Auch in diesem Jahr feierte der Britzer Garten den (fast) längsten Tag des Jahres mit einem unterhaltsamen Sonnenwendkulturabend, der von einem Höhenfeuerwerk gekrönt wurde. Rund um den „Großen See“ im Britzer Garten gruppietren sich Kunst- und Kulturdarbie­tungen.
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Poppige und unterhaltsame Musik gab es den ganzen Abend über auf der See­bühne mit „The Beez“ und „Di grine Kuzine“. Der Festplatz am See wurde vom Duo Dolak mit finnischem Tango und französischen Muzetten bespielt.
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An der großen Spiel- und Liegewiese brachten „Schrebers Erben“ mit artistischen und komödiantischen Einlagen das Publikum zum Staunen. Das Ensemble Kechio musizierte und tanzte dort temperamentvoll den Flamenco.
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Auf einem Boot am Kalenderplatz wurde der italienische Sommer lebendig und von einem Bassbarriton entzückt besungen. Das Trio La bella musica sorgte mit Mandolinenklängen aus Napoli für dolce vita am Steg des Kalenderplatzes.
Die Besucher trafen auf den Wegen auch Wassergeister, sommerliche Waldwesen und sich liebende Pantomimen.
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Am Abend wurde der „Große See“ auf eine besondere Weise in den Mittelpunkt gerückt. Gegen 22.45 Uhr startete ein musikalisches Höhenfeuerwerk, das sich im Glanz des Wassers vielfach spiegelte.

Fotos: Thomas Moser -BerLi-Press-


 

Berlin-Tempelhof, 16. Juni 2011 Die alternative Kulturstätte ufa-FABRIK ist ein kunterbunter Lebensraum, der vor 32 Jahren entstanden ist. Von den friedlichen Grundstücksbesetzern zu einem engagierten Kulturbetrieb, das war ein langer Weg. Nun wurde eine neue Sommerspielstätte eingeweiht. Das alte Dach war morsch und löchrig und hatte ausgedient. Nun steht ein größeres wunderschönes Zelt für die vielen Sommeraktivitäten zur Verfügung. Regen und Sturm kann den Besuchern der ufa-FABRIK nichts mehr anhaben! Heute fand die feierliche Eröffnung der Sommerbühne statt.
Multikulturimpresario Juppy moderierte die Auftaktveranstaltung und wurde dabei den ganzen Abend musikalisch von Terra Brasilis, ein Ur-Gewächs der ufa-FABRIK, und den kambodschanischen Musikerfreunden Sony Thet und Kheav Sothan unterstützt. Eine wunderbare Kombination von klassischer Musik mit exotischen Wurzeln und gefühlvoll temperamentvoller Samba-Trommel-Begleitung!
Juppy sprach von der ufa-FABRIK als „Land der begrenzten Unmöglichkeiten.“
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Der ufa-FABRIK-Mitbegründer Rudolf Brünger, sonst eher im Hintergrund, ist für die Umbauten die treibende Kraft. Brünger erzählt, dass weitere umfangreiche Baumaßnahmen die ufa-FABRIK noch bis zum Ende des Jahres als Großbaustelle erscheinen lassen werden. Gleich neben dem Sommerzelt wird der große Saal umgebaut und die Räumlichkeiten erweitert und modernisiert. Den Millionenbetrag konnte die ufa-FABRIK nur mit kräftiger Unterstützung stemmen. So waren die EU- und Lottomittel die wichtigsten Quellen für das Großvorhaben der Kulturfabrik.
