Der neue Eigentümer der Alten Mälzerei in Lichtenrade, Thomas Bestgen, hat auch das nebenliegende Grundstück und die Häuser von der Familie Buhr gekauft. Der Vertrag ist unterzeichnet, aber eine Übergabe des Grundstückes hat noch nicht stattgefunden.

Das alte "Haus Buhr" wurde von Familie Buhr verkauft.
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Eigentümer Thomas Bestgen vor der Alten Mälzerei zur Eröffnung von Berlin leuchtet im Jahr 2016

Das Hochhaus bleibt!

Neben dem historischen Haus Buhr bzw. Landhaus Lichtenrade gehört auch das erste Lichtenrader Hochhaus in der Steinstraße zur erworbenen Immobilie. Um es gleich vorweg zu nehmen: Ein Abriss, wie ein Großinvestor für ein Einkaufszentrum es vor Jahren geplant hatte, kommt für Thomas Bestgen nicht in Frage: „Die Mieter brauchen sich keine Sorgen zu machen!“ Thomas Bestgen wird zeitnah die Mieter informieren, wenn die Übergabe von Familie Buhr erfolgt ist. Er ist davon überzeugt, dass sich das Hochhaus mit „erträglichen Mitteln“ ertüchtigen lässt. Thomas Bestgen ist es wichtig zu betonen, dass er behutsam die nächsten Schritte angehen wird.
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Neues Leben für das „Haus Buhr“

Für Lichtenrade bedeuten diese neue Eigentumsverhältnisse, dass der Verfall vom ehemaligen Haus Buhr, das mittlerweile unter Denkmalschutz steht, ein Ende habe wird. „Den historischen Fachwerkteil werden wir sicher erhalten,“ erläutert Thomas Bestgen. Der neue Eigentümer hat schon im letzten Jahr bewiesen, dass ihm sehr an einem abgestimmten Nutzungskonzept gelegen ist. Es fand dazu auch ein erster öffentlicher Workshop in der Alten Mälzerei statt. Aber auch viele Zwischennutzungen in und vor der Alten Mälzerei hatte der Eigentümer zugelassen. So fanden Kinoabende, größere Konzerte und auch ein Adventssingen statt. Lichtenrader Initiativen ergriffen die Hand des Investors und setzen in der Regel mit Unterstützung des „Aktiven Zentrums Lichtenrade Bahnhofstraße“ die Veranstaltungen um, die von vielen Lichtenradern positiv auf- und angenommen wurden.

Gemeinsame Nutzungsplanung Alte Mälzerei und Haus Buhr

Über das Nutzungskonzept der Alten Mälzerei sei man sich in großen Teilen mit dem Stadtplanungsamt einig, erläutert Thomas Besten. Nach Absprachen ist man überein gekommen, dass es jetzt ein gemeinsames Nutzungskonzept für das ehemalige Haus Buhr und für die Alte Mälzerei geben soll. Für den gesamten Bereich ist ein Mischung aus kultureller und gewerblicher urbaner Entwicklung geplant.

Daran wird zurzeit intensiv gearbeitet. Für den Sommer 2017, möglichst noch vor den Ferien, ist erneut ein öffentlicher Workshop geplant, indem über die Konzepte informiert und beraten werden soll. Für Thomas Bestgen ist eine enge Bürgerbeteiligung sehr wichtig.

Lichtenrade darf gespannt sein, wie sich das Mälzerei- und Haus Buhr-Areal verändern wird.

Thomas Moser (auch Fotos)


 

Am Samstag dem 6. Mai 2017, von 10 bis 15 Uhr, ist die Meinung der Lichtenraderinnen und Lichtenrader gefragt. In einer sogenannten „Szenarienwerkstatt zum Verkehrs- und Gestaltungskonzept“ geht es um Zukunftsideen zur Mobilität und zum Verkehr in der Lichtenrader Bahnhofstraße. Das Ulrich-von-Hutten Gymnasium in der Rehagener Straße 35-37, 12307 Berlin, stellt die Räumlichkeiten für die Tagesveranstaltung zur Verfügung.

Im Rahmen des „Aktiven Zentrum Lichtenrade Bahnhofstraße“ werden viele Fragen rund um die Aufenthaltsqualität der Einkaufsstraße schon seit vielen Monaten diskutiert. Ein „Gebietsgremium“, das im Januar 2016 gewählt wurde, bündelt diese Diskussionen. Im Gebietsgremium sind Vertreterinnen und Vertreter von Lichtenrader Vereinen und Initiativen und andere engagierte Bürger vertreten. Es werden u.a. Fragen des öffentlichen Raumes und der Baukultur, des Verkehrs, der Bildung und Kultur, des Marketings und des Handels und Gewerbes intensiv beraten.

Für verschiedene umfangreiche Planungsschritte wurden Planungsbüros beauftragt. Auf Grundlage von Analysen und der bislang erfolgten Beteiligung wurden verschiedene Szenarien für die Neugestaltung der Bahnhofstraße und ihrer öffentlichen Räume erarbeitet. Die beauftragten Verkehrsplaner und Landschaftsarchitekten werden diese Szenarien am 6. Mai 2017 der Öffentlichkeit vorstellen. Anschließend gibt es die Möglichkeit, die Szenarien in Kleingruppen zu diskutieren und gemeinsam weiterzuentwickeln.

Im Vorfeld stellen wir schon verschiedene Ideen und Hinweise von Lichtenradern vor…ToM
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Volker Mönch (Vorsitzender des Unternehmer-Netzwerk Lichtenrade e.V.) Gute Aufenthaltsqualität braucht auch Platz!:

Egal welches Verkehrs- und Gestaltungskonzept man favorisiert: Lösungen, die einen sicheren und ruhigeren Verkehr sowie mehr Wohlfühlqualität für die Besucher der Bahnhof- und Goltzstraße ermöglichen, brauchen Raum. Für breitere Bürgersteige, zum entspannten Flanieren mit gemütlichen Aufenthaltsplätten zum Verweilen. Für Radwege, die sicher sind. Für einen leistungsfähigen ÖPNV, aber auch den individuellen, motorisierten Verkehr. Und: für ein Mindestmaß an Parkmöglichkeiten für die  Kunden von Geschäften, Dienstleistern und Arztpraxen. Platz, der nicht vorhanden ist Der verfügbare Raum ist durch den Immobilienbestand fest definiert. Raumgewinn zwischen den Häusern kann nur durch eine andere Verkehrsführung, Stichwort „Einbahnstraßenring“ oder die Reduzierung von Parkraum gelingen. Mein Vorschlag ist ganz einfach, wenn auch nicht die Sparversion: Die Bahnhofstraße braucht ein öffentliches Parkhaus, um den Parkraum anders zu verteilen! Für Dauerparker vor den Geschäften,
die den Platz für Kurzzeitparker blockieren. Für Besucher, die mobil genug sind, um die Bahnhofstraße fußläufig zu erschließen. Als Parkdepot für Fahrräder, als Energieladestation für e-Bikes und e-Mobile. Und vielleicht auch als Umschlagzentrum für den Lieferverkehr, der in naher Zukunft den Handel per Lastenfahrrad beliefern könnte. Lösung: öffentliches Parkhaus Woher das Geld und wohin mit dem Parkhaus? Bis 2025 fließen gut 20 Millionen Euro in das Aktive Zentrum Lichtenrade Bahnhofstraße. Vermutlich wäre es eine der sinnvollsten Investitionen, einen Großteil in die Lösung des Parkproblems zu  investieren. In ein Parkhaus unter dem PfarrerLütkehaus-Platz! Der muss nach seinem geplanten Dasein als Interims-Lagerfläche für die Baumaßnahmen der Dresdner Bahn ohnehin tiefgreifend saniert werden. Egal ob anschließend die Bahn oder die Autos im Tunnel fahren. Warum sollte man das „Loch“ nicht gleich so tief buddeln, dass dort ein Parkhaus Platz findet.
Klar, das kostet Geld. Gut investiertes Geld, weil es der Entwicklung der Bahnhofstraße den benötigten Raum geben würde, den heute noch dauerparkende Automobile blockieren. Um Missverständnissen vorzubeugen: natürlich müssen und sollen in ihrer Mobilität eingeschränkte Patienten sowie Kunden auch weiterhin möglichst dicht an ihr Ziel heran kommen. Selbstverständlich muss es Plätze für Kurzzeitparker und Lieferfahrzeuge geben. Personal der Gewerbetreibenden bzw. Dienstleister und deren Inhaber sollten aber schon jetzt den verfügbaren Parkraum für Ihre Kunden und aufs Automobil angewiesene Mitbürger freihalten. Vielleicht kann das Aktive Zentrum in Gesprächen mit den vorhandenen Parkhauseignern nutzbare Kapazitäten aushandeln, die auch für die Betreiber ein Zusatzgeschäft sind. Nicht zuletzt sollte man auch beim neuen Eigner der Alten Mälzerei anfragen: Er wird ohnehin über unterirdischen Parkraum nachdenken müssen. Vielleicht sind auch da noch Parkraumreserven möglich...

Rainer Welz: Quo Vadis Bahnhofstraße?:
Wunderbar, Aktives Zentrum Bahnhofstraße hat es geschafft 20,6 Mio. Euro werden bis 2021 zur qualitativen Aufwertung der Hauptverkehrsstraße in Lichtenrade investiert. Ein beauftragtes Verkehrskonzept wird auf der Szenarienwerkstatt am 6. Mai im U.v.H.Gymnasium vorgestellt. Statt das Konzept der Verkehrsplaner anzuhören und dann die Diskussionen zu eröffnen, gibt es die unterschiedlichsten Vorstellungen im AZ Gebietsgremium und in der AG Verkehr. Bahnhofstraße als Einbahnstraße, Kreisverkehre an der Goltz-, Briesing- und Steinstraße, Erhöhung der Aufenthaltsqualität, breitere Bürgersteige, jeweils eine Fahrspur in beide Fahrtrichtungen, Fahrspuren für Radfahrer, Belieferungen auf den letzten 100 Metern mit Lastenfahrrädern, seien hier nur beispielhaft aufgezählt. Welche Funktionen soll die Bahnhofstraße erfüllen? Nicht zu vergessen ist der ÖPNV mit 5 Buslinien. Sind eigentlich alle Vorstellungen im jetzigen Straßenquerschnitt unterzubringen? Sechs Jahre Baumaßnahmen - beginnend im Osten mit entsprechendem Baustellenverkehr - stehen uns bevor. Ach ja, da ist ja noch die Dresdner Bahn. Bei ebenerdiger Trassenführung wird die Bahnhofstraße am S-Bahnhof 4 ½ Jahre voll gesperrt. Der Pfarrer-Lüdtkehaus-Platz wird zur Lagerung von Baumaterialien benötigt und auch dieser Verkehr benutzt die Bahnhofstraße... Und dann die mittelständischen Gewerbetreibenden: haben sie registriert, was der Einkaufsmeile bevorsteht? Meine Befürchtung: Wir haben 2021 eine hervorragend gestaltete Bahnhofstraße aber die Händler sind inzwischen pleite…

