70 Jahre Ende der Berliner Luftbrücke

Das Bezirksamt Tempelhof-Schöneberg lud zum 2. September 2019 alle „Luftbrücken-Kinder“ und Geschichtsinteressierte zu einem Zeitsprung in die Berliner Geschichte ein. Nach einem Grußwort der Bezirksbürgermeisterin Angelika Schöttler informierte Hans-Ulrich Schulz in einem reichlich mit Fotos, Dokumenten und Postkarten bestückten einstündigen Vortrag über viele Hintergründe, die teilweise so noch nicht bekannt waren. Dazu wird auf den Link siehe unten in der Lichtenrader Internetzeitung nochmal ausdrücklich verwiesen. Der Saal war gut gefüllt. Einige Zeitzeugen steuerten ihre Erinnerungen bei. Aber auch jüngere Menschen waren anwesend, Schülerinnen und Schüler der Gail-Halvorsen-Schule.
Ed Koch berichtete in einer paperpress-Newsletterausgabe, die hier teilweise abgedruckt wird.
70 jahre luftbruecke vortrag uli schulz rath schoeneberg moser 18



paperpress Newsletter vom 3.9.2019 (Auszüge)

Die Luftbrücke als Folge des Zweiten Weltkriegs
Zu den Folgen des Zweiten Weltkrieges gehörte die Teilung Deutschland. Es stimmt versöhnlich, dass ausgerechnet der letzte Machthaber der Sowjetunion, Michail Gorbatschow einen wesentlichen Beitrag zur Wiedervereinigung Deutschland leistete. Darauf konnte man aber 1948 noch nicht hoffen, als Stalin Berlin insolierte und alle Zugangswege sperrte. Bis auf die Luftkorridore, auf die sich die Al-liierten schon vorher verständigt hatten. Die Blockade Berlins vom Juni 1948 bis Mai 1949 war der Versuch der Sowjetunion, Deutschland noch einmal neu zu sortieren. Die Westalliierten hätten auch entnervt Berlin aufgeben können. Dem Freiheitsgedan-ken der Amerikaner ist es im Wesentlichen zu verdanken, dass dieser Plan Stalins nicht aufging.
Über die Blockade und Luftbrücke glauben wir alles zu wissen und in diesem Jahr hinreichend erfahren zu haben. Das ist ein Irrtum. Hans-Ulrich Schulz beweist das Gegenteil.

Eigentlich ist der 1950 in Mariendorf, also nach dem Ende der Blockade, geborene Hans-Ulrich Schulz „nur“ ein Briefmarkensammler, und das bereits seit seinem achten Lebensjahr. Nicht zum ersten Male beweisen Briefmarken, die auf Postkarten und Briefumschlägen kleben, wie spannend Geschichte sein kann. Hans-Ulrich Schulz ist über seine Leidenschaft des Briefmarkensammelns zu einem anerkannten Heimatforscher geworden. So gibt er zum Beispiel seit Jahren Kalender mit historischen Aufnahmen über seinen Heimatbezirk Tempelhof heraus. Der neueste ist soeben im Verlag Morgana-Edition erschienen – www.morgana-edition.de – 13 Euro.
70jahre luftbruecke Tempelhof Uli schulz moser3
Sein Meisterwerk ist jedoch das Buch „Im Zeichen der Luftbrücke“, das im selben Verlag erschienen ist. Am 2. September hielt Hans-Ulrich Schulz im Rathaus Schöneberg einen Vortrag über die Luftbrücke und sein Buch. Gekommen waren vorwiegend ältere Mitbürger, von denen einige die Luftbrücke noch erlebt hatten. Aber auch jüngere Menschen waren anwesend, Schülerinnen und Schüler der Gail-Halvorsen-Schule.

Begrüßt wurden die Gäste durch Bezirksbürgermeisterin Angelika Schöttler, die die Veranstaltung einschließlich anschließendem Get-Together ausrichten ließ.

Thomas Moser, wie Hans-Ulrich Schulz, ehrenamtlicher Chronist, beschreibt auf seiner Internetseite das Buch. Die ganze Geschichte unter
https://www.lichtenrade-berlin.de/news/aktuelle-news-internetzeitung/1501-im-zeichen-der-luftbruecke-70-jahre-berliner-geschichte

Trotz der enormen Mengen an Lebensmitteln, Kohle und vielem mehr, immerhin 2,3 Mio. Tonnen in 277.569 Flügen, herrschte in West-Berlin Hunger und Not.

Der Schwarzmarkt blühte und wer die Möglichkeit hatte, besorgte sich etwas aus dem Umland. Nach Ost-Berlin gab es nur noch vier Zugangsstraßen, die natürlich auch von den Sowjets überwacht wurden. Keine Mauer, aber mit Mauersteinen, waren andere Straßen unpassierbar gemacht worden.

Die Luftbrücke war keine Einbahnstraße. Davon profitierten vor allem die Kinder, die zum Aufpäppeln ins freie Deutschland und andere europäische Länder zu Gastfamilien fliegen durften. Auch Aufenthalte in den USA waren möglich.
Man kann es sich kaum vorstellen, aber West-Berlin exportierte auch Waren während der Blockade, zum Beispiel technische Geräte. Dafür wurde ein eigenes Siegel entworfen, das das Wappentier zeigt, wie es die Ketten der Blockade zerreißt und dabei in Richtung Westen blickt. „Kauft vom blockierten Berlin“ hieß die Marketingkampagne. Hans-Ulrich Schulz forscht weiter, noch längst sind nicht alle Geschichten über die Luftbrücke erzählt und aufgeschrieben worden. Die Erinnerung an dieses Ereignis muss wachgehalten werden.

Ed Koch

Weitere Fotoeindrücke aus der Veranstaltung;









Alle Fotos Thomas Moser

 https://www.lichtenrade-berlin.de/news/aktuelle-news-internetzeitung/1501-im-zeichen-der-luftbruecke-70-jahre-berliner-geschichte


 

Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden.