In der Tempelhofer ufa-Fabrik hat man allen Grund zum Feiern. Das Nachbarschafts- und Selbsthilfezentrum, kurz NUSZ, ist 25 Jahre alt geworden.

Zu der Festveranstaltung mit anschließendem Galaprogramm wurden die Freunde, Förderer und Besucher der ufa-Fabrik eingeladen.


Ein großes Kinder- und Familienfest brachte besonders den kleinen Besuchern viel Spaß. Leider regnet es beim Kinderfest noch ein wenig, bevor dann doch das sommerliche Wetter die Überhand gewann.


Bei der Geburtstagsshow lässt sich die ufa-Fabrik natürlich nicht lumpen. Ein grandioser Auftakt bot „Pop meets Klassik“ mit dem JugendKammerOrchesterBerlin e. V. in Kooperation mit dem Jugendorchester der Schostakowitsch-Musikschule aus Lichtenberg und den Spirale Allstars.

Hier wird noch fleißig geprobt...


Renate Wilkenig, Angelika Schöttler, Sigrid Zwicker (v. lks.)

Die Begrüßung ließen sich die beiden Geschäftsführerinnen, Renate Wilkening und Sigrid Zwicker, nicht nehmen. Für den Vorstand des NUSZ sprach Gudrun Chen-Wagner. Der Mitbegründer und „Multikulturimpressario“ der ufa-Fabrik freute sich auch mit dem NUSZ-Team über den runden Geburtstag.

Für das Bezirksamt Tempelhof-Schöneberg dankte die Bezirksbürgermeisterin Angelika Schöttler (SPD) dem Nachbarschafts- und Familienzentrum für seine engagierte Arbeit.


Barbara John mit Renate Wilkening
Die Vorstandsvorsitzende des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes Berlin, Prof. Barbara John, findet die Arbeit von NUSZ sehr wertvoll: „Die Nachbarschafts- und Gemeinwesenarbeit liegt uns als Wohlfahrtsverband sehr am Herzen, denn sie sind für uns die zentralen Punkte in unserer Gesellschaft, in denen Partizipation, Teilhabe und Mitbestimmung der Bürgerinnen und Bürger erst lebendig werden. Nachbarschaft wird gestalt- und erlebbar.“


Georg Zinner fühlt sich bei den Frauen sichtlich wohl.

Als Vorsitzender des Verbandes für sozial-kulturelle Arbeit gratulierte Georg Zinner dem NUSZ.
Noch viele kulturelle Highlights rundeten das Festprogramm ab. Unter dem Motto „California Dreaming“ trat der NUSZ Chor mit musikalischer Unterstützung von Hinrich Scheffen und Eva Lenkering auf.

Hier übt Hinrich Scheffen schon das Dirigieren!

Ein Genuss! Viele Tanzeinlagen folgten, die Jongliergruppe „Mallos“ der Circusschule ufaFabrik zeigten ihre Künste und zum Finale wurde mit Samba Reggae der Percussionschule ufaFabrik den Festgästen eingeheizt.
Als Gäste waren die Stadträte Dr. Sibyll Klotz (Bündnis 90/Die Grünen) und Oliver Schworck (SPD) und weitere Bezirksverordnete vertreten.

Sibyll Klotz und Thomas Härtel, Staatssekretär a.D. vergnügt mit Juppy im Gespräch.


Stellv. BVV-Vorsitzender Martina Zander-Rade (Bündnis 90/Die Grünen) im Gespräch mit Christine Fidancan vom bezirklichen Ehrenamtsbüro.


vom Jugendamt: v.lks.:Detlef Große, Manfred Schulz, Claudia Dorow, Anne Eilers-Helmich, Ulrich Schulz und vorne in rot die Gastgeberin Renate Wilkening

Auch viele Jugendamtsmitarbeiter und Trägerkollegen freuten sich über Einladung vom NUSZ.

Hoher Besuch: Neben Juppy Angelika Schöttler, Senatorin Dilek Kollat (SPD) und von der BVV Melanie Kühnemann (SPD)

Die Senatorin mit der Geschäftsführerin
Ein gelungenes Fest für die Festgäste und für das NUSZ-Team, die aber hauptsächlich damit beschäftigt waren, dass es den Gästen an nichts fehlte.

Was ist dann überhaupt das NUSZ?

