoellneroper.de


 

Maritime Töne, Möwen kreischen, die Schiffsglocke ertönt und das SANTIANO-Schiff macht auf der Bühne des Berliner Tempodroms fest. Die Band, die große Hallen und die Berliner Waldbühne gefüllt hat, kann auch leise. Bevor die dreifachen Echo-Gewinner wieder mit dem ganz großen Dampfer in See stechen, haben sie sich mit der Tour „Die Ruhe vor dem Sturm – Das Akustik-Erlebnis 2017“ in etwas seichtere Gewässer begeben. Am Horizont kann man jedoch schon stürmische Zeiten sehen, denn für die große Tournee 2018 hat gerade der Vorverkauf begonnen.

Aber erstmal sollte die besagte Ruhe vor dem Sturm kommen, hieß es. Obwohl ein akustischen Erlebnis angekündigt wurde, ging es in alt bekannter SANTIANO-Manier nicht nur leise, sondern oft auch temperamentvoll zur Sache. Gleich nach dem Landgang startete das Konzert und so gut wie Jeder im Saal stand, mindestens jeder zweiter Konzertbesucher sang textsicher mit und alle klatschen im Takt. Den Start machte das Namenslied der Gruppe . Das Shanty „Santiano“ ist vermutlich der bekannteste Song der Gruppe.

Der Namen der „Fischköpfe“ aus dem Norden leitet sich vom traditionellen Shanty ab, obwohl von dieser Musikrichtung strenggenommen kaum was im Programm enthalten ist. Aber egal, die Band aus Schleswig-Holstein, die erst 2011 eher als so eine Art Schnapsidee gegründet wurde, ging innerhalb kürzester Zeit ab wie „Schmidts Katze“ und stürmte alle Charts. Mit traditionellen Volkslieder, Irish-Folk und Seemannslieder hat man den Nerv vieler Menschen getroffen. Das Seemannsliedgut wird mit Pop und Rock angerichtet, Hymnen im alten Kelly-Sound klingen gelegentlich raus und das Ganze ist mit viel Lust und Liebe an der Musik gesalzen. Ein Rezept, dass offensichtlich gegen die beste Seekrankheit hilft.
Pressefoto SANTIANO Michael Mey
Foto: Michael Mey
Die „Stamm-Santianos“ holen sich immer musikalische Verstärkung. So waren diesmal insgesamt acht musikalische Matrosen, zeitweise mit Unterstützung einer singenden Leichtmatrosin an Bord und sorgten für die leisen und auch für die akustisch lauten Töne. Mit Gitarren, Geige, Schlagzeug, Perkussion, Klavier, Schifferklavier und jeder Menge Flötentönen wurde der rauhe Gesang der Besatzung untermalt. Obwohl die Musiker fast die ganze Zeit auf dem Treibgut saßen, spürte man ihre unbändige Power. Trotz Akustik ist eine ordentliche Kraft in der Musik. Die Lieder erzählten von der Meeresbrise, der Bottle of Rum, der großen Fahrt und von ganz viel Freiheit. Sie tanzten mit Marie, besangen Johnny Boy und Californio.

Das vierte Konzert innerhalb der diesjährigen Akustik-Tour kommt bei den Fans groß an. Und auch die Santianos äußern sich in ihrem Logbuch begeistert: „Großartig! Schön war es wieder bei Euch. Wir sind mittlerweile so sehr in Berlin zuhause, dass Konzerte bei Euch inzwischen echte Heimspiele sind. Das Tempodrom war genau die richtige Location für unser Akustik-Set. Fühlte sich gut an. Sogar sehr gut.“

Beim Publikum sprang sofort der Funke über. Die Band fühlte sich ein bißchen so an, wie ein Seemannschor auf Ecstasy, aber halt richtig schön und völlig ohne Nebenwirkung. Der Suchtfaktor hat die Fans natürlich schon längst erfasst, besonders wenn die Geige den Gänsehautfaktor bedient. Kribbeln ohne Ende, wenn die Klänge weit übers Meer klingen. Alle singen Minutenlang mit: „Es gibt nur Wasser, Wasser überall, doch wir haben nichts zu trinken… und das Schiff droht zu versinken…wir brauchen Rum, Rum, Rum, sonst verdursten wir.“ Stundenlang hätte es so weitergehen können. Ab und an ein leiser Song und dann wieder ein richtiger maritimer „Gröler“. Großartig! Das fast letzte Lied, der gefühlvolle plattdeutsche „Fresenhof“ von Knut Kiesewetter, war die Krönung der melancholischen Meer-Balladen.

