Die Bezirksbürgermeisterin von Tempelhof-Schöneberg, Angelika Schöttler, hat die Lokalpresse zu einem Jahrespressegespräch einschließlich einer ganz besonderen Beköstigung eingeladen. Fast drei Stunden geballte Informationen: Rückblicke in die wichtigsten Bereiche der Bezirkspolitik und der Ausblick über die anstehenden Schwerpunkte.

Dass der Rahmen des Arbeitstreffens auch sehr viel angenehme Aspekte hatte, kann man nicht leugnen. Eingeladen wurde in die „Palladin Kochschule“ in die Schöneberger Pallasstraße 14.

Eine gute Atmosphäre in der Küche!

Der Träger „ubs e. V.“ (Umwelt, Bildung, Sozialarbeit) betreibt einige Großküchen und gibt so vielen Jugendlichen, die nicht die optimalsten Startchancen hatten, eine gute Zukunftsperspektive. In der „Palladin-Kochschule“ werden die Besonderheiten der gehobenen Küche vermittelt. An diesem Abend zeigen die jungen Leute, was in ihnen steckt und wie hochwertige Speisen und ein äußerst angenehmer Service zusammengehören. Ein etwas anderer Weg der Ausbildung, der sehr erfolgreich ist!

Lecker... (Foto Ed Koch) ... Erläuterungen siehe unten bei paperpress...
Wer denkt, dass ist doch bestimmt alles nur wegen der Presseleute so lecker gemacht worden. Typisch! Jeder hat jedoch die Chance sich selbst von der Qualität zu überzeugen. Von Montag bis Freitag bereitet das Team verschiedene Gerichte für den Business-Lunch von 11:30-16:00 Uhr zu (selbstverständlich auch für Vegetarier). Viele Geschäftsleute der Umgebung nutzen gerne und regelmäßig das Angebot. Guten Appetit!

Im Anschluss dieser kleinen Impression wird der Bericht von paperpress abgedruckt, der einen guten Einblick in die Atmosphäre des Abends gibt und die wichtigsten Themen benennt. Viele dieser Themen wird die Lokalpresse in diesem Jahr zwangsläufig begleiten.

An dieser Stelle bleibt nur zu betonen, dass es eine angenehme Einladung mit Arbeitscharakter war, die einen ganz besonderen bezirklichen Leuchtturm, die Palladin Kochschule, in den verdienten Mittelpunkt gestellt hat.

Thomas Moser

Aus der Website des Sozialunternehmens „ubs“:

Junge Menschen stehen im Mittelpunkt unserer Arbeit.

Um Jugendlichen mit einer qualifizierten und modernen Ausbildung berufliche Perspektiven zu eröffnen, betreiben wir in Berlin-Schöneberg eine Lehrkonditorei, diverse Großküchen und ein à la carte Restaurant namens Kochschule.

Im Palladin werden Konditoren und Konditorinnen ausgebildet. Sie lernen den direkten Umgang mit Auftraggebern und stellen täglich Torten, Kuchen und Gebäck in Spitzenqualität her.

In unseren Großküchen wird gesunde und leckere Kinderkost für Kindertagesstätten und Schulen gekocht und Jugendliche zu Köchen und Köchinnen ausgebildet.

In der Palladin Kochschule ist die Ausbildung zur Fachkraft im Gastgewerbe angesiedelt. Die  Kochschule rundet zudem unser Ausbildungskonzept ab, da sie den Azubis ermöglicht, ihre Fähig- und Fertigkeiten zu verfeinern und sich auf ihre Abschlussprüfungen intensiv vorzubereiten.

http://www.ubs-ev.de

Paperpress Nr. 513 Q vom 23. Januar 2015

Zu Gast in Palladins Wunderküche

Bezirksbürgermeisterin Angelika Schöttler (SPD) lud in diesem Jahr die Lokalpresse von Tempelhof-Schöneberg in die Palladin Kochschule, Pallasstraße 14 in Schönenberg ein. Sinn der Veranstaltung ist es, auf das vergangene Jahr zurückzuschauen und auf das vor uns liegende zu blicken. Die Blicke richteten sich allerdings während des ganzen Abends weniger auf die 14- seitige Tischvorlage, in der alle relevanten Themen aufgelistet waren, sondern vielmehr auf das, was auf dem Tisch passierte.

Der Lokalreporter HDKeitel von der Berliner Woche geht zum Angriff über ;-) ... rechts Ed Koch von paperpress

Bezirksbürgermeisterin Schöttler war eine Schälexpertin!

Angelika Schöttler; zweite Siegerin im Wettbewerb, im Hintergrund Gisela Gut vom Quartiersmanagement überwacht den ordungsgemäßen Ablauf.

Bevor es allerdings ans Essen ging, fand ein kleiner Wettbewerb statt. Karottenschälen. Unter den kritischen Augen von Gisela Gut aus der bezirklichen Wirtschaftsförderung traten (links) Bezirksbürgermeisterin Angelika Schöttler und Berliner Woche-Reporter Horst Dieter Keitel gegen die Kochschüler Hüseyin, Adrian und Nico an. Hüseyin gewann das Wettschälen, die Bürgermeisterin brachte es auf Platz 2. Platz 5 belegte HDK, was vermutlich daran lag, dass er das Schälmesser verkehrt herum einsetzte. Sein Kommentar: „Es geht nicht um Schnelligkeit, sondern um Schönheit.“ Danach nahmen alle Anwesenden an der Tafel platz, und die Bürgermeisterin versuchte vom Kopfende her, ihre Botschaften zu verbreiten.

Die Schäler_innen
Zum Beispiel: „Unternehmen halten und Arbeitsplätze sichern durch die Förderung von Unternehmensnetzwerken!“ Während die Verwaltungschefin diesen Satz am Beispiel des Unternehmensnetzwerks Südkreuz erklärte, betrat Hüseyin mit seinen Kollegen den Raum und brachte die Vorspeisenplatten, bestehend aus allerlei Leckereien, liebevoll zubereitet und geradezu als kleine Kunstwerke auf den Platten gestaltet. In einer Schüssel befanden sich dunkelrote Kartoffelchips mit Guacamole-Paste. Die Farbe verdanken die Chips Roten Beeten.

Dem Autor dieses Beitrages fehlen, trotz seines Namens, die Kenntnisse, welche Köstlichkeiten kredenzt wurden. Auf jeden Fall schmeckte alles ganz hervorragend.

Die Bürgermeisterin versuchte, ihr Manuskript abzuarbeiten. „Übergang Schule-Beruf erfolgreich gestalten: Win-Win für Jugendliche und Unternehmen!“ Die Küchen-Crew räumte die leeren Platten derweil ab.

