Auch wenn es Wahlkampfzeit ist und sich die Berichterstattung in der Lichtenrader Internetzeitung parteipolitisch zurückhält, berichten wir von interessanten Veranstaltungen und wichtigen Ereignissen, zumindest wenn sie in Lichtenrade stattfinden.

Zur großen Wahlveranstaltung der CDU Tempelhof-Schöneberg hat der Direktkandidat und jetzige Bundestagsabgeordnete Dr. Jan-Marco Luczak den Abgeordneten Wolfgang Bosbach (65) eingeladen. Dieser Politiker hat sich entschieden, dass er nicht mehr für den Bundestag -dem er seit 1994 angehört- kandidiert. Nach Lichtenrade kam er in den letzten Tagen seiner Amtszeit. Der Saal war mit circa 500 Anwesenden bis zum letzten Platz gefüllt.


Eröffnet wurde die CDU-Veranstaltung von MdB Dr. Jan-Marco-Luczak und vom Vorsitzenden der Berliner CDU-Abgeordnetenhaus Fraktion Florian Graf (MdA).
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Wolfgang Bosbach zog dann innerhalb weniger Minuten die Anwesenden in den Bann. Der Rheinländer und offensichtlich geübter Büttenreden aus Bergisch Gladbach hat den Ritt durch die aktuellen Themen der Politik sehr kurzweilig gestaltet und nahm dabei kein Blatt vor dem Mund. Die Anwesenden waren von den klaren Worten sehr beeindruckt, zumal er zwar parteipolitisch argumentierte, aber dabei seine persönliche Meinung sehr glaubwürdig rüberbrachte.



Einen großen Raum nahm dabei die Flüchtlingspolitik ein. Ein sehr glaubwürdiger Politiker, auch wenn man sicherlich nicht immer seiner Meinung ist und sein muss. Er bringt Themen verständlich auf den Punkt und ist als Redner alles andere als langweilig.

Wir veröffentlichen hier auch treffende Auszüge eines Berichtes von Ed Koch (PaperPress) vom 6. August 2017 über Bosbach und die Sendung mit Michael Kessler (der Link zum vollständigen Bericht ist am Ende dieses Berichtes genannt): „Wolfgang Bosbach ist einer der populärsten CDU-Politiker. Das verdankt er seiner klaren Haltung, die nicht immer kompatibel mit der verordneten Parteilinie ist. Wer gegenhält, macht auf sich aufmerksam. Und so zählt Bosbach zu den häufigsten Talk-Show-Gästen im deutschen Fernsehen. Er lässt sich gern in die Sendungen einladen, verlässt diese aber auch während der Live-Ausstrahlung, wenn es ihm zu dumm wird. Persönlichkeiten wie Bosbach gibt es kaum noch im Parlament. Tut man sich die eine oder andere Debatte an, ist ein erschreckendes Mittelmaß festzustellen, was schon bei den rhetorischen Fähigkeiten beginnt. Ja, früher war alles besser. Das fegten Bundestagsdebatten die Straßen leer wie bei einem Francis Durbridge-Krimi. Kein Fernsehformat kann bis heute Duelle zwischen Strauß und Wehner erreichen. „Kessler ist Bosbach“ ist eine berührende Dokumentation über einen Politiker von Format.“ Eine gute „Werbung“ und Darstellung von zwei überzeugenden „Formaten“: Bosbach und Kessler.

Wolfgang Bosbach kann man im Ruhestand (was vermutlich auch ein Unruhestand werden dürfte) nur alles Gute und besonders Gesundheit wünschen.


Als Abschluss der Veranstaltung wurde, wie immer bei CDU-Veranstaltungen, die Nationalhymne gesungen. WoBo, wie er offensichtlich auch gerne von Freunden genannt wird, signierte mit viel Geduld sein Buch „Endspurt: Wie Politik tatsächlich ist – und wie sie sein sollte“ und stand auch für jede Menge Selfies zur Verfügung.

Eine weitere von allen Parteien geachtete Persönlichkeit hat am 5. September im Bundestag seine Abschiedsrede gehalten. Der Parlamentsvorsitzende Dr. Norbert Lammert, ein ebenfalls sehr glaubwürdiger und beliebter CDU-Politiker, gab dem gesamten Parlament, den Abgeordneten und der Bundesregierung in seiner ebenfalls bekannten offenen und ausgefeilten Art noch einige deutliche Hinweise mit auf den Weg. Lammert und Bosbach sind Politiker, deren klaren Worte man sicherlich in Debatten und Diskussionen noch lange vermissen wird.

Thomas Moser

Der gesamte Bericht Ed Koch - Paper Press - vom 6.8.2017: ist hier nachzulesen:

http://www.paperpress.org/index.php?name=News&file=article&sid=3189&newlang=eng


 

In der Lichtenrader John-Locke-Siedlung fand am 2. September 2017 erstmals ein von STADT UND LAND organisierter „Kiezflohmarkt“ statt. Unter dem Motto „Des einen KREMPEL ist des anderen SAMMLERJUWEL“ konnten verborgene Schätze auf dem „Stadtplatz“ angeboten und erworben werden. An 25 Marktständen wurden die verschiedensten Dinge der Mieterinnen und Mieter der Siedlung präsentiert.
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Die Aktion wurde vom Mieterbeirat der Lichtenrader Siedlung unterstützt. Die Stände wurden von der Wohnungsbaugesellschaft kostenfrei zur Verfügung gestellt. Bei der Flohmarktatmosphäre wurden neue Kontakte geknüpft. Aber man traf natürlich ebenfalls alte Bekannte.

Der Kupferklopfer schwärmt von den Sonnenuntergängen

Einen eher besonderen Stand hatte Niels Dettmer vorbereitet.


Er ist stadtweit als „Niels der Kupferklopfer“ bekannt und ist besonders auf historischen Märkten anzutreffen. Er hatte seine attraktiven kunsthandwerklichen Gegenstände im Angebot. Gleich am Anfang verkaufte er jedoch eine alte Trompete. Der Kupferklopfer ist natürlich auch Mieter in der Siedlung und schwärmt besonders von seiner Sicht auf die Sonnenuntergänge.

