Kita-Plätze sind Mangelware... Aber trotzdem gute Aussichten an der Alten Mälzerei

Auch Lichtenrade wächst und benötigt Betreuungsmöglichkeiten für die kleinsten Mitbewohner. Von der bezirklichen CDU-Fraktion stellte kürzlich Christian Zander einen Antrag, dass im Rahmen des Bebauungsplans für das Gebiet rund um die Alte Mälzerei ein Kitastandort zu entwickeln ist: „Die Bezirksverordnetenversammlung ersucht das Bezirksamt, im Rahmen der Aufstellung des Bebauungsplans B 7-87 für das Gebiet rund um die Alte Mälzerei Lichtenrade darauf hinzuwirken, dass in dem Planungsgebiet ein Kitastandort mittlerer Größe seine Heimat finden kann.“

Um es vorweg zu nehmen: Es sieht jetzt dort mit den Kita-Plätzen gut aus.

Aus den Bauplanungsunterlagen/Siehe auch Link in der Lichtenrader Internetzeitung
In der Begründung des Antrages wurde ergänzend ausgeführt: „Die wenigen Kitaplätze, die im Zusammenhang mit der Bebauung an der Nuthestraße geschaffen wurden, sind längst belegt. Nun werden in den nächsten Jahren die meisten Wohneinheiten in der Nuthestraße von Familien bezogen. Auch neben der Mälzerei sollen ca. 180 neue Wohnungen geschaffen werden, so dass der zusätzliche Bedarf an Kitaplätzen mit den vorhandenen Kapazitäten nicht aufgefangen werden kann.“

Der Antrag wurde jetzt im Jugendhilfeausschuss (JHA) am 25. April 2018 behandelt.

In dieser öffentlichen Sitzung erläuterte der Eigentümer der Alten Mälzerei Thomas Bestgen (UTB Projektmanagement), dass die UTB bei eigenen Baumaßnahmen notwendige Kita-Plätze immer selbst baut, da dies für sie zur urbanen Entwicklung von Wohnquartieren gehört. Eine Verpflichtung für Kita-Plätze beim Neubau der geplanten Wohneinheiten, die direkt auf dem Mälzerei-Gelände geplant sind, umfasst circa 23 Plätze. Diese Größe ist für Kita-Betreiber schwierig wirtschaftlich zu betreiben. Thomas Bestgen erklärte im JHA, dass sie den Bau für eine Kita darüber hinaus mit circa 40 bis 60 Plätzen planen.

Thomas Bestgen hat schon rund um die Planung der Entwicklung des Mälzerei-Geländes gezeigt, dass die UTB eng mit dem Aktiven Zentrum in Lichtenrade, der Bevölkerung und mit dem Bezirksamt zusammenarbeitet und auch auf Wünsche im kulturellen Bereich eingegangen ist. Bei Kita-Standorten besteht die praktische Schwierigkeit, dass festgelegte Außen- bzw. Freiflächen immer nur abgetrennt für die Kita vorgehalten werden müssen. Dies wird dann auch umgesetzt, ist jedoch bei einem Gelände, das sich im Rahmen einer urbanen Entwicklung für die gesamte Bevölkerung öffnen soll, nicht ganz einfach.

Neben der Mälzerei wird in der Nuthestraße auch schon jetzt gebaut, sodass sicher die Kita-Plätze schnell belegt sein werden. Große Flächen, wie von Kleingärtnern und dem ehemaligen Campingplatz, sind für weitere Baumaßnahmen schon freigeräumt. Formal wurde der Antrag der CDU vertagt. Da sich jedoch der Antrag mit den Ausführungen von Thomas Bestgen erledigt haben dürfte, ist mit der Rücknahme des Antrages zu rechnen.
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Vernetzung Jugendamt und Polizei und Entspannung am Gemeinschaftshaus

Auf Initiative der Regionalleitung des Jugendamtes fand am 17. April 2018 in der Briesingstraße ein Vernetzungstreffen mit dem neuen Leiter des Polizeiabschnitts 47, Herrn Gottfried und weiteren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Abschnitts in einer „ausgesprochen offenen und kooperativen Atmosphäre“ statt. Im Mittelpunkt des Austausches standen Fragen der Vernetzung im Rahmen von Präventionsarbeit, bei Jugendkriminalität und Meldungen häuslicher Gewalt (Kinderschutzmeldung). Besonders intensiv betrachtet wurden die Rolle des Regionalen Sozialen Dienstes sowie der rechtliche Hintergrund bei Hausbesuchen im Rahmen von Kinderschutz und bei Inobhutnahmen und eine gegebenenfalls erforderliche Unterstützung oder Schutz durch die Polizei bei der Durchführung. Zeitnah sind weitere Vernetzungstreffen, Abstimmungsrunden zu den einzelnen Themen angedacht.

Nach Informationen des Kiezreporters hat sich auch die teils angespannte Situation rund um das Gemeinschaftshaus Lichtenrade entspannt. Einige Jugendliche sorgten kürzlich für Unruhe. Durch pädagogische Maßnahmen und klaren Regelsetzungen ist es jetzt ruhiger geworden. Der nächste JHA im Mai  soll möglichst im Lichtenrader Gemeinschaftshaus stattfinden (noch nicht bestätigt).

Thomas Moser


 

Die Bezirksbürgermeistern von Tempelhof-Schöneberg Angelika Schöttler hatte am 21. April 2018 erneut zu einem Kiezspaziergang durch Lichtenrade eingeladen. Insgesamt ist das der 46. monatliche Rundgang durch den Bezirk und der Ortsteil Lichtenrade war schon einige Male dabei.

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Treffpunkt war an der Kreuzung Lichtenrader Damm/Im Domstift/Alt-Lichtenrade vor dem Café Obergfell. Der gut besuchte Rundgang dauerte circa 2 Stunden und führte über den historischen Dorfkern zu dem Hochhausgebiet rund um die Nahariyastraße.

In der Ankündigung heißt es: „Gemeinsam werden wir die südlichste Wohngegend unseres Bezirkes kennen lernen, die von beeindruckenden Kontrasten geprägt ist: Historische Bebauung, Einfamilienhäuser sowie größere Wohnkomplexe stehen hier nah beieinander und zeugen von der Vielfältigkeit Lichtenrades. Vom historischen Ortskern aus werden wir erkunden, wie sich in diesem Ortsteil an der Berliner Stadtgrenze generelle Tendenzen der Stadtentwicklung der letzten Jahre und Jahrzehnte nachvollziehen lassen können.“ Wer über die Rundgänge informiert werden will, kann einen Hinweis per Mail bestellen (Link siehe unten).








