Eine kleine Nachbetrachtung von Ende 2013...

Wenn man in Berlin an Samba und rhythmisches Trommeln denkt, kommt man an der temperamentvollen Musikgruppe „Terra Brasilis“ aus der ufa-Fabrik nicht vorbei. Rhythmik und Show wird zur Einheit auf der Bühne!

Die „Brasilianische Erde“, wie der Name der Supertrommler übersetzt werden kann, hat ihr 25jähriges Jubiläum mit zwei umjubelten Konzerten und vielen internationalen Gästen gefeiert.

Manfred Spaniol (59) ist, neben Sara, Gabi, Funky und Marco, eines der Urgesteine und künstlerische Triebfeder und die musikalische Leitung der Samba-Gruppe. Manni, wie er überall nur genannt wird, war am 9. Juni 1979 dabei, als das UFA-Gelände von einer Kommune friedlich besetzt wurde. Im bürgerlichen Bezirk Tempelhof hat sich schnell eine alternative und kreative künstlerische Szene entwickelt. Beim ufa-Fabrik Circus, der „Circusschule mit Herz“, war Manni Bandleader und Komponist. Durch den Kontakt zu Brasilien und Percussionsmusik war dann 1988 die Geburtsstunde der Samba-Gruppe „Terra Brasilis“.

Zu Beginn der Trommelkarriere lebten 95 Prozent der Musiker in der ufa-Fabrik. Das hat sich im Laufe der Zeit verändert. Aber Manni und zwei andere Bandmitglieder leben nach wie vor im ehemaligen Film-Kopierwerk der UFA, wo „Terra Brasilis“ auch noch heute mit seinen Übungsräumen beheimatet ist.

Terra Brasils bei "30 Jahre ufa-Fabrik"
Das Besondere an „Terra Brasilis“ sind die überwiegend eigenen Kompositionen, die mit verschiedenen kulturellen Elementen und mit brasilianischen Percussiongrooves verknüpft werden. Die Gruppe selbst beschreibt es so: „Das Repertoire beinhaltet ausgefeilte Percussionarrangements bis hin zum donnernden Trommelgewitter unterstützt von Gitarre, Keyboard und Saxophon.“

In den Anfängen haben die Trommler möglichst genau Musik nachgespielt. Das hat sich jedoch schnell verändert. So pflegt „Terra Brasilis“ bis heute mit viel Erfolg ihren eignen brasilianischen ufa-Fabrik-Stil. Die Genauigkeit im Spiel, das hohe Niveau und der „Spirit“ der Band begleiten „Terra Brasilis“ von Anfang an. Ein wichtiges Erfolgsrezept war immer, dass sehr intensiv geprobt wurde. Manni beschreibt, dass man diszipliniert proben muss: „Bei den Proben ist es wichtig, nicht allzu sehr die ´Sau` rauszulassen.“ Auf der Bühne könne man dann die Musik „laufen lassen“. Nach den Auftritten ist Manni zwar „körperlich platt“, es stellen sich dann jedoch auch glückliche und befriedigende Gefühle ein.

Zu den wichtigsten Auftritten in den Anfängen gehörte 1989, noch vor dem Fall der Mauer, ein Konzert auf dem Roten Platz in Moskau. Damit war „Terra Brasilis“ die erste westliche Gruppe, die live auf dem Platz vor dem Kreml spielen durfte. 1994 stellte „Terra Brasilis“ beim Sambafestival in Coburg ihr eigenständiges authentisches Repertoire vor und wurde zur besten deutschen Sambaband gewählt. Ein wichtiger Meilenstein war erreicht.

Neben zahlreichen Inlandskonzerten spielte „Terra Brasilis“ in Korea, Japan, Hongkong, Italien, La Palma, Belgien, Luxemburg und beispielsweise Schottland.


„Terra Brasilis“ taucht bei vielen Veranstaltungen auf und bereichert mit der mitreißenden Musik. Beim „Karneval der Kulturen“, bei der „Love Parade“ oder beim Wolkenkratzer-Festival in Frankfurt: „Terra Brasilis“ mischt an vielen Stellen mit!

Die 16köpfige Gruppe bildet die Stammmannschaft. Aus der Juniorband „Tebras“ erwächst der Nachwuchs für die Meister-Trommler der Kerngruppe.

„Terra Brasilis“ wäre aber auch nicht „Terra Brasilis“, wenn sie sich nur in ihrem eigenen Erfolg sonnen würden. „Terra Brasilis“ ist immer offen für Kontakt zu internationalen Musikern und Künstlern und so entstehen spannende Begegnungen mit anderen Kulturen und Musikrichtungen. Seit 2007 gibt es mit Kinder, Jugendlichen und jungen Erwachsenen aus Kambodscha, Brasilien, Frankreich, Tansania und Berlin eine intensive Projektarbeit mit vielen persönlichen Kontakten. Die Begegnungen finden in Berlin in der ufaFabrik und vor Ort in den Partnerprojekten statt. Manni Spaniol erzählt von spannenden musikalischen Kontakten mit den Tambas aus Lyon, einer Percussionsband mit Menschen mit geistigen Handicaps.

Manni, der wie Juppy aus Trier kommt, freut sich immer wieder über die vielen unterschiedlichen Kontakte. Am Anfang fragte sich Manni, was er den Afrikanern noch über das Trommeln beibringen soll: „Das Trommeln haben diese Menschen im Blut.“ Ein wichtiger Punkt bei den Kontakten ist das Ensemblespiel. Und damit hat die ufa-Fabrik-Gruppe dann doch schon lange Erfahrungen und kann dies gut weitergeben.

„Terra Brasilis“ hat schon verschiedene CDs rausgebracht. Wenn man „Terra Brasilis“ wirklich erleben und den musikalischen Funken spüren will, geht man am Besten zum nächsten Konzert. Es kommt bestimmt: Samba, made in Berlin!


„Terra Brasilis“ und Manni wollen jedenfalls weitermachen! Herzlichen Glückwunsch für 25 Jahre Trommelfeuer.

Thomas Moser

Auch wer an Trommelangeboten und Samba-Reggae-Kursen teilnehmen will, schaut auf die Website: http://www.terrabrasilis.de
Der Kurz-Bericht zum Jubiläumskonzert: http://weblog.thomasmoser-berlin.de/archive/2013/11/17/25-jahre--trommeln-mit-terra-brasilis.htm
Lichtenrader Magazin Feb/2014
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29. November 2013

Wer mit einigermaßen offenen Augen durch den Bezirk Tempelhof-Schöneberg geht und Zeitung liest, hat von Ed Koch vermutlich schon etwas gehört. In Berichten von Bezirkszeitungen ist Koch öfters zu finden. Er betreibt schon seit Jahrzehnten „PaperPress“, einen jugend- und kommunalpoltischen Pressedienst, der sich immer wieder in Diskussionen einmischt. Nun geht der ruhelose Geist Koch, der hauptberuflich für die Öffentlichkeitsarbeit im bezirklichen Jugendamt verantwortlich ist, in den aktiven Unruhestand.

