Wolfgang Krueger (*5.12.1937) ist im Alter von 80 Jahren in der Nacht zum 14. Oktober 2018 nach schwerer Krankheit verstorben und viele Lichtenrader und Tempelhofer trauern.
Wolfgang Krueger Foto Fred Baumgart
Wolfgang Krueger (Foto: Fred Baumgart)
Der verdiente Bezirksbürgermeister von Tempelhof a.D. und aktive Lichtenrader Wolfgang Krueger wohnte in Lichtenrade und setzte sich aktiv auch nach seinem Ruhestand für die Belange der Bürger ein.

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Wolfgang Krueger mit seiner Frau Carmen beim Bundeswehrkonzert der AG Bahnhofstraße am 15. November 2017

Seit Kriegsende wohnte Wolfgang Krueger, Sohn eines Tischlermeisters, in Lichtenrade. „Die Mutter stammt aus Pommern, der Vater aus Ostpreußen und der Piepel ist in Berlin geboren“, erzählte Krueger. Wolfgang Krueger wurde wie sein Vater Tischler und Zimmermann. Sein Abitur hat er an der Abendschule gemacht. Danach studierte er an der Staatlichen Ingenieurschule für Bauwesen und an der Technischen Universität Berlin. Als Bauleiter war er zum Beispiel am Reichstag und für die Stiftung Preußischer Kulturbesitz tätig.
Nebenbei war Wolfgang Krueger politisch engagiert. 1957 tritt er in die CDU in Lichtenrade ein. Er beginnt in der Jungen Union. 1967 ist er für die CDU in die Bezirksverordnetenversammlung (BVV) in Tempelhof eingezogen.
1980 ist er Bezirksstadtrat für Gesundheit geworden. Ein Jahr später wurde er Baustadtrat. In diesem Amt blieb er 10 Jahre. 1991 wurde das Lichtenrader Urgestein als Nachfolger von Siegmund Jaroch Bezirksbürgermeister und ist 1995 in diesem Amt bestätigt worden. Nach einer schweren Herzoperation im Dezember 1997 konnte und wollte er dieses Amt nicht mehr ausüben.
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Wolfgang Krueger (re) in der Bürgermeister-Galerie im Rathaus Tempelhof
Wolfgang Krueger hat zum Wohle der Bürger gesetzliche Spielräume genutzt und war ein Bürgermeister, „der ohne politisch eingefärbte Brille alle Tempelhofer vertreten hat“ (Aussage des seinerzeitigen SPD-Fraktionsvorsitzenden Wöhrle).
Innerhalb der CDU wirkte er über Jahre als Ortsvorsitzender und war von 1987 bis 1993 zudem Kreisvorsitzender der CDU Tempelhof. Wolfgang Krueger war Ehrenvorsitzender der Lichtenrader CDU, Ehrenvorsitzender in der Aktionsgemeinschaft Bahnhofstraße und auch ehrenamtlich bei der Bürgerinitiative Dresdner Bahn und in vielen anderen Vereinen tätig. Zum Beispiel demonstrierte Wolfgang Krueger auch gegen die geplanten abgeknickten Flugrouten, die nach Eröffnung des neuen Flughafen in Schönefeld auch über Lichtenrade führen sollten bzw. Lichtenrade streifen sollten.


