Weltklasse: Koreanische Trommelkunst in der ufaFabrik

27. Juli 2019 Kein Stückchen Übertreibung: Die ufaFabrik hat im Rahmen ihres 40-jährigen Jubiläums Weltklasse-Künstler aus Korea empfangen. Kim Duk-Soo’s SamulNori bildeten mit einem gigantischen und beeindruckenden Konzert den Schlusspunkt vieler internationaler Gäste zum Jubiläumsjahr der Tempelhofer ufaFabrik in der Sommerbühne. Die Programmankündigung ließ schon Interessantes vermuten (siehe Text unten). Die tatsächliche Leistung der Musiker, Perkussionisten und Performer überboten alles, was man erahnen konnte. So eine exzellente künstlerische Gesamtleistung ist Spitzenklasse und einzigartig.

Der Abend fing mit schamanischen Reinigungsritualen an, die ein westeuropäischer Besucher nicht so recht nachvollziehen konnte. So eine Art Begrüßung,



Dank und Reinigung konnte man als Hintergründe dafür vermuten. Was dann jedoch die Perkussionskünstler boten, ließ einem den Atem stocken.





Die Trommler spielten sich mit ihren traditionellen Instrumenten (Erläuterungen dazu weiter unten) in eine Art Trance, die aber wie unendliche Spielfreude und Begeisterung wirkte. Eine Art von Improvisation, in der die Künstler ihre Parts offensichtlich variieren konnten, führte Kim Duk-Soo als großer Meister genial zusammen. Das Spiel auf den Instrumenten, in teilweise unglaublichen Geschwindigkeiten, war meisterlich und unfassbar schön und in einer sehr angenehmen Art fast berauschend. Tradition und Gegenwart schienen sich zu vereinen. Die Künstler performten Tänze mit traditionellen Hüten mit langen Bändern. In den Tanzeinlagen leisteten sie artistische Schwerstarbeit.




Ein Abend, der an Lebendigkeit und Grandiosität wohl nicht zu überbieten ist. Ich freue mich auf den nächsten Besuch der Koreaner in der ufaFabrik.

Gäste und Botschafter tanzten mit

Der Botschafter der Republik Korea Dr.Phil Bumgoo Jong mit Frau und der Kulturverantwortliche besuchten das Koreafestkonzert in der ufaFabrik und waren begeistert. Bei einem letzten Stück, dass offensichtlich bei den vielen koreanischen Gästen bekannt war, tanzte der Botschafter und viele andere Besucherinnen und Besucher mit den Künstlern auf der Bühne. Gäste der ufaFabrik waren viele koreanische Besucherinnen und Besucher, die ihre internationalen und deutschen Freunde und Partner mitbrachten.



Organisator der ufaFabrik Manni Spaniol, Terra Brasilis, mit dem Botschafter

Abschlussfoto mit Botschafter und den Organisatoren und Gastgebern der ufaFabrik Manni und Sarah

Terra Brasilis, die Samba-Gruppe aus der ufaFabrik, gab 1995 ein gemeinsames Konzert mit etlichen Samulnori-Trommlern aus vielen europäischen Ländern vor dem von Christo verhüllten Reichstag. Man spielte für die Wiedervereinigung Koreas. Seit mehr als 25 Jahren verbinden nun eine Freundschaft und viele gemeinsame künstlerische Projekte die ufaFabrik mit Kim Duk-Soo.

Ein einmalig unvergesslicher Abend! DANKE für dieses Erlebnis!

Thomas Moser

HINTERGRÜNDE:

Programmankündigung ließ schon Interessantes vermuten und was Samulnori bedeutet

Kim Duk-Soo’s Samulnori und die schamanistischen Reinigungs- und Erlösungsrituale Haewon und Sangsaeng aus dem Jindo Ssitgim Gut gehören zu den internationalen Berlin-Highlights im Juli. im Rahmen des Jubiläumssommers 40 Jahre ufaFabrik steht ein fulminanter Konzertabend mit zahlreichen Musiker*innen, Perkussionist*innen und Performer*innen aus Süd-Korea unter der Leitung des mehrfach ausgezeichneten koreanischen Meistertrommlers Kim Duk-Soo auf dem Programm.