Der jugendpolitische Pressedienst „Paper Press“ schreibt etwas schelmisch die Kurzbezeichnung vom NUSZ: „Was sich auf den ersten Blick wie ein Schokoriegel mit Nüssen anhört, ist die Kurzform vom Nachbarschafts- und Selbsthilfezentrum der ufaFabrik e. V.“

Elke Ahlhoff (Fraktionsvorsitzende der SPD in der BVV-rechts) im Gespräch mit Regina Pribyl und Michael Delor von der BI "Rettet die Marienfelder Feldmark!

Als Erinnerung von der BI Rettet die Marienfelder Feldmark gab es eine "Urkunde".
Das Nachbarschaftszentrum ist in den Jahren zu einem beachtlichen „Unternehmen“ gewachsen. Für circa 220 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ist das NUSZ Arbeitgeber. Weitere 100 ehrenamtliche Helfer sind auf den verschiedensten Feldern aktiv. Hauptstandort für den Verein ist das Gelände der ufa-Fabrik in der Tempelhofer Viktoriastraße.

1979 wurde das ehemalige Kopierwerk der Universum-Film-AG (Ufa) von einer Gruppe junger mutiger und kreativer Menschen instand besetzt, heißt es in Paper Press. Heute ist die ufa-Fabrik, in unmittelbarer Nähe des Tempelhofer Hafen, für viele Berliner eine bekannte Kultureinrichtung. Und Juppy, mit seinem Hund Willy, ist immer mittendrin. Die Seele der ufa-Fabrik „Juppy“, mit bürgerlichen Namen Josef Becher, ist von Anfang an dabei und ist so eine Art Markenzeichen geworden. Das Internationale Kultur Centrum ist aber nur ein Teil der ufa-Fabrik.


Pfarrer Thilo Haak aus Lichtenrade gratuliert herzlich!

1987 wurde das NUSZ gegründet. Anfänglich mit vier Mitarbeitern. Heute sind die vielen Mitarbeiter auf 23 Standorte verteilt. Dazu gehören Kindertagesstätten, Jugendeinrichtungen, ein Kinderbauernhof, ein Interkultureller Mehrgenerationsgarten und vieles mehr. NUSZ hat vielfältige Angebote für alle Altersstufen, vom Baby bis zum Rentner. Mit der Übernahme der Jugendkultureinrichtung Spirale in Wilmersdorf ist man inzwischen über die Bezirksgrenzen hinaus aktiv geworden.

Die Jugendhilfeausschuss-Vorsitzende Marijke Höppner (SPD) ist bester Laune!
Die Geschäftsführerin Renate Wilkening äußert sich zur Frage, was für sie das Besondere am NUSZ ist: „Die Lage und das Gesamtkunstwerk ufa-Fabrik! Dieses wunderschöne Gelände: 16.000 Quadratmeter groß, mitten im Stadtteil, traumhaft gelegen am Teltow-Kanal. Ein Dorf voller Flair und Charme, mitten in der Stadt – mit Bäckerei, Bio-Laden, einem Restaurant, der Kinderzirkusschule und dem Nachbarschaftszentrum mit dem Kinderbauernhof, den Tanz- und Musikstudios, dem Dojo und dem Familientreffpunkt. Und das ganze Jahr über Kultur- und Musikveranstaltungen auf vier Bühnen. Für ein Nachbarschaftszentrum ist das schon einmalig.“ Besonders freute man sich im letzten Jahr, als auf dem Gelände der ufa-Fabrik das gänzlich neu gestaltete „Rote Haus“ für das Nachbarschaftszentrum eingeweiht werden konnte.

Für die Geschäftsführerin Sigrid Zwicker entfaltet sich das Nachbarschaftszentrum entsprechend den Bedürfnissen der Benutzer: „ Neue soziale Hilfen entstehen: Kinderladen, Familienpflege, Familienunterstützung und Beratungsangebote.“

Thomas Moser – BerLi-Press (alle Fotos oben BerLi-Press)

Herzlichen Glückwunsch dem NUSZ auch vom Verfasser!

www.nusz.de

25 Jahre NUSZ – Ein Interview

Zum Jubiläum ist eine dicke Broschüre erschienen, die alle Aktivitäten des Nachbarschafts- und Selbsthilfevereins der ufaFabrik ausführlich darstellt. Die beiden Geschäftsführerinnen, Renate Wilkening und Sigrid Zwicker, äußern sich in Interviews über ihre Arbeit.

