Treffen mit dem NaturRanger: Regionale Umweltarbeit in den Mittelpunkt stellen!

7. Juni 2019 Der spontan verabredete Treffpunkt liegt diesmal im Landschaftspark Marienfelde, zwischen Freizeitpark Marienfelde, Industriegebiet und dem Baumarkt „BAUHAUS“ am Nahmitzer Damm: Ein Stück umzäunte ursprüngliche Natur, die den Insekten und Pflanzen einen geschützten Raum schenkt und die Vielfalt damit fördert. Der NaturRanger Björn Lindner dazu: „Wir können nicht alles durch die Honigbiene kompensieren, wir müssen auch was für die Wildbienen tun! Es soll hier so störungsarm wie möglich sein.“ Auf dieser Streuobstwiese sollen später Baumpatenschaften angeboten werden. Björn Lindner weiß von Vögeln (z.B. Goldammer, Neuntöter) zu berichten, die hier als Bodenbrütern heimisch sind. „BAUHAUS“, denen diese Fläche gehört, fördert die Arbeit rund um diesen Lebensraum mit tatkräftiger Unterstützung und notwendigen Materialien. Genau dies ist auch die kieznahe Vernetzung, auf die man in der Naturwacht Berlin so dringend angewiesen ist. Und ein Thema liegt Björn Lindner heute besonders am Herzen: „Die künftige Arbeit muss sich neu fokussieren!“

Natur im Kleinen...

Regionalität ist Trumpf: „Back to the Roots“ oder auf Deutsch „Zurück zu den Wurzeln“
… weniger ist mehr…
Der NaturRanger Björn Lindner, von Beginn an der Motor im Naturpark, wurde zum Vorstandsvorsitzenden im Verein „Naturwacht Berlin e.V.“ gewählt. Aus personellen und inhaltlichen Gründen muss sich die Arbeit bei der Naturwacht Berlin fokussieren und neu aufstellen, erläutert Björn Lindner: „Weniger ist mehr!“ Björn Lindner betont, dass die Arbeit in der Hauptsache jetzt auf den Bezirk Tempelhof-Schöneberg begrenzt werden wird. Björn Lindner kann und will nicht mehr jede Erwartung erfüllen: „Ich bin ein Ranger! Wir haben hier genug zu tun.“ Björn Lindner will konkret anpacken, nicht lamentieren und sich nicht in bürokratischen Koordinierungsarbeiten verstricken: „Wir können über Natur- und Umweltbildung nur reden, wenn wir auch noch die Lebensräume vor Ort haben! Sonst wird es eine Bilderbuchgeschichte.“ Und dafür ist Lindner nicht angetreten. Björn Lindner, der mit seinen engagierten Leuten auch in der Marienfelder Feldmark, im Freizeitpark Marienfelde und im Lichtenrader Biotop arbeitet, ist die enge Anbindung und Zusammenarbeit mit dem Bezirk Tempelhof-Schöneberg sehr wichtig: „Ich finde Regionalität mit dem Bezirk und mit den unmittelbaren Nachbarn (benachbarte Bezirke und Landkreise) sehr wichtig und will unbedingt diese Arbeit stärken!“ Er denkt dabei natürlich besonders an die Marienfelder Naturschutzstation und die Verbindung zu Anwohnern: „Die Anfragen aus dem entfernten Umland oder aus entfernten Bezirken werden nicht mehr bedient werden können.“ Björn Lindner sieht auch die eigene Verantwortlichkeit der anderen Bezirke. Als einziger NaturRanger in Berlin kann Lindner nicht mehr alle Wünsche erfüllen. „Ich muss dann auch mal Nein sagen, so Leid es mir auch tut.“ Die für 2019 festgelegten Verbindlichkeiten und Vereinbarungen werden jedoch erfüllt. Die JuniorRanger und die beliebte „Grüne Schule“ in der Ferien werden künftig auch besonders den regionalen Bezug stärken: „Wir sind Praktiker, wir zeigen und erklären den Menschen gerne die Natur!“

Störungsempfindliche Arten benötigen besonderen Schutz
Dazu passend ist eine aktuelle Pressemitteilung „Feldlerche und Feldhase sind zurück in der Marienfelder Feldmark“ des Umwelt- und Naturschutzamtes vom 7. Juni 2019:  

