Festakt und Mahnwache am 5. Februar 2019 – 14 Uhr Wolziger Zeile

... Bericht mit Aktualisierungen vom 1.2.2019 (Stellungnahme des CDU-Bundestagsabgeordneten Dr. Jan-Marco Luczak (MdB) und der Lichtenrader SPD-Abgeordneten Melanie Grunow-Kühnemann (MdA) weiter hinten (am Ende des Berichtes; vor der Moritat)...

...Aktualisierungen vom 4.2.2019 (Stellungnahme der Lichtenrader CDU-Abgeordneten Hildegard Bentele und der CDU-Fraktion in der BVV (am Ende des Berichtes)...

Am 5. Februar 2019 soll der Baubeginn der Dresdner Bahn in Lichtenrade gefeiert werden und gleichzeitig wollen betroffene Bürger ihren Unmut zeigen.

Offensichtlich hat die Bahn zum symbolischen Akt für den 5. Februar 2019 eingeladen, wie es aus Kreisen der Bürgerinitiative Lichtenrade Dresdner Bahn zu hören ist. Inwiefern diese Veranstaltung öffentlich ist, konnte bislang bei der DB Netz nicht ermittelt werden. Viele Lichtenraderinnen und Lichtenrader, die lange Zeit protestiert und geklagt hatten (div. Berichte dazu in der Lichtenrader Internetzeitung), wundern sich nur.

Schallschutz in einer Höhe von 5 Meter

Ronald Pofalla wird in Lichtenrade erwartet
In der Berliner Morgenpost heißt es am 30. Januar 2019: „Im Ortsteil Lichtenrade wird der letzte Teil einer Schallschutzwand aufgestellt. Zu dem symbolischen Akt werden Infrastruktur-Konzernvorstand Ronald Pofalla und der Parlamentarische Staatssekretär im Bundesverkehrsministerium, Enak Ferlemann, erwartet.“

Mittlerweile wurde die notwendige Fläche in den letzten Monaten in weiten Teilen freigelegt und die letzten Buden und Schuppen auf dem Bahngelände wurden abgerissen. Zwischen S-Bahnhof Lichtenrade und dem Übergang Wolziger Zeile kann man schon auf der westlichen Seite die hohe Schallschutzmauer, die bei den Demonstrationen besonders als Teilung des Ortsteiles angesehen wurde, betrachten.


Mittlerweile hat noch ein RBB-Bericht über den geplanten denkmalgeschützten Abriss vom S-Bahnhof Lichtenrade besonders in den sozialen Medien für Unruhe gesorgt. Unverständnis wird geäußert, dass dies erlaubt ist. Es muss aber hier auch erwähnt werden, dass es bereits in allen Planungen der Bahn genauso zu sehen war. Auch wird diskutiert, inwiefern nicht Teile des Bahnhofs gegebenenfalls hätte erhalten bleiben können.

Mahnwache beim Festakt
Einen Grund zum Feiern des Baubeginns sehen viele Lichtenrader jedenfalls nicht. Darum ruft die Bürgerinitiative Dresdener Bahn e.V. -Bahn für die Menschen- zur einer Art Mahnwache auf. Auf der Website wird zur Teilnahme aufgerufen:
„Am kommenden Dienstag, dem 5. Februar um 14 Uhr, will die Deutsche Bahn bei einer Feierstunde am Bahnübergang Wolziger Zeile offiziell den Baubeginn zelebrieren.
Wir können dieses traurige Ereignis  nicht verhindern, sind aber der Meinung, wir sollten wenigstens Präsenz zeigen und der Bahn und der Öffentlichkeit demonstrieren, welch schwarzen Tag dies für unseren Ortsteil bedeutet. Hierzu benötigen wir Ihre Unterstützung.
Soweit Sie also Zeit haben, kommen Sie doch bitte am 5. Februar gegen 13 Uhr 45 zum Bahnübergang Wolziger Zeile, damit wir zeigen können wir sind nicht nur Einzelne, sondern Viele in Lichtenrade.“
schallschutzwand vollstaendig festakt dresdner bahn Moser01 2019 6
Plakate gegen den Unmut zu den Bahn-Planungen findet man auch jetzt noch...