Ed Koch im PaperPress-Einsatz: hier der Fotograf im Medienpoint Tempelhof

Ed Koch hat natürlich nichts mit dem bekannten ehemaligen New Yorker Bürgermeister zu tun. Persönlich getroffen hat den aber der Berliner Wolfgang Ed Koch schon. Ed Koch hat seine kräftige Figur fast immer mit einem Anzug und Schlips bedeckt; eine eher untypische Bekleidung im Jugendamt. Beim Rocktreff dürfen es dann schon mal neben der Krawatte auch Jeans und Basecap sein. Das ist aber das äußerste Zugeständnis an eine lockere Kleidung. Sein Freund Henning Hamann sagt über Ed Koch: „Er ist, im wahrsten Sinn des Wortes, die graue Eminenz in und von Tempelhof.“

Tschüss Jugendamt, ich bleibe!

Nun verlässt Koch (noch 64) das Jugendamt und macht trotzdem mit vielen Aktivitäten weiter.

Seine Tätigkeit im Jugendamt endet offiziell erst Ende März 2014. Aber wegen tarifvertraglicher Regelungen und Abgeltungen wird man ab Dezember 2013 Ed Koch vergeblich in seiner bisherigen Jugendamtsfunktion suchen. Aber wer Ed Koch auch nur etwas kennt, weiß, dass der Motor Koch immer weiter gehen wird. Einige befürchten, dass sich die Drehzahl und der Ausstoß von Veröffentlichungen bei „PaperPress“ noch steigern wird.

Ed Koch mit Stadtrat Oliver Schworck beim Spielfest...
Schon jetzt hat Koch erklärt, dass er sich ehrenamtlich als Organisator weiter um das jährlich Spielfest und den Rocktreff im Bezirk kümmern wird. Auch wird er weiter für die Organisation des Tempelhofer Forums, einer Fortbildungseinrichtung für sozialpädagogische Fachkräfte, verantwortlich sein.

Ed Koch hat selbst als Sozialpädagoge verschiedene bezirkliche Jugendeinrichtungen, vor der Bezirksfusion noch in Tempelhof, geleitet.

Mit wenigen Worten ist Ed Koch, der als Wolfgang Koch während der Blockade 1949 in Friedenau geboren wurde, nicht zu porträtieren. Ed Koch ist ein Mensch mit Ecken und Kanten: Man mag ihn und schätzt seine Arbeit oder ist einfach nur verärgert oder genervt von ihm. Jedenfalls kennt „man“ Ed und Ed kennt Gott und die Welt.

Die Institution Ed Koch

Irgendwie ist Ed Koch eine bezirkliche Institution. Er ist seit 1979 der Gründer und Macher von „PaperPress“, kümmert sich engagiert seit Jahren um den Rocktreff im Bezirk und beendet jetzt seine dienstliche Tätigkeit im Jugendamt Tempelhof-Schöneberg, wo er zuletzt neben weiteren Funktionen auch offizieller Pressesprecher war.

Philipp Mengel, Spielefestorganisator und derVeranstaltungskoordinator Ed Koch

30. Rocktreff: Jugendamtsmanager Ed Koch zieht im Hintergrund alle Fäden und ist ein Garant für gelungene Jugendamt-Events (im Hintergrund sein Noch-Chef Stadtrat Oliver Schworck und Andie Kraft)
Ehrenamtliche Arbeit ist für Koch schon jahrzehntelang Ehrensache. Ob er mit „PaperPress“ viele Jugendliche für das Schreiben gewann oder mit dem Verein CPYE partnerschaftliche Jugendaustauschkontakte nach Norwegen und Amerika pflegte und Reisen organisierte, er brauchte immer mehr als nur die reine Erwerbstätigkeit. Viele Jugendliche von Gestern unterstützten Koch´s Lebenswerke nach wie vor. Für Ed Koch sind Freunde immer besonders wichtig. Aber auch der äußere Rahmen muss stimmen. So haben seine Büros immer museale Züge aufgewiesen: „Ich kann nur vernünftig arbeiten, wenn ich mich wohlfühle. Dazu brauche ich eine gewisse Umgebung, Fotos eben.“

Lebensetappen von Ed Koch

Beim Vorhaben, den Werdegang von Wolfgang Ed Koch kurz und vollständig zu beschreiben, stößt man schnell an Grenzen. Dies soll zumindest ein Versuch sein, etwas vom Wirbelwind Koch zu erspüren.

In Friedenau aufgewachsen und zur Schule gegangen, hat Wolfgang Koch 1967 seine Lehre als Groß- und Außenhandelskaufmann abgeschlossen. Schon 1970 begann der heutige Träger des Bundesverdienstkreuzes als Leiter der Jugendtanzbar Bungalow Mariendorf seine hauptberufliche Tätigkeit im Jugendamt und machte eine berufsbegleitende Erzieherausbildung.

Seine „normale“ Arbeit war für Koch nie ausreichend. So hat er schon in jungen Jahren ehrenamtlich Amateurbeatbands gemanagt. Für den sf-beat, einer Musiksendung beim damaligen Rundfunk SFB, hat Koch bei der Organisation von großen Konzertauftritten geholfen und dabei viele Kontakte geknüpft. Mit Hans-Dieter Frankenberg vom sf-beat war er befreundet und auch mit Nero Brandenburg vom RIAS organisierte Wolfgang Koch Veranstaltungen. Weltstars gaben sich damals die Ehre. Den Liedermacher Klaus Hoffmann hat er schon während seiner ersten Lehre kennengelernt. Sie verbindet eine lange Freundschaft.

In seinem Jugendklub Bungalow jagte eine Fete die nächste und als diese Zeit vorbei war, richtete sich der Schwerpunkt auf kulturelle und politische Bildungsveranstaltungen. Viele Diskussionsrunden mit Politikern und anderen Persönlichkeiten wurden organisiert.

Aus lauter Ärger über den Stadtrat wurde „PaperPress“ gegründet

Die Zusammenarbeit mit dem damaligen Jugendstadtrat war für Koch oft unerträglich und so erschien am 1. Dezember 1976 die erste Nummer von „PaperPress“. Im Dezember 2013 wird die 500. Ausgabe herauskommen. Zu „PaperPress“ sagt Koch: „Das ist so mit das Beste, was ich im Leben geschaffen habe, von meinem Sohn natürlich abgesehen.“ Lange Zeit war der Kampf des Stadtrates mit Koch, und umgekehrt, beherrschendes Thema in Tempelhof. Aber wie es die Zeit so wollte, es kamen andere Stadträte, die mit Ed Koch vertrauensvoll zusammenarbeiteten. Letztendlich war Koch sogar Pressesprecher und verantwortlich für die Öffentlichkeitsarbeit im Jugendamt. Was für eine Karriere!

Ed Koch genervt und quengelig...hier ist es kalt...
Nach dem Bungalow kam das Jugendfreizeitheim Mariendorf in der Kurfürstenstraße, wo er Leiter wurde. Viele Gedenkstättenfahrten und antifaschistische Stadtrundfahrten wurden organisiert, die beliebte Ski-Börse wurde etabliert und es fanden regelmäßig Diskussionsveranstaltungen mit prominenten Politikern beim „Suppentreff“ statt.