„Seit Oktober 2011 setzt das Unternehmensnetzwerk Großbeerenstraße erfolgreich das Ringpraktikum um!“ Hüseyin steht im Türrahmen. „Wer hat Fisch bestellt?“ Einige Arme schnellen in die Höhe. Wenig später kommt der Fisch. White Wine with the Fish? Na klar. „Ich stehe für solide Finanzen und nachhaltige Investitionen in die Zukunft!“, verkündet Angelika Schöttler. Hüseyin: „Vegetarisch?“ „Tempelhof-Schöneberg wird für seine Einwohnerinnen und Einwohner auch weiterhin ausreichend Angebote mit einer guten Qualität bereithalten.“

Und für Menschen, die sich weder etwas aus Fisch, noch Vegetarisch machen, gab es  zum Glück auch etwas. Ein besonderer Hingucker war der ausgehüllte Kohlrabikopf, indem sich verschiedene Gemüse befanden. Ein kleines Kunstwerk, für dessen Erstellung man geschickte Hände braucht.

„Erfolgsfaktor gut ausgebildetes und motiviertes Personal!“ das war im Palladin klar zu erkennen, und sicherlich ist es in den Dienststellen des Bezirksamtes auch so, obwohl die Arbeit dort recht ungleich verteilt ist, so dass es Motivationsschwankungen gibt. Auch ist die Bezahlung längst nicht so üppig, wie sich das der Otto-Normal-Bürger so vorstellt. Vor allem hoch qualifiziertes Personal lässt sich kaum finden. Die meisten springen schon in der Bewerbungsphase ab, wenn sie hören, was man ihnen zahlen kann.

„Es wird im Bezirk Tempelhof-Schönenberg keinen weiteren Personalabbau geben!“ Eine gute Nachricht. Schön, dass endlich Schluss ist mit dem Aderlass zu Lasten der Bürger. Über 1.703 Mitarbeiter/innen verfügt die Bezirksverwaltung, hinzukommen 66 Auszubildende. Ja, der Bezirk bildet aus. Und wenn alle so motiviert und gut sind wie die im Palladin, hat sich der Aufwand gelohnt. Alle Auszubildenden, die dies wollten, konnten 2014 übernommen werden.

Nachtisch. Schokoladenparfait mit Orangenscheiben. Danach tat ein Calvados dann wirklich gut.

Lieblingsthema seit einigen Jahren: Umbau der Dienstgebäude. Das ehemalige Gesundheitsamt in der Mariendorfer Rathausstraße wird fertig. Noch in diesem Jahr sollen einige Dienststellen des Jugendamtes dorthin umziehen. 15 qm große Räume, im Schnitt. Da wird einiges im leerzuräumenden Rathaus Friedenau übrig bleiben. 6,5 Mio. Euro wird der Umbau gekostet haben. Knapp 5 Mio. werden ab Anfang April im Rathaus Schöneberg verbaut. Ein Jahr lang hat sich alles verzögert, weil sich Denkmalschutz, Brandschutz und welcher andere Schutz sonst noch so benötigt wird, gegenseitig blockiert haben. Diese Blockade hat auch Geld verschlungen. Kein Wort jedoch darüber, ob man gegen die Blockierer Regressansprüche geltend machen kann.

Schlusssatz: „Ich engagiere mich für ein offenes und tolerantes Tempelhof- Schöneberg, damit der Bezirk ein attraktiver Lebensort für alle Menschen bleibt!“, sagt die Bürgermeisterin, für die sich die Frauenquote im Rat der Bürgermeister/INNEN(!) an diesem Abend, dem 22. Januar, erhöht hat. Neben ihr und Monika Herrmann aus Friedrichshain-Kreuzberg, hat jetzt auch Lichtenberg mit Birgit Monteiro eine Verwaltungschefin. 332.857 Einwohner/innen hatte Tempelhof-Schöneberg am 30.06.2014. 14,7 % sind unter 18 Jahre alt, 20,4 % über 65 und 32,4% haben einen Einwanderungshintergrund. Die Zukunft ihres Bezirks möchte Angelika Schöttler „gemeinsam mit den Bürgerinnen und Bürgern gestalten.“

Die beste Nachricht des Abends war jedoch die, dass sie im nächsten Jahr die Medienvertreter wieder in die Palladin Kochschule einladen wird.

„Die Palladin Kochschule ist Teil eines Ganzen und zugehörig zum gemeinnützigen Verein ubs e.V. Umwelt, Bildung, Sozialarbeit, der Jugendliche in der Gastronomie ausbildet. In der Kochschule können sich unsere Auszubildenden auf ihre Abschlussprüfungen vorbereiten und lernen Ausbildungsinhalte, die Ihnen in Großküchen nicht vermittelt werden können.

Von Montag bis Freitag bereitet das Team verschieden Gerichte für den Business-Lunch von 11:30-16:00 Uhr zu (selbstverständlich auch für Vegetarier). Wenn Sie in einer größeren Gruppe kommen, können Sie sich auch gerne vorab telefonisch anmelden. Zum Nachtisch bietet Ihnen die Kochschule u.a. Torten und Kuchen in Spitzenqualität aus der Konditorei im Palladin an.“

Pallasstraße 14, gleich neben dem Winterfeldtplatz.

Telefon: 8736 993

www.ubs-ev.de

Bericht: Ed Koch

Fotos (sofern nicht extra gekennzeichnet) Thomas Moser


 

Das Ehrenamt wird im Bezirk Tempelhof-Schöneberg ganz groß geschrieben! Mittlerweile wurde im Bezirk die 4. Ehrenamtsbörse „Ein Marktplatz der Freiwilligenarbeit“ veranstaltet.

Vom Ehrenamtsbüro im Rathaus Schöneberg haben es Enno Skowronnek und Christine Fidancan geschafft, 50 ehrenamtliche Vereine und Initiativen für die Teilnahme an der Veranstaltung zu begeistern.

Der Veranstaltungsort war diesmal das URANIA-Foyer mit Nebenräumen, da das Rathaus Schöneberg aus Brandschutzgründen zurzeit nur eingeschränkt genutzt werden kann. Sonst hatte die Lichtenrader Suppenküche immer für eine abwechslungsreiche Beköstigung gesorgt. In der URANIA musste das hauseigene Catering genutzt werden.

Alex Benkel von der Suppenküche wurde oft auf das leckere Essen in den Vorjahren angesprochen: „Etwas schade ist es schon, dass wir unsere Arbeit diesmal nicht so konkret präsentieren können.“ Ansonsten war Alex Benkel durchaus mit den Anfragen zur Mitarbeit in der Suppenküche zufrieden. Ganz konkret sucht die Suppenküche die ehrenamtliche Arbeit eines Rechtsanwalts, der einmal im Monat in der Suppenküche beraten kann.

Bezirksbürgermeisterin Angelika Schöttler eröffnete die Börse und dankte den teilnehmenden Vereinen und Organisationen. In ihrer Einleitung führte sie aus: „Engagement ist freiwillig und unentgeltlich, aber niemals umsonst und ohne Gewinn. In diesem Sinne möchte ich ermutigen, sich zu engagieren, für sich und andere.“ Der Aspekt, dass Ehrenamt auch nehmen und nicht nur geben ist, ist auch für die teilnehmen Organisationen wichtig. Ehrenamt kann durchaus auch für die Engagierten sehr erfüllend sein. Viele verschiedene Einsatzfelder für das Ehrenamt wurden aufgezeigt. Die Nachbarschaftseinrichtungen der verschiedenen Ortsteile des Bezirks waren vertreten. Große Organisationen, wie das Berliner Rote Kreuz, die Johanniter-Unfall-Hilfe, die AWO, die Diakoniestationen, die DLRG, die Björn-Schulz-Stiftung und viele weitere Vereine und Initiativen präsentierten teilweise ganz konkrete Projekte. Auch die Seniorenvertretung des Bezirkes informierte über ihre Arbeit.

