Interview Rainer Schwarz 5. Juni 2015

Vita Rainer Schwarz, Jugendamtsleiter Tempelhof-Schöneberg

1960 geboren, hat nach einem schnellen Abitur Lehramt (Physik und Mathematik) studiert und auf dem Gebiet der Psychologie diplomiert. Nach 5 jähriger Tätigkeit als Lehrer war er drei Jahre wissenschaftlich mit der pädagogischen Psychologie beschäftigt,  danach in einer Erziehungsberatungsstelle tätig und darauffolgend 5 Jahre in der Leitung eines Jugendamtes.

Nach dieser Zeit war Rainer Schwarz für verschiedene sozialwissenschaftliche Institutionen und Projekte in unterschiedlichen Feldern der Jugendhilfe (Flexibilisierung der Hilfen zur Erziehung, Strukturentwicklung des allgemeinen Sozialdienstes, Umgang mit gewaltbereiten Jugendgruppen und Kinder und Jugendliche in sozialen Brennpunkten) beratend bzw. im Projektmanagement tätig.

Für fünf Jahre gestaltete er den Aufbau der Unabhängigen Patientenberatung Deutschland (UPD) mit und war in den letzten Jahren Geschäftsführer einer Beratungsgesellschaft für gemeinnützige Unternehmen und Organisationen.

Neben dem pädagogischen Diplom ist Rainer Schwarz als Leitungsfachkraft für Ämter und Verbände (dv) ausgebildet, hat den Verwaltungslehrgang A II abgeschlossen, ist systemischer Supervisor und Organisationsentwickler sowie TÜV-zertifizierter Qualitätsmanagementauditor.

 

Rainer Schwarz ist seit dem 1. April 2015 der Leiter des Jugendamtes in Tempelhof-Schöneberg. KiTS führte mit Rainer Schwarz das erste Interview.

KiTS:      Sie haben eine beeindruckende berufliche Vita. Was hat sie dazu bewogen, sich für die Leitung eines Jugendamtes in Berlin zu bewerben … und, ist es nicht ein Kulturschock, der Wechsel vom Geschäftsführer einer Beratungsgesellschaft zum Jugendamt in Berlin?

Rainer Schwarz:               Zum ersten Teil, was mich bewogen hat: Es gibt einen immer noch bekannten ehemaligen SPD-Vorsitzenden (Redaktion: Franz Müntefering) der behauptet hat, dass dies das schönste Amt der Welt sei. So ein bißchen ist dies Teil meiner Motivation, mich für das Jugendamt zu bewerben. Ich hab schon mal in der Leitung eines Jugendamtes gearbeitet und wusste, zumindest ungefähr (es ist ja schon ein paar Jahre her), worauf ich mich einlasse. Und ich halte es tatsächlich für die spannendste Aufgabe, die man bei der öffentlichen Hand bekommen kann. Nach meiner Vorstellung ist es so, dass die Leitung eines Jugendamtes schon einen gewissen Handlungsspielraum lässt. In der Regel hat man mit den verschiedensten Fachgebieten zu tun. Das ist der Reiz der Angelegenheit.

Den Kulturschock, den Sie angesprochen haben: Es war klar, dass der passiert. Er war aber auch gewollt. Ich habe in den letzten 20 Jahren in den unterschiedlichsten Konstellationen beratend gearbeitet, sowohl für freie und auch öffentliche Träger. Manchmal in sehr engen, manchmal in sehr weiten Kontexten. Ich habe, um nicht die Verbindung zur Jugendhilfe zu verlieren, immer noch als Supervisor ausschließlich in Jugendhilfeeinrichtungen gearbeitet. Jetzt hatte ich das Gefühl, dass ich in einer Phase meines Lebens angekommen bin, in der es gut wäre nicht mehr „nur“ zu beraten. Beratung ist ja auch immer ein sehr kreativer Prozess, aber die eigentlichen Wirkungen dessen, was man dabei in der Organisation auslöst, sieht man nicht mehr, weil man dann nicht mehr vor Ort ist. Da verspreche ich mir in der Jugendamtsleitung eher, dass es eine längerfristige Verbindlichkeit zu den Dingen gibt, die man anschiebt.