Maritimer Rock-Pop mit einem Hauch Shanty und immer das Meer-Gefühl im Gesang. „Hoch im Norden“ und ein Smartphone-Lichtermeer leuchtet den Weg. Und der Weg steht fest: 2018 hisst die Band wieder die großen Segel und macht Halt in den großen Arenen Deutschlands. Am 8. März 2018 steht auf der großen Tour der Landgang wieder in Berlin an. Man darf sich freuen!

Thomas Moser – BerLi-Press

Auf der großen Deutschland-Arena-Tour in Berlin: Am 8. März 2018 in der Mercedes-Benz-Arena.

Tickets können jetzt erworben werden!


 


Das Schlosspark Theater Berlin hat mal wieder einen echten Klassiker auf die Bühne gebracht. „Minna von Barnhelm“ ist wohl eines der bedeutendsten Komödien in der deutschen Literaturgeschichte. Unter der bewährten Regie von Thomas Schendel, der fast schon als Hausregisseur vom Schlosspark Theater Berlin gelten darf, ist eine brillante und unterhaltsame Umsetzung von Lessings Lustspiel „Minna von Barnhelm – oder das Soldatenglück, ein Lustspiel“ aus dem Jahr 1767 geglückt. Die schauspielerische Besetzung brachte die unterschiedlichen Charaktere der Figuren des Stückes gut zur Geltung. Das Premierenpublikum war begeistert!

Eine Geschichte mit Stolz und Leid
Das Stück handelt von Liebe, Ehre und Stolz. Der Siebenjährige Krieg, ein europäischer Krieg mit internationalen Auswirkungen, ist mit der Niederlage von Sachsen beendet und Preußen geht mit katastrophalen Verlusten als Kriegsgewinnler hervor. Major von Tellheim, gespielt von dem aus dem Bremer Tatort bekannten Oliver Mommsen, logiert nach Ende des Krieges mit seinem Diener Just (gespielt von Anton Spieker) in einem Berliner Gasthof. Ohne finanzielle Mittel, verwundet, vom Krieg traumatisiert und wegen der Umstände seiner Entlassung aus der Armee tief gekränkt, verweigert er die Liebe, die ihm seine Verlobte Minna von Barnhelm entgegenbringt. Tellheim muss das Zimmer für ein Edelfräulein räumen. Und wie soll es anders ein, es ist Minna von Barnhelm, gespielt von Katharina Schlothauer, die auf der Suche nach ihren Verlobten ist und in das ehemalige Zimmer von Tellheim einquartiert wird. Die sächsische junge Frau aus Thüringen, in Begleitung ihrer Zofe Franziska, gespielt von Maria Schlothauer, ist ihrem Geliebten in Berlin auf der Spur. Mit einigen Verwicklungen, einer Geschichte mit einem versetzten Verlobungsring und mit viel Mutterwitz und Situationskomik kommt die Geschichte ins Rollen. Das gekränkte Ehrgefühl lässt Tellheim glauben, dass er der Liebe mit Minna nicht mehr wert ist. Mit einer List von Minna, dem Gefühl der Gleichheit im Unglücklichsein, tritt die Wende ein. Nun ist es Ehrensache, dass er die scheinbar unglückliche Minna doch heiraten will. Eine wohl generationsübergreifende Frau-Mann-Geschichte, die so oder so ähnlich -zumindest in Romanen- immer wieder anzutreffen ist.

Hochwertige schauspielerische Leistungen!
Die schauspielerischen Leistungen des gesamten Ensembles sind als hochwertig einzustufen. Oliver Mommsen und Katharina Schlothauer spielten im zweiten Teil ihre Stärken aus.


Besonders zu erwähnen ist der Wirt, gespielt von Harald Heinz, der trotz Stimmbandproblemen die Premiere mehr als gut bewältigte. Eine große Rolle, die Heinz großartig umsetzte. Eine weitere besondere Erwähnung ist Maria Steurich wert, die sich in der Premiere als Zofe mit ihrem sächsischen Charme in die Herzen der begeisterten Zuschauerinnen und Zuschauer spielte. Maria Steurich brachte die Lust am Spiel auf eine überwältigende Weise zur Geltung! Klein aber fein, mit Szenenapplaus verabschiedet, wurde Mario Ramos in der Rolle des Riccaut de la Marlinière. Berlinisch war Anton Spieker eine gute Besetzung, Oliver Nitsche als Paul Werner verzückte mit der Unbeholfenheit und der Liebe zum „Frauenzimmerchen“ und auch von Christian Hartmann, der den Feldjäger und Bettler spielte, wird man in Zukunft sicher noch das eine und andere hören. Für die Bühne und Kostüm konnte die Arbeit von Daria Kornysheva überzeugen.

v.lks.n.re. Oliver Nitsche, Katharina Schlothauer, Oliver Mommsen, Harald Heinz

Und die Moral von der Geschichte und der Qualität von Theater
Lustspiel hat auch viel mit Liebe und Leid zu tun. Gerade diese Gradwanderung hat Lessing und auch in Nachfolge das Schlosspark Theater Berlin gekonnt umgesetzt! Das Schlosspark Theater Berlin von Dieter Hallervorden ist in Berlin eine absolute Größe in der Kulturlandschaft, das mit wenig Getöse viel Qualität auf die Beine stellt.

