Als kindisch-ernste Stand Up-Impro-Comedy wird das erste Soloprogramm "Who the fuck is Masud Akbarzadeh?" von Masud in der ufaFabrik angekündigt. Masud Akbarzadeh hat iranische Wurzeln oder, wie er selbst sagt, eine persische Herkunft. Masud hat schon einige Fernsehauftritte hinter sich und auch in der ufa-Fabrik war er bereits 2013 bei „Kiezgeschichten“ zu sehen. Der Comedian kommt leicht verträumt, unbeholfen und fast tollpatschig auf die Bühne. Aber genau so will er offensichtlich auch wirken. Der in Berlin lebende Perser erzählt in seiner Stand-up Comedy über das Leben, wie er es sieht. Masud macht keine Schubladen-Comedy mit Migrationshintergrund, sondert zelebriert die Langsamkeit des Lebens. Sein Witz kommt leise, hintergründig und sehr minimalistisch über die Bühne.

Foto: promo
Mit unerwarteten Gags setzt er filmische Szenen ins Verhältnis zur Realität und zeigt so ein Stück Absurdität auf. Für seinen Impro-Teil nimmt sich Masud sehr viel Zeit, nach meinem Geschmack auch zu viel. Gut, dass eine Schulklasse aus Sachsen die Vorstellung besucht hat und so einige Themen quasi auf der Hand lagen. In der zweiten Hälfte war er und sein Programm lebhafter. Die Zeit vergeht schnell, wenn er den „typisch Deutschen“ mit seiner Vorliebe zum Schweinfleisch aufzeigt, wo er doch auch gerne Currywurst isst. So nimmt Masud ausgewählte Alltagssituationen witzig und kurzweilig auf die Schippe und kann deutsche Sprache gut auf die Spitze treiben.

Massud hat in den Jahren mehr Sicherheit gewonnen. Das ist erfreulich festzustellen. Den Wunsch, den ich im Mai 2013 für sein erstes Soloprogramm formuliert hatte, dass er ein wenig mehr Schwung bekommen soll, kann ich auch heute noch unterstreichen. Alleine Langsamkeit und lässiges Lümmeln am Klavier zaubert den Hintersinn von den Masuds Lebensaspekten noch nicht lebendig in den Vordergrund.

Ein wenig mehr Temperament, dass Masud auch ansatzweise zeigt, wäre für das Bühnenprogramm als Comedian sehr schön. Er sprach auch die Unterschiede zwischen Kabarett und Comedy an. Vielleicht ist es genau der Mix von verschiedenen Stilelementen, der im Programm noch nicht so eine ganz klare Linie erkennen lässt.

Der Flug auf den Teppich, auf den Masud seine Besucher mitnehmen will, kann ruhig ein bisschen stürmischer werden.

Thomas Moser