Gerne ließ er sich mit der Berliner SPD-Abgeordneten Melanie Kühnemann fotografieren.

Bürgerbüro trödelt mit und unterstützt Volkspark

Kühnemann hat seit einiger Zeit direkt am Platz ein Bürgerbüro, dass sehr gut von den Lichtenradern und besonders von den Mietern der Siedlung angenommen wird. Niels Dettmer und Kühnemann plauderten längere Zeit gemeinsam am Stand des Künstlers. Kühnemann hatte die Idee für diesen Flohmarkt. An einem eigenen Stand ihres Bürgerbüros wurden verschiedene Dinge zur Unterstützung des Spielplatzes im Lichtenrader Volkspark verkauft. Dieses Geld soll helfen, dass der Spielplatz wieder etwas erneuert und erweitert wird. Wir berichteten von verschiedenen Aktionen, die dieses Anliegen aus der Nachbarschaft bereits unterstützt haben.

Marion Pinkpank engagiert beim Trödelverkauf. Daneben der Jazzer Lutz Fußangel.
Am Stand verkaufte mit vollem Einsatz die Bürgerbüro-Mitarbeiterin Marion Pinkpank guten Trödel und Bekleidung. Übrigens konnte an diesem Tag auch das Bürgerbüro besucht werden und man konnte dort auch einen Kaffee trinken. Im Bürgerbüro hatte auch Kevin Kühnert ein offenes Ohr für die Lichtenrader. Man hielt sich aber ganz bewusst zurück und wollte den Kiezflohmarkt nicht als Wahlkampfplattform nutzen.

Auch der Jazzer Lutz Fußangel ließ sich sehen

Übrigens besuchte der im Bezirk bekannte Jazz-Musiker und Organisator von „Jazz für Alle“ Lutz Fußangel den Markt. Seine besonders ausgewählten Musikevents finden immer im Gemeinschaftshaus Lichtenrade statt.

Auch Journalisten wollen mal trödeln

Auch an den anderen Ständen traf man Bekannte. So trödelte der Neumieter und verantwortliche Redakteur vom „Tempelhofer Journal“, Karl-Heinz Kronauer, gemeinsam mit Marlies Königsberg um die Wette.

Auch wenn sich der Journalist erst noch ein wenig an Lichtenrade gewöhnen muss, sind für ihn die Sonnenuntergänge ganz besondere Höhepunkte.

Heute „Trödler“ und morgen Chef-Organisator

Schon lange in der Siedlung wohnen Wolfgang Graeper und seine Frau.

Aktuell sind sie von den Sanierungsarbeiten in der Siedlung selbst betroffen und müssen für einige Zeit in eine Ausweichwohnung umziehen. Obwohl diese Wohnung ganz in der Nähe ist, ist die Zwischenlösung mit einem erheblichen Kräfteeinsatz verbunden. Wolfgang Graeper organisiert privat schon seit vielen Jahren die verschiedensten Treffen in Lichtenrade. Ob es die sogenannten „Buddelkastentreffen“ mit den Freunden von der Wünsdorfer Straße sind oder regelmäßige Fußballertreffen vom LBC 25. Er ist der Motor und Organisator für viele abwechslungsreiche Treffen und Reisen mit seinen alten Freunden. Ohne ihn würden diese Treffen nicht mehr oder zumindest nicht so regelmäßig stattfinden. Im Oktober besucht Graeper mit seinen Buddelkastenfreunden die alte und die neue Feuerwache in Lichtenrade.

Eine gelungene Aktion!

So konnte man auf dem Kiezflohmarkt nicht nur trödeln, sondern auch viele interessante Lichtenrader Geschichten hören. Und genau dieses kommunikative und verbindende Element war ein Hintergrund bei diesem Flohmarkt.

Das Ergebnis der Anwesenden: Der Flohmarkt war ein voller Erfolg. Wie man vom Veranstalter STADT UND LAND hören konnte, soll dies im Kiez nicht die letzte Aktion gewesen sein.

Thomas Moser


 

Grußwort der Aktionsgemeinschaft Bahnhofstraße zum 30. Wein- und Winzerfest vom 8. bis 10. September 2017 in Lichtenrade

Liebe Besucherinnen und Besucher, …wir heißen Sie alle herzlich willkommen zum 30. Wein- und Winzerfest am Dorfteich Lichtenrade.

Die Aktionsgemeinschaft Bahnhofstraße in Kooperation mit „Family & Friends“, unterstützt vom BUND T/S, der Künstlergemeinschaft Lichtpunkt 49, dem Trägerverein Lichtenrader Volkspark, der BI Dresdner Bahn, Fairtrade unter der Schirmherrschaft von Dr. Jan – Marco Luczak, MdB freuen sich, diese 30jährige Lichtenrader Tradition mit Ihnen gemeinsam zu feiern.

Die Deutsche Weinprinzessin Mara Walz reist extra nach Lichtenrade an und gibt uns zu diesem Jubiläum die Ehre. Wir begrüßen die Winzer aus Nah und Fern und freuen uns ganz besonders über den Besuch von über 20 Winzern, die uns und Lichtenrade von der ersten Stunde an, seit nunmehr 30 Jahren die Treue gehalten haben. Viele Dank dafür!

Stets war es uns Auftrag und Verpflichtung, dieses traditionelle Fest auf einem qualitativ hohen Niveau für alle Beteiligten und für Sie liebe Gäste zu organisieren. Der Dorfteich in Lichtenrade wird am 8., 9. und 10.September bei hoffentlich schönem Wetter wieder zum idealen Treffpunkt für Genießer und Romantiker. Und Sie alle sind herzlich eingeladen dabei zu sein.

