Die ersten vier Berliner Bezirke haben am 15. Oktober 2015 die regionalen Standorte der Jugendberufsagentur (JBA) eingerichtet.

Die feierliche Eröffnung fand zentral am Tempelhof-Schöneberger Standort in der Alarichstr. 12-17 statt. In der Jugendberufsagentur werden vier Institutionen: die Agentur für Arbeit, das Jobcenter mit seinem U-25 Bereich, die Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Wissenschaft, sowie die bezirkliche Jugendhilfe unter einem Dach kooperativ zusammenarbeiten. Ein Novum in Berlin! Die hellen und freundlichen Räume, direkt am Teltowkanal, bieten einen sehr ansprechenden Rahmen.


Viel politische Prominenz ließ es sich nicht nehmen, bei der Eröffnung dabei zu sein: die Bundesministerin für Arbeit und Soziales, Andrea Nahles (3.v.lks), der Regierende Bürgermeister von Berlin, Michael Müller (re), die Senatorinnen Dilek Kolat (lks; Arbeit, Integration und Frauen), die Jugend- und Bildungssenatorin Sandra Scheeres (Mitte), die Bezirksbürgermeisterin von Tempelhof Schöneberg, Angelika Schöttler (2.v.re), die Bezirksbürgermeister Helmut Kleebank (2.v.lks; Spandau) und Stefan Komoß (3.v.re.; Marzahn-Hellersdorf) sowie die Vorsitzende der Geschäftsführung der Regionaldirektion Berlin-Brandenburg der Bundesagentur für Arbeit Jutta Cordt (4.v.lks). Neben den genannten Bezirken geht auch noch Friedrichshain-Kreuzberg an den Start.


In den Räumen des Jugendamtes: v.lks.: Bez.Bürgermeisterin Schöttler, Jugendamtsmitarbeiterin Birgit Fechner-Barrère, Jugendstadtrat Oliver Schworck, JA-Mitarbeiter Alkabir und Jugendamtsleiter Rainer Schwarz
Vom Jugendamt Tempelhof-Schöneberg kamen zur Eröffnung Stadtrat Oliver Schworck, Jugendamtsleiter Rainer Schwarz und der Bereichsleiter der Jugendförderung Manfred Schulz. Sie besuchten auch die Räumlichkeiten der sozialpädagogischen Berater_innen des Jugendamtes und vom Beratungszentrum „Check Up“, überreichten Blumen und wünschten den Kolleginnen und Kollegen bei der Arbeit viel Erfolg.

Bürgermeisterin konnte auch auf bewerte Partner zurückgreifen

Für die Bezirksbürgermeisterin Angelika Schöttler ist die zentrale Botschaft: Niemand soll verlorengehen!

Dazu erläutert sie auch ihre jahrelangen Aktivitäten im Jugendbereich: „Das meinen wir ernst und das spornt uns an.“ Weiter führt sie in ihre Begrüßungsrede aus: „Mit der Jugendberufsagentur wollen wir allen jungen Menschen auf ihrem vielleicht wichtigsten Lebensabschnitt, dem Übergang von der Schule in den Beruf, begleiten. Keiner soll verloren gehen. Kurze Wege und gebündeltes Fachwissen werden eingesetzt, um das Eintrittsalter in die Ausbildung von derzeitig 21 Jahren zu verringern sowie die hohe Abbruchquote bei Ausbildungen zu reduzieren. Dieses Ziel vertreten wir alle gemeinsam. Wir in Tempelhof-Schöneberg können auf ein gut funktionierendes Netzwerk verschiedener Partner zurückgreifen und werden diese gewachsenen Strukturen in das „neue Haus“ gewinnbringend einbringen. Wir ziehen mit allen beteiligten Institutionen und Gruppierungen für unsere Jugend an einem Strang und ich bin sicher, dass wir Erfolge erzielen werden.“

Auch die Gymnasien sind systematisch in das Netzwerk der Jugendberufsagentur eingebunden und bieten vielfältige Unterstützung und Hilfe an. Freie Träger werden auch Hilfen bei Verschuldung, psychosozialen Problemen und Suchterkrankungen ermöglichen.

Arbeitslosigkeit schmerzt mich

Der Regierende Bürgermeister Michael Müller konnte in seinem Grußwort von sinkenden Arbeitslosenzahlen berichten.


