Historische Eisenbahnen und 35 Jahre Modellbahn in der Schule

Die Modelleisenbahnen versetzten wieder die Herzen der Fans in Verzückung. Die Gustav-Heinemann-Schule in Marienfelde verwandelt sich schon seit Jahren in den Herbstferien zu einem Eldorado für Modellbahnliebhaber. Und in diesem Jahr gab es an den zwei Tagen so viele Anlagen wie noch nie zu sehen. 42 Stationen konnten bestaunt werden, darunter waren viele Anlagen und Schaukästen mit besonderen „Leckerbissen“.

Die Augen glänzten bei den Besucherinnen und Besuchern bei den meist rollenden Zügen, Autos und liebevoll gestalteten Bahn- und Hausmodellen aus verschiedenen Epochen. Unterschiedliche Spurbreiten und Antriebstechniken wurden präsentiert. Ob Wechsel- oder Gleichstrom oder mit Handaufzug, ob aus Metall oder auch aus Pappbögen, die historische Modellbahnausstellung ist immer wieder ein absoluter Höhepunkt in Marienfelde.
Historische Modellbahn Ausstellung TRIX Marienfelde GHO 2017 27



Die Ausstellung wird von den TRIX Freunden Berlin mit viel Engagement vorbereitet. Cheforganisator Dieter Weißbach freut sich über die sehr gute Zusammenarbeit mit der Schule. Und Modellbahnen haben in der Schule schon seit 35 Jahren Tradition.



Viele Anlagen und ein roter Faden

Viele Klassenräume, ein Saal und der große Vorraum haben die Ausstellung für Groß und Klein beherbergt. Sammler und Freunde von historischen Modelleisenbahnen sind voll auf ihre Kosten gekommen. Aber auch die kleinen Besucher haben große Augen bekommen und trotz Internet und Smartphone den Mund kaum zubekommen. Leider waren die Besucherzahlen wegen der Sturmwetterlage nicht ganz so gut wie im Vorjahr. Die Menschen, die sich rausgewagt haben, waren aber ganz und gar zufrieden.



Historische Modellbahn Ausstellung TRIX Marienfelde GHO 2017 27
Der Schwerpunkt der Ausstellung ist der historische Teil. Die meisten dieser Bahnen waren im Fahrbetrieb zusammen mit dem historischen Zubehör zu bewundern. Es wurden ebenfalls Vitrinen für bestimmte Themen und Sammelgebiete präsentiert. Die teilweise sehr seltenen Bahnen und Exponate werden von Sammlern aus dem In- und Ausland nach Berlin gebracht. Aus den Niederlanden, aus Großbritannien, aus der Schweiz, Österreich und aus anderen Ländern kamen die Aussteller. Sie sind selbst alle Fans von diesen kleinen Wunderwerken und freuen sich jährlich auf die Reise nach Berlin-Marienfelde. Ein spannender Austausch mit den anderen Fachexperten ist der Lohn für die teilweise weiten Anreisen.

Schwerpunktthema war diesmal „TRIX EXPRESS 1937“. Auf der Leipziger Herbstmesse 1937 stellte TRIX EXPRESS im Leipziger Messehaus Petershof die erste serienmäßige 2 C 1-Schnellzuglokomotive für eine 00-Tischbahn vor. Zusätzlich wurden mit der TRIX EXPRESS-Modellserie lange Schnellzugwagen und Güterwagen in sehr detaillierter Ausführung angeboten. Nach nur zwei Jahren ist aus der kleinen zweiachsigen Spielbahn-Lokomotive vom Frühjahr 1935 eine maßstäbliche Modellbahn-Lokomotive mit realer Achsfolge entstanden. In der Programmankündigung hieß es ergänzend: „Die rasante Entwicklung der TRIX EXPRESS Tischbahn zeichnet sich durch eine Fülle beispielhafter Entwicklungen und Erfindungen aus, mit denen innerhalb weniger Jahre von 1935 bis 1939 aus einer Spielzeugbahn eine vollwertige Modelleisenbahn entstand und damit Bahnen dieser Baugröße in die Wohnzimmer der Bevölkerung gebracht wurden. In diesem Jahr 2017 blicken wir unter anderem auf die Messeneuheiten des Jahres 1937 zurück. Vor der TRIX EXPRESS Modellbahn wurde von den Vereinigten Spielwarenfabriken Nürnberg unter der Führung von Stephan Bing noch anderes bekanntes Systemspielzeug entwickelt und produziert.“

