... mit Lichtenrade-Bezug... UPDATE 20.6.2018

Agieren statt Reagieren - Werbeflä.c.hen zu Gunsten der Schule vermieten und

Barrierefreie Überquerung der Bahnstrecke an der Buckower Chaussee während der Bauarbeiten zur Errichtung einer Brücke über das Gleisbett

Die Bezirksverordnetenversammlung möge beschließen:

Dem Bezirksamt wird empfohlen, sich bei den zuständigen Stellen dafür einzusetzen, dass anders als am Bahnübergang Säntisstraße eine barrierefreie Querung des Bahnübergangs Buckower Chaussee auch während der dortigen Bauarbeiten zur Errichtung einer Brücke über die Bahngleise möglich ist.

Begründung:
Am Bahnübergang Säntisstraße wurde eine Brücke errichtet, so dass die Bahntrasse nur durch überwinden zahlreicher Treppenstufen überquert werden kann. Mobilitäts-eingeschränkte Menschen können diesen Weg seitdem nicht mehr passieren. Außerdem sind nicht alle Menschen in der Lage, hierzu zählen auch kleinere Schulkinder, ihr Fahrrad die zahlreichen Treppenstufen hoch und hinunter zu tragen. Ein solches Desaster darf sich an der Buckower Chaussee nicht wiederholen.

Ergebnis:

Am 20.06.2018 hat die Bezirksverordnetenversammlung Tempelhof-Schöneberg einstimmig einen Antrag der CDU-Fraktion (dem die Fraktionen von SPD und Grünen beigetreten sind) beschlossen. Ziel ist es, dass sich ein Vorgang wie an der Säntisstraße am Bahnübergang Buckower Chaussee nicht wiederholt. Denn die heftig kritisierte Überbrückung der Bahntrasse am gesperrten Bahnübergang an der Säntisstraße ist einzig durch Überwinden dutzender steiler Treppenstufen möglich. „Was die Bahn als zumutbare Umwege für Mobilitätseingeschränkte darstellt, stellt sich in der Realität völlig anders dar und ist inakzeptabel,“ kritisiert der Lichtenrader CDU-Verordnete Christian Zander.
„Wenn in etwa drei Jahren der Bahnübergang an der Buckower Chaussee wegen der Bauarbeiten gesperrt wird, muss dort eine barrierefreie Überquerung gewährleistet sein. Bis zum Beginn der Baumaßnahmen verbleibt ausreichend Zeit, ggf. erforderliche Umplanungen vorzunehmen. Deshalb war es uns wichtig, diese Frage bereits heute rechtzeitig anzusprechen, damit etwaige Defizite bei der Barrierefreiheit noch nachgebessert werden können und keine gegenteiligen Fakten geschaffen werden“, begründet der CDU-Bezirksverordnete Christian Zander seinen Vorstoß.

Agieren statt Reagieren - Werbeflächen zu Gunsten der Schule vermieten

Die Bezirksverordnetenversammlung wolle beschließen:

Das Bezirksamt wird ersucht zu prüfen, ob eine Vermarktung der Zaunfläche entlang des Lichtenrader Damms am Georg-Büchner-Gymnasium ggf. eigenverantwortlich durch die Schule initiiert werden kann.

Begründung:

Die Zaunanlage entlang des Sportplatzes am Lichtenrader Damm wird seit Jahren als Werbefläche genutzt. Die Beseitigung dort angebrachter Werbeträger, auch in Eigenleistung des amtierenden Stadtrates, führt regelmäßig nur zur umgehenden neuen Nutzung als Werbefläche.

In Kooperation mit der Schule, vielleicht einer Schülerfirma, dem Förderverein oder einer Arbeitsgemeinschaft könnte ein Projekt mit dem Ziel der Vermarktung dieser Zaunfläche entwickelt werden. Man hätte Einfluss auf den Inhalt der Werbung, hätte eine gewisse Verantwortungsstruktur geschaffen und könnte auch Einnahmen für die Schule erzielen. Die ortsansässigen Händler und Gewerbetreibenden hätten an dieser exponierten Stelle die Gelegenheit, Werbung für sich zu platzieren. Lichtenrader Initiativen, könnten auf ihre Veranstaltungen hinweisen.

Das wirtschaftliche Handeln und das Thema Werbung würden eine ganz neue Gewichtung im Schulalltag bekommen.

Aktueller Hinweis und Anmerkung: Soeben informiert der zuständige Schulstadtrat Oliver Schworck via Facebook, dass die Schilder höchstpersönlich abmontiert wurden: "Plakate vom Schulzaun abgenommen! Die Werbeagentur steht freundlicherweise drauf." 

Über die Werbeflächen wird in Facebook, auf der Seite des Lichtenrader Bezirksverordneten Hagen Kliem, intensiv diskutiert. Eine offene überparteiliche Diskussion. BVV in Facebook; warum nicht!


 

Vom 14. bis 26. Mai fand in diesem Jahr zum vierten Mal die Maikäfer Rallye in der Lichtenrader Bahnhofstraße statt. In den Schaufenstern der Geschäfte in und um die Bahnhofstraße konnten Maikäferfiguren entdeckt und attraktive Preise gewonnen werden, die eine Vielzahl der örtlichen Händlerinnen und Händler spendiert hatten. Unter den Augen interessierten Kundschaft wurden am Dienstag, den 5. Juni die Gewinner durch teilnehmende Gewerbetreibende ausgelost. Insgesamt knapp 50 Teilnehmerinnen haben sich an der Käfersuche beteiligt und damit die Chance genutzt, Preise von einem Strauß Blumen über ein Seniorenhandy bis hin zu einer Stunde Englischunterricht zu gewinnen. Die Gewinner wurden bereits benachrichtigt und können die Preise bis zum 31. Juli 2018 in den jeweiligen Geschäften abholen.

