Diesmal ging es beim Thema Dresdner Bahn nicht ausschließlich um Lichtenrade, denn der erste Bauabschnitt startet bereits Ostern 2018 nördlich von Lichtenrade am Bahnübergang Säntisstraße.

Nach Fertigstellung wird die Bahn nach Dresden, Cottbus, Zossen, schnell nach München und auch zum eines Tages sicherlich fertiggestellten BER-Flughafen fahren. Mit 160 Km/h durch Berlin und 200 Stundenkilometer außerhalb der Stadt werden die Züge rollen. Das Urteil des Bundesverwaltungsgerichtes vom 29. Juni 2017 hat die Klagen der Anwohner und der „Bundesvereinigung gegen Schienenlärm“, die für die Bürgerinitiative Dresdner Bahn geklagt hat, abgewiesen und damit den Beginn der Baumaßnahmen ermöglicht. Nach den jetzigen Berechnungen geht man von bis zu 600 Zugbewegungen täglich aus, wobei sich viele auf die S-Bahn beziehen. Acht Güterzüge sind auch eingeplant.
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Der Mariendorfer Abgeordnete und CDU-Fraktionsvorsitzende Florian Graf (MdA-Foto lks.) lud den von der Bahn zuständigen Projektleiter Holger Ludewig (Foto Mitte) ein, damit Anwohnerinnen und Anwohner und auch er selbst sich über die Planungsschritte für den sogenannten Abschnitt 1 informieren konnten. Zusammen mit Benjamin Döring (Foto re.), auch von der DB Netz, stand er bei den vielen Nachfragen Rede und Antwort.

Gastgeber der Veranstaltung war die Licht und Leuchten-Firma Selux in der Motzener Straße im Industriegebiet Marienfelde. Der große Saal war bis zum letzten Platz besetzt. Gut 200 Gäste kamen, wobei die Entwicklung der Bahn auch für die Firmen rund um die Motzener Straße interessant und wichtig ist.

Die Bauarbeiten, die zurzeit laufen, beziehen sich auf Vegetationsbeseitigungen und notwendige Erneuerungen bei der S-Bahnstellwerkstechnik. Von Januar bis März 2018 wird dann ein Fußgängerüberweg an der Säntisstraße errichtet, damit zum Zeitpunkt der Schließung des Bahnübergangs im April 2018 zumindest Fußgänger diesen Bereich queren können. Nach vielen vorbereitenden Arbeiten ist der Baubeginn der Eisenbahnüberführung dann ab Juli 2018 beplant. Während der Bauphase bis Mai 2021 wird der Bahnübergang Buckower Chaussee als alternative Umfahrung erhalten bleiben. Der Neubau der Straßenunterführung und des Bahnhofs Lichtenrade wird im Frühjahr 2020 starten und bis 2022 dauern, wobei der Pfarrer-Lütkehaus-Platz schon einige Zeit vorher für die Baulogistik benötigt werden wird. Nach der jetzigen Planung will man 2025 mit dem Bau der Dresdner Bahn fertig sein.

Während der gesamten Bauzeit der Dresdner Bahn wird grundsätzlich der S-Bahnverkehr aufrecht erhalten bleiben. Dafür werden jedoch auch Nachtarbeiten an bestimmten Abschnitten notwendig werden, wobei die Hauptarbeiten tagsüber stattfinden sollen. Die temporären Totalsperrungen der S-Bahn beziehen sich in der Regel auf die Abends-/ und Nachtzeiten und werden 2018 besonders den Bereich Lichtenrade-Blankenfelde betreffen.

Zuerst will man möglichst schon Lärmschutzwände setzen, damit während der Bauphase der Lärm möglichst eingeschränkt wird. Die Lärmschutzwände sollen eine abgestufte Färbung und teilweise Begrünung erhalten. Holger Ludewig macht jedoch auch klar, dass der Bau „nicht komplett ohne Geräusche“ ablaufen wird. Besonders laut werden sicher die Schotterungen für die Gleise sein und auch das notwendige Einrammen der Oberleitungsmasten.

Zur weiteren Terminplanung ist zu sagen, dass es zu Einschränkungen ab 2020 an der Attilastraße (Bau einer weiteren Bahnbrücke) kommen wird. Ebenfalls wird ab 2020 an der Großbeerenstraße (totaler Neubau der noch nicht so alten Brückenanlage) gebaut.

In einem gesonderten Projekt soll zeitgleich ein neuer S-Bahn-Haltepunkt Marienfelde mit besseren Zugangsmöglichkeiten entstehen.

Ab 2022 wird eine zusätzliche Brücke am Schichauweg (beginnend 2019 mit dem Leitungsbau) gebaut. Die Schließung des Übergangs Buckower Chaussee wird nach Baufertigstellung der Säntisstraße erfolgen. An der Buckower Chaussee wird als einziges Brückenbauwerk auf der Strecke die Straße über die Bahngleise geführt werden. Für diesen Bauabschnitt wird dann mit größeren Einschränkungen für den Autoverkehr gerechnet.

Die Nachfragen bei dieser für die Betroffenen sehr wichtigen Veranstaltung bezogen sich auch auf einige Randbereiche, die aber ebenfalls für Aufregung sorgten. So wird es den jetzigen illegalen Trampelpfad auf dem Bahngelände zwischen Säntisstraße und Buckower Chaussee nicht mehr geben.

Da jedoch diese Strecke gerne als Abkürzung genutzt wird, wird Florian Graf die Anregung eines neuen Weges beim Senat einbringen. Auch wird es den jetzigen P&R-Parkplatz an der Buckower Chaussee nicht mehr geben.

Der schon seit längerer Zeit vom UnternehmensNetzwerk Motzener Straße geforderte Regionalbahnhalt an der Buckower Chaussee ist in den jetzigen Planungen nicht enthalten. Florian Graf unterstützt diesen Halt sehr, zumal dann auch die Bürger aus dem Süden einen schnelleren Anschluss zum neuen Flughafen hätten. Die Forderung wird Florian Graf auch mit ins Abgeordnetenhaus nehmen, weil das Land Berlin der Auftraggeber und sicherlich auch ein Finanzierer eines solchen Projektes wäre. Baulich wäre dieser Regionalbahnhalt nach Aussage von Holger Ludewig möglich. Bereits an anderer Stelle äußerte sich die Bezirksbürgermeisterin Angelika Schöttler positiv zu dieser Überlegung.

Die Zielgruppe dieser Veranstaltung waren Marienfelder und Mariendorfer, die gerne diese Informationen angenommen haben.

Thomas Moser (auch Fotos)

Weitere Informationen:

Infopunkt auf den Bahnsteig in Lichtenrade: dienstags zwischen 14 und 18 Uhr

Website der Bahn: www.dresdnerbahn.de

Website der BI-Dresdner Bahn – Lichtenrade http://www.dresdner-bahn.de/


 

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