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Die wichtigsten Unterstützer des ufa-FABRIK-Lebensraumes haben sich als Festredner angesagt. Der Vorsitzende des Vorstandes der Stiftung Zukunft Berlin, Senator a.D. Volker Hassemer, hat die Entwicklung dieses „wunderbaren ökologischen Gewächses“ von Anfang an verfolgt. Seine Festrede wurde eine schelmisch hintersinnige und philosophische Betrachtung von den „Unkraut-Anfängen“ der ufa-FABRIK, die dann als „Spontanvegetation“ eine ganz andere Bedeutung bekam, hin zum heutigen Kulturbetrieb. Die Beschreibung der botanischen Entwicklung konnte man auch gut auf die Altbarden der FABRIK ummünzen. Den Neu-ufa-FABRIKlern wurden so einige Dinge mit auf den zukünftigen Weg gegeben. Der freundliche Unterstützer des Kulturbetriebes, der Staatssekretär für Kulturelle Angelegenheiten André Schmitz, konnte dann seine Dankesworte kurz und „knackig“ halten. Selbst das etablierte Goetheinstitut dankte für die gute Zusammenarbeit in ausländischen Projekten mit dem Kindercircus. Der Kindercircus, der an diesem Ort auch seine Heimstatt hat, feiert Anfang September das 25. Berliner Kinder-Circus-Festival.
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So präsentierten die Kids und Jugendlichen ihr beeindruckendes Können gleich auf der Bühne. Kunstvolle Akrobatik der „Rapsody in green“, weit weg von den oftmals gesehen Kinderdarbietungen, präsentiert Teile ihres Programms.
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Die „Malos“ zeigten ein frisches buntes Jonglagetreiben, wo Bälle, Äpfel, Ringe und Keulen durch die Lüfte flogen. Mit weiblicher Unterstützung sang Juppy einen eigenen Song für den Nachwuchs: „Das ist die Zukunft!“
Katharina Joumana und ihr Ensemble zeigten temperamentvollen vibrierenden Bauchtanz von besonderer Güte. Das Publikum in der neuen Arena war begeistert von den kunstvollen Darbietungen. Der Komiker und Entertainer Jojo Weiß, auch ein Freund des Hauses, gab einen komischen Überblick über die Baumaßnahmen und intonierte mit seiner Handtrompete „My Way.“ Auf der ufa-FABRIK-Sommerbühne ist der internationale Künstler in Kürze mit den „Lovely Bastards“ -Circus Remmi Demmi- mit dem Programm „Männer, Tiere, Attraktionen" zu sehen (22.6. bis 9.7.2011).
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Zum Schlussbild hauchte ein junger Sänger dem legendären Rio-Reiser-Song „Mein Name ist Mensch“, zusammen mit den Trommlern von Terra Brasils, neues Leben ein.
Die Zukunft macht in der ufa-FABRIK keinen Halt! Das „Unkraut“ hat sich zur wunderbaren bunten Wiese mit den schönsten Blumen entwickelt und ist dabei immer authentisch geblieben. Der ufa-FABRIK weiterhin alles Gute!