Der Weg führte über die historische Dorfschmiede, dem Lichtenrader Dorfteich, der Dorfkirche hin zum Denkmal für das Außenlager des KZ Sachsenhausen am Bornhagenweg.

kiezspaziergang schoettler lichtenrade 45 moser 042018 16

Angelika Schöttler präsentierte jeweils vorbereitete Informationen.

Weiter ging es an einem Teilabschnitt des Lichtenrader Grabens vorbei bis zur Nahariyastraße. Dort befindet sich auch die Nahariya-Grundschule. Mit diesem Ort in Israel hat der Bezirk eine Städtepartnerschaft. Die israelische Stadt Nahariya liegt unmittelbar am Mittelmeer an der Grenze zum Libanon, nahe Haifa. Im Nahariyakiez fand zeitgleich eine der regelmäßigen Putzaktionen statt. Der Kiezspaziergang endete dann am TauschTreff Lichtenrade in der Nahariyastraße 33. Hier kann Bekleidung, Spielwaren, Bücher, Dekoartikel und kleinerer Hausrat getauscht werden.

Ein Kiezspaziergang mit viel Sonne. Jetzt kann der Sommer starten.

https://www.berlin.de/ba-tempelhof-schoeneberg/ueber-den-bezirk/spaziergaenge/

Info zu einer Stadtführung durch Lichtenrade von Marina Heimann:

Im Rahmen der BezirksTouren vom Museum Tempelhof/Schöneberg gibt  am 20.05.2018 um 11.00 Uhr eine kostenlose, historische Stadtführung durch Lichtenrade!

Nur mit Anmeldung möglich s.u., über das Museum Tempelhof/Schöneberg!
stadtfuehrung lichenrade heimann 05 2018



 

Die Kiezrunde Lichtenrade-Ost hatte am 21. April 2018 erneut zu einer Putzaktion im Nahariyakiez aufgerufen.

Es machten besonders Lichtenrader Institutionen aus der Gegend mit. Mit dabei war das Evangelische Kinder- und Jugendhaus, Outreach mit dem Stützpunkt im ehemaligen Waschhaus, das Jugendcafé am Dorfteich und Aktive vom Volkspark Lichtenrade.


Kinder- und Jugendtreffpunkte und...

...aktive vom Volkspark Lichtenrade.
Aufgerufen waren auch die Bewohnerinnen und Bewohner sich an dieser zweiten Kiezaktion zur Belebung und Verschönerung des Viertels zu beteiligen.

Einige Mieter aus der Siedlung der IDEAL unterstützen dann auch tatkräftig die Aktion, wobei dieser Bereich des Viertels in der Hochhaussiedlung sauber ist.

Hinweise für die Putzgruppen...

Die Regionalkoordinatorin für Lichtenrade, Luzia Weber, begrüßte die fleißigen Helferinnen und Helfer. Die Regionalkoordination Lichtenrade betreut federführend den Einsatz der Mittel aus dem Förderprogramm FEIN (Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Wohnen) für das Gebiet rund um die Nahariyastraße. Die Berliner Abgeordnete Melanie Kühnemann (SPD) war auch diesmal Besucherin der Kiezaktion und freute sich über das Engagement.


Mit der Aktion für mehr Sauberkeit und Lebensqualität hätte man gerne noch mehr Menschen erreichen wollen. Anwohner berichteten, dass wöchentlich in den Außenanlagen sauber gemacht wird, dann aber ganz schnell wieder alles voll Müll ist. Diesen Eindruck hatten wir besonders bei der Besichtigung von Spielplätzen, die schmutzig waren.

Schon die pure Ankündigung der Aktion ließ zu Teilen in den sozialen Netzwerken den Puls höher schlagen, denn Anwohner sind über den Zustand der Sauberkeit in der Siedlung sehr unglücklich.

Treffpunkt Marktplatz, der auch erst einmal gereinigt werden musste...
Vorweg ist jedoch zu sagen, dass es auch hier ganz unterschiedliche Bereiche gibt.

So ist der Komplex der IDEAL-Genossenschaft sehr gepflegt. Ansonsten gibt es viel Ärger, weil Menschen offenkundig ein gepflegtes Wohnumfeld nicht wichtig ist. Wie man hier einen Schritt weiterkommen kann, ist eine zentrale Frage. Solche Aktionen sind wichtig, müssten aber noch von verschiedenen regelmäßigen Maßnahmen begleitet werden, damit der Kiez ein Stück mehr Wohlfühlort wird.
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Finanzielle und organisatorische Hilfe für die Aktion kam von Wohnungsunternehmen vor Ort und die Stadtreinigung BSR unterstützte mit Werkzeug und Material im Rahmen der „Kehrenbürger“. So konnten neben den mitgebrachten Salaten auch noch andere Leckereien vom Grill nach der Arbeit genossen werden.



Empfangen wurden die Fleißigen musikalisch von der Bläserklasse der benachbarten Nahariya-Grundschule.

Der Entwicklung in diesem Kiez sollte im Bezirk eine besondere Beachtung geschenkt werden. Einzelne kleine Aktionen sind gute Schritte, aber im Augenblick auch nur ein Tropfen auf heißem Stein.


HUI-Beispiele im Nahariakiez

Im Rahmen von Kinderaktionen mit der Lichtenrader Künstlerin Sylvia Zeek verschönert...


Blütenzauber...

... und eindeutig Pfui!


Thomas Moser (auch alle Fotos)

Von der letzten Aktion: http://www.lichtenrade-berlin.de/news/aktuelle-news-internetzeitung/871-aufraeumaktion-der-nahariykiez-soll-schoener-werden


 

Berlin-Lichtenrade 23. April 2018 Ein knappes Jahr nach dem Urteil des Bundesverwaltungsgerichtes vom 29. Juni 2017 zur Dresdner Bahn scheint das Interesse an Informationen in der Bevölkerung eher zugenommen zu haben. Die „Bürgerinitiative Lichtenrade - Dresdner Bahn“, die schon Jahrzehnte gegen die ebenerdige Führung der Bahn durch Lichtenrade gekämpft hatte, lud zu einer öffentlichen Informationsveranstaltung ins Gemeinschaftshaus Lichtenrade. Das Gemeinschaftshaus war bis zum letzten Platz besetzt und die letzten der circa 350 Besucher mussten während der über zweistündigen Veranstaltung stehen.