Aus Lichtenrade waren, neben der Suppenküche, die Bürgerinitiative „Rettet die Marienfelder Feldmark“ und die BUND-Bezirksgruppe, die Guttempler Gemeinschaft Lichtenrade, der Trägerverein Lichtenrader Volkspark (siehe Foto) und ein DRK-Wohnprojekt Riedingerstraße vertreten.



Das AHB Nachbarschaftszentrum in der Finchleystraße sucht zum Beispiel Familienpaten und Betreuer für Nachhilfe und Hausaufgabenbetreuung.

Die Diakoniestation der evangelischen Kirchengemeinde Lichtenrade arbeitet in Kooperation mit der Wohnungsbaugesellschaft „Stadt und Land“ in der Begegnungs- und Beratungsstelle am Lichtenrader Damm 218 / Ecke Barnetstraße. Dafür wird ganz konkret Hilfe für Kaffeenachmittage, Durchführung von Freizeit- und Interessengruppen, leichte Handwerkertätigkeiten und für einen Begleitdienst gesucht. Einmal wöchentlich 2 bis 3 Stunden Einsatz wären oft schon vollkommen ausreichend.

Obwohl es keinen Besucheransturm bei der Börse gab, zeigten sich die „Aussteller“ durchaus zufrieden. Für die Vereine ist es wichtig, dass letztendlich einige Ehrenamtliche konkret in der Arbeit bei ihnen ankommen. Und Interessenten gab es durchaus.

Unterjährig kann man den Kontakt zum Ehrenamt über viele Vereine, Organisationen und über das Ehrenamtsbüro im Rathaus Schöneberg suchen (Telefon: 90277-6050 und 6051 oder Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! ; Sprechzeit Dienstag von 9-12 Uhr, Donnerstag von 16 bis 18 Uhr und nach Vereinbarung). Im Ehrenamtsbüro kann über die vielfältigen Möglichkeiten beraten werden und man bekommt Tipps für das freiwillige Engagement.

Albert Schweizer sagte schon: „Das wenige, das du tun kannst, ist viel!“

Thomas Moser (auch alle Fotos)


 

Im Mai vor 65 Jahren wurde die Berliner Blockade beendet. Da hatte der Autor Hans-Ulrich Schulz (63) noch gar nicht das Licht der Welt erblickt. Aktuell hat der engagierte Heimatforscher und Philatelist eine vollkommen überarbeitete und erweiterte Auflage seines Buches „Im Zeichen der Luftbrücke“ herausgebracht.

Die Berliner Luftbrücke diente während der Blockade vom 24. Juni 1948 bis 12. Mai 1949 der Versorgung der West-Berliner Bevölkerung durch Flugzeuge der Westalliierten. Heute noch sichtbares Zeichen der Verbundenheit ist das Luftbrückendenkmal vor dem Hauptgebäudekomplex des ehemaligen Flughafens Tempelhof, das von Berlinern liebevoll „Hungerharke“ genannt wird.

Ein spannendes Geschichtsbuch und Katalog von Postdokumenten

Das meist farbig bebilderte Buch ist bestückt mit jeder Menge zeitgeschichtlicher Informationen, die teilweise so noch gar nicht bekannt waren oder auch in Vergessenheit geraten sind. Die erste Ausgabe des Buches ist schon seit Jahren vergriffen. Hans-Ulrich Schulz erzählt, dass er die zweite erweiterte Auflage gänzlich überarbeitet hat: „Zwischenzeitlich gibt es neue postgeschichtliche Erkenntnisse und Belege.“

Das über 270 seitige Werk ist ein „Katalog und Handbuch der Blockade- und Luftbrückenbelege“. Das klingt zwar etwas trocken, bezeichnet aber genau die Ursprungsintention des Autors. Er wollte einen Katalog über wichtige postalische Belege dieser Zeit herausbringen. Herausgekommen ist ein über viele Jahre recherchiertes Geschichtsbuch mit vielen interessanten Details.

Spannende Details zur Blockade und Luftbrücke

Wer weiß heute noch, dass es vor der eigentlichen Blockade eine sogenannte „Paketblockade“ gab? „Nach dem der Alliierte Kontrollrat am 20. März 1948 seine Arbeit einstellte, nahmen die Verkehrsbehinderungen in die westlichen Berliner Sektoren ständig zu“, heißt es im neu verlegten Buch. Weiter heißt es: „Die ersten Vorboten der Blockade im Postverkehr gab es durch die am 1. April 1948 nicht offiziell ausgesprochene Beförderungssperre der Sowjets.“ Pakete und Päckchen durften nicht von Berlin in die Westzonen befördert werden.

Ein anderes Kapitel berichtet über die eingesetzten Sunderland Flugboote, die auf der Havel landeten. Nur diese Flugzeuge konnten Salz in großen Mengen transportieren, da die Flugboote, die „immun“ gegen Meerwasser sein mussten, auch das Salz transportieren konnten, das sonst die elektrischen Leitungen von normalen Flugzeugen zum Korrodieren gebracht hätte. Das Buch ist angereichert mit weiteren interessanten Kapiteln von Günter Steinbock und Dr. Wolfgang Elsner. Abgerundet wird das Buch vom Tagebuch einer Insulanerin. Hier sind Tagebuchaufzeichnungen der Modejournalistin Ruth Andreas-Friedrich nachzulesen. In der „Chronologie der Berliner Luftbrücke“ werden die Ereignisse aus den unterschiedlichsten Quellen zusammen getragen. Das Hauptaugenmerk lag dabei auf der postalischen Entwicklung des Luftverkehrs und auf zeitgeschichtlichen Aspekten. Die letzten 80 Seiten beinhalten den Katalog der Blockade- und Luftbrückenbelege. Dieser Katalogteil ist für interessierte internationale Sammler erstmalig auch in englischer Sprache übersetzt worden.

Ein Sammler mit Leib und Seele

Hans-Ulrich Schulz, der Mariendorfer Sammler mit Leib und Seele, ist seit dem achten Lebenjahr Briefmarkensammler. Er hat aber mit der Zeit immer mehr seinen Schwerpunkt auf das Sammeln heimat- und postgeschichtlicher Belege über Berlin-Tempelhof gelegt.

Ein Highligt jeder Luftbrückensammlung: Die Ankündigungskarte des MWST "Luftbrücke Berlin" mit der persönlichen Unterschrift von Dr. Holthöfers.

Postkarte an Colonel Whitefoord mit Mai-Feier-Stempel


Plusbrief individuell mit Logo der Stiftung Luftbrückendank zugunsten der Stiftung anlässlich "60 Jahre Luftbrücke" mit einem Rosinenbomber (DC 3) noch ab Zentralflughafen Tempelhof auf einem Rundflug über Berlin und Potsdam befördert.

