Der „Salon Hermione“, genannt nach der bekannten Lichtenraderin Hermione von Preuschen (1854 – 1918), soll für Stadtrandbewohnerinnen und Bewohnern ein geselliger Ort für Information, Kennenlernen, Austausch und Diskussion sein. So beschreibt es Gerhard Moses Heß, der für seine vielen Kinder-, Kunst- und Geschichtsaktivitäten besonders im Lichtenrader LorztingClub bekannt ist: „Bei Kaffee und Kuchen und mit Musik und Poesie werden brennende wie erfrischende Themen aufgreifen.“ Weiter erzählt Heß: „Wir wollen über Geschichte und Gegenwart Lichtenrades informieren und zeigen, dass Lichtenrade kein verschlafener, langweiliger Ort ist, der nur viel Grün und Ruhe bietet. Es gab hier tolle Menschen, von denen wir erzählen wollen, es gibt hier viele interessante Menschen, die wir vorstellen wollen, und es gibt hier spannende Orte.“
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Zur Namensgeberin des Salons

Benannt haben wir den Salon nach Hermione von Preuschen (1854 - 1918), einer Malerin, Dichterin, Weltreisenden und Frauenrechtlerin, die ihre letzten 10 Lebensjahre in Lichtenrade verbrachte, hier ihre Bilder ausstellte und durch große Feste neues Leben in den verschlafenen Ort brachte.

Furore machte Hermione durch ein Gemälde, das den König als Totengerippe in vollem Ornat abbildete – es durfte bei der Berliner Kunstausstellung nicht gezeigt werden, sie organisierte daraufhin selbst seine Ausstellung – was ihr einen Prozess wegen Majestätsbeleidigung einbrachte.

Am 2. Oktober 2009 wurde feierlich eine Grünanlage beziehungsweise in Platz in Lichtenrade nach der Künstlerin benannt.

Weitere Informationen findet man in der Lichtenrader Website: http://www.lichtenrade-berlin.de/persoenlichkeiten/kuenstler/persoenlichkeiten-hermione-von-preuschen

Rehabilitierung eines vergessenen Widerstandskämpfers

Gerhard Heß berichtet über den 2. Salon Hermione: Einer der erinnernswerten Menschen, die in Lichtenrade gelebt haben, war Erwin Gehrts. Der 2. Salon Hermione am 18. Februar 2018 war ihm gewidmet und es kamen ungeahnt viele Menschen. Erwin Gehrts war der einzige Widerstandskämpfer Lichtenrades und ist jahrzehntelang als "Spion und Landesverräter" diffamiert und totgeschwiegen worden - fast 70 Jahre mussten seine Angehörigen auf seine Rehabilitierung warten, und noch immer gibt es außer einem Stolperstein keinerlei Ehrung für ihn in unserem Bezirk!

Zu seinem 75. Todestag haben Mitglieder der Geschichtswerkstatt Lichtenrade aufgrund neuer Recherchen über Erwin Gehrts berichtet, und wir haben mit Befremden erfahren, dass es bis heute in Lichtenrade keinerlei öffentliche Ehrung für diesen Mann gibt, der Mitglied der Bekennenden Kirche war und aufgrund seiner Einsicht in die verbrecherische Kriegsvorbereitung als hoher Offizier im Reichsluftfahrministerium sich zum Widerstand gegen das Naziregime durchgerungen hat.

Sehr bewegt hat die Teilnehmer der Auftritt der fast 90jährigen Lichtenrader Zeitzeugin Margit Siebner , die berichtete, wie ihr jüdischer Vater ins KZ Buchenwald verschleppt wurde, als sie 11 Jahre alt war, und wie sie als 17jährige der Verfolgung nur durch die Hilfe eines Fabrikbesitzers entgehen konnte, der sie versteckte.

Der 3. Salon am 11. März 2018 (Sonntag) um 15 Uhr im LortzingClub wird anlässlich vom Frauenmärz die Lichtenrader Altentheatergruppe "Fallobst" vorstellen. ToM

Bericht über Gerhard Moses Heß: http://www.lichtenrade-berlin.de/25-blog/blog2016/467-gerhard-moses-hess-der-lichtenrader-tausendsassa-in-sachen-kultur

Fotos: Carola Thiede
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