Das Gewinnspiel, das sich inzwischen als eine gemeinsame Aktion der Gewerbetreibenden rund um die Bahnhofstraße etabliert hat, wurde zum wiederholten Male durch das Geschäftsstraßenmanagement im Rahmen des Förderprogramms „Aktive Zentren“ unterstützt.
maikaerfer bahnhofstr 2018
Auslosung der Gewinner_innen durch (von links) Kevin Bölling (Tee Lichtenrade), Anneliese Hachmann (passende-versicherungen.berlin), Roswitha Hubert (Parfümerie Gabriel), Ingrid Kupfernagel (Reisebüro Lichtenrade Kupfernagel), Lars Hombach (Linden Apotheke) und Holger Heidemann (Modetreff Heidemann) Foto AZ-Lichtenradde


 

Eine besonders hohe Privatspende von 500 Euro wurde bei der Versteigerung einer Lichtenrader Fotografie erzielt. Das Geld konnte am 17. Juni 2018 vom Fotografen Frank Giebel an die Suppenküche Lichtenrade übergeben werden.
suppenkueche frank giebel moser 3
Frank Giebel bei der Spendenübergabe an Nicole Zimmermann von der Suppenküche.
Dieses außergewöhnliche Höchstgebot kam von Martin Schreiber, der es kaum noch abwarten konnte, dass er das Bild bekam. So fand die Übergabe des Fotos schon einige Tage früher bei Frank Giebel statt.
suppenkueche frank giebel 5
Martin Schreiber mit Frank Giebel (Foto K. Giebel)

Fotograf plante die Aktion schon einige Monate

Der Lichtenrader Fotograf mit Leib und Seele, Frank Giebel, hatte schon längere Zeit die Idee, dass er das Nachbarschaftszentrum Suppenküche Lichtenrade e.V. unterstützen wollte. Seine Töchter besuchten dort einen Tanzkurs und so kam er in Kontakt mit der Arbeit der Suppenküche und war sehr angetan vom ehrenamtlichen Engagement. Irgendwie sollte die Unterstützung mit seiner fotografischen Profession zusammenhängen. So wählte er ein Lichtenrader Motiv mit dem S-Bahnhof Lichtenrade in den Abendstunden aus und ließ es nach einem speziell aufwendigen und hochwertigen „Alu Dibond-Verfahren“ mit einer edlen, reflexionsfreien und matten Oberfläche anfertigen. Dann stellte er dieses Bild im Internet zur Versteigerung und der Meistbietende sollte es erhalten. Unterstützt wurde dies von der Lichtenrader Facebook-Gruppe und der Administratorin Anneliese Friesecke von „Passende-Versicherungen.berlin“.

Frank Giebel liegt die Aktion und auch das Bild sehr am Herzen: „Dieses Bild gibt es so nur einmal und wird von mir auch nicht nochmal ausgegeben, obwohl ich viele Anfragen bekam. Es sollte für die gute Sache etwas Besonders sein und bleiben! Ich freue mich riesig, dass ein so hohes Gebot einging!“

Nicole Zimmermann von der Lichtenrader Suppenküche nahm ganz gerührt die Spende entgegen und bedankt sich bei Frank Giebel und auch bei Martin Schreiber, der zur Geldübergabe aus gesundheitlichen Gründen nicht anwesend sein konnte. Nicole Zimmermann erläutert, dass die Suppenküche die Spende gut verwenden kann: „Wir haben kürzlich eine hochwertige Profi-Küchenmaschine gewonnen, die uns viel Arbeit abnimmt. Dafür ist aber noch die Anschaffung von teuren Schneideblättern notwendig. Dafür wird das Geld genutzt. Jetzt können wir die Maschine richtig gut einsetzen und loslegen. Eine riesige Spende, die wir sehr gut gebrauchen können.“

Wie seine Mutter: Wenn ich was übrig habe, spende ich gerne…

Martin Schreiber erzählte noch einiges zu seinen Beweggründen dieses Bild zu ersteigern: „Ich mag das Bild wirklich sehr, kenne den Bahnhof noch aus West-Berliner Zeiten. Und er wird ja nicht mehr lange existieren, ist also vergänglich, die Bäume sind ja schon weg.“ Weiter berichtet er: „Also wollte ich es unbedingt ersteigern und bin bis an meine Schmerzgrenze gegangen, ist ja ein sehr guter Zweck. Trotzdem dachte ich eigentlich, dass eine Firma, Anwalt, Apotheke, Arzt aus Lichtenrade das locker toppen würde, aber die wollten wohl alle nicht... Freut mich in diesem Fall sehr.“

Aber es gab für Schreiber auch noch einen weiteren eher privaten Grund: „Meine Mutter Helga Schreiber ist im letzten Jahr gestorben. Sie hat viel Geld gespendet, obwohl sie nicht viel Geld hatte, war über 50 Jahre Fördermitglied beim Roten Kreuz, auch im Schulsportverein Lichtenrade aktiv als Co-Trainerin, später Schatzmeisterin... Wenn ich etwas übrig habe, möchte ich ihr da ein wenig folgen, habe ich mir jetzt vorgenommen.“ Nun soll das Bild bei Martin Schreiber einen würdigen Platz in der Küche bekommen. Da hängt bereits ein Foto von Frank Giebel mit der Dorfkirche. Er freut sich, dass er jeden Tag die Bilder sehen kann: „Ich bedanke mich bei Frank noch einmal für diese Aktion.“

Ehrenamtliche Helferinnen und Helfer dringend gesucht!

Übrigens sucht die Lichtenrader Suppenküche ganz dringend ehrenamtliche Unterstützerinnen und Unterstützer. Nicole Zimmermann: „Jeder kann mal unverbindlich vorbei kommen und am besten vorher einen Termin vereinbaren und sich uns anschauen. Wir freuen uns über jeder Art der Unterstützung!“

Thomas Moser (auch Fotos, sofern nicht gesondert gekennzeichnet)

https://www.suppenkueche-lichtenrade.de

https://frankgiebelphoto.portfoliobox.net/

https://www.facebook.com/groups/lichtenrade/

Weiteres über die Arbeit der Suppenküche kann man in der Lichtenrader Internetzeitung nachlesen. Hier ein ausführlicher Bericht: https://www.lichtenrade-berlin.de/25-blog/blog2016/335-suppenkueche-aktiv-in-der-nachbarschaft


 

Der Lichtenrader oder die Lichtenraderin sind oftmals Lokalpatrioten. Man liebt sein „Dorf“ und lebt teilweise schon über Generationen in Lichtenrade…

So freute sich Kiezreporter Thomas Moser bei seiner Urlaubslektüre riesig, als in einem Buch des Bestsellerautoren Sebastian Fitzek als ein Handlungsort „Lichtenrade“ auftauchte. Im Thriller ACHTNACHT, der im Jahr 2017 erschienen ist, schreibt der Berliner Autor und „Meister des Wahns“ von einer Hauptperson, dass sie in Lichtenrade in der Nähe vom S-Bahnhof Schichauweg in der Barnetstraße wohnt. Dies ist zwar für die Handlung nicht wichtig und keine große Angelegenheit, jedoch war die Neugierde von Thomas Moser geweckt und er schrieb kurzentschlossen Fitzek an. Der Autor gibt auch immer wieder den Hinweis, dass er auf Mails persönlich antwortet. Bei einem so hohen Bekanntheitsgrad keine Selbstverständlichkeit!
GeneGlover SebastianFitzek pressefoto
Foto: Sebastian Fitzek 3.3.2017 in Berlin. © 2017 Gene Glover / Agentur Focus
In der ersten Antwortmail, die schon ein Tag später kam, hieß es noch etwas allgemein: „Es motiviert mich immer wieder ganz besonders, wenn mir die Leserinnen und Leser - wie Sie - schreiben. Als alter West-Berliner interessiere ich mich natürlich für jeden Bezirk dieser Stadt. Und Lichtenrade finde ich einfach sehr sympathisch. Berlin besteht eben nicht nur aus den hippen Bezirken, da sind wir uns sicher einig. Ich finde es schön, dass sich Menschen wie Sie auch um unsere anderen wunderbaren Bezirke kümmern.“