Mit freundlicher Genehmigung des NUSZ hat Paper Press das Interview veröffentlichet; dies wollen wir hier auch nicht vorenthalten:

Vor 25 Jahren wurde das NUSZ als Verein gegründet. Seitdem ist das Nachbarschaftszentrum kontinuierlich gewachsen. 23 Einrichtungen gehören heute dazu. In welche Richtung möchten Sie sich weiter entwickeln?

Renate Wilkening: Mein Grundsatz ist: aktiv und aufmerksam in der Gegenwart sein, nach vorn schauen und dabei das Positive, das wir in den vergangenen 25 Jahren geschaffen haben, bewahren. Weiterentwicklung beinhaltet für mich mehrere Aspekte: zum einen die Weiterentwicklung der Angebote für unsere Nutzer inklusive der Verbesserung der Räumlichkeiten. Zuletzt geschehen im Familientreffpunkt, den wir mithilfe des Konjunkturprogramms barrierefrei und energiesparend umgebaut haben. Eine wirkliche Weiterentwicklung, die zum Wohlgefühl unserer großen und kleinen Besucher beiträgt. Zum anderen die persönliche Weiterentwicklung: Ich habe in den zurückliegenden Jahren unendlich viel gelernt. Zum Beispiel turbulenten Situationen mit Gelassenheit und Ruhe zu begegnen und zu wissen: Wir sind ein starkes Team. Wir können uns aufeinander verlassen und bewältigen den Alltag miteinander. Weiterentwicklung heißt auch, unseren Mitarbeitern alle Möglichkeiten zu bieten, mit Freude und Elan ihre Arbeit zu tun, sich beruflich und persönlich weiterzuentwickeln. Dazu gehören: Fort- und Weiterbildung, Zeit für Gespräche, Unterstützung in Problemsituationen, familienfreundliche Arbeitsbedingungen. So können Mitarbeiter teilweise Zuhause arbeiten, wenn ihre Familiensituation dies erfordert. Am Herzen liegt mir, unsere jungen Leute zu fördern, damit sie später den Staffelstab von uns übernehmen können, unsere Vision und Mission weiterleben und mit Mut und Freude das NUSZ weiterführen.

Geht es im Wachstum weiter?

Renate Wilkening: Behutsames Wachstum ist für mich das Gebot der Stunde. Das Wichtigste: Räume und Angebote in unseren 23 Einrichtung bedarfsgerecht so zu gestalten, dass sich unsere Besucher und Nutzer wohl fühlen. Es ist regelmäßig zu prüfen, was wir wo verbessern können. Bevor wir ein neues Projekt starten, schauen wir genau hin und fragen: Passt dieses Projekt, diese Einrichtung zu uns? Wenn Menschen sich für ihre Sache, für eine lebenswerte Umwelt, für ein freundliches, respektvolles Miteinander engagiert einsetzen, können Sie sicher sein: Das Nachbarschaftszentrum wird sie unterstützen!

Jeder, der ein Projekt auf die Beine stellen will und dabei Hilfe braucht, kann Sie ansprechen?

Renate Wilkening:

Ein Beispiel: Engagierte Eltern haben an einer Grundschule ein wundervolles Musikprojekt mit den Schülern konzipiert, eine Theaterpädagogin gewonnen, und wir haben die erforderlichen finanziellen Mittel eingeworben. So kam „Music of my life“ auf die Bühne.

Was ist für Sie das Besondere am NUSZ?

Renate Wilkening: Die Lage und das Gesamtkunstwerk ufafabrik! Dieses wunderschöne Gelände: 16.000 Quadratmeter groß, mitten im Stadtteil, traumhaft gelegen am Teltow-Kanal. Ein Dorf voller Flair und Charme, mitten in der Stadt – mit Bäckerei, Bio-Laden, einem Restaurant, der Kinderzirkusschule und dem Nachbarschaftszentrum mit dem Kinderbauernhof, den Tanz- und Musikstudios, dem Dojo und dem Familientreffpunkt. Und das ganze Jahr über Kultur- und Musikveranstaltungen auf vier Bühnen. Für ein Nachbarschaftszentrum ist das schon einmalig. Es geht so in die Richtung „Settlement“, wie wir es von den „Ur“- Nachbarschaftshäusern aus England und den USA kennen: miteinander leben, arbeiten, künstlerisch aktiv sein, feiern und füreinander da sein.

