1979 – 2019: Vier Jahrzehnte Sucht- und Kinderhilfe für Stadt und Region

Es begann im Juli 1979 auf dem parkähnlichen Grundstück eines ehemaligen Jugendheims in der Mozartstraße in Lichtenrade. Eine kleine Gruppe Drogenabhängiger startete mit drei Betreuungspersonen ihren Weg aus der Sucht. Vier Jahrzehnte später ist daraus der Tannenhof Berlin-Brandenburg geworden: Ein sozialen Träger mit über 300 Mitarbeiter(inne)n, die rund 470 stationäre Therapie- und Betreuungsplätze sowie jährlich fast 9.000 ambulante Therapieeinheiten anbieten. Am 22. März 2019 wurde dem Träger mit viel Fach- und politischer Prominenz in einem Festakt gratuliert.
Am 22. März 1979 fand die Gründungsversammlung des Vereins "Drogenhilfe Tübingen in Berlin", wie der heutige Tannenhof Berlin-Brandenburg damals noch hieß, statt. Wenige Monate später (im Juli 1979) zog dann die erste therapeutische Gemeinschaft auf besagtes Gelände namens „Tannenhof“. Auf den Tag genau 40 Jahre nach der offiziellen Gründung wurde zur großen Festveranstaltung geladen.
Die Grußworte und Vorträge spiegelten die Vielfalt der Arbeit des Trägers in den vergangenen vier Jahrzehnten wieder: Neben dem Regierenden Bürgermeister Michael Müller haben der langjährige Berliner Drogenbeauftragte Wolfgang Penkert, Klaus Wowereit als ehemaliger Bezirksstadtrat und Regierender Bürgermeister und auch Prof. Barbara John, Vorstandsvorsitzende des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes Berlin, die Bedeutung des Trägers für das Hilfesystem der Stadt hervorgehoben. Die Würdigung der Historie sowie der Blick in die Zukunft erfolgte durch Dr. Bert Flemming als Vorstandsvorsitzenden des Tannenhof Berlin-Brandenburg e.V. sowie von den beiden Geschäftsführerinnen Manuela Schulze und Babett Schott.
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Dr. Bert Flemming schneidet die Torte vom Küchenchef Daniel Schade an. Links daneben die Geschäftsführerinnen Manuela Schulze und Babett Schott.

Neben dem Regierenden Bürgermeister Michael Müller (Mitte) gratuliert auch Klaus Wowereit (re) und Wolfgang Penkert (lks).

Dr. Bert Flemming mit Klaus Wowereit

Michael Müller gratuliert!

Neben Klaus Wowereit gratuliert auch die Bezirksbürgermeisterin von Tempelhof-Schöneberg Angelika Schöttler.
Alle Fotos vom Festakt sind vom Träger Tannenhof Berlin-Brandenburg. Alle anderen Fotos sind von Thomas Moser.

Die Festveranstaltung „40 Jahre Tannenhof Berlin-Brandenburg“ famd im Festsaal Centre Monbijou statt.

1979 – 2019

40 Jahre Tannenhof – 4 Jahrzehnte Sucht-, Kinder- und Jugendhilfe

Als offizieller Geburtstag gilt beim Tannenhof Berlin-Brandenburg der 22. März 1979 – dem Datum der Gründungsversammlung Vereins "Drogenhilfe Tübingen in Berlin e. V.", wie der Träger früher noch hieß. Wenige Monate später – nämlich im Juli 1979 – zog dann die erste Therapeutische Gemeinschaft in und auf ein Gelände namens „Tannenhof“ in Berlin-Lichtenrade. Dieser Ort mit seiner ganz eigener Geschichte wurde sowohl Namensgeber für das dortige Therapiezentrum „Der Tannenhof“, als auch später für den Gesamtträger, wie er heute firmiert: Tannenhof Berlin-Brandenburg.

Für jedes der 4 Jahrzehnte lassen sich gleich mehrere Meilensteine benennen:

1982 wurde erstmalig eine suchtkranke Mutter mit ihrem Kind im Tannenhof aufgenommen. Heute ist die Mitaufnahme von Kindern im „Kinderhaus Tannenhof“ auf dem gleichen Gelände wie das Therapie-Haupthaus eine der Besonderheiten des Trägers.

1983 wird der Ausbildungsbereich für ehemals Süchtige gestartet, zunächst mit der Lehrausbildung für Bürokräfte und Schlosser. Später kommen Gärtner, Köche und Gesundheitskaufleute hinzu, aktuell bildet der Tannenhof Berlin-Brandenburg Büromanagement und Garten-Landschaftsbauer aus.

1988 gründet sich die „Tannenhof-Schule“, in der zunächst für eine Handvoll Ehemalige Vorbereitungskurse zum Nachholen von Haupt- und Realschulabschlüssen angeboten werden. Inzwischen wird die Schule von rund 75 jungen Menschen pro Schuljahr besucht und darf selber die Prüfungen für drei staatlich anerkannte Schulabschlüsse (Berufsbildungsreife, erweiterte Berufsbildungsreife, Mittlerer Schulabschluss) abnehmen.