Die zahlreichen Weinerzeuger präsentieren Weine und Sekte ihrer Anbaugebiete. Jeder der wissen will, wie sich der Jahrgang entwickelt hat, kann individuell probieren und mit den Winzern fachsimpeln. Bekanntes und Neues gibt es zu entdecken. Aber ein Fest von und für Lichtenrade wird es sein. Nicht nur Weinliebhaber und Gourmets kommen hier auf ihre Kosten, die Veranstalter sorgen auch für ein abwechslungsreiches Bühnenprogramm und die Angebote der Kunsthandwerker geben diesem Fest seine besondere Note. Lichtenrade kennt das Motto: „Beherzige drei Worte: Kaufe im Orte!“ Unsere Mitglieder und die uns unterstützenden Organisationen danken Ihnen und werden sich auch weiterhin für die sozialen und karitativen Einrichtungen unseres Ortsteils engagieren. Aus einer Idee der Aktionsgemeinschaft Bahnhofstraße wurde Leidenschaft und schließlich eine Mission für das gesamte Veranstalter-Team: „Wir machen Dampf für Lichtenrade“!

Wir alle wünschen unseren Gästen, Besuchern, Winzern und Kunsthandwerkern eine schöne und unbeschwerte Zeit in Lichtenrade.

Möge der Weingott Bacchus uns gewogen sein!
Aktionsgemeinschaft Bahnhofstr. Vorstand Weinfest 2017
Angelika Heigl, Hagen Kliem, Beate Bockenkamp - Vorstand der AG Bahnhofstraße e.V. (Foto: Thomas Moser)

Aktionsgemeinschaft Bahnhofstr Logo

Weitere Infos zum 30. Wein- und Winzerfest: http://bit.ly/2eum2fM



Weitere Infos: Fotos anklicken... zu den ausführlichen Berichten.

„In vino veritas“… oder wie der alte Lateiner zu sagen pflegt: „Im Wein liegt die Wahrheit.“ Wenn es mal so einfach bei der Bundestagswahl am 24. September 2017 wäre.

Testen kann es der geneigte Leser zumindest schon mal beim 30. Wein- und Winzerfest am Dorfteich in Lichtenrade. Drei Tage lang sind die Pforten -vom 8. bis 10. September 2017- geöffnet. Eine wunderschöne Umgebung, viel Atmosphäre, natürlich viele Weinstände, sonstige Buden für das leibliche Wohl, ein interessantes musikalisches Rahmenprogramm und schöne kunsthandwerkliche Stände. Dem Veranstalter Family & Friends gelingt es mit vielen Lichtenrader Vernetzungspartnern immer wieder, dass die Besucherinnen und Besucher begeistert sind.

In Lichtenrade ist aber im September noch Einiges mehr los.  Am 2.9. gibt es auf dem Platz der John-Locke-Siedlung einen Kiezflohmarkt und STADT UND LAND bietet dafür den Rahmen.

Besonders attraktiv ist jedoch immer das Erntedankfest im Lichtenrader Volkspark. Am 23. September wird der Festplatz wieder Anziehungspunkt im Lichtenrader Osten sein. Einen Tag vor der Wahl werden sich dies die Parteien sicherlich nicht entgehen lassen. Wer also noch den persönlichen Kontakt für seine Wahrheitsfindung sucht oder auch einfach nur Spaß haben will, ist gut im Volkspark aufgehoben. Um 13 Uhr ist Beginn. Zugang über die Carl-Steffeck-Straße.

Also: Einfach mal Lichtenrade besuchen!

WERDI 092017

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Sonderöffnung am Wahltag
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50 Jahre ist es her, als Manfred Loth am 10. September 1967 das wohl wichtigste Rennen seines Lebens fuhr. Damals war er 23 Jahre alt, als er mit dem Motorrad wie entfesselt über die Piste der AVUS flog und im letzten Rennen mit der berüchtigten Steilwandkurve die Rennfahrer-Konkurrenz deutlich abhängte. Erst einige Stunden vorher wurde in der Nacht von Samstag zu Sonntag sein ältester Sohn Matthias geboren, der später als junger Mann verstarb. Loth fuhr zur Geburt schnell ins Krankenhaus zu Frau und Sohn und dann ging es zur AVUS, der legendären Berliner Rennstrecke durch den Grunewald.

Der Sportler freut sich über den Besuch des Bundestags-Abgeordneten

Manfred Loth (73) freute sich besonders, dass der Lichtenrader Bundestagsabgeordnete Dr. Jan-Marco Luczak ihn im Jubiläumsjahr besuchte.
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Manfred Loth mit Original-Sieger-Lederkombi, Pokal, Siegerkranz und Originalmaschine freut sich über Besuch von Jan-Marco Luczak (Foto privat)
Das Treffen mit der Motorrad-Legende aus Lichtenrade hat Jan-Marco Luczak sehr beeindruckt. Der Bundestagsabgeordnete aus Tempelhof-Schöneberg fährt in seiner Freizeit ebenfalls leidenschaftlich gern Motorrad. Und Luczak ist Lichtenrader. Er ist hier geboren, aufgewachsen, zur Schule gegangen und hier lebt er auch heute noch.

Foto privat
Bei seinem Besuch im Pokalzimmer des 3maligen Weltmeisters haben sich die beiden Motorradfahrer über die vielen Pokale, die Loth im Laufe seiner erfolgreichen Karriere gesammelt hat, und die damit verbundenen Erinnerungen ausgetauscht. Die Leidenschaft mit der Loth auf seine Zeit als Rennfahrer zurückblickt, hat auch Luczak fasziniert.

„Leider komme ich wegen des Wahlkampfes in diesem Jahr nicht dazu, Motorrad zu fahren“ sagt Luczak mit Blick auf die original Rennmaschine, die bei Manfred Loth im Pokalzimmer steht. “Meine eigene Maschine ist noch eingemottet und das wird wohl auch bis mindestens nach der Wahl noch so bleiben. Ich freue mich also auf die nächste Saison und eine schöne Tour über das Land“ so Luczak.