Dem Schlosspark Theater Berlin ist mal wieder beste Unterhaltung gelungen!

Thomas Moser - BerLi-Press (auch Fotos)

http://schlosspark-theater.de

Vorstellungstermine: 22. - 28. Januar 2017 / 11. - 18. Februar 2017 / 13. – 22. März 2017 / 19. – 23. April 2017

NEU: Montags bis sonnabends jeweils 20 Uhr – sonntags 18 Uhr!


Foto: DERDEHMEL-Urbschat


 

Der Circus ist in der Stadt und der Nachwuchs kann sich richtige Zirkusluft um die Nase wehen lassen.


Eine Stunde vor der Vorstellung konnten die Schülerinnen und Schüler der Staatlichen Artistenschule den Roncalli-Betriebsleiter und Tagesregisseur Patrick Philadelphia alles in Sachen Zirkusalltag fragen.

Im Vorraum spielte die Roncalli-Band, um die Wartezeit der Besucher zu verkürzen. Bald öffnen sich die Türen für die nächste Vorstellung vom 13. Original Roncalli Weihnachtscircus im Berliner Tempodrom. Im noch leeren Saal sitzen die jungen Kinder und Jugendlichen direkt in der Manege und hören Patrick Philadelphia aufmerksam zu, denn sie sind potentielle Künstler für Varieté und Zirkus.

Patrick Philadelphia freut sich über die Artistenschüler, denn er wünscht sich viel mehr Artisten aus Deutschland. Da ist diese staatliche Artistenschule in Berlin schon etwas Besonderes. So fragt Philadelphia nach, was bei den angehenden Artisten in der Schule auf dem Plan steht.

Der zwölfjährige Mike berichtet, dass die Schule ab der 5. Klasse startet und er sich zurzeit auf Handstandartistik konzentriert. Eine Tante von ihm war sogar mal als Künstlerin bei Roncalli und hat auf Pferden „Pas de deux“ geritten.

Beim Training in der Artistenschule geht es in den ersten zwei Schuljahren besonders um Kraft, Koordination, Beweglichkeit, Ausdauer, Akrobatik, künstlerische Gymnastik, Tanz und Ballett. Das ist in den normalen Schulalltag im Tagesablauf mit integriert. Patrick Philadelphia kann gut nachempfinden, dass Ballett besonders für Jungs nicht immer angesagt ist: „Aber für gute Artisten ist Eleganz wichtig!“ Auch das Schminken ist wichtig und muss gelernt werden. Das wird sogar teilweise den Artisten bei Roncalli noch beigebracht. „Ganz wichtig ist das WIE von den präsentierten Nummern.“ Philadelphia betont, dass das Aussehen, die Musik und die richtige Zusammenstellung der Nummer sehr wichtig sind.

Patrick Philadelphia erzählt auch von den vielen anderen Aktivitäten von Roncalli, wie zum Beispiel im Apollo-Varieté in Düsseldorf. Roncalli ist vor 40 Jahren entstanden.

Bernhard Paul bei der Premiere vor der Presse
Der Impresario Bernhard Paul ist ursprünglich gar kein Zirkusmensch hat dann aber die Liebe zur Clownsfigur entdeckt. Für Paul war immer das künstlerische Gesamtkonzept wichtig und auch die Nachwuchsförderung lag ihm sehr am Herzen. Beim jetzigen Weihnachtcircus sind 32 Artisten, 8 Musiker und 18 Techniker dabei. Für die Künstlersuche gibt es eine eigene Castingabteilung, die weltweit nach neuen Attraktionen sucht. Mit den ganzen Aktivitäten beschäftigt Roncalli circa 200 Menschen. Und der Mensch ist bei Roncalli besonders wichtig. So sollen die Künstler auch nicht so stark geschminkt sein, denn so wären sie beliebig austauschbar: „Personalität und Sympathie sind bei uns wehr wichtig!“

Als dann Manegen-Chef Philadelphia fragt, ob jemand weiß, was der Name Roncalli bedeutet, konnten selbst die Lehrer nicht aushelfen. Er erzählt dann die Geschichte von Papst Johannes XXIII, der mit bürgerlichen Namen Roncalli hieß. Da er dem Zirkus sehr zugetan war und gerne segnete, wollte Bernhard Paul mit dem Namen an diesen Papst erinnern.