Von weit her kamen die Aussteller

Der über 80 jährige John Hopkinson aus Haworth, West Yorkshire ist Mitglied des Verbandes der englischen TRIX-Freunde vom TTRCA und reist schon seit einigen Jahren durch den Kanaltunnel von der Insel an. Er scheint sich bei den Berliner Eisenbahnfreunden sehr wohl zu fühlen.

John Hopkinson (re) mit Organisator Dieter Weißbach

Er präsentiert die mit viel Liebe und Exaktheit lackierten englischen TRIX TWIN Railway Repaintings. Er zeigt und erklärt die Neulackierungen und Lackierungsvarianten, die auch für einen erschwinglichen Preis erworben werden konnten. Der ehemalige Kunstlehrer hatte mit seiner verstorben Frau, die sich für Puppen interessierte, ein Spielzeugmuseum. Wenn John Hopkinson seine Geschichte erzählt, blüht er richtig auf.

Sehr natürlich aussehende historische Bastelbogenzüge aus ganz Europa waren auf Märklin Fahrgestellen (1930-1960) von Bruno Schwender aus der Schweiz zu bestaunen. Pappe für Eisenbahnen kommt für viele Fans nicht in Frage. Hier wurde aber gezeigt, dass auch Pappe und Papier nicht nur simpel und einfach sein muss.

Ein KIBRI Händlerschaustück eines Zeppelin-Flughafen von 1930 und eine Märklin Tischbahn Spur 00 mit Modellen aus dem Jahr 1937 waren zu bewundern. An der Station 2 hat Aussteller Gert die Entwicklung der Stromversorgung von 1910-1935 aufgezeigt.


Dies war ein Eldorado für Elektriker und Eisenbahnfans, die auch mit den Fachbegriffen etwas anfangen konnten.
Die gigantische Dampflok aus Walters Stabil-Metallbaukasten stammt aus der Zeit um 1930 und konnte vor einigen Jahren "nur für Selbstabholer" in Berlin erworben werden.




Spur 0 Tinplate-Bahn mit langen Schnellzügen, DDR Handarbeits- und Serienmodelle der 2 C 1 und Kleinserienmodelle der Spur 0, die auch aus dem Verkehrsmuseum Dresden bekannt sind, waren zu bestaunen.


Der TRIX EXPRESS Adler-Zug von 1962 zog in einer Modellbahnanlage Nürnberg 1835 seine Runden.

Viele liebevolle Details waren auf dieser Anlage vom Christlichen Modellbahnteam Berlin & Umland anzuschauen. So gab es einen besonders detaillierten Bahnhof. Auf dem Friedhof war gerade eine Beisetzung zu sehen.

Besonders ist die Modellbahnanlage der Gastgeber von der Gustav-Heinemann-Oberschule zu erwähnen, die im Foyer besonders die Kinder in den Bann zog.




An der Anlage der Modellbahn-AG der Schule wurde und wird seit vielen Jahren intensiv mit engagierten Lehrern an verschiedenen Teilabschnitten der Berliner Stadtbahn gebaut. S-Bahnen und Fernzüge drehen dort ihre Runden. Schüler und ehemalige Lehrer haben den Fahrbetrieb auf der Anlage gut im Blick. Die AG der Schule feiert in diesem Jahr bereits ihren 35. Jahrestag und vermittelt Schülerinnen und Schülern mit diesem Hobby nach wie vor viel Freude und wichtige Fertigkeiten und Kompetenzen.

Man darf sich schon auf 2018 freuen, wenn genau in der Mitte der Herbstferien die Gustav-Heinemann-Schule wieder zu einer großen Modellbahnanlage wird.

Thomas Moser (auch alle Fotos)

https://trixstadt.de


 

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