KiTS:      Haben Sie die ersten Wochen im Jugendamt mehr überrascht oder erschreckt? (R. Schwarz schmunzelt) Oder anders gefragt, wie dick sind die Bretter, die zu bohren sind?

Rainer Schwarz: Ja..., ich wusste ungefähr, mit wie vielen Menschen ich es zu tun haben werde. Ich bin in den ersten Tagen durchs Haus gegangen und obwohl eher wenige Menschen hier waren, weil es kurz vor Ostern war, war ich trotzdem erstmal überrascht, dass es fast das ganze Rathaus Friedenau und die ganzen vielen Außenbereiche sind. Insofern war es schon zum Anfang ein Aufmerken und auch ein fast sinnliches Begreifen, dass es doch eine größere Organisation ist, auf die ich mich eingelassen habe. Das wiegt schwerer als nur eine Zahl, die ich natürlich bei meiner Bewerbung gewusst habe.

Die Bretter sind dick, das ist wahr. Die Bretter sind sehr dick. Das zeigt sich schnell. Die Probleme poppen schnell auf. Was ich angenehm finde, es ist nicht das eingetreten wovor man mich gewarnt hatte: „Da kommen in den ersten zwei Monaten alle und alle wollen etwas und jeder will sein Scherflein beim `Neuen` ins Trockene bringen“. Das ist nicht passiert. Es ist eher tatsächlich so, dass ich einen sehr großen Teamgeist bei Problemlösungen wahrnehme. Aber die Probleme sind eher dick. Wir sind eines der Ämter, die mit einer sehr großen Vielfalt von sozialen Problemen zu tun haben, die alle nicht so gut finanziert sind. Da ist sowohl im organisatorischen Bereich als auch im Bereich dessen, was man in dem ´Unternehmen´ finanziert, viel zu tun.

KiTS:      Leiter des Jugendamtes im Spannungsfeld zwischen Fachlichkeit, Verwaltung und Politik? Sie sind zwar noch keine hundert Tage im Amt, aber welche Potentiale haben Sie schon identifizieren können?

Rainer Schwarz: Ich finde ein spannendes Potential, dass sich der Bezirk vor mehr als einem Jahrzehnt auf den Weg zu einer sehr umfänglichen Sozialraumorientierung gemacht hat. Ich halte das nach wie vor für einen fachlich sehr wichtigen Prozess. Im Laufe der Zeit gab es bundesweit durchaus auch ein paar Verirrungen, die dann wieder aufgelöst wurden. Da kann man durchaus auch von den Fehlern, die Andere gemacht haben, lernen. Das ist ein Potential, das würde ich gerne vorantreiben. Ich werde also darauf achten, dass gerade die regionalen Strukturen, so wie sie jetzt sinnvollerweise entstanden sind, gestärkt und in die Lage versetzt werden für die Region zu agieren.

KiTS:      Ist von Sozialraumorientierung nach ihrem Eindruck viel übrig geblieben?

Rainer Schwarz:               Es muss viel in die Strukturen investiert werden. Es gibt sozialräumlich organisierte Arbeitsweisen und Handlungsstrukturen in wesentlichen Bereichen des Amtes. Was noch so ein wenig Defizit hat und wo ich denke, woran wir arbeiten werden ist, dass diese Strukturen, Arbeitsgruppen und regionale Dienste die Möglichkeit haben müssen, tatsächlich in der Region gestaltend tätig zu werden.

Im Augenblick erledigen sie im Wesentlichen das, was zu tun ist, die Hilfe zur Erziehung, die Eingliederungshilfe, das Organisieren von Jugendarbeit und  Jugendsozialarbeit auf regionaler Ebene ... Sie kommen aber nicht dazu, weil sie so viel zu tun haben, den Sozialraum zu gestalten. Ich glaube aber fest an die Gestaltungsmacht von „Schwarmintelligenz“, soll heißen wir brauchen alle Herzen, Hirne und kreativen Ideen unserer Mitarbeitenden, um die Probleme regional zu lösen. Diese Gestaltungsaufgabe kann nicht an einzelnen Personen oder Funktionen hängen bleiben.

KiTS:      Ein Jugendamt muss fachlich sehr breit aufgestellt sein (Jugendförderung, Kita und Tagesbetreuung, Familienberatung, Hilfe zur Erziehung und Familienunterstützende Hilfen). Haben Sie mit der Fülle der zu klärenden Fragen gerechnet?

