Geschäftsfrau mit Liebe zum Beruf und zur Kundschaft

Lederwaren in Lichtenrade, das ist schon etwas ganz Besonderes! Und das ein ortsansässiges Geschäft 30-jähriges Familienjubiläum feiert, ist ein nicht zu unterschätzender Schatz für den Kiez. Die wohl attraktivsten und buntesten Schaufenster in der Lichtenrade Bahnhofstraße sind die von „Lederwaren Tiedtke“. Die vier Schaufenster präsentieren das große Warenangebot und laden zum Schaufensterbummel ein. Und nun wird richtig gefeiert und die Kundschaft ist dazu herzlich eingeladen.

„Lederwaren Tiedtke“ will gemeinsam mit den Kunden feiern und Katja Tiedtke hat sich einiges einfallen lassen. Neben kleinen Aktionen und einem Gläschen Sekt wird es am 1. Juli 2017 auch einen 30 %-igen Geburtstagsrabatt auf das gesamte Sortiment geben.
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Angelika (lks) und Katja Tiedtke
Die Geschäftsfrau Katja Tiedtke, die in Lichtenrade groß geworden und zur Schule gegangen ist, hier ihr Abitur gemacht hat und im Kiez wohnt, erzählt gemeinsam mit ihrer Mutter Angelika Tiedtke, wie alles anfing.

Von der Bretterbude zum attraktiven Fachgeschäft

Angefangen hat es sogar vor über 60 Jahren in der Bahnhofstraße direkt neben dem Graben. Das Lederwarengeschäft, das damals noch ein kleiner Verkaufsladen aus Holz war, wurde von Josef Kulla gegründet.


Und dann zog das Lederwarengeschäft um...:
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Als die heute noch bestehende Ladenzeile im Jahr 1957 in der Bahnhofstraße gebaut wurde, zog das Geschäft von Kulla in den Neubau, in unmittelbarer Nachbarschaft, wo jetzt „Lederwaren Tiedtke“ zu finden ist. Am 1. Juli 1987 trat Angelika Tiedtke vor 30 Jahren die Nachfolge an. In das jetzige Geschäft mit den größeren Geschäftsräumen, nur eine Tür weiter, zog man im März 2003 um. Am 1. Februar 2009 ging Angelika Tiedtke in den Ruhestand und übergab das Geschäft an ihre Tochter Katja Tiedtke. Gemeinsam mit ihrer Tochter, die schon seit Jahren das Geschäft führt, schauen sie nun stolz auf 30 Jahre „Lederwaren Tiedtke“ zurück.

„Lederwaren Tiedtke“ hat für die Kundschaft ein Vollsortiment mit Damenhandtaschen, Kleinlederwaren, Herrentaschen für Beruf bis Freizeit, Rücksäcke und sportive Taschen, Reisegepäck, Einkaufstrolleys und Regenschirme. Hier erhält man eine ganz individuelle und fachkundige Beratung!

Vor 30 Jahren: Angelika Tiedkte übernahm das Lederwarenfachgeschäft und vergrößerte sich

Angelika Tiedtke ist gelernte Lederwaren-Einzelhandelskauffrau. Sie wohnte schon als junge Frau in Lichtenrade, ging am Lederwarengeschäft in der Bahnhofstraße vorbei und sah, dass eine Verkäuferin gesucht wurde und bekam den Job. Als sie ihre Tochter Katja bekam, hörte sie auf zu arbeiten. Sie sagte damals zum Vorbesitzer Josef Kulla: „Irgendwann komme ich wieder und dann mache ich weiter.“ Und genau so war es dann auch.

Ein silberner Teller zur Geschäftseröffnung am 1. Juli 1987
Auch wenn es etwas gedauert hat, kam Angelika Tiedtke 1987 mit 45 Jahren, als die zwei Kinder groß waren, wieder zurück zu Kulla und übernahm das Geschäft. Lachend erzählt Angelika Tiedtke: „Er hat wirklich solange auf mich gewartet.“
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Dieses Foto entstand im Juni 1988
Nach der Wende hat sie dann noch zwei weitere bekannte Geschäfte von „Handschuh-Porkert“ übernommen. Ein Geschäft südlich von Karstadt in Tempelhof und das vornehmere größere Geschäft in der Kantstraße. Und besonderes in der Kantstraße kamen auch gerne Prominente und Schauspieler einkaufen. In der Zeit fühlte sich Angelika Tiedtke besonders glücklich und im positiven Sinne gefordert.

Besonders wichtig ist für Angelika Tiedtke, dass ihre langjährigen vertrauten Verkäuferinnen Helma Hein und Heidi Garbe erwähnt werden. Diese Erwähnung ist ihr insofern wichtig, weil sie sich um die anderen Geschäfte und um die Einkäufe kümmern musste und zuverlässige Angestellte brauchte. Tochter Katja schwärmt auch von ihrer festen Angestellte Anja Kieffer, die sie heute tatkräftig unterstützt: „Wir sind ein gutes Team!“

Katja Tiedtke lernt Handschuhe lieben und übernimmt das Geschäft

Die jetzige Chefin Katja Tiedtke hat das Gefühl für Lederwaren bei Porkert direkt gelernt.

