Die Kümmerer: 5 Jahre Unternehmer-Initiative Tempelhofer Damm

Zehn Gewerbetreibende haben sich am 15. Juli 2014 zusammen mit der Bezirksbürgermeisterin Angelika Schöttler auf den Weg gemacht, den Tempelhofer Damm aufzuwerten und attraktiver zu machen. Die Unternehmer-Initiative Tempelhofer Damm wurde gegründet. Daraus entwickelt hat sich ein Zusammenschluss von einigen gut vernetzten und engagierten Unternehmen, Gewerbetreibenden, Händlern, Grundstückseigentümern und weiteren Institutionen und Akteuren, die sich um ihre Einkaufsstraße kümmern und den Gewerbe- und Wohnstandort aufwerten wollen. Nun erinnern sich die Mitwirkenden gerne an die letzten fünf Jahre und was so alles bewegt wurde.

Wodurch zeichnet sich der Tempelhofer Damm aus?

Autos und Laster fahren dicht an dicht. Radfahrer wagen es kaum, diese Hauptverkehrsstraße entlangzufahren. Zu gefährlich! Ist der Te-Damm eine beliebte Einkaufsstraße? Na ja, diese Geschäftsstraße hat durchaus Höhepunkte, aber der Einzelhandel hat es schwer. Gesprochen wird von der Nord-Süd-Achse Tempelhofer Damm im Bezirk Tempelhof-Schöneberg mit der Bundesstraßenbezeichnung B 96. Der Te-Damm, wie er von den Anwohnern schon immer genannt wurde, beginnt im Süden am Teltowkanal im Anschluss vom Mariendorfer Damm und endet am Platz der Luftbrücke, wo der Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg beginnt.

Die Unternehmer-Initiative Te-Damm – Von der Gründung zur Gegenwart

Gründungsmitglieder waren u.a. das Servicebüro Tempelhof der STADT UND LAND Wohnbauten-Gesellschaft, Hahn Bestattungen, Karstadt Tempelhof, die Bauschlosserei Jensch, die Commerzbank, das Café Pausini, die Buchhandlung Menger, Brillen Marx, die Albrecht Apotheke sowie engagierte Tempelhofer. Weitere wichtige Akteure des Standortes kamen nach und nach dazu. Vor fünf Jahren äußerte sich die Bezirksbürgermeisterin und Wirtschaftsstadträtin Angelika Schöttler: „Der Zusammenschluss ist ein weiterer wichtiger Schritt für die Gewerbetreibenden am Tempelhofer Damm. Auch im Hinblick auf die weiteren, gemeinsam mit der Wirtschaftsförderung geplanten Aktivitäten zur Steigerung der Attraktivität der Geschäftsstraße ist eine gemeinsame Interessenvertretung sinnvoll. Die Gründung dokumentiert die momentan herrschende Aufbruchstimmung unter den Akteuren, die ich als Wirtschaftsdezernentin nach Kräften unterstützen werde.“

Mit dabei sind heute circa 60 Aktive. Dazu gehören viele eher kleinere Unternehmen. Einige Große sind aber auch dabei. Am südlichen Te-Damm beginnt es mit dem Einkaufscenter Tempelhofer Hafen, der Kulturoase ufaFabrik, dann etwas weiter nördlich Karstadt. Aber auch das Unternehmerinnen-Netzwerk Tempelhof-Schöneberg und das befreundete Unternehmer-Netzwerk Lichtenrade, die schon seit 2013 aktiv sind, unterstützen die Te-Damm Initiative.

Die Mitglieder der UI treffen sich einmal im Monat und planen ihre Aktivitäten. Dazu gehört auch der jährliche Neujahrsempfang in der ufaFabrik, an dem regelmäßig auch der Regierende Bürgermeister Michael Müller teilnimmt. Der Neujahrsempfang, der zusammen mit dem Unternehmer-Netzwerk Lichtenrade veranstaltet wird, ist zu einem wichtigen gesellschaftlichen Ereignis im Bezirk geworden.