Rainer Schwarz:               Ja, damit habe ich gerechnet. Das ist auch das, was mir eher liegt. Das hat tatsächlich mit meinem beruflichen Werdegang zu tun. Ich habe in sehr unterschiedlichen Bereichen gearbeitet: Zum Beispiel mich auch in Gesundheitsstrukturen bewegt und war dort umfänglich beratend tätig. In meiner letzten Aufgabe als Geschäftsführer der Beratungsgesellschaft für Organisationsentwicklung in der Sozialen Arbeit habe ich Senioreneinrichtungen, als auch große Kliniken der Allgemeinversorgung und der psychiatrischen Versorgung (Psychiatrie, Neurologie und Psychosomatik) bei der Erlangung von Qualitätsmanagement-Zertifikaten unterstützt. Insofern bin ich es gewöhnt, mit sehr vielen verschiedenen Aufgabenstellungen und Fragen umzugehen.

KiTS:      Und das brauchen Sie …?

Rainer Schwarz:               Das brauche ich auch ein bisschen. Und das Jugendamt hat den Vorteil, dass es immer noch einen Zusammenhang gibt. Zwischen einem Seniorenzentrum, einem Kinderheim und einer Klinik für Inneres gibt es nicht ganz so viele Verbindungen, außer dass man beim Qualitätsmanagement ein gemeinsames Betrachtungsraster hat. Im Jugendamt gibt es auch noch eine gute fachliche Klammer. Alle wollen hier, dass in diesem Bezirk Kinder und Jugendliche wohlbehalten, geschützt und möglichst mit all ihren Talenten und Fähigkeiten aufwachsen können. Das eint alle!

KiTS:      Die Kosten- und Leistungsrechnung und der Haushalt drückt auch das Jugendamt. Können Sie noch ruhig schlafen?

Rainer Schwarz:               Sie werden verblüfft sein. Ich schlafe jetzt wieder ruhig (R. Schwarz lacht). Vorher brachte der Job als Nebeneffekt manchmal mit sich, dass ich am Morgen auf meinem Handy-Kalender geschaut habe, in welcher Stadt ich denn gerade bin. Das hat mich physisch eher etwas unruhig gemacht und da habe ich manchmal sehr unruhig geschlafen. Jetzt komme ich nach Hause, gehe sehr viel früher schlafen wie sonst, schlafe wie ein Stein, wache morgens auf und gehe wieder ins Jugendamt. Es ist viel, aber offensichtlich bereut meine Physis diesen Schritt nicht, sondern sagt mir: Tue es, geh schlafen und tue es wieder.

KiTS:      An welchen Stellen können Sie ihre bisherigen beruflichen Erfahrungen in Tempelhof-Schöneberg einbringen?

Rainer Schwarz:               Ich denke gerade in dem Bereich, wie man Organisationen dazu befähigt, dass sie das, was sie eigentlich wollen auch umsetzten ... Wir haben das, was wir eigentlich wollen und wir haben das, was wir jeden Tag erledigen ... und da gibt es eine gewisse Lücke dazwischen. Ich glaube, das was ich ganz gut kann, ist Organisationen zu helfen, diese Lücke zu schließen und immer wieder Wege und Freiräume zu finden, aus eigener Kraft Lösungen zu finden.

Das ist das, was ich einbringen kann. Ich habe schon im Bewerbungsgespräch gesagt, was ich nicht einbringen kann, ich bin kein ´Münder´ (redaktionelle Erläuterung: Prof. Dr. Johannes Münder, Kommentator von Gesetzestexten u. a.), kein Superprofi im Jugendhilferecht oder sozusagen der Super-Sozialarbeiter, der jetzt jedem erzählen kann, wie er sein Job macht. Darin sehe aber auch nicht meine Aufgabe an der Spitze einer solchen Organisation. Dafür haben wir gute Fachleute.

KiTS:      Das Jugendamt hat unter dem Stichwort „Jugendamt 2014“ verschiedene Änderungen in der Organisation eingeleitet. Wie ist Ihr Eindruck? Wird das Jugendamt damit zukunftsfähig sein?