Die Bedingungen in einem Zirkuszelt und im zeltähnlichen Tempodrom sind doch ganz anders, denn die Dimensionen sind unterschiedlich, erzählt der Betriebsleiter. Das Tempodrom kann mit 2.700 Plätzen fast die doppelte Anzahl von Besuchern aufnehmen, wie es im Roncalli-Zelt möglich ist. Philadelphia erläutert, dass im Tempodrom größere Nummern wichtig sind, damit die Besucher begeistert sind und alles gut sehen können. So gibt es dann 2016 auch eine atemberaubende Hochseilnummer.


Und der Extrem-Sportler und Künstler Freddy Nock ließ es sich trotz der nahenden Vorstellung nicht nehmen, noch kurz den Kindern Rede und Antwort zu stehen. Der Circus-Betriebsleiter kennt Freddy schon seit 30 Jahren. Er hat schon unzählige Weltrekorde aufgestellt. Viele Sachen kann man davon im Zirkus gar nicht machen, aber trotzdem „macht Circus immer wieder Spaß!“

Der Weihnachtscircus hat in den 13 Jahren insgesamt 160 verschiedene Darbietungen, die sich teils natürlich auch wiederholen und ähneln, in die Stadt gebracht. Diese Nummern sind teilweise nur für das Tempodrom geeignet.

Zur Frage nach Tieren bei Roncalli erklärt Patrick Philadelphia, dass er Tiere im Zirkus grundsätzlich schon wichtig findet. Aber da eine artgerechte Haltung in der Regel nicht möglich ist, verzichten sie weitestgehend darauf.

Auf Pferdenummer wollen sie aber nicht verzichten, denn ohne Pferde würde es keinen Zirkus geben und weist auf den Ursprung von Pferdetheatern in England hin.

Als Betriebsleiter hat er die Aufgabe die Shows zusammenzustellen. Er selbst ist ein Kind vom Zirkus und hat auch das Grundhandwerk an Artistik gelernt. Wegen seiner körperlichen Größe hat er sich dann aber lieber auf das jetzige Tätigkeitsfeld festgelegt.

Dass man beim Circus nicht reich werden kann, sagt Patrick Philadelphia aber auch ganz deutlich. Seine wichtigste Botschaft an die Jugend ist: „Gas geben, um zu bestehen!“

Das Gruppenfoto der Artistenschülerinnen und Schüler

Anschließend konnten sich die Kinder noch die Vorstellung mit den anderen Besuchern anschauen und mit den Künstlern mit fiebern, denn sie wissen ja ganz genau, welche Arbeit und Mühe dahinter steckt.

Thomas Moser (auch alle Fotos)

Aus Gründen der Barrierefreiheit wird dieser Bericht nicht als Blocksatz abgebildet!

13. Original Roncalli-Weihnachtscircus noch bis zum 2.1.2017 im Tempodrom in Berlin (S Anhalter Bahnhof)
Tickets unter: 030 / 479 974 77 oder 01806 / 57 00 99
*0,20 EUR/Anruf – Mobilfunkpreise max. 0,60 EUR/Anruf
Online: www.semmel.de sowie an allen bekannten Vorverkaufsstellen

RONCALLI: http://www.roncalli.de

Staatliche Aritstenschule: http://www.artistenschule-berlin.de

Zum Weihnachtscircus und Karten: http://www.semmel.de/roncalli-weihnachtscircus-20162017.html

Bericht über den 13. Weihnachtscircus: http://weblog.berli-press.de/archive/2016/12/18/13-original-roncalli-weihnachtscircus-2016---40-jahre-roncalli.htm


 


Wenn Roncalli zur Weihnachtszeit in die Stadt kommt, beginnt Weihnachten! Dieses Jahr werden mit dem „13. Original Roncalli Weihnachtscircus“ wieder die Weihnachtstage und das neue Jahr eingeläutet. Bis zum 2. Januar hat Roncalli im Zeltgebäude des Berliner Tempodrom sein Quartier bezogen. Eine schöne Kulisse und eine perfekte Location! Wie immer hat sich das Tempodrom zu einem weihnachtlich festlich geschmückten Ort verwandelt.