Für Moser war die Neugierde damit noch nicht gestillt, zumal ein Autor doch erst einmal irgendwie auf Lichtenrade kommen muss: „Da muss doch mehr sein, vielleicht eine kleine Lichtenrade-Story für das Reporter-Herz?“

Also einfach nachgefragt und auch diesmal antwortete Sebastian Fitzek schnell und freundlich: „Meine beste Freundin und Managerin Manuela lebt in Lichtenrade. Ich besuche sie mindestens zweimal die Woche, auch weil ich dort mit ihrem Mann Karl-Heinz Raschke Sport mache. Wir laufen oft durch die Lichtenrader Felder, daher kenne ich die Gegend rund um den im Buch zitierten Schichauweg sehr gut. Karl-Heinz Raschke war übrigens einst der Fitnesstrainer von Graciano Rocchigiani.“

Sebastian Fitzek hat nichts dagegen einzuwenden, dass der Kiezreporter diese etwas persönlichen Informationen preisgibt. Danke dafür! Vielleicht entdeckt man Sebastian Fitzek ja mal in Lichtenrade, wenn er durch die Felder am Stadtrand joggt…?!

Und so ganz nebenbei: Auch Lichtenrader Autoren schreiben mit Herz und Seele!

Lichtenrade kommt ab und an in Büchern vor und Lichtenrade hat auch gute Buchautoren. Beispielsweise sei an dieser Stelle Raimund Bayer erwähnt, der sich in seinen zwei spannenden Politkrimis mit den Protagonisten auch durch Lichtenrade bewegt. Eher die dunkle Seite der menschlichen Seele beschreibt lebendig die LIchtenrader Thriller-Autorin Kat Hönow. Auch spannend ist die Lektüre der Science-Fiction und Fantasy- und Kinderbuch-Autorin Maria Hertting. Und sicher gibt es noch mehr schreibende Talente in Lichtenrade…

Thomas Moser

Links zu Berichten über Lichtenrader Autoren:

Raimund Bayer: https://www.lichtenrade-berlin.de/25-blog/blog2016/256-raimund-bayer-und-ein-spannender-polit-thriller

Kat Hönow: http://weblog.lichtenrade-berlin.de/archive/2015/11/01/hier-kann-auch-mal-blut-flie-en--thriller-werkstatt-lichtenrade.htm

Maria Hertting: https://www.lichtenrade-berlin.de/25-blog/blog2016/408-eine-schriftstellerin-stellt-ihren-ersten-roman-vor

… und natürlich Sebastian Fitzek: https://www.sebastianfitzek.de

fitzek achtnacht


 ritterfest LortzingClub lichenrade 70 15


Der LortzingClub ist für viele Lichtenrader Kinder und Jugendliche aus den verschiedensten Generationen eine zweite Heimat gewesen. Im Jahr 2018 feiert der LortzingClub sein 70-jähriges Jubiläum und veranstaltet einige beachtenswerte öffentliche Aktivitäten. Ein historischer Abriss der Einrichtung kann auf der Lichtenrade-Website nachgelesen werden (Link siehe unten).



Ein bemerkenswerter Höhepunkt war am 16. Juni 2018 ein liebevoll und detailreich ausgeschmücktes Ritterfest.

Organisator Carsten Lehnert vom Förderverein und der freie Wikinger aus der Nachbarschaft...
Der Fördervereinsvorsitzende vom LortzingClub Carsten Lehnert war schon seit Monaten am Organisieren und hat keine Kosten und Mühen gescheut, ein äußerst beachtliches Ritterfest in den Kinder- und Jugendclub zu bekommen. Viele mittelalterlichen Aktivitäten begeisterten die Besucher. Aber auch beliebte Lichtenrader Handwerker und Gewerbetreibende haben mitgewirkt und waren sehr beliebt bei Klein und Groß. Alle Beteiligten kamen in historischen Kostümen. Ein Nachbar war als freier Wikinger in voller Montur verkleidet.


Niels der Kupferklopfer freut sich über den musikalischen Beitrag...





Mit dabei waren neben vielen weiteren Aktivitäten Nils der Kupferklopfer, Henna Malerei, Honig von Marscheck, Filzen mit Tanja Klimsa, Caillech Rhona-Lederarbeiten, die Bruderschaft der Askanier, Mittelalterliche Musik, Das Doppelte Lädchen, SpielFilmMusik mit Markus Bassin, der Märchenerzähler Gerhard Moses Hess und Pferde…

Dieses Ritterfest könnte gut mit anderen professionellen historischen Festen mithalten und war dafür auch noch sehr liebevoll und persönlich ausgerichtet. Dem Fest und den Veranstaltern wäre ein größeres Zuschauerinteresse zu wünschen gewesen. Aber vielleicht kann es ja mal wieder ein ähnliches Fest, vielleicht auch im Rahmen der jährlichen Veranstaltungen am Dorfteich, geben.

Herzlichen Glückwunsch an den LortzingClub… und dem Veranstalter einen „Daumen nach oben“ und gut gemacht!

Thomas Moser

Bericht zum 70-jährigen Jubiläum: https://www.lichtenrade-berlin.de/news/aktuelle-news-internetzeitung/1151-70-jahre-happy-birthday-lortzingclub



Fotos Thomas Moser


 

Jetzt darf auf dem Spielplatz im Volkspark Lichtenrade ganz offiziell gespielt werden! Aber gemerkt hat den Unterschied keiner so richtig, denn der Spielplatz am Rande der Nahariya-Siedlung wird schon wieder seit einiger Zeit gerne von den Kindern genutzt.

Über die Renovierung des Spielplatzes im Volkspark Lichtenrade und über die intensive Anwerbung und finanziellen Mitteln wurde bereits einige Male in den letzten Monaten berichtet.

Nun fand die offizielle Einweihung des renovierten Spielplatzes statt.

Stadträtin Christiane Heiß mit Wolfgang Spranger vom Volkspark Lichtenrade
Die Stadträtin für Bürgerdienste, Ordnungsamt, Straßen- und Grünflächenamt, Christiane Heiß (Bündnis 90/Grüne), schaute sich anlässlich der Eröffnung den gesamten Volkspark an und zeigte sich begeistert vom ehrenamtlichen Engagement.


Wolfgang Spranger zeigte Stadträtin Heiß, Ute Weißgerber-Knop vom Weißgerber Lesezirkel und Fritz Matschulat von den Grünen in der BVV den Spielplatz und den Volkspark Lichtenrade (Foto v.lks.n.re.)

