Gartenstadtsiedlung

Gartenstadtsiedlung Lichtenrade
-nördlich der heutigen Barnetstraße (zwischen Simpsonweg und Geibelstraße)-

Gartenstadtsiedlung Lichtenrade (erbaut 1955/1956 Schild?)
Bauherr: Terrassenhaus-Bau G. m. b. H., Berlin-Charlottenburg, Heerstr. 16
Gesamtausführung: Philipp Holzmann A. G., Berlin-Charlottenburg
Architekten: Reg. Baumstr. a. D. Paul Emmerich und Dipl.-Ing. Jürgen Emmerich, Berlin-Zehlendorf
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Um die im Kern liegenden öffentlichen Grünflächen gruppieren sich die zweigeschossigen Vierfamilienhäuser mit ihren Gärten. Die quergestellte dreigeschossige Bebauung begrenzt das Mittelstück im Worden und Süden und leitet über zu der hierzu querstehenden dreigeschossigen Zeilenbebauung

Die Gartenstadtsiedlung Lichtenrade liegt auf einem insgesamt 5,7 Hektar großen Gelände, in einiger Entfernung von dem eigentlichen Ort Lichtenrade, zwischen Marienfelder (jetzt Barnetstraße) und Geibelstraße, unweit eines vorn Bezirk Tempelhof errichteten neuen Schulgebäudes. Die nähere Umgebung besteht aus älteren Gartengrundstücken mit kleinen Einfamilienhäusern. jenseits der benachbarten S-Bahnstrecke beginnen bereits die Felder des Stadtgutes Marienfelde.

Die Aufgabe war somit, aus der geplanten Wohnsiedlung nach Möglichkeit eine »Gartenstadt« zu gestalten und besonderen Wert auf geringe Bebauungsdichte und reichliche Grünflächen zu legen. Andererseits durfte die Wirtschaftlichkeit des Projektes jedoch nicht gefährdet werden. Weiterhin schien es erwünscht, der Anlage - bei aller Auflockerung - eine in sich geschlossene Form zu geben und sie von jedem Durchgangsverkehr freizuhalten.

Wie immer bei Aufgaben dieser Art ist für die Erfüllung der oben geschilderten Wünsche der Bebauungsplan von entscheidender Wichtigkeit. Dieser wurde im Einvernehmen mit dem Amt für Stadtplanung Tempelhof entworfen.
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Das Kernstück mit der öffentlichen Grünfläche und den zweigeschossigen Vierfamilienhäusern

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Grundriss der zweigeschossigen Vierfamilienhäuser. Jede Wohnung liegt in ihrem Garten
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Blick von der Marienfelder Straße auf die „verkehrslärmabgewandte“ Randbebauung

Wie aus der Vogelschau ersichtlich liegen im Nord- und Südteil des Geländes dreigeschossige Mehrfamilienhäuser mit reichlichen Gebäudeabständen. Die quergestellten Blocks schließen den Kern der Siedlung ein. Dieser besteht aus einer ausgedehnten öffentlichen Grünfläche, die von zweigeschossigen Vierfamilienhäusern begrenzt wird. Die Marienfelder Straße, die das Gelände im Süden abgrenzt ist die einzige Straße, bei der später mit stärkerem Verkehr zu rechnen ist. Um eine Beeinträchtigung der Wohnruhe nach Möglichkeit zu vermeiden, wurden die Zeilen quer zur Straßenrichtung angeordnet. Einige Läden für Gegenstände des täglichen Bedarfs befinden sich in der Geibelstraße. Die Gartenstadt Lichtenrade enthält insgesamt 463 Wohnungen mit 1 bis 3 bzw. Zimmern. Fast alle Geschoßwohnungen haben Balkone oder Lauben. Die Beheizung der Wohnungen erfolgt durch Öfen.
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Blick aus der Marienfelder Straße. Hinter den quergestellten Bauten im Hintergrund liegt die abgeschlossene Grünanlage mit den zweigeschossigen Vierfamilienhäusern

Die 56 zweigeschossigen Einfamilienhäuser wurden in Vierergruppen - einmal, quer vor der Grünanlage, in einer Achtergruppe - zusammengefaßt. Durch diese neuartige Anordnung sind nicht nur ansprechende und sehr wirtschaftliche Baukörper entstanden, sondern auch gut geschnittene Hausgärten. Diese haben bei den Vierergruppen eine Breite von je etwa 14,0 m und auch bei dem Achtertyp noch eine Breite von je etwa 9,0 m. (Es darf daran erinnert werden, daß bei den bisher üblichen Reihenhäusern die Breite der Gärten bei etwa 5,0 m liegt.) In jedem Garten befindet sich ein mit Platten belegter Sitzplatz. Die Grundstücke sind durch Hecken begrenzt. Die Einfamilienhäuser enthalten 3 bzw. 2 2/2 Zimmer mit entsprechenden Nebenräumen und sind voll unterkellert.

Um jede Eintönigkeit zu vermeiden, haben die Fronten der Häuser verschiedenfarbigen Putz erhalten - mit entsprechend farbig abgestimmten Hauslauben. Für die ausgedehnten Grünanlagen und die Gärten der Einfamilienhäuser wird es nur noch kurzer Zeit bedürfen, um aus dem baumlosen Baugelände die Gartenanlagen werden zu lassen, die die Siedlung Lichtenrade zur einer wirklichen Gartenstadt machen sollen.

Die Vierfamilienhäuser wurden, zumindest früher, auch „Rote Häuser“ genannt.

Neu Stand 2008: In diversen Eigentumswohnungen umgewandelt

Die Broschüre hat uns freundlicherweise Irma Heine zur Verfügung gestellt!
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Aktuelle Fotos von Thomas Moser

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