Tannenhof

Jugendheim Tannenhof Lichtenrade -Mozartstraße-
jetzt TANNENHOF Berlin-Brandenburg e.V. (THBB)
Einrichtung der Kinder-, Jugend- und Suchthilfe
Mozartstraße 32-36.

Viele historische Fotos sind in einem gesonderten Album veröffentlicht: LINK zum Fotoalbum mit historischen Tannenhof-Fotos          
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Eingang Tannenhof-Jugendheim der Stadt Berlin

hier: für Mädchen (1946 bis 1954)


1901
Backsteinhaus-Rohbau in der Mozartstraße 32-36 ist fertig.
Der Ingenieur Bernhard Gericke und sein Frau richten eine „Privat-Irrenanstalt“ ein. In Lichtenrade gab es zu der Zeit mehrere dieser Einrichtungen.

Erklärung in Wikipedia: Irrenhaus oder Irrenanstalt, in Österreich auch Narrenhaus, ist eine veraltete, heute als abwertend empfundene und nur noch in der Umgangssprache gebräuchliche Bezeichnung für eine Einrichtung, in der psychisch Kranke untergebracht sind (wie auch die Bezeichnungen Klapsmühle oder Klapse). Die Einrichtung der ersten „Irrenhäuser“ begann zu Beginn des 19. Jahrhunderts, als der Begriff noch nicht seinen heutigen negativen Klang besaß.

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Hauptgebäude

1905/06           
Bau des Haupthauses Auch wird von einem Sanatorium „Fichteneck“ gesprochen. Die zeitliche Zuordnung von „Ficheneck“ ist nicht bekannt.

10.5.1907     
Grundbuchvorbehalt, demzufolge auf dem Gelände keine „Kranken- oder Irrenanstalt“ eingerichtet werden darf (siehe unten: Weitere Ausführungen).

1921   
Einrichtung es Jugendheim Tannenhof in der Kaiser-Wilhelm-Straße in Lichtenrade. Dem heutigen Kirchhainer Damm (Umbenennung 1949).

13.9.1927         
Das Sanatorium „Fichteneck“ oder die „Pfisterschen Anstalten“, so wurde das heutige Tannenhof-Geländer früher genannt, ging in die Hände der Stadt Berlin über.

Nov. 1928

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Gesangsverein vor dem Eingang

Vermutlicher Umzug des Jugendheim Tannenhof von der Kaiser-Wilhelm-Straße in die Mozartstraße.
Die Heilerziehungsanstalt betreute 115 Knaben. Aus Erzählungen geht hervor, dass in den dreißiger Jahren dies ein Heim für geistig behinderte junge Männer war. Ob es sich dabei wirklich um eine andere Einrichtung gehandelt hat, ist unklar.

2.Weltkrieg
Es ist unklar, was mit den Ungebrachten während es Krieges geschah und wielange die Einrichtung existierte.
Das Heim war während des Krieges und kurze Zeit nach dem Krieg auch Lazarett.

1943    
Tannenhof wird durch Brandbomben beschädigt.

1946/1954           
Erziehungsheim für Mädchen

1954/1975
Der Tannenhof ist eine Sonderschuleinrichtung des Jugendhof Schlachtensee. Es waren männliche Jugendliche im Alter von 15 bis 21 Jahren hier untergebracht.

1960
Der heutige Wirtschaftstrakt wird erbaut.

1975/1978
Sonderschule im Backsteinhaus. Das Haupthaus steht leer.

1978   
10 Berliner hospitieren ein Jahr in Tübingen bzw. auf der Bettenburg, um danach in Berlin eine drogentherapeutische Einrichtung nach dem Tübinger Modell aufzubauen.

22.3.1979
Gründung des Vereins Drogenhilfe Tübingen in Berlin e.V.

1.7.1979        
Einzug der drogentherapeutischen Einrichtung in den Tannenhof.

23.7.1979           
Erster Bewohner im Komplex der Drogenhilfe Tannenhof.

5.9.1979           
30 Jahre Tannenhof – Fest zum Jubiläum

Artikel zum Jubiläum in der Internetzeitung von Lichtenrade

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30. Jubiläum mit den damaligen Reg. Bürgermeister von Berlin, Klaus Wowereit (Foto: Thomas Moser)

Weitere Ausführungen zur jetzigen Nutzung:
Im Tagespiegel vom 23.6.1979 hieß es noch unter der Überschrift „ Widerstand gegen Einrichtung für Drogenabhängige in Lichtenrade“:
Anwohner machen Wertminderung ihrer Grundstücke geltend. Die Absicht der Jugendverwaltung, auf dem Lichtenrader „Tannenhof“ in der Mozartstraße die Drogentherapie-Einrichtung der „Drogenhilfe Tübingen e.V.“ unterzubringen, scheint auf erheblichen Widerstand der Anwohner zu treffen. Sie machen eine Wertminderung ihrer Grundstücke geltend und verweisen auf einen Grundbuchvorbehalt vom 10. Mai 1907, demzufolge auf dem Gelände keine „Kranken- oder Irrenanstalt“ eingerichtet werden dürfe.

Was als umstrittenes und von vielen Seiten durchaus argwöhnisch beäugtes Projekt begann, entwickelt sich im Laufe der nächsten Jahre zu einer Erfolgsgeschichte. Stück für Stück kommen immer mehr Angebote und Einrichtungen hinzu.
Ein Kinderhaus, Nachsorgeeinrichtungen oder auch schulische und berufliche Ausbildungsmöglichkeiten für junge Menschen mit Suchtvergangenheit wurden angeboten. Nach dem Fall der Mauer wächst der Träger -der inzwischen unter dem Namen Tannenhof Berlin-Brandenburg e.V. firmiert- weiter und ist mit seinem Netzwerk von rund 20 Einrichtungen auch stark in Brandenburger Landkreisen vertreten.
Im Verlauf der Entwicklung des Trägers wurden die Angebote ergänzt um die Mitaufnahme von Begleitkindern, um die Schule zum Nachholen von Schulabschlüssen, um Berufsausbildungsmöglichkeiten, um Suchtberatung und Suchtprävention und um weitere Felder der Kinder- und Jugendhilfe. Seit 1991 ist der THBB e. V. auch im Land Brandenburg aktiv.
Zum THBB e. V. gehören heute 20 Einrichtungen der Kinder-, Jugend- und Suchthilfe mit 370 Behandlungs- und Betreuungsplätzen. Seit November 2006 ist der Gesamtträger mit allen Einrichtungen nach DIN EN ISO 9001:2000 zertifiziert.

Die Quellenangaben der Chronik bis 1978 sind teilweise nicht eindeutig.

DANK: Ich danke dem TANNENHOF Berlin-Brandenburg e.V. (besonders Pressesprecher Boris Knoblich) für die freundliche Unterstützung, für die Unterlagen und für die interessanten historischen Fotos (und für die Genehmigung der Veröffentlichung)
            
Link zum heutigen Träger: http://www.tannenhof.de

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Stand 2010

Zeitzeugen aus den Anfängen der Einrichtung können sich gerne melden:
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