Ralf Kuhl: Bahnhofstr. verkehrsberuhigt
Die Bahnhofstrasse ist in die Jahre gekommen und hat in der Vergangenheit viel an Attraktivität verloren. Eine Wohlfühl-Situation sieht anders aus, die Zusammensetzung der Händler und ihre Wirkung nach außen hin nicht modern. Nur wenn es gelingt, dass sich Bewohnerinnen und Bewohner mit ihrem Bahnhofstrasse identifizieren, kann sich langfristig auch das Image nach außen verbessern. Ziel ist es, gemeinsam mit Vereinen, Gewerbetreibenden und interessierten Bewohnerinnen und Bewohnern ein klares Profil zu erarbeiten, mit dem sich das Quartier eindeutig positionieren kann. Hierzu werden die positiven Eigenschaften der Bahnhofstrasse in den Vordergrund gestellt, damit Maßnahmen zu deren weiterer Stärkung abgeleitet werden können. Ein Strasse, wie die Bahnhofstrasse, wird nicht allein durch seine Gebäude, Straßen und Plätze geprägt, sondern durch die dort lebenden und arbeitenden Menschen, durch die Läden und durch das Leben in den Straßen. Viele wertvolle Anregungen und Ideen
kommen von Bewohnerinnen und Bewohnern. Sie sollen sich als Expertinnen und Experten vor Ort einbringen und mit ihrem Engagement dazu beitragen, dass ihr Straße eine Wohlfühloase wird. Dies kann nur funktionieren, wenn die Bürgerinnen und Bürger an den Entscheidungen teilhaben haben können, wenn sie informiert sind und sich einbringen können. Aus den Ergebnissen wird derzeit ein Konzept zur Stärkung der Stadtteilidentität entwickelt. Dazu gehören unter anderem öffentlichkeitswirksame Aktivitäten, die die Identifizierung der Bürger mit ihrem Stadtteil stärken sollen. Ob eine neue Straßengestaltung aber auch eine dauerhaft attraktive Geschäftswelt in Ladenlokalen zur Folge hat, wird sich erst erweisen müssen. Keiner kann im Vorfeld eine genaue Aussage dazu treffen, ob die gewünschten, diskutierten und im Endeffekt umgesetzten Maßnahmen zu einer größeren positiven Belebung der Bahnhofstrasse beitragen wird. Aus meiner beruflichen Erfahrung und meinem Lebensumfeld im Ruhrgebiet kann ich aber die Hoff
nung aussprechen, dass eine Umwandlung unserer Einkaufsstraße in eine verkehrsberuhigte Straße mit der Steigerung der Frequenz für Fahrräder mit Sicherheit die Attraktivität erhöhen wird. Wenn dann noch Umbaumaßnahmen zur Verweildauer der Bürger hinzukommen und das optische Erscheinungsbild einheitlich wird, ist die Wahrscheinlichkeit der Steigerung der Besuchsfrequenz hoch. Diese Entwicklung habe ich in Kleinstädten wie Datteln, Dorsten, Waltrop etc. erlebt. Hier wurden Durchgangsstraßen in Fußgängerzonen oder verkehrsberuhigte Einbahnstraßen umgewandelt. Ich räume ein, dass die Bewohner zunächst verschreckt waren, aber nach einer Gewöhnungszeit war die Akzeptanz dann hoch und der Branchenmix hat sich verbessert. Ich glaube, dass auch dies in der Bahnhofstrasse möglich ist, dass es Geschäfte geben wird, die die Umbauphase nicht überstehen werden, sich damit aber Chancen für neue Einzelhändler eröffnen werden und somit der Branchenmix interessanter wird.

Reinhart Kraft / Ökumenische Umweltgruppe Lichtenrade: Einbahnstraße - verrückte Idee oder komfortable Lösung?
Die Bahnhofstraße hat zwei Gesichter. Einerseits ist sie eine bewohnte Geschäftsstraße mit Schulen, diversen Arztpraxen, Restaurants und anderen Dienstleistern. Andererseits ist sie eine stark befahrene Hauptverkehrsstraße. Der Verkehr hat in den letzten Jahren stark zugenommen, die Straße ist laut und unübersichtlich geworden. Mit der Dresdner Bahn und der Schließung des Bahnübergangs Wolziger Zeile wird der Motorverkehr weiter zunehmen. Das mit der Untersuchung beauftragte Planungsbüro rechnet mit 10.000 bis 12.000 Fahrzeugbewegungen täglich. Wohl alle, die in der Bahnhofstraße wohnen, zum Arzt gehen oder einkaufen, wünschen sich eine ruhigere und entspannte Atmosphäre. Man träumt von der Bahnhofstraße als einer Flaniermeile mit besonderem Flair. Und zugleich ist es unerlässlich, dass man die Geschäfte und Arztpraxen auch mit dem Auto erreichen kann. Für die Stadtplaner stellt sich nun die Aufgabe, einen Kompromiss zwischen den bei- den Funktionen dieser Straße zu finden.
In diesem Zusammenhang ist die Frage aufgetaucht, ob es nicht vorteilhaft wäre, wenn der Verkehr auf der Bahnhofstraße nur in einer Spur und in einer Richtung fließen würde. Es entstünde ein Einbahnstraßenring über Bahnhofstraße, Zescher Straße und Goltzstraße oder  Bahnhofstraße, Briesingstraße und Goltzstraße. Was auf den ersten Blick wie eine verrückte Idee erscheint, erweist sich bei näherem Hinschauen als nachdenkenswert. Etwa die Hälfte der Verkehrsbewegungen wären in eine andere wenig bewohnte Straße verlagert. Auf der Einkaufsstraße würde es dann wesentlich entspannter zugehen. Der Motorlärm würde deutlich zurückgehen, die Straße wäre einfacher und gefahrloser zu überqueren. Vor allem aber hätte man im Straßenraum durch den Wegfall eine Fahrbahn den nötigen Platz gewonnen für ausreichend Parkplätze, Geh- und Radwege. Mit solchen Lösungen hat man in den Niederlanden und in Dänemark die historischen Ortskerne wiederbelebt. Diesem Konzept stehen anderer
seits ernstzunehmende Argumente entgegen. Es würde Motorverkehr in eine bis dahin ruhige Nebenstraße geleitet, wo man ihn eigentlich nicht haben möchte. Es würden infolge der Richtungsvorgabe zusätzliche Strecken gefahren werden müssen. Die Umleitung des Busverkehrs bereitet Schwierigkeiten und wäre nicht ohne bauliche Ver- änderungen zu machen. Der Vorschlag ist also zu Recht umstritten. Wir haben es mit einer ech- ten Güterabwägung zu tun: Verbesserung der Aufenthaltsqualität auf der einen Seite – Verschlechterung der Verkehrsverhältnisse auf der anderen Seite. Hier wäre es wichtig abschätzen zu können, wie sich eine solche Maß- nahme auf den Einzelhandel auswirken würde. Und man müsste wissen, wie sich der Anteil des reinen Durchgangsverkehrs gegenüber dem Kundenverkehr darstellt. Deshalb sollte durch ein städtebauliches Gutachten geprüft werden, ob sich – gemessen an der Zielsetzung - eine Einbahnstraßenlösung eher positiv oder eher negativ für die Bahnhofstraße auswirken würde.

Fotos: Thomas Moser


 


Sonne bei "Kunst trifft Wein" am Lichtenrader Dorfteich!
Mit Fotos vom Kunsthandwerk und vom Fest..
.:LINK: Der Bericht vom 1. Tag "Kunst trifft Wein" im Jahr 2017

30. April 2017 Die Sonne meint es mit Lichtenrade und den Festbesuchern von „Kunst trifft Wein“ besonders gut und zeigt, dass der Frühling auch schon wärmer sein kann. Halleluja, singt zur Eröffnung am Mittag der beliebte und musikalisch hochwertige Lichtenrader Gospelchor der evangelischen Kirche. Noch vor einer Woche froren die Sängerinnen und Sänger vor der Bahnhofsmission, wo sie bei Wind und Hagel den Bedürftigen ein wenig musikalische Wärme schenkten. Die Sonne war in Lichtenrade schon da und die Herzen der Besucher erreichte der Gospelchor auch sehr schnell. Die Chorleiterin Juliane Lahner war wie gewohnt mit viel Temperament und Freude bei der Sache. Der Chorauftritt hat bei diesen Festen schon Tradition. Aber es ist immer wieder ein besonderes Erlebnis.