Schaukel-Test bestanden!
volkspark lichtenrade spielplatz einweihung 14
Auch kam zur Eröffnung die Berliner CDU-Abgeordnete Hildegard Bentele (MdA - Foto rechts). Ihre Tochter testete gleich die Schaukel und befand sie für okay. Der Grüne Bezirksverordnete Fritz Matschulat war ebenso bei der Einweihung zugegen.

Stadtrat Oliver Schworck fühlt sich jahrelang mit dem Lichtenrader Volkspark verbunden und besuchte etwas später die kleine feierliche Runde und wurde vom Vorsitzenden des Fördervereins Wolfgang Spranger begrüßt.

Kinder vom benachbarten Kinder- und Jugendhaus der evangelischen Kirche in der Nahariyastraße freuten sich bei der kleinen Eröffnungsfeier über die leckeren Würstchen und über den selbstgebackenen Kuchen.

Am gleichen Tag fand im Rahmen des „Langen Tages der StadtNatur“ ein Rundgang im Park statt, der von der SPD-Abgeordneten Melanie Kühnemann (MdA) organsiert wurde. Ihre Mutter und aktive Bezirksverordnete Ingrid Kühnemann (Foto rechts) war als Vorhut schon etwas früher gekommen.

Bei vielen Spendenaktionen in Lichtenrade ist aus alter Verbundenheit immer wieder der Weißgerber Lesezirkel dabei. Die Inhaberin Ute Weißgerber-Knop, die der Eröffnung beiwohnte, plante die Unterstützung des Volksparkes. Dann war jedoch dafür schon das notwendige Geld zusammengekommen. So will der Lesezirkel nun einen privaten Kindergarten unterstützen, der regelmäßig den Spielplatz im Volkspark Lichtenrade besucht.

Rückblick auf die Mittelanwerbung für den Spielplatz

Ein wesentlicher Baustein für die Spielplatzsanierung war der Erfolg, wenn auch sehr knapp, bei einer bundesweiten Onlineabstimmung. Dort wurde für den Spielplatz im Volkspark Lichtenrade ein Preisgeld von 1000 Euro errungen. Die von Fanta und dem Deutschen Kinderhilfswerk getragene Fanta-Spielplatz-Initiative vergibt je nach erreichten Platz gestaffelte Förderungen für 150 Spielplätze im Gesamtwert von 198.500 Euro. Und der Lichtenrade Volkspark hat es mit vielen Unterstützern zumindest geschafft den letzten von 150 Plätzen zu erreichen. Damit lag Lichtenrade nur sieben Stimmen vor dem nächsten Platz, der sich ohne Preisgeld geschlagen geben musste. Lichtenrader Aktive haben über verschiedene Netzwerke und Facebook-Gruppen täglich um Unterstützung gebeten und manchmal förmlich gebettelt. Und es hat letztendlich geholfen. Im Vorfeld erläuterten Experten vom Kinderhilfswerk, dass nach den bisherigen Erfahrungen es Großstädte bei solchen Aktionen immer besonders schwer haben. Die Netzwerke in kleineren Gemeinden und Dörfern sind oft viel enger. Auch die Bezirksbürgermeisterin Angelika Schöttler rief im Vorfeld zur Unterstützung auf: „Das Engagement der ehrenamtlich Verantwortlichen vom Trägerverein Lichtenrader Volkspark und Family & Friends e.V. ist seit Jahren bewunderns- und unterstützenswert! Der Spielplatz im Lichtenrader Volkspark kann mit Drittmitteln wieder hergerichtet und evtl. erweitert werden.“

Auch die Initiatoren vom Volkspark Lichtenrade und von Family & Friends waren erleichtert: „Unglaublich, aber wahr! Es hätte nicht eine Stimme fehlen dürfen. Es ist geschafft! Wir tragen jetzt ein Preisgeld von 1000 Euro nach Hause und gönnen den Kindern im Volkspark Lichtenrade eine neue Schaukel.“ Aber auch noch weitere Lichtenrader Geschäfte, Institutionen und Privatpersonen zeigten sich großzügig und finanzierten so die Renovierung des Spielplatzes. Die Aktionsgemeinschaft Bahnhofstraße unterstützte ebenfalls immer wieder den Volkspark Lichtenrade.

Die Kinder, besonders aus den angrenzenden Kindertageseinrichtungen, werden es danken.




Zur Entstehungsgeschichte des Vereins:

Im Jahr 1970 wurde in Berlin-Lichtenrade, genauer gesagt in Lichtenrade Ost, damit begonnen, eine Hochhaussiedlung zu errichten. Jedes Jahr entstanden neue Häuser, vor allem Hochhäuser. Die Evangelische Kirchengemeinde in Lichtenrade verfolgte mit viel sozialem Engagement ihre Pläne, den sozial Schwachen und besonders Benachteiligten angemessenen Wohnraum zu errichten.

Schon bald merkten die Bewohner der neuen Siedlung, dass die zwischen den Hochhäusern angelegten Grünflächen doch recht spärlich waren und dem Drang der Berliner ins „Jrüne” nicht gerecht wurden. Von der Bürgerinitiative Lichtenrade Ost, kurz BILO genannt, wurde daher im September 1979 zu einer ersten Pflanzaktion aufgerufen. Die Bürger wurden insbesondere aufgerufen, doch zu Weihnachten nicht den üblichen Baum zu erstehen, sondern diesmal einen Weihnachtsbaum mit Wurzelballen ins Wohnzimmer zu stellen. Dieser sollte dann nach Weihnachten bei frostfreiem Boden in die zukünftige Grünfläche ausgepflanzt werden. Der Aufruf war ein voller Erfolg. Viele Anwohner in Lichtenrade Ost pflanzten im Januar einen Baum in den neu entstehenden Park.

Das Gelände, das sich zwischen der Carl-Steffeck-Straße und der Groß-Ziethener Straße an die Siedlung nach Westen hin anschloss, war kurzerhand als Park okkupiert worden.

Einen Pachtvertrag oder überhaupt einen Nutzungsvertrag gab es nicht. Die Besitzverhältnisse waren recht problematisch. Ein Großteil der Fläche war Bauland. Die Evangelische Kirche zum Beispiel konnte dieses Land aus finanziellen Gründen nicht einfach als Grünfläche verkaufen. Dennoch hat sich die Evangelische Kirchengemeinde Lichtenrade sich schon früh die Schaffung eines Volksparks ausgesprochen und auch eingesetzt.