Rainer Schwarz:               Dies war durchaus für mich auch ein Bewerbungsgrund. Jeder weiß, dass in Berlin in mehreren Bezirken Jugendamtsleitungen ausgeschrieben wurden. Man hätte sich auch durchaus um einen anderen Bezirk bemühen können. Bei der Überlegung, sich für Tempelhof-Schöneberg zu entscheiden, spielte das eine wichtige Rolle. Das Modell und die Idee, die dahintersteckt, eine Matrixorganisation aufzubauen ... auf der einen Seite regional zu agieren und auf der anderen Seite fachlich unterstützende Strukturen zur Verfügung zu stellen und nebenher eine möglichst flache Hierarchie in der Organisation einzubauen ... das sind Dinge, die meinem Organisationsansatz entsprechen. Hierin finde ich einen guten Ansatzpunkt. Mir war allerdings nicht klar, dass das Jugendamt 2014 noch so frisch ist. Als ich anfing mich einzulesen, war das schon ganz überzeugend. Ich hatte das Gefühl, das ist schon alles etabliert. Aber der Prozess des Umsetzens kam erst ins Laufen. Das habe ich erst verstanden, als ich hier war. Ich finde es aber einen wichtigen Prozess. Wenn es uns jetzt noch gelingt, die Schnittstellen kreativer zu füllen, ein gutes Kommunikationskonzept hinzubekommen, den Mitarbeitern die Chancen daraus klar zu machen, dass sie einen Dienst- und Fachvorgesetzten haben und es zusätzlich noch fachlich verantwortliche Personen gibt, die auch mit ihnen sprechen und ihnen auch Hinweise und Anregungen geben ... wenn wir das alles gut organisiert bekommen und die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter dabei in genügender Weise mitnehmen, dann sind wir zukunftsfähig aufgestellt. Das glaube ich tatsächlich! Ich kann mir keine andere Organisationsform als diese regionalisierte Form eines Jugendamtes vorstellen, um wirklich dicht an den Problemen dran zu bleiben. Ich glaube, das sind wir.

KiTS:      Wo werden notgedrungen oder aus tiefer fachlicher Überzeugung die Schwerpunkte ihrer Arbeit liegen?

Rainer Schwarz:               Das habe ich vorhin schon so ein bißchen umrissen. Es geht darum, das, was an Kompetenz vorhanden ist, zusammengeführt wird und auf gemeinsame Ziele und Visionen zu schauen. Mein unmittelbares Arbeitsfeld sind dabei die Leitungsfachkräfte des Jugendamtes. Dies muss trotz aller Widrigkeiten erfolgen. Wir diskutieren ja gerade einen defizitären Haushalt, was in der Regel immer Kreativität lahmlegt. Es ist wichtig auf Ideen zu kommen, wie die wichtigen Dinge so erledigt werden können, dass sie nicht gleich den Bezirk in eine finanzielle Krise führen.

KiTS:      Das ist Ihr erstes öffentliches Interview als Jugendamtsleiter in Tempelhof-Schöneberg. Warum erst jetzt? Die Fachöffentlichkeit ist doch begierig mehr zu erfahren.

Rainer Schwarz:               Okay (R. Schwarz schmunzelt), dass freut mich, dass die Fachöffentlichkeit so begierig ist. Aber es ist und war viel zu tun, auch am Anfang. Ich brauchte viel Zeit das Amt zu verstehen, die Prioritäten im Amt zu verstehen. Ich nehme Ansagen, die ich mache, schon ernst. Ich habe ja zum Anfang gesagt, ich höre erstmal eine Zeitlang gut zu. Sie haben vorhin auf die 100-Tage angespielt. Ich habe gesagt, in den ersten hundert Tagen werde ich sicher schon ein paar Ideen äußern, aber noch nicht die Dinge alle festklopfen. Dann gab es aber doch ein paar Dinge, die schneller festgeklopft werden mussten. Das hängt mit der Umzugsplanung und ähnlichen Geschichten zusammen. Dann wurde mir auch bescheinigt, dass ich einen Start mit besonderen Steinchen hatte. Das fing mit der Haushaltssperre an, dann ging es weiter mit der Erstanlaufstelle der unbegleitet minderjährigen Flüchtlinge, die nach Lichtenrade kam, und jetzt die doch etwas schwierigen Diskussionen um den Doppelhaushalt 2016/2017.

