Das Marienfelder Industriegebiet Motzener Straße feierte am 28. März 2017 das 50jährige Jubiläum im Rathaus Schöneberg.

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Der Goldene Saal bildete für die Gäste aus Politik und Wirtschaft einen würdevollen Rahmen für das goldene Jubiläum.

Die Wirtschaftssenatorin Ramona Pop sprach das Grußwort und die Bezirksbürgermeisterin Angelika Schöttler stellte sich im Laufe der Veranstaltung den Fragen. „Der Bezirk Tempelhof-Schöneberg begleitet das Unternehmensnetzwerk Motzener Straße seit seiner Gründung. Wir sind Mitinitiatoren und Anschubfinanzierende. Darauf sind wir heute noch sehr stolz“, so Bezirksbürgermeisterin Angelika Schöttler.

Bevor es jedoch zum Sekt und zu den Häppchen ging, gab es gebündelte Informationen zu den Erfolgen und Ideen im Gebiet. Die Geburtstagsveranstaltung stand unter dem Fokus des Null-Emissionsziels des Unternehmensnetzwerks.

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Bis 2050 wollen die Unternehmen am Standort den CO 2 Ausstoß auf null senken.

Zukunft des Industriestandortes und gute Kooperationen

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Vom Vorstand des UnternehmensNetzwerkes begrüßte Ulrich Misgeld die Gäste und betonte die Erfolge und die Zukunftsfragen. Zu den Erfolgen gehören die Einrichtung einer Kita mit abgestimmten Öffnungszeiten, enge Kooperationen mit Schulen und auch die Kooperation mit dem Natur- und Erlebnispark in Marienfelde.

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Den Verantwortlichen der Naturwacht NaturRanger Björn Lindner und Naturpädagogin Dipl. Ing. Nathalie Bunke wurde am Ende der Veranstaltung ein symbolischer Scheck im Wert von 1000 Euro überreicht.

Zu den Zukunftsfragen gehört auch die wichtige Infrastrukturfrage. Da geht es beispielsweise um die Forderung des Vereins, dass als ein Baustein die Verkehrssituation Schichauweg/ Ecke Motzener Straße durch einen Kreisverkehr entspannt werden sollte. Ganz wichtig für die Zukunft wird die Anbindung und Ansiedlung von Hochschulen und Universitäten gesehen.

Als einen weiteren Aspekt sieht man an der einen und anderen Stelle in der zweistufigen Berliner Verwaltung noch Optimierungsbedarf.

Nachhaltige Geschenke werden gelobt

Das Grußwort sprach die Bürgermeisterin und Senatorin für Wirtschaft, Energie und Betriebe Ramona Pop.

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Sie unterstreicht das Potential des Standortes: „Das Industriegebiet Motzener Straße und die dort ansässigen Unternehmen bereichern mit ihrem Erfolg und ihren Ideen nun schon seit 50 Jahren den Wirtschaftsstandort Berlin. Zum Jubiläum gratuliere ich herzlich und bedanke mich für das Engagement. Besonders freue ich mich darüber, dass das Geburtstagskind selbst mit seinem NEMo-Projekt unserer Stadt ein nachhaltiges Geschenk macht.“

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Konkrete Ideen sind nach dem Konzept die Optimierung des Energie- und Ressourcenverbrauchs, das gemeinsame einkaufen von Grünstrom und das organisieren eines überbetriebliches Lastmanagement und von Energiespeichern. Lokale Abwärme-Netze sollen den Energieverbrauch optimieren, Solar-LED-Straßenleuchten sollten sich nach der Verkehrslage steuern und kleine Windräder könnten die Gebäude-Optik prägen. Elektrobusse sollen die beiden Bahnhöfe im Gebiet mit firmennahen Haltepunkten verbinden. Ein Online-Mitfahrdienst für Mitarbeiter im Gebiet könnte ergänzend genutzt werden.

Ausbildung und Wissenschaft steht im Mittelpunkt

Der Standort hat rund 200 Betriebe und etwa 5000 Beschäftigte.

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Zum Auftakt der Veranstaltung wurde der neue Imagefilm des Industriestandortes gezeigt, in dem auch viele Verantwortliche der Unternehmen zu Wort kommen.