„Beobachtungen des NaturRanger Björn Lindner bestätigen, dass in der Marienfelder Feldmark am Schichauweg wieder Feldhasen und Feldlerchen vorkommen. Feldhase und Feldlerche gelten aufgrund des Wegfalls geeigneter Lebensräume als in ihrem Bestand gefährdet. Feldlerchen unterliegen dem besonderen Artenschutz.
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So bitte nicht: Der Lebensraum Feld ist für Mensch und Hund Tabu... Bitte Wege benutzen und Hund anleinen! Dies ist Liebe zur Umwelt und grenzt die Tierliebe nicht ein!
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Die Marienfelder Feldmark bietet aufgrund ihrer strukturreichen landwirtschaftlichen Nutzung beiden Arten einen natürlichen Lebensraum. Beide Arten gelten als sehr störungsempfindlich. Um die Wiederbesiedelung zu unterstützen, wurden daher Teilflächen der Feldmark durch Steckgatter gesperrt bzw. als Schutzbereiche besonders markiert. Zusätzlich wurden Blühstreifen und artenreiche Frischwiesen angelegt.

Das Umwelt- und Naturschutzamt bittet darum, die Lebensräume der seltenen und geschützten Tiere zu respektieren und Störungen zu vermeiden. Bitte betreten Sie die ausgewiesenen Schutzflächen nicht. Hunde sind in der gesamten Feldmark an der Leine zu führen.“

Allgemeine Hintergrundinformationen rund um das Naturidyll: Ein HotSpot der Natur… oder Natur einfach zum Anfassen!

Hier kann man Natur erfühlen, riechen, anschauen, erleben…
Der Besuch der Naturschutzstation und vom Naturpark in Marienfelde sind ein Ausflug in eine ganz besondere Natur und fast so etwas wie Urlaub auf dem Land: Eine grüne Oase für Körper und Geist! Hier wird auch ein wichtiger Bildungsauftrag ganz anschaulich umgesetzt, indem den Kindern die Natur ganz praktisch vermittelt wird. Von April bis Oktober lohnt sich ein Besuch auf der Naturschutzstation, denn dort gibt es immer etwas zu Lernen, zum Staunen, zum Wohlfühlen und Entspannen.

In der Naturschutzstation haben sich viele Dinge getan. Viel wurde sehr liebevoll neu errichtet. Wer die Station kennt, wird beim erneuten Besuch von den beeindruckenden Veränderungen begeistert sein.

Ein Höhepunkt dabei ist das neue Schmetterlingshaus.

Der Freizeitpark Marienfelde, ein ehemaliger Müllberg, und die Naturschutzstation der Naturwacht Berlin in Marienfelde ist immer wieder ein Ausflug wert. Der Landschaftspark Marienfelde stellt ein HotSpot biologischer Vielfalt im Süden Berlins dar. Der  NaturschutzPark war von 1950 – 1980 die Hausmülldeponie für Marienfelde. Auf der rund 40 ha großen Fläche wurden ca. 4,4 Mio. m³ Abfälle abgelagert, dann erfolgte die zehnjährige Umgestaltung in einen Freizeitpark. Nach einer kompletten Schließung von 2001 bis 2005 und der Errichtung eines neuen Gassicherungssystems, entwickelte sich der extensiv gepflegte NaturschutzPark ein vielfältiger Lebensraum für zahlreiche Tier- und Pflanzenarten – ein biologisches Juwel im Süden Berlins.
Die Naturschutzstation präsentiert sich mit den grünen Klassenzimmern, in denen sich alles um unsere heimische Tier- und Pflanzenwelt, Landwirtschaft und das Thema Müll dreht. Die Projekte „Auf der Kippe“ (Stiftung Naturschutz) zum Thema Müllverwertung, -vermeidung und -recycling und „Vom Acker auf den Tisch“ (Senatsverwaltung für Justiz und Verbraucherschutz) zum Thema Landwirtschaft werden präsentiert. Der sehr interessante Lehrbienenstand des Imkervereins Lichtenrade stellt eine gute fachliche Aufwertung des Bildungsangebotes dar. Die BSR informiert mit „Trenntstadt Berlin“ über Mülltrennung.