Der Regierende Bürgermeister Michael Müller mit Ehefrau Claudia besuchten die Premiere vom Weihnachtscircus.
Roncalli und sein Impresario Bernhard Paul feiern 2016 „40 Jahre Circus Roncalli“: Ein Circus, der immer für etwas Besonderes steht und besonders für sein künstlerisches Konzept beliebt ist. Im Jahr 2016 hat der Weihnachtscircus hochklassige Künstler aus den unterschiedlichsten Bereichen vorzuweisen. Ein perfektes Circus-Programm, das aber doch anders war, als in den Vorjahren. Im Programm selbst war, anders als beim Ambiente, der weihnachtliche Leitgedanke kaum zu spüren. Es gab keine Geschichte, die Roncalli sonst oft erzählt, sondern eher eine Aneinanderreihung von Höhepunkten. Die Höhepunkte hatten es natürlich in sich. Das spannendste Element war die Hochseilnummer von Freddy Nock. Direkt unter dem Hallenzeltdach turnte der Extrem-Hochseilartist, der keinen Nervenkitzel in seinem Leben ausgelassen hat. Ohne Netz und doppelten Bogen, in der Regel ohne weitere Sicherungen, springt er durch Reifen, fährt Fahrrad in schwindelerregender Höhe und balanciert blind über das Seil.

Wie gesagt, Spannung ohne Ende. Ob der Zuschauer dies aber unbedingt mit Weihnachtscircus verbindet und haben will, muss jeder für sich entscheiden.

Der Roncalli-Circus verzichtet auf Wildtiere, manchmal waren auch „nur“ Hunde in der Manege zu sehen. In diesem Jahr sollten es jedoch wieder große Tiere sein und stolze ägyptische Araber wurden in das Rund geschickt. Die Pferdedressuren wurden stilvoll und kunstvoll präsentiert. Der weltberühmte Clown Housch-ma-Housch hat mit seinem minimalistischen Worteinsatz in den Umbaupausen die Schmunzler und Lacher auf seiner Seite. Beatboxen, Schlagzeuggeräusche mit Mund und Mikrofon, war eines seiner besonderen Spezialitäten. Weiter geht es von einem Höhepunkt zum anderen: Akrobatische Figuren am schwankenden Mast, so eine Art 3-D-Jonglage mit Keulenwurf über mehrere Ebenen, „Extrem Fly“ mit einem 3-Stufen-Reck und Luftakrobatik in Form von schwerelosen und anmutigen Tanz an Bändern in schwindelerregender Höhe. Wirkliche Weltklasse war in den verschiedensten Nummern zu bewundern. In diesen Darbietungsformen und hochklassigen Qualitäten etwas Einmaliges!


Junge Artisten balancieren mit meterhohen Stangen auf der Stirn und daran scheinen mehrere Akrobatinnen die Kräfte der Erdanziehung außer Kraft gesetzt zu haben. Elayne Kramer verbiegt geschmeidig bei der sogenannten Kontorsion-Akrobatik ihren grazilen Körper. Oben und unten, Arme und Beine, alles scheint außer Kraft gesetzt zu werden. Auch die Zwillingsbrüder „Duo Polonsky“ zeigen Körperbeherrschung mit Kraft, Eleganz und einem perfekten Zusammenspiel. Alles ist sehr artistisch und einmalig.

Das Roncalli Royal Orchestra ist eine Hörvergnügen, aber dieses musikalische Stilelement wurde weitestgehend auch nicht weihnachtlich eingesetzt. Wer von Weihnachtsmusik und romantischen Weihnachts-Klimbim die Nase voll hat, ist bei Roncallis Weihnachtscircus 2016 erstklassig aufgehoben. Hochklassiger Circus und Spitzen-Varieté ist garantiert! Die Menschen, die sich mehr weihnachtliche Stimmung im Programm erhoffen, mögen enttäuscht sein.

Bei Roncallis Weihnachtscircus ist der weihnachtlichen Flair mehr im Ambiente als im Programm zu spüren. Dafür ist das Programm moderner, kraftvoller, energiereicher und schneller geworden. Erstklassige künstlerische und artistische Leistungen ziehen die Zuschauer aber auf jeden Fall in den Bann.

Thomas Moser

16.12.2016 – 02.01.2017 Tempodrom
Tickets unter: 030 / 479 974 77 oder 01806 / 57 00 99
*0,20 EUR/Anruf – Mobilfunkpreise max. 0,60 EUR/Anruf
Online: www.semmel.de sowie an allen bekannten Vorverkaufsstellen

Aus Gründen der Barrierefreiheit wird dieser Bericht nicht als Blocksatz abgebildet!