Ärger über Baulärm und Berichterstattung
Der Vorsitzende der BI Lichtenrade-Dresdner Bahn, Klaus Roesler, hat in einem Leserbrief im November 2018 zum Tagesspiegelartikel vom 16.11.2018 über den Bericht, den Lärmbelästigungen und den Planungen geschrieben und seinen Ärger kundgetan:
„Ihr etwas sehr einseitig aus der Sicht der Deutschen Bahn geschriebener Artikel über den Ausbau der Dresdner Bahn fordert zum Widerspruch heraus. Man könnte seitenlang jede einzelne Aussage richtig stellen, was aber den Umfang eines Leserbriefs sprengen würde. Die Anwohnerproteste als Meckerei zu bezeichnen  ist ebenso unverschämt, wie der Hinweis „ein seelsorgerisch begabter Mitarbeiter solle die Anwohner beruhigen“. Sind wir hier Kinder? Derartige Frechheiten waren wir bisher von der Deutschen Bahn zwar gewohnt, sie aber in Verbindung mit dem jetzigen Projektleiter und gedruckt im Tagesspiegel zu finden, überrascht zumindest.
Zur Klarstellung: Die Anwohner wehren sich gegen  den Lärm. Dass es leiser werde wegen der Schallschutzwände, ist schon nach den Planungsunterlagen frommes Wunschdenken. Ebenso wehren sie sich gegen die Erschütterungen, von denen ja niemand bei der Bahn sprechen möchte und natürlich auch gegen die Teilung ihres Ortsteils durch 5m hohe Schallschutzwände (eigentlich müssten sie wohl 8m sein). Sie wehren sich gegen die Untertunnelung der Bahnhofstraße mit einem Gefälle von fast 9%, die bei Starkregen und Glatteis unpassierbar sein wird und bei der man gerade Radfahrern beim Zusammentreffen mit anfahrenden Bussen viel Spaß  beim Bergfahren wünscht.
Wir Lichtenrader neigen nicht zu ungesetzlichen Aktionen. Wir ketten uns (leider?) nicht an Schienen an und müssen auch das  aus unserer Sicht falsche Urteil aus Leipzig akzeptieren. Aber die Wut auf die Bahn lebt fort und sie wird durch Formulierungen, wie oben beschrieben, in Ihrem Artikel  geschürt und aufrecht erhalten.“

Eine Moritat auf die Mauer
Der Lichtenrader Kulturschaffende Gerhard Moses Heß setzt seinen Ärger künstlerisch in eine Moritat nach der Melodie „Auf der Mauer, auf der Lauer“ um, das hinter dem Bericht veröffentlicht ist.

Akutalisierung vom 1.2.2019 - Pressemitteilung des CDU-Bundestagsabgeordneten Dr. Jan-Marco Luczak (MdB):
Zum offiziellen Baubeginn der Dresdner Bahn in Lichtenrade äußert sich der Tempelhof-Schöneberger Bundestagsabgeordnete Dr. Jan-Marco Luczak wie folgt:
„Für die Lichtenrader ist dieser Tag kein Grund zur Freude. 20 Jahre lang haben wir gemeinsam für eine Tunnellösung gekämpft. Heute wird unser Ortsteil durch meterhohe Schallschutzwände in zwei Teile gespalten, Lärm und Erschütterungen werden die Lebensqualität der Menschen massiv beeinträchtigen. Das ist ein schwarzer Tag für Lichtenrade.
Dabei hätte alles anders kommen können. Der Tunnel war zum Greifen nahe – eine Lösung ist letztlich daran gescheitert, dass sich das Land Berlin nie klar und unmissverständlich für einen Tunnel eingesetzt hat. Stattdessen hat es diesen sogar unter Hinweis auf Kosten und Zeit öffentlich in Frage gestellt. Alle Gespräche mit Bahn und Bundesverkehrsministerium konnten wegen dieser Haltung Berlins am Ende nicht zum Erfolg führen. Dafür trägt wesentlich Michael Müller als damaliger Stadtentwicklungssenator und jetziger Regierender Bürgermeister die Verantwortung.
Politik von Menschen für Menschen sieht anders aus. Deshalb versammeln sich die Lichtenrader zum Protest gegen dieses Ereignis – sie wollen zeigen, dass es ein schwarzer Tag für den Ortsteil ist.“