Frühsommer 1948- Die Douglas C-47 in der Entladereihe vor den Tempelhofer Hangars.
Jede Menge historischer Postkarten, Briefe und Fotos sind im Besitz des Sammlers: „Ich bin täglich am Ball, ob ich noch interessante neue Belege finde.“ Hans-Ulrich Schulz, von seinen Kollegen und Freunden „Uli“ genannt, arbeitet im Hauptberuf als Sozialarbeiter im Jugendamt – genau in seinem Kiez Mariendorf. Im nächsten Jahr wird er in den Ruhestand gehen, aber weiterhin intensiv seinem heimatgeschichtlichem Hobby nachgehen: „Langweilen werde ich mich sicherlich nicht, denn ich habe noch viele Projekte vor“, erzählt Uli begeistert. Hans-Ulrich Schulz hat beispielsweise schon diverse Veröffentlichungen zur Postgeschichte der Berliner Flughäfen und zur Luftpost herausgebracht.

Das Buch als Geschenk für Geschichtsinteressierte

Die Neuerscheinung des Buches „Im Zeichen der Luftbrücke“ (ISBN 978-394384463-4) , erst einmal in einer Auflage von 200 Exemplaren gedruckt, ist zum Preis von 29,90 Euro in den inhabergeführten Tempelhofer Buchhandlungen, sowie im Fliegerladen „Take off“ am Tempelhofer Damm 2, direkt am Platz der Luftbrücke, erhältlich. Es kann aber auch vom Verlag Morgana-Edition (Peter Morgen, Am Dorfanger 11, 12529 Schönefeld, Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! Telefon 030-32 89 12 93) verschickt werden (plus Versandkosten 2 Euro innerhalb von Deutschland, 6 Euro innerhalb der EU). Herausgegeben wurde das Buch mit finanzieller Unterstützung der Stiftung zur Förderung der Philatelie und Postgeschichte.

„Im Zeichen der Luftbrücke“ ist als Geschenk für geschichtlich interessierte Berliner sicher genau das Richtige! Ein spannendes geschichtliches Buch mit Suchtfaktor!

Thomas Moser

Alle Fotos: Thomas Moser

Dokumente: Hans-Ulrich Schulz


 

Die Tempelhofer ufa-Fabrik, nördlich vom Teltowkanal gelegen, feierte ihren 35. Geburtstag. Und wie es sich für ein Internationales Kultur-Centrum gehört, wird jede Menge Kultur zu den Feierlichkeiten geboten. Zum Geburtstag wurde ein besonderes Festprogramm zusammen gestellt.

Wie alles anfing

Das ehemalige Gelände des Ufa-Filmkopierwerkes wurde am 9. Juni 1979, wie es damals hieß, friedlich „wieder in Betrieb“ genommen. Nicht alle in der Politik waren anfangs von der friedlichen Absicht überzeugt, als rund 100 gleichgesinnte Menschen alternative Lebensformen miteinander praktizieren wollten.

Mittlerweile ist ein Sozialunternehmen entstanden, das für alle Menschen offen ist. Heute schmücken sich Politiker mit den Erfolgen der ufa-Fabrik.

CDU-Politiker Klaus-Rüdiger Lewandowski (ehemaliger Fraktionsvorsitzender im Abgeordnetenhaus) mit Juppy

In den Jahren sind viele Sachen neu entstanden. Mit ökologischen Projekten, wie der Dachbegrünung und der dezentralen Energieversorgung, ist die ufa-Fabrik immer dabei, wenn es um neue Lebensformen geht.

Ein buntes Geburtstagsprogramm

Die Samba-Gruppe Terra Brasilis eröffnete mit temperamentvollen Rhythmen die Geburtstagsfeier am Pfingstmontagabend.





Einer der Ur-ufa-Fabrik-Menschen ist der stadtbekannte Josef Becher, den alle nur Juppy nennen. Juppy moderierte den Abend und plauderte über alte und neue Zeiten in der ufa-Fabrik.

Bei dem bunten Geburtstagsfest in der Sommerbühne versammelten sich verschiedene befreundete Künstler.

Kai Eikermann zeigte, wie man seinen Körper in Wallung bringen kann, Detlef Winterberg überzeugte mit anspruchsvoller Comedy und die Band rund um den rbb-Reporter Ulli Zelle „Ulli und die Grauen Zellen“ rockten die Veranstaltung zum Beispiel mit einer Udo Lindenberg Gesangseinlage.

Die ufa-Nachwuchskünstler zeigten wundervolle Kostproben ihres Könnens. Aus dem Kindercircus sind „Die Mallos“ mit den verschiedensten Jonglage-Einlagen erwachsen.


Sabrina ist ebenfalls ein Produkt vom Kindercircus und hat mit ihrer Hula Hoop-Einlage voll und ganz überzeugt. Die ufa-Jugendband „Deal“ gab ein Kurzkonzert und am Rande der Veranstaltung gab sich der Charlie Chaplin der ufaFabrik, Claus Richter, die Ehre.

Der rbb-Moderator Daniel Gäsche hat mit Juppy eine Biografie über den ufa-Fabrik-Impresario geschrieben.

An diesem Abend brachten Daniel Gäsche und Dirk Schlömer, der ehemalige Gitarrist von „Ton, Steine, Scherben“, mit „Heroes“ der ufa-Fabrik ein Geburtstagsständchen.

Zum Finale trommelte noch einmal Terra Brasilis mit dem musikalischen Leiter der Truppe Manni Spaniol um die Wette.



Im Hintergrund vergnügten sich an diesem Abend Sigrid Niemer und Rudolf Brünger, auch "Urgesteine" der ufa-Fabrik, die sonst für ein reibungsloses Miteinander in der ufa-Fabrik stehen.

Die ufa-Fabrik hat viel zu bieten

Das Kulturprogramm ist auch sonst einzigartig. Viele Künstler treten hier gerne auf und können im Gästehaus übernachten. Die hauseigene Sambagruppe Terra Brasilis, rund um Manni Spaniol, ist international bekannt. Der ufaCircus mit dem Kindercircus, wie auch der Kinderbauernhof, sind wichtige Institutionen der ufaFabrik geworden. Das Nachbarschaftszentrum NUSZ überzeugt mit stets neuen Initiativen und Aktivitäten. Renate Wilkening und Sigrid Zwicker, die beiden Geschäftsführerinnen, sorgen für ein lebendiges Nachbarschaftsangebot, dass schon längst nicht mehr nur auf das ufa-Fabrik-Gelände begrenzt ist. Angeschlossen sind der Haus- und Familienpflegedienst, mehrere Kitas und die Schulstation "Wunderinsel".

Das Café Ole ist der beliebte Mittelpunkt der ufa-Fabrik. Die hauseigene Bäckerei, auch wenn sie sich jetzt in neuer Trägerschaft befindet, backt weiter gesundes Brot und viele Leckereien. Der verführerische Duft wabert täglich über das rund 18.500 quadratmetergroße Grundstück.