Alles drehte sich um die Informationen rund um den Baufortschritt und die Planungen der Dresdner Bahn, die vom Projektleiter der DB Netz Holger Ludewig mit Unterstützung seines Kollegen Benjamin Döring beantwortet wurden. Von der BI begrüßte der 1. Vorsitzender Klaus Roesler die Gäste der Bahn und die vielen interessierten Lichtenraderinnen und Lichtenrader. Kurz erklärte Roesler von der Bürgerinitiative, dass das Verfahren rund um die Verfassungsbeschwerde läuft und bereits in Kürze zu erwarten ist, dass über die sogenannte „Anhörungsrüge“ entschieden wird. Klaus Roesler machte aber auch immer wieder deutlich, dass dies eine Informationsveranstaltung ist, Fragen gestellt werden können, dass es aber an dieser Stelle nicht um die Grundsätzlichkeit der Maßnahme gehen kann. Erwartungsgemäß war der Unmut über die Dresdner Bahn durch Lichtenrade zu spüren. Durch die konsequente und angenehme Moderation von Klaus Roesler standen die Informationen zu den Bautätigkeiten im Vordergrund.

Foto: Mitte 1. Vorsitzender Klaus Roesler, links daneben der stellvertretende Vorsitzende Michael Küpper und Vorstandskollege Gerd Jenke. Rechts neben Klaus Roesler saßen Holger Ludewig und Benjamin Döring.

Für die Lichtenrader, die schon viele Veranstaltungen zum Thema Dresdner Bahn besucht und aufmerksam die Lokalpresse verfolgt hatten, gab es nicht so viele neue Informationen, was aber auch nicht erwartet werden konnte. Interessant ist es jedoch immer wieder, wenn in übersichtlicher Art und Weise die verschiedenen Schritte aus erster Hand dargestellt werden. Es ist unübersehbar, dass es rund um die Bahn mit aller Macht losgeht. So wird Teilen der Bevölkerung jetzt erst deutlich, was es bedeutet und wie breit die Bahntrasse ist. Begonnen haben Rodungsarbeiten und der Freischnitt bereits in der vegetationsarmen Periode. Damit ist der erste Grundstein über vorbereitende Maßnahmen gelegt. Auf der insgesamt 16 Kilometer langen Strecke der Baumaßnahmen (rund 11 Kilometer davon in Berlin) werden neun Bahnübergänge aufgelöst. Damit wird es, wie die Bahnvertreter immer wieder betonen, nach Fertigstellung keine bzw. deutlich weniger Wartezeiten an den Bahnquerungen geben. Diese Wartezeiten haben sich gerade spürbar verlängert, da die erste Stufe eines neuen elektronischen Stellwerks eingerichtet wurde. Für diese Bautätigkeit war Lichtenrade einige Wochen vom Schienennetz abgeschnitten. Diese neue Technik wird es jedoch möglich machen, dass die S-Bahn während der Bauarbeiten meistens zumindest eingleisig bis Lichtenrade pendeln kann.

Im ausgebauten Zustand ist mit circa 600 Zugbewegungen pro Tag auf dieser Strecke zu rechnen.

Schienenersatzverkehr, Wolziger Zeile und andere Aufreger-Themen

Über den Schienenersatzverkehr gab es bei den anwesenden Bürgerinnen und Bürgern viel Unmut. Hier wird eine deutliche Verbesserung eingefordert. Bei der letzten großen Unterbrechung gab es viele Probleme, zumal einige Tage Teile der Bahnhofstraße wegen einer Straßenunterspülung geschlossen werden mussten.

Bei den Baumaßnahmen soll weitestgehend der Bahnverkehr bis Lichtenrade gewährleistet werden. Nacht- und Wochenendbautätigkeiten sollen möglichst vermieden werden. Jedoch ist auch damit zu rechnen, dass dafür von der Bahn Einzelgenehmigungen beantragt werden. Zu Lärmfragen hat die Bahn einen besonderen Telefonkontakt eingerichtet. Bei besonderen Beeinträchtigungen können auswärtige Übernachtungen beantragt werden.

Als die Bahnvertreter die Grundsätzlichkeit der Baumaßnahmen verteidigten und auf eine zehnminütige Fahrzeiteinsparung, auf Kapazitätsgrenzen der Anhalter Bahn und besonders auf die Anbindung des irgendwann mal fertigen Flughafens BER hinwiesen, war das Gelächter und der Unmut erwartungsgemäß groß.
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Der Frage rund um die Belastungen am Bahnübergang Wolziger Zeile wurden bei dieser Veranstaltung erstmalig deutlich und oft angesprochen. Dieses Thema war in der Vergangenheit nur sehr kurz betrachtet worden, obwohl auch der Lichtenrader Kiezreporter öfters darauf hinwies. Man konnte den Eindruck haben, dass Teilen der Bevölkerung in diesem Bereich von Lichtenrade erst jetzt die Auswirkungen rund um die Dresdner Bahn bewusstwurde. So ging es um längere Zeiten für Rettungsfahrzeuge, wenn im Bereich der Wolziger Zeile künftig nur noch Fußgänger und Radfahrer die Bahn queren können. Rettungswagen werden laut Bahn durch die dann fehlenden Wartezeiten an den Schranken Umwegzeiten ausgleichen können. Eingefordert wurde auch, dass die Baufahrzeuge möglichst nicht durch Lichtenrade fahren sollen. Die Bahn will dafür, sofern möglich, auch auf die Schiene ausweichen. Auch die Mehr-Belastungen wegen Zunahme des ausweichenden Autoverkehrs für die Straßen in Lichtenrade Süd wurden deutlich benannt. Für die Verkehrsplanung rund um die Baustelle ist ein Unternehmen beauftragt worden. Deutlich wurde jedoch auch, dass auf die Verkehrslenkung Berlin eine große Aufgabe wartet.