Der Regierende Bürgermeister Michaea Müller (Mitte), von der UI Te-Damm Tobias Mette (lks) und Volker Mönch vom Unternehmer-Netzwerk Lichtenrade

Zum 5-jährigen Jubiläum überraschte die in der Initiative für Öffentlichkeitsarbeit verantwortliche Marlies Königsberg die Vorstandsmitglieder bei einem regelmäßigen Treffen mit einer Medaille als Dank und Anerkennung für die erfolgreiche Vorstandsarbeit. Die Vorstandmitglieder Tobias Mette (Stadt und Land), Andrea Jensch (Sicherheitstechnik) und Robert Hahn (Hahn-Bestattungen) freuten sich sichtlich über diese Wertschätzung. Marlies Königsberg wurde ihrerseits zur großen Überraschung mit einer Medaille zur Anerkennung ihrer umtriebigen Arbeit geehrt.

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Tobias Mette, Andrea Jensch, Robert Hahn und Marlies Königsberg (v.lks.n.re.)
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Diese 2 Fotos von der Ehrung von Dieter Düvelmeyer

Der 4. Tempelhofer Sommer und weitere Aktivitäten

Zurückblickend kann die Unternehmer-Initiative auf Erreichtes stolz sein. So wird das Rathaus Tempelhof, das durch die Bezirksfusion an Bedeutung verloren hat, in diesem Jahr erneut durch den „4. Tempelhofer Sommer“ in den Mittelpunkt gerückt. Viele Attraktionen, ein schönes buntes Familienprogramm und ein beachtliches Feuerwerk (am Samstag) bringen die Mitte vom Tempelhofer Damm an zwei Tagen im Jahr zur Geltung. Das hat sich mittlerweile zu einer schönen Tradition entwickelt. Das Sommerfest findet in diesem Jahr am 3. und 4. August 2019 statt. Auf den Parkplätzen links und rechts vom Rathaus Tempelhof erwartet Jung und Alt ein vielseitiges Marktbild und ein abwechslungsreiches Programm auf zwei Bühnen (Nähere Infos dazu: https://www.lichtenrade-berlin.de/news/tipps-und-termine/1473-3-und-4-august-4-tempelhofer-sommer-am-rathaus-tempelhof ).



Die Initiative sorgt während der Advents- und Weihnachtszeit für eine stimmungsvolle Beleuchtung der Einkaufsstraße.
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Der beleuchtete Te-Damm zur Adventszeit
Es wird beispielsweise auch der Mobile Adventskalender in Tempelhof, das Vivantes Hospiz und der bezirkliche Rocktreff und das Spielfest unterstützt. Es wurde zur Stärkung des Handels der sogenannte Te-Damm-Taler herausgebracht, der quasi ein attraktiver Gutschein ist.
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Ein Te-Damm Rundgang mit Michael Müller
Die Unternehmer-Initiative Tempelhofer Damm mischt sich aber auch ein. Sie sind beteiligt beim Stadtumbau Neue Mitte Tempelhof, wo sich rund um das Rathaus Tempelhof, der Polizei, Bibliothek und Schwimmbad vieles verändern wird. Der Vorstand wirkt aktiv an einer Standortanalyse zur Schaffung eines Micro-Hub für Lastenräder am Te-Damm mit. Der Verkehr spielt am Te-Damm eine zentrale Rolle. Ein Aspekt ist dabei das Problem der Zweite-Reihe-Parker. Als stetige Aufgabe hat die UI ein wachsames Auge auf einen guten Branchenmix, denn dies ist für die Verbesserung der Aufenthaltsqualität wichtig. Die Abwanderung von Kaufkraft wird weiterhin als ein Risiko gesehen, wie es im Tätigkeitsbericht 2018 heißt.

Es gibt noch viel zu tun

Rund um den Te-Damm gibt es viel zu tun. Diese wichtige bezirkliche Magistrale, seine Anwohner und Gewerbetreibenden haben es verdient, dass es hier ein Stückchen lebenswerter und freundlicher wird. Die Unternehmer-Initiative Tempelhofer Damm kümmert sich seit fünf Jahren darum.

