Ein Hausfest im Gemeinschaftshaus Lichtenrade stellte Interessierten die Arbeit und die vielen Angebote vor. Erst Anfang April 2017 wurde das neue Familienzentrum im Gemeinschaftshaus Lichtenrade offiziell eingeweiht. Viele Hoffnungen waren damit verbunden, die jetzt nochmal so richtig Fahrt aufnehmen sollen.
hausfest gemeinschaftshaus lichtenrade Oktober2017 Moser 12
In den Räumlichkeiten vom Gemeinschaftshaus Lichtenrade finden neben den Veranstaltungen im großen Saal auch Tag für Tag viele Aktivitäten für Klein und Groß statt. Um diese vielfältigen Angebote zu präsentieren und neue Ideen und Wünsche zu sammeln, wurde mit allen beteiligten Gruppen am 19. Oktober 2017 ein buntes Hausfest gefeiert. Besucherinnen und Besucher wurden herzlich begrüßt.

Für die Kinder wurde ein kleiner Parkour angeboten, damit sie sich selbständig die vielen Räume erschließen konnten. Jeder Stempel an den verschiedenen Stationen brachte sie ein Stück näher, um am Ende eine kleine Überraschung entgegen nehmen zu können. So lernten Sie die Räume vom Kinder- und Jugendclub, vom Gesundheitsamt, vom Familienzentrum und von „Die Kurve“ kennen.


Bei der Einweihung vom Familienzentrum im Gemeinschaftshaus wurde von einem Meilenstein gesprochen, da das Haus so viele Angebote bietet. Es wurde jedoch auch von einem Dornröschen-Schlaf gesprochen, in dem das Haus über viele Jahre versunken zu sein schien. Der Aufbruch war gemacht und mit aktiver Unterstützung des kürzlich verstorbenen Hauskoordinators und Kinder- und Jugendeinrichtungsleiters Matthias Stöhr wurde die Zusammenarbeit der vielen Beteiligten neu organisiert. Wenn man heute bei den Verantwortlichen nachfragt, wünschen sich alle übereinstimmend, dass diese Zusammenarbeit weiter ausgebaut und noch ein gutes Stück intensiviert wird. Aber die teilweise sehr unterschiedlichen Betriebszeiten machen ein natürliches Zusammenwachsen schwer. So ist beispielsweise das Familienzentrum besonders am Vormittag besetzt und die Arbeit im Kinder- und Jugendclub beginnt erst später. Zeitliche Überschneidungen sind so kaum gegeben.




Neben dem neuen Familienzentrum, gibt es eine lebendige Kinder- und Jugendeinrichtung, den Kinder- und Jugendgesundheitsdienst für Lichtenrade und Marienfelde, eine Kleinsteinrichtung für unbegleitete minderjährige Flüchtlinge, eine Kontakt- und Beratungsstelle für psychisch Erkrankte vom Träger „Die Kurve“ und das Boxprojekt Kick-Lichtenrade. Aber auch die Senioreneinrichtung und der große Saal sind Bestandteile dieses Kiez-Gemeinschaftshauses.

Ein Hausspaziergang zeigt auch noch Defizite

Wenn man durch die drei Stockwerke des Gebäudes schlendert merkt man, dass zurzeit die Räumlichkeiten eine Zusammenarbeit nicht befördern. Beim Hausfest fand man viele offene Türen und bunte Hinweise, die aber trotzdem die baulichen Schwellen verdeutlichten. Die Baulichkeiten sind wenig darauf ausgerichtet, dass die Zusammengehörigkeit und die Besonderheiten der Einrichtungen herausgestellt werden. In den Fluren sieht es eher wie in einem sterilen Bürogebäude aus. So könnten sicher in einigen breiteren Flurbereichen verbindende Elemente gefunden werden. Stühle und Tische könnten zum Verweilen einladen. So eine Art offener Cafébetrieb fehlt gänzlich. Auch im Eingangsbereich im Erdgeschoss fühlt man sich wenig eingeladen und als Besucher weiß man nicht so recht, was in diesem Haus alles an lebendigem Leben stattfindet. Es beginnt jedoch auch schon vor dem Eingang am Lichtenrader Damm, wo an der Grundstücksgrenze kein auffälliger Hingucker für Vorbeifahrende zu entdecken ist. Viele Lichtenrader kennen zwar das Gemeinschaftshaus und den großen Saal, aber die Vielfältigkeit der anderen Angebote sind oft völlig unbekannt. Die Idee des Hausfestes sollte ein Stück helfen. Dies kann jedoch nur ein Element in der Öffentlichkeitsarbeit sein.