Thomas Moser (auch Fotos)-BerLi-Press (www.berli-press.de)

www.ufafabrik.de


 

Ein Fest der Superlative bringt Leben ins Rathaus Schöneberg

Berlin-Schöneberg, 29. August 2010 Im Rathaus Schöneberg wird gefeiert! Was der Bezirk Tempelhof-Schöneberg, der Schwerpunkt lag vor der Bezirksfusion in Schöneberg, in 20 Jahren dezentraler Kulturarbeit aufgebaut hat, sollte nun in einer überwältigenden zentralen Kulturaktion präsentiert werden. Treffend titelte vor 20 Jahren eine Berliner Zeitung: „Wenig Geld, dafür aber viel Elan!“

Cristine Crecelius und Frank Dittmer waren in Schöneberg die ersten sogenannten „Kulturarbeiter“, die sich fortan darum bemühten ein vielfältiges Kulturangebot zu fördern und damit ein dezentrales Angebot für die Menschen im Bezirk zu schaffen. Bis heute hat es sich nicht verändert, dass nur mit viel Kraft, Engagement und einem gut funktionierenden Netzwerk Kulturarbeit im Bezirk überhaupt lebensfähig ist. Ute Knarr-Herriger ist nunmehr die neue Powerfrau an der Spitze der Dezentralen Kulturarbeit. Sie bringt reichhaltige Kontakte mit und sprüht nur so vor Schaffenskraft und Liebe für Ihre Arbeit. Ute Knarr-Herriger ist es gelungen, eine erstklassig abwechslungsreiche Veranstaltung ins Rathaus Schöneberg zu zaubern.
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Wie es sich aber bei so einem Anlass gehört, machten auch Ehrengäste der Veranstaltung, die über fünf Stunden ging, ihre Aufwartung. Die Journalistin Petra Schwarz moderierte die Eröffnung und begrüße Frau Prof. Monika Grütters (MdB, Vorsitzende des Kulturausschusses des Deutschen Bundestages). Die Grußworte von Grütters waren dann wohl auch für den anwesenden Kulturstadtrat Dieter Hapel (CDU) eine Wohltat: „Es ist doch auch mal schön, soviel positives von der Bundesebene zu hören!“ Hapel begrüßte den Vorsitzenden der BVV Tempelhof-Schöneberg Herrn Rainer Kotecki (CDU) und Thomas Schleußner-Schwarz, der sich als Sprecher des Kulturbeirates Tempelhof-Schöneberg auch bei den vielen engagierten Menschen im Bezirksamt bedankte.
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Mit einem fulminanten Einstieg eröffnete das Sinfonie Orchester Schöneberg unter Leitung von Stanley Dodds den Abend. Die Solistin Sevimbike Elibay und das Orchester konnten mit Teilen des 1. Klavierkonzertes von Johannes Brahms den Nachmittag feierlich einläuten. Auf dem Programm standen viele spannende Momente aus den Bereichen Musik, Tanz, Film, Fotografie, Theater und Literatur. Im Foyer, im Paternoster oder hoch oben im berühmten Glockenturm: Künstler und Politiker aus dem Bezirk haben das Publikum an diesem Tag mit einmaligen Aktionen überrascht und unterhalten. So begeisterten in der Promi-Lesung in der ehrwürdigen und etwas verstaubten Verwaltungsbücherei Dieter Hapel, der Bezirksbürgermeister Ekkehard Band (SPD), Dr. Sybill Klotz (Bündnis 90/Die Grünen), der Fotograf Robert Lebeck, der auch Willy Brandt und Romy Schneider ins richtige Licht gesetzt hat, und Juppi aus der ufa-Fabrik.
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Es war überall und immer etwas los. Wer alles mitbekommen wollte, hätte sich gerne an mehrere Orte gleichzeitig gebeamt.
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Der Saxofonist und Komponist Gert Anklam gab Solokonzerte im geschichtsträchtigen Glockenturm des Rathauses Schöneberg, wo die Freiheitsglocke genau im Oktober vor 60 Jahren das erste Mal ertönte. Eine frisch produzierte Klanginstallation von Thomas Gerwin war zu hören, im Paternoster wurde experimenteller Gesang vom Performance-Chor und Rebecca Uhlig gespielt.
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Die „dienstältesten Hausmeister“ des Rathauses Schöneberg, die Schauspieler Klaus Sommerfeld und Hannes Hohgräve, boten einige etwas anders geartete Führungen durch die heiligen Hallen des Rathauses. Im Foyer überraschte der Jodelchor „Urban Yodelling“; Kammermusik, Tanz und Theater wechselten sich halbstündlich ab und begeisterten die vielen Gäste der Veranstaltung. Die Portraitzeichnerin Marina Prüfer, Pressezeichnerei im Kriminalgericht Moabit, präsentierte ihre Kunst, Seifenblasen verzauberten am Rande der Veranstaltung und das lyrische Fingerpuppentheater mit Suse Klemm konnte auch ohne Worte mit leisen Tönen Aufmerksamkeit an sich ziehen. Der Akazienchor, die Kronjuwelen und andere Künstler brachten Leben in den Theodor Heuss Saal.
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ufa-Fabrik-Leckereien für das laibliche Wohl

So wundervolle Kunst und Kultur, in so geballter Form, ist etwas ganz Besonderes! Herzlichen Glückwunsch der Dezentralen Kulturarbeit in Tempelhof-Schöneberg!

Thomas Moser –BerLi-Press -auch alle Fotos_ (www.berli-press.de)

 