Es ist bewundernswert, was die ufa-Fabrik in 35 Jahren erschaffen hat. Wir wünschen der ufa-Fabrik noch ein langes lebendiges Leben!

Thomas Moser (auch alle Fotos)

Am Rande der Veranstaltung: Ehrengäste Ed Koch(paperpress), Wolfgang Spranger (Volkspark Lichtenrade), Henning Hamann (Medienpoint Tempelhof), Lothar Nest und Frau Jutta von der Sportschule Lothar Nest


 

Charlie, ein lebende Legende

Charlie Chaplin, die Quelle für Phantasie und Inspiration, ist lebendig wie je zuvor. Das jedenfalls glaubt man, wenn man dem Charlie Chaplin der ufa-Fabrik bei seiner künstlerischen Betätigung zuschaut. Mit viel Liebenswürdigkeit, gespielter Verlegenheit und jeder Menge Charme, nimmt er Kinder und Erwachsene mit auf eine ganz besondere Reise.

Wir treffen Claus Josef Richter – ganz ohne Maske- in der ufa-Fabrik. Claus Richter ist sehr zugewandt, lacht und schmunzelt gerne. Der Künstler grenzt sich von anderen Imitatoren ab und zeigt, wie unbeholfen sie watscheln und dann glauben Charlie Chaplin darzustellen. Charlie, wie Claus von seinen Freunden genannt wird, zeigt, wie der wahre Charlie geht. Ja, das ist das wirklich Besondere und man versteht sofort, warum Claus Richter der Charlie Chaplin aus Berlin geworden ist.

100 Jahre ist es her, wo der frühe Hollywood-Star von Stummfilmkomödien, Charles Spencer Chaplin, seine bekannteste Rolle als „Vagabund“ und Landstreicher „The Tramp“ mit viel würdevoller Haltung kreierte. Am 16. April 2014 wäre der britische Komiker, Schauspieler, Regisseur, Komponist und Produzent 125 Jahre alt geworden.

Charlie im „Auftrag der Sinne“ und die Clown-Schule

Charlie aus Berlin, der Ende des Jahres 60 Jahre alt wird, gehört zu den Ur-ufa-Fabrik-Recken, die das ehemalige Tempelhofer Grundstück vom UFA-Kopierwerk 1979 friedlich besetzten.


Claus Richter und Juppy
Claus Richter kommt, so wie der ufa-Fabrik-Impresario Juppy, aus Trier und hat circa 20 Jahre in der alternativen Szene gewohnt. Von seiner in der Nähe liegenden Wohnung kann Claus „Charlie“ oft zu seinen Freunden gehen.


Charlie mit Wowie - Klaus und Klaus -... zum 30. jährigen Jubiläum (re. Rudolf Brünger und Sigrid Niemer von der ufa-Fabrik)
Claus Josef Richter ist, wie er betont, „im Auftrag der Sinne“ unterwegs. Als Clown und Charlie Chaplin wird er bei Kindergeburtstagen, Betriebsfesten, Wohltätigkeitsveranstaltungen und anderen besonderen Anlässen gebucht.

Als Erstes erzählt Claus von dem Projekt der Clownschule für Kinder. In dieser Woche waren Schülerinnen und Schüler der Nahariya-Schule aus Lichtenrade zu einem Kindercamp in der ufa-Fabrik. „Es ist immer wieder erstaunlich, was die Kinder leisten können,“ erzählt Claus Richter. Er freut sich schon auf den letzten Tag, an dem die Kinder ihre Künste in der Schule öffentlich präsentieren. Charlie Claus Richter wird dabei sein und zum Abschluss den Charlie Chaplin zum Besten geben.

Wie fing alles an

Die Besetzer der ufa-Fabrik wollten etwas Künstlerisches auf die Beine stellen und gründeten den ufa-Circus. Claus Richter spielte im Circus-Orchester das Saxofon, bis eine Lungenentzündung seiner musikalischen Laufbahn erst einmal ein Ende setzte. Er arbeitete als Circusarbeiter mit „Blaumann“, Turnschuhen und Kappe. Beim Auf- und Abbau galt es immer etwas Komisches herauszuholen: „Keinen Gag, keinen Lacher verschenken war die Devise!“ Damals schlüpfte Claus Richter schon in einige komische Rollen und jonglierte dabei. Als er dann seine Lungenentzündung auskuriert hatte, wurde er zum Clown mit dem Saxofon. Dabei klebte er sich schon ein kleines Oberlippenbärtchen an, wie das von Onkel Willi aus dem Saarland.

Vom Musiker zu Charlie Chaplin

1981 wurde in der ufa-Fabrik das alte ufa-Kino wieder als neuer Ort der Kultur eröffnet. Leinwandstars der UFA sollten zu den Feierlichkeiten imitiert werden und so alte Zeiten wieder lebendig werden. Die Wahl fiel schnell auf „Charlie“. Er sollte, nach Meinung der Freunde, dabei sein und den Stummfilmstar Charlie Chaplin imitieren. Nur drei Tage Vorbereitungszeit, beim Trödler zu große Schuhe, Stock und Hut kaufen. Die Angst saß Claus Richter dann doch in den Knochen. Denn der richtige Charlie Chaplin war ein Perfektionist und das Vorbild vieler Clowns und Komödianten.

Jedenfalls war das ufa-Kino ausverkauft, Charlie kam kräftig ins Schwitzen und dann ging es auf die Bühne. Die Angst vor den Auftritten gehörte lange Zeit dazu.

Nach der Premiere wurde die Videoaufzeichnung genau studiert. Claus konnte kaum hinschauen und entdeckte viele Unzulänglichkeiten: „Die Perfektion geißelt mich, quält mich. Die ewige Unzufriedenheit beginnt: meine Mimik wechselt zu oft, zu verkrampft, das charmante Lächeln, das Charlie auszeichnet, sitzt noch nicht.“ Charlie ist unzufrieden mit der Größe des Schnurrbarts und vielen Kleinigkeiten, die Charlie so groß gemacht haben. Es waren tausende Stunden, die für das Üben notwendig waren. Neben dem komischen Watschelgang, der auch von viel Rhythmus im Blut zeugte, sollten so ganz nebenbei akrobatische Kunststückchen scheinbar beiläufig eingebaut werden. Es galt viele Filme anzuschauen und die wesentlichen und typischen Bewegungen zu üben, üben und nochmals zu üben.

Charlie Chaplin aus Berlin hat eigene Ideen!

Claus schreibt in einem Bericht von der Komplexität des Bewegungsablaufs: „Beispielsweise die Drehung in die andere Richtung, tausendmal wiederholt, den rechten Fuß hoch, hinter´s andere Bein, von der Wade in einem Schwung runter zur rechten Ferse, und auf dem Fußballen gleichzeitig die Drehung nach links vollziehen; der Rest des Körpers folgt einer fließenden Bewegung.“ Charlie sollte durch die Geschichte spazieren und förmlich schweben.

