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Der von der Ökumenischen Umweltgruppe Lichtenrade einmalig organisierter Bauern-Ökomarkt war bei schönem Wetter am Nachmittag vom 30. September 2017 sehr gut besucht. Marktplatz war die Alte Mälzerei in Lichtenrade. Mit einigen Tischen und Stuhlreihen war der Platz bestückt. So konnten sich die Besucherinnen und Besucher bei leckeren Kuchen, qualitativ hochwertigen Kaffee und anderen Leckereien ausruhen und der jazzigen Musik lauschen.



Von 16 bis 18 Uhr gab es ein buntes Markttreiben mit Musik und kulinarischen Angeboten. Bauern aus der Region verkauften Kartoffeln, Obst und Gemüse, Käse und Nüsse. Ein Fairtrade-Stand, Vertreterinnen der Tempelhof-Schöneberger Botschafter für „Foodsharing“ und ein Lichtenrader Imker waren dabei. Danach wurde die Dokumentation „Bauer unser, Billige Nahrung – teuer erkauft“ aus dem Jahr 2016 gezeigt.



In der Einladung hieß es: „LEBENSmittel sind nicht nur ein notwendiger Brennstoff für unser Leben, sondern haben viel mit Genuss und Gemeinschaft, aber auch mit Gerechtigkeit zu tun. Wie geht es da eigentlich denen, die dafür sorgen, dass wir Brot, Butter und Käse, Obst und Gemüse, Fleisch, Wein und Bier genießen können? - In einer Welt, in der Lebensmittel im Überfluss produziert werden.“ Mit dieser Frage beschäftigte sich der Markt und auch der Film.

Der Film der Wiener Produktionsfirma Allegro Film („We Feed the World“, „More than Honey“, Regie: Robert Schabus) erzählt von den gegenwärtigen Nöten von Bauern, egal ob sie konventionell oder ökologisch wirtschaften. Im Anschluss beantworteten Vertreter aus der Landwirtschaft Fragen.

Alte Mälzerei: Ein Marktplatz auch für den Wochenmarkt in Lichtenrade?

Am Vormittag fand der „normale“ regelmäßige Bauernmarkt auf dem Pfarrer-Lütkehaus-Platz vor der Salvatorkirche statt. Da in circa einem Jahr dieser Platz von der Bahn als Materiallager für die Baumaßnahmen in Beschlag genommen wird, sind spätestens dann für diesen Markt neue Wege zu suchen. Dabei ist natürlich die Hoffnung, dass der Markt weiter bestehen bleibt.

Der einmalige Ökomarkt vor der Alten Mälzerei machte es vor: Der Platz vor der ehemaligen Mälzerei stellte sich als ein idealer Marktplatz dar! Das ist jedenfalls meine Meinung.

Es muss nur gelingen, die Lichtenraderinnen und Lichtenrader in den zurzeit noch etwas versteckten Bereich zur Mälzerei zu lotsen. Aber die vielen bisher gut besuchten Veranstaltungen zeigten schon, dass die Mälzerei sich als Treffpunkt und Kulturstandort eignet. Viele Lichtenrader hoffen auf den neuen Eigentümer Thomas Bestgen, der sich in vielen Fragen sehr entgegenkommend und innovativ zeigt.
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Archivfoto vom Wochen-Bauernmarkt
Da der reguläre samstägliche Wochenmarkt auch nicht unbedingt von der Laufkundschaft, sondern von Stammkunden lebt, dürften die bisherigen Kunden den Weg nach wie vor finden. Wenn dann noch hinreichende Öffentlichkeitsarbeit (hier sollte man sich nicht auf Dritte verlassen) und entsprechende Schilder platziert werden, besteht durchaus eine gute Chance für den bislang sowieso nicht allzu gut besuchten Markt. Einige Tische und Bänke zum Verweilen und um einen Kaffee zu trinken würden das Marktangebot auch noch attraktiver machen.

Niels, der Lichtenrader Kupferklopfer (Archivfoto rechts), hat sich bisher schon als engagierter Botschafter für den Markt eingebracht und wird sicher weiterhin sein Handwerk und Ideen einbringen. So lud er schon einige Male zu einem selbst organsierten Frühstück in historischen Gewändern ein.

Die Lichtenrader Anwohner sind auch aufgerufen und sollten den Markt unterstützen und den Besuch einfach in ihre Einkaufgewohnheiten einbeziehen. Wir als Lichtenrader Kunden dürfen nicht nur immer Jammern und das fehlende Flair in Lichtenrade beklagen und dann nur bei Billigdiscountern einkaufen gehen.

Ein interessanter Markt wird den Standort Lichtenrade ein Stück attraktiver machen (denkt zumindest der Kiezreporter).

Thomas Moser

Weiterführende Links:

https://www.oekumenische-umweltgruppe-lichtenrade.de

http://www.bbm-maerkte.de/bauernmarkt_lichtenrade.html


Manfred Raß von der Ökumenischen Umweltgruppe hat die Alte Mälzerei vor Jahren gebastelt. Sie dient heute als Spendenbox zur Finanzierung des Bauernmarktes.
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Alle Fotos Thomas Moser