Koch kennt Gott und die Welt

Die Gästeliste ist fast unendlich. An dieser Stelle sollen Peter Ustinov, Günter Grass, Hanna-Renate Laurien, Walter Momper und Hans Rosenthal erwähnt sein.

Ed Koch ist auch eine Art bezirkliche Instanz und Gewissen, der, wie Berliner es sagen würden, die Klappe nicht halten kann. Bei bestimmten Themen kann er sich erbarmungslos, wie ein Terrier, verbeißen. Dadurch hat sich der Mann in der Öffentlichkeit immer wieder angreifbar gemacht und wird nicht nur geliebt. Darauf scheint Koch aber auch Stolz zu sein. Das Motto seiner Website lautet passend: „Wer mit der Herde geht, kann nur den Ärschen folgen.“ Und das hatte Koch nie nötig!

Wenn Ed Koch als Unterstützung für sein „PaperPress“ einmal jährlich zum Grünkohlessen einlädt, sind die Karten bei der Bezirks- und auch Berliner Prominenz sehr schnell vergriffen.

Ed Koch und Volksparkchef aus Lichtenrade, Wolfgang Sprenger, im Medienpoint

Alles Gute, Ed!

Ed Koch ist sicher eine streitbare Persönlichkeit. Das macht aber gerade seine Besonderheit aus. Da wir auch in der Zukunft auf Ed Koch nicht verzichten brauchen, erübrigen sich endlose Dankeshymnen. Diese würden Koch sowieso nur nerven. Wir wünschen Ed Koch weiterhin viel Kraft und jede Menge Gesundheit, dass er den Einen oder Anderen weiter auf den Nerv gehen kann.

Thomas Moser

Originaltöne...wenn ich an Ed denke...

Angelika Schöttler, Bezirksbürgermeisterin von Tempelhof-Schöneberg

Zu Ed Koch hat Jeder und Jede eine Meinung: Die einen schätzen ihn sehr und die anderen wünschen ihn auf eine einsame Insel weit weg.

Für das Jugendamt Tempelhof-Schöneberg hat er viel bewegt an Veranstaltungen, Öffentlichkeitsarbeit und im Tempelhofer Forum. Leicht ist es nicht mit ihm und ihn zu beschreiben ist es auch nicht. Er hat so viele Ecken und Kanten, dass es in sich schon wieder rund ist. Zum Glück gehört er zu den Menschen, mit denen man über unterschiedliche Auffassungen streiten kann. Denn das muss gelegentlich sein. Ich gehöre in jedem Fall zu den Leuten, die ihn sehr schätzen. Nun hat Ed Koch noch mehr Zeit, sich seinen Hobbies zu widmen - allen voran Paperpress.


Seine Bürgermeisterin Angelika Schöttler...mit Ed Koch

Der ehemalige Radiomann Henning Hamann, Freund und Weggefährte (Medienpoint Tempelhof):

„Er ist, im wahrsten Sinn des Wortes, die graue Eminenz in und von Tempelhof.

Eine tiefe Freundschaft verbindet uns, die 1969 im Tempelhofer Bungalow begann. Ed Koch ist direkt, sagt was er denkt, auch wenn es wehtut, eiert nicht wie andere rum. Kurzum, ein Mann wie sein paperpress-Newsletter, immer voll auf die Zwölf, zuverlässig und akribisch genau wie ein Schweizer Uhrwerk. Das Jugendamt wird es schwer haben, Ed Koch zu ersetzen, eine aussterbende Spezies...“

Ed Koch beim letzten Geburtstag...re. Henning Hamann, hinten Horst-Dieter Keitel von der Berliner Woche (hat Koch gemalt)-Foto: Lothar Duclos

Reiner Hanke, Freund, Vorsitzernder von CYPE e.V.

Ed ist ein Original, ein Typ mit Ecken und Kanten und ein Freigeist mit klarer Meinung wie es ihn nur noch selten gibt. Er hat sich mit ganzer Kraft der Jugendarbeit verschrieben, neben seiner Arbeit auch im langjährigen Ehrenamt. Dort hat er für mich mit seinem unermüdlichen Einsatz Maßstäbe gesetzt. Jetzt geht er in den wohlverdienten Ruhestand. Das ist für mich, der mit ihm befreundet ist und lange mit ihm zusammengearbeitet hat, schon eine Zäsur. Wie ich ihn kenne, wird er aber als Workaholic weiterhin ehrenamtlich aktiv bleiben. Ich bin mir sicher, dass wir auch in Zukunft von ihm hören werden. Ich wünsche Ed viel Gesundheit und endlich genug Zeit und Muße für die schönen Dinge im Leben!“

25 Jahre CPYE e.V.  mit Bernd Puhlmann, Andie Kraft und Reiner Hanke...(v.lks.n.re.)

Wolfgang Mohns, Jugendamtsleiter Tempelhof-Schöneberg

Dienstlich fallen mit zwei Dinge ein:

Der gemeinsame Weg der Öffentlichkeitsarbeit des Jugendamtes. Die Printausgabevon KiTS und dann verstärkt "KiTS aktuell": immer auf dem neuesten Stand, immer schnell alle Informationen aus dem Jugendamt.  Das Tempelhofer Forum, die Begegnungs- und Fortbildungsstätte des Jugendamtes. Überwiegend und sehr gut genutzt von Tagespflegen und Kita-Beschäftigten. Einzigartig in Berlin.

Persönlich fallen mir mehr als zwei Dinge ein, aber ich beschränke mich:

Er ist humorvoll und begleitet von einen Hauch Zynismus. Er ist immer eindeutig und konsequent, egal ob Freund oder Feind. Er ist ein unermüdlicher Arbeiter. Bon Jovi - den mögen wir beide. Daher fällt mir dazu nur ein Refrain von ihm ein: It's my life / It's now or never / I ain't gonna live forever / I just want to live while I'm alive

Ed Koch, angeregt im Gespräch mit dem Jugendamtsleiter Wolfgang Mohns

… und noch mehr Ed Koch: http://about-edkoch.de

Fotos Thomas Moser und 1*Lothar Duclos


 

Man kann es kaum glauben: Juppy ist 65 Jahre alt geworden und hat damit das reguläre Rentenalter erreicht. Aber der legendäre Chefkommunarde des Tempelhofer Kulturzentrums „ufa-Fabrik“, Juppy, der als Josef Becher 1948 in Trittenheim bei Trier geboren wurde, geht sicher nicht in den Ruhestand. „Denn Revoluzzer gehen nicht in Rente,“ sagt der Buchautor Daniel Gäsche. Juppy kann sein Alter selbst kaum glauben: „Das darf eigentlich nicht wahr sein, ich war doch gerade erst in der Pubertät."

Der Freigeist Juppy ist von der ufa-Fabrik nicht mehr wegzudenken. Egal, ob man eine Veranstaltung besucht oder nur im Café Olé einen Kaffee schlürft, Juppy ist mit seinem Zirkushund immer präsent. Sein Markenzeichen ist der schwarzer Hut, der nicht mehr von Juppy wegzudenken ist. Seine langen roten Locken wurden mittlerweile von einer eher grauen Haarpracht verdrängt.