Obwohl diese Grundhaltung sehr anstrengend ist, sollte es sehr leicht und zufällig aussehen. Für den Künstler Claus „Charlie“ war immer der Erfolg, der Beifall und das Lachen des Publikums wichtig: „Ich hätte sonst längst aufgegeben.“ Geholfen hat Claus Richter die Einstellung, dass er in der Rolle des Tramps der eigenen Phantasie und Persönlichkeit Gestalt geben kann. So versuchte er gar nicht bestimmte Nummern von Chaplin zu kopieren, sondern mit eigenen Ideen seine staunenden Zuschauer zu fesseln. Es ist wunderbar anzusehen, wenn Charlie Richter den hilflosen, genervten oder verlegenen Tramp spielt. Das verlegene Schulterzucken, der Griff an den Hosenboden oder das lüpfen des Hutes: als Zuschauer fühlt man sich in die „gute alte“ Stummfilmzeit gebeamt.

Für Claus „Charlie“ Richter ist das Lachen der Kinder immer besonders wichtig. Er weiß, dass er den dabei Kleinen nicht so nah auf die Pelle rücken darf: „Sie lieben die Tollpatschigkeit, den Sinn für Gerechtigkeit und die respektlose Haltung.“ Für Claus ist Charlie Chaplin, der Tramp und Vagabund, faszinierend. Unvergessen ist sein Werk: „Ohne Sprache, global; das Lachen der Verständigung!“

Die Verwandlung ist wichtig

Für Claus ist die Verwandlung zum Charlie ein sehr wichtiger Akt. Stimmt alles bei der Maske? Puder, die Brauen und besonders der Bart müssen stimmen. Komisch muss es sein, die Kontraste für den Schwarz/Weiß-Star sind wichtig, um die Gesichtszüge zu betonen. Für Claus Richter ist Charlie nach wie vor eine unvergessliche Erscheinung: „Unkompliziert und einprägsam von Kopf bis Fuß.“

Ein Highlight war für Claus Richter 1989 die Friedens (Mir)-Karawane, die auch auf dem Roten Platz in Moskau halt gemacht hat. Auch ein sogenanntes „Stummsical“ mit den Akkordeon-Ensemble Harmonie hat ihm viel Freude gemacht. Mit Freunden hat er einen nicht öffentlichen Film gedreht, der den Charlie der Neuzeit abbildet. Das sind genau die Projekte, die Charlie Richter richtig Freude bereiten. Nach seinen Träumen für die Zukunft gefragt, erzählt Charlie von einem eigenen Programm, das ihm vorschwebt. Pantomime, Kabarett, eigene Gedichte: all diese Fassetten könnten Bestandteil des Programms sein. Wir hoffen, dass wir Bestandteil und Zuschauer seiner Träume werden dürfen.

Wir sagen nichts, es ist ja Stummfilmzeit, und freuen uns über jeden Auftritt von Charlie aus Tempelhof.

Thomas Moser


ALLE Fotos: Thomas Moser BerLi-Press


 

 

Berliner Morgenpost: LINKWürdevolle Feierlichkeiten

100 Jahre Rathaus Schöneberg. Die Glocken von den Jubiläumsfeierlichkeiten sind verklungen und der normale Alltag kehrt wieder in das Stammhaus vom Bezirksamt Tempelhof-Schöneberg ein.

1914 konnte im neuen Rathaus der Stadt Schöneberg der Betrieb aufgenommen werden. Seit 1949 war das Rathaus nicht nur West-Berliner Regierungssitz sowie Amtssitz des Regierenden Bürgermeisters und der alliierten Verbindungsoffiziere, sondern auch der Tagungsort des Abgeordnetenhauses. Die Freiheitsglocke, ein Geschenk des amerikanischen Volkes, war und ist noch heute ein sicht- und hörbarer Beweis für den Freiheitswillen der geteilten Stadt. Unvergessen die Worte vom amerikanischen Präsidenten John F. Kennedy: „Ich bin ein Berliner!“

Fotoausstellung und Festveranstaltung

Neben einer besonders schönen Fotoausstellung und einem bleibenden Fotoband, lud die Bezirksverordnetenvorsteherin Petra Dittmeyer und die Bezirksbürgermeisterin Angelika Schöttler zu einer Festveranstaltung in den Willy-Brandt-Saal vom Rathaus Schöneberg ein.


Den musikalischen Auftakt bot dabei der Chor „Schöneberger-Klang-Körper“, von der bezirklichen Musikschule Leo Kestenberg, und bestätigte kraftvoll: „Es gibt nur ein Berlin…!“

Bezirksbürgermeisterin Schöttler zeigte in einem ausführlichen Rückblick die wechselvolle Geschichte des Hauses auf und die Vorsteherin der BVV, Petra Dittmeyer, betonte den Freiheitswillen der Berliner beim Besuch von John F. Kennedy im Jahr 1963.

Die Festrede hielt John B. Emerson, der Botschafter der Vereinigten Staaten von Amerika. Er ging auf die Besonderheit des Hauses im Zusammenhang mit dem Präsidentenbesuch ein und gab auch einen Überblick über weltpolitische Geschehnisse aus Sicht der USA.

Die ehemaligen Bürgermeister erzählten

Besonders interessant war dann das Zeitzeugengespräch der ehemaligen Regierenden Bürgermeister von Berlin, Eberhard Diepgen und Walther Momper.

Wohltuend der politische Abstand der Bürgermeister a.D., die Abseits von tagespolitischen Machtkämpfen einen persönlichen Einblick in einige historische Erlebnisse gaben. Spannend das Verhältnis zu den Alliierten, die im Rathaus Schöneberg auch ihr Büro hatten, oder die Treffen mit Erich Honecker, der als mächtigster politischer Vertreter der ehemaligen DDR offensichtlich nicht über den Alltag der Bürger informiert war. Enttäuscht äußerten sich die ehemaligen Regierenden Bürgermeister über den Willy-Brand-Saal, da zu Zeiten der Abgeordnetenhaussitzungen dieser Raum wesentlich prächtiger war.


Botschafter John B. Emerson, Eberhard Diepgen, sowie Walter Momper, trugen sich in das goldene Gästebuch ein und erhielte kleine Gastgeschenke. Die frisch geprägte Gedenkmünze und der Fotoband zum Rathausjubiläum können jetzt auch von den Bürgerinnen und Bürgern erworben werden.

Die Bilder der Fotoausstellung wurden als Ausklang mit einer Saxofon-Interpretation von Gert Anklam untermalt.

Zur Festveranstaltung kamen der Präsident des Abgeordnetenhauses Ralf Wieland, die Senatorin für Arbeit, Integration und Frauen, Dilek Kollat, die ehemaligen Bezirksbürgermeister, Bundestagsabgeordnete, Abgeordnete des Abgeordnetenhauses, Mitglieder der Bezirksverordnetenversammlung und ausgeloste Bürgerinnen und Bürger. Circa 200 Gäste konnten sich an der würdevollen Veranstaltung erfreuen.


In der Brandenburghalle gab es einen abschließenden Empfang, auf dem die Bezirksbürgemeisterin Angelika Schöttler die Geburtstagstorte, in Form des Rathauses, anschnitt.

Konzert zum Abschluss der Feierlichkeiten

Zum Abschluss der Feierlichkeiten überraschten, am Sonntag nach dem Festakt, fünf Musiker mit einer Auftragkomposition das Open-Air-Publikum vor dem Rathaus Schöneberg.