Die erfolgreiche Sonderausstellung in der Erinnerungsstätte Notaufnahmelager Marienfelde „Mit der S-Bahn in den Westen“ endete Ende März 2010 mit einer gelungenen Finissage, die von besonderen Theaterszenen gerahmt war, die sich auf Zeitzeugenberichten, Zeitungsartikel, Polizeiprotokollen, Dienstanweisungen und anderen historischen Dokumenten stützten.
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Die Sonderausstellung begeisterte mit einer Führung auch am letzten Tag die Besucher. Die Ausstellungskonzeption der Kuratorinnen Claudia Rücker und Andrea Szatmary, sowie die ansprechende Gestaltung durch Jürgen Freter, überzeugte die Gäste der Ausstellung. Einige Besucher des letzten Tages der Sonderausstellung hatten eigene Erinnerungen an das Notaufnahmelager Marienfelde und auch an das besondere Gefühl der S-Bahn in der der geteilten Stadt Berlin erlebt.
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Die Theaterszenen wurden extra für die Vernissage und Finisage nur aus authentischen Material zusammengetragen. Die Schauspielerinnen Saskia Kästner, Lale Weisshaar und der Schauspieler Frank Roder setzten Stimmungen und das Gefühl der Zeit wundervoll um.
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Sie erzählten von spektakulären Fluchtgeschichten und Erinnerungen von S-Bahnmitarbeitern.
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Besonders anschaulich erzählt die Schauspielerin Saskia Kästner über die Flucht von Harry Deterling, der mit seiner dampflokbetriebenen S-Bahn am 5. Dezember 1961 die fast einzige Schienenverbindung (auf der Hamburger Interzonenstrecken von Albrechtshof nach West-Berlin/Spandau) durchbrach und so 25 Menschen zur Flucht verhalf. Die Szenen sind unter der Regie von Georg Piller entstanden.
„Die Mauer hat Risse. Durch einen der Risse geht die S-Bahn!“ war das Leitmotiv der Ausstellung. Das unbeschreibbar flaue Gefühl an der Grenze zwischen Ost und West wurde mit der Ausstellung und den gelungenen Theaterszenen mit allen Sinnen ein Stück anschaulicher gemacht. In der Ausstellung wird von über 50.000 bis 80.000 „Grenzgänger“ vor dem Mauerbau am 13. August 1961 berichtet. Auch spätere Boykottbewegungen der von der Reichsbahn betriebenen S-Bahn im Westteil der Stadt wurden aufgezeigt: „Keinen Pfennig für Ulbrichts S-Bahn!“. Aber auch das Glücksgefühl zur Maueröffnung war Bestandteil der Präsentation.
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Auch wenn die Sonderausstellung jetzt unwiederbringlich geschlossen wurde, lohnt sich immer ein Weg in die ständige Ausstellung der Erinnerungsstätte des Notaufnahmelagers Marienfelde.

Thomas Moser (auch alle Fotos) –BerLi-Press (www.berli-press.de) für www.lichtenrade-berlin.de

Info zur Erinnerungsstätte Notaufnahmelager Marienfelde

Marienfelder Allee 66/80, 12277 Berlin

Öffnungszeiten: Ständige Ausstellung: Di bis So 10.00 - 18.00 Uhr

Der Eintritt ist frei.

http://www.notaufnahmelager-berlin.de

Mit ihrer ständigen Ausstellung lädt die Erinnerungsstätte Notaufnahmelager Marienfelde Sie ein, die Geschichte der deutschen Teilung und der deutsch-deutschen Fluchtbewegung von 1949 bis 1990 zu entdecken.

Die Ausstellung ist im ehemaligen Haupthaus des Notaufnahmelagers eingerichtet, wo sich früher Warteräume für die Flüchtlinge und Übersiedler sowie Büros der aufnehmenden Dienststellen befanden. Auf rund 450 Quadratmetern und mit über 900 Exponaten – ergänzt durch zahlreiche Zeitzeugenberichte – erzählt sie anschaulich von Fluchtmotiven, Fluchtwegen sowie von Chancen und Problemen beim Neubeginn in der Bundesrepublik. Daneben ist die Geschichte des Aufnahmelagers von den Anfängen bis heute dargestellt: vom Ablauf des Aufnahmeverfahrens über den Alltag der Bewohner bis hin zur Observierung durch die DDR-Staatssicherheit. Eine original eingerichtete Flüchtlingswohnung rundet das umfassende und zugleich detaillierte Bild der Flucht im geteilten Deutschland ab. (Info aus der Website)


 

Eine Erfolgsgeschichte des gallischen Dorfes

Mit einer grandiosen Geburtstagsgala feiert die ufaFabrik mit vielen Wegbegleitern und befreundeten Promis den 30igsten Jahrestag der „friedlichen Inbetriebnahme“ der ehemaligen UFA-Filmstudios im Süden von Berlin. Das „Internationales Kultur Centrum ufaFabrik Berlin“ ist auch heute noch ein stadtbekannter alternativer Kunst-, Kultur- und Lebensraum in Tempelhof in unmittelbarer Nähe des neu eröffneten Tempelhofer Hafens.

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Charlie Chaplin, Klaus Wowereit, Juppy, Rudolf Brünger, Sigrid Niemer vor der Gala

Die Sambaband Terra Brasilis öffnete mit ihren Trommeln die Herzen der Gäste der voll besetzten Sommerbühne am Teltowkanal.

