10 Jahre Interkultureller Blohmgarten in Lichtenrade: Aus Grau mach Grün





Der Blohmgarten in Lichtenrade wurde zehn Jahre alt und feierte dies ausgiebig am 17. August 2019 bei einem prachtvollen Sommerfest. Der erste Hingucker war neben der herrlichen Blütenpracht in diesem Jahr, dass die Lichtenrader Künstlerin Sylvia Zeeck etliche ihrer Kunstwerke schön im Garten platzierte und auch ein Kunstwerk verkaufen konnte.

Stadtrat Oliver Schworck hier mit Marlies Königsberg (Unternehmer-Initiative Tempelhofer Damm, die kürzlich das 5-jährge Jubiläum feierten) im Gespräch
Von der Eröffnungsrede vom Stadtrat Oliver Schworck (SPD) waren viele Beteiligte begeistert, zumal er auch noch weitere Jahre für eine Nutzung in Aussicht stellte. Erst kürzlich wurde ein fünfjähriger Verlängerungsvertrag für den Interkulturellen Garten unterschrieben. Nun stehen mindestens weitere 5 Jahre oder sogar noch mehr im Raum. Eine längere Planungssicherheit ist für die Gärtnergemeinschaft und für den Betreiber, das Nachbarschaftszentrum NUSZ der ufaFabrik, besonders für die geplanten nachhaltigen Investitionen sehr wichtig. Die Geschäftsführerin Renate Wilkening war jedoch schon erfreut, dass jetzt zumindest insgesamt weitere 10 Jahre gesichert zu sein scheinen. Diese Freude übertrug sich auch auf die Gärtnerinnen und Gärtner, die sicher das Bezirksamt gerne weiterhin als Vertragspartner an ihrer Seite sehen.

Stadtrat Oliver Schworck schrieb gleich in den sozialen Medien: „Großartig: 10 Jahre Blohmgarten! Als Renate Wilkening vom NuSZ und ich vor 10 Jahren den Nutzungsvertrag unterschrieben hatten, hofften wir, dass es sich gut entwickeln wird. Es ist noch besser geworden, wir wollen diese Einrichtung nicht mehr missen. Danke an alle Engagierten, die mit viel Liebe die Gemeinschaft pflegen. Einer weiteren langjährigen Überlassung sollte damit nichts im Wege stehen, damit weitere Investitionen möglich sind.“ Von der ufaFabrik waren noch viele weitere Verantwortliche zum Jubiläum gekommen: Juppy, Sigrid Zwicker und die Verantwortlichen für den Blohmgarten Heidi Simbritzki-Schwarz und Hinrich Scheffen.

V.lks.n.re.: Bundestagsabgeordnete Renate Künast (MdB), Martina Zander-Rade und re. mit dem Fraktionsvorsitzenden Rainer Penk; im Gespräch mit Hinrich Scheffen (NuSZ/Blohmgarten/2.v.re.)
Gesichtet wurde auch eine starke Fraktion der Grünen. Die Bundestagsabgeordnete Renate Künast kennt den Interkulturellen Garten schon von früheren Veranstaltungen. Aus dem Bezirk kamen von den Grünen der Fraktionsvorsitzende Rainer Penk und Martina Zander-Rade. Gesichtet wurde beim Rundgang auch von der bezirklichen CDU-Fraktion Christian Zander.


Wolfgang Spranger vom Volkspark Lichtenrade und Juppy von der ufaFabrik
Wolfgang Spranger vom Volkspark Lichtenrade durfte natürlich auch nicht fehlen. Von der Unternehmer-Initiative Tempelhofer Damm war auch die Presseverantwortliche Marlies Königsberg dabei.

Für reichlich musikalische und sonstige Unterhaltung und Essen war gesorgt. Besonders erfreulich war, dass bei dieser Blohmgartenveranstaltung nun auch leckere Bio-Würstchen und Brötchen aus der ufaFabrik am Start waren.

Ein gelungenes gut besuchtes Fest. Herzlichen Glückwunsch für den Blohmgarten zum 10-jährigen Jubiläum. Mögen es mindestens (!) weitere 10 Jahre werden!

Thomas Moser

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Ein prachtvolles Tomatenfeld, sogar mit schwarzen Tomaten...