 

Der kleine Drache Tabaluga aus der Zauberwerkstatt von Peter Maffay hat sich wieder auf den Weg gemacht. In 64 Shows werden in den größten Arenen Deutschlands märchenhafte Träume wahr. Bei dem Musical glänzen keinesfalls nur Kinderaugen, denn Tabaluga ist auch bei Erwachsenen der verschiedensten Generationen Kult geworden. Bei der Live Tour 2016 heißt es in der neuen sechsten Tabaluga-Episode „Es lebe die Freundschaft!“

Tabaluga mit Lilly (Pressefoto Andr Havergo)
In der Ankündigung heißt es über das neue spannende Abenteuer treffend, dass viele Farben, laute und leise Töne, romantische Sequenzen und schnelle Szenen sich musikalisch zwischen Pop, Rock und Rap bewegen. Die mehr als zweistündige Show verwandelt die Arena in eine einzige kunterbunte rockige Drachen-Tabaluga-Party. 50 Darsteller überzeugten in mehreren Rollen in circa 180 fantasievollen und farbenfrohen Kostümen. Ob die bösen eisigen Mächte, der Glückskäfer, der das Glück gepachtet hat, die flotten Bienen, die dröhnend laut marschierenden Ameisen („Arbeit ist das halbe Leben“), die Spinne, die Schweine („Schönheit kommt nicht nur von Innen“), natürlich der niedliche Tabaluga-Drache, und, und, und… Der Berliner Sänger Tim Bendzko, der sonst „eben mal die Welt rettet“, singt zum Beispiel „Ich bin Tabaluga“. Die lebensfrohen Delphine, der Pechvogel („Irgendwas läuft immer schief“) und natürlich Tabalugas zauberhafte Freundin Lilly begegneten dem kleinen Drachen.

Und man muss es wohl kaum erwähnen, dass Peter Maffay das Publikum mit seinen Texten, der Musik und seinem Gesang mehr als überzeugt hat. Ein Ausnahmekünstler ohne großes Stargetöse!


Peter Maffay und die Ameisenarmee im Hintergrund

Peter Maffay & Freunde und Zweitbesetzungen können glänzen
In Berlin war Peter Maffay & Band gleich an drei Tagen in der Mercedes-Benz Arena. Zusammen mit den musikalischen Gästen Tim Bendzko, Culcha Candela und Ilse & JB Meijers von der niederländischen Erfolgsband The Common Linnets konnten die Zuschauer sich von der neuen Tabaluga-Welt verzaubern lassen. Rufus Beck als Regisseur, Zauberer und Glückskäfer, Uwe Ochsenknecht mit besonderen Schauspielkünsten als humpelnder Pechvogel und als hüftschwingende Kameliendame, Alex Wesselsky als Eisengeneral sowie normalerweise Heinz Hoenig als der frostige Gegenspieler Arktos bilden als Gastkünstler einen gelungenen Rahmen. Da Heinz Hoenig in Erfurt und Berlin wegen einer Kreislaufschwäche ausfiel, kam als Zweitbesetzung der Schauspieler Jonathan Beck, Sohn vom Regisseur Rufus Beck, in der Rolle Arktos zum Tragen. Jonathan Beck füllte diese Rolle überzeugend gut aus. Normalerweise steht er in der Rolle des „0815“ auf der Bühne. Etwas bescheiden führt er aus: „Ich habe großen Respekt vor Heinz' Leistung. Arktos zu spielen ist brutal anstrengend. Das Kostüm ist schwer, es ist warm und man hat kaum Bewegungsfreiheit. Und wir spielen bis zu neun Shows pro Woche, oft zwei an einem Tag. Es ist mir eine Ehre vorübergehend in Heinz' große Fußstapfen zu treten. Aber: Ich bin nicht Heinz Hoenig. Er hat bereits auf drei Tourneen und in insgesamt mehr als 150 Vorstellungen den Arktos gespielt. Heinz ist Arktos! Ich freue mich, wenn er bald zurück kommt und wir die Bühne wieder gemeinsam rocken.“

Große Arenen können ganz nah am Publikum sein
Die Halle wurde zu einer einzigen Bühne. Die Hauptbühne mit den schönsten riesigen Videoanimationen war überwiegend für die Band reserviert. Ein Laufsteg von dieser Bühne führte zur großen Bühne mitten im Saal. Durch drei weitere Bühnenpodeste an den Rändern der Halle waren die Künstler ganz hautnah zu spüren. Sie legten mitten durch das Publikum weite Strecken zurück. Um das gesamte Equipment der 180 Mitwirkenden in die 19 Tournee-Städte zu transportieren, werden 17 Lkw-Trucks benötigt.