Juliane Lahner in ihrem Element...

Am zweiten Tag besuchte die zweite Lichtenrader Abgeordnete aus dem Abgeordnetenhaus Melanie Kühnemann (SPD) „Kunst trifft Wein“. Die Abgeordnete ist über die Liste nach der letzten Wahl ins Parlament gerückt. Melanie Kühnemann wurde kurz von der Stadtführerin Marina Heimann besonders zu ihren Lichtenrader Wurzeln interviewt. Melanie Kühnemann wünschte den Gästen ein schönes Fest. Sie lud die Lichtenrader in das Bürgerbüro in die John-Locke-Straße 19 ein. Dort hat man für Fragen, Hinweise und Sorgen stets ein offenes Ohr.



Marina Heimann (lks) interviewt Melanie Kühnemann (re).
Kaum waren die letzten Worte der Abgeordneten verklungen, kam schon die Gänsekapelle anmarschiert und war sofort von Klein und Groß umringt. Fotoapparate und Handys wurden gezückt, um die Parade der Graugänse als Bild oder Film festzuhalten. Mit Trommelgeräuschen, Gepfeife und anderen musikalischen Klängen zog die Gänsekapelle über das Fest. Vorne und hinten die Musiker, die auch als Gänsehirten immer ein wachsames Auge auf ihre Tiere warfen. Ein Tambour, ein Tambourmajor und eine Gruppe Toulouser Gänse sind die Zutaten dieses ungewöhnlichen Programmpunktes. Die Gänsekapelle ist basierend auf einer uralten Tradition des Gänsehütens eine einzigartige Kombination zwischen Mensch, Tier und Musik. Auch am 1. Mai werden die Gänse erwartet. Die Nähe des Dorfteiches schien die Gänse doch zu locken, doch da waren ihre Gänsehirten besonders achtsam und leiteten das Federvieh in ihr Gehege.

Im Gänsemarsch durch Lichtenrade...



Der Lichtenrader Dorfteich ist zwar der Mittelpunkt des Festes, aber er bleibt auch bei dem bunten Treiben ein Ruhepunkt, den die einen und anderen Besucher dann gerne annehmen. Natur und Freude scheinen an diesen Tagen kein Gegensatz zu sein, da die Verantwortlichen besonders auf den Schutz des Gewässers Wert legen.



Am Tag 2 und Tag 3 locken nochmal die Kunsthandwerker, die schon wegen ihrer teils sehr hohen Qualität an der einen und anderen Stelle etwas mehr Aufmerksamkeit von den Besuchern verdient hätten. Hier ist kein bisschen Ramsch zu finden, sondern Kunst und Kunsthandwerk „made in Berlin“ oder Umland wird angeboten. Elegante Schals, wertige Taschen und Ledergürtel, schöne Bilder, unterschiedlichster Schmuck und viele andere Dinge werden mit viel Liebe an circa 40 Ständen präsentiert. Übrigens der Tipp des Tages: Man kann gut schauen und mit den Menschen sprechen, die Künstler verkaufen aber auch gerne ihre Dinge. Und danach ein Gläschen Wein bei den Winzern trinken, die dann erst wieder beim herbstlichen Wein- und Winzerfest in Lichtenrade sind.

Das musikalische Nachmittagsprogramm auf der Bühne gestaltete am Tag 2 die Big Band der Musikschule Spandau und am 1. Mai wird die Lichtenrader Musikschule Fare Musica die Festbesucher unterhalten.


Am Abend hieß es dann „Krüger rockt“. Und das war wortwörtlich zu nehmen. Gute Stimmung in Lichtenrade ist auch am 1. Mai mit dem Rupert´s Kitchen Orchestra garantiert, die mit unbedingter Leidenschaft und einer gesunden Portion Selbstironie eine furiose mitreißende Bühnenshow garantieren.

Das Wein- und Winzerfest lädt schon jetzt ein: 8. bis 10. September 2017 am Lichtenrader Dorfteich!

Thomas Moser (auch alle Fotos)

Der Bericht vom ersten Tag mit den Kunsthandwerks- und Weinständen und mit den Veranstaltern und Kooperationspartnern ist in der Lichtenrader Internetzeitung zu finden: http://www.lichtenrade-berlin.de/news/aktuelle-news-internetzeitung/672-kunst-trifft-wein-lichtenrade-kann-auch-kunst

Foto-Nachschlag vom Lichtenrader Gospelchor:

Mit Fotos vom Kunsthandwerk und vom Fest...: LINK: Der Bericht vom 1. Tag "Kunst trifft Wein" im Jahr 2017
Alle Fotos: Thomas Moser


 

29. April 2017 Der erste Tag am Lichtenrader Dorfteich von „Kunst trifft Wein“…. Erst fing es ganz langsam an, aber dann, aber dann…, heißt es in einem Lied und so war es auch in Lichtenrade.


Am ersten Tag war es am Anfang noch recht frisch und zur offiziellen Eröffnung um 15 Uhr waren die Besucherzahlen noch übersichtlich. Ein ganz normaler Vorgang, wenn drei Tage ein wirklich einmaliges und besonderes Angebot rund um den Dorfteich gemacht wird.
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Der Hingucker am ersten Tag! Er Elfeant auf dem Fahrrad spricht mit den kleinen und großen Besuchern und pfeift auch ein LIedchen...

„Kunst trifft Wein“ ist hier wortwörtlich zu nehmen. Viel Kunsthandwerk „made in Berlin“ und null Kitsch und Schrott wird am Dorfteich geboten.


Die Qualität der Stände nimmt Jahr für Jahr zu. Diesmal haben die Veranstalter „Family & Friends“ ihr Konzept etwas umgestellt.

Stefan Piltz von Family & Friends begrüßte die Besucherinnen und Besucher.
An der Hauptmeile sind die Getränke- und Imbissstände auf der einen Seite und das Kunsthandwerk auf der anderen Seite aufgebaut. Kunst trifft Wein ist diesmal hautnah zu spüren, was dem Fest einen einheitlichen Charakter gibt. Natürlich ist es kein Weinfest mit einer Vielzahl von Weinständen, sondern halt ein Kunstfest mit Wein.