Der Alt-68er Juppy besetzte am 9. Juni 1979 mit circa 100 Gleichgesinnten das ehemalige Gelände des Ufa-Filmkopier-Werkes an der Tempelhofer Viktoriastraße. Das rund 18.500 quadratmetergroße Grundstück, nördlich vom Teltow-Kanal, schien für die alternativen Freigeister ideal zu sein. Es gab im Bezirk und in Berlin parteiübergreifend einen großen Aufschrei und die Besetzung war sehr umstritten. Bezirksbürgermeister a. D. Dieter Hapel, damals Vorsitzender der Tempelhofer Jungen Union, sah es skeptisch, dass sich die Gruppe im bürgerlichen Tempelhof etabliert. Das ist aber alles Schnee von gestern! Dieter Hapel ist mit Juppy längst befreundet und die Wellen im politischen Raum glätteten sich ganz schnell. Juppy hatte nie Probleme auf konservative Politiker zuzugehen. Längst sind alle Stolz auf die ufa-Fabrik. Letztendlich handelt es sich um ein großes alternatives Unternehmen, dass neben den vielen Veranstaltungen auch das Nachbarschaftszentrum NUSZ beherbergt. Heute besteht das ufa-Fabrik-Unternehmen aus mehreren Vereinen und kleinen GmbH-Einheiten und hat einen langfristigen Pachtvertrag. Der scheinbar unverwüstliche Juppy immer an der Spitze als Markenzeichen und ufa-Fabrik-Ikone! "Wir sind so ähnlich wie eine amerikanische Holdinggesellschaft organisiert", erklärt Juppy gegenüber der Berliner Woche.


Juppy und der rbb-Moderator Daniel Gäsche haben sich 2005 für die Biografie „
Juppy – Aus dem Leben eines Revoluzzers“ zusammengetan. Juppy plaudert über seine Lebensgeschichte, vielen interessanten Erlebnissen und über Visionen. "Ein bisschen Schwejk, ein bisschen Hauptmann von Köpenick" charakterisiert Autor Daniel Gäsche Juppy. Und der Regierende Bürgermeister Klaus Wowereit bedankte sich beim Revoluzzer Juppy mit den Worten: "Ohne dich und dein Engagement, deinen Enthusiasmus und deine Ideen, wäre aus der ufa-Fabrik wohl nicht solch ein einzigartiger Ort der Kultur, der Begegnung und des sozialen Miteinanders für Menschen aller Altersgruppen geworden.“

2009, beim 30jährigen Jubiläum der ufa-Fabrik, betont Klaus Wowereit: Es war
sehr positiv, dass die damaligen alternativen Besetzer das Grundstück (erst mal) freiwillig geräumt haben, damit der Weg für den Abschluss von Nutzungsverträgen geschaffen war.“ Die Vorsitzende des Paritätischen Verbandes Prof. Barbara John sieht die ufaFabrik als das einzige gallische Dorf in Berlin: „Eure Stärke ist immer gewesen, dass ihr wild und mild zugleich seid“. Und Renate Künast von Bündnis 90 / Die Grünen spricht von einer Art Leuchtturm „Ihr ward von Anfang an Kosmopoliten!“ Multikulturimpresario Juppy, der mittlerweile bekannt ist wie ein bunter Hund, ist so eine Art Berliner Original geworden. Juppy selbst spricht von der ufa-Fabrik als „Land der begrenzten Unmöglichkeiten.“

Wir wünschen Juppy alles Gute, viel Kraft und jede Menge Gesundheit: „Bleib einfach Juppy!“

Thomas Moser

Wenn ich an Juppy denke… Aktuelle Stimmen von Weggefährten:

Daniel Gäsche hat die Biografie von Juppy geschrieben:

Wenn ich an Juppy denke, sehe ich ein kreatives Kind im Körper eines Mannes. Ein positiv Verrückter, der seine kleine Welt mit all' seinen Ideen nachhaltig verändert hat. Materielle Dinge sind ihm eher fremd.

Wir waren in Hongkong, Vietnam, Simbabwe und überall, wo wir auftauchten, war Juppy ein Phänomen für die Menschen.

Denn er ist ein Geschichtenerzähler, ein Träumer, manche würden ihn Spinner nennen. Ich sage: Spinn' weiter, Juppy, bleib' interessiert, bring' dich ein, zünde in den kommenden Jahren eine neue Kreativ-Rakete. Denn Revoluzzer gehen nicht in Rente... Alles Gute wünscht Dir Dein Freund Daniel.

Literaturtipp: Juppy – Aus dem Leben eines Revoluzzers. Militzke, Leipzig, 2005. ISBN 3-86189-730-X

Ed Koch und PaperPress haben die ufa-Fabrik von Anfang an begleitet:

1979, das war ein heißes Jahr. Im Schnarchbezirk Tempelhof passierte endlich mal etwas. Und paperpress war von Anfang an dabei. Die Morgenpost leistete sich damals noch einen eigenen Bezirksreporter für den Bezirk. Gert Hilde und ich waren ständig bei Juppy, Rudolf Brünger und den anderen und versorgten die Welt mit neuesten Informationen über die Besetzung. Ohne Handy, Tablett oder sonst was. Zur telefonischen Übermittlung des Textes für die Morgenpost nahm ich Gert Hilde mit zu mir ins Büro im nahe gelegenen Jugendfreizeitheim Mariendorf. Wenn das die CDU gewusst hätte. Juppy und seine Freunde haben sich durchgesetzt und durch Kreativität, Leistung und unternehmerisches Geschick überzeugt. Seit 35 Jahren! Ein Glück für Tempelhof, dieses ufa-Gelände und seine Besetzer.

http://www.paperpress.org

Henning Hamann, Seele vom Medienpoint Tempelhof und Nachbar von Juppy und der ufa-Fabrik

Er ist einer der letzten Originale. Wenn der ufa-Multikultur-Impresario Juppi mit seinem schwarzen Hut und "Bodyguard" Hund Willi durch die Straßen spaziert, wandern automatisch alle Augen zu dem stets in schwarz gekleideten 1,90 Meter ufa-Markenzeichen. Juppy, der Ex-Revoluzzer, dessen freundliches Lächeln gepaart mit seinem unerschöpflichen Fundus an Geschichten immer gute Laune verbreitet! Happy Birthday "altes Haus"...

www.kulturring.org Medienpoint Tempelhof, Werderstr. 13, 12105 Berlin

Juppy mit Bezirksbürgermeisterin Angelika Schöttler, Senatorin Dilek Kolat und Melanie Kühnemann

Informationen zur ufaFabrik unter www.ufafabrik.deLichtenrader Magazin Nr. 12/2013



 

„Mit 100 Jahren laufen die Beine nicht mehr so schnell“, erzählt die sehr agile Ulla Müller (101), die mit sieben weiteren Protagonisten zur Ausstellungseröffnung „100 Jahre Rathaus Schöneberg: Hochzeit, Schwarzmarkt und Randale-Hundertjährige erzählen“ erschienen ist.