25 Jahre aktiv im Stadtteil – und nicht nur das: Sie sind ja auch international aktiv. Wie sieht Ihr Engagement auf internationaler Ebene aus?

Renate Wilkening: Nachbarschaft hört nicht an den Grenzen des Bezirks, der Stadt oder des Landes auf. Nachbarschaft kann man weiter denken: unsere Nachbarn in Europa, unsere Nachbarn weltweit.  Wir sind Mitglied im weltweiten Verband der Nachbarschaftszentren IFS (International Federation of Settlements and Neighborhood Centers). In jeder Mitgliedseinrichtung des IFS sind Nachbarn aus aller Welt willkommen. Wenn also ein Besucher oder Mitarbeiter eines Nachbarschaftszentrums aus Toronto, New York, Tel Aviv, Indien oder Spanien Berlin besuchen möchte, kann er sich an das NUSZ wenden. In der Regel holen wir die Gäste vom Flughafen oder Bahnhof ab, bringen sie in ihre Unterkunft, ermöglichen die Teilhabe an den Aktivitäten unseres und anderer Nachbarschaftshäuser und helfen ihnen, sich in der fremden Umgebung heimisch zu fühlen. Dies ist ein IFS-Projekt mit dem Namen „VIN – Very Important Neighbor“. Wir organisieren mit unseren Partnerorganisationen internationale Austauschprogramme für unsere Fachkräfte und für alle Interessierte. Wir erfahren, wie andere das machen: Wie organisieren sie Bildung und Betreuung? Wie sind ihre Schulsysteme? Wie organisieren sie die Gemeinwesenarbeit? Wie wird Inklusion gelebt? Wer ist wie einbezogen? Alte, Junge, Kranke, Gesunde. Dieser Austausch ist fruchtbar für unsere Mitarbeiter. So manches Problem relativiert sich, wenn wir sehen mit welch geringen Mitteln aber großem Enthusiasmus zum Beispiel Nachbarschaftsarbeit in Rumänien oder Indien läuft. Auch zu uns kommen Fachkräfte, Praktikanten und junge Menschen aus aller Welt, um Erfahrungen zu sammeln und zu erleben, wie wir unsere Arbeit machen. Eine kleine Geschichte zum Schluss: Am 1. Juni dieses Jahres – einem stürmischen Tag – haben wir den Internationalen Tag der Nachbarn gefeiert. Kinder und Eltern haben Hunderte von Luftballons in die Luft steigen lassen. Zwei Tage später bekamen wir eine EMail: Eine Lehrerin aus einem polnischen Dorf, 400 km von Berlin entfernt, schrieb uns, der Ballon sei bei ihnen gelandet und sie seien begeistert von der Idee des Festes der Nachbarn. Seit diesem Tag sind auch wir gute Nachbarn und pflegen zunächst via Internet den Gedankenaustausch und die Kommunikation.

Wie ist das NUSZ entstanden?

Sigrid Zwicker: Aus dem Bedürfnis, das eigene Leben selbst in die Hand zu nehmen und gemeinsam Träume und Visionen zu verwirklichen, entstehen in den 70er und 80er Jahren zahlreiche Aktivitäten unter dem Dach des Vereins „Fabrik für Kultur, Sport und Handwerk“, der späteren ufafabrik. Kultur-, Gesundheits- und Selbsthilfeinitiativen sowie Gruppen für asiatische Kampfkünste, wie Aikido und Karate beleben die alten Lagerhallen des ehemaligen UFA-Kopierwerks in Berlin- Tempelhof und finden regen Zulauf. Seit 1987 ist es die Aufgabe des NUSZ, die freizeitlich organisierten Gruppen zu unterstützen, Gebäude instand zu setzen, und die Arbeitsbedingungen zu verbessern, um auch zukünftig die Teilhabe zu ermöglichen.

Wie ging es weiter?