Meine besondere Empfehlung: Schöne edle Schals von Seiha Heng, Fashion Designer, made in Berlin www.hengfashion.com. Super Schal erworben!

Toller hochwertiger Gürtel... Danke... von GÜRTEL nach Maß, made in Berlin, www.atelier-berlin.com
Aber Wein und andere Getränke sind ausreichend vertreten und einige der Stammwinzer, die beim Wein- und Winzerfest im Herbst Jahr für Jahr nach Lichtenrade reisen, sind auch in diesem Frühling gekommen. Eine stimmige Kombination!



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Die Kunsthandwerksmeile setzt sich dann, beginnend von der Dorfkirche bzw. der Bühne rund um den halben Dorfteich fort. Stimmt nicht ganz, weil aus Naturschutzgründen der Dorfteich nicht direkt umringt wird, sondern nur die Straße um den Dorfteich.

Der Dorfteich bleibt vom "Trubel" verschont...
Die große Kunsthandwerkermeile umfasst über 40 Stände. Alle Künstler und Kunsthandwerker stellen hier ihre Produkte aus, lassen sich bei der Arbeit über die Schulter schauen und verkaufen ihre selbst gefertigten Kunst-Stücke an Ort und Stelle. Und ob Keramiken, Malereien, Schmuckstücke oder Kleidung: Sie haben immer eines gemeinsam: Sie sind originell und ... original!

Der Bundestagsabgeordnete Dr. Jan-Marco Luczak sprach einige Grußworte...
Die offizielle Eröffnung wurde vom Kooperationspartner Rainer Welz, von der Spedition Welz Logistik, moderiert. Er verwies darauf, dass die Veranstalter mit deutlich gestiegenen Straßennutzungskosten zu tun haben und dies kaum noch finanzierbar ist. Auch die weiteren Mitveranstalter waren auf der Bühne versammelt.

Die „Mutter“ des Wein- und Winzerfestes, Beatrix Bockenkamp von der Aktionsgemeinschaft Bahnhofstraße, Wolfgang Spranger, der Volksparkchef vom Trägerverein Lichtenrade Volkspark und von der Künstlergruppe Lichtpunkt 49 die Künstlerin Sylvia Zeeck.


Auch die Lichtenrader Imker waren dabei, sowie Vertreterinnen und Vertreter vom BUND / Arbeitskreis Tempelhof-Schöneberg, der BI Lichtenrade Dresdner Bahn und der BI Lichtenrade/Mahlow-Nord gegen Fluglärm. Auch die politische Prominenz kam. Am ersten Tag war die CDU stark mit einem Stand vertreten.

Hildegard Bentele wünschte den Lichtenradern viel Freude.
Neben dem Lichtenrader CDU-Bundestagsabgeordneten Dr. Jan-Marco Luczak, der im September sein Direktmandat verteidigen will, begrüßte auch die CDU-Abgeordnete aus dem Abgeordnetenhaus Berlin Hildegard Bentele die Gäste vom Fest. Für den zweiten Tag hat sich schon die zweite Lichtenrader Abgeordnete Melanie Kühnemann (SPD) angekündigt. Die Linke war auch mit einem Stand vertreten.

Die Kulturstadträtin Jutta Kaddatz schaute vergnügt dem sprechenden Elefanten nach.

„Jochen, der Edelfant“ zog seine Runden auf dem Fahrrad durch die Besuchergruppen.

Unauffällig ferngesteuert schaute er sich um, sprach mit Kindern und auch mit dem Volksparkchef Wolfgang Spranger kam eine kurze Unterhaltung zu Stande. Tja, Elefanten sind halt intelligente Wesen. Das war schon ein ganz besonderer Höhepunkt!



Als Stammkünstler vergnügte der Franzose Gilbert das kleine und große Publikum mit seiner Kunst.

Auch der Flohzirkus durfte dabei nicht fehlen. Kleine Kunst, die keineswegs klein ist!





Am ersten Tag war am Nachmittag die Big-Band der Gustav-Heinemann-Oberschule der musikalische Höhepunkt. Die Mädchen und Jungen der 10. bis 13. Klasse überzeugten mit schmissigen modernen Liedern. Ein schöner Sound mit ganz tollen Sängerinnen.

Den professionellen musikalischen Anfang machte am Samstag Lenard Streicher & Band. Als die fünf Herren im edlen Zwirn die Bühne am Dorfteich betraten, blieb kein Bein ruhig stehen. Ihre einzigartige Mischung aus Swing, Jump & Jive, Rockabilly, Boogie und Rock'n'Roll und einer gehörigen Portion Live-Entertainment ließ keine Wünsche offen.

Für den Sonntag wird der beliebte Lichtenrader Gospelchor und mit großer Spannung die Gänsekapelle erwartet: Ein Tambour, ein Tambour-Major und eine Gruppe Toulouser Gänse: Mit Trommelgeräuschen, Gepfeife, Geschnatter und anderen musikalischen Klängen ziehen, oder besser gesagt watscheln, sie rund um den Lichtenrader Dorfteich und sorgen so bei Jung und Alt für Begeisterung.

Das Programm für die restliche Zeit ist hier zu finden: http://www.lichtenrade-berlin.de/news/tipps-und-termine/186-29-4-bis-1-5-kunst-trifft-wein-am-dorfteich

Am Sonntag geht das Fest bis 23 Uhr und am 1. Mai bis 20 Uhr. Und die Sonne hat auch schon die ersten Strahlen nach Lichtenrade geschickt!

Thomas Moser (auch alle Fotos)

Der Bericht von Tag 2: http://www.lichtenrade-berlin.de/news/aktuelle-news-internetzeitung/673-kunst-trifft-wein-im-gaensemarsch-nach-lichtenrade-tag-2

Weitere Fotos:








Eine echte Currywurst am Stand in Lichtenrade ist schon jahrelang eine Seltenheit. Döner, Burger & Co haben die beliebten Berliner Currywurst-Buden seit vielen Jahren fast gänzlich verdrängt. Es ist oft nur der Discounter-Ersatz in den Kühltruhen der Supermärkte zu finden.