Eine perfekte Show

Freundschaft war das Thema des Abends, von dem sich letztendlich im eigenen Interesse auch der Widersacher Arktos geschlagen geben musste. „Es lebe die Freundschaft“ vermittelt Werte und ist moralisch, ohne dabei jedoch mit dem erhobenen Zeigefinger zu drohen. Die Moral von der Geschichte, was Peter Maffay sehr wichtig ist: dass Miteinander besser als Gegeneinander bedeutet und sogar mit etwas Hege und Pflege Freundschaft entstehen kann. Eine gelungene Geschichte, ansprechende Musik und eine perfekte Präsentation! Tabaluga lebt!

Thomas Moser (BerLi-Press)

Fotos, sofern nicht gesondert gekennzeichnet Thomas Moser


 

Wie jedes Jahr im September, fand auch dieses Jahr zum 11. Mal in Folge die Pyronale statt. Sie lockte 50.000 zahlende Besucher auf das Maifeld am Berliner Olympiastadion und mindestens noch einmal so viele Gäste in die Umgebung.

Das Event ist in Berlin und der Fachwelt zu einer wahren Feuerwerksinstitution geworden. Bereits 47 verschiedene Teams hatten zuvor aus den unterschiedlichsten Ländern und Kontinenten teilgenommen und begeisterten über 600.000 zahlende Besucher aus aller Welt.


Dieses Jahr traten am Freitag den 9. September die Teams artEventia aus Frankreich, Super Power aus Polen und Vision Show Group aus Brasilien gegeneinander an. Den Tagessieg durch den Publikumspreis konnte Polen für sich gewinnen.


Am Samstag zeigten die Teams fireevent aus Österreich, Pyro Events aus Rumänien und Macedos aus Portugal ihr Können am Firmament. Am Samstag konnte sich Rumänien den Tagessieg vom Publikum sichern. 

Der Tagessieger wird vom Publikum über eine Telefonauswahl bestimmt und geht zu 30 Prozent in die Gesamtauswertung von der Kreativjury und der Fachjury mit ein. Die Jury beurteilt über ein Punktesystem die einzelnen Feuerwerksteile nach Kreativität, Vielfalt von Farben und Effekten, die Synchronität und die Umsetzung. Vorsitzender der Fachjury war Dr. Dietrich Eckhardt, Leiter der Fachgruppe II.3 Explosionsstoffe der Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung (BAM), Berlin. Vorsitzender der Kreativjury war Rudolf Schenker, Gründer und Gitarrist der Scorpions. Schirmherr der Veranstaltung und Vorsitzender der Gesamtjury war der Innensenator von Berlin Frank Henkel.

Wie auch in den vergangenen Jahren wird den einzelnen Teams ein finanzielles Budget und allgemeine Vorgaben gegeben. Das Feuerwerk soll sich aus der Pflicht und der Kür zusammensetzen. Die Pflicht besteht aus zwei Teilen. Im ersten Teil gibt es eine Farbvorgabe, dieses Jahr Blau/ Grün, ohne musikalische Begleitung. Der zweite Teil der Pflicht besteht aus einer festen Musikvorgabe mit einem Auszug aus der 1812 Symphonie von Peter Iljitsch Tschaikowsky. 

Neu in diesem Jahr war die Vorgabe der Kür. In den Jahren zuvor stand diese immer für 10 Minuten unter dem Motto „My Country“. Dieses Jahr musste jedoch aus einem vorgegebenen Pool von 73 populären Werken der klassischen Musikgeschichte mindestens drei Stücke gewählt werden. Damit war die Pyronale 2016 zum ersten Mal durchgehend von klassischer Musik begleitet. Begründet wurde diese Reglementerneuerung damit, dass die Jahre zuvor hervorragende pyrotechnische Gesamtkompositionen, aufgrund der für das Publikum ungewohnten Musikauswahl des jeweiligen Teams, schlechter bewertet wurden. Die Regeländerung wurde jedoch nicht von allen Gästen als Gewinn betrachtet. So äußerten sich einzelne Gäste, dass gerade die unterschiedlichen Musikstücke und die unendlichen Möglichkeiten den Charme der Pyronale zu anderen klassischen Feuerwerksveranstaltungen ausmachen. Auch sei damit die Kreativität und Musikaktualität der Veranstaltung eingeschränkt.


Trotz einiger kritischer Stimmen zur Reglementänderung war die Stimmung durchweg sehr gut und die Veranstaltung ein voller Erfolg. Das Publikum wurde von den einzelnen Teams wieder einmal verzaubert und in den Bann der Pyrokunst entführt.

