Maritime Töne, Möwen kreischen, die Schiffsglocke ertönt und das SANTIANO-Schiff macht auf der Bühne des Berliner Tempodroms fest. Die Band, die große Hallen und die Berliner Waldbühne gefüllt hat, kann auch leise. Bevor die dreifachen Echo-Gewinner wieder mit dem ganz großen Dampfer in See stechen, haben sie sich mit der Tour „Die Ruhe vor dem Sturm – Das Akustik-Erlebnis 2017“ in etwas seichtere Gewässer begeben. Am Horizont kann man jedoch schon stürmische Zeiten sehen, denn für die große Tournee 2018 hat gerade der Vorverkauf begonnen.

Aber erstmal sollte die besagte Ruhe vor dem Sturm kommen, hieß es. Obwohl ein akustischen Erlebnis angekündigt wurde, ging es in alt bekannter SANTIANO-Manier nicht nur leise, sondern oft auch temperamentvoll zur Sache. Gleich nach dem Landgang startete das Konzert und so gut wie Jeder im Saal stand, mindestens jeder zweiter Konzertbesucher sang textsicher mit und alle klatschen im Takt. Den Start machte das Namenslied der Gruppe . Das Shanty „Santiano“ ist vermutlich der bekannteste Song der Gruppe.

Der Namen der „Fischköpfe“ aus dem Norden leitet sich vom traditionellen Shanty ab, obwohl von dieser Musikrichtung strenggenommen kaum was im Programm enthalten ist. Aber egal, die Band aus Schleswig-Holstein, die erst 2011 eher als so eine Art Schnapsidee gegründet wurde, ging innerhalb kürzester Zeit ab wie „Schmidts Katze“ und stürmte alle Charts. Mit traditionellen Volkslieder, Irish-Folk und Seemannslieder hat man den Nerv vieler Menschen getroffen. Das Seemannsliedgut wird mit Pop und Rock angerichtet, Hymnen im alten Kelly-Sound klingen gelegentlich raus und das Ganze ist mit viel Lust und Liebe an der Musik gesalzen. Ein Rezept, dass offensichtlich gegen die beste Seekrankheit hilft.
Pressefoto SANTIANO Michael Mey
Foto: Michael Mey
Die „Stamm-Santianos“ holen sich immer musikalische Verstärkung. So waren diesmal insgesamt acht musikalische Matrosen, zeitweise mit Unterstützung einer singenden Leichtmatrosin an Bord und sorgten für die leisen und auch für die akustisch lauten Töne. Mit Gitarren, Geige, Schlagzeug, Perkussion, Klavier, Schifferklavier und jeder Menge Flötentönen wurde der rauhe Gesang der Besatzung untermalt. Obwohl die Musiker fast die ganze Zeit auf dem Treibgut saßen, spürte man ihre unbändige Power. Trotz Akustik ist eine ordentliche Kraft in der Musik. Die Lieder erzählten von der Meeresbrise, der Bottle of Rum, der großen Fahrt und von ganz viel Freiheit. Sie tanzten mit Marie, besangen Johnny Boy und Californio.

Das vierte Konzert innerhalb der diesjährigen Akustik-Tour kommt bei den Fans groß an. Und auch die Santianos äußern sich in ihrem Logbuch begeistert: „Großartig! Schön war es wieder bei Euch. Wir sind mittlerweile so sehr in Berlin zuhause, dass Konzerte bei Euch inzwischen echte Heimspiele sind. Das Tempodrom war genau die richtige Location für unser Akustik-Set. Fühlte sich gut an. Sogar sehr gut.“

Beim Publikum sprang sofort der Funke über. Die Band fühlte sich ein bißchen so an, wie ein Seemannschor auf Ecstasy, aber halt richtig schön und völlig ohne Nebenwirkung. Der Suchtfaktor hat die Fans natürlich schon längst erfasst, besonders wenn die Geige den Gänsehautfaktor bedient. Kribbeln ohne Ende, wenn die Klänge weit übers Meer klingen. Alle singen Minutenlang mit: „Es gibt nur Wasser, Wasser überall, doch wir haben nichts zu trinken… und das Schiff droht zu versinken…wir brauchen Rum, Rum, Rum, sonst verdursten wir.“ Stundenlang hätte es so weitergehen können. Ab und an ein leiser Song und dann wieder ein richtiger maritimer „Gröler“. Großartig! Das fast letzte Lied, der gefühlvolle plattdeutsche „Fresenhof“ von Knut Kiesewetter, war die Krönung der melancholischen Meer-Balladen.

Maritimer Rock-Pop mit einem Hauch Shanty und immer das Meer-Gefühl im Gesang. „Hoch im Norden“ und ein Smartphone-Lichtermeer leuchtet den Weg. Und der Weg steht fest: 2018 hisst die Band wieder die großen Segel und macht Halt in den großen Arenen Deutschlands. Am 8. März 2018 steht auf der großen Tour der Landgang wieder in Berlin an. Man darf sich freuen!

Thomas Moser – BerLi-Press

Auf der großen Deutschland-Arena-Tour in Berlin: Am 8. März 2018 in der Mercedes-Benz-Arena.

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