Start in Lichtenrade: 2020 und die Befürchtung vor Überschwemmung

In Lichtenrade werden die richtigen Bauarbeiten an der Bahn im Frühjahr 2020 beginnen, was immer wieder vorbereitende Arbeiten nicht ausschließt. Zu den vorbereitenden Tätigkeiten gehören auch noch sogenannte Kampfmitteluntersuchungen, die besonders in Richtung Marienfelde erfolgen werden. Auch rechnet man mit der Umsiedlung von geschützten Tierarten. Für 2018 sind noch fünf S-Bahn-Unterbrechungen für jeweils drei bis vier Tage geplant. Die Bahn und auch in der Lichtenrader Internetzeitung werden jeweils darauf hinweisen.

Am Bahnhof Lichtenrade wird vor Beginn der Bautätigkeit direkt südlich des jetzigen Bahnübergangs eine barrierefreie Querung über Rampen ermöglicht werden. Für den gesamten Autoverkehr ist dann der Bahnübergang geschlossen. Die Bauarbeiten beginnen westlich der Bahn auf dem Teilabschnitt Prinzessinnenstraße. Der Pfarrer Lütkehaus Platz wird anfangs teilweise als Lagerplatz benötigt. Erst wenn östlich der Bahn die Bauarbeiten für die Unterführung beginnen, wird der Platz in Gänze benötigt. Für Busse werden zwischen Steinstraße und Riedinger Straße Haltemöglichkeiten eingeplant. Im Jahr 2023 sollen diese Bauarbeiten westlich der Bahn abgeschlossen sein. Solange an der Bahnunterführung am S-Bahnhof Lichtenrade gebaut wird, solange wird der bisherige Übergang Wolziger Zeile geöffnet bleiben.

Es sollen teilweise dort schon Lärmschutzwände errichtet werden, wo es bautechnisch möglich ist. Damit soll der Lärm während der Bauarbeiten möglichst reduziert werden. Die Pfähle für diese Wände sollen wegen der Erschütterungen nicht eingerammt werden. Angefangen werden soll damit auf der westlichen Seite an der Wolziger Zeile.

Ein Aufreger-Thema war immer wieder, ob bei starkem Regen die Unterführung befahrbar sein wird. Verschiedene Fragesteller sahen dies sehr skeptisch, obwohl die Bahn aus ihren Sicht die Vorsorgemaßnahmen als ausreichend bezeichnet. Ein Regenrückhaltebecken wird einen fünfzehnminütigen stärkeren Regen ohne Pumpen bewältigen. Danach würden Pumpen das Becken immer wieder freimachen. Skepsis war in vielen Gesichtern zu sehen, zumal bei Stromausfällen diese Sicherungen nicht mehr greifen werden.

Der Bahnhof Lichtenrade wird Richtung Süden verlegt und der Bahnsteig wird direkt über der Unterführung für die Fahrzeuge gebaut werden. Die Lärmschutzwände werden in Lichtenrade eine Höhe von circa 2 Meter bis 5 Meter bekommen; an einigen Stellen wird es zwischen S-Bahn (die teilweise in Richtung Westen verschwenkt wird) und Fernbahn eine Mittel-Lärmschutzwand geben. Der Bezirk und das Aktive Zentrum Lichtenrade werden an der Farbauswahl und an der geplanten Begrünung beteiligt. Ebenfalls ist die Bahn zum Thema Anbindung in Verhandlung mit dem neuen Eigentümer der Alten Mälzerei.

Die Lichtenrader CDU-Abgeordnete Hildegard Bentele (MdA) spürte den Unmut der Lichtenrader, erklärte aber anerkennend: „Informativ war es auf jeden Fall. Der Projektleiter Ludewig ist für den Info-Punkt am Bahnsteig zu loben und für seinen Mut sich auch der Konfrontation zu stellen.“ Die Bauzeit rund um die Bahnhofstraße sieht sie eher skeptisch: „Die Bahnhofstrasse soll 3 bis 3 1/2 Jahre unterbrochen werden, wobei es meiner Ansicht nach einem Wunder gleichkäme, wenn ein Zeitplan einmal eingehalten würde.“ Auch wird von der BI mit längeren Beeinträchtigungen der Bahnhofstraße gerechnet.

Die Bahn wird an Häusern, wo Beeinträchtigungen zu erwarten sind, Beweissicherungsmaßnahmen für mögliche Schäden durchführen. Hier ist sind aber auch die Eigentümer selbst gefordert und die BI sieht darin auch eine künftige Aufgabe. Mit dem Eigentümerverein in Lichtenrade will man zusammenarbeiten. Für mögliche Schäden hat die Bahn eine Versicherung abgeschlossen. Zum Thema Lärmschutz sind nach den Bahn-Berechnungen nur 13 Gebäudeteile bzw. Fenster im gesamten Lichtenrader Bereich betroffen.

Weitere Bautätigkeiten nördlich von Lichtenrade, Wünsche und Ideen

Am Rande kamen die Bahnvertreter auch auf die Schließung der Säntisstraße und der stark kritisierten provisorischen Fußgängerüberführung zu sprechen. Hier plant die Bahn als Zugeständnis so eine Art Schiene, damit Fahrräder leichter geschoben werden können. Die Bauzeit dieser Unterführung soll drei bis vier Jahre dauern. Für bestimmte Bauzeiten wird auch auf die Möglichkeit von sogenannten kostenfreien Ruf-Taxis hingewiesen.

Die jetzigen Bauarbeiten am S-Bahnhof Schichauweg sind von den Wasserwerken zu vertreten, wobei dies auch vorbreitende Tätigkeiten für die Bahnanpassungen sind. Hier wird neben dem jetzigen Bahnhof eine extra Brücke für den Fernverkehr geplant.

Für die Bahn wäre es wünschenswert, wenn der Schichauweg eine direkte Anbindung zur B 101 bekäme, damit Baufahrzeuge einen direkteren Weg nutzen könnten. Diese Forderung wurde bereits auch vom „UnternehmerNetzwerk Motzener Straße“ für das Industriegebiet vorgebracht. Bei einer anderen Veranstaltung äußerte sich dazu jedoch die Bezirksbürgermeisterin Angelika Schöttler skeptisch.

Ein Regionalbahnhalt Buckower Chaussee wird diskutiert, ist jedoch von Berlin noch nicht bei der Bahn bestellt. Der Tagesspiegel berichtete, dass die Planungen schon weiter sind. Der Platz ist zwar grundsätzlich vorgesehen, aber viele Fragen sind noch offen. Im Zusammenhang mit einem Halt der Regionalbahn ist aus Bahnsicht immer zu bedenken, dass es wegen der Halte zu Verzögerungen beim Bahnverkehr kommt. Auch ist eine ausreichende Parkplatzsituation in der Nähe dieser Bahnhöfe sehr wichtig.

