Eine „Lichtenrader Prägung“ beschreibt keine besondere Genetik von Lichtenrader Bürgern! Na ja, hier fiel dem Autoren auch kein besserer Vergleich ein. Aber im Ernst, die „Lichtenrader Prägung“ gibt es tatsächlich.

Der Berliner Ortsteil Lichtenrade ist bei den Numismatikern, oder einfacher gesagt bei Münzsammlern bzw. Experten, zumindest seit 1976 bekannt. Es geht um die sogenannte „Lichtenrader Prägung“. So wird eine Fehlprägung einer Münze bezeichnet. Wenn sich bei der Herstellung von Münzen irrtümlich in der Münzpresse keine Rohling befindet, wird das Motiv der Vorder- und Rückseite gegenseitig in die Prägestempel gedrückt. Dabei kann es vorkommen, dass sich die beiden Seiten der Münzpresse gegenseitig beeinflussen. Bei nachfolgenden korrekten Prägungen ist die jeweils andere Motivseite schemenhaft auf der Münze zu erkennen. Lichtenrader Prägungen sind bei Numismatikern gesuchte Sammelobjekte.
Lichtenrader Praegung 5DM1975G
Foto von Martin Schmieder, Stuttgart, via Wikimedia Commons

Der Begriff der Lichtenrader Prägungen entstand in Deutschland 1976, nachdem eine Reihe von 5-D-Mark-Münzen in Umlauf kam und die Fehlprägung in einer Volksbank in Lichtenrade in Berlin auffiel.
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Die Lichtenrader Volksbank in der Bahnhofstraße (Foto Thomas Moser)
Seither sind solche Fehlprägungen als „Lichtenrader Prägungen“ bekannt. Zunächst hielten die Angestellten der Volksbank die 5 DM Stücke für Fälschungen und es gab viel Aufsehen in der Presse. Bei diesen Münzen aus dem Jahr 1975, die 1976 in Berlin auffielen, handelte es sich um Münzen, die in Karlsruhe geprägt worden waren.

Auf der Seite, auf der die große Fünf zu sehen ist, waren Spuren des Adlers zu erkennen, der sich auf der Rückseite der 5-D-Mark-Münze befindet. Seither werden alle Münzen mit einer ähnlich gearteten Fehlprägung als Lichtenrader Prägungen bezeichnet (Quellen u.a. Wikipedia).

Die Redaktion bedankt sich für diesen Hinweis aus der Leserschaft. ToM