Im Januar 2017 hat sich Curry-Wolf in den Süden von Berlin gewagt und offensichtlich damit den Nerv vieler Lichtenrader getroffen, zumindest bei der Fleischesser-Fraktion.
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Curry-Wolf hat jetzt neben einen Stand am Ku-Damm/Rankestraße und in Kladow auch einen Stand in der Lichtenrader Bahnhofstraße 9 aufgemacht. Sehr auffällig lockt der rote Wagen, um das Hungergefühl mit einer Currywurst zu stillen. „Currywurst mit oder ohne (Darm), Pommes oder Brötchen, scharf oder nicht so scharf?“ Das sind die wichtigsten Fragen. Hier will man schnell und freundlich bedient werden und es muss schmecken.

Beim Geschmack gibt es in Berlin bei der Currywurst fast ideologische Diskussionen, wer die beste Wurst und die beste Currysoße hat. Curry-Wolf behauptet natürlich auch von sich, dass er die beste Originale Currywurst in Berlin hat. Entscheiden muss es letztendlich der Kunde.

Der Betreiber vom Lichtenrader Stand möchte gar nicht namentlich genannt werden, weil das Produkt und die Qualität im Vordergrund stehen sollen. Er hat jahrelang ein Restaurant auf Sternenniveau betrieben. Dann haben er und seine Lebensgefährtin die Entscheidung getroffen, den Stress und Preiskampf der gehobenen Gastronomie zu entfliehen. Ende 2016 haben sie ihr Restaurant verkauft. Dann haben sie Mathias Wolf im Freundeskreis kennengelernt und waren von dem Konzept begeistert: „Unser Qualitätsanspruch ist der gleiche geblieben, nur in einer anderen Produktpalette und im anderen Preisniveau.“

Die regionalen Produkte sind alle direkt von Curry-Wolf. Als Lichtenrader Spezialität wurden noch die Süßkartoffel-Pommes dazu genommen. Wichtig ist dem Betreiber, dass er schnell für die Kunden eine gute Qualität liefert. Aber auch die Sauberkeit steht im Mittelpunkt des Unternehmens. Alle 15 Minuten werden die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von einer Uhr daran erinnert, dass sie den Arbeitsplatz und die Tische draußen sauber machen bzw. kontrollieren sollen. Dem ehemaligen Gastronomen liegt dies im Blut, wie man auch bei größtem Andrang beobachten konnte. Der Gesprächstermin am Freitag um 15 Uhr musste um mehr als 30 Minuten verschoben werden, weil es wie beim Brezelbacken war: die Schlange riss nicht ab. Aber trotz der vielen Bestellungen behielt er alles im Blick, bediente die Kundschaft freundlich und achtete wie selbstverständlich auf die Sauberkeit und Hygiene.

Die Betreiber wollen sich nur auf das Currywurstgeschäft konzentrieren, um so gleichbleibend gute Qualität in einer kurzen Zeit anbieten zu können. Besonders Mittags ist Curry-Wolf in Lichtenrade dicht umlagert: „Wir sind zufrieden und wir bekommen von den Gästen ein gutes Feedback.“

Öfters schon am Stand gewesen. Sein Urteil:„Die Currywurst schmeckt!“
Geplant sind noch eine Bonuskarte, besondere Kinderportionen bzw. gesunde Kids-Varianten und kurze Kundenbeurteilungsbögen. Als Spezialitäten kann man neben mehreren Menüs, der scharfen „Opium-Soße“ auch eine in einem Glas eingeweckte Currywurst mitnehmen, die dann circa ein Jahr hält. Dieses Produkt kann man mittlerweile auch im KaDeWe erwerben. Der einfache kurze Weg ist jedoch direkt in die Bahnhofstraße 9 zu gehen.

In Lichtenrade kann man Curry-Wolf montags bis freitags von 10 bis 20 Uhr und am Samstag bis 18.30 Uhr antreffen. Na dann: Guten Appetit!

Thomas Moser

https://curry-wolf.de


 

26. April 2017 Zur Unterstützung des „Nachbarschaftszentrums Suppenküche Lichtenrade e.V.“  kam jetzt der renommierte Schauspieler Michael Mendl nach Lichtenrade. „Kultur am Mittwoch“ wird seit einem Jahr in der Einrichtung von der „Hauspoetin“ Lisa Kaah mit ständig wechselndem Programm präsentiert. Das Nachbarschaftszentrum Suppenküche Lichtenrade sieht seinen aktuellen Standort und die gesamte Arbeit der letzten Jahre als gefährdet an. Der jetzige Nutzungsvertrag läuft Ende des Jahres aus.
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Michael Mendl und Lisa Kaah vor der Lesung...
Nun hat der bekannte deutsche Charakterdarsteller Michael Mendl, der seit Jahrzehnten erfolgreich in Kino, Fernsehen und Theater arbeitet, erneut den Weg nach Lichtenrade gefunden. Der Bungalow am Graben in der Finchleystraße war bis zum letzte Platz gefüllt. Das begeisterte Publikum setzte sich je zur Hälfte aus Stammgästen und aus „Neulingen“ zusammen.


Michael Mendl erzählte, dass er die Leiterin der Suppenküche, Alex Benkel-Abeling, bei der Verleihung der Ehrung zum „Berliner Helden“ vor einigen Jahren angesprochen hat. Er war von der Arbeit der Suppenküche sehr angetan. Danach war er an einem Sonntag direkt Vorort und hat tatkräftig die ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer unterstützt. Er kaufte ein und kochte für die Bedürftigen Chili con Carne. Als er davon hörte, dass die Existenz der Suppenküche gefährdet ist, war ein erneuter Besuch für ihn eine Selbstverständlichkeit.

Im Gepäck hatte Michael Mendl eine ganz besondere Geschichte, die er dem Publikum förmlich zelebrierte. Die Kurzgeschichte von Wolfgang Borchert „Schischyphusch oder Der Kellner meines Onkels“ ist eine groteske Geschichte mit einem ungewöhnlich heiteren und humorvollen Text.


Wer aber den Text einfach nur so liest, wird vielleicht gar nicht so lachen, wie die Lichtenrader Zuhörer es konnten. Michael Mendl hat die Geschichte rund um einen Sprachfehler akzentuiert und lebendig zum Leben erweckt. Das Publikum war angetan und amüsierte sich vortrefflich.