BI Vorsitzender Roesler (lks) mit Bahnprojektleiter Holger Ludewig
Eine Informationsveranstaltung, die weitestgehend dank der Diskussionsleitung des BI-Vorsitzenden Roesler in einer ruhigen Atmosphäre verlief. Weitere Informationsveranstaltungen sind geplant. Die BI freut sich jedoch auch über neue Mitglieder.

Thomas Moser (auch Fotos)

Weiterführende Links:

Link zur Bürgerinitiative Lichtenrade – Dresdner Bahn e.V. : http://www.dresdner-bahn.de

Link Deutschen Bahn / Bauprojekt Dresdner Bahn: https://bauprojekte.deutschebahn.com/p/dresdner-bahn

Projektseite der Bahn: http://www.dresdnerbahn.de/Aktueller-Stand------_site.site..ls_dir._nav.46_likecms.html

Bericht in der Lichtenrader Internetzeitung einer ähnlichen Informationsveranstaltung des Abgeordneten und CDU-Fraktionsvorsitzenden im Abgeordnetenhaus Florina Graf: http://www.lichtenrade-berlin.de/news/aktuelle-news-internetzeitung/945-der-bau-der-dresdner-bahn-startet-2018-richtig


 


Einladung in die Lichtenrader Dorfkirche zum Fest-Gottesdienst

Man glaubt es kaum. Der Lichtenrader Gospelchor existiert seit 10 Jahren und erfreut sich einer sehr großen Beliebtheit. Der Gospelchor hat sein Standbein in der Evangelischen Gemeinde in Lichtenrade und gestaltet in diesem Zusammenhang die verschiedensten Gottesdienste mit: „Wir freuen uns, die Kirchenmusik in Lichtenrade unterstützen zu dürfen und ein Teil der engagierten Gemeinde zu sein.“
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Zur Eröffnung des Jubilate-Gottesdienstes


Aber das reicht den Sängerinnen und Sängern noch längst nicht. Auf verschiedensten Veranstaltungen, auch außerhalb von Lichtenrade, ist der Chor aktiv und wird immer öfter angefragt. In Lichtenrade sind sie oft bei den Festen rund um den Dorfteich dabei, bereicherten das Frühstück auf der Bahnhofstraße mit ihrem Gesang, veranstalten Mitmachworkshops im Rahmen der Lichtenrader Jazzfeste und sangen bei der alternativen Modenschau vor der Alten Mälzerei.

... beim 30. Wein- und Winzerfest...

... beim Lichtenrader Jazzfest...
Auf der Website des Chores stellt sich der Chor vor: „Spaß am gemeinsamen Singen, die Liebe zu Gospel und seiner mitreißenden Botschaft, eine starke Gemeinschaft unabhängig von Alter oder Herkunft. Das macht den Lichtenrader Gospelchor Besonders.“

... in der Salvator-Kirche mit Kathy Kelly im Oktober 2015...
Ein großer Höhepunkt war sicherlich das gemeinsame Konzert mit Kathy Kelly in der überfüllten Lichtenrader Salvator-Kirche und die mittlerweile sehr beliebten Weihnachtskonzerte, die auch an zwei Terminen das Gemeinschaftshaus in Lichtenrade füllten und zum Gospelhöhepunkt des Jahres wurden.

Das Weihnachtskonzert 2017 (Foto Lichtenrader Gospelchor)

Foto Lichtenrader Gospelchor
Mit den Einnahmen unterstützt der Chor viele soziale Institutionen, wie beispielsweise die Lichtenrader Flüchtlingseinrichtung am Kirchhainer Damm oder die Obdachlosenhilfe der Bahnhofsmission am Bahnhof Zoo.

Der künstlerische Motor bringt Energie

Die Seele und der Motor des Lichtenrader Gospelchores ist die Chorleiterin Juliane Lahner, die seit vielen Jahren dem Chor ein professionelles Profil gibt. Sie sprüht vor Energie und Freude und steckt so förmlich die Sängerinnen und Sänger an. Die Freude am Gesang kann man den Chormitgliedern deutlich ansehen. Einige Chormitglieder stammen noch von der ersten Stunde.

Der Lichtenrader Gospelchor besteht seit 2008 und wurde von Uwe Sylvester ins Leben gerufen, dem die Leitung dann nicht mehr möglich war. Wechselnde Chorleiter brachten unterschiedlichste Impulse und der Kern des Gospelchores um den Organisatorischen Leiter Jörg Sinemus hielt am Gospel und dem gemeinsamen Projekt fest.

Jeden Donnerstag treffen sich um 18 Uhr Sänger und Sängerinnen von 11 bis 80 Jahren in der Aula des UVH-Gymnasiums in der Rehagener Strasse oder in der Dorfkirche in Lichtenrade. Neben der wöchentlichen Probe finden weitere Einzelproben, zumeist vor größeren Auftritten statt, wie auch Solistenproben, bei denen Juliane Lahner ihre gesamte Erfahrung und stimmliche Kraft weitergibt.

Treffend wird die Stimmung im Chor auf der Website beschrieben: Sie lachen gemeinsam, reden miteinander, kümmern sich umeinander, klatschen und singen gemeinsam. Hier treffen sich auch mehrere Generationen innerhalb des Chores: Enkeltochter, Mutter, Oma - alle singen zusammen. Darauf ist der Chor sehr stolz!