Sigrid Zwicker: Das Nachbarschaftszentrum entfaltet sich entsprechend den Bedürfnissen der Benutzer. Neue soziale Hilfen entstehen: Kinderladen, Familienpflege, Familienunterstützung und Beratungsangebote. Die Gebäude werden nach und nach instand gesetzt. Kulturgruppen nutzen die enge räumliche Verbindung mit den weiteren Einrichtungen der ufafabrik, beispielsweise dem ufafabrikCircus und dem internationalen Kultur-Centrum ufafabrik. Dies erlaubt immer wieder neue, vernetzte Projekte: Feste und Veranstaltungen bieten Auftrittsmöglichkeiten, internationale Artisten unterrichten im NUSZ, Ehrenamtliche des Bauernhofclub organisieren generationsübergreifende Kulturcafés, die Talentshow „Action House Party“ gibt Übenden Gelegenheit, auf einer Profi-Bühne ihr Können zu präsentieren. Im NUSZ probt auch die international aktive Sambaband Terra Brasilis und der ufafabrik KinderCircus bietet Kindertraining an. Die inklusive Samba- Trommelgruppe „Auf alle Felle“ begeistert 2012 bei Stadtteilfesten. Kultur- und Interessengruppen bieten eine Möglichkeit für jeden die eigenen Soft Skills zu schulen. Ob mit Patchwork, mit der Stimme, mit einem Instrument oder in der Bewegung – die eigene kulturelle Betätigung ist eine großartige Kommunikatorin für das friedliche Zusammenleben von Menschen. Sie übt Ausdauer, Geduld und Präzision, macht Spaß, hält wach und neugierig.

Das NUSZ ist auch Mitglied im Verband für sozialkulturelle Arbeit, dem Fachverband der Nachbarschaftsheime und -zentren. Was ist sozial-kulturelle Arbeit?

Sigrid Zwicker: Die sozial-kulturelle Arbeit ist eng verbunden mit dem Gedanken des Zuganges zu Bildung und mit dem Ziel, durch Begegnungsangebote und gegenseitige Unterstützung die eigene Lebenssituation zu verbessern. Im Fokus ist die Teilhabe unter Beachtung der sich wandelnden Lebenskonzepte! Es entstehen immer wieder neue Herausforderungen, die wir mit Leben füllen. So beispielsweise die Inklusion.

Was bedeutet Inklusion?

Sigrid Zwicker: Inklusion kommt von lateinisch inclusio und bedeutet Einbeziehung. Gemeint ist die Teilhabe aller Menschen an Bildung und Lebenslangem Lernen. Inklusion ist aufgrund der UN-Behindertenkonventionen auch geltendes Recht in Deutschland. Im Nachbarschaftszentrum sind von Beginn an auch behinderte Menschen grundsätzlich einbezogen: in Selbsthilfe-, Musik- und Tanzgruppen, in Gesundheitskursen und in den Kinderbetreuungseinrichtungen. Im Jahr 2011 realisierten wir das Pilotprojekt „Tempelhof Inklusiv“, in dem schwerpunktmäßig behinderte Erwachsene mit Lernschwierigkeiten einbezogen wurden.

Wie wird das konkret umgesetzt?

Sigrid Zwicker: Nach einer Bedarfserhebung werden die bestehenden Angebote Aikido, Free Dance und Yoga für die Zielgruppe geöffnet. Das Pilotprojekt „Tempelhof Inklusiv“ wurde gemeinsam mit dem Paritätischen Berlin, dem Bezirksamt Tempelhof Schöneberg und mit Beteiligung von Studierenden der Katholischen Hochschule für Sozialwesen unter der Leitung von Frau Prof. Monika Seifert angeschoben. Die wissenschaftliche Begleitstudie von Frau Dr. Seifert finden Sie auch auf www.nusz.de. Die Studie zeigt Bedürfnisse, Erfahrungen und gibt Anregungen aus dem Projekt Tempelhof Inklusiv.

Wie geht es weiter?

Sigrid Zwicker: Bildung, Teilhabe und Förderung sind wesentliche Voraussetzungen für die Wahrnehmung eigener Rechte und für eine reale Selbstbestimmung. Es gilt, dafür ein öffentliches Bewusstsein zu schaffen. Im Mai 2012 veranstalteten wir gemeinsam mit unseren Kooperationspartnern vom Runden Tisch „Teilhabe Jetzt“, das erste Inklusionsfest des Bezirkes Tempelhof-Schönberg in der ufafabrik. Für die ufafabrik heißt Inklusion auch, dass man trotz begrenzter finanzieller Möglichkeiten, Bedingungen anstrebt, die eine Teilhabe aller ermöglichen. Eine Kultur der Achtsamkeit und die Akzeptanz verschiedener Lebenskonzepte fördern das Miteinander, die Vielfalt und die Inklusion. In diesem Sinne sind wir: Offen für Alle.

 
Gruppenfoto vom NUSZ-Team mit Juppy (Foto NUSZ)