Weitere Aktualisierung vom 1.2.2019 - Stellungnahme der Lichtenrader SPD-Abgeordneten Melanie Grunow-Kühnemann (MdA):
"Der Kiez wird darunter leiden - heute ist ein trauriger Tag für Lichtenrade!
... So wichtig eine funktionierende Infrastruktur für Berlin auch ist, für Lichtenrader wird dies ein schwarzer Tag. Wir haben lange gemeinsam für eine Tunnellösung gekämpft. Mir blutete das Herz, wenn mein Lichtenrade durch die ICE Trasse und meterhohe Schallschutzwände in zwei Teile zerteilt wird.
Bis zuletzt stand der Senat von Berlin zum Bau des Tunnels, leider waren die Deutsche Bahn mit Herrn Pofalla und Herrn Kaczmarek und das Bundesverkehrsministerium mit Herrn Scheuer nicht bereit über ihren Schatten zu springen und einen möglichen Präzedenzfall zu schaffen. Am Ende entschied das Bundesverwaltungsgericht gegen den Bau des Tunnels. Das Land Berlin hatte sich immer zum Bau des Tunnels bekannt und die entsprechenden Summen über Jahre sogar im Landeshaushalt bereit gehalten.
Als Lichtenraderin hätte ich mir gewünscht, dass sich auch CDU Abgeordnete im Bund für den Tunnel stark gemacht und auf ihre Parteifreunde in den entscheidenden Gremien Einfluss geübt hätten. Noch im Koalitionsvertrag von SPD und CDU auf Berliner Landesebene war vereinbart worden, dass Berlin für eine Tunnellösung steht und sich auch an den Kosten für den Bau beteiligt. Hier wurde im Bund eindeutig eine Chance für vertan - schlimm für Lichtenrade!
Deshalb lasst uns am 5.2.2019 vor Ort sein und deutlich machen, was wir von dem Ausbau ohne Tunnel halten. Ich werde da sein!"

Weitere Aktualisierung vom 4.2.2019 - Stellungnahme der Lichtenrader CDU-Abgeordneten Hildegard Bentele (MdA)
„Spatenstich für Dresdner Bahn – Kein Grund zum Feiern für Lichtenrade“
„Nach über 20-jähriger Planungszeit wird der oberirdische Bau der Dresdner Bahn zu Beginn des Jahres 2019 nun endgültig Realität. Bittere Realität, denn die fünf Meter hohen Schall-schutzwände werden Lichtenrade in zwei Hälften teilen. Bitter vor allem auch, weil die Ge-sundheit der Lichtenraderinnen und Lichtenrader hintangestellt wurde: die Verlegung der Bahntrasse in einen Tunnel, für den die Bürgerinitiative zusammen mit der CDU lange ge-stritten hat, hätte den Anwohnern Lärm und Erschütterungen erspart. Zuletzt haben der frühe-re Fraktionsvorsitzende MdA Florian Graf, der verkehrspolitische Sprecher der CDU-Fraktion MdA Oliver Friederici und ich als direkt gewählte Abgeordnete in Lichtenrade im Mai 2017 einen Antrag in das Abgeordnetenhaus von Berlin eingebracht, der vom Senat ein entschlos-senes Eintreten für die Tunnellösung fordert (Drucksache 18/0320 anbei) – rot-rot-grün hat ihn abgelehnt.
Unser Augenmerk sollte nun darauf gerichtet sein, die Verantwortlichen bei der Deutschen Bahn, im Senat und im Bezirk auf ihre Fürsorge für die Lichtenraderinnen und Lichtenrader bei diesem großen Infrastrukturprojekt hin zu verpflichten und sie immer wieder daran zu er-innern:
• Umsetzung des Projekts im Zeitrahmen (bis Dezember 2025),
• Sicherstellung eines Baustellen- und Verkehrsmanagements, das die Bahnhofstrasse als Einkaufsstraße und die anliegenden Seitenstraßen nicht zum Kollabieren bringt und Pas-santen das Queren möglich macht,
• Umfassende und rechtzeitige Information der Lichtenraderinnen und Lichtenrader,
• Sicherstellung des Lärmschutzes,
• Adäquate Ausgestaltung der Unterführung am S-Bahnhof Lichtenrade.“