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Neben Angelika Schöttler (re) diskutierten Jan Eder (Mitte( und Hardy Schmitz
In einer vom Presseverantwortlichen Bernhard Schodrowski moderierten Gesprächsrunde mit Bezirksbürgermeisterin Angelika Schöttler, IHK- Hauptgeschäftsführer Jan Eder und dem früheren Wista-Geschäftsführer vom Standort Wissenschafts- und Wirtschaftsstandort Adlershof, Hardy Schmitz, ging es um die Entwicklungschancen klassischer Industriegebiete. Die Bestandsunternehmen werden als wichtig angesehen. Die Kooperation mit Universitäten wird von Hardy Schmitz als notwendig betrachtet und auch die Nähe zum BER wurde als positiv gewertet. Für Jan Eder stand der Nachwuchs und eine gute Bildung im Mittelpunkt. Die auch für die Wirtschaftsförderung zuständige Angelika Schöttler sieht das Vorhalten von Flächen als notwendig an. Sie betont in diesem Zusammenhang, dass nach ihrer festen Überzeugung die Flächen an der naheliegenden Säntisstraße weiterhin für Betriebe zur Verfügung stehen müssen. Für sie ist im Ausbildungsbereich die gute Zusammenarbeit mit der Jugendberufsagentur wichtig, zumal der richtige Ausbildungsberuf die Chance für gute Fachkräfte von Morgen darstellt. Einig ist man sich, dass ein guter Entwicklungsplan des „Juwels Motzener Straße“ für Investoren wichtig ist. In diesem Zusammenhang wurde erwähnt, dass die Ansiedlung eines internationalen Unternehmens den Standort noch befördern könnte.

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In einer weiteren Gesprächsrunde gaben Stimmen und Statements von Standortunternehmen einen Einblick in den Arbeitsalltag.

Eine kleine Chronik

Die ersten Überlegungen für einen Industriestandort stammen schon aus dem Jahr 1956. Die Grundlage dafür bildete die Inbetriebnahme der Dresdner Dampfbahn mit dem Marienfelder Haltepunkt und im Jahr 1946 die Anlage des S-Bahnhofes Buckower Chaussee. Im Jahr 1965 wurde die Motzener Straße (teilweise vorher Lichtenrader Weg) ausgebaut und die ersten Erschließungsarbeiten begannen. Die ursprüngliche Straßenführung von Lichtenrade nach Marienfelde änderte sich. 1967 war es dann soweit und die ersten Firmen nahmen ihren Betrieb auf. Dort wo früher Felder und die Laubenkolonie Lüdecke waren, wurde der Industriestandort nach und nach ausgebaut. Der Nunsdorfer Ring kam dann im Jahr 1968 dazu. Zum 40jährigen Jubiläum wurde im Jahr 2007 ein Industriefest vom Verein UnternehmerNetzwerk Motzener Straße mit 10.000 Nachbarn und einem großen Feuerwerk gefeiert.

Das Netzwerk organisierte sich 2005 als Verein. Der Zusammenschluss startete mit circa 60 Betrieben mit rund 2500 Beschäftigten.

Das Konzept „NEMo Null Emission Motzener Strasse“ wurde 2016 fertiggestellt und im bundesweiten Wettbewerb „Deutschland – Land der Ideen“ als „Ausgezeichneter Ort 2016“ ausgezeichnet.

Erste Schritte zur Erreichung des Ziels wurden gemacht: Betriebe decken inzwischen ihren Energiebedarf mit Grünstrom oder produzieren mit Solaranlagen selbst Energie. Außerdem haben die Firmen Ladestationen für Elektroautos errichtet. Die energetische Gebäudesanierung und die ökologische Grünflächengestaltung sind ebenfalls Beispiele.

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Den Lichtenrader Bürgerinnen und Bürgern liegt sicher die Umsetzung des ökologischen Ziels mit der Emissionsreduzierung sehr am Herzen, zumal besonders im Süden die Wohnbebauung direkt angrenzt.

Herzlichen Glückwunsch Motzener Straße, herzlichen Glückwunsch Netzwerk!

Thomas Moser

http://www.naturwachtberlin.de

http://www.motzener-strasse.de

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MdB Renate Künast war auch Gast.

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Der Vorsitzende vom bezirklichen Wirtschaftsausschuss der BVV Hagen Kliem.

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Unternehmer Thomas Schmidt (GeteMo) und stell. Vorsitzender vom Lichtenrader UnternehmerNetzwerk sowie Robert Hahn (Hahn Bestattungen) und Vorstandsmitglied der UnternehmerInitiative Tempelhofer Damm

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Rainer Welz (benachbarter Spediteur) und aktiv in Sachen Dresdner Bahn

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Alle Fotos: Thomas Moser


 

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