Seine große Motorrad-Karriere begann so richtig auf der AVUS

Manfred Loth erzählt über das besondere Motorrad-Rennen vor 50 Jahren: „Es goss in Strömen. Aber ich war mächtig motiviert und gewann das Rennen überlegen.“ Für Loth, der in seiner Karriere viele hochkarätige Ehrungen und Titel eingeheimst hat, wird dieser Tag unvergesslich bleiben. Die Rahmenbedingungen waren an diesem besonderen Renntag für Motorradfahrer sogar äußerst schlecht, denn es war Schmuddelwetter. Manfred Loth stieg auf seine 125er Bultaco und dann ging es mit 18 PS los.
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Die Fotos in seinem kleinen Privat-Museum zeigen die Backsteine in der Steilwand-Kurve, in der viele, teils tödliche, Unfälle passierten: „In den Fugen war Gras und Moos und es war schon sehr gefährlich!“ Aber Angst kennt Manfred Loth in seinem Leben nach wie vor nicht, wie er glaubhaft versichert: „Außerdem war ich jung und ehrgeizig!“ Mit über 200 Stundenkilometer raste Loth über die Strecke und gewann sein erstes Rennen.

Diesen spektakulärsten Erfolg verfolgten rund 30.000 Schlachtenbummler am Rand der Berliner Rennstrecke.

Manfred Loth ist besonders stolz darauf, dass er als erster Berliner ein Motorradrennen auf der AVUS gewonnen hat. Sein Sieg ging dann auch in die Geschichtsbücher ein, weil ein Tag später die gefährliche Klinkerstein-Steilwandkurve abgerissen und der Streckenabschnitt entschärft wurde.
Die AVUS, sonst eine normale Autobahn, wurde zweimal im Jahr für Rennen freigegeben. Die überhöhte Nordkurve war am Ende der Autobahn, wo Besucher von den Tribünen das Renngeschehen verfolgen konnten. Gleich dahinter reckt sich der Funkturm in die Höhe, der heimkommenden West-Berliner Reisenden, besonders in den Zeiten der geteilten Stadt, ein Berlin-Gefühl vermittelte.
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Manfred Loth hat ein Museum eingerichtet und teilt gerne seine Erinnerungen (Foto privat)
Die einst verkaufte Siegermaschine hat der ehemalige Rennfahrer vor Jahren zurückgekauft und wieder technisch fit gemacht. Das Siegermotorrad steht als Prachtstück in seinem Dachboden-Museum. Dem 125er Motorrad folgte 1968 eine 250er Bultaco-Rennmaschine. Aber 1971 fuhr er dann in der 250er und 350er Klasse mit Yamaha und errang jede Menge Siege. Viele andere Maschinen, die er wieder aufgebaut hatte, hat er mittlerweile seiner Frau zu Liebe abgegeben. An seinen vielen Motorrädern hat er immer gerne selbst rumgeschraubt.

Am Anfang war es für die Familie Loth nicht leicht, da man aufs Geld schauen musste. Loth ist jedoch oft in der Weltgeschichte zu den Rennen rumgefahren. Er fuhr mit unterlegenen Material. Manfred Loth musste aus finanziellen Gründen immer gebrauchte Rennmaschinen kaufen, die an sich nicht mehr konkurrenzfähig waren. Das wog Loth dann aber mit seinem unbedingten Siegeswillen und mit seiner Angstfreiheit auf.

Während seiner Motorradkarriere startete der schnelle Berliner bei vielen internationalen Rennen und war jährlich bei rund 30 Veranstaltungen, oft erfolgreich, dabei. Auf den heißen Rennrädern war Manfred Loth bis 1975 auf den internationalen Rennstrecken unterwegs.

Von der Rennpiste fliegend über das Wasser

Manfred Loth gab dann nach verschiedenen Verletzungen seinen Motorradsport auf. Aber schnell musste es bei Manfred Loth dann doch bleiben. Ein Bekannter lud ihn 1975 zu einem Motorbootrennen auf dem Tegeler See ein: „Das fand ich dann nicht uninteressant“, erzählt Manfred Loth in seiner trockenen Art. Im Winter hat er einen Bootsführerschein gemacht, der für eine Lizenz im Rennbootsport zwingend war. In dieser Zeit baute er auch sein Haus in Lichtenrade. Bei einem Training im Jahr 1976 hatte er selbst die Gelegenheit sich in ein Rennboot zu legen und einige Runden zu fahren. Davon war er dann so angetan, dass ihn diese Sportart noch viele Jahre fesseln sollte.

Seine neue Leidenschaft war geweckt: „Mit 150 Sachen mit der Nasenspitze über die Wasserfläche, da kann von Langeweile keine Rede sein“. Da Manfred Loth im Alter von 32 Jahren kaum noch eine Chance gesehen hat, als Werksfahrer Motorrad zu fahren, kam der neue Sport für den talentierten und mutigen Mann gerade rechtzeitig. Er zeigt die Fotos von den Rennen: „Bei Vollgas gleitet man auf dem Luftpolster über das Wasser. Nur der Propeller und die Stabilisierungsflosse sind noch im Wasser.“ Für die filigrane Kunst, diese Rennraketen zu beherrschen, war seine Motorraderfahrung sehr hilfreich. Sein Erfolgsrezept: „Ich hatte immer ein gutes Gefühl für Geschwindigkeit, Weg und Zeit.“ Was für den normalen Betrachter von Rennen nicht vorstellbar ist, hat Loth für sich immer „nur“ als kalkulierbares Risiko eingestuft.

Sein ersten Rennen fuhr er im April 1976 auf der Oberhavel und wurde in seiner 250iger Klasse gleich Fünfter. So ging es relativ gut voran. Aber Manfred Loth ist auch zwischendurch einige Male wie er sagt „richtig auf die Nase gefallen.“ Gewonnen hat der den Großen Preis von Österreich. Dann wurden die ersten Konkurrenten auf ihn aufmerksam. 1980 wurde er in Linz das erste Mal Europameister, später auch Weltmeister. Dann ging es weiter aufwärts.