Die heutige Chorleiterin Juliane Lahner ist am 8. August 2013 dazu gestoßen. Mittlerweile hat sich der Chor von 12 auf über 100 aktive Mitsängerinnen und Sänger vergrößert. Da die Größe des Chores auch an organisatorische Kapazitätsgrenzen stößt, wurde momentan ein zumindest vorübergehender Aufnahmestopp verkündet. Im Lichtenrader Gospelchor besteht weder die Anforderung nach „Notenfestigkeit“ noch wird nur die perfekte Gesangsstimme gesucht. Was den Chor ausmacht, ist der Einklang, der beim Spaß am gemeinsamen Singen entsteht. Für viele ist der Chor mittlerweile viel mehr als regelmäßiges Singen. Es sind Freundschaften entstanden. So drückt es der Chor selbst aus: „Eine starke Gemeinschaft, eine Gospelfamilie!“

Zum künstlerischen Konzept sagt Juliane Lahner: „Unser Repertoire ist unserer Philosophie entsprechend vielfältig und reicht von klassischen bekannten Titeln bis zu modernen, zeitgenössischen POP-Songs, die wir in neuem chortauglichen Gewand präsentieren. Dabei lege ich größten Wert darauf, dass die Titelauswahl nicht nur die Sängerinnen und Sänger, sondern insbesondere unser Publikum begeistert. Halt ein Hauch von Sister Act aus dem Süden Berlins.“

Gesang und Instrumentalbegleitung im Einklang

Am Piano wird der Chor mit viel Liebe von Rico Haring unterstützt. Er begleitet den Chor bei den Proben und den Konzerten, bildet den kompletten musikalischen Teppich für den Chor und leitet auch die Gospelband bei größeren Konzerten. Am Saxophon werden wir zu Konzerten regelmäßig von Lutz Fußangel verwöhnt. Für den mitreißenden Beat an der Cajon und dem Schlagzeug sorgt regelmäßig Alexander Doll.

Am Bass und mit jazziger Stimme begleitet mit viel Liebe und Groove Papa Roger Reiprich. Sie sind alle ein fester Teil der Lichtenrader Gospelfamilie.

Festgottesdienst „Jubilate“ in der Dorfkirche und eine Feier

Am 21. April 2018 wurde die Gründung des Gospelchores in der Dietrich-Bonhoeffer-Kirche in Lichtenrade Nord gefeiert. Zusammen mit Gründungsmitglieder und allen ehemaligen Chorleiterinnen und Chorleitern schaute man in die Geschichte des Chores, präsentierte Gospels und schnitt die Jubiläumstorte an. Am Sonntag wurde dann der Festgottesdienst in der Dorfkirche gefeiert. Der Gospelchor feierte mit der Gemeinde und sang viele Lieder. Unterstützt wurde der Chor wieder von der Band. Die Kantorin Johanna Hagemann rundete die Feierlichkeiten ab.

Ergreifend auch vom Chor das Halleluja und die traditionelle Gospels.

Pfarrer Markus Sehmsdorf

Viel Lebensfreude mit „O Happy Day“ und ein Wermutstropfen, denn Pfarrer Markus Sehmsdorf las am Ende des Gottesdienstes aus dem offiziellen Schreiben zu seinem Enthebungsverfahren vor. Noch einige wenige Gottesdienste und Beisetzungen darf er begleiten, bevor ihm eine andere Tätigkeit im Kirchenkreis Tempelhof übertragen wird. Monatelange Unruhe und auch eine öffentliche Gemeindeversammlung ging dem voraus. Die Traurigkeit war bei Pfarrer Sehmsdorf zu spüren. An dieser Stelle wünsche ich viel Erfolg, Frieden und Erfüllung für die neue Arbeit.

Lebensfreude für Lichtenrade

Der Gospel lebt in Lichtenrade und bringt viel Lebensfreude.


Und die Luft für den Chor und für die Stimmen ist noch längst nicht ausgegangen. In diesem Sinne wünschen die Redaktion, der Lichtenrader Kiezreporter und sicherlich jede Menge Menschen aus Lichtenrade dem Chor noch viele erfolgreiche Jahre und viel Freude beim Singen. Wir freuen uns auf Euch!

Thomas Moser (auch alle Fotos, sofern nicht extra gekennzeichnet)

http://lichtenrader-gospelchor.com


 

Heart am Limit
Auf dem John-F-Kennedy-Platz vor dem Rathaus Schöneberg war es am 19. April lebhaft. Die bezirklichen Freizeiteinrichtungen für Kinder, Jugendliche und Familien präsentierten im Zuge eines Aktionstages die bunte Vielfalt ihrer Arbeit.



Neben diversen Ständen mit allerlei Kreativ-, Sport- und Musikangeboten zum Mitmachen war auch eine Bühne mit Showacts von den Besucher_innen der Kinder-, Jugend- und Familienfreizeiteinrichtungen vorhanden. Kinder und Jugendliche präsentierten ihre tänzerischen, sportlichen und künstlerischen Fähigkeiten und bekamen dafür tosenden Beifall.

Ein buntes Bühnenprogramm begeisterte.
Auch Lichtenrader Einrichtungen nahmen an dieser Veranstaltung aktiv teil.


Das Lichtenrader Kinder- und Jugendhaus der evangelischen Kirchengemeinde

Das Kinder- und Jugendclub im Gemeinschaftshaus Lichtenrade


Das Familienzentrum im Gemeinschaftshaus vom Nachbarschaftszentrum NUSZ der ufaFabrik
Bei diesem gemeinsamen Event aller Einrichtungen in Tempelhof-Schöneberg wurden die Aktivitäten für einen Tag „nach draußen“ verlagert, die Freizeitstätten selbst blieben geschlossen. Mit dem  Aktionstag im Rahmen der berlinweiten „T-Rest-Kampagne“ wollten die Mitarbeiter_innen und Besucher_innen der Kinder-, Jugend- und Freizeiteinrichtungen nicht nur für Unterhaltung sorgen, sondern auch ein sichtbares Zeichen setzen und damit der Politik und der Öffentlichkeit die bunte Vielfalt ihrer Freizeitangebote, der Jugendsozialarbeit und der Familienförderung zeigen und auf ihre wertvolle Arbeit aufmerksam machen!

Das Kinder- und Jugendparlament war auch dabei.
Die Kampagne T-Rest wirbt für mehr Solidarität und Wertschätzung für die soziale Arbeit in ganz Berlin. Ein höherer Stellenwert im Berliner Haushalt sowie eine bessere finanzielle Stellung sind erklärte Ziele der Kampagne.


Das Angebot der Jugendgruppe der Weißen Rose war an diesem sonnigen Tag mit den Booten sehr beliebt.
Der Bezirksstadtrat für Jugend, Umwelt, Gesundheit, Schule und Sport, Oliver Schworck unterstützt die Ziele der T-Rest-Kampagne und setzt sich für eine kontinuierliche und auskömmliche Finanzierung der Angebote der Jugendarbeit, Jugendsozialarbeit und Familienförderung ein. Diese wichtigen Förder-, Unterstützungs- und Bildungsangebote für Kinder, Jugendliche und Familien haben eine wichtige gesellschaftliche Bedeutung, weil sie grundsätzlich allen offen stehen, Bildung und Freizeitinteressen miteinander verbinden und dabei gleichzeitig soziale Integration ermöglichen und unterstützen.