In einem anschließenden Gespräch mit der begeisterten Gastgeberin Lisa Kaah erklärt der Schauspieler trocken zu seiner Kunst: „Das ist halt mein Beruf.“ Damit hat Mendl sicher recht, aber man sah und hörte, dass er ein ganz Großer seines Berufsstandes ist. Sie plauschten über ihre Vorlieben in der Dichtung. Lisa Kaah, die zum Ende auch noch einige ihrer eigenen Werke präsentierte, ist eher die gereimte Versform wichtig. Michael Mendl liebt von seiner Jugendzeit an Lyrik, die weniger in gereimte Verse verpackt ist. Diese Gedichte beeinflussen für ihn noch heute das Denken und Fühlen. Sein Hauptanliegen an diesem Abend ist jedoch, dass noch Werbung für die Unterzeichnung der Online-Petition gemacht wird. Den Link findet man auf der Website vom Nachbarschaftszentrum Suppenküche Lichtenrade.

Im zweiten eher kurzen Teil des Abends hat Lisa Kaah eine kleine Auswahl ihrer Werke präsentiert, die das Publikum aus einem kleinen Behältnis zog. Die Poetin, die Dichtung als Hobby betreibt, hat das Publikum mitreißen können. Mit viel Körpersprache und Leidenschaft las und spielte sie die witzigen und gefühlvollen Texte. Man darf sich schon auf den nächsten Abend mit ihr am 17. Mai freuen, wenn es „Zauberklänge und Leidenschaft“ heißt.

Das leckere Buffet an diesem Kulturabend darf keinesfalls vergessen werden und ist bei „Kultur am Mittwoch“ immer ein besonderer Höhepunkt. Die Koch-AG des Georg-Büchner-Gymnasiums hat zusammen mit Michael Mendl die verschiedensten Köstlichkeiten auf die Teller gezaubert.

Der letzte Aufruf bei diesem sehr gelungenen Abend galt nochmal der Online-Petition, die noch Unterstützung braucht. Es finden intensive Gespräche zu der Raumfrage mit der evangelischen Kirche (Grundstückseigentümer) und dem Bezirksamt Tempelhof-Schöneberg bzw. dem Jugendamt zum Erhalt der Suppenküche statt.

Unstrittig scheint zu sein, dass die Suppenküche eine wichtige Einrichtung ist und zu Lichtenrade gehört.

Thomas Moser

Nur noch bis 15. Juni 2017:

Der Weg zur Online-Petition über http://www.suppenkueche-lichtenrade.de

 

Ergänzende Informationen zur Suppenküche:

Dass die Suppenküche mehr kann, als nur Suppe, zeigt sie seit Anfang 2016 offensiv in ihrem neuen Namen. Mit der Bezeichnung „Nachbarschaftszentrum Suppenküche Lichtenrade e.V.“ wird deutlich, dass die Suppenküche nicht nur ein Angebot für Bedürftige ist, sondern sich ganz bewusst auch für die Nachbarschaft öffnet.

Die Arbeit vom Nachbarschaftszentrum Suppenküche Lichtenrade ist seit zwölf Jahren ein fester Bestandteil bei der Hilfe für Bedürftige in Lichtenrade. Der Andrang bei der Suppenküche ist ungebrochen und Woche für Woche werden durchschnittlich 120 Essen an jedem Sonntag ausgegeben. Gleichzeitig erfolgt eine Lebensmittelausgabe. Die Hilfe in der Not wird auch weiterhin in Lichtenrade dringend benötigt und wird ungebrochen von Bedürftigen angenommen. Die Arbeit in der Suppenküche erfolgt zu 100 % ehrenamtlich. Für die Arbeit sind Lebensmittelspenden die wichtigste Grundlage.

Wer dem Nachbarschaftszentrum Suppenküche helfen möchte, kann dies auf die unterschiedlichsten Arten tun. Ob als Fahrer für die Lebensmitteltransporte, als Küchenhilfe, als Mitorganisator, als Nachhilfelehrer, oder, oder… Die Möglichkeiten scheinen fast grenzenlos zu sein. Ein Anruf und ein persönliches Gespräch zeigen die Notwendigkeiten und Anforderungen auf. Natürlich sind auch immer Geldspenden gerne gesehen. Das Spendenkonto des Fördervereins ist schnell auf der Webseite zu finden.

Die Leiterin Alex Benkel-Abeling erzählt mit viel Engagement von der Arbeit, die sie in der Einrichtung mit vielen Unterstützern meistert. Es arbeiten auch Menschen ehrenamtlich in der Einrichtung, die selbst als Hilfebedürftige die Suppenküche kennengelernt haben. Es werden auch jugendliche Straftäter zur Ableistung von Sozialstunden in der Suppenküche eingesetzt. Schülerinnen und Schüler kommen im Rahmen eines Ethikprojektes des Georg-Büchner-Gymnasiums und lernen so eine ganz andere Seite des Lebens kennen. All diesen Helfern reicht das Nachbarschaftszentrum die Hand. So ist die Suppenküche eine Hilfe für Bedürftige, aber auch ein lebendiger sozialer Austausch für die ehrenamtlichen Helfer.

Als Nachbarschaftszentrum Suppenküche Lichtenrade e.V. wendet sich der Verein seit 2016 neuen Aufgaben und Herausforderungen zu. Ein großes Augenmerk liegt auf der Jugendarbeit, erwähnt seien hier zum Beispiel die Koch-AG in Zusammenarbeit mit dem Georg-Büchner-Gymnasium und auch Selbstverteidigungskurse und Tanzkurse für Kinder.


 