Der Regierender Bürgermeister von Berlin Klaus Wowereit überbringt die Glückwünsche von 3,4 Millionen Berlinerinnen und Berliner. Der Tempelhofer Wowereit war vor 30 Jahren stellvertretender Fraktionsvorsitzender der SPD in der Bezirksverordnetenversammlung des Bezirkes und kann sich noch gut daran erinnern, dass die Besetzung in weiten Teilen der Politik als Skandal angesehen wurde. Diese teilweise feindliche Stimmung ist heute nicht mehr zu spüren. Im Gegenteil! Seit Jahren ist auch der einstige Kritiker Bildungsstadtrat Dieter Hapel (CDU) mit dem Kommunensprecher Juppy, der Seele und das Gesicht der ufaFabrik, befreundet. Klaus Wowereit betont, dass es sehr positiv war, dass die damaligen alternativen Besetzer das Grundstück (erstmal) freiwillig geräumt haben, damit der Weg für den Abschluss von Nutzungsverträgen geschaffen war. Klaus Wowereit wünscht allen Mitstreitern von Juppy weiterhin viel Kreativität!

Die Vorsitzende des Paritätischen Verbandes Barbara John sieht die ufaFabrik als das einzige gallische Dorf in Berlin: „Eure Stärke ist immer gewesen, dass ihr wild und mild zugleich seid“. Die Vorsitzende der Bundestagsfraktion Bündnis 90 / Die Grünen Renate Künast bedankt sich dafür, dass die ufaFabrik so eine „Art Leuchtturm“ ist: „Ihr ward von Anfang an Kosmopoliten!“

Juppy nahm die Glückwünsche der Gratulanten sichtlich gerührt entgegen.

Als Dankeschön an die vielen Besucher hat die ufaFabrik zur Gala ein buntes Programm der Spitzenklasse zusammengestellt.

Arnulf Rating, ehemals von den „3 Tornados“, nahm mit spitzer Zunge die aktuelle Wirtschaftslage und die politische Entwicklung aufs Korn. So begrüßte er Klaus Wowereit von der SPD nach den Ergebnissen der Europawahl als Vertreter einer schützenswerten Minderheit, die ja dann auch gut in der ufaFabrik aufgehoben ist.

Als regelmäßiger Comediangast in der ufaFabrik nahm Murat Topal, der komische Neuköllner Ex-Polizist, den „normalen“ Polizeialltagswahnsinn auf die Schippe. Katharina Joumana & Oriental Roses bezaubert mit Schwert- und Bauchtanz das Publikum.

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Der bajuwarische Eisi Gulp und alter Weggefährte von Juppy, sonst neben vielen anderen künstlerischen Betätigungen im kabarettistischen Drogenpräventionseinsatz in Schulen auf Achse, konnte das Suchtpotential des Rauchens mit viel Ironie, Tiefgang, Humor und Lebendigkeit präsentieren. Besonders überzeugten dabei die tänzerischen und athletischen Fähigkeiten des „King of Comedy“.

Der gebürtige Äthiopier Daniel Reinsberg präsentierte witzig einen farbigen Ausschnitt aus seinem zweiten Soloprogramm „Bruder, was geht?“

In der ufaFabrik groß geworden und jetzt Opernsängerin ist Anna Molina, die mit klassischem Gesang die Pause an diesem milden Frühlingsabend in der Freilichtbühne einläutete.

Beim Gala-Publikum wurden neben viel Bezirksprominenz und ufaFabrik-Wegbegleitern und Aktivisten auch die Bundestagsabgeordnete Mechthild Rawert (SPD) und der Juppy-Freund und ehemalige CDU-Landesbank-Politiker Klaus Landowski gesichtet.

Juppy´s Erkenntnis auf der langen 30ig jährigen Wegstrecke ist dann auch, dass „wir aus vielen Idioten nette Kerle gemacht haben“.

Liebevoll präsentierte Juppy die Programmhöhepunkte. So konnte er den jungen BMX-Künstler Frank mit Rap-Verstärkung vorstellen. Das Publikum war aus dem Häuschen: „Etwas so Perfektes habe ich noch nicht gesehen“ begeisterte sich ein ufaFabrik-Besucher. Patrizia Moresco spielt komische „Miss Verständnisse“ und Andreas Wessels und Jojo Weiss zeigen geballte Power und elegante Jongliervirtuosität auf internationalem Niveau an der Tischtennisplatte. Der bekannte Neukölln-Comedian mit der Berliner Schnauze, Kurt Krömer, einst von ufa-Juppy entdeckt, gratuliert der ufaFabrik mit einem gelungenen und umjubelten Auftritt.