Gerne erinnert sich Manfred Loth, der in den verschiedensten Klassen Rennen fuhr, an seine vielen Reisen innerhalb von Europa, nach Amerika, Afrika und Russland zurück. Seine immerhin über 2.000 Trophäen zeugen von den weiten Reisen und den vielen Erfolgen. Von den Unfällen in seiner Sportlerkarriere will Loth am Liebsten nicht so viel erzählen.

Rennboote aus der DDR

Die Rennboote hat Manfred Loth alle in der DDR bei Rüdersdorf bauen lassen. Das ist nochmal eine ganz eigene interessante Geschichte. Ein „Verdienter Sportler der DDR“ hatte eine Tischlerei und hat für Devisen die Rennboote gebaut. Das war dann noch für Manfred Loth finanzierbar. Kreativ hat er seine internationalen Kontakte genutzt und die Rennboote wurden von Kollegen in den Westen gebracht. Die Boote wurden genau so gebaut, wie Manfred Loth sie haben wollte. Ein bisschen Glanz bekam so auch die DDR. Der bekannte Ost-Sportreporter Heinz Florian Oertel betonte mal im DDR-Fernsehen, dass der mehrfache Europa- und Weltmeister Loth auch DDR-Produkte nutze.

Seine Rennleidenschaft hat Manfred Loth nebenberuflich durchgeführt, sonst hätte er sich die teuren „Hobbys“ gar nicht leisten können. Als Gas- und Wasser-Installateur hatte er einen verständnisvollen Chef, der im Gegenzug mit den Erfolgen von Loth bei seinen Geschäftspartner punkten konnte. Aber auch die Sponsoren, die er mit den Erfolgen fand, waren für die Finanzierung der Lothschen Leidenschaft notwendig.

Nach insgesamt 28 Jahren Rennsport, Motorrad und Motorboot, beendete der „sympathische Vollgaspilot“ 1989 seine aktive Sportlerkarriere.

Erfolge über Erfolge

Bis 1975 hat sich Manfred Loth rasend schnell auf den Rennmaschinen mit zwei Rädern fortbewegt. Danach hatte er bis 1989 große und spektakulärste Erfolge in seiner Rennbootkarriere.


Die Erfolgsgeschichte ging 1995 in das Guinnessbuch der Rekorde ein: zwölfmal Deutscher Meister (es wurden versehentlich nur 11 Titel erwähnt), fünfmal Europameister, dreimal Vize-Weltmeister, dreimal Weltmeister und als Punktbester europäischer Fahrer viermal die „Trophae Bussey“.


Dem Träger des ADAC-Sportabzeichens „Gold mit Brillanten“, der höchsten Auszeichnung des Automobil- und Motorsportclubs, wurde 1985 auch das „Silberne Lorbeerblatt“, die höchste Sportauszeichnung der Bundesrepublik Deutschland, überreicht.

Bei der Verleihung stand er direkt neben dem jugendlichen Tennisstar Boris Becker. Seine Trophäen, Urkunden, viele Erinnerungen, aber auch Rennmaschinen von ihm, hat er in seinem eigenen Museum im Dachgeschoss seines Hauses.

Manfred Loth hat immer wieder Kontakt zu alten Kollegen. So wurde er im Juli 2017 zu einem Klassikrennen in der Nähe von Berlin eingeladen.

Immer noch aktiv und große Sprünge

Manfred Loth ist nach wie vor sportlich aktiv und macht besonders gerne geführte lange Fahrradtouren mit. Einmal im Jahr geht es auf dem ehemaligen Grenzweg rund um den westlichen Teil von Berlin. Den Mauerweg mit 167 Kilometer bezwingt er dann an einem Tag und hat „noch kein Problem damit.“

Er ist auch stolz darauf, dass ihm immer noch seine Lederkombi aus Motorradzeiten passt: „Meine Kollegen passen mit ihren Bäuchen alle nicht mehr in ihre Kombi.“ Bei so viel sportlichen Aktivitäten von Manfred Loth ist es natürlich auch kein Wunder.

Zu seinen Wünschen an die Zukunft gefragt sagt Manfred Loth, dass er so fit bleiben möchte wie er ist: „Das Wichtigste ist für mich, dass ich noch viel und weit reisen kann.“ Ein- bis zweimal jährlich macht er auch noch Tandem-Fallschirmsprünge im Allgäu. Den besonderen Kick braucht Manfred Loth offensichtlich auch im Alter noch, so war auch der Kilimandscharo vor ihm nicht sicher.

2017 ist nun ein besonderes Jahr. Im April feierte er die Goldene Hochzeit mit seiner Frau Helga. Die Hochzeitsreise zum goldenen Jubiläum zog das Paar natürlich in die Ferne nach Australien. Seinen wohl gefühlt größten Erfolg hatte er am Tag der Geburt seines Sohnes am 10. September 1967, also genau vor 50 Jahren, in der Steilwandkurve der AVUS. Manfred Loth feiert im September seinen 74 Geburtstag.

Wir wünschen ihn viel Gesundheit und noch viele Kicks in seinem Leben.

Thomas Moser (auch Fotos, sofern nicht gesondert mit "privat" gekennzeichnet)

Über das Portal „Abgeordnetenwatch“ https://www.abgeordnetenwatch.de/ bin ich an die Direktkandidaten für die Bundestagswahl 2017 herangetreten, die für Tempelhof-Schöneberg um die Stimmen der Wählerinnen und Wähler werben.

Hier werden allen Antworten ungekürzt und ohne Kommentierung veröffentlicht. Die Leserinnen und Leser können sich dann selbst ein Urteil bilden. Vom FDP-Direktkandidaten Holger Krestel, der ebenfalls über Abgeordnetenwatch angefragt wurde, lag bis zum 30.8.2017 keine Antwort vor.

Die Bundestagswahl findet am 24. September 2017 statt. Vorher ist die Briefwahl möglich.