Besonders im Bezirk verortete Schulen und Kitas sind herzlich willkommen. Es kann eine Natur- und Müllrallye absolviert werden oder die Erlebnisstationen auf der Naturschutzstation unterstützen die Projektarbeit. Beim Unterricht in der Natur können lebendig und anschaulich Umwelthemen betrachtet werden. Bestandteil der landschaftspflegerischen Tätigkeiten der Naturwacht sind die Pflege und Renaturierung von Gewässern, die Anlage von Kleinstlebensräumen für trockenheitsliebende Arten, die Anlage und Pflege von Schichtholzhecken als artenreiche Lebensräume und die Errichtung von Lebensräumen für Zauneidechsen. Diese kleine heimische Eidechse ist, neben der Knoblauchkröte und dem Moorfrosch, eine der drei Biodiversitätsarten im Naturschutzpark Marienfelde.
Es gibt viele wichtige örtliche und überörtliche Partner der Naturschutzstation und der Naturwacht Berlin. Besondere Unterstützter sind die Stiftung Naturschutz Berlin, die Senatsverwaltung für Justiz und Verbraucherschutz, die Wohnungsbaugesellschaft „degewo“, das UnternehmerNetzwerk Motzener Straße und von der BSR „Trennstadt Berlin.“
Einen maßgeblichen Anteil an der Entwicklung der Naturherrlichkeiten in Marienfelde hat NaturRanger Björn Lindner, der mit viel Liebe mit tatkräftiger Unterstützung einiger Helferinnen und Helfer und jeder Menge Idealismus dieses kleine Naturwunder geschaffen hat.

Thomas Moser (auch alle Fotos)

https://www.naturwachtberlin.de/

22.06.2019, 19:30 bis 23 Uhr
Wildes Marienfelde
Der LandschaftsPark Marienfelde ist ein HotSpot biologischer Vielfalt im Süden Berlins. Nach einer kleinen Einführung auf der Naturschutzstation geht es auf Exkursion mit dem NaturRanger auf den Spuren dämmerungs- und nachtaktiver Wildtiere im LandschaftsPark.
Verantwortlich: NaturRanger Björn Lindner
Treffpunkt: Naturschutzstation
Kosten: Erwachsene 5€, Kinder 3,50€, Mitglieder frei

07.07.2019, 7:30 bis 9:30 Uhr
Vogelwelt im LandschaftsPark Marienfelde
Auf einem Spaziergang durch den LandschaftsPark entdecken und erleben wir gemeinsam die Vielfalt der Marienfelder Vogelwelt.
Ansprechpartner: Kai Doberstein
Treffpunkt: Naturschutzstation
Kosten: Erwachsene 5€, Kinder 3,50€, Mitglieder frei

14.07.2019, 14 bis 16 Uhr
Lust auf Natur
Eine informative Wanderung über die Marienfelder Feldmark
Die Marienfelder Feldmark ist eines der letzten natürlichen Biotope im Süden Berlins, zusammen mit dem Naturpark Marienfelde bietet sie eine Artenvielfalt, die kaum zu übertreffen ist. Aufgrund der Randlage ist ein Abstecher zur ehemaligen Grenze der DDR - zum "Todesstreifen" - (heute Mark Brandenburg) vorgesehen. Lassen Sie sich überraschen bei einem Spaziergang mit Geschichte und "Geschichtchen", der Ihnen die Veränderungen in den letzten 30 Jahre aber auch die Bemühungen zum Erhalt dieser Naturlandschaft mit außergewöhnlicher Artenvielfalt nahe bringen möchte.
Verantwortlich: Werner Klinge
Treffpunkt: Egesdorffstr. / Blohmstr.
Kosten: Erwachsene 5€, Kinder 3,50€, Mitglieder frei

31.07.2019, 19 bis 22 Uhr
Wildes Marienfelde – World Ranger Day
Der LandschaftsPark Marienfelde ist ein HotSpot biologischer Vielfalt im Süden Berlins. Nach einer kleinen Einführung auf der Naturschutzstation geht es auf Exkursion mit dem NaturRanger auf den Spuren dämmerungs- und nachtaktiver Wildtiere im LandschaftsPark.
Verantwortlich: NaturRanger Björn Lindner
Treffpunkt: Naturschutzstation
Kosten: Erwachsene 5€, Kinder 3,50€, Mitglieder frei


 

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