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Eine kurzweilige Laudatio für das Geburtstagskind hielt der rbb-Moderator Daniel Gäsche, der auch Buchautor der Biografie von Juppy ist.

Die Band „Neues Glas“ überbrückte die Wechsel im Programm mit mitreißenden Rio-Reiser-Songs, die ein zeitloses Dokument der Aufbruch- und Anfangszeit der ufaFabrik darstellen. Im Abschlussbild der vierstündigen Gala trommelte Terra Brasilis zu den Klängen von „Neues Glas“ sich die Lebensfreude aus den Gliedern.

Das Jubiläum der ufaFabrik wird noch eine ganze Woche mit einem attraktiven Programm gefeiert.

Am Schluss dieses Berichtes sei dem Verfasser noch erlaubt der ufaFabrik, Juppy und allen fleißigen und kreativen Menschen alles Gute für die nächsten 30 Jahre zu wünschen. „Ich ziehe meinen Hut vor eurer Leistung!“

Thomas Moser –BerLi-Press- (www.berli-press.de) für www.lichtenrade-berlin.de

(Foto und Bericht - Bericht mit weiteren Fotos unter: www.berli-press.de/Artikel/30ufa.pdf)


 

Die Neuköllner Oper hat mit Musik, Schauspiel und viel Lust brillant das alternative und das reiche Berlin, zwischen Wagenburg und Zehlendorf, auf die Bühne gezaubert.

Das Werk rankt sich um die „Piraten", die in einer anarchischen, alternativen und punkigen Lebensform den Klassenkampf von ihrer schmuddeligen Wagenburg aus erproben. Der Babyklappenfund der Kommune Frederik wird volljährig und will die bürgerliche Welt in Zehlendorf kennenlernen und dort Karriere machen. Dabei trifft er auf die drei verwöhnten Zehlendorfer Töchter des Bauunternehmers Igor Zitsche, der den „Piraten" den Baugrund abjagen will. Bei der Geschichte steht dann auch ein V-Mann im Regen, die geliebte Mabel vollzieht mit Frederik im Rhythmus der Klänge den Geschlechtsakt und das Auf und Ab der Gefühle einer WG-Mutter führen dann letztlich doch zum Happyend zwischen den unterschiedlichen Berliner Kulturen.

Auch wenn im Stück der 29. Februar eines Schaltjahres ein wenig überstrapaziert wird, werden die Klischees der unterschiedlichen Berliner Welten spaßig und abwechslungsreich bedient. Die Schauspieler und Sänger liefern mit viel Freude eine beachtenswerte Leistung ab. Aris Sas, der Darsteller des Frederik, der Vater Rainer und die drei verzogenen Mädchen seien an dieser Stelle, wegen ihrer besonders beachtlichen gesanglichen und schauspielerischen Leistungen, hervorgehoben. Die gute Gesamtleistung des Ensembles rundet das positive Bild ab.

Die Inszenierung, die Kostüme, die Maske und die bemerkenswerte Choreografie haben dem Stück eine hervorragende Lebendigkeit verliehen.

Bei solchen Musicals hat natürlich die Musik einen wesentlichen Bestandteil. Das ganze Stück ist in wunderbar leichter und mitreißender Musik verpackt. Die Musik der „Piraten" verbindet spielerisch poppige Klänge mit jazzigen und volkstümlichen Elementen. Die Musik ist von der Band unter der musikalischen Leitung von Hans-Peter Kirchberg bravourös zur Geltung gebracht worden.

Die Uraufführung des Stückes hat, beim altersmäßig sehr gemischten Publikum, deutlich gezeigt, dass alle Zuschauer vom Stück, der Gesamtleistung des neun Personen umfassenden Ensembles und der Band begeistert waren. Der dauerhafte Abschlussapplaus und die Bravo-Rufe waren ein lautstarkes Zeugnis davon.

Thomas Moser, BerLi-Press (http://www.berli-press.de) für http://www.lichtenrade-berlin.de 


Ergänzende Hinweise zu den „Piraten, die BeBerlinette":
Mit den Piraten bringt die Neuköllner Oper einen sensationellen musikgeschichtlichen Fund ans Licht der Öffentlichkeit: die bisher verschollen geglaubte Berliner Fassung. Und damit den zweiten Teil der Trilogie aus gebotenem Anlass: BeBerlin - eine Stadt sucht ihre Leute. 

