Berliner Morgenpost: LINKWürdevolle Feierlichkeiten

100 Jahre Rathaus Schöneberg. Die Glocken von den Jubiläumsfeierlichkeiten sind verklungen und der normale Alltag kehrt wieder in das Stammhaus vom Bezirksamt Tempelhof-Schöneberg ein.

1914 konnte im neuen Rathaus der Stadt Schöneberg der Betrieb aufgenommen werden. Seit 1949 war das Rathaus nicht nur West-Berliner Regierungssitz sowie Amtssitz des Regierenden Bürgermeisters und der alliierten Verbindungsoffiziere, sondern auch der Tagungsort des Abgeordnetenhauses. Die Freiheitsglocke, ein Geschenk des amerikanischen Volkes, war und ist noch heute ein sicht- und hörbarer Beweis für den Freiheitswillen der geteilten Stadt. Unvergessen die Worte vom amerikanischen Präsidenten John F. Kennedy: „Ich bin ein Berliner!“

Fotoausstellung und Festveranstaltung

Neben einer besonders schönen Fotoausstellung und einem bleibenden Fotoband, lud die Bezirksverordnetenvorsteherin Petra Dittmeyer und die Bezirksbürgermeisterin Angelika Schöttler zu einer Festveranstaltung in den Willy-Brandt-Saal vom Rathaus Schöneberg ein.


Den musikalischen Auftakt bot dabei der Chor „Schöneberger-Klang-Körper“, von der bezirklichen Musikschule Leo Kestenberg, und bestätigte kraftvoll: „Es gibt nur ein Berlin…!“

Bezirksbürgermeisterin Schöttler zeigte in einem ausführlichen Rückblick die wechselvolle Geschichte des Hauses auf und die Vorsteherin der BVV, Petra Dittmeyer, betonte den Freiheitswillen der Berliner beim Besuch von John F. Kennedy im Jahr 1963.

Die Festrede hielt John B. Emerson, der Botschafter der Vereinigten Staaten von Amerika. Er ging auf die Besonderheit des Hauses im Zusammenhang mit dem Präsidentenbesuch ein und gab auch einen Überblick über weltpolitische Geschehnisse aus Sicht der USA.

Die ehemaligen Bürgermeister erzählten

Besonders interessant war dann das Zeitzeugengespräch der ehemaligen Regierenden Bürgermeister von Berlin, Eberhard Diepgen und Walther Momper.

Wohltuend der politische Abstand der Bürgermeister a.D., die Abseits von tagespolitischen Machtkämpfen einen persönlichen Einblick in einige historische Erlebnisse gaben. Spannend das Verhältnis zu den Alliierten, die im Rathaus Schöneberg auch ihr Büro hatten, oder die Treffen mit Erich Honecker, der als mächtigster politischer Vertreter der ehemaligen DDR offensichtlich nicht über den Alltag der Bürger informiert war. Enttäuscht äußerten sich die ehemaligen Regierenden Bürgermeister über den Willy-Brand-Saal, da zu Zeiten der Abgeordnetenhaussitzungen dieser Raum wesentlich prächtiger war.


Botschafter John B. Emerson, Eberhard Diepgen, sowie Walter Momper, trugen sich in das goldene Gästebuch ein und erhielte kleine Gastgeschenke. Die frisch geprägte Gedenkmünze und der Fotoband zum Rathausjubiläum können jetzt auch von den Bürgerinnen und Bürgern erworben werden.

Die Bilder der Fotoausstellung wurden als Ausklang mit einer Saxofon-Interpretation von Gert Anklam untermalt.

Zur Festveranstaltung kamen der Präsident des Abgeordnetenhauses Ralf Wieland, die Senatorin für Arbeit, Integration und Frauen, Dilek Kollat, die ehemaligen Bezirksbürgermeister, Bundestagsabgeordnete, Abgeordnete des Abgeordnetenhauses, Mitglieder der Bezirksverordnetenversammlung und ausgeloste Bürgerinnen und Bürger. Circa 200 Gäste konnten sich an der würdevollen Veranstaltung erfreuen.


In der Brandenburghalle gab es einen abschließenden Empfang, auf dem die Bezirksbürgemeisterin Angelika Schöttler die Geburtstagstorte, in Form des Rathauses, anschnitt.

Konzert zum Abschluss der Feierlichkeiten

Zum Abschluss der Feierlichkeiten überraschten, am Sonntag nach dem Festakt, fünf Musiker mit einer Auftragkomposition das Open-Air-Publikum vor dem Rathaus Schöneberg.


Das Motto lautete: „GlockenKlang - Freedom Bells & Wisdom Voices“. Die Musiker Steve Schroyder, er gilt als Pionier der Elektronischen Musik und wirkte bei Tangerine Dream mit, Klangkünstler Wolfgang Spyra und Udo P. Leis, sowie die Musiker B. Ashra und Rainer von Vielen haben sich speziell für dieses Konzert zusammengefunden und ein, im wahrsten Sinne des Wortes, einmaliges Stück aufgeführt.

Viel geschmackvolle elektronische Musik wurde durch den Klang von drei großen Glocken ergänzt, die mal geschlagen und mal fast nur gestreichelt wurden. Beim Konzert für Notglocken, Elektronik und Voices spielte die Freiheitsglocke eine gewichtige Rolle, als sie zum Abschluss der Veranstaltung gegen 21 Uhr ihren bekannten Glockenschlag erklingen ließ.

Circa 500 musikinteressierte Bürger waren gekommen und freuten sich auch über das mit Scheinwerfern geschmackvoll illuminierte Rathaus.


Bezirksbürgermeisterin Angelika Schöttler bedankte sich bei den Mitwirkenden.

Ein gelungener und ganz besonderer Höhepunkt der Veranstaltungsreihe, rund um das 100. Geburtstag vom Rathaus Schöneberg.

Thomas Moser (auch alle Fotos)

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Weitere Fotos vom Konzert




Alle Fotos: Thomas Moser BerLi-Press