Übrigens, aktuell ist auch der Wahl-O-Mat von der Bundeszentrale für politische Bildung freigeschaltet:https://www.wahl-o-mat.de/bundestagswahl2017/

Fragen an Bundestagsdirektkandidaten

Zum Thema Dresdner Bahn durch Lichtenrade hat das Bundesverwaltungsgericht nun entschieden. Die Bürgerinitiative plant zum Bundesverfassungsgericht zu gehen.

-Unterstützen Sie diese Überlegung der BI?

-Was werden Sie konkret tun, um ggf. Ihre Partei auf Bundesebene und Landesebene zu bewegen, doch noch politische Alternativen bzw. Änderungen/Verbesserungen in der Planung herbeizuführen? Oder ist der "Zug abgefahren"?

Unabhängig von weiteren rechtlichen Überlegungen: welche Schritte für weitere Planungen (z.B. veränderte Verkehrsströme im Straßenverkehr) sind für Sie am Wichtigsten? Wie werden Sie sich persönlich einbringen?

Bitte jede Frage mit möglichst maximal 3 Sätzen beantworten.

Thomas Moser

wahlplakat bundestag 2017
Hier nur exemplarisch ein Foto mit einigen Wahlplakaten der Direktkandidaten in Lichtenrade (Th. Moser)

Antwort von Jan-Marco Luczak (CDU)

Sehr geehrter Herr Moser,

vielen Dank für Frage, die ich sehr gern beantworte:

Ich bin Lichtenrader. Hier bin ich aufgewachsen, hier lebe ich noch immer. Mein Ortsteil liegt mir sehr am Herzen und ich habe mich daher seit vielen Jahren für die Tunnellösung in Lichtenrade eingesetzt. Ich wollte nie, dass ein Gericht über das Schicksal eines ganzen Ortsteils mit seinen 50.000 Menschen entscheidet, sondern habe immer eine politische Lösung für Lichtenrade angestrebt. Diese war zum Greifen nahe - der Tunnel ist letztlich aber daran gescheitert, dass sich das Land Berlin nie unmissverständlich dahinter gestellt und verweigert hat, Mehrkosten für den Tunnel zu übernehmen. Alle Gespräche mit der Bahn und dem Bundesverkehrsministerium sind letztlich an der Blockade Berlins gescheitert. Dafür trägt wesentlich Michael Müller als Stadtentwicklungssenator und jetziger Regierender Bürgermeister die Verantwortung.

Dass die Klage der Bürgerinitiative vom Bundesverwaltungsgericht abgewiesen wurde, war eine herbe Enttäuschung. Es ist ein Schlag ins Gesicht der Menschen, die seit 20 Jahren für die Tunnellösung kämpfen. Ich unterstütze die Bürgerinitiative daher in ihren Überlegungen, das Bundesverfassungsgericht anzurufen. Für mich gilt hier das Prinzip: wer kämpft, kann verlieren. Wer nicht kämpft, hat schon verloren.

Eine Klage beim Bundesverfassungsgericht verhindert leider nicht, dass das Urteil des Bundesverwaltungsgerichts rechtskräftig wird. Das Baurecht ist daher gegeben, die Bahn kann beginnen zu bauen. Ich möchte daher verhindern, dass mit den Bauarbeiten Fakten geschaffen werden. Ich kann insofern nicht verstehen, dass Vertreter der SPD sagen, "die Lichtenrader sollen endlich Ruhe geben und das Urteil akzeptieren".

Die ebenerdige Trassenführung hätte für die Verkehrsströme in Lichtenrade verheerende Auswirkungen. Die Bahnhofstraße als Schlagader Lichtenrades müsste den gesamten Verkehr aufnehmen, der momentan über den Übergang bei der Wolziger Zeile fließt. Das muss bei den Planungen für die Umgestaltung der Bahnhofstraße berücksichtigt werden. Die Aufenthaltsqualität soll hier verbessert werden.

Herzliche Grüße
Jan-Marco Luczak

 

Antwort von Mechthild Rawert (SPD)

Lieber Thomas Moser,

da wir uns des Häufigeren sehen, ist es interessant, deine Fragen über den Umweg Abgeordnetenwatch.de zu erhalten. Ich beantworte diese natürlich auch in dieser Form gerne.

Zu Frage 1: Zu meinem Bedauern hat das Bundesverwaltungsgericht die Klage der BI Dresdener Bahn sowie der Bundesvereinigung Schienenlärm gegen den Planfeststellungsbeschluss des Eisenbahn-Bundesamtes (EBA) abgewiesen. Mein Unverständnis zu diesem Urteil habe ich bereits öffentlich kundgetan. Als Mitglied der BI Dresdener Bahn unterstütze ich weitere gerichtliche Schritte.

Zu Frage 2: "Politische Veränderungen" an einem Verwaltungsakt (Planfeststellungsbeschluss des Eisenbahnbundesamtes) herbeiführen zu wollen, ist mit unseren rechtsstaatlichen Prinzipien nicht vereinbar. Das Thema Dresdener Bahn ist in den jährlichen Gesprächen mit Vertretern der Deutschen Bahn meinerseits immer wieder auf die Tagesordnung gesetzt worden. Ich bedauere zutiefst, dass die Deutsche Bahn über Jahre hinweg nicht bereit war, ihren Antrag auf Planfeststellung zu überdenken und auch seitens des Bundesverkehrsministeriums ist diesbezüglich nichts unternommen worden.

Zu Frage 3: Das Wichtigste ist, die Lichtenraderinnen und Lichtenrader bei allen jetzt notwendigen Planungen einzubeziehen und die Interessen der verschiedenen Bevölkerungsgruppen nicht gegeneinander auszuspielen. Das Verkehrs- und Gestaltungskonzept für die Bahnhofstraße und die angrenzenden Seitenstraßen des Aktiven Zentrums Lichtenrade ist für mich dafür eine gute Ausgangsbasis. Stärker als bisher sind aber auch die übrigen Teile Lichtenrades einzubeziehen, damit für den gesamten Ortsteil ein stimmiges Gesamtkonzept entsteht.