Uli Waack ist am 11. April 2017 gestorben. In der Traueranzeige heißt es „Es ist wie es ist.“ Ich kann nicht sagen, ob dies auch ein Lebensmotto von Ulrich Waack war, ich könnte es mir aber gut vorstellen. Ulrich Waack, immer nur Uli genannt, ist 1941 in Berlin geboren und lebte seit seiner Geburt im Berliner Bezirk Tempelhof. Sein Abitur machte er am Askanischen Gymnasium. Er arbeitete als Verwaltungsbeamter von 1959 bis 1998, zuletzt als Oberregierungsrat in der Berliner Senatsjugendverwaltung. 1998 bis 2004 absolvierte er noch seiner Frühpensionierung ein Studium der Mittelalterlichen und Neueren Geschichte sowie der Ur- und Frühgeschichte an der Humboldt-Universität Berlin. Dieses Studium mit dem Schwerpunktthema „Brandenburg im Mittelalter, insbesondere Gründungsgeschichte Berlins und märkische Dorfkirchen“ beendete er mit dem Magisterabschluss. Ein Thema, dass Uli Waack schon lange Zeit als Hobby beschäftigte. So erforschte er besonders die Dorfkirchen. Im Rahmen des Studiums veröffentlichte er dann auch seine Magisterarbeit aus dem Jahr 2004 unter dem Titel „Kirchenbau und Ökonomie - Zur Beziehung von baulichen Merkmalen mittelalterlicher Dorfkirchen auf dem Barnim und dessen Wirtschafts- und Siedlungsgeschichte.“
Uli Waack 500
In dem Vorwort schrieb Uli Waack u.a. zum Ursprung seines Dorfkirchen-Interesses: „Ich lebe seit Geburt in Tempelhof. In West-Berlin war es seinerzeit üblich, daß in der 4. Grundschulklasse der Heimatkunde-Unterricht einsetzte, in dessen Mittelpunkt die nächstgelegene Dorfkirche stand. Herr Heuer, ein kriegsversehrter Junglehrer, muß offenbar über großes pädagogisches Geschick verfügt haben, forschende Neugier zu wecken. Bei uns in Tempelhof handelte es sich bei der Dorfkirche zugleich um die Kirche eines Komturhofs der Tempelritter. Sie lag seinerzeit noch in Kriegstrümmern und diente uns als Vorläufer heutiger Abenteuerspielplätze. Durch die Tempelritter hat sie die Phantasie ungleich mehr angeregt als andere Dorfkirchen, und ihr wurde nicht nur der obligatorische (und wie überall nie vorhandene) »unterirdische Gang« nachgesagt, sondern sogar deren zwei.“

Uli Waack konnte man immer mal wieder in verschiedenen Kommentaren im Tagesspiegel nachlesen. Wenn es um aktuelles und historisches Zeitgeschehen ging, wollte er auch seine historisch geprägte Sicht deutlich machen.

Ich hatte mit meinem ehemaligen Kollegen Uli nicht sehr viel, aber immer wieder Kontakt. Ein Anknüpfungspunkt war dabei meine Arbeit rund um aktuelle und historische Themen in der Lichtenrade-Website. Uli Waack lebte in Lichtenrade. Erst im Februar 2017, vor einer geplanten Reha, schrieb er mich an und wir hatten näheren Kontakt. Er hatte in einer ganz besonderen persönlichen Art an mich gedacht, was mich sehr rührte. Ich hoffte, ihn auch vielleicht mal bald wieder persönlich zu sehen. In diesem Zusammenhang suchte er ein Foto von sich, da er mit der Darstellung von sich auf vielen Fotos unzufrieden war. Damit konnte ich leider nicht wirklich dienen.

Sein Bild und sein positiv zugewandtes Wesen wird mir aber auch so immer in Erinnerung bleiben.

Lieber Uli, mach es gut! Seiner Frau und den Angehörigen gilt mein Mitgefühl.

Thomas Moser

Die Beisetzung findet am 25. April 2017 um 13 Uhr auf dem evangelischen Friedhof Lichtenrade, in der Paplitzer Straße 10-24, 12307 Berlin, statt.


 

Der 3. Senat des Bundesverwaltungsgericht verhandelt am 14. und 15. Juni 2017 über das Planfeststellungsverfahren des Eisenbahn-Bundesamtes in Sachen „Dresdner Bahn“. Die Bürgerinitiative Lichtenrade-Dresdner Bahn, die auch schon über viele Jahre für eine Tunnellösung gekämpft hat und jetzt gegen die ebenerdige Lösung klagt, fährt an den Verhandlungstagen nach Leipzig. In einer Mitteilung heißt es: „Die Bürgerinitiative wird zu den beiden Verhandlungstagen 14./15. Juni 2017 eine Busfahrt nach Leipzig anbieten. Die Fahrt ist für Mitglieder und deren Angehörige kostenfrei. Für die Fahrt sind noch Restplätze frei.

Wenn Sie auch mit nach Leipzig kommen und die Verhandlung Vorort erleben wollen, so melden Sie sich bitte telefonisch oder per Mail bei unserem Kassierer Herrn Jenke Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!. „

Eine Entscheidung über den einstweiligen Rechtsschutz hat das Gericht nicht gefällt. Es wird davon ausgegangen, dass die Bahn vor dem Termin im Sommer nicht mit den Bautätigkeiten beginnt.

Das Gericht kann nur über den vorliegenden Bescheid entscheiden.

Künftig Chaos im Tunnel und hohe Lärmschutzwände? (Dank an die BI Dresdner Bahn zur Veröffentlichung der Grafik)

http://www.dresdner-bahn.de

Erste Vorläufer sind in Lichtenrade schon erkennbar

Erste Vorläufer kann man schon einige Zeit vor der gerichtlichen Entscheidung sehen. Die Wasserbetriebe haben die Straße unter dem S-Bahnhof Schichauweg einseitig aufgerissen, um für die künftigen Baumaßnahmen der Bahn die Wasseranlagen unter der Straße zu sichern.
baustelle schichauweg lichtenrade042017
In der Berliner Woche hieß es erst kürzlich unter der Überschrift „Ausbau der Dresdner Bahn: Wasserbetriebe sichern die Rohre“:

Die Tiefbauarbeiten sind allein dem geplanten Ausbau der Dresdner Bahntrasse geschuldet und werden bis mindestens September dauern. Es ist nichts kaputt, kein Rohrbruch oder ähnliches, sondern eine reine Vorsichtsmaßnahme. „Die Baumaßnahme dient ausschließlich der Sicherung unserer Anlagen für den Ausbau der DB-Trasse nach Dresden“, erklärt BWB-Sprecher Stephan Natz und fügt hinzu, dass diese Sicherung eine übergeordnete Anforderung sei, die die BWB „in vollem Umfang“ erfüllen müsse.

Vorläufer Nummer 2 noch konkreter

Der Lotto- und Zeitungsladen westlich vom S-Bahnhof Lichtenrade in der Prinzessinenstraße 1 macht zu und wird abgerissen. In der kurzen Mitteilung vom Eigentümer Ralf Wüstenhagen heißt es u.a.: „Leider müssen wir nach 27 Jahren das Geschäft zum 27. 4. 2017 wegen zukünftiger Baumaßnahmen der Deutschen Bahn schließen. Das zweite Geschäft des Eigentümers, direkt schräg gegenüber an der Bahnhofstraße/Pfarrer-Lüdtkehaus-Platz, bleibt jedoch für die Kundschaft erhalten. Nähere Informationen liegen nicht vor. Es geht nur um das Gebäude direrkt an der Bahn.
lottoladen Schliessung 042017 1

ToM (Fotos Thomas Moser)

http://www.dresdner-bahn.de


 

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