Foto vom 3. März 2018

Erst Anfang des Jahres wurde der Altbürgermeister zu seinem 80. Geburtstages und seiner 60jährigen CDU-Mitgliedschaft mit einem Festakt gewürdigt, an dem auch der frühere Regierende Bürgermeister Eberhard Diepgen teilnahm.
In einem Nachruf der CDU Lichtenrade schreibt der Bundestagsabgeordneter Dr. Jan-Marco Luczak: „Mit Wolfgang Krueger verlieren wir einen wichtigen Wegbegleiter, Ratgeber und Freund. Wir alle haben ihm viel zu verdanken. Sein Name war und wird immer auf das Engste mit der Kommunalpolitik in unserem Bezirk und insbesondere in Lichtenrade verbunden sein. Unser Ortsteil und seine Menschen standen für Wolfgang Krueger immer im Mittelpunkt. Auch nachdem er nicht mehr in Amt und Würden war, prägte er die Geschicke Lichtenrades etwa im Rahmen der Aktionsgemeinschaft Bahnhofstraße oder der Bürgerinitiative Dresdner Bahn maßgeblich mit. Die Menschen in Lichtenrade haben ihm dafür allergrößte Wertschätzung und Respekt entgegengebracht. Wolfgang wurde 80 Jahre alt. Ich bin dankbar, dass ich ihn ein Stück seines Weges begleiten durfte und er mir immer mit wertvollem Rat zu Seite stand. Er wird mir fehlen. In diesen schweren Stunden sind unsere Gedanken und unsere Anteilnahme bei seiner Frau Carmen. Wir werden Wolfgang ein ehrendes Andenken bewahren.“
Ed Koch von PaperPress schreibt in einem Nachruf: „… auch im restlichen Tempelhof genoss Krueger ein hohes Ansehen, auch innerhalb der Bezirksverwaltung. Er war ein Chef, mit dem man reden konnte, der allerdings auch klare Kante zeigte, wenn es erforderlich war. Krueger war Bürgermeister zu einer Zeit, als alle, bis auf einen Stadtrat der CDU angehörten. Dieser eine war der Sozialdemokrat und spätere Bürgermeister von Tempelhof-Schöneberg Ekkehard Band. Krueger ließ ihn nie im Regen stehen, sondern bezog ihn in die politischen Abläufe mit ein. Krueger war fair gegenüber jedermann. Sein Markenzeichen war es, das Krawattenende, also die Spitze, während eines Gespräch nach oben ein- und wieder herunterzurollen. War es ein Trick oder tat er es unbewusst? Er hat es nie verraten. Wolfgang Krueger war ein sehr angenehmer, freundlicher Mensch.“
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Ich bin sehr traurig und denke immer gerne an Wolfgang Krueger... als Lichtenrader "Weggefährten" und als Bürgermeister, der mich auch dienstlich sehr bei der PC-Einführung im Jugendamt Tempelhof vor vielen Jahren mit Tatkraft unterstützt hat… in einer Zeit, wo es fast noch keine Computer in der Verwaltung gab. Was musste, musste halt sein und da hat Wolfgang Krueger dann einfach gehandelt und schnell notwendige finanzielle Mittel zur Verfügung gestellt. Auch denke ich gerne an Wolfgang Krueger als liebenswerten Menschen und an das Vereinsmitglied im Landheimverein Tempelhof. Ich bin in Gedanken bei seiner Ehefrau und wünsche seiner lieben Frau Carmen viel Kraft.
Thomas Moser (auch Fotos; bis auf 1. Foto: Fotograf Fred Baumgart http://www.fotograf-baumgart.de/

Allen Bürger_innen wird ab Freitag, dem 19. Oktober 2018, die Gelegenheit gegeben, sich in das Kondolenzbuch im Foyer des Rathauses Tempelhof einzutragen und sich zu verabschieden.
Der Bezirksverordnetenvorsteher Stefan Böltes und Bezirksbürgermeisterin Angelika Schöttler sprechen gemeinsam den Angehörigen und Freund_innen ihre Anteilnahme aus.
Wolfgang Krueger hat das politische Leben und den Bezirk Tempelhof stark geprägt.
Die Bezirksbürgermeisterin von Tempelhof-Schöneberg Angelika Schöttler hat sich als Erste in das Kondolenzbuch eingetragen.
Das Kondolenzbuch liegt ab Freitag, dem 19. Oktober 2018, (11:00 Uhr) bis Freitag, dem 02. November 2018 täglich von 08:00 bis 18:00 Uhr im Foyer des Rathauses Tempelhof, Tempelhofer Damm 165, 12099 Berlin, aus.


 

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