Nach langem Hin und Her erhielt der Verein am 27. September 1984 endlich einen Pachtvertrag, jedoch nur über einen kleinen Teil der Gesamtfläche, nämlich über 9.427 m². Dieser Vertrag wurde mit dem Bezirksamt Tempelhof geschlossen. Im gleichen Jahr starb der Bauer Lehne. Die Erbengemeinschaft verkaufte ihr Gelände noch 1984 an einen privaten Bauträger. Dieser warb bereits damals für den von ihm beabsichtigten Bau und Verkauf von 40 Einfamilienhäusern mit dem Slogan: Wohnen am Volkspark Lichtenrade. Der Bezirk Tempelhof bzw. die Stadt Berlin hatten die Chance verpasst, dieses Gelände zu erwerben und dem Verein als Parkgelände zur Verfügung zu stellen. Sicherlich war es auch eine Frage des Bodenpreises. Jedenfalls wurden bis 1986 alle 40 Einfamilienreihenhäuser errichtet und auch verkauft.

Ebenfalls im Jahr 1986 erwarb das Land Berlin von der Evangelischen Kirchengemeinde einen Grundstücksteil von 30.000 m² mit der Maßgabe, dieses dem Trägerverein für 0 DM 20 Jahre lang zu verpachten. Die Verhandlungen über einen Pachtvertrag zogen sich noch lange hin. Immer wieder gab es Begehrlichkeiten, das Gelände doch noch zu bebauen. Endlich am 1. Juni 1989 wurde dann feierlich der Pachtvertrag unterzeichnet.

Inzwischen war der Park weiter gewachsen dank vieler Geld- und Sachspenden und der fleißigen Hände der Mitglieder. Nicht zuletzt waren es Bayern, die unseren Volkspark immer wieder mit großzügigen Sachspenden unterstützten. Wie kam es dazu? Einige Bürger aus Lichtenrade Ost fuhren schon damals gerne zum Urlaub in den Bayerischen Wald. Insbesondere die Urlaubsgebiete im Landkreis Cham hatten es ihnen angetan. Dort erzählten sie von dem Projekt Volkspark und mit welchen Schwierigkeiten die Lichtenrader zu kämpfen hatten. Unter dem Motto „Berlin-Lichtenrade benötigt Grün aus dem Bayerischen Wald” warben sie für den Park. Unter der Führung des damaligen Landrates Ernst Girmindl wurde vom Landkreis Cham eine Patenschaft für den Volkspark in Lichtenrade übernommen. Darüber wurde sogar ein Vertrag gemacht, der im September 1983 unterzeichnet wurde. 1984 traf dann die erste Spende in Lichtenrade ein. Jedes Jahr folgten weitere Spenden, unter anderem auch die Christbäume, die seitdem vor dem Rathaus Tempelhof errichtet werden. Neben vielen, vielen Pflanzen stammen beinahe alle Bänke und Tische aus dem Patenschaftslandkreis Cham im Bayerischen Wald.

Inzwischen waren verschiedene Jugend- und Sportlergruppen aus dem Landkreis Cham zu Besuch in Lichtenrade. Als kleinen Dank für alle erwiesenen Wohltaten für den Volkspark konnte der Verein diese Gruppen hier in Lichtenrade empfangen und betreuen. Unvergesslich war einer Schülergruppe aus Michelsneukirchen der Besuch in Berlin. Die Eltern der Schülerinnen und Schüler revanchierten sich prompt mit dem Spenden einer ganzen Sitzgruppe.

Zum 10-jährigen Bestehen des Vereins konnten viele Gäste aus Bayern in Lichtenrade begrüßt werden. Es wurde auch ein zünftiger Bayerischer Abend veranstaltet. Einige Bezirkspolitiker konnte der Verein auch für eine Wochenendreise in den Landkreis Cham gewinnen. Der Vorstand fährt gelegentlich nach Cham, um dort Quartier zu machen für die jährliche Wochenendreise des Vereins in den Landkreis Cham. So werden die freundschaftlichen Kontakte aufrechterhalten zum Wohle des Volksparks Lichtenrade und seiner Anwohner.

Dank der vielen Spender und Spenden sowie der aktiven Mitglieder ist der Park heute ein wirklicher Volkspark geworden. Er wird angenommen. Inzwischen ist er nicht nur im Flächennutzungsplan als Grünfläche enthalten, sondern er wird demnächst auch im Bebauungsplan als Grünfläche ausgewiesen. Was für ein mühsamer und langer Weg, der seine Anerkennung auch durch die Politiker in Tempelhof-Schöneberg gefunden hat. Im Jahr 1988 errang der Verein den 2. Platz beim Tempelhofer Umweltpreis und am 14.02.2001 wurde dem Verein für sein Engagement der Bürgerpreis 2000 des alten Bezirks Tempelhof verliehen.

Aber der Park ist immer noch nicht fertig. Der Verein hat noch Pläne, die zurzeit aus finanziellen Gründen noch nicht realisiert werden konnten. So sind die Werkzeuge und Maschinen recht provisorisch in Containern untergebracht. Es fehlen öffentliche Toiletten. Und zu guter Letzt, der Verein will noch ein Feuchtbiotop auf dem Gelände errichten.

Im Mai 2001 beschloss der Umweltausschuss der BVV des Bezirks Tempelhof-Schöneberg, dem Verein Mittel aus den DASS-Gebühren in Höhe von DM 71.000 zukommen zu lassen, das sind über 36.000 Euro. Damit konnten in Jahr 2001 und 2002 einige der größeren Projekte angegangen werden. So wurde endlich ein Stromanschluss durch die BEWAG gelegt, ein älterer Weg wieder in Ordnung gebracht. Im Jahr 2003 schließlich wurde ein Gerätehaus mit Sanitäreinrichtung aufgestellt, ebenfalls aus diesen Geldern bezahlt.

Eine Unterstützungskasse in Lichtenrade Ost, die so genannte Kiezkasse, ließ dem Verein im Jahr 2004 einen Betrag von 500 Euro zukommen, um die Sandgrube auf dem ehemaligen Kinderspielplatz wieder herzurichten. Der Verein bemühte sich dann bei verschiedenen Institutionen um weitere Gelder. Schließlich bewilligte die Bezirksverordnetenversammlung des Bezirks Tempelhof-Schöneberg von Berlin am Ende des Jahres 2004 dem Verein einen Betrag von 7.030 Euro aus Sondermitteln. Von diesem Geld wurden Spielgeräte für die Wiederherstellung des Kinderspielplatzes im Volkspark angeschafft. Diese wurden im Frühjahr 2005 aufgestellt. Damit haben die Kindergärten in der näheren Umgebung, insbesondere die von Elterninitiativen betriebenen, wieder einen großen Kinderspielplatz zur Verfügung.

Die Kirchliche Siedlung in Lichtenrade Ost wurde an die GSW Gemeinnützige Siedlungs- und Wohnungsbaugesellschaft Berlin verkauft. Anlässlich eine Kiez-Festes wurde 2007 die Siedlung umbenannt in Volkspark-Siedlung. In Der GSW hat der Volkspark nun einen neuen Unterstützer gefunden.