Sowohl Verkehrsminister Alexander Dobrindt als auch Senatorin Katrin Lompscher sind von mir hinsichtlich der weiteren Planungen befragt worden.

Mit freundlichen Grüßen

Mechthild Rawert

 

Antwort von Renate Künast (GRÜNE)

Lieber Herr Moser,

gerne beantwortet Renate Künast in Absprache mit dem Grünen Kreisverband in Tempelhof-Schöneberg Ihre Fragen wie folgt:

  1. Unterstützen Sie diese Überlegung der BI?
    Klar ist, man sollte alle Chancen des Rechtsstaates ausnutzen. Allerdings hat eine Klage keine aufschiebende Wirkung, d.h. die Bahn fängt mit dem Bau wie geplant an. Die Chancen sind also eher gering. Nur die Bahn und der (jetzige oder zukünftige) Bundesverkehrsminister könnten das Bauvorhaben noch abändern. Die Tunnellösung wird es zwar kaum noch geben, aber Verbesserungen zur jetzigen Planung wären immer noch möglich.
  2. Was werden Sie konkret tun, um ggf. Ihre Partei auf Bundesebene und Landesebene zu bewegen, doch noch politische Alternativen bzw. Änderungen/Verbesserungen in der Planung herbeizuführen? Oder ist der "Zug abgefahren"?
    Bei der Auseinandersetzung um die künftige Gestaltung der Bahntrasse ist das letzte Wort noch nicht gesprochen. Das Gericht habe nur gesagt, dass der aktuelle Planfeststellungsbeschluss zulässig ist. Es habe aber nicht entschieden, dass er in dieser Form hundertprozentig umgesetzt werden muss. Dabei wird es nicht reichen, dem Ministerium ab und zu einen Brief zu schreiben. Sondern man muss selbst Vorschläge erarbeiten, die Menschen mobilisieren, hartnäckig verhandeln.
  3. Unabhängig von weiteren rechtlichen Überlegungen: welche Schritte für weitere Planungen (z.B. veränderte Verkehrsströme im Straßenverkehr) sind für Sie am Wichtigsten? Wie werden Sie sich persönlich einbringen?
    Der Grüne Kreisverband und ich setzen uns vor Ort weiter für den Erhalt und die Verbesserung von Lebensbedingungen und Infrastruktur ein. Auch unter den nun erschwerten Bedingungen engagieren sich beispielsweise die grüne Bezirksverordnetenfraktion von Tempelhof-Schöneberg und die zuständigen grünen Stadträte Jörn Oltmann für den Ausbau der Lichtenrader Bahnhofstraße zum „Aktiven Zentrum“ und Christiane Heiß für ein Verkehrskonzept unter Beteiligung der Bürgerinnen und Bürger und versuchen das Bestmögliche.

Freundliche Grüße
Team Renate Künast

 

Antwort von Alexander King (LINKE)

Sehr geehrter Herr Moser,

die Anrainer eines Verkehrswegs haben ein gutes Recht, für den bestmöglichen Schutz vor Beeinträchtigungen zu streiten und sollten dies natürlich auch nutzen. Ich beglückwünsche die BI zu dem, was sie erreichen konnte. Selbstverständlich steht es der BI zu, alle für ihre Belange offen stehenden Rechtswege zu beschreiten, notfalls bis hin zum Bundesverfassungsgericht. Ich möchte mir allerdings nicht anmaßen, die Aussicht auf Erfolg zu bewerten.

Die Förderung des Bahnverkehrs und die Verlagerung von Verkehr auf die Schiene liegen im Interesse aller Menschen, das sehen wir im Moment (Diesel-Skandal) so klar wie nie. Im Interesse dieses Anliegens und auch mit Blick auf die geplante Tegel-Schließung werde ich bzgl. der Dresdner Bahn den Schwerpunkt auf folgende Aspekte legen:

- Auf dem Gebiet des Lärmschutzes müssen die technischen Fortschritte der vergangenen Jahre voll zum Tragen kommen, die auch niedrigere und vor allem ansehnliche und zugleich höchst wirkungsvolle Schutzeinrichtungen erlauben, z.B. mit Bewuchs.- Es ist im weiteren Verfahren unbedingt darauf zu achten - und dafür setze ich mich ein -, dass die Lärmschutzwerte auch durch den vorgesehenen Güterverkehr nicht überschritten werden.
- Die beklagte Zerschneidungswirkung durch die Trasse ist ein bereits bestehendes Problem, das durch die verbesserten niveaufreien Querungen (Unterführungen statt Bahnübergänge) entscheidend gemildert werden kann und durch ein schlüssiges Verkehrskonzept zusätzlich ausgeglichen werden muss.
- Ich würde mich gerne mit Ihnen über die Forderung nach einem Regionalbahnhalt austauschen. Lichterfelde hat damit gute Erfahrungen gemacht und die Anwohner, mit denen ich dort gesprochen habe, möchten auf den Regionalhalt nicht mehr verzichten.
- Baufirmen können durch ungenaue oder oberflächliche Planung viel Ungemach anrichten und umgekehrt den Bewohnern und Geschäftsinhabern rund um eine Baustelle unnötigen Ärger ersparen, wenn hier intelligent geplant und vorgegangen wird. Auch darüber könnte ein bezirksübergreifender Austausch sinnvoll sein.

Mit freundlichen Grüßen, Alexander King

Antwort von Alexander Spies (PIRATEN)

- Unterstützen Sie diese Überlegung der BI?

Ja. Die PIRATEN in Tempelhof-Schöneberg haben sich für eine nachhaltige Tunnellösung eingesetzt. Lichtenrade wird durch die oberirdische Streckenführung regelrecht geteilt, zudem die Lärmbelästigung durch hohe Schallschutzwände gedämmt werden soll. Hier wurde zu Lasten des Bürgers gespart.