Es ist gerade sehr viel zu tun. Die Tour durch die Jugendfreizeiteinrichtungen musste ich daher in den Sommer verlegen.

KiTS:      Welchen Stellenwert messen Sie der Öffentlichkeitsarbeit des Jugendamtes zu?

Rainer Schwarz:               Einen sehr Großen ... ich habe aber auch schon gemerkt wie schwierig es ist, weil wir immer daran gemessen werden, dass wir Geld möglichst für die Aufgaben ausgeben, für die wir nachlesbar gesetzlich verpflichtet sind. Und da ist Öffentlichkeitsarbeit nicht gerade an oberster Stelle. Dies führt dazu, dass wir dafür noch nicht einmal einen ordentlichen Haushaltstitel haben. Ich halte es aber wirklich für wichtig, dass auf das, was das Jugendamt macht, auch aufmerksam gemacht wird. Ich finde aber auch, da ist schon unheimlich viel passiert. Wir haben einen guten öffentlichen Auftritt, der was mit Imagepflege des Jugendamtes zu tun hat. Es ist im freien Bereich viel passiert. Den Kiezatlas finde ich eine sehr gelungene Einrichtung, die deutlich zeigt, wie die Dinge hier organisiert sind. Und wenn es uns gelingt, diesen weiterhin aktuell zu halten und auch das Vorhaben uns gelingt, für alle Einrichtungen an einer Stelle einen Veranstaltungskalender zu führen, dann haben wir schon wichtige Sachen erreicht. Wir sollten mehr darüber reden, was wir tun. Denn wir sind keine "Kinder-Klau-Behörde", wie es gern in den Negativ-Nachrichten rüber kommt, sondern wir wollen, dass Kinder und Jugendliche unter möglichst optimalen Bedingungen aufwachsen. Dafür tun wir viel! Aber das wird öffentlich kaum wahrgenommen. Da freue ich mich, wenn zum Beispiel in der Öffentlichkeit auch mal gelobt wird, weil aus unserem Jugendamt sehr schnell Elterngeld gezahlt und Kita-Gutscheine erteilt werden. Gerade weil ich auch weiß, unter welchem großen Druck die Kolleginnen und Kollegen in diesen Bereichen stehen und arbeiten.

KiTS:      Wie sind Ihre fachlichen Visionen für das Jugendamt?

Rainer Schwarz:               Das müsste klargeworden sein: Stärkung und Leben des sozialräumlichen Ansatzes. Hierfür praktischen Wege finden: Das, was als Matrixorganisation vorgeprägt ist, in eine gute und für alle Beteiligten effektive, also mit guten Wirkungen versehene Arbeitsweise umzuwandeln. Es läuft hierbei noch nicht alles rund. Das hat damit zu tun, dass es viele personelle Umbesetzungen gegeben hat. Neue Personen müssen sich in ihre verantwortungsvollen Arbeitsfelder einarbeiten und hierin zurechtfinden. Ich finde, wir sind insgesamt sehr gut aufgestellt und ich glaube, dass alle hier ein großes Interesse haben, in absehbarer Zeit voranzukommen. Ich finde jedoch, wir haben ein paar Dinge zu erledigen, die in den nächsten Jahren auf uns zukommen. Wir sind eine wachsende Stadt, wir haben erfreulicherweise steigende Kinderzahlen zu verzeichnen, wir bemühen uns die personelle Ausstattung der regionalen Sozialdienste zu verbessern und neuen Mitarbeitenden den Einstieg in dieses Arbeitsfeld zu erleichtern. Wenn wir mehr Jugendliche bekommen, kommen auch mehr und neue Aufgaben auf uns zu. Wenn immer behauptet wird, dass diese Stadt jung und sexy ist, dann passiert das nicht nur aus sich heraus. Da muss man schon etwas dafür tun. Und klar, da möchte ich schon ganz gerne dabei sein!

KiTS:  Wir danken für das Interview und wünschen alles Gute!

Das Interview führte Thomas Moser (5. Juni 2015)

Fotos: Dirk Hupka

Das Interview ist in der Jugendamts-Sommerausgabe 2015 von KiTS erschienen...vom Jugendamt Tempelhof-Schöneberg

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