Weitere Aktualisierung von der CDU-Fraktion der BVV (Auszüge):
Die CDU-Fraktion Tempelhof-Schöneberg konnte Anträge mit Empfehlungen für die Tunnellösung an alle zuständigen Stellen durchsetzen, dennoch muss Lichtenrade... dieses bittere Ergebnis hinnehmen.
„Lichtenrade wird durch meterhohe Schallschutzwände in zwei Teile gespalten. Ich hätte nie gedacht, dass durch unseren Ortsteil einmal mehr eine Mauer verlaufen würde! Auch wenn uns diese Mauer vor Lärm der Bauarbeiten und später der Züge schützen soll, wird die Lebensqualität der Menschen mit Sicherheit negativ beeinträchtigt“, erklärt Hagen Kliem, CDU-Bezirksverordneter und Vorsitzender der Aktionsgemeinschaft Bahnhofstraße e.V.
Der Senat setzte sich nie entschlossen für eine Tunnellösung ein. Obwohl im Koalitionsvertrag von SPD und CDU in der letzten Legislaturperiode vereinbart wurde, dass sich das Land Berlin für eine Tunnellösung einsetzen und sich auch an den Kosten beteiligen würde, ist die Tunnellösung nun gescheitert. Grund dafür ist, dass sich Berlin nie entschlossen für den Bau eines Tunnels eingesetzt hat. Stattdessen wurden etwaige Pläne immer wieder öffentlich hinterfragt. Wesentliche Verantwortung trägt dafür der damalige Stadtentwicklungssenator und jetzige Regierende Bürgermeister, Michael Müller (SPD).
„Hier machte das Land Berlin bürgerferne Politik gegen die Lichtenrader. Ich finde es wichtig und korrekt, dass sich die Lichtenrader am 5. Februar 2019 gegen dieses Ereignis versammeln – wir müssen zeigen, dass es ein schwarzer Tag für den Ortsteil ist!“, so Kliem.
Wir werden den Bauprozess kritisch begleiten.
Mit Blick in die Zukunft erklärt der Bezirksverordnete: „Als CDU-Fraktion Tempelhof-Schöneberg bemängeln wir die fehlende Weitsicht bei diesem Bauprojekt. Gerade im Hinblick auf die kommenden Infrastrukturentwicklungen in Lichtenrade erscheint das oberirdische Bahnstreckenkonzept nicht als ganzheitlich durchdacht. Wir werden den Bauprozess kritisch begleiten, u.a. auf den Ausbau eines adäquaten Lärmschutzes bestehen und darauf achten, dass die Bahnhofstraße wie auch die anliegenden Seitenstraßen verkehrstechnisch nicht kollabieren. Es muss weiterhin eine funktionierende Einkaufsstraße bleiben!“

Wie bekannt, wurde gegen das Urteil des Bundesverwaltungsgerichtes über die Baugenehmiung der Bahnstrecke Verfassungsbeschwerde eingelegt. Ein Ergebnis liegt noch nicht vor.

Website der BI: http://www.dresdner-bahn.de/

Website der Deutschen Bahn: https://bauprojekte.deutschebahn.com/p/dresdner-bahn

und https://www.dresdnerbahn.de/

Moritat vom Mauerbau der Deutschen Bahn und vom Abriss des S-Bahnhofs

(Melodie: Auf der Mauer, auf der Lauer) von Gerhard Moses Heß

Endlich wieder eine Mauer

hat jetzt Lichtenrade,

denn so lange ohne Mauer,

das war doch sehr fade!

Unsre Mauer, die ist grün,

ist gar prächtig anzusehn -

und niemand kann da rüber!

Ach, was hat sie uns gefehlt,

die Berliner Mauer!

Lob und Ehr der Deutschen Bahn

für die Lichtenrader Mauer!

Keiner kann uns jetzt mehr sehn,

wenn wir hinter der Mauer stehn

- und auf unsre S-Bahn warten!

Lichtenrade zweigeteilt,

wie vor 30 Jahren,

will'ste rüber musste erst

durch den Tunnel fahren.

Doch die Mauern sind so schön,

leuchten ja so lieblich grün

- wir wollen uns nicht beklagen.

Wenn Du in den Osten willst,

musste künftig zahlen:

Der Tunnel kriegt 'ne Mautstation,

da kannste Dir 'nen Passierschein hol'n!

Will'ste schnell in den Westen,

da ist's dann am besten,

wenn Du Dir 'nen eig'nen Tunnel gräbst!

Weg mit unserm alten Bahnhof,

der steht doch im Wege,

freie Fahrt der Dresdner Bahn,

Denkmalschutz steht hintenan.

Kahlschlag für die Deutsche Bahn,

nur so kommen wir schnell voran,

und die Bahn wird sicher pünktlich sein!

Auf der Mauer, auf der Lauer

sitzt die Deutsche Bahn,

  1. der neue Mauerbauer

ist die Deutsche Bahn.

Seht doch, was die Bahn kann:

Lichtenrade wird kaputt gemacht,

wenn wir nicht auf die Pauke haun!


 

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