100 Jahre wird das Rathaus Schöneberg alt. In West-Berlin war hier der Sitz des Senats und des Abgeordnetenhauses und jetzt ist das Rathaus der Hauptstandort vom Bezirksamt Tempelhof–Schöneberg. Auf die Geschichten, die das Leben in einhundert Jahren geschrieben hat, wird in diesen Tagen in einer biografischen Ausstellung mit Hundertjährigen im Rathaus Schöneberg zurückgeblickt. Fast alle 10 Interviewte, 8 Frauen und 2 Männer, sind zur Ausstellungseröffnung in den Goldenen Saal des Rathauses Schöneberg gekommen.

Dank an die Hundertjährigen

Bezirksbürgermeisterin Angelika Schöttler und Bezirksstadträtin Dr. Sibyll Klotz, die die Idee für das Projekt hatte, begrüßten die Gäste der Vernissage. Wenn alle Befragten erschienen wären, hätte man die 1.000 Jahre-Grenze schon in der ersten Sitzreihe locker erreichen können.


Für Sibyll Klotz ist die Ausstellung eine Herzensangelegenheit: „Herzlichen Dank, dass sie uns gestattet haben, einen Blick in ihr Leben zu werfen. Das ist überhaupt nicht selbstverständlich. Vielen Dank für ihr Vertrauen und ihre Offenheit.“ Es ist das zweite Mal, dass Einhundertjährige im Bezirk befragt wurden. Mit der Ausstellung 2011 gibt es eine große Übereinstimmung, betont die Stadträtin für Gesundheit, Soziales und Stadtentwicklung. Sibyll Klotz erläutert: „Fast alle Befragten sahen ihr Alter trotz einiger Widrigkeiten positiv.“ Die schlimmen Erlebnisse brachten schon alleine die Kriegs- und Nachkriegserfahrungen mit sich. In der Begrüßungsrede ist die Bezirksstadträtin beeindruckt von den Lebensleistungen: „Immer haben sie nach vorn in die Zukunft geschaut und den Kopf nicht hängen lassen.“

Als kleines Dankeschön wurde das Hörbuch von „Der Hunderjährige, der aus dem Fenster stieg und verschwand“ von Jonas Janasson, gelesen von Otto Sander, an die Ehrengäste verschenkt.


Der noch fast jugendliche Albert Josef K. (99 Jahre jung), ging kurz entschlossen zum Rednerpult und bedankte sich für den würdevollen Empfang, der von der „Ivy Six Dixieland Jazz Band“ musikalisch begleitet wurde.

Sport hält jung und ein Sportfest in Lichtenrade

Stadträtin Sibyll Klotz unterhielt sich angeregt mit Ulla Müller.


Die ehemalige Leichtathletin sieht auf eine lange sportliche Karriere zurück. Die leidenschaftliche Sportlerin erinnert sich gerne an ihre Erfolge als Kugelstoßerin und die vielen geselligen Stunden im Verein. Seit dem 1.12.1929 ist sie Mitglied im Sportverein TIB (Turngemeinde in Berlin-Tempelhof): „Ab 60 Jahre brauchste keinen Beitrag mehr zahlen“, erklärt Ulla Müller schelmisch. Auch fällt Ulla Müller im Gespräch gleich ein, dass sie Ende der 20iger Jahre an einem Sportfest in Lichtenrade teilnahm. Viele Jahre hat sie erfolgreich als Torsteherin Handball gespielt. „1938 waren wir sogar Deutscher Meister und ein paar Mal Vizemeister“. Bei der Ausstellungseröffnung erzählt Ulla Müller noch: „Wir waren eine dufte Gruppe.“ Das war für die Sportlerin, der man die einhundert Jahre nicht ansieht, immer besonders wichtig. 1997 hat sie mit dem Sport aufgehört.

Ulla Müller lächelt die Ausstellungsbesucher an...
Im Dezember wird sie ihren 102. Geburtstag feiern. Im Interview zur Ausstellung verrät Frau Müller, dass sie ihren 100. Geburtstag im Sportverein gefeiert hat: „Da hab ick ´nen Vortrag gehalten“, der gespickt mit vielen Anekdoten war. Auf die Frage nach einem Ratschlag für die nächste Generation hat Ulla Müller mit ihrem berlinischen Humor geantwortet: „Das mit dem Sport? Ach, das steht doch schon dauernd in der Zeitung. Mit dem Nichttrinken? Nee, das möchte ich ablehnen. Wir haben viel gefeiert! Geraucht habe ick aber nicht.“ Seit vielen Jahrzehnten kann sie von ihrer Schöneberger Wohnung im vierten Stock direkt den Turm vom Rathaus Schöneberg sehen.

Eine besondere Ausstellung mit Hörstationen

In der Ausstellung sind die Gespräche nachzulesen.

Bezirksbürgermeisterin Schöttler mit den 99jährigen Kurt im Gespräch.
Die Interviews kann man sich in den Hörstationen, mit den tatsächlichen Stimmen der Befragten, anhören und bekommt so ein besonderes Gefühl für die erlebten Geschichten. Beim Pförtner des Rathauses stehen dafür Walkmans zur Verfügung. Einige Erinnerungsstücke der Hundertjährigen runden die Ausstellung ab.

Die spannenden Interviews, die viele persönlichen Geschichten erzählen, wurden von Rita Preuß geführt. Marion Schütt setzte die Hundertjährigen fotografisch ins richtige Licht.

Die Fotografin Marion Schütt zeigt Helga G. (101) "ihre" Ausstellungstafel.

In den Gesprächen wird auch von den Erlebnissen rund um das Rathaus Schöneberg berichtet. Bei Ulla Müller gehörte die Rede des amerikanischen Präsidenten John F. Kennedy am 26. Juni 1963 dazu: „Der kann doch nicht herkommen und sagen, er ist ein Berliner. Das ärgert mich noch heute. Nicht, dass ick den nicht leiden kann. Aber diese Art von Spruch hat mich jeärgert. Der Platz war knackend voll und es wurde begeistert geklatscht.“ Andere erinnern sich an Austellungen, die eigene Hochzeit und Besuchen von bekannten Persönlichkeiten.

Interview und Bilder von Gertrud (99).

Hildegard J. (99): "Es enkelt ganz schön."
Gelebte Geschichte kann bei dieser besonderen Ausstellung hautnah nachvollzogen werden. Ein besonders interessantes Projekt, dass von den Verantwortlichen äußerst gelungen umgesetzt wurde! Ein Besuch lohnt sich!

Thomas Moser (auch alle Fotos)

Ausstellungsdauer vom 2.11. bis 15.12.2013, täglich von 9 bis 18 Uhr, im Foyer des Rathauses Schöneberg am John-F.-Kennedy-Platz 1.


 

 

Unter dem Motto "Darf ich bitten" ludt der Bereich für Dezentrale Kulturarbeit Tempelhof-Schöneberg zu einer Open-Air-Milonga ein. Der Tanzlehrer Michael Sacher machte Mut und bat zur offenen Práctica. 