Er betont jedoch auch: „Wir dürfen uns nicht und ich werde mich nicht damit abfinden, dass immer noch knapp 190.000 Menschen in unserer Stadt ohne Arbeit sind. Es schmerzt mich, dass die Arbeitslosigkeit der unter 25-jährigen seit Jahren besonders hoch ist. Aktuell sind über 14.000 junge Menschen unter 25 Jahren arbeitslos gemeldet.“

Für Michael Müller ist die Zusammenarbeit der vielen Stellen auch mit den Schulen an der Schnittstelle zur Ausbildung sehr wichtig: „Diese Art der Zusammenarbeit ist neu.“ Michael Müller betont: „Wichtig ist mir die Botschaft: Alle werden gebraucht. Niemand wird zurückgelassen. Jede und jeder bekommt eine zweite Chance. Allerdings: Wir erwarten auch, dass sie genutzt wird!“ Er begrüßte auch verschiedene Vertreterinnen und Vertreter der Gewerkschaften, Berufskammern und Verbände. Weiter führt der Regierende Bürgermeister aus: „Für einen gelingenden Start in ein Leben auf eigenen Beinen sind ein Schulabschluss und eine abgeschlossene Berufsausbildung entscheidend. Zu viele Jugendliche und junge Erwachsene beenden die Schule noch immer ohne Schulabschluss, finden keinen Ausbildungsplatz, lösen ihren Ausbildungsvertrag vorzeitig, brechen ihr Studium ab oder sind trotz Berufsabschluss arbeitslos gemeldet. Die Ursachen sind vielfältig. Mit der neuen Jugendberufsagentur setzen wir an einem wichtigen Punkt an – der Berufsvorbereitung und dem Übergang von der Schule ins Berufsleben.“ Abschließend wünschte er den neuen Jugendberufsagenturen viel Erfolg und auch im laufenden Betrieb eine gute Zusammenarbeit.

Qualität: Was draufsteht, ist auch drin!

Die Bundesarbeitsministerin Andrea Nahles war sichtlich begeistert vom Berliner Weg, zumal hier auch das drin ist, was draufsteht. In anderen Kommunen hat sie auch schon erlebt, dass ihr manchmal nur ein Internetauftritt als Jugendberufsagentur „verkauft“ wurde.

Ihre Kernbotschaft lautet: „Wo Jugendberufsagentur draufsteht, muss Qualität drin sein!“ Andrea Nahles ist vom Erfolg der Jugendberufsagentur überzeugt „…wenn alle an einem Strang ziehen.“ Sie betont die Zusammenarbeit vom Bund, Berlin und den Bezirken, die hier alle kooperativ eng zusammenarbeiten, und wünscht viel Erfolg: „Alles Gute Ihnen für Ihre wichtige Arbeit!“ Die Hilfe aus einer Hand und feste Ansprechpartner, die nicht zuerst nach Zuständigkeiten fragen, sind für sie der Schlüssel für sinkende Jugendarbeitslosigkeit. Ihr erklärtes Ziel ist es, dass flächendenkend Jugendberufsagenturen eingerichtet werden. Berlin hat sich nun auf den Weg gemacht und die anderen Bezirke werden nachziehen.

JBA soll halten, was wir versprechen

Von der Regionaldirektion Berlin-Brandenburg der Bundesagentur für Arbeit sprach die Vorsitzende der Geschäftsführung Jutta Cordt: „Zunächst danke ich allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, die das Projekt JBA gestemmt haben und die Infrastruktur geschaffen haben.“


Sie erläuterte, dass die Beratung aus einer Hand für Jugendliche und deren Eltern sehr wichtig ist. Abschließend sagte Jutta Cordt: „Ich wünsche uns allen, dass die Jugendberufsagentur, die wir gemeinsam in den letzen Wochen und Monaten „gebaut“ haben, das hält, was wir heute versprechen. Ich bin mir sicher, dass wir alle gemeinsam unser Bestes geben.“ Anschließend wurde die Eingangsstele gemeinsam enthüllt.


Dem Festakt schloss sich noch ein größerer Rundgang an, bei dem sich die Politikerinnen und Politiker über die täglichen Erfahrungen der Beschäftigten informierten.

Geöffnet ist Montag bis Mittwoch jeweils von 8 bis 16 Uhr, Donnerstag bis 18 Uhr, Freitag bis 12.30 Uhr.

Wir wünschen allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Jugendberufsagentur viel Freude und Erfolg bei der Arbeit!

Thomas Moser (auch alle Fotos - weitere Fotos in KiTS aktuell / folgt in Kürze)

Weitere Fotos:



Diskussionsrunde mit Senatorinnen und Bezirksbürgermeister_in

Jugendamtsmitarbeiterin Birgit Fechner mit Jugendstadtrat Oliver Schworck

Jugendförderung-Bereichsleiter (Jugendamt) Manfred Schulz bringt Blumen als Dank und zum Start...