Im selben Jahr gibt es im Angebot des Vereins erstmalig eine Nachsorge-Wohnung und das Betreute Wohnen in Berlin nimmt seinen Anfang.

Nach der Übernahme des „Landhaus Oppenheim“ 1990 als 2. Therapiezentrum sowie des „Jägerhof“ 1992 als Adaptionshaus, eröffnet der Träger 1993 erstmalig ein Standort in Brandenburg: Im „Haus Schönbirken“ unweit von Neuruppin wird mit der Alkoholentwöhnungsbehandlung begonnen.

Nächste Schritte in Brandenburg: 1994 Einrichtung der Suchtberatung Königs Wusterhausen im Auftrag des Landkreises, 1995 Eröffnung der Integrierten Suchtberatung Neuruppin. Inzwischen gehören die Suchtberatungen in Wildau (nach dem Umzug aus Königs Wusterhausen), Neuruppin, Cottbus und Forst zum Netzwerk des Tannenhof Berlin-Brandenburg.

Anfang der 1990er Jahre hat sich auch das Betätigungsfeld des Vereins deutlich erweitert und nicht mehr nur Kinder aus Suchtfamilien, sondern auch aus „schwierigen sozialen Verhältnissen“ werden begleitet. In Zusammenarbeit mit dem Jugendamt Tempelhof-Schöneberg werden zwischen 1992 und 1995 die ersten beiden „Kinder-Tagesgruppen Lichtenrade“ geschaffen.

Auch die Angebote in der Adaptionsphase werden in dieser Zeit umfangreicher, denn 1994 wird das Adaptionshaus in Neuruppin, 1997 das in Berlin eröffnet. Menschen erhalten so erstmalig im Tannenhof-Netzwerk die Möglichkeit, nach einer stationären oder ambulanten Therapie in geschütztem Umfeld weiter zu wohnen.

Ein Jahr nach dem Millennium-Wechsel wird erstmalig ein Therapiekonzept umgesetzt, welches nicht mehr nur stationär funktioniert: 2001 geht in Berlin-Wilmersdorf „Die Tagesklinik Sucht“ für sogenannte ganztägig-ambulante Rehabilitanden an den Start.

Wenn die Arbeit mit Kindern aus schwierigen sozialen Verhältnissen das Ziel hat, sie wieder vollständig im familiären Umfeld und in der Regelschule zu integrieren, dann müssen diese auch dazu herangeführt werden. Dies erkennen das Jugendamt in Tempelhof-Schöneberg und der Tannenhof Berlin-Brandenburg und schaffen 2004 die Beschulung in Kleinstklassen in den Tannenhof-Tagesgruppen.

In Brandenburg arbeitet der Träger ab 2005 verstärkt in der Flächenversorgung. Er ist ab dem Jahr in 5 Brandenburger Landkreisen für die Fachstelle für überregionale Suchtprävention zuständig.

2009 wird mit der Schließung des „Landhaus Oppenheim“ gleichzeitig eines der modernsten, innerstädtischen Suchtreha-Zentren an den Start gebracht. „Die Pfalzburger“ öffnet ihre Tore, die Oppenheim-Rehabilitanden ziehen dorthin um.

Zu der bestehenden Tagesbetreuung von Kindern aus schwierigen sozialen Verhältnissen kommt 2011 die erste stationäre Wohngruppe, das „Haus auf dem Hügel“ hinzu, die ebenfalls in Berlin-Lichtenrade beheimatet ist.

2015 ist ein eher organisatorischer Meilenstein, denn neben dem weiter bestehenden Verein Tannenhof Berlin-Brandenburg wird die gleichnamige gemeinnützige GmbH gegründet und alle zu dieser gehören zukünftig alle Reha-Angebote. Im Tannenhof Berlin-Brandenburg e.V. – welcher 100%iger Gesellschafter der gGmbH ist – verbleiben die Kinderhilfen, die Tannenhof-Schule und der Bereich Prävention und Fortbildung.

Das 4. Jahrzehnt des Trägers mündet 2016 in die Leitungsübergabe vom langjährigen Geschäftsführer Horst Brömer an Babett Schott (davor Leitung der Tages- und Wohngruppen für Kinder) für den e.V. und Manuela Schulze (davor Therapeutische Leitung Zentrum 1/Der Tannenhof).

Auch wenn 2018 mit der Einrichtung einer Erziehungswohngruppe für die dauerhafte Betreuung von Kindern noch mal eine kleinere Angebotserweiterung erfolgt, wird 2016 bis 2018 eine Konsolidierung der Träger-Arbeit in den Fokus genommen.

Das Jahr 2019 steht nun natürlich ganz im Zeichen des 40jährigen Jubiläums.

www.tannenhof.de

Alle Fotos vom Festakt sind vom Träger Tannenhof Berlin-Brandenburg. Alle anderen Fotos sind von Thomas Moser.

Historisches zum Gebäude und zum Grundstück in der Lichtenrade-Website: https://www.lichtenrade-berlin.de/historisch-tannenhof

Weitere Berichte: In der Lichtenrade-Internetzeitung www.lichtenrade-berlin.de bei SUCHEN „Tannenhof“ eingeben!


 

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