Bei all dem Zauber der in Minuten im Nichts verpufft soll hier noch einmal der enorme Aufwand erwähnt werden, den die Teams auf sich nehmen, um diese Gesamtkunstwerke zu schaffen. So wird auf einer Aufbaufläche von 21.000 Quadratmeter in drei Bereichen pro Team eine Breite von 200 m bebaut. Es bildet sich ein Feuerwerksdreieck mit einem Vorder-, Mittel- und Hinterbereich. In der vordersten Zone befinden sich auf der gesamten Breite die Bodenfeuerwerke mit einer geringen Sicherheitsstufe und damit dem geringsten Abstand zum Publikum. Das Einbringen von mindestens 5 Bodenfeuerwerkselementen ist Pflicht. Damit soll dem zahlenden Publikum mehr geboten werden als den vielen tausend weiteren Zuschauern, welche sich das Feuerwerksspektakel jedes Jahr von außerhalb anschauen. Die mittlere Zone beherbergt die mittleren Effekte und die großen Feuerwerks-Bomben werden im hinteren Bereich mit dem größten Abstand zum Publikum gezündet. Pro Team dürfen dabei zwischen 2 und 4 Tonnen Großfeuerwerkskörper mit einem Nettopulvergewicht von 1.000 bis 2.000 kg pro Show „verpulvert“ werden. Die größten Feuerwerkskörper haben einen Durchmesser von 15 cm, ein Gewicht von 3 Kilogramm und erreichen eine Ausdehnung von bis zu 150 Meter. Im Vergleich dazu kann der „Ottonormalverbraucher“ zu Silvester Raketen mit einem Gewicht von 26 g erwerben. Die Gesamtdimension der Feuerbilder erstreckte sich über eine Fläche von 300 mal 300 Meter und nahm damit bis zu 90.000 Quadratmeter ein.

Gelohnt hat sich die Mühe von allen Teams, aber es kann nur einen Sieger geben. Gesamtsieger wurde das Team Pyro Events aus Rumänien, welches es verstand das Publikum und die Jury von Anfang an emotional abzuholen, kaum Fehler machte und durch ein abgestimmtes Gesamtkonzept überzeugte. Den zweiten Platz erlangte das fireevent Team aus Österreich und den dritten Platz belegte das polnische Team Super Power. Abgeschlossen wurden beide Tage mit einer Feuerwerksshow der Firma FLASH ART. 

Da sich bereits andere Städte um die Pyronale bemüht haben, hier nochmal ein herzliches DANKE für die Verlängerung um weitere 5 Jahre. Der Berliner Sommer wäre ohne die Pyronale nicht derselbe! Macht weiter so.

Text: Elisa-Maria Moser

Fotos: Kai Oliver Moser

Und nach der Pyronale ist vor der Pyronale:

Pyronale 2017: am 1. und 2. September. Der Vorverkauf hat begonnen!
Karten gibt es an allen bekannten Vorverkaufsstellen, unter www.ticketmaster.de sowie beim Veranstalter www.pyronale.de.


 

Eine mit italienischen Wurzeln in Berlin lebende Powerfrau aus Schwaben tritt mit ihrem „Komikaze Kabarett“ erstmals im BKA-Theater auf. Patrizia Moresco schlüpft in verschiedene Rollen und betrachtet mit ihrem Kabarett-Comedy-Programm unterhaltsam die unterschiedlichsten Lebensbereiche. Das Programm „Bissfest – Dolce Vita im Sparschwein“ nimmt besonders das „ach so normale“ und „korrekte“ Alltagsleben von einigen ganz perfekten Menschen auf die Schippe. Die Künstlerin fragt sich, warum Wein nicht mit Wasser verdünnt werden muss und sie Leben lieber in vollen Zügen und ohne Netz und doppelten Boden genießen will. Ihr satirisches Comedy-Programm lebt von der Natürlichkeit der Künstlerin, von ihrer unbeschreiblichen Mimik und dem Augenrollen, dem Charme und der Schlagfertigkeit. Sie kann sich ein Leben auf High Hells gepaart mit bequemer Unterwäsche durchaus vorstellen. Es geht bei Patrizia Moresco um Lebenskrisen, dem Tugendterror, dem Fitnesswahn, um Umwelt, um Frauen, Männer, Politiker, Tiere, Kinder und natürlich um die Deutsche Bahn. Eine große Bandbreite im Leben und eine große Bandbreite im Programm. Patrizia Moresco zeigt dabei immer eine erfreulich frische Portion Selbstironie.

Patrizia Moresco lebt auf der Bühne, sie tanzt, singt und schlüpft gerne in Rollen mit verschiedenen Dialekten. Mit kleinen Hackern im Programm geht sie gekonnt um. Eine wahre Künstlerin, die so schnell nichts zu erschüttern scheint.

Ein witzig-buntes Programm. Vier Tage im gemütlichen BKA-Theater am Mehringdamm 34, gleich neben Curry 36, das sollte man sich nicht entgehen lassen.

Thomas Moser