Ein neues Werk von Andreas Bisowski (Text), Arthur Sullivan (Musik) und Andreas Unsicker (Arrangements) nach den Piraten von Penzance von W. S. Gilbert und A. Sullivan

Musikal. Leitung: Hans-Peter Kirchberg / Alexander Klein · Inszenierung: Andreas Gergen · Bühne/Kostüm:

Andrea Nolte · Choreografie: Nini Stadlmann · Dramaturgie: Bernhard Glocksin


 

Nach 20 Jahren Pause hat die „Britzer Museumsbahn Berlin" den weltweit einmaligen Nachbau der „1. Straßenbahn der Welt" von 1881 wieder abgestaubt und in Betrieb genommen. Die Schmalspurbahn fährt nun wieder zur Freude von Groß und Klein über die Gleise der Museumsbahn im Britzer Garten.

Der Museumsleiter und Lokführer Gränert berichtet begeistert: „Die Rekonstruktion wurde in guter Zusammenarbeit mit der Firma Siemens möglich. Es ist alles wie beim Original, auch die Größe stimmt hundertprozentig! Bei der Farbgebung habe ich lange mit den Techniker von Siemens rumgetüfftelt." So weiß Gränert auch zu berichten, dass um die Jahrhundertwende von 1900 die Straßenbahnen aus Konkurrenzgründen besonders prunkvoll gestaltet wurden. Damals waren noch viele verschiedene Betreiber für die Straßenbahnen zuständig.

 

Rekonstruktion der 1. Straßenbahn

1987 wurde der rekonstruierte Triebwagen mit einer feierlichen Einweihungsfahrt auf der damaligen Bundesgartenschau zur 750-Jahrfeier von Berlin der Bevölkerung vorgestellt. Seit dieser Zeit verkehren, fast ohne Unterbrechung, Züge durch die schöne Parkanlage und geben den Passagieren einen ganz anderen Blick auf Blumen, Pflanzen und Bäumen.


Original Feldbahn-Reisezugwagen der Jahre 1904 bis 1906

„Die Straßenbahn konnte lange wegen der tiefen Wagenfedern nicht mehr eingesetzt werden, da diese Teile teilweise den Boden berührten. Jetzt ist an den Schienen der Rasen gemäht worden." erzählt begeistert der Museumsbahnchef. „Ich habe mein Straßen- und Eisenbahnhobby zum Beruf gemacht!" Sein Alter verrät der rüstige junggebliebene „Pufferküsser" nicht, sondern deutet verschmitzt nur an, dass er zur „Generation 65 plus" gehört.


Straßenbahn mit Museumschef Gränert

„Vor 20 Jahren, als der Park und die Seenlandschaft aus dem Nichts erschaffen wurde, sah der Garten noch ganz anderes aus. Jetzt hat die Schönheit der Anlage, ohne Fahrräder und Hunde, den vollen Glanz entfaltet," berichtet begeistert ein Parkbesucher mit Dauerkarte, der sich auch über den Betrieb der Straßenbahn freut.

Die Straßenbahn fährt in nächster Zeit immer Samstag ab 10 Uhr und pendelt zwischen 2 Stationen (Buckower Damm bis Freilandlabor). Später soll sie auch wieder über weitere Strecken fahren. Der Fahrpreis beträgt für diesen Abschnitt 2 Euro, für Kinder 1 Euro.

Ein Besuch des Britzer Gartens und eine Fahrt mit der Feldbahn lohnt sich immer!

Hintergrundinformation / Straßenbahn-Rückblick:
Die Bevölkerung wunderte sich seinerzeit über dieses „merkwürdige" Fahrzeug, das sich ohne Pferde und Dampf ganz alleine bewegte. Die Straßenbahn wurde dann aber gerne angenommen, weil sie sich ohne viel Geräusche bewegte. Da zum Beispiel Pferde beim überqueren der Gleise einen elektrischen Schlag bekamen, hat dann später ein Siemenstechniker einen Stromabnehmer für Oberleitung, einen sogenannter „Pantograph", erfunden. Dieser sogenannte Doppelbügel ist bis heute das Vorbild auch für die modernen Loks und Triebwagen.
Die erste elektrische Straßenbahn sollte ursprünglich als Hochbahn auf Brückenviadukten der Friedrichstraße verkehren. Aus ästhetischen Gründen wurde diese „Seiltänzerbahn", wie sie der Volksmund nannte, dort dann doch nicht errichtet. Werner Siemens wich dann auf die nicht mehr genutzte Militärbahnstrecke Berlin-Lichterfelde/Ost aus.