Beim "Blind date" konnte Jeder mal probieren, wie intensiv man den Tanz und Tango mit geschlossenen Augen spürt.










Der Schöneberger Meister des Bandoneons, Klaus Gutjahr, zog die Zuhörer in seinen Bann.

Die Kulturstadträtin Jutta Kaddatz eröffnete dann ganz offiziell das Fest.
Fotos: Thomas Moser - BerLi-Press


 

Ein Künstler zwischen Musikschule, Talentshow und Kreuzfahrt

Ein Leben für die Musik! Der Mariendorfer Sänger, Musiker und Entertainer Gerald Mann wurde im Alter von 11 Jahren Gewinner eines Talentwettbewerbes. Das war 1976. Seit 1989 organisiert und präsentiert Gerald Mann (49) selbst, mit viel Liebe und Engagement, die jährlichen Talentshows beim stadtbekannten Kulturlustgarten im Mariendorfer Volkspark. Im Jahr 2013 wurde ein „Best-of“ mit vielen Siegern der letzten Jahre präsentiert. Wir berichteten darüber.

Die Karriere von Gerald Mann

Seine Kinderkarriere fing mit einem Schallplattenvertrag und dem ersten Fernsehauftritt in der „ZDF-Umschau“ an. Der kleine Gerald präsentierte seine Single „Bye, bye, Mama“ und brachte dabei sicher viele Mütterherzen zum Schmelzen. Damals ging der Schüler in Mariendorf zur Schule und heute ist er dort im Kiez selbst als Musikdozent aktiv. Gerald Mann lebt und arbeitet nach wie vor gerne im Ortsteil Mariendorf von Tempelhof-Schöneberg.

Nach seiner Kinderkarriere hat Gerald Mann konsequent seine berufliche Entwicklung als Sänger und Musiker verfolgt. Ein klassisches Musikstudium im Bereich Gesang und Musiktheater mit Nebenfach Klavier schloss der ambitionierte Musiker an der Berliner Hochschule der Künste mit sehr guter Note ab. Ein Zusatzstudium an der Hamburger Musikhochschule im Bereich „Popularmusik“ war für den jungen Mann ein wichtiger Baustein. Hier wurden besonders die Kenntnisse im Bereich Musical, Chanson und Instrumentalmusik vermittelt. Beim Jazzsänger und Schlager-Veteran Bill Ramsey hat Gerald Mann Gesangsunterricht bekommen und bei den bekannten Gitarristen Peter Horton und Peter Weihe Gitarrenunterricht erhalten. Seit der Kindheit hat Gerald jahrelang Instrumentalunterricht für Klavier, Keyboard, Gitarre, Bass und Schlagzeug besucht. All diese Kenntnisse kann Gerald Mann gut für seinen Musikerberuf nutzen.

Seine Vita nimmt kein Ende und ließt sich beeindruckend. Viele Schallplatten und CDs hat Mann aufgenommen, als Synchronsänger und Sprecher hat er bei der NDR-Sesamstraße mitgewirkt und ist auch in vielen Fernseh- und Rundfunkshows aufgetreten (zum Beispiel bei der „Michael-Schanze-Show“, „Erkennen Sie die Melodie“ oder „Ein Platz an der Sonne“). Die Presse lobte Gerald Mann als „Multi-Talent“ und „Mann für alle Unterhaltungs-Fälle“.

Für Gerald Mann gab es viele sehr unterschiedliche Karrierehaltestellen. Als Geschäftsführer eines Hamburger Musikverlages war er tätig, als Hauptdarsteller und musikalischer Leiter des Berliner „Kabarett Klimperkasten“ war Mann aktiv, er trat als Gesangssolist in einer Friedrichstadt-Palast-Revue auf, viele Galaauftritte absolvierte der Künstler zum Beispiel auch mit der damaligen „RIAS-Big-Band“ und konnte außerdem auch einige Preise, wie den Günter-Neumann-Preis und den Bundesgesangswettbewerb, gewinnen. Mittlerweile hat Mann eine eigene Musikproduktion mit einem kleinen Tonstudio.

Der Gerald Mann von heute


Die großen Auftritte sind nun schon einige Zeit her. Der berufliche Schwerpunkt von Gerald Mann liegt heute bei der Musiklehrertätigkeit. Gerald Mann gibt unumwunden zu: „In den Anfängen meiner Karriere habe ich mein Musiker-Dasein als Berufung gesehen. Jetzt ist es doch mehr Beruf.“ So hat Gerald Mann auch eine kleine Familie und seine zwölfjährige, tänzerisch-talentierte Tochter ist sein ganzer Stolz.

Gerald Mann berichtet, dass er seine Kräfte für Familie und Beruf schon gut einteilen muss, nachdem er vor vielen Jahren schon einmal gesundheitliche Einbußen zu verzeichnen hatte.

Manchmal wird Mann zum Tiger und sticht in See

Gerald Mann ist ernsthaft und konzentriert bei der Sache, wenn er bei seiner Talenteshow hinter der Bühne den ganzen Ablauf managet. Auf der Bühne sprüht Gerald Mann als Entertainer und Musiker eine besondere professionelle Präsenz aus. Wenn Gerald Mann aber „einfach nur singen darf“, am liebsten mit einem Orchester im Hintergrund, ist der Mariendorfer überglücklich. Das Publikum hat den Eindruck, dass ein anderer Mensch auf der Bühne steht! Mit Hüftschwung und guter Stimme präsentiert Mann am Liebsten Welthits von Tom Jones bis Frank Sinatra, alleine oder mit der „Gerald-Mann-Band“, bei der er auch das Keyboard bedient. Gerald Mann: „Songs vom Tiger, Tom Jones, sind meine wahre Liebe“ und dann wird Gerald selbst zum Tiger auf der Bühne.

Für den Musiker darf es aber auch gerne etwas Klassisches sein. Bis vor einigen Jahren ist Gerald Mann auch als Entertainer und Sänger auf großen Kreuzfahrtschiffen, wie der MS Albatros, der TS Maxim Gorki, der MS Europa, der MS Berlin oder der MS Arkona unterwegs gewesen.

Gerald Mann mit Band
In seiner freien Zeit als Berliner Musiklehrer beglückte er dann musikalisch die anspruchsvollen Passagiere auf den Weltmeeren mit seiner Show „Lieder, die um die Welt gehen“. Die Kreuzfahrtauftritte sind keinesfalls Urlaub für den Musiker: „Nach dem ersten Auftritt bin ich dann keine Privatperson mehr und werde überall angesprochen.“ Trotzdem haben Gerald Mann diese Auftritte immer wieder Spaß gemacht. Seit zwei Jahren hat er keine Schiffsreise mehr begleitet. Mann versichert aber, dass sich das wieder ändern wird.

Das Repertoire von Gerald Mann, der in seinen musikalischen Anfängen aus Marketing-Gründen hauptsächlich deutschen Schlager gesungen hat, ist sehr vielfältig und geht von Klassik, Chanson, Musical, Swing, Jazz, Pop, Blues und Rock ‘n’ Roll bis hin zur Rockmusik. Gerald Mann lebt für seine Musik, ohne sein Leben zu vergessen!