Dank einer Zuwendung von 2.000 Euro aus Sondermitteln der Bezirksverordnetenversammlung Tempelhof-Schöneberg sowie einer Zuwendung des Landes Berlin von 2.500 Euro „für die ehrenamtliche Arbeit von Bürgerinnen und Bürgern für die Verbesserung der öffentlichen Infrastruktur“ konnte im Jahr 2008 ein neuer Rasentraktor als Ersatz für den alten erworben werden.

Im Jahr 2008 jährt sich der Beginn der Patenschaft des Landkreises mit dem Lichtenrader Volkspark zum 25. Mal. Aus diesem Anlass führte der Trägerverein eine Jubiläumsfahrt in den Landkreis Cham durch. Bei dieser Reise wurde in einer kleinen Feier im Beisein eines der Väter der Patenschaft, des Alt-Landrat Ernst Girmindl, des Beginns gedacht und kleine Geschenke ausgetauscht. Einige der Bayerischen Förderer erhielten Ehrenurkunden und die Ehrenmitgliedschaft im Verein, so der Chamer Baustoff-Großhändler Max Schierer (Transporteur des Weihnachtsbaums nach Berlin-Tempelhof) und der Leiter der Chamer Tourismusbehörde Albert Seidl (Organisator vieler Weihnachtsbäume und Reisen). Der amtierende Landrat Theo Zellner ließ dem Verein aus Anlass des Jubiläums einen Scheck über 1.000 Euro zukommen. Der Verein erhielt außerdem die Zusage, das in jeden Jahr des Bestehens der Patenschaft ein Weihnachtsbaum aus dem Landkreis Cham für das Tempelhofer Rathaus gespendet wird sowie der Transport nach Berlin durch den Unternehmer Max Schierer.

Da für alle diese Arbeiten im Park viele Hände benötigt werden, aber auch für die Pflege und Instandhaltung des Vorhandenen, sucht der Verein immer wieder neue und junge Mitglieder und Sponsoren.

Thomas Moser (auch alle Fotos)


Alle Fotos Thomas Moser


 

Der Grundeigentümerverein Berlin-Lichtenrade feierte am 16. Juni 2018 auf dem Gelände des Ulrich-von-Hutten-Gymnasiums sein 115-jähriges Jubiläum mit Vereinsmitgliedern und deren Familien.


700grundeigentuemerverein lichtenrade 115 moser 3


Der Vorsitzende Frank Behrend begrüßte die Gäste und wies besonders auf eine zusammengestellte Chronik vom Grundeigentümerverein hin, die man sich im Laufe der Veranstaltung in der Aula anschauen konnte.


Frank Behrend: „Unser Verein hat in den vergangenen 115 Jahren Lichtenrade mitgestaltet und sich dabei immer für die Interessen der Eigentümer eingesetzt.“


Im Grußwort führte die Bezirksbürgermeisterin Angelika Schöttler (SPD) besonders den Wert der Arbeit in Lichtenrade und im Bezirk aus und bedankte sich für das ehrenamtliche Engagement.



Der Lichtenrader Bundestagsabgeordnete Dr. Jan-Marco Luczak (CDU) dankte ebenfalls für die Arbeit des Vereins und für die engagierten Diskussionen. Luczak spannte den Bogen zur Bundespolitik, jedoch findet er es wichtig, dass auch die Interessen von den „kleinen“ Eigentümern und Vermietern gewahrt werden und nicht nur die Worte von großen Unternehmen bei der Politik ankommen.

Vom Unternehmer-Netzwerk Lichtenrade überbrachten Christiane Fuchs (Foto rechts) und Dr. Maren Kaiser Grüße und die besten Wünsche.

Bei bestem Wetter war für Musik, Linedance und für einige Kinderaktivitäten gesorgt.

Auch Essen und Trinken gab es reichlich für die Besucherinnen und Besucher. Die Einnahmen für die Bierspende vom Familienrestaurant Reisel werden der Schule und dem Förderverein zur Verfügung gestellt. An einem Info-Stand konnten sich die Besucher informieren und von Vorstandsmitglieder beraten lassen. Eine lockere und gleichzeitig würdige Veranstaltung!

Die Gründerjahre und die Arbeit im Verein

Im Jahre 1903 gründeten Siedler und Grundeigentümer den Haus- und Grundbesitzer-Verein Lichtenrade 03 e.V., der vor allen Dingen westlich der Eisenbahntrasse aktiv war. In anderen Teilen Lichtenrades gründeten sich ähnliche Vereine. Im Jahr 1947 schlossen sich diese Vereine zum heutigen Grundeigentümerverein Berlin-Lichtenrade e.V. zusammen. Straßenbau und Verkehr, Kanalisation und Entwässerung, Plätze und Schule und all das waren und sind Themen, mit denen sich die Mitglieder der Vereine befassten. Der erste Vorsitzende des Haus- und Grundbesitzer-Vereins Lichtenrade 03 e.V., der Rechnungsrat Franz Carl Emil Rohrbach, erreichte die Pflasterung der Hilbertstraße, Krügerstraße, Paetschstraße und zahlreicher weiterer Straßen westlich der Eisenbahn. Teilweise sind diese Pflasterungen heute nach über 100 Jahren immer noch in Benutzung. Nach Rohrbach wurde die Rohrbachstraße in Lichtenrade benannt. Auch der Lichtenrader Chronist Hermann Wundrich war von 1947 bis 1949 Vorsitzender des fusionierten Vereins.

Wegen starker Regenfälle in den Jahren 1926/27 wurde auf Druck des Vereins in Lichtenrade und in den angrenzenden Ortsteilen ein Kanal errichtet, der das Wasser in den Teltowkanal leitete. Diesen Lichtenrader-Lankwitzer-Regenwasser-Sammelkanal- kurz LiLaReSa- gibt es heute noch und ist teilweise sichtbar. Andere Teile werden in Röhren unterirdisch geführt.

Der Verein hat ein weites Angebotsspektrum

Seit 1903 vertritt der Verein die Interessen von Haus-, Wohnungs- und Grundstückseigentümern: „Ganz gleich, ob sie die Immobilien in Lichtenrade, Marienfelde, Mariendorf, Buckow oder anderswo haben.“ Mit aktuell rund 3.000 Mitgliedern ist es der größte Eigentümerverein in Berlin, der kostenlose Beratung durch Immobilienfachleute, Steuerberater, Anwälte, Architekten und mehr anbietet: „Unsere Experten beraten Sie von Eigentümer zu Eigentümer, aus der Praxis für die Praxis. Egal ob Mietrecht, Wohnungseigentumsrecht, Erbrecht, Nachbarrecht bzw. Nachbarschaftsstreit, Steuerrecht, Baurecht, Immobilienversicherung, Immobilienfinanzierung, Grundstückspreise und Bodenrichtwerte in Lichtenrade: Diese Leistungen können die Mitglieder meist kostenlos bzw. zu sehr günstigen Konditionen beanspruchen.“

Der Verein war bei den verschiedensten Pflanzaktionen beteiligt. Aktuell waren Vereinsmitglieder wieder im Mai 2018 bei der Bepflanzung eines Hochbeetes in der Lichtenrader Bahnhofstraße aktiv.