Die Mariendorfer Einrichtungen präsentieren sich.

Eine verbesserte Finanzierung dieses Bereichs ist damit gleichzeitig eine wichtige Investition in die Zukunft, denn die rechtzeitige und präventiv wirkende Hilfe und Unterstützung von jungen Menschen ist das beste Mittel gegen Desintegration und das Gefühl des „Abgehängt-Seins“. Der Bezirksstadtrat freute sich, dass sich in Tempelhof-Schöneberg so viele Projekte und deren Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zusammengeschlossen haben, um gemeinschaftlich und mit viel Engagement diesen Aktionstag zu organisieren: „Ich danke allen Aktiven.“, sagte Oliver Schworck.
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Zum Hintergrund der T_Rest-Kampagne

Im öffentlichen Finanzierungsplan sind die Personal- und Sachmittel für Kinder-, Jugend- und Familienprojekte unter der Kostenstelle „T-Rest“ eingeordnet. Jugendarbeit kann aber kein „Rest“ sein, sondern ist unverzichtbarer Bestandteil des öffentlichen Angebotes einer Stadt!
In den letzten zehn Jahren herrschte in der Jugend- und Familienförderung berlinweit der Sparzwang. Viele Einrichtungen können aufgrund einer Unterfinanzierung nicht im notwendigen Maß die Bedarfe der Kinder, Jugendlichen und Familien erfüllen und nicht mit dem eigentlich vorgesehenen Personalschlüssel arbeiten.

Deshalb fordert das sich über die Kampagne T_REST abbildende soziale Netzwerk:

  • Solidarität
  • Wertschätzung
  • ein klares politisches Bekenntnis zu der Arbeit der Jugend,- und Familienförderung
  • über das geplante Jugendfördergesetz die Herstellung einer vernünftigen rechtlichen und finanziellen Grundlage für die Aufgaben der Kinder- und Jugendförderung
  • die Erarbeitung eines Familienfördergesetzes




Quelle: KiTS aktuell 20.04.2018 Fotos: Thomas Moser


 

80 Jahre Reinhart Kraft, Pfarrer i.R.

Reinhart Kraft, Initiator der Ökumenischen Umweltgruppe Lichtenrade, feierte bereits am 28.Februar 2018 seinen 80. Geburtstag.
pfr.Kraft 80 Foto privat
Foto privat
Aus diesem Anlass ließ es sich Jörn Oltmann, stellvertretender Bürgermeister und Bezirksstadtrat von Tempelhof-Schöneberg, nicht nehmen, am Vormittag persönlich die Glückwünsche des Bezirksamtes zu überbringen. Eine besondere Geste gegenüber dem verdienstvollen und für die Umwelt aktiven Bürger von Lichtenrade.

In Lichtenrade-Ost fand anschließend ein Treffen mit alten Gemeindemitgliedern aus der Zeit seines ersten Wirkens in Lichtenrade statt. Die Ökumenische Umweltgruppe drückte mit Gesang und kurzen Ansprachen ihren Dank an den Jubilar aus.

In einem sehr interessanten Beitrag gab seine Tochter einen Überblick über sein Leben und Schaffen im In- und Ausland in Kirche und Gemeinde.

Die Ökumenische Umweltgruppe, viele Lichtenraderinnen und Lichtenrader und auch der Kiezreporter Thomas Moser wünschen Reinhart Kraft weiterhin gute Gesundheit und Freude mit seiner Familie und seinen vielfältigen Hobbys.


 

15. April 2018 - Kunst, Informationen, Bilder, Geschichten
Unter dem Thema "Hilfe, die Wölfe kommen! -Umgang mit Wildtieren am Stadtrand für Kinder, Erwachsene und Hundehalter" fand im Lichtenrader LortzingClub der 4. Salon Hermione statt.

Der NaturRanger Björn Lindner und der Jäger Hans-Joachim Luczak waren als Fachgäste eingeladen. Für den künstlerischen Rahmen mit Lieder und Geschichten von wilden Tieren sorgten "Die Hermonies", vier Sängerinnen, die ansonsten ein Quintett bilden.


Nicht mit den Wölfen heulen und keine Wildtiere füttern

Der Salon Hermione beschäftigte sich Mitte April mit Wildtieren. Wie es sich aber für einen „Salon“ von Hermione von Preuschen (1854 - 1918), der historisch bekanntesten Künstlerin von Lichtenrade, gehört, kam die Kunst auch nicht zu kurz.
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Im ersten Teil des Programms ging es in einer hohen Qualität literarisch und musikalisch zu. Die vier Frauen von „Die Hermonies“ sangen Lieder und Volksweisen und trugen Texte rund um wilde Tiere vor. Tolle Stimmen interpretierten die Texte und Lieder. Bei der tierischen Literatur waren auch Texte von Goethe und Ringelnatz dabei.

Die Moderatoren wurden umrahmt vom Jäger Luczak (lks) und Björn Lindner (re).
Ein liebevoll gestaltetes Programm mit viel Abwechslung, das für einen sonnigen Sonntagnachmittag vielleicht etwas lang geraten ist. Aber genossen hat die kleine Runde von Kunst- und Wolfinteressierten das Programm sehr. Gerhard Moses Hess und die Co-Moderatorin Ruth Thomas führten durch den Nachmittag, an dem es um Bären, Wölfe, Wildschweine und andere für viele Menschen oft emotional besetzte wilde Tiere ging.

Der NaturRanger und ein Jäger

Den inhaltlichen Teil des Programms gestaltete der NaturRanger aus Marienfelde.


Björn Lindner (Foto oben) wurde dabei vom Jäger Hans-Joachim Luczak (Foto unten) unterstützt.

Luczak geht seit 60 Jahren als Hobby zum Jagen und hat auch die Ausbildung als Jäger absolviert. Früher, zu Grenzzeiten, war er in Hessen aktiv und hat jetzt eine Jagd in Fläming und betreut Flächen auf Brandenburger Seite am Berliner Stadtrand, von der B 96 in Lichtenrade bis zur B 101 in Marienfelde. Viele Wildtiere hat er gesehen und mit der Wildkamera Fasane, Wildschweine, Schwarzwild oder Rehwild „eingefangen“. NaturRanger Lindner, der übrigens auch als Stadtjäger manchmal von der Polizei gerufen wird, konnte ebenfalls interessante Nachtfotos vom Dachs, Steinmarder und Fuchs zeigen. Er erzählte von der Wichtigkeit für Rückzugsgebiete in Wälder und Feldern für den Schwarzspecht, Waldkauz, Habicht und Feldhasen, um nur einen Teil der „Naturwunder“ aufzuzählen. Für den Jäger Luczak ist in der Winterzeit die Fütterung der Wildtiere seine wichtigste Aufgabe.