Vor zehn Jahren… und heute

Am Anfang stand die Idee: Nach dem Vorbild der Community Gardens in Amerika wurde in den 1990ern in Wuppertal die Stiftung Interkultur gegründet. Ziel war und ist es, brachliegende Flächen in Städten und Gemeinden Hobbygärtnern zur Bewirtschaftung zur Verfügung zu stellen. So auch in Berlin.

Nach jahrelanger Vorarbeit der Bürgerinitiative „Rettet die Marienfelder Feldmark“ war es am 30. Juni 2009 soweit, dass der Tempelhof-Schöneberger Umweltstadtrat Oliver Schworck (SPD) und die Geschäftsführerin des Nachbarschafts- und Selbsthilfezentrums in der ufaFabrik e.V., Renate Wilkening, einen zehnjährigen kostenfreien Pachtvertrag für das Grundstück in der Blohmstraße unterzeichnen konnten.

Auf gut 5.000 m² probierte sich fortan eine interkulturelle und generationenverbindende Gemeinschaft von fleißigen Gärtnerinnen und Gärtnern aus. Zurzeit stehen 38 Beete a 20 m² und neun Hochbeete á zwei m² den aktiven Gärtnern und Gärtnerinnen zwischen Anfang 20 bis Ende 70 zur Verfügung. Mal als Einzelperson und mal als Familie mit zwei Kindern tummeln sich rund 80 Teilnehmer/innen bei den regel-mäßigen Gemeinschaftsarbeiten auf dem Gelände. Bei diversen Veranstaltungen auf dem Gelände wie Frühlingsfesten, Sommerfeste, Erntefesten und beim langen Tag der StadtNatur kamen in den letzten zehn Jahren über 5.000 kleine und große Besucher in den Blohmgarten, um sich hier wohlzufühlen und auszutauschen.

Bis es jedoch soweit war, mussten viele Probleme gelöst werden. Zuerst ging es dem Wildwuchs, ein bis zu zwei Meter hoher Dschungel, an den Kragen. Ein Heer freiwilliger Helfer riss Stück für Stück die Pflanzen heraus. Das dauerte ein Jahr.

Das nächste Problem war: Kein Wasser und kein Strom auf dem Gelände. Finanziell ausgeschlossen: der Anschluss an die städtische Wasser- und Strom-versorgung wegen unbezahlbarer Kosten. Die Lösung: einen Grundwasser-Brunnen bohren und einen Stromgenerator anschaffen. Wie? Ganz einfach: mit dem Fernsehen. Der rbb hilft sozialen Projekten mit seiner Aktion „96 Stunden“. So auch hier im Blohm-garten. Wer diese turbulente Woche miterlebt hat, wird sie niemals vergessen. Ergebnis: ein Brunnen, ein Weg, ein Gartenhaus, das in den folgenden Monaten mit zwei hervorragend funktionierenden Toiletten von einem Gärtner ausgestattet wurde. Nach diesen ersten drei aufregenden Jahren entwickelte sich der Garten schnell zu der heutigen Pracht: Neben den Einzelbeete mit reichen Erträgen, sind auch das Kita-Projekt „Vom Acker auf den Tisch“, wesens-gemäße Bienenhaltung als syrisch-deutsche Kooperation und eine Streuobst-Wiese mit Insekten-freundlicher Wildpflanzung entstanden.

Auch für die Zukunft gibt es Pläne: eine Photovoltaik-Anlage auf dem Gartenhaus zur umweltfreundlichen Stromgewinnung und vielleicht ein energieeffizientes Strohballen-Haus zur ganzjährigen Nutzung. Es bleibt spannend, wie sich der Blohmgarten weiter entwickeln wird. Gerade wurde der Pachtvertrag um weitere fünf Jahre bis 2024 mit dem Bezirksamt Tempelhof-Schöneberg verlängert.

Und dass alles wurde am 17. August 2019 bei einem Sommerfest in der Lichtenrader Blohmstraße 71 ausgiebig gefeiert.
https://nusz.de/aktiv-im-stadtteil/blohmgarten/

ALLE FOTOS Thomas Moser

Ältere Berichte in der Lichtenrader Internetzeitung:

Frühlingsfest im Mai 2016 im Blohmgarten: https://www.lichtenrade-berlin.de/25-blog/blog2016/279-sommerfest-im-blohmgarten-ein-schoener-jahresabschluss

Lange Tag der Stadtnatur (Juni 2013) im Blohmgarten: https://www.lichtenrade-berlin.de/25-blog/blog2016/442-der-lange-tag-der-stadtnatur-2013-war-ein-voller-erfolg


 

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