Lichtenrade gratuliert herzlich und wünscht weiterhin alles Gute!

Thomas Moser



Zur Chronik des Vereins: https://www.hwgv-lichtenrade.de/ueber-uns/chronik.html

Ein Auszug aus den Gründerjahren:

Lichtenrade 1903: Wir hatten das Kaiserreich, Deutschland stand auf der Höhe seiner Macht. Die Milliarden, die nach dem Krieg von 1870/71 aus Frankreich nach Deutschland flossen, die Proklamierung des Kaiserreichs und die Ausrufung Berlins zur Reichshauptstadt brachten einen gewaltigen Aufschwung. Berlin zog die Menschen aus Schlesien, Pommern, Ostpreußen und Westpreußen sowie aus der Mark Brandenburg und Sachsen wie ein Magnet an. Häuser schossen wie Pilze aus der Erde, jene Häuser mit zwei und drei Hinterhöfen, Quergebäuden und Seitenflügeln. Baugesellschaften wurden gegründet und machten Pleite; die Spekulation blühte. Die Menschen, die vom Land herkamen, zogen nun in diese Baublöcke. Sie waren gewöhnt an Feld und Flur, an Wald und Wiese und an überschaubare Verhältnisse. Hier sahen sie allenfalls einige Quadratmeter Himmel und graue Mauern. Sie verdienten hier gut, hatten Chancen, es zum Wohlstand zu bringen, haben Firmen gegründet, die später Weltruf erlangten. Aber die Sehnsucht nach freiem Blick, nach Luft, Feld und Wald blieb. Sie wollten ein Plätzchen, das ihnen gehörte, wo sie ein paar Bäumchen pflanzen und ihre Erdbeeren selbst ziehen konnten. So wurde die Sehnsucht nach dem eigenen Stückchen Land immer stärker. Zuerst vielleicht eine kleine Laube, später ein kleines Häuschen. Das konnte nur außerhalb Berlins geschehen, hier war der Boden noch billig. So musste und wollte man auch weit hinaus, um in der freien Natur zu sein. Unbequemlichkeiten, oft kilometerlange Wege, wurden in Kauf genommen.

So kamen um die Jahrhundertwende die ersten Siedler, man nannte sie geringschätzig "Laubenpieper". Nicht nur in Lichtenrade, sondern auch im Norden, Osten und Westen fanden sich Siedler ein. Lichtenrade war damals ein Dorf im Kreis Teltow mit ca. 900 Einwohnern, weit abgelegen, verkehrsmäßig nicht erschlossen. Mit der Dorfaue, dem Teich, den weiten Feldern ein idealer Platz für die Menschen, die vom Lande gekommen waren.

Keine Straßenbahn fuhr, kein Bus; nur ein Dampfzug fuhr alle Stunde vom Potsdamer Ringbahnhof, und der hielt auch nur in Lichtenrade, wenn jemand sichtbar an dem Haltepunkt stand oder vorher dem Zugführer gesagt hatte, dass er in Lichtenrade aussteigen wollte. Später fuhr dann eine Straßenbahn nach Mariendorf, von dort musste man laufen. Erst am 15. Mai 1939 wurde der elektrische Betrieb Berlin - Potsdamer Ringbahnhof - Lichtenrade - Mahlow aufgenommen.

Hermann Wundrich, ehemals Vorsitzender und später Ehrenmitglied des Vereins, schreibt darüber sehr anschaulich in seinen Erinnerungen:

"Ich erwarb mir 1907 in Lichtenrade ein Grundstück, und das kam so. Eines Tages sagte ein Freund, er hätte sich in Lichtenrade ein Grundstück gekauft. Nach Rede und Gegenrede, wo denn das Lichtenrade überhaupt ist, gab der neue Grundstücksbesitzer die nötige Auskunft. Wenn er seine Laube fertig habe, würde er die Klubmitglieder nach Lichtenrade einladen. Nach einiger Zeit war es dann soweit. Bei schönstem Sonntagswetter fuhren wir, 27 Damen und Herren, mit der Straßenbahn 73 gen Lichtenrade. Die Endhaltestelle der 73 war etwas vor der jetzigen Rennbahn. Dann kam der Spaziergang auf der staubigen Chaussee, die noch nicht gepflastert war. Der neue Grundbesitzer hatte uns vorher die Lage des Grundstücks beschrieben. Der Weg auf der Chaussee ging bis zum Kilometerstein 13,2, der an der heutigen Goethestraße erreicht wurde. Hier rechter Hand in einen Feldweg einzubiegen hieß es. Nach etwa 200 m Feldweg kam linker Hand ein Roggenfeld, durch das ebenfalls linker Hand ein Trampelpfad führte. Der Trampelpfad führte dann weiter über einen großen Kartoffelschlag bis etwa zur heutigen Geibelstraße in der Höhe der Fontanestraße. Man sollte sich aber nicht von den Bauern erwischen lassen, sonst gäbe es Unannehmlichkeiten. Hier fanden wir auch das Grundstück unseres Freundes. Die Hausfrau hatte sich schon vorher bereit erklärt, das Kaffeewasser aus der neuen, gerade fertig gewordenen Pumpe zu kochen. Wer aber seinen mitgebrachten Kaffee aus einer Tasse trinken möchte, müsse sich dazu alles mitbringen, ebenso Gebäck, Abendbrot usw. Zum Abendbrot spendierte der neue Grundbesitzer einen Kasten Bier. Vom Zimmerermeister Sachs ließ sich der neue Grundbesitzer zu diesem Tage einen runden Tisch anfertigen, 3,12 m im Durchmesser. Da es keine Sitzgelegenheit gab, standen wir alle um den Tisch herum und verzehrten unseren Imbiß. Nach der Kaffeepause lud uns der neue Grundbesitzer zu einem Spaziergang durch die neu entstehende Kolonie ein. Plötzlich blieb er stehen, klopfte mir auf die Schulter und sagte: Herr Wundrich, das wäre hier ein Grundstück für Sie. Ich winkte ab, da wir, meine Freundin und ich, gerade beim Überlegen waren, ob wir uns ein Ruderboot oder ein Segelboot anschaffen möchten. Der Rückweg nach Berlin war derselbe wie der Hinweg und verlief bei Gesang und Plauderei an diesem schönen Sommerabend wunderbar. Abends nach 11 Uhr brachte ich meine Freundin nach Hause. Ihre Eltern, die ein Restaurant am Heinrichsplatz hatten, waren um ihre Tochter schon in großer Sorge. Ich konnte aber die Eltern , die ich hierbei erstmalig kennenlernte, beruhigen. Es sei doch der Weg nach und von Lichtenrade sehr weit gewesen. Es sei aber bestimmt nichts passiert."