Das Motto lautete: „GlockenKlang - Freedom Bells & Wisdom Voices“. Die Musiker Steve Schroyder, er gilt als Pionier der Elektronischen Musik und wirkte bei Tangerine Dream mit, Klangkünstler Wolfgang Spyra und Udo P. Leis, sowie die Musiker B. Ashra und Rainer von Vielen haben sich speziell für dieses Konzert zusammengefunden und ein, im wahrsten Sinne des Wortes, einmaliges Stück aufgeführt.

Viel geschmackvolle elektronische Musik wurde durch den Klang von drei großen Glocken ergänzt, die mal geschlagen und mal fast nur gestreichelt wurden. Beim Konzert für Notglocken, Elektronik und Voices spielte die Freiheitsglocke eine gewichtige Rolle, als sie zum Abschluss der Veranstaltung gegen 21 Uhr ihren bekannten Glockenschlag erklingen ließ.

Circa 500 musikinteressierte Bürger waren gekommen und freuten sich auch über das mit Scheinwerfern geschmackvoll illuminierte Rathaus.


Bezirksbürgermeisterin Angelika Schöttler bedankte sich bei den Mitwirkenden.

Ein gelungener und ganz besonderer Höhepunkt der Veranstaltungsreihe, rund um das 100. Geburtstag vom Rathaus Schöneberg.

Thomas Moser (auch alle Fotos)

Weitere Fotos vom Festakt und Konzert...









Weitere Fotos vom Konzert




Alle Fotos: Thomas Moser BerLi-Press


 

100 Jahre Rathaus Schöneberg. Die Glocken von den Jubiläumsfeierlichkeiten sind verklungen und der normale Alltag kehrt wieder in das Stammhaus vom Bezirksamt Tempelhof-Schöneberg ein.

1914 konnte im neuen Rathaus der Stadt Schöneberg der Betrieb aufgenommen werden. Seit 1949 war das Rathaus nicht nur West-Berliner Regierungssitz sowie Amtssitz des Regierenden Bürgermeisters und der alliierten Verbindungsoffiziere, sondern auch der Tagungsort des Abgeordnetenhauses. Die Freiheitsglocke, ein Geschenk des amerikanischen Volkes, war und ist noch heute ein sicht- und hörbarer Beweis für den Freiheitswillen der geteilten Stadt. Unvergessen die Worte vom amerikanischen Präsidenten John F. Kennedy: „Ich bin ein Berliner!“

Fotoausstellung und Festveranstaltung

Neben einer besonders schönen Fotoausstellung und einem bleibenden Fotoband, lud die Bezirksverordnetenvorsteherin Petra Dittmeyer und die Bezirksbürgermeisterin Angelika Schöttler zu einer Festveranstaltung in den Willy-Brandt-Saal vom Rathaus Schöneberg ein.


Den musikalischen Auftakt bot dabei der Chor „Schöneberger-Klang-Körper“, von der bezirklichen Musikschule Leo Kestenberg, und bestätigte kraftvoll: „Es gibt nur ein Berlin…!“

Bezirksbürgermeisterin Schöttler zeigte in einem ausführlichen Rückblick die wechselvolle Geschichte des Hauses auf und die Vorsteherin der BVV, Petra Dittmeyer, betonte den Freiheitswillen der Berliner beim Besuch von John F. Kennedy im Jahr 1963.

Die Festrede hielt John B. Emerson, der Botschafter der Vereinigten Staaten von Amerika. Er ging auf die Besonderheit des Hauses im Zusammenhang mit dem Präsidentenbesuch ein und gab auch einen Überblick über weltpolitische Geschehnisse aus Sicht der USA.

Die ehemaligen Bürgermeister erzählten

Besonders interessant war dann das Zeitzeugengespräch der ehemaligen Regierenden Bürgermeister von Berlin, Eberhard Diepgen und Walther Momper.

Wohltuend der politische Abstand der Bürgermeister a.D., die Abseits von tagespolitischen Machtkämpfen einen persönlichen Einblick in einige historische Erlebnisse gaben. Spannend das Verhältnis zu den Alliierten, die im Rathaus Schöneberg auch ihr Büro hatten, oder die Treffen mit Erich Honecker, der als mächtigster politischer Vertreter der ehemaligen DDR offensichtlich nicht über den Alltag der Bürger informiert war. Enttäuscht äußerten sich die ehemaligen Regierenden Bürgermeister über den Willy-Brand-Saal, da zu Zeiten der Abgeordnetenhaussitzungen dieser Raum wesentlich prächtiger war.


Botschafter John B. Emerson, Eberhard Diepgen, sowie Walter Momper, trugen sich in das goldene Gästebuch ein und erhielte kleine Gastgeschenke. Die frisch geprägte Gedenkmünze und der Fotoband zum Rathausjubiläum können jetzt auch von den Bürgerinnen und Bürgern erworben werden.

Die Bilder der Fotoausstellung wurden als Ausklang mit einer Saxofon-Interpretation von Gert Anklam untermalt.

Zur Festveranstaltung kamen der Präsident des Abgeordnetenhauses Ralf Wieland, die Senatorin für Arbeit, Integration und Frauen, Dilek Kollat, die ehemaligen Bezirksbürgermeister, Bundestagsabgeordnete, Abgeordnete des Abgeordnetenhauses, Mitglieder der Bezirksverordnetenversammlung und ausgeloste Bürgerinnen und Bürger. Circa 200 Gäste konnten sich an der würdevollen Veranstaltung erfreuen.


In der Brandenburghalle gab es einen abschließenden Empfang, auf dem die Bezirksbürgemeisterin Angelika Schöttler die Geburtstagstorte, in Form des Rathauses, anschnitt.

Konzert zum Abschluss der Feierlichkeiten

Zum Abschluss der Feierlichkeiten überraschten, am Sonntag nach dem Festakt, fünf Musiker mit einer Auftragkomposition das Open-Air-Publikum vor dem Rathaus Schöneberg.


Das Motto lautete: „GlockenKlang - Freedom Bells & Wisdom Voices“. Die Musiker Steve Schroyder, er gilt als Pionier der Elektronischen Musik und wirkte bei Tangerine Dream mit, Klangkünstler Wolfgang Spyra und Udo P. Leis, sowie die Musiker B. Ashra und Rainer von Vielen haben sich speziell für dieses Konzert zusammengefunden und ein, im wahrsten Sinne des Wortes, einmaliges Stück aufgeführt.

Viel geschmackvolle elektronische Musik wurde durch den Klang von drei großen Glocken ergänzt, die mal geschlagen und mal fast nur gestreichelt wurden. Beim Konzert für Notglocken, Elektronik und Voices spielte die Freiheitsglocke eine gewichtige Rolle, als sie zum Abschluss der Veranstaltung gegen 21 Uhr ihren bekannten Glockenschlag erklingen ließ.

Circa 500 musikinteressierte Bürger waren gekommen und freuten sich auch über das mit Scheinwerfern geschmackvoll illuminierte Rathaus.