Thomas Moser (auch Fotos) - BerLi-Press für www.lichtenrade-berlin.de

oder: Tempelhof wird zum Seniorenheim

Arnulf Rating, Kabarettist und Mitbegründer der legendären Berliner Anarcho-Kabarett-Truppe „Die drei Tornados", gibt in der ufa-fabrik in Berlin-Tempelhof mit dem Programm „Reich ins Heim" Ende Juni 2007 seine Abschiedsvorstellung.

Tempelhof ist für Rating der Ort, wo der Bär steppt, der Flughafen geschlossen wird und wo man sich gut zur Ruhe setzen kann. „Hier könnte man gut alt werden! Die Leute sehen hier auch schon alt aus!" In der Programmankündigung heißt es: „Die Deutschen werden alt. Sie kriegen kaum noch Kinder, jammern viel und neigen auch politisch schon mal zur Inkontinenz."

„Können wir nun in Tempelhof in Ruhe alt werden?" fragt Rating und malt die Version aus, wenn der Ortsteil 2009 polnisch ist und dann die Kaschinski-Brothers herrschen. In einer Talkshow versuchen Experten zu klären, ob Tempelhof eine Zukunft hat und wenn ja, warum? So fallen auch die vielen Löcher in den Straßen auf. „Tempelhof entwickelt sich behutsam von Pflegestufe I zu Pflegestufe III." Anderseits kann man vielleicht Tempelhof als „Location" auch nach vorne puschen, aber so, dass es die Mutti aus Lichtenrade auch versteht? Im Level 2 könnte ein Festival mit Carolin Reiber und Pastor Fliege veranstaltet werden, damit man sich dann im Jahr 2024 für die „Olympic-Games-Tempelhof" bewerben kann. Ist „Tempelhof" anderswo überhaupt bekannt oder ist dahinter nur ein Regalsystem von Ikea zu vermuten? Der Vertreter der Grünen setzt sich für ein Heim mit emanzipierten Senioren ein und sieht für den Aufbau eines Rudi-Dutschke-Heimes Finanzierungsmöglichkeiten durch Spenden mit einer Überflutung des Stadtteils. Die ufa-fabrik kann dann zum „Roll-In-Kukident-Shopping-Center" werden und bei Beate Uhse werden Thrombosestrümpfe für die „Ü80-Party" gekauft.

Der Kabarettist beginnt seinen schnellen Ritt durch die Politik bei der beliebtesten Politikerin in Deutschland, der „Heiligen vom Damm" und erzählt begeistert, wie sie die „K-Gruppe" Koch, Kanter und Kohl platt gemacht hat.
Papst Benedikt („Wir sind der Papst") kann dann auch als Poster in der Jugendzeitschrift „BRAVO" bewundert werden. So hat das deutsche Volk endlich einen Popstar, der älter als die Rolling Stones ist!
Themen wie Gammelfleisch, Chinas Hinrichtungen und den Organhandel, Sicherheit der Rente, der neue Schriftzug von Hertha BSC mit „DB" und den verspäteten Spielzügen, Parteienfinanzierung, über Dieter Bohlen, der das Brett vor dem Kopf bereits im Namen hat, die Vertreter der katholische Kirche und ihre Moral und die Sendung mit der „Grauen Maus" von Sabine Christiansen werden aufgegriffen.
Besondere Aufmerksamkeit erhält Arnulf Rating, wie er in einer Realsatire die Überschriften der „BILD"-Zeitung betrachtet.

Rating lässt mit seinem „Schandmaul" ein Feuerwerk der spitzen Satire steigen und wechselt gekonnt, schnell und witzig die Rollen. Herzhaftes Lachen seines Publikums ist dem Kabarettisten garantiert, auch wenn einem das Lachen manchmal im Halse stecken bleibt.
Ein langanhaltender kraftvoller Applaus verabschiedet den locker scharfzüngigen Arnulf Rating. Arnulf Rating hat in seinem letzten Auftritt für sein Programm „Reich ins Heim" wirklich das Letzte für Tempelhof gegeben. Die Zuschauer sind fröhlich, beschwingt und blicken optimistisch in die Zukunft.
Die Open-Air-Sommerbühne der ufa-fabrik ist damit eröffnet!

Thomas Moser BerLi-Press für www.lichtenrade-berlin.de

www.rating.de
www.ufafabrik.de

01.07.2007 default