Als Hermann Wundrich 1907 sein Grundstück kaufte, bestanden einige Lichtenrader Grundbesitzer-Vereine. Ihre Gründung war nötig, um wirksam die Interessen der Siedler zu vertreten. Die jungen Grundbesitzer hatten viele gemeinsame Interessen, die durchzusetzen besser möglich war, wenn man gemeinsam handelte. Viele Sorgen und Probleme gab es da. Die Bauern, die einem Land verkauften, aber mit Knütten aufpassten, dass man die abkürzenden Wege durch die Felder nicht benutzte, die Sorge um Wasser, um Licht, neue Wege, in denen man bei Regen nicht im Dreck versank, später um Schulen usw.

Mit dem Erwerb von Grund und Boden durch viele Berliner setzte bald eine rege Bautätigkeit ein. Schon 1904 konnten mehrere Neubauwohnungen in Lichtenrade bezogen werden. Man muss noch heute den Mut der Grundbesitzer bewundern, Wohnhäuser inmitten der Feldmark zu erbauen, ohne feste Straßen, ohne Wasser- und Gaszuleitung, ohne Kanalisation und ohne elektrischen Strom. So entstand zuerst das Bahnhofsviertel westlich der Eisenbahn. Die Mälzerei der Schloßbrauerei Schöneberg an der Steinstraße war 1903 bereits in Betrieb. Der Ausschank des Schloßbräu erfolgte in einer neuen Gaststätte (ehemals "Haus Buhr"). Auch das Diakonissen-Mutterhaus "Salem" wurde in dieser Zeit an der Hohenzollern-/Ecke Rohrbachstraße gebaut. Von 1905 an setzte eine ungeahnte Entwicklung von Lichtenrade ein. Die Bewohner des Berliner Südwestens und Südens kamen des Sonntags mit Kind und Kegel nach Lichtenrade und picknickten zur Erholung in der Nachtbucht, dem Nachtlager der Viehherden. Die Nachtbucht war damals mit dichtem Ginstergebüsch bewachsen, also noch nicht das heutige, unterholzfreie und durch Wege erschlossene Erholungsgebiet. Nahe der Nachtbucht wurde dann später das Komponistenviertel mit Mozart -, Beethoven -, Straußstraße usw. angelegt. Von 1905 an verkauften die Lichtenrader Bauern große Teile ihres Ackerlandes im heutigen Dichterviertel oder auch West-Kolonie genannt, weil dieses Gebiet westlich des Lichtenrader Damms liegt. Goethe-, Schiller-, Geibel-, Raabestraße usw. erinnern daran. Östlich des Lichtenrader Damms entstand das Märkische Viertel mit Potsdamer, Soldiner, Schwedter Straße. Im Taunusviertel gab es bald danach die Wiesbadener, Homburg-, und Krontalstraße. Östlich des alten Dorfes haben die letzten Lehngutsbesitzer Bornhagen und Bohnstedt ein Denkmal bei der Straßenbenennung erhalten. Östlich des Kirchhainer Damms entstand das Bayerische Viertel mit Würzburger, Regensburger, Bamberger, Nürnberger Straße usw. Westlich des Kirchhainer Damms finden wir das Feldherrenviertel mit Moltke-, Roon-, Falckensteinstraße. Im Flüsseviertel nahe der heutigen Steinstraße gibt es die Nuthe-, Rhin- und Dossestraße. Nach dem Ersten Weltkrieg wurde die Siedlung mit den Wegen Franziusweg, Grenzweg, Abendrotweg gebaut. Der Gemeinnützige Verein Heimatland erwarb 1931 ein Gelände zwischen Kettinger Straße und der Eisenbahn und parzellierte es. Die bekanntesten Namen auf diesem Gelände sind die Eisnerstraße, der Scheerbartweg und der Dörfelweg.

….

https://www.hwgv-lichtenrade.de
Alle Fotos Thomas Moser


 

15. Juni 2018 Es tut sich was am ehemaligen Haus Buhr am S-Bahnhof-Lichtenrade. Dies findet in den sozialen Medien sehr großes Interesse und positive Rückmeldungen. Nun wurde der linke historische Teil des Gebäudes eingerüstet.
haus buhr bauarbeiten Juni2018 3

Auf Nachfrage erklärt dazu der Eigentümer vom Haus Buhr und der Alten Mälzerei Thomas Bestgen: „Wir rüsten das Landhaus Lichtenrade gerade ein, um das Dach zu erneuern. Wir hatten im Frühjahr bereits eine Genehmigung für Sofortmaßnahmen bekommen, da das Dach offen, und im gesamten Haus inklusive Anbau das Holz verfault und der Hausschwamm im Holz sowie im Putz bis ins Mauerwerk 20 Jahre wachsen durfte. Innerhalb des Hauses haben wir den Schwamm entfernt und das Haus trockenlegen können. Nun können wir endlich das Dach auch von oben wieder abdichten.“


...von hinten...
Vermutlich wird der rechte Anbau mit Saal nicht zu retten sein. Hier sind jedoch noch Gespräche mit der oberen und der unteren Denkmalbehörde um das Gesamtkonzept für das Landhaus Lichtenrade auch bezüglich eines zukünftigen Anbaus notwendig.

Thomas Bestgen erklärt weiter: „Meine Idee ist es nach wie vor, das Landhaus Lichtenrade, und zwar das dreistöckige Fachwerkhaus, so wie es ist, zu retten und zu sanieren, ohne etwas von außen zu verändern. Es bleibt auch dabei, innen eine Gaststätte im Erdgeschoss wieder einzurichten und natürlich fließt auch irgendwann dort wieder das Bier, und zwar Selbstgebrautes, neudeutsch craftbeer „Das Lichtenrader“ oder so ähnlich. Auch die oberen beiden Etagen sollen die gleiche Funktion wieder bekommen, die sie schon einmal hatten, eben als kleine Pension beziehungsweise Gästezimmer für das neue Stadtquartier Alte Mälzerei.“
maelzerei bauarbeiten juni2018 1

maelzerei bauarbeiten juni2018 3
Auch die Baumaßnahmen an der Alten Mälzerei haben begonnen: „Die finale Baugenehmigung dazu liegt seit zwei Wochen endlich vor.“ Auch sind die Planungen für den Innenausbau der Bibliothek, der Suppenküche, der Volkshochschule, der Musikschule und des Cafés ebenso auf einem guten Weg.

Thomas Moser (auch Fotos)


 

Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden.
Weitere Informationen Ok Ablehnen