Wünsche gibt es genug

Schon nach kurzer Zeit wurden am Tag des Hausfestes in der Ideenwerkstatt die ersten Wünsche notiert. So wünscht man sich Tanzkurse für Kinder, Angebote für Kita-Kinder und für ihre Familien, Gitarrenunterricht für Kids, Bewegungsangebote zum Beispiel Eltern-Kind-Turnen, Kinoabende für alle Generationen oder auch ein Tanzturnier. Die verschiedenen Betreiber haben für die Ideen der Besucherinnen und Besucher immer ein offenes Ohr.

Schon vor einiger Zeit wurde ein besonderer Wunsch geäußert. Ganz wichtig wäre eine WLAN-Möglichkeit bzw. ein Hotspot. Beispielweise wird jährlich vom ansässigen Lichtenrader Schachverein „Schwarz-Weiß-Lichtenrade“ der „Lichtenrader Herbst“ veranstaltet. Das ist ein internationales Schachturnier in den Herbstferien, wo eine gute Internetanbindung eine notwendige Maßnahme wäre. Auch für die jetzt hier lebenden vier alleinstehenden jugendlichen Flüchtlinge in der ehemaligen Hausmeisterwohnung ist dies oft die einzige Verbindung zu ihrer Familie. Nicht zuletzt würden sich die Jugendlichen in der Freizeiteinrichtung im Haus sehr freuen, zumal die bisherigen Internetanbindungen oft an die Geschwindigkeit einer Schnecke erinnern.

Schon jetzt wird vieles geboten

Im Familienzentrum gibt es schon bislang viele Angebote von Montag bis Freitag: eine offenen Krabbelgruppe, International Kitchen Stories, Hausaufgabenhilfe, PEKiP Babykurs, Rückbildungsgymnastik, 1. Hilfe am Kind, Elterncafé, Hilfen beim Ausfüllen von Anträgen, Rechtsberatung, Spielenachmittage usw.. https://www.nusz.de/start/aktiv-im-stadtteil/familien-und-nachbarschaftstreffpunkte-familienzentren/familienzentrum-lichtenrade/

Der Kinder- und Jugendclub (Eingang über die Barnetstraße) bietet für Kinder von 6 bis 18 Jahren zum Beispiel offene Töpferangebote, Backkurse, Bastel- und Werkangebote, Nähen, Spielen und Sportangebote z.B. Boxen an.

Im Clubraum kann Billard gespielt werden, im Eingangsbereich steht eine Tischtennisplatte, Kino wird angeboten und der Turnraum kann genutzt werden. Neben den regelmäßigen Angeboten am Computer finden in Ferien auch Ausflüge und Reisen statt. http://barnet2.pyolion.de/

Der Träger „Kick“ hat sich auf Sport- und Freizeitangebote für Kinder- und Jugendliche spezialisiert. Aktivitäten sind zum Beispiel Fußball, Street- und Volleyball, Klettern, Schwimmen, Skaten usw.. Und so ganz nebenbei kann über Probleme in Schule und Familie gesprochen werden. http://www.kick-projekt.de/

Vom Kinder- und Gesundheitsdienst werden neben bestimmten ärztlichen Untersuchungen auch Beratungen von der Geburt bis zum 18. Lebensjahr angeboten. Anlässlich der Geburt von Kindern werden präventive Informationen auch im Rahmen von Hausbesuchen geboten. https://www.berlin.de/ba-tempelhof-schoeneberg/politik-und-verwaltung/aemter/gesundheitsamt/kinder-und-jugendgesundheitsdienst/

Die Kontakt- und Beratungsstelle „Die Kurve“ ist ein Treffpunkt und eine psychosoziale Beratungsstelle für Menschen in Krisensituationen, für Menschen, die eigene Erfahrungen mit der Psychiatrie haben und für deren Angehörige. Neben Beratungsangeboten gibt es beispielsweise einen offenen Treff, Tischtennis, Tanz und Bewegung. http://www.die-kurve.de/kontakt_beratung.html

Das Gemeinschaftshaus freut sich auf ihren Besuch

Das Gemeinschaftshaus Lichtenrade hat mit den neuen Kooperationsstrukturen eine echte Chance bekommen. Das Hausfest wurde gut besucht. Jetzt wird es sich zeigen, ob alle Angebote gut von den Lichtenraderinnen und Lichtenradern angenommen werden. Der Dornröschenschlaf ist beendet. Ein blühendes Gemeinschaftshaus ist der Wunsch aller Beteiligten, dem man sich nur anschließen kann.

Thomas Moser (auch Fotos)


 

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