Wenn wilde Tiere in die Stadt kommen

Das Thema Fütterung ist jedoch ein ganz wichtiges Thema, wenn es darum geht, dass Wildtiere in der Stadt von Menschen durch Fütterung angelockt werden. Für den NaturRanger Björn Lindner ist es klar, dass der Mensch das Problem ist: „Es wird Alles gefüttert, was nicht bei Drei auf dem Baum ist.“ Über dieses von Menschen selbst gemachte Problem ärgert er sich.

Es gibt immer wieder Panikreaktionen beim Thema Wolf. Auch werden dem Wolf teilweise Dinge zugeschrieben, die bei genauerer Prüfung gar nicht zutreffen. So sind durchaus öfters auch freilaufende Hunde (eher die Hundehalten) die Übeltäter. Richtig ist, dass alle Hunde vom Wolf abstammen und teilweise noch den Jagdinstinkt in sich tragen.

Der Wolf meidet den Menschen

Der Wolf, oder wissenschaftlich „Canis lupus“, ist ein Langstreckenläufer. Für ihn sind 1000 Kilometer kein Problem.

Nach statistischen Erhebungen von vor zwei Jahren wurden 46 Rudel in Deutschland gezählt, die über Polen kamen und von der Lausitz ihre Reise in den nördlichen Teil von Deutschland fortsetzten. Am Rand von Berlin wurden auch Wölfe und Wolfspuren entdeckt. Circa 25 Wölfe werden jährlich Unfallopfer auf den Straßen. Der Wolf bevorzugt eher Truppenübungsplätze und meidet die Menschen. Das Problem ist tatsächlich die Fütterung von Jungwölfen. Wer Wölfe mal sehen will, dem sei der Wildpark Schorfheide empfohlen.

Die Marienfelder Feldmark: Hotspot der Natur
Björn Lindner betreut die Naturschutzstation in Marienfelde, den angrenzenden Freizeitpark Marienfelde sowie die Marienfelder Feldmark. Die Feldmark zieht sich bis an die Grenze von Lichtenrade. Lindner spricht von einem „Hotspot der biologischen Vielfalt“ und übertreibt damit kein bisschen. Neben der Betreuung des 40 Hektar großen Geländes steht der Bildungsauftrag des NaturRangers und der Naturwacht Berlin e.V. i im Mittelpunkt der Arbeit. 10 Jahre arbeitet Lindner schon in dem Gebiet und zitterte Jahr für Jahr um eine Grundfinanzierung. Im Augenblick ist zumindest die Finanzierung für zwei Jahre gesichert, danach muss aber gesehen werden, mit welchen Mitteln es weiter geht. Planungssicherheit ist auch in diesem Bereich sehr wichtig! Stolz erzählt Björn Lindner: „Kinderarbeit ist bei uns erwünscht!“ Die Kinderarbeit bedeutet jedoch, dass die JuniorRanger, die „Zwiebelfrösche“, sich viel und intensiv mit der Natur beschäftigen.

So hat seine Tochter Leila die Präsentation zum Thema Wolf gestaltet. Klassen besuchen die Naturschutzstation und in den Ferien findet regelmäßig die „Grüne Schule“ statt.

Respekt vor der Natur

Der Respekt vor der Natur und vor freien Flächen ist Björn Lindner sehr wichtig. Dazu gehört für ihn auch, dass Hunde und ihre Hundebesitzer nicht frei über Felder laufen, zumal teilweise die Hinterlassenschaften der Hunde so groß sind, dass landwirtschaftliche Flächen am Randbereich von Berlin von den Bauern aufgegeben werden mussten. Eine wirtschaftliche Landwirtschaft war nicht mehr möglich, da die Ernte durch die Menge des Hundekots nicht mehr verwertet werden konnte.

Zum Abschluss des informativen und künstlerischen nachmittags wurde noch ein kleiner musikalischer Ausklang zu Gehör gebracht.

Thomas Moser

https://www.naturwachtberlin.de

Alle Fotos Thomas Moser

Der Salon Hermione
Der Salon Hermione soll für Stadtrandbewohnerinnen und Bewohner ein geselliger Ort für Information, Kennenlernen, Austausch und Diskussion sein, und bei Kaffee und Kuchen und mit Musik und Poesie brennende wie erfrischende Themen aufgreifen.
Es wird über Geschichte und Gegenwart Lichtenrades informiert und gezeigt, dass Lichtenrade kein verschlafener, langweiliger Ort ist, der nur viel Grün und Ruhe zu bieten hat. Es gab hier tolle Menschen, von denen wir erzählen wollen, es gibt hier viele interessante Menschen, die wir vorstellen wollen, und es gibt hier spannende Orte.

Die Namensgeberin:
Benannt wurde der Salon nach Hermione von Preuschen (1854 - 1918), einer Malerin, Dichterin, Weltreisenden und Frauenrechtlerin, die ihre letzten 10 Lebensjahre in Lichtenrade verbrachte, hier ihre Bilder ausstellte und durch große Feste neues Leben in den verschlafenen Ort brachte.
Furore machte Hermione durch ein Gemälde, das den König als Totengerippe in vollem Ornat abbildete – es durfte bei der Berliner Kunstausstellung nicht gezeigt werden, sie organisierte daraufhin selbst seine Ausstellung – was ihr einen Prozess wegen Majestätsbeleidigung einbrachte. Weitere Infos zu dieser interessanten Künstlerin: http://www.lichtenrade-berlin.de/persoenlichkeiten/kuenstler/persoenlichkeiten-hermione-von-preuschen

Lesungen, Musik, Gespräche am Stadtrand mit Gerhard Moses Heß und Gästen mit Keksen, Kaffee, Kakao und Tee - Eintritt frei
Programmtipp:
5. Salon Hermione am Sonntag, 6. Mai 2018, 15 Uhr "Abgehängt?! Lichtenrader und die Dresdner Bahn"

www.salon.io/hermione