Traditionelle Rhythmen weiterentwickelt in ein zeitgenössisches, populäres und globales Genre ergeben ein spannendes musikalisches Klangbild. Die Zeremonien Haewon und Sangsaeng entführen die Zuschauer in eine fantastische Welt altkoreanischer schamanistischer Reinigungs- und Erlösungsrituale aus der Region Jindo. Minutiös abgestimmte Choreografien und die farbenprächtigen Kostüme vervollständigen das Bild zu einem einzigartigen Erlebnis für die Sinne.

Samulnori bedeutet „Vier Dinge spielen“, womit vier Instrumente gemeint sind, die in der koreanischen Mythologie jeweils eine Element der Natur repräsentieren: Der kleine Gong (K’kwaengware) den Wind, der große Gong (Jing) den Donner, die Sandurtrommel (Janggo) den Regen und die Fasstrommel (Buk) die aufziehenden Wolken.

In Wikipedia heißt es u.a.: Samulnori ist ein koreanisches Musikgenre und die moderne Bühnenform einer traditionellen koreanischen Perkussionsmusik. Dem Pungmul…. ist aus der traditionellen Musik der Landbevölkerung hervorgegangen. Dabei entnimmt Samulnori dieser Bauernmusik rhythmische Strukturen und Instrumentierung, die Jahrhunderte lang überliefert wurden und entwickelt diese für die modernen Bühnen technisch weiter. Das Genre entwickelte sich seit den späten 70er Jahren in Südkorea. Der eigentliche Hintergrund dieser Musik war das Zusammenführen von Mensch und Natur in Zeremonien und hatte auch immer einen sehr spirituellen Charakter.

Mitwirkende beim Konzert in der ufaFabrik:

Kim Duk-Soo Samulnori Ensemble: Kim Duk-Sao, Hong Yunki, Lee Jung II, Song Dong-Woon, Bang Sunghyuk.

Jindo Ssitgim Gut GaMuAk (Gesang, Tanz, Musik): Park Sunghoon, Yang Yongeun, Ajaeng (Wtilbbrettzither), Taepyeongso (Kegeloboe): Shin Jaehyeon

Eine kleine Videoprobe: https://www.youtube.com/watch?v=rezoiuo42jw
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Parade für Weltfrieden und die Wiedervereinigung der koreanischen Halbinsel

Unter dem Motto „It´s Love! All for one – one for all“ luden KIM Duk-Soo’s Samulnori, IKC ufaFabrik, Koreanisches Kulturzentrum, Hangaram e.V., Korea Verband, Solidarity of Korean People in Europe und PARK Byeong-Cheon Comprehensive Arts Group ein zur „Gilnori” Parade für Weltfrieden und die Wiedervereinigung der koreanischen Halbinsel.

1995 gab es ein gemeinsames Konzert und eine schamanistische Zeremonie mit Kim Duk Soo´s Samulnori, Terra Brasilis sowie etlichen Samulnori Trommlern aus diversen Europäischen Ländern vor dem von Christo verhüllten Reichstag für die Wiedervereinigung Koreas. Jetzt im 30 Jahre Mauerfall Jubiläumsjahr wurde am 26. Juli 2019 bei heißen Temperaturen eine Parade am Koreanischen Pavillon am Potsdamer Platz für die Wiedervereinigung der koreanischen Halbinsel und dem Weltfrieden gestartet. Zwischenstopp mit einer kleinen Zeremonie war das Holocaust-Mahnmal für die ermordeten Juden Europas. Endpunkt war am Brandenburger Tor.

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Zwischenstopp am Holocaust Mahnmal
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ALLE FOTOS: Thomas Moser

Weitere Berichte 40 Jahre ufaFabrik:

Circus aus Vietnam: https://www.lichtenrade-berlin.de/news/nachbarn-news/1464-deutschlandpremiere-circus-aus-vietnam-in-der-ufafabrik

40 Jahr ufaFabrik: https://www.lichtenrade-berlin.de/news/aktuelle-news-internetzeitung/1448-herzlichen-glueckwunsch-die-ufafabrik-wurde-40  und

30 Jahre Terra Brasilis: https://www.lichtenrade-berlin.de/24-blog/blog2017/1266-30-jahre-terra-brasilis-begeisterung-fuer-die-trommelfelle


 

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