Bezirksbürgermeisterin Angelika Schöttler bedankte sich bei den Mitwirkenden.

Ein gelungener und ganz besonderer Höhepunkt der Veranstaltungsreihe, rund um das 100. Geburtstag vom Rathaus Schöneberg.

Thomas Moser (auch alle Fotos)

Weitere Fotos vom Festakt und Konzert...









Weitere Fotos vom Konzert




Alle Fotos: Thomas Moser BerLi-Press


 

Ein Rathaus präsentiert sich selbst in einer Fotoausstellung. 100 Jahre sind Grund genug, sich die geheimnisvollen Orte im Rathaus Schöneberg näher anzuschauen.

Das jedenfalls hat sich der Fotograf Volker Wartmann gedacht, als er über mehrere Monate mit seiner Kamera die besonderen Orte näher erkundete und aus besonderen Perspektiven abbildete. Nicht jeder Besucher kommt überall hin, aber es gibt auch viele öffentliche Ecken, die die Schönheit des Rathauses ausmachen.

Herausgekommen ist eine wunderbare Fotoausstellung, die einen ganz besonderen Fokus auf dieses denkmalgeschützte Haus wirft. In einer alten getäfelten Telefonzelle steht verlassen das Porträt des ehemaligen Bundespräsidenten Richard von Weizsäcker, der in diesem Haus einige Jahre als Regierender Bürgermeister residierte. Volker Wartmann kann sich noch gut an den Tag erinnern, an dem er dieses Bild fand. Zwei Stunden ging er durchs Rathaus und fand kein Motiv. Durch Zufall machte er dann die Tür zur alten Telefonzelle auf und fand das Weizsäcker-Foto. Dies, in Kombination mit einem einfachen dort stehenden Papierkorb, war für Volker Wartmann ein besonderer Glücksfall. Ein anderes schönes Motiv ist der große künstliche Adventskranz, der im ehemaligen Tresor der Stadtkasse auf seinen Einsatz für die Weihnachtszeit wartet.

Die ehemalige Bierstube im Rathaus mit Alt-Bundespräsident Theodor Heuss

Das Fotokunstprojekt ist aus Mitteln der Dezentralen Kulturarbeit des Bezirkes Tempelhof-Schöneberg gefördert worden.

So ließ es sich die Kulturstadträtin und Stellvertretende Bürgermeisterin Jutta Kaddatz auch nicht nehmen, die Gäste bei der Ausstellungseröffnung im Rahmen der Feierlichkeiten zum Rathausjubiläum zu begrüßen. Spannend fand sie ein Bild aus dem Vorraum der Brandenburghalle, wo sich über die Jahre -kaum wahrnehmbar- auf einer alten Tapete graue Flecken in Kopfhöhe gebildet haben. Kaddatz sieht dies als Zeugnis davon, dass dort viele Menschen am Rande von Sitzungen gesessen und heiß diskutiert und beraten haben.

Das Lieblingsbild von Kaddatz ist die Abbildung der Fresken in der Bierstube. „Ich wusste gar nicht, dass in diesem Hause eine ehemalige Bierstube existiert.“ In diesem verschlossen Raum vor der Kantine, der auch als Trinkhalle bezeichnet wird, sind Original-Fresken von 1929 zu sehen. Abgebildet ist der erste Bundespräsident Theodor Heuss, der seit 1920 auch Bezirksverordneter in Schöneberg war. Unter dem Fresko der Tafelrunde steht das Motto: „Hart für das Wohl der Gemeinde befehden sich oben die Geister. Unten versöhnt sie des Weins Frieden gebietender Geist.“

Der Blick hinter die Kulissen

Bezirksbürgermeisterin Angelika Schöttler eröffnet die Ausstellung, die noch bis zum 27. April 2014 im Foyer vom Rathaus Schöneberg geöffnet ist.

Angelika Schöttler würdigt die Fotos, die nicht nur das übliche Klischee bedienen: „ Es ist ein ganz besonderer Blick im Rathaus und auf das Rathaus.“ Angelika Schöttler findet auch die „anderen Blickwinkel“ und das widersprüchliche der Räume und Gänge spannend. Der „Blick hinter die Kulissen“ ist faszinierend gelungen. So ist Angelika Schöttler auch von dem Bild angetan, wo der Rathausturm aus einer Aktenkammer heraus aufgenommen wurde.

Zur Ausstellungseröffnung kamen auch die ehemaligen Bezirksbürgermeister Michael Barthel, Rüdiger Jakesch (Foto v.l.n.r) und Dieter Hapel.



Für die musikalische Untermalung sorgte Gert Anklam, der mit seinen Saxofon-Inspirationen den Glockenklang der Freiheitsglocke in die Ausstellung trug.

Einfache Sitzecken und Regierende Bürgermeister

Fotograf und Journalist Volker Wartmann, Jahrgang 1964, fing mit der Kamera einfache Sitzecken, Gardrobenständer vor historischen Beschriftungen, Archivräume mit Ordneransammlungen, das ehemalige Kino und die alte getäfelte Verwaltungsbibliothek ein.

Plaudert mit Besuchern: Volker Wartmann nach der Ausstellungseröffnung
Für Wartmann war es spannend Räume zu sehen und zu fotografieren, die er auch bei seinen Recherchen vorher nicht entdeckt hatte: „Normalerweise kommt da kein Mensch rein.“ Neben den „geheimnisvollen Orten“ war für den Fotografen das „alltägliche und die Tristesse der Amtsflure reizvoll.“

Im Arbeitszimmer der Bürgermeisterin, das auch abgelichtet wurde, führten bereits alle Regierenden Bürgermeister von West-Berlin ihre Amtsgeschäfte: Ernst Reuter, noch im Gemälde verewigt, Walther Schreiber, Otto Suhr, Willy Brandt, Heinrich Albertz, Klaus Schütz, Dietrich Stobbe, Hans-Jochen Vogel, Richard von Weizsäcker, Eberhard Diepgen und Walter Momper.

Fotoband für die Ewigkeit

Dass die Ausstellung später wiederholt wird, davon ist Bürgermeisterin Angelika Schöttler überzeugt. Ganz sicher bleiben die Fotos dauerhaft im Bildband des Westkreuz-Verlages erhalten. Mit seinen Fotografien eröffnet Wartmann den Betrachtern eine neue Sichtweise auf das weltbekannte Berliner Wahrzeichen. Die ansprechende Aufmachung des Bildbandes präsentiert auch noch viele Fotos, die den Weg nicht in die Ausstellung gefunden haben. Auch ein wunderbares Geschenk!

Thomas Moser

Die Verantwortliche der Dezentralen Kulturarbeit, Ute Knarr-Herriger, freut sich über die Ausstellung.

Volker Wartmann „Verschlusssache – Geheimnisvolle Orte im Rathaus Schöneberg“

ISBN 978-3-944836-08-9 für 24,90 € (60 Seiten, 29,7 x 21 cm, Hardcover)

Auch (versandkostenfrei) direkt im Westkreuz-Verlag Berlin/Bonn, Töpchiner Weg 198/200, 12309 Berlin


 

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