Weiterhin viel Erfolg!

Thomas Moser (Fotos Thomas Moser und Dieter Düvelmeyer/2-extra gekennzeichnet)

https://www.ui-tempelhoferdamm.de

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Bearbeitetes Fotos von der Unternehmer-Initiative Tempelhofer Damm

Der „Spaziergang“ über den TeDamm mit Ed Koch in PaperPress vom 10. Juli 2019 (Auszug):

Der Tempelhofer Damm ist nicht gerade das, was man eine Prachtmeile oder einen Boulevard nennen möchte. Der TeDamm beginnt am Platz der Luftbrücke und bis zum Bahnhof Tempelhof befinden sich auf der einen Seite Wohnhäuser mit nicht besonders schönen Fassaden und gegenüber liegt das Tempelhofer Feld. Zwischen den Bahnhöfen und dem Rathaus Tempelhof sind links und rechts alle möglichen Geschäfte angesiedelt bereichert durch ein paar kleine Restaurants. Das Rathaus Tempelhof und der gegenüberliegende Park zerschneiden die Einkaufsstraße. Aus einem Projekt, das in den Rathaus Anbau, in dem sich der BVV-Saal befand, ein Einkaufszentrum integrieren sollte, wurde nichts. Nun soll in diesem Bereich das Stadtumbaugebiet „Neue Mitte Tempelhof“ entstehen. In den kommenden zehn bis zwölf Jahren sollen zwanzig Projekte in fünf Schwerpunktbereichen umgesetzt werden. Die Jüngeren unter uns werden die Fertigstellung vielleicht noch erleben. Und wenn die Aktiven der Unternehmerinitiative Tempelhofer Damm durchhalten, können sie ihr zehn- und vielleicht 15-jähriges Jubiläum auch noch feiern…

Hinter dem Rathaus geht es dann weiter am Te-Damm mit kleinen und größeren Geschäften, darunter Karstadt. Und alle hoffen, dass dieses Haus erhalten bleibt. Die Lücke, die durch eine Schließung entstünde, wäre nicht mehr zu füllen. Kurz hinter dem Tempelhofer Hafen am Ullsteinhaus wird aus dem TeDamm der Mariendorfer Damm, auch alles andere als ein Shopping-Erlebnis. Das Hafen-Center ist wirklich schön, nicht zu groß, aber manchmal auch nicht groß genug. C&A hatte sich bald wieder verabschiedet, weil das Sortiment etwas dürftig war. Zehn Herrenanzüge stellen eben keine große Auswahl dar. Da fuhr man doch lieber gleich zur Schlossstraße nach Steglitz. Der MediaMarkt wird auch nicht gerade von Kunden überrannt und bei der EDEKA gibt es selten lange Warteschlangen. Man kann nur hoffen, dass diese beiden Ankermieter noch lange durchhalten, denn deren Lücken könnte auch niemand schließen. Besonders attraktiv ist der vor dem Center liegende Hafen. Aus dieser guten Situation könnte man aber viel mehr machen. Immerhin: Tempelhof hat ein Shopping-Center mit Wasseranschluss.

Die Fluktuation am TeDamm ist groß. Aber, es gibt auch jene Geschäfte mit Tradition, die schon gefühlt immer dort anzutreffen waren. So zum Beispiel die Jensch Sicherheitstechnik GmbH, bei der jeder Tempelhofer mindestens einmal in seinem Leben ein Schloss gekauft oder einen Schlüssel hat nachmachen lassen. Seit 1910, das war noch vor der Eingemeindung Tempelhofs in Groß Berlin, ist das Unternehmen am selben Standort in der Kaiserin-Augusta-Straße 80, direkt gegenüber Karstadt, anzutreffen. In vierter Generation leitet heute Andrea Jensch das Unternehmen. Und natürlich gehört Andrea Jensch zu den Gründungsmitgliedern der UI TeDamm, die am 15. Juli 2014 gegründet wurde.



 

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