Im zweiten Teil kann man Gerald Mann als Musikschullehrer hautnah erleben.

Thomas Moser

Link zu Gerald Mann: http://www.gerald-mann.de

Link zur Leo-Kestenberg-Musikschule: http://www.lkms.de


 

Link zum Artikel der Berliner Morgenpost/Leserreporter: LINK Klicks und Facebook-Votes erwünscht! :-)

Ernst Wiese ist in Marienfelde der letzte praktizierende Landwirt.

Aus Liebe zur Natur und besonders zur Technik ist Ernst Wiese als Jugendlicher Bauer geworden. Damit ist er in die Fußstapfen seines Vaters getreten.


Die lange Tradition von Bauer Wiese

Die Familie Wiese ist seit circa 400 Jahren in Marienfelde. Ein Vorfahre soll als Soldat durch das kleine Dorf gekommen sein und ist dann in Marienfelde „hängengeblieben“. Aber so genau kann man den Beginn von Familie Wiese in Marienfelde nicht belegen. Mittlerweile sind sie aber als alte Marienfelder eine feste Größe im südlichen Ortsteil am Stadtrand von Berlin und überall bekannt.


Wenn man das schöne alte denkmalgeschützte Bauernhaus in Alt-Marienfelde betritt, bleibt man gleich in der großen Wohnküche hängen. Hier hält sich die Familie Wiese oft auf.

Um 1900 lebten der Opa und sein Bruder ein Stück weiter, wo der Stammhof in Alt-Marienfelde war. Zwei Höfe wurden benötigt. Die Scheune wurde an der Stelle, wo sie heute noch steht, 1900 gebaut. Dann folgte das Wohnhaus 1904, dass dann im Jahre 1907, wie Frau Wiese es bezeichnet, mit dem Balkon „aufgemotzt“ wurde. Heute lebt die Familie Wiese immer noch hier, wo ein großer Hof Scheune und Wohnhaus verbinden. Der alte Stammhof ist längst nicht mehr vorhanden.


Ehefrau Margit (68) und Ernst Wiese (67) lieben die Natur. Wenn Sie zu ihrem zweiten großen Betrieb nach Niedersachsen fahren, erfreuen sie sich jede Woche bei der Autofahrt an den vorbeiziehenden Feldern.

Von der Aral-Tankstelle zum Landwirt

Wenn man Ernst Wiese befragt, wie er zum Beruf des Bauern kam, kommt er ins Schwärmen. Am Ende der Schulzeit überlegte er, was er beruflich machen kann. „Ich wollte unbedingt etwas mit Maschinen machen. Das hat mich schon immer interessiert“ erzählt der agile und drahtig wirkende Bauer.

Schön wäre auch die Arbeit an einer Tankstelle gewesen, berichtet Ernst Wiese. Für ihn ist klar, dass es eine Aral-Tankstelle hätte sein müssen. Dann sprach er mit seinem Vater. Schnell wurde deutlich, dass er im väterlichen Betrieb seine technische Liebe mit der Liebe zur Natur gut verbinden kann. Die Geräte mussten alle gewartet werden, da war der technische Sachverstand des gelernten Jung-Landwirts gefragt. Nach dem Tod seines Vaters musste der junge Wiese dann mit 25 Jahren den Hof ganz alleine bewältigen. Seine einzige Schwester lebt heute im Schwarzwald. Die Vorfahren der Familie Wiese sind an der naheliegenden alten Dorfkirche in Marienfelde begraben.

Die Elefanten warten schon auf die Rüben von Bauer Wiese

In Berlin haben die Wieses, die nur in der Landwirtschaft tätig sind, 10 Hektar (ha) zu beackern. Hier werden Futterrüben angebaut, die der Zoologische Garten, die Forstämter und das Bundesinstitut für Risikobewertung (das sich auch in Marienfelde befindet) gerne abnehmen.

Na, der Winter ist jetzt aber vorbei :-)
Im Winter werden die Rüben aus der Rübenmiete auf dem Feld raus geholt. Jeden Mittwoch geht die Fahrt dann mit dem Unimog und Anhängern durch die Stadt zum Zoo. Die Elefanten freuen sich immer schon auf den leckeren Schmaus.

Berlin wurde für den Bauern zu klein... Mit dem Unimog nach Helmstedt

Bis 1953 konnte man noch Heu von den Feldern in Großbeeren mit Passierschein holen. Das ging dann nicht mehr. Die Flächen innerhalb der Stadtgrenze reichten vorne und hinten nicht aus, so dass sich Wiese noch zur Zeit der Mauer Felder in Westdeutschland suchen musste. Es war natürlich wichtig, dass diese direkt hinter der Grenze waren. In Helmstedt wurde man fündig und erwarb einen großen Hof auf. Damals ist man dann voll beladen mit verplombten Anhängern über die Transitstrecke der DDR gefahren. Noch heute wird Heu und Stroh mit dem Unimog angeliefert. Zweieinhalb Stunden ist man schon unterwegs.

Über das Stroh freut sich zur Weihnachtszeit auch der traditionelle und empfehlungswerte „Gasthof zur grünen Linde“ in Alt-Marienfelde. Hier wird so immer eine schöne gemütliche weihnachtliche und bäuerliche Atmosphäre geschaffen.

In Niedersachsen, genau gesagt in Rennau, und im angrenzenden Sachen-Anhalt, wo sich Ernst Wiese nach der Grenzöffnung 1989 noch deutlich ausgeweitet hat, sind es mittlerweile beachtliche 700 ha geworden. 200 ha liegen in Niedersachsen und 500 ha im Nachbarbundesland. Hier werden Weizen, Raps und Zuckerrüben angebaut. Dieser große Hof wird von fünf ständigen Mitarbeitern bearbeitet und verwaltet. Ernst und Margit Wiese fahren einmal die Woche nach Niedersachsen und klären persönlich die notwendigen Dinge und halten so engen Kontakt.

Bauer Wiese mit dem NaturRanger, Hand in Hand

Hier in Berlin helfen sich der Marienfelder NaturRanger Björn Lindner und der Bauer gerne: „Wir arbeiten gut zusammen. Es ist ein Geben und Nehmen. Es ist toll, was Lindner macht!“ Wiese findet, dass Landwirtschaft und Naturschutz Hand in Hand gehen: „Die Zusammenarbeit ist jedenfalls Top!“ Aber auch NaturRanger Björn Lindner spricht auf Nachfrage begeistert von der Hilfsbereitschaft des Bauern: „Ohne Ernst Wiese wären vielen große Arbeiten nicht machbar. Die Marienfelder Feldmark und wir brauchen Bauer Wiese!“


Björn Lindner hat die Familienkreuze restauriert.
Der Bauer beklagt sich über die Hundebesitzer, die ihre Hunde frei über die Felder rennen lassen: „Es ist nicht mal ein Hund, sondern die Konzentration durch die vielen Hunde.“ Ernst Wiese sagt: „Das ist dann Stress für die anderen Tiere und die Hasen werden verjagt.“ Andererseits unterschätzen die Menschen die Gefahr für ihre Tiere durch die Wildschweine: „Die Leute machen sich darüber keine Gedanken!“

Der Bauer und die Akten

Ernst Wiese ist offen und freundlich. Er unterhält sich gerne und lebt in seinem Beruf auf. Die Arbeit eines Bauern ist körperlich heute gar nicht mehr so schwer, weiß Wiese zu berichten. Die Geräte und Maschinen machen die körperliche Arbeit leichter.

