Eine unscheinbare Mail von Hans K. aus Worms erreichte den Lichtenrader Kiezreporter. Vor Jahren hatte der Wormser das Lindcar-Fahrrad, dass vermutlich in den 30iger Jahren in Lichtenrade produziert wurde, vor dem Schrothändler bewahrt. Er erahnte, dass es sich um einen kleinen Schatz handeln würde: „Es ist fast alles noch im Original erhalten!“ Aber die Felgen waren so durchgerostet und wurden dann bei einer Restaurierung erneuert. Typisch dürfte die Handbremse und der Scheinwerfer sein. Für Sammler ist sicher das Firmenschild besonders interessant.

Lindcar fahrrad lichtenrade moser700 2

Fotos privat von Hans K./Worms
Nun fragte Hans K. an, ob ein Kontakt zum Heimatmuseum Tempelhof vermittelt werden kann? Der Kontakt wurde hergestellt. Jetzt kann man gespannt sein, ob das Heimatmuseum an diesem kleinen Schmuckstück Interesse hat und damit eine Ausstellung bereichern würde. Eine Rückmeldung liegt bislang nicht vor.

Hintergründe zur Lindcar-Produktion

Die Automobilproduktion von Lindcar begann im Gewerbehof Kochstraße 37 in der südlichen Friedrichstadt (später zum Stadtbezirk Kreuzberg gehörig). Im Jahr 1922 verlegte das Unternehmen die Produktion in die Anlagen der ehemaligen Lichtenrader Metallwaren-Fabrik GmbH in Berlin-Lichtenrade. Ab 1908 war an dieser Stelle die Versuchsanstalt der Reichsmarine untergebracht.

Unter dem Direktor Wilhelm Kulp, der zuvor in leitender Position beim Werk Wittenau der Deutsche Waffen- und Munitionsfabriken AG und beim Werk Haselhorst der Deutsche Werke AG war, begann Lindcar 1922 auch mit der Herstellung von Fahrrädern. Der Unternehmenszweck wurde nun mit Herstellung und Vertrieb von Kraftwagen jeder Art und Fahrrädern sowie Handel mit Motoren und allen sonstigen einschlägigen autotechnischen Artikeln beschrieben. Die Produktion eigener Kleinwagen-Modelle wurde 1925 eingestellt…

1926 wurde die Firma von der gewerkschaftsnahen "Bank der Arbeiter, Angestellten und Beamten AG" mit Sitz in Berlin übernommen, saniert, und zur Lindcar-Fahrradwerk AG umbenannt (Quelle aus „Rennrad-News). Ab 1926 wurden unter der geänderten Firma Lindcar Fahrradwerk AG ausschließlich Fahrräder produziert, 1936 wurde das Unternehmen aufgelöst. (Quelle weitestgehend Wikipedia)

1937 erwarb das Unternehmen Hermann Herdegen (mit Beteiligung von Leitz / Metall- und Papierverabeitung) das Gelände. Die Anlagen wurden weitestgehend durch Bombenangriffen der Alliierten im zweiten Weltkrieg zerstört.

ToM


 

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