Stets freundlich: Katja Tiedtke liebt ihre Kundschaft.
Daraufhin angesprochen, ob das auch der Berufswunsch war, erklärt Katja Tiedtke ganz klar: „Nein, überhaupt nicht. Als Kind wollte ich immer Archäologie und Ägyptologie studieren.“ Sie ist gelernte Biologielaborantin und war dann zwischenzeitlich selbständig mit einem Schreib- und Spielwarengeschäft. Sie hatte das zweite Geschäft von Frau Weigel in der Lichtenrader Nahariyastraße übernommen. Als die Mutter dann Handschuh Porkert übernahm, ist die Tochter dort ins Geschäft mit eingestiegen. Sie hat dann vom vorherigen Inhaber Klaus Porkert einen Crashkurs für Handschuhe bekommen. Damals wurden bei Porkert auch selbst Handschuhe gefertigt. Die junge Katja sog alles wie ein wissbegieriger Schwamm auf, was Vorbesitzer Porkert ihr beibrachte. Porkert fragte sie zwei Tage später ab und Katja Tiedtke hatte noch alles parat. Seit der Zeit ist sie die „Handschuhtante“. Heute kann sie neuen Vertretern selbst fachkundige Hinweise rund um Handschuhe geben.

„Damals hat man auch noch Handschuhe getragen. Auch die Herren. Und dann musste es der gute Peccary sein und nichts anderes: gefüttert, ungefüttert, mit Seidenfutter, je nachdem ob für den Übergang oder fürs Autofahren…“ Natürlich kann sie Original und Nachahmer sofort unterscheiden. Diese guten Handschuhe kann man 20 Jahre und länger tragen. Für einen Sciencefiction-Film haben Filmschaffende sogar ganz besonders ausgefallene Handschuhe bei Tiedtkes für damals 15.000 DM gekauft. So etwas weiß Angelika Tiedtke noch sehr genau.

Dann hatte sich die Mode jedoch gewandelt, es wurden nicht mehr die guten Handschuhe getragen. Das Geschäft rentierte sich nicht mehr und wurde aufgegeben. Witzelnd erzählen beiden Frauen, dass in der Kantstraße dann ein Dominastudio einzog. Die Damen des Etablissements haben teilweise die Ware übernommen: „Besonders beliebt waren die langen Lederhandschuhe.“

Im Februar 2009 übernahm Tochter Katja das Geschäft in Lichtenrade. Katja Tiedtke sieht sofort bei den Kunden, welche Handschuhgröße die Kunden brauchen. Ob lange oder kurze Finger, kräftig oder zierliche Hände, die richtige Größe ist schon auf dem ersten Blick garantiert: „Man muss die Kunden erst runterholen von der Hektik: Nehmen sie sich Zeit, das Leder muss warm werden. Es ist eine andere Art der Beratung.“ Auch für den Reporter wurden probeweise sofort die perfekten Handschuhe aus dem großen Sortiment gefischt.

Mag und kennt genau ihre Lichtenrader Kundschaft

Die Erfüllung der Wünsche und zufriedene Kunden liegen Katja Tiedtke am Herzen. Sie kennt genau die Wünsche ihrer Lichtenrader Kundschaft, auch wenn ihr manchmal neue Vertreter was anderes einreden wollen. Das ist auch wichtig, weil sie ihre Ware nicht auf Kommission kauft, sondern direkt bezahlt und dann verkauft. Katja Tiedtke weiß genau, was das Lichtenrader Publikum braucht und mag, ob es die Handtasche für den Alltag oder der Rucksack für den Spaziergang im Feld ist.