Heute ist viel mehr Bürokratie zu bewerkstelligen: „Alles muss genau dokumentiert werden.“ Früher hatte Wiese einen Aktenordner, heute ist es schon ein Schrank voll Unterlagen. Auch die Planung ist bei den globalisierten Märkten sehr schwierig geworden. So musste schon längst der Dünger für nächstes Jahr berechnet und bestellt werden. Für die ganzen EU-Verwaltungsarbeiten hat Bauer Wiese jetzt jedoch eine externe Unterstützung.

Bauer Wiese und seine Maschinen

Noch heute repariert Ernst Wiese mal gerne seinen Traktor. Bei diesem Fendt geht es noch, weil er älter ist. Seine Frau frotzelt dann immer: „Du mit deinen historischen Traktoren.“ Bei den großen modernen Geräten kann man nichts mehr selbst machen. Ernst Wiese hat in Niedersachsen einen Mähdrescher mit einer Schnittbreite von 7,80 Meter sowie eine kleinere Leihmaschine. Die Gerätschaften kosten viel Geld. Da kommt für einen Mähdrescher schon mal über 350.000 Euro zusammen oder für jedes einzelne PS bei einem Trecker rund 1.000 Euro. Sein größter moderner Trecker hat stattliche 260 PS. Diese Fahrzeuge sind mit viel Computertechnik ausgestattet.

Die Liebe zum Beruf und noch längst nicht Ruhestand

Auf die Frage, was einen guten Bauern ausmacht, überlegt der Landwirt Ernst Wiese nur kurz: „Es ist die Liebe zum Beruf und die Liebe zur Natur.“ Für den Bauern ist seine Landwirtschaft, die nicht Biolandwirtschaft ist, ökologisch: „Man spritzt halt wirklich nur dann, wenn es unbedingt notwendig ist.“ Neben den Umweltgründen sind das auch wichtige finanzielle Aspekte, erläutert Wiese.

Im Winter ist am wenigsten zu tun. Da sind Betriebsferien und das Paar Wiese kann in den geliebten Skiurlaub fahren. Margit und Ernst Wiese sind stolz darauf, dass alle Beschäftigten in dieser Zeit, auch wenn der Winter wie jetzt länger ist, nicht entlassen werden. In anderen landwirtschaftlichen Betrieben ist das durchaus üblich. Ernst Wiese ist stolz auf seine zuverlässigen Mitarbeiter. Ein Beschäftigter ist schon 25 Jahre dabei.

Bauer Wiese hat keine eigenen Nachkommen, die den Hof weiter führen werden. Ernst Wiese denkt aber noch längst nicht an den Ruhestand: „Mir macht es Spaß! Und wenn ich gesund bleibe...“

Thomas Moser (auch alle Fotos)

1 Hektar (ha)= 10.000 Quadratmeter


 

1. Juni 2013 Eine Schule wird 50 Jahre alt! Wenn das kein Grund zum Feiern ist?

Die katholische St.-Alfons-Schule in Marienfelde feiert im Schuljahr 2012/2013 ihr 50-jähriges Schuljubiläum. Petrus hat zum Festakt, der im Rahmen eines großen Sommerfestes stattfand, kurzzeitig die Schleusen geschlossen.


Viele Gäste, Lehrer, Eltern, Schüler von Heute und aus den Gründungstagen haben sich in Marienfelde eingefunden.


Buntes Kindertreiben auf der kleinen Bühne vermittelte eine offene und freundliche Atmosphäre. Musikalisch wurden die vergangenen Jahrzehnte liebevoll und mit viel Freude von den Kindern in Szene gesetzt. Der musikalische Ritt durch die Vergangenheit fing bei der Rock ´n Roll-Zeit an, ließ Abba-Sound erklingen, wurde vom Popping-Tanzstil des Michael Jackson inspiriert, Star-Wars-Helden kämpften mit Schwertern und der Mango No. 5 animierte zum Tanzen. Ein abwechslungsreiches und sehr liebevoll gestaltetes Bühnenprogramm!

Hier das "knallrote Gummiboot"...


Frau Dr. Katharina Gamillscheg, die Vorsitzende des Schulelternrats, hielt die Festansprache, in der sie den Bogen von der Vergangenheit zu Heute aufzeigte.

Pfarrer Harry Karcz wünschte den Versammelten Gottessegen.

Der Schulleiter Konrad Böhm begrüßte herzlich die Besucher, nachdem er von Schülerinnen auf der Bühne zum Mittanzen animiert wurde. Konrektor Gerhard Lenz hielt die Festaktivitäten für die Schulchronik mit der Kamera fest.

Die Schulleitung: Konrad Böhm und Gerhard Lenz
Eine Jubiläums-Broschüre gibt interessante Einblicke in das Schulleben im Laufe der letzten fünfzig Jahre.

Es haben sich sogar zehn Schülerinnen und Schüler der ersten Klasse, die vor 50 Jahren eingeschult wurden, in einem „Ehemaligen-Klassenzimmer“ wiedergetroffen. Am 19. April 1963 wurden diese ersten ABC-Schützen, nach einem Gottesdienst in der St.-Alfons-Kirche, in die Schule aufgenommen. Das erste Schulgebäude war noch eine Holzbaracke der „Armen Schulschwestern“ in der Paralellstraße, die heutige Bruno-Möhring-Straße. Schwester Reinharda war die sehr beliebte erste Lehrerin, die damals eine große Klasse zu unterrichten hatte.

Einige Zeit konnten beim Sommerfest von den Kindern noch die vielen Spielangebote genutzt werden, bevor wieder eine heftige Regendusche die Gäste aufschreckte.

Nach wie vor erfreut sich die St.-Alfons-Schule einer großen Beliebtheit und kann über mangelnden Schülernachwuchs nicht klagen. Neben religiösen Aspekten wird viel Wert auf eine gute Qualifizierung von Lehrkräften und Erziehern gelegt. Die Entwicklung, Stärkung und Förderung einer gesunden Sozial-, Sach- und Lernkompetenz der Kinder steht im Leitbild der Schule. Ein wesentlicher Faktor ist auch die Vermittlung von Achtung, Höflichkeit und Respekt im Umgang miteinander.

Ein Dankgottesdienst mit Kardinal Woelki wird am 23. August 2013 einen würdigen Abschluss der Jubiläumsaktivitäten darstellen.

Thomas Moser (auch Fotos)

http://www.kssa.de


Auch meine ganz persönlichen Glückwünsche!
Thomas Moser, Schüler der "wirklich" 1. Klasse :-)


 

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