- Was werden Sie konkret tun, um ggf. Ihre Partei auf Bundesebene und Landesebene zu bewegen, doch noch politische Alternativen bzw. Änderungen/Verbesserungen in der Planung herbeizuführen? Oder ist der "Zug abgefahren"? Unabhängig von weiteren rechtlichen Überlegungen: welche Schritte für weitere Planungen (z.B. veränderte Verkehrsströme im Straßenverkehr) sind für Sie am Wichtigsten? Wie werden Sie sich persönlich einbringen?

Unabhängig vom Urteil des Bundesverwaltungsgerichtes halte ich es für unabdingbar, dass vollständiger Schallschutz nach den strengen europäischen Vorschriften, die ab 2019 gelten, gewährleistet sein muss. Soweit sich sinnvolle Änderungen ergeben, die noch berücksichtigt werden können, werde ich das unterstützen. Zusätzliche Belastungen durch Verkehrsströme, während und nach der Bauausführung, sind zu minimieren.

 

Antwort von Lothar Mundt (AfD)

Beantwortung der Fragen von Herrn Thomas Moser:

1) Grundsätzlich unterstütze ich – im wohlverstandenen Interesse aller Bewohner Lichtenrades – den Beschluß der Bürgerinitiative Lichtenrade-Dresdner Bahn, vor das Bundesverfassungsgericht zu gehen, um den Ausbau der Bahnstrecke in der von der DB beabsichtigten Form (oberirdisch über die Bahnhofstraße hinweg) doch noch zu verhindern. An einen Erfolg, so sehr ich ihn den Lichtenradern wünsche, kann ich nach dem Urteil des Bundesverwaltungsgerichts in Leipzig allerdings nicht recht glauben.

2) Ich sehe für meine Partei, die AfD, keinerlei Möglichkeiten, hier noch im Interesse der Lichtenrader Bürger erfolgversprechend einzugreifen. Daß die Dinge sich nach Jahren des Widerstandes so negativ entwickelt haben, liegt m.E. in der Verantwortung der Parteien, die in Berlin in der entscheidenden Phase auf Senats- und Bezirksebene die Regierungsverantwortung innehatten, vor allem der SPD. Als Beobachter hatte man stets den Eindruck, daß mit guten Worten gegenüber der Bürgerinitiative nicht gespart wurde, aber der ernsthafte politische Wille, die Tunnellösung durchzusetzen, nicht wirklich vorhanden war.

3) Am wichtigsten scheint es mir, dafür zu sorgen, daß die zu erwartenden negativen Auswirkungen des Bahnausbaus für die Bewohner Lichtenrades möglichst gering gehalten werden. Dies gilt natürlich vor allem für die Anwohner und Geschäftsleute der Bahnhofstraße und deren näherer Umgebung.

Berlin, den 3. 8. 2017 Dr. Lothar Mundt


 

Die Lichtenrader Internetzeitung berichtete kürzlich, dass der Berliner Mauerweg in Brandenburg teilweise saniert wird: Ein Informationschild der "Berliner Forsten" macht die Spaziergänger schlauer: "Damit Sie auch weiterhin den Mauerweg nutzen können, wird 2017 für Sie der Mauerweg saniert."


Einige Bäume müssen zur Wiederherstellung der Verkehrssicherheit gefällt werden und teilweise müssen die Wurzeln entfernt werden. Der Wegbelag wird erneuert. Es wurde um Verständnis für Einschränkungen gebeten.

Wie eine kleine Autobahn: 2,22 Kilometer

Jetzt Ende August 2017 können wir feststellen, dass eine Teilstrecke von 2,22 Kilometer saniert wurde.
Mauerweg Lichtenrade Neu1

Die Teilstrecke beginnt quasi an der "Nachtbucht", wo der Berliner Mauerweg von Osten nach Nord abknickt.

Weiter geht es Richtung Nord zum Zugang Wolziger Zeile/Hohenzollernstraße, der auch erneuert wurde. Weiter Richtung Norden. Hinter dem Zugang von der Prinzessinnenstraße geht der sanierte Weg in Richtung Westen. Bis zu der Kurve, wo der Mauerweg wieder in Richtung Nord abknickt.


Der Kiezreporter konnte sich davon überzeugen, dass der Teilabschnitt wieder sehr gut befahrbar ist, wobei die sanierte "Kreuzung" Berliner Mauerweg und Zufahrt zur Wolziger Straße jetzt so gut ist, dass schnelle Radfahrer gut aufpassen müssen und auf die Vorfahrt achten sollten. Auch sollten die Radfahrer nicht vergessen, dass der Weg auch für andere Nutzer (Fußgänger, Kinderwagen, Rollstuhlfahrer etc.) da ist, obwohl hier eine kleine "Autobahn Berliner Mauerweg" entstanden ist.

Radfahr-Autobahn auch neben der Bahn von Lichtenrade

Besonders die Lichtenrader Radfahrerinnen und Radfahrer würden sich sicherlich auch freuen, wenn neben der S-Bahn von der Stadtgrenze bis zum Priesterweg so eine Radweg-Autobahn entstehen könnte. Vielleicht wäre das ein kleiner Trost im Zusammenhang mit dem ebenerdigen Ausbau der Dresdner Bahn durch Lichtenrade.

Thomas Moser


 

Am 25. August 2018 besuchte "radio berlin 88,8 die "Moin, Moin" Eisdiele in der Lichtenrader Bahnhofstraße. Die Besucher konnten Eintrittskarten für das Familienfest auf der Funkausstellung am 5. September 2017 oder eine kleine Abkühlung gewinnen. Herzlichen Glückwunsch für die Gewinner!
berliner rundfunk Moin Moin Bahnhofstr Lichtenrade 2


Fotos Thomas Moser

https://www.radioberlin.de/

Link zur IFA Funkausstellung in Berlin am Funkturm vom 1. bis 6.9.2017 : http://b2c.ifa-berlin.de/