Ein besonderer Renner ist der „Lichtenrade-Koffer“ aus der Hauptstadtkoffer-Serie, der das Bahnhofsgebäude mit dem Lichtenrade-Schriftzug zeigt: „Der wird immer wieder gerne als Geschenk gekauft.“ Ausverkauft gibt es bei diesem Hartschalenkoffer nicht, weil der Ersatz ganz schnell wieder im Laden steht. Dies gilt auch für die andere Ware. Auch wenn der Lagerplatz im Geschäft sehr begrenzt ist, kann sie Ware, sollte sie mal ausnahmsweise nicht da sein, schnell bestellen. Übrigens gibt es den Lichtenrade-Koffer in zwei Größen, sowie einen sogenannten Umhänger und einen Rucksack. Das Motiv kann auch jederzeit ausgewechselt werden, was für die Lichtenrade-Fans natürlich gar nicht denkbar ist.
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Heute sind Handtaschen und Reisegepäck die großen Standbeine. Es ist immer eine gute Mischung wichtig. Neben eher normalen und praktischen Dingen braucht sie andererseits auch das Besondere, was die Kundschaft vielleicht mal irgendwo anderes gesehen hat. Katja Tiedtke sucht speziell für die Damen modische Taschen aus Spanien oder Italien. Sie bevorzugt deutsche und europäische Produktionen, die ein Lager in Deutschland haben, damit sie schnell an neue Ware kommt. Sie kauft auch bei einem Berliner Designer, die in kleinen Manufakturen ihre Schätze anfertigen lassen. Auf den Messen sieht Katja Tiedtke zum Beispiel Muster und kann dann sagen, in welchen Muster sie die Ware haben möchte. Entsprechend wird dann produziert. Die Autofahrerhandschuhe aus dem weichen Peccary-Leder werden von einem Dresdner Handschuhmacher gefertigt. Das Sortiment ist wirklich reichhaltig: vom schicken Lederhandschuh, der vornehmen oder alltagsbrauchbare Tasche bis hin zum schicken Einkaufswagen.

Katja Tiedtke geht in ihrem Element auf, wenn Kundschaft kommt. Sehr freundlich und bodenständig berät sie die Kundschaft: „Lederwaren sind nicht wie Brötchen verkaufen. Man muss genau wissen, was im Laden ist. Wenn die Kundschaft fragt, muss man die Details aller Produkte gut kennen.“ Man spürt bei der Beratung, dass die Geschäftsinhaberin Menschen mag. Angelika Tiedtke findet ihre Tochter sehr gut organisiert: „Meine Tochter macht das super!“ Wenn Katja Tiedtke gefragt wird, was sie beruflich macht, sagt sie: „Ich mache Frauen glücklich! Aber ich mache auch viele Herren glücklich.“

Einen interessanten Nebeneffekt hat Katja Tiedtke bei sich festgestellt. Seitdem sie auf Messen einkaufen geht, geht sie sonst nicht mehr shoppen: „Mein Jagdinstinkt ist befriedigt!“

Tiedtke ist ein Teil vom Lichtenrader Netzwerk

Katja Tiedtke bringt sich mit viel Engagement für Lichtenrade ein. Sie arbeitet im Gebietsgremium des Aktiven Zentrums Lichtenrade-Bahnhofstraße für die Händler mit, ist in der Händlerinitiative Bahnhofsstraße und im Vorstand vom Unternehmer-Netzwerk Lichtenrade aktiv.

Katja Tiedtke bei der Eröffnung zum 9. Lichtenrader Kunstfenster am 30.9.2016
Beim Lichtenrader Kunstfenster hat sie ganz aktiv mitgemacht, im eigenen Geschäft Künstler präsentiert und zum Beispiel auch Kontakte für andere Geschäftsleute geknüpft.

Sie wünscht sich für die Bahnhofstraße, dass es für alle eine schönere Aufenthaltsqualität gibt und eine etwas größere Rücksichtnahme. Aus tiefster Überzeugung formuliert sie es so: „Es wäre mal schön, wenn die Leute mal drei Schritte weiter denken. Ein Beispiel ist, dass man nicht an der schmalsten Stelle in der zweiten Spur mal eben so parken sollte.“ Sie wünscht sich bei der Alten Mälzerei, dass es ein Kulturzentrum für Jung und Alt wird.

Sie stellt fest, dass sich in den letzten Jahren schon einiges getan hat: „Es wird viel miteinander gesprochen und die Vernetzung ist deutlich besser geworden.“
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Frau Tiedtke macht immer bei den Aktionen der Bahnhofstraße mit (hier zum "Kein April-Scherz" am 31.3.2017)
Aber Katja Tiedtke kennt auch ein Leben außerhalb der Arbeit und sogar außerhalb von Lichtenrade. Besonders glücklich ist sie, wenn sie mit ihrem zugelaufenen Kater regelmäßig übers Wochenende zum Freund nach Salzgitter fährt.

30 % Rabatt zur Jubiläumsfeier

Am 1. Juli 2017, einen Samstag, will Katja Tiedtke ganz groß feiern und ihre Kundschaft soll mitfeiern. Als größter Clou wird ein 30 %-iger Rabatt auf das gesamte Sortiment gewährt. Natürlich werden dann auch die edlen Handschuhe angeboten. Es wird auch ein Gläschen Sekt gereicht. Und wer die umtriebige Frau Tiedtke kennt weiß, dass sicher auch noch die eine und andere Überraschung zu erwarten seien wird.

Wir freuen uns mit „Lederwaren Tiedtke“ und sagen: Herzlichen Glückwunsch Angelika und Katja Tiedtke!

Thomas Moser

http://www.lederwaren-tiedtke.de

